Haus der kleinen Forscher-Experiment - humanistisch.de

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Haus der kleinen Forscher-Experiment
Die Schule ist geschlossen, Kitas auch, die Kinder sind zu Hause und bevor einem die Decke auf
den Kopf fällt, stellen wir hier Experimente vom Haus der kleinen Forscher zum Selbermachen
vor. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Experiment: Schwimmt es oder schwimmt es nicht?
Ein kleines Geldstück geht im Wasser unter. Und ein großer Apfel? Oder Holzstück? Eröffnen Sie
ein Schwimmlabor und vergleichen und beobachten Sie, welche Gegenstände schwimmen.

Sie brauchen dazu:
    Großer Behälter für Wasser, z. B Schüssel, Eimer oder Planschbecken
    Handtuch zum Unterlegen
    Gegenstände aus unterschiedlichen Materialien, z.B. Steine, Korken, Münzen, Holz,
    Plastiklöffel, Knete
    Obst/Gemüse aus der Küche, z.B. Kartoffel, Apfel, Rosinen und Weintrauben

Alltagsbezug aufgreifen
Beim Baden, Geschirrspülen, am See oder im Schwimmbad – Kinder sehen Dinge schwimmen
oder untergehen. In der Badewanne erleben sie, dass Spielzeugfiguren nach unten sinken, im
Gegensatz zum Quietsche-Entchen, während im Hafen große schwere Schiffe an der
Wasseroberfläche treiben.

Was schwimmt, was schwimmt nicht?
Suchen Sie zusammen mit den Kindern gemeinsam Gegenstände, von denen sie wissen wollen, ob
diese schwimmen. Stellen Sie dazu einen möglichst durchsichtigen, großen Wasserbehälter auf.
Nun stellen Sie mit den Kindern Vermutungen über das Schwimmverhalten der Gegenstände auf
und probieren aus, was schwimmt und was untergeht.

Dabei sollten alle die Möglichkeit haben, sich die verschiedenen Gegenstände in Ruhe
anzuschauen. Wie unterscheiden sich die Schwimmer von den Nichtschwimmern? Wiederholen
Sie den Vorgang mehrmals. Die Kinder werden immer neue Dinge untersuchen und so ein Gefühl
für die Eigenschaften eines Schwimmers entwickeln.

Mit diesem Wissen können Sie neue Gegenstände dazu holen. Am besten suchen Sie nach
Gegenständen, die sich anders verhalten, als die Kinder es erwarten. Vergleichen Sie z. B. das
Haus der kleinen Forscher-Experimente, Sandra Ohlig, IHK Berlin, 31. März 2020
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Schwimmverhalten von Obst und Gemüse. (Schlussaufgabe: Wenn Sie einen Apfel ins Wasser
getan haben, bitten Sie ein Kind diesen aus dem Wasser zu holen, ohne die Hände zur Hilfe zu
nehmen.)

Legen Sie noch ein paar Dinge zurecht, die jeweils nur aus einem einzigen Material bestehen, z. B.
aus Holz, Steine, Korken, Münzen oder Schlüssel aus Metall. Achten Sie dabei darauf, dass diese
Gegenstände keine Hohlräume besitzen und Luft darin einschließen. Was glauben die Kinder,
passiert mit diesen Materialien im Wasser? Ändert sich das Schwimmverhalten, wenn man z. B.
einen leichten und einen schweren Stein wählt?

Wissenswertes für Erwachsene
Ob etwas im Wasser schwimmt oder untergeht, hängt von der Dichte des Gegenstandes und der
Dichte des Wassers ab. Die Dichte ist eine Materialeigenschaft. Ein Gegenstand ist umso dichter, je
mehr er wiegt und je weniger Raum er dabei einnimmt. Ist ein Gegenstand dichter als Wasser,
sinkt er. Ist er weniger dicht als Wasser, kann er schwimmen. Die "Dichte" ist auch in unsere
Alltagssprache vorhanden: So ruft z. B. der Busfahrer seine Fahrgäste auf, "dichter
zusammenzurücken", damit mehr Menschen in den Bus passen.

Warum schwimmt nun ein großes Stahlschiff, aber eine kleine Stahlkugel versinkt? Weil Schiffe
über viele Hohlräume verfügen und sich ihr Gewicht daher auf einen großen Raum verteilt. Sie
haben also eine geringere Dichte als die Stahlkugel. Mit Knete lässt sich dieses Phänomen
sichtbar machen: Eine Knetkugel geht unter, wenn man sie ins Wasser legt. Wird die Knetkugel
ausgewalzt und zu einer Schale geformt, schwimmt sie. Das Gewicht der Knete wird auf einen
größeren Raum verteilt.

Experiment: Teilen mit Murmeln
Gerecht teilen ist gar nicht so einfach - oder doch? Die Kinder probieren es mit Murmeln aus. Im
Spiel erleben sie auch, wie Division funktioniert.

Sie brauchen dazu:
    Murmeln, Muggelsteine, Kekse o. ä.
    Spielwürfel, Klebepunkte, Buntpapier

Alltagsbezug aufgreifen
Die Kinder teilen sich ihr Spielzeug, Essen oder die Zeit auf der Schaukel, sie verteilen Teller,
Becher und Besteck auf dem Tisch – Teilen ist eine Tätigkeit des gemeinsamen Zusammenlebens.
Teilen kann aber auch eine Herausforderung darstellen: mathematisch und auch, was
Gerechtigkeit angeht.

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Viele Steine gerecht verteilen
Im freien Spiel mit Bausteinen, Tierfiguren oder Murmeln ist das Teilen manchmal eine
Herausforderung. Wie können die Mädchen und Jungen die Steine gerecht verteilen? Spielen Sie
mit den Kindern „Eins für dich – eins für mich“. Die Steine werden dabei nacheinander einzeln
verteilt, so dass am Ende alle gleich viele Steine haben. Welche Erfahrungen haben Sie beim
Verteilen gemacht? Können Sie beim Verteilen auch schneller vorankommen?

Das Teilspiel - Divison erleben
Holen Sie sich einen Würfel, sechs Teller oder sechs Blätter und 12 Murmeln. Der Würfel
bestimmt wie viele Teller es pro Spielrunde gibt. Ein Kind würfelt. Zeigt der Würfel die Vier, so
kommen in dieser Runde vier Teller ins Spiel.

Jetzt verteilt ein Kind die zwölf Steine gerecht. Wie viele kommen auf jeden Teller? Was geschieht,
wenn die Kinder nun eine Fünf würfeln? Gelingt es ihnen, die zwölf Steine gerecht aufzuteilen?

Lernerfahrung
Teilen geht nicht immer auf. Die Zahlen, durch die sich restlos teilen lässt, heißen „Teiler“. Durch
null kann nicht geteilt werden.

Wissenswertes für Erwachsene
Das Teilen, die Division, ist die Umkehroperation der Multiplikation (2 × 3 = 6 und 6 : 3 = 2), denn
Dividieren ist das Zerlegen einer Menge in gleiche Teilmengen. Dabei wird zu Beginn die
Gesamtmenge angegeben und als zweites die Angabe gemacht, durch was geteilt werden soll: 6
durch 2.

Dividend durch Divisor ist gleich Quotient. Die Division kann von den Kindern als Verteilen und
Aufteilen erlebt werden. Beim Verteilen werden zehn Kekse auf fünf Teller verteilt. Wie viele
Kekse kommen auf jeden Teller? 10 : 5 = ? Beim Aufteilen werden immer zwei Kekse auf einen
Teller gelegt. Für wie viele Teller reichen die zehn Kekse? 10 : ? = 2

Experiment: Eins nach dem anderen - Erkunden von Abfolgen
Welche Tätigkeiten machen die Mädchen und Jungen in ihrem Alltag in welcher Reihenfolge? Sie
erkunden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Regeln für Abfolgen.

Sie brauchen dazu:
    Zahnbürste                                                        Kleidungsstücke

    Geschirr                                                          Weitere Alltagsgegenstände nach Wahl

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Alltagsbezug aufgreifen
Der Alltag der Kinder ist voll von Handlungen, die in einer bestimmten Reihenfolge getan werden,
zum Beispiel erst die Tür öffnen, dann hindurchgehen oder erst ein Glas holen, dann einschenken.
Bei anderen Tätigkeiten können sie sich die Reihenfolge aussuchen: Beim Tischdecken
beispielsweise ist es egal, ob zuerst die Teller oder zuerst die Becher auf den Tisch kommen.

Kinder wissen oft genau, wann Ihnen eine bestimmte Abfolge wichtig ist: zum Beispiel der
Abschiedskuss, bevor die Familie morgens auseinandergeht, oder die Gute-Nacht-Geschichte vor
dem Einschlafen.

Wie beginnt mein Tag?
Sprechen Sie darüber, was Sie morgens nach dem Aufstehen alles tun. Dabei sollte jeder einen
passenden Gegenstand als Symbol für die entsprechende Tätigkeit in die Mitte legen, zum
Beispiel Zahnbürste, Müslischale, Anziehsachen, Schuhe.

Die richtige Reihenfolge finden
Ordnen Sie nun gemeinsam die Gegenstände in der Reihenfolge, wie sie benutzt werden, und
diskutieren diese. Ist es zum Beispiel wichtig, erst zu frühstücken und sich danach anzuziehen?
Oder spielt außer der persönlichen Vorliebe die Abfolge dabei keine Rolle? Und bei welchen
Tätigkeiten kommt es sehr wohl auf die richtige Reihenfolge an? Kann man zum Beispiel zuerst
den Pullover und anschließend das Unterhemd anziehen?

Welche Handlungsabläufe fallen den Kindern noch ein, bei denen die richtige Reihenfolge wichtig
ist? Betrachten Sie dazu zum Beispiel den Tagesablauf beim Besuch im Schwimmbad oder beim
Backen eines Kuchens.

Wissenswertes für Erwachsene
Algorithmen sind eindeutig formulierte Handlungsvorschriften mit genau beschriebenen
Einzelschritten. Feste Abfolgen oder Kochrezepte können in diesem Sinne auch als
Alltagsalgorithmen verstanden werden. Computer können nur Algorithmen verarbeiten, die in
bestimmten Programmiersprachen geschrieben sind.

Um einen Algorithmus zu formulieren, muss man sich zuvor über die dazugehörigen Prozesse
und Abläufe klar werden. Diese können mit Hilfe eines Ablaufdiagramms veranschaulicht
werden. Dabei werden die einzelnen Handlungsschritte symbolisch dargestellt und mit
Richtungspfeilen entsprechend der möglichen Abfolgen verbunden.

Experiment: Fliehkraft in der Rucksackpirouette
Was passiert, wenn sich Sachen schnell im Kreis bewegen? Hier erleben die Kinder Fliehkraft am
eigenen Körper!

Haus der kleinen Forscher-Experimente, Sandra Ohlig, IHK Berlin, 31. März 2020
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Sie brauchen dazu:
    Stoffbeutel
    Äpfel, kleine, schwere Bälle oder Sandsäckchen als Gewichte

So funktioniert's:

Alltagsbezug aufgreifen
Einmal zu eng um die Kurve gefahren und schon fallen wir mit unserem Fahrrad hin. Wären wir
langsamer gewesen, hätten wir die Kurve vielleicht noch gekriegt. Auch im Auto spüren wir diese
Kraft, die uns bei einer Kurve zur Seite drückt. Immer, wenn sich etwas dreht oder eine Kurve
macht, werden wir nach außen gedrängt. Auf dem Spielplatz gibt es sogar ein Spielgerät, das
diesen Effekt ausnutzt: die Drehscheibe. Und auf der Kirmes steigen wir freiwillig in das Karussell,
um uns ganz lange im Kreis wirbeln zu lassen – das fühlt sich toll an!

Rucksackpirouette
Drehen Sie sich kurz im Kreis und achten darauf, was mit Ihrem Körper passiert. Lassen Sie die
Kinder beschreiben, wie sich das Drehen anfühlt! Was machen die Arme? Fliegen die Haare nach
hinten?

Geben Sie einem Kind nun einen Stoffbeutel mit Gewichten darin. Der Beutel kann wie einen
Rucksack aufgesetzt werden – einfach die Arme durch die Henkel strecken – und sich wieder
drehen. Was beobachtet Sie? Was passiert mit dem Beutel? Dreht er sich mit und hebt er ab? Wie
bewegt sich der Beutel, wenn die Drehung wieder gestoppt wird, bleibt der Beutel auch sofort
„stehen“? Welche Ideen haben Sie: Wo kommt diese Fliehkraft im Alltag vor?

Wissenswertes für Erwachsene
Die Kraft, die uns in einer Kurve nach außen drückt, z. B. im Auto, nennt man Fliehkraft. Diese
Kraft spüren wir, wenn zwei unterschiedliche Bewegungen gleichzeitig stattfinden – die unseres
Körpers, der eigentlich weiter geradeaus will, und die des Autos, das uns in eine Kurvenbewegung
mitnimmt. Diese Kombination führt dazu, dass wir an die Karosserie des Autos gedrückt werden.
Würde uns nichts festhalten, z. B. keine Karosserie, kein Autositz, kein Sicherheitsgurt, dann
würden wir bei einer Kurvenfahrt herausfliegen!

Die Fliehkraft ist für viele technische Anwendungen interessant: Im Karussell drehen wir uns so
rasant, dass sich die Sitze anheben und wir in sie hineingepresst werden, und in der
Waschmaschine dreht sich die nasse Wäsche schnell im Kreis, so dass die Wassertropfen von der
Wäsche weg und durch die Löcher in der Trommel nach außen fliegen.

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Experiment: Abgestempelt - Seitenflächen auf Papier
Wie viele Seiten hat ein Baustein? Und welche Form haben diese Flächen? So kann man das mit
Farbe und Papier untersuchen:

Sie brauchen dazu:
    Bausteine, Gläser, halbe Kartoffeln etc.                          Papier
    Wasserfarbe                                                       Pinsel

So funktioniert's:

Alltagsbezug aufgreifen
Ein Gegenstand, sei es eine Cornflakes-Packung, ein Ball oder ein Schrank, hat verschiedene
Seitenansichten. Betrachten wir Dinge von einer Seite, z. B. von vorn, können wir nur dank
unserer Erfahrung genau sagen, wie die anderen Seiten des Gegenstands aussehen.

Bausteine betrachten
Setzen Sie sich gemeinsam vor die Bausteine. Jedes Kind sucht sich einen Bauklotz aus und
schaut diesen genau an. Wie viele Seiten hat der Baustein? Sehen alle Seiten gleich aus?

Mit Bausteinen stempeln
Mit Wasserfarbe können die Mädchen und Jungen eine Seitenfläche vom Baustein bemalen und
auf ein Blatt Papier stempeln. Welche Form hat der Abdruck? Nach und nach bemalen und
stempeln sie die weiteren Seitenflächen ihres Bausteins. Haben alle Abdrücke desselben
Bausteins die gleiche Form? So lassen sich alle Stempelbilder gut vergleichen. Haben alle
Bausteine gleich viele Stempelabdrücke? Welcher Baustein hat die meisten Abdrücke? Können die
Kinder nur anhand der Abdrücke eines Bausteins erkennen, um welchen Bauklotz es sich
handelt?

Wissenswertes für Erwachsene
Wir unterscheiden geometrische Gebilde nach ihrer Dimension: Punkte bezeichnen wir als 0-
dimensional, Geraden und Kurven als eindimensional, Flächen als zweidimensional und Körper
als dreidimensional. Für Körper mit ebenen Seitenflächen wie Quader oder Pyramiden, nicht aber
Zylinder, Kegel und Kugeln, gilt stets: Eckenzahl minus Kantenzahl plus Flächenzahl = Zwei. Für
Würfel und Quader mit ihren acht Ecken, 12 Kanten und sechs Flächen gilt z. B.: 8 - 12 + 6 = 2.

Diese Polyederformel von Euler stellt einen dreidimensionalen Körper in Zusammenhang mit
seinem „Rand“, bestehend aus seinen Ecken, Kanten und Seitenflächen – alles Formen mit
kleinerer Dimension.

Haus der kleinen Forscher-Experimente, Sandra Ohlig, IHK Berlin, 31. März 2020
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Experiment: Ballonpuster - Sprudelgas
Einen Luftballon aufblasen, ohne hineinzupusten – geht das? Mit diesem Trick lassen sich Ballons
wie von Geisterhand füllen. Dabei erleben die Kinder, dass Sprudelgas jede Menge Platz braucht.

Sie brauchen dazu:
    Backpulver oder Natron                                            Kleiner Trichter
    Essig                                                             Haushaltsclips (zum Verschließen)
    Luftballons oder Putzhandschuh                                    Ggf. leere Flasche

So funktioniert's:

Alltagsbezug aufgreifen
Backen wir einen Kuchen mit Backpulver, so bilden Natron und Zitronensäure in Verbindung mit
dem flüssigen Teig jede Menge Gasbläschen. Diese machen sich im Kuchen breit und blähen den
Teig regelrecht auf. Beobachten wir beim Backen den Kuchen durch die Scheibe im Herd, können
wir dabei zusehen, wie er in seiner Form immer größer wird.

Ein Ballon bläst sich von selber auf
Am besten funktioniert das Experiment, wenn man diesen zusammen mit dem Kind durchführt.
Eine Person führt einen Trichter in den Luftballonhals ein und hält das Ganze gut fest. Ein
Anderer gibt dann zuerst das Backpulver durch den Trichter in den Ballon und gießt vorsichtig
einen ordentlichen Schuss Essig dazu. Jetzt muss möglicherweise ein Erwachsener helfen und
den Luftballon schnell verknoten oder mit einem Haushaltsclip verschließen.

Was passiert jetzt? Nach kurzer Zeit pustet sich der Luftballon wie von selbst auf. Kann man dabei
etwas hören, wenn man sein Ohr an den Ballon hält? Was passiert, wenn die Kinder den Ballon
nach dem Befüllen nicht verschließen und plötzlich loslassen? Letzteres bitte nur im Freien
probieren!

Alternativ kann man das Experiment auch mit einer Flasche testen: Backpulver und Essig
einfüllen und dann schnell den Ballon über den Flaschenhals ziehen. Wird der Ballon dann
genauso groß?

Wissenswertes für Erwachsene
Werden Backpulver und Essig vermengt, entsteht dabei das Sprudelgas Kohlenstoffdioxid. Gase
benötigen mehr Platz als Feststoffe oder Flüssigkeiten. Je mehr Gas entsteht, desto mehr Platz

Haus der kleinen Forscher-Experimente, Sandra Ohlig, IHK Berlin, 31. März 2020
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nimmt es ein – bis der Raum des Gefäßes, in dem es sich befindet, allein nicht mehr ausreicht.
Das Gas muss das Gefäß verlassen und füllt so z. B. einen Luftballon. Ähnliches kennen wir auch
von Wasser: Wird es gekocht, klappert der Topfdeckel, weil das flüssige Wasser gasförmig wird.
Wasser in gasförmigem Zustand braucht mehr Platz als flüssiges Wasser und passt nicht mehr in
den Topf. Es drückt den Deckel nach oben und dampft aus dem Kochtopf heraus.

Experiment: Schlangentanz - Wärme in Bewegung
Wärme setzt Dinge in Bewegung. Lassen Sie mit den Kindern die Schlange über der Heizung
tanzen!

Ihr braucht dazu:
    Papier                                                            Büroklammer
    Schere                                                            Feiner Bindfaden, mind. 20 cm lang
    Ggf. Buntstifte zum Verzieren                                     Ggf. etwas Klebestreifen oder Stöckchen

So funktioniert's:

Alltagsbezug aufgreifen
An kalten Tagen schaukeln manchmal die Gardinen an der warmen Heizung hin und her? Am
Lagerfeuer tanzen die Funken über der Flamme nach oben oder die Weihnachtspyramide dreht
wie von selbst.

Papierschlangentanz
Mit einer Spirale aus Papier können die Kinder die Aufwärtsbewegung warmer Heizungsluft
erforschen. Dazu schneiden Sie aus dem Papier von außen nach innen eine Spirale, wie bei einer
Schnecke, aus. Die Kinder können die Spirale noch verzieren, z.B. als Schlange.

In die Mitte der Spirale befestigen Sie dann eine Büroklammer und einen Faden. Nun lassen Sie
die Mädchen und Jungen die Spirale bzw. Schlange am Faden über der Heizung schweben. Die
Spirale muss sich dabei frei drehen können. Helfen Sie kleineren Kindern am besten, sich auf
einen Stuhl zu stellen oder den Faden an einem Stock zu befestigen und ihn wie eine Angel über
die Heizung zu halten. Was passiert mit der Spirale? Tanzt die Schlange auch an anderen Stellen
im Raum oder Haus?

Wissenswertes für Erwachsene
Die aufsteigende warme Luft versetzt die Papierspirale in Bewegung, die Spirale beginnt sich zu
drehen. Hier wird Wärmeenergie in Bewegungsenergie umgewandelt. Die erwärmte Luft über der
Heizung hat eine geringere Dichte als die restliche Luft im Raum. Sie wird damit leichter als die

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kühlere Luft und steigt nach oben. Dort stoßen die Moleküle der erwärmten Luft gegen die
Papierspirale und versetzen diese durch Abgabe eines Teiles ihrer Energie in Bewegung.

Hintergrund
Solche und ähnliche Experimente lernen PädagogInnen aus Kitas, Grundschulen und Horten bei
den Workshops vom Haus der kleinen Forscher kennen. Seit 2010 engagiert sich die IHK Berlin
als lokaler Netzwerkpartner der bundesweiten Bildungsinitiative Haus der kleinen Forscher.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.ihk-berlin.de/hdkf

Haus der kleinen Forscher-Experimente, Sandra Ohlig, IHK Berlin, 31. März 2020
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