Januar - März 2020 Haus des Deutschen Ostens - Bayern.de
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Veranstaltungsübersicht
Januar Seite
13. J A N U A R 2 0 2 0 , 2 0 . 0 0 U H R 28
Zeitzeugengespräch
Der erste Staatsbesuch: Václav Havel
in München
14. J A N U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 0 0 U H R 24
Ausstellungseröffnung
„(Nicht) gekommen um zu bleiben.
Braunau – Forchheim – Broumov. Vertreibung –
Patenschaft – Partnerschaft“
Termine
22. J A N U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 0 0 U H R 7
Gedenkfeier
Ungarischer Gedenktag für die vertriebenen
Ungarndeutschen
30. J A N U A R 2 0 2 0 , 1 5 . 0 0 U H R 42
Erzählcafé
Dr. Renate von Walter im Gespräch mit …
Brunhilde Reitmeier-Zwick
30. J A N U A R 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 12
Programmreihe
„Versailles, Trianon, Brest-Litowsk“/
Vortrag
Tabus nach 100 Jahren? Vom Umgang der
Museen mit dem „langen Ende“ des
Ersten WeltkriegesFebruar Seite
11. F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 0 0 U H R 30
Vortrag
Die große Pommernkarte Eilhard Lubins
von 1618 – ein kartographisches Meisterwerk
aus der Ära der Bayerischen Landtafeln
Philipp Apians
18. F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 14
Programmreihe
„Versailles, Trianon, Brest-Litowsk“/
Vortrag
Der Zusammenbruch der Imperien in Südost-
europa und die Gründung des ersten
jugoslawischen Staates
21. F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 3 0 U H R 38
Konzert
„Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ –
Heitere, ironische und nachdenkliche
Lieder und Texte aus dem „Milljöh“
26. F E B R U A R 2 0 2 0 44
11.30 UHR, 16.30 UHR, 19.30 UHR
Traditionen
Fischessen am Aschermittwoch
März Seite
10. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 32
Buchpräsentation
„900 Jahre jüdisches Leben in Schlesien“
(2018)
12. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 5 . 0 0 U H R 43
Erzählcafé
Dr. Renate von Walter im Gespräch mit …
Waldemar WeberMärz Seite
12. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 3 0 U H R 34
Buchpräsentation und Vortrag
„Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg.
Konzeption, Bau und Nutzung der modernsten
europäischen Fürstenresidenz um 1400“
(2019)
19. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 36
Lesung
„Humboldtstraße Zwei“ (2016)
Termine
24. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 16
Programmreihe
„Versailles, Trianon, Brest-Litowsk“/
Vortrag
Jüdische Lebenswelten in Polen 1918 – 1939
26. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 20
Programmreihe
„Cine Bridges“ / Filmsoirée
„In meinen Adern fließt kasachischer Tee“
(2013)
27. M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R 40
Konzert
Opernwettbewerb „Gabriela Beňačková“
mit jungen Talenten
Externe Veranstaltungen Seite
24. J A N U A R 2 0 2 0 47
HDO in Europa/Ausstellung
„Mitgenommen – Heimat in Dingen“
IN RESCHITZA/RUMÄNIEN
16. F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 5 . 0 0 U H R 45
HDO in Deutschland/Ausstellung
„Kann Spuren von Heimat enthalten“
IN KÖNIGSWINTEREditorial
Die Friedensverträge nach
dem Ersten Weltkrieg verän
derten nicht nur die Landkar
ten Europas, besonders in
dessen östlichem Teil. Die
Neugründungen von Natio
nalstaaten vom Baltikum bis
nach Jugoslawien hatten auch
Folgen für die zahlreichen
nationalen Minderheiten der
Großregion. Es folgten weitere
Editorial EDITORIAL
Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen.
Gemeinsam mit dem Institut für deutsche Kultur und
Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München
gehen wir nun im dritten Teil unserer Programmreihe 5
„Versailles, Trianon, Brest-Litowsk – Das lange Ende
des Ersten Weltkrieges und das östliche Europa“ die
sen Folgen nach. Besonders gespannt bin ich auf den
Vortrag am 24. März über „Jüdische Lebenswelten
in Polen 1918–1939“, für den wir mit Frau Professor
Dr. Gertrud Pickhan (Freie Universität Berlin) eine sehr
renommierte Historikerin gewinnen konnten. Die Inter
netseite www.daslangeendevon1918.de und dieses
Programmheft informieren Sie über alle Veranstaltun
gen der Programmreihe im Detail.
Den Auftakt unseres Veranstaltungsjahres 2020
bildet am 13. Januar ein hochrangig besetztes Zeit
zeugengespräch über den ersten Staatsbesuch Václav
Havels vor 30 Jahren in München mit Bernd Posselt
(MdEP a.D. und Sprecher der Sudetendeutschen Lands
mannschaft, München), Milan Horáček (MdEP a.D.)
und Michael Žantovský (Direktor der Václav-Havel-
Bibliothek, Prag), das Daniel Brössler von der Süddeut
schen Zeitung im Münchner Literaturhaus moderieren
wird. Wir kooperieren hierbei mit dem Adalbert Stifter
Verein e.V. und dem Literaturhaus München.
Am 22. Januar begehen wir zum fünften Mal
gemeinsam mit dem Generalkonsulat von Ungarn
in München den ungarischen Gedenktag für die
vertriebenen Ungarndeutschen. Dabei wird derHistoriker Viktor Pócsik die vielfältigen Beiträge der
Deutschen zur Kultur in Ungarn in den Blick nehmen.
Besonders empfehlen möchte ich Ihnen unsere neue
Filmreihe: „Cine Bridges: Russlanddeutsche Regisseu-
re im Film der Bundesrepublik“, die wir am 26. März
mit dem Film „In meinen Adern fließt kasachischer Tee“
von Jurij Diez eröffnen werden. Er portraitiert über
einen Zeitraum von vier Jahren die achtköpfige russ
landdeutsche Aussiedlerfamilie Diez in ihrer neuen
Heimat, dem oberbayrischen Freilassing, unmittelbar
an der österreichischen Grenze.
Am 10. März beteiligt sich das HDO erneut an der
Woche der Brüderlichkeit der Gesellschaft für christlich-
EDITORIAL
jüdische Zusammenarbeit München-Regensburg e.V.
Prof. Dr. Arno Herzig (Hamburg) wird aus diesem Anlass
sein 2018 erschienenes Werk „900 Jahre jüdisches
6 Leben in Schlesien“ präsentieren.
Natürlich haben wir auch Themen aus anderen
historischen Epochen im Programm. So widmen wir
uns am 11. Februar der großen Pommernkarte Eilhard
Lubins von 1618, einem kartographischen Meisterwerk
aus der Ära der Bayerischen Landtafeln Philipp Apians,
und am 12. März, in einer Kooperationsveranstaltung
mit der Deutschen Burgenvereinigung e.V., dem Hoch-
meisterpalast auf der Marienburg, den der Referent
Prof. Dr. Christofer Herrmann als die modernste
europäische Fürstenresidenz um 1400 sieht.
Ich würde mich freuen, wenn ich Sie zu möglichst
vielen dieser Veranstaltungen begrüßen könnte!
Ihr
Professor Dr. Andreas Otto Weber
Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, MünchenVeranstal-
Veranstaltungen
MIT TWOCH, 22. JANUAR 2020, 18.00 UHR
Gedenkfeier
Ungarischer Gedenktag für die vertriebenen
Ungarndeutschen
tungen
Referent: Viktor Pócsik (Budapest)
Grußworte: Kerstin Schreyer MdL, Bayerische Staatsministerin für
Familie, Arbeit und Soziales, und Ibolya Hock-Englender,
V E R A N S TA LT U N G E N
Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Veranstaltungsort: Campuskirche der Katholischen Stiftungs-
hochschule München, Preysingstr. 83, 81667 München
→ Auch 2020 laden das Generalkonsulat von Ungarn
in München und das Haus des Deutschen Ostens
zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung 7
anlässlich des ungarischen Gedenktages für die
vertriebenen Ungarndeutschen ein.
Besonderes Thema soll in diesem Jahr der
Beitrag der Deutschen zur Kultur in Ungarn sein.
In vielen Bereichen, wie zum Beispiel der Musik,
der Architektur, der Literatur oder auch der Kuli
narik, haben Ungarndeutsche Herausragendes
↪geleistet. Einer der bedeutendsten Komponisten
des Landes ist Ferenc Erkel, auch Franz Erkel
genannt, dessen Namen das Erkel-Theater in
Budapest trägt. Erkel komponierte die Melodie der
Ungarischen Nationalhymne. Zu den renommier
testen Architekten Ungarns zählt Imre Steindl, der
unter anderem das weltberühmte Parlamentsge
bäude in Budapest entwarf. Károly oder Karl
Gundel hat die ungarische Küche entscheidend
mitgeprägt: Er gilt als einer der besten Köche
Ungarns im 20. Jahrhundert.
V E R A N S TA LT U N G E N
In seinem Einführungsvortrag stellt der His
toriker Viktor Pócsik die vielfältigen Beiträge der
Deutschen zur Kultur in Ungarn dar. Als Ehren
gäste und Festredner sagten die Bayerische
Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales,
8 Kerstin Schreyer, und die Vorsitzende der Landes
selbstverwaltung der Ungarndeutschen, Ibolya
Hock-Englender, zu. Der Gedenkabend wird mit
Musik und einem anschließenden Empfang
umrahmt.
→ Anmeldung bis zum 17. Januar 2020 per E-Mail
unter einladung-muenchen@mfa.gov.hu oder
telefonisch unter 089-962280200 erforderlich
In Kooperation mit:
Generalkonsulat
von Ungarn
in MünchenProgrammreihe: Versailles, Trianon,
Brest-Litowsk: Das lange Ende des Ersten
Weltkrieges und das östliche Europa
www.daslangeendevon1918.de
→ Infolge des Ersten Weltkrieges und der innenpoli
tischen Entwicklung in den Großreichen Russ
land, Deutschland und Österreich-Ungarn trat der
Prozess der Nationalstaatsbildung im östlichen
Europa 1918 in seine entscheidende Phase. Die
territorialen, politischen und völkerrechtlichen
V E R A N S TA LT U N G E N
Regelungen des Friedensvertrages von Brest-
Litowsk (vom 3. März 1918) sowie der Pariser
Vorortverträge – von Versailles mit Deutschland
(vom 28. Juni 1919), von Saint-Germain mit Öster
reich (vom 10. September 1919) und von Trianon
mit Ungarn (vom 4. Juni 1920) – setzten entschei 9
dende Wegmarken bei der Bildung souveräner
Nationalstaaten in Polen, Finnland, den baltischen
Ländern, der Ukraine, der Tschechoslowakei und
auf dem Balkan. Die neuen Nationalstaaten blie
ben Nationalitätenstaaten. Sie waren einer impe
rialen Politik nicht abgeneigt, stellten Territorial
forderungen, die weit über das Bestreben hinaus
gingen, die neuen nationalstaatlichen Grenzen
in Übereinstimmung mit den ethnischen bzw.
sprachlich-kulturellen Grenzen ihrer namens
gebenden Nation zu bringen. Die ost- und südost
europäischen Gesellschaften erlebten eine Welle
der Nationalisierung, die über die Intellektuellen
milieus und die Großstädte hinaus auf weite
Bevölkerungsschichten übergriff.
Von der neuen politischen Grenzziehung und
den nationalstaatlichen Entwicklungen waren
auch 8,3 Millionen Deutsche betroffen, die nach
1918/1920 ihren Status als Angehörige einer
Mehrheitsnation verloren und nun als „nationale
Minderheiten“ in dreizehn europäischen Ländern
der Region lebten. Das Spannungsverhältnis
zwischen den Nationalstaatsbildungen und der
ethnisch-kulturellen und politischen Selbstbe
stimmung der Minderheiten prägte die innen
↪politischen Entwicklungen der ost-, ostmittel- und
südosteuropäischen Staaten in der Zwischenkriegs
zeit. „Nationalismus“ und „Revisionismus“ setzten
sie unter Dauerdruck. Das System von Minderheiten
schutzverträgen zeigte als völkerrechtlicher Rechts
schutzmechanismus nicht die erwartete Wirkung.
Die Pariser Vorortverträge bewegten über die
1920er Jahre hinweg nicht nur die öffentlichen Gemü
ter im Deutschen Reich, im neu gegründeten Staat
Österreich und in Ungarn. Man sah darin eine Gefahr
für den Fortbestand der eigenen Nationen und zog die
V E R A N S TA LT U N G E N
Zweck- und Rechtmäßigkeit der neuen Grenzziehun
gen in Schlesien, in Böhmen, Mähren und andernorts
in Zweifel. Unter der deutschen Bevölkerung dieser
Gebiete war die ablehnende Haltung gegenüber den
Pariser Vorortverträgen ebenfalls nicht zu übersehen.
10 Diese Stimmungen wurden zum Nährboden für die
politischen Revisionismen der 1920er und 1930er
Jahre.
Die Programmreihe „Versailles, Trianon, Brest-
Litowsk: Das lange Ende des Ersten Weltkrieges und
das östliche Europa“, die das Haus des Deutschen
Ostens in Kooperation mit dem Institut für deutsche
Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der
LMU München 2019–2020 veranstaltet, nimmt diese
komplexen und vielseitigen Probleme der Zwischen
kriegszeit in Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn
und Rumänien in den Blick. Prominente Historiker
aus dem In- und Ausland setzen sich in Einzelvorträ
gen und Podiumsdiskussionen mit der Bedeutung der
Friedensverträge des Ersten Weltkrieges für die Neu
ordnung im östlichen Europa, mit dem völkerrechtli
chen System des Minderheitenschutzes sowie mit der
politisch folgenreichen Rezeption der Pariser Vororts
beschlüsse im Deutschen Reich und in anderen ehe
maligen Großreichen auseinander.
In einem ersten und zweiten Teil der Programm
reihe, die im Frühjahr 2019 begann, wurden die Aus
gangslage, die Grundprobleme der politischen Ent
wicklung Ost- und Mittelosteuropas im Allgemeinen,
sowie die innenpolitische Entwicklung in Polen, der
Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien betrachtet.
Die Reihe wird im Frühjahr 2020 mit Vorträgen fortgesetzt, die die Entwicklungen in Jugoslawien und
innerhalb der jüdischen Bevölkerung des östlichen
Europa in den Blick nehmen. Am 18. Februar setzt
sich Professor Dr. Aleksandar Jakir (Universität Split)
mit dem „Zusammenbruch der Imperien in Südost-
europa und der Gründung des ersten jugoslawischen
Staates“ auseinander. Ihm folgt am 24. März der Vor
trag „Jüdische Lebenswelten in Polen 1918 – 1939“
von Professor Dr. Gertrud Pickhan (Freie Universität
Berlin). Die Reihe wird durch Markus Möhring ergänzt,
der am 30. Januar über die Vertreibung der Deut-
V E R A N S TA LT U N G E N
schen aus dem Elsass und den Umgang damit in
der aktuellen Museumslandschaft referiert.
11
Die Deklaration von Korfu (20. Juli 1917), in der die Gründung eines Vereinigten
Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen vereinbart wurde
In Kooperation mit:
↪D O N N E R S TA G , 3 0 . J A N U A R 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Programmreihe
Tabus nach 100 Jahren? Vom Umgang der
Museen mit dem „langen Ende“ des Ersten
Weltkrieges, Vortrag
Referent: Markus Möhring (Dreiländermuseum, Lörrach)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens,
Am Lilienberg 5, 81669 München
→ Der Vortrag stellt die deutsch-schweizerisch-
V E R A N S TA LT U N G E N
französische Ausstellungsreihe „Zeitenwende
1918/19“ vor. Sie umfasst dreißig Einzelausstel
lungen in verschiedenen Orten am Oberrhein, im
Drei-Länder-Eck zwischen Deutschland, Frank
reich und der Schweiz, die das „lange Ende“ des
12 Ersten Weltkrieges aus unterschiedlichen Pers
pektiven präsentieren. Die Französisierung des
Elsass sowie die Vertreibung der sogenannten
Reichsdeutschen aus diesem Gebiet wurden dabei
erstmals zum Thema gemacht. Dabei erlebten die
Museumsvertreter, wie stark ihr Geschichtsbild
durch nationale Diskurse geprägt und mit welchenTabus es belastet ist. Der Vortrag stellt außerdem
die Frage zur Diskussion, ob ähnliche Projekte in
Ostmitteleuropa zum Abbau von Tabus in der
Erinnerungskultur beitragen könnten.
↪ Markus Möhring
(geb. 1958 in Lörrach) ist Histori-
ker, Leiter des Dreiländermuse-
ums (Lörrach) und Koordinator
des Netzwerks Museen am
Oberrhein, das regelmäßig
V E R A N S TA LT U N G E N
trinationale Ausstellungsreihen
organisiert. Er war außerdem
Sprecher und Beiratsmitglied
der Geschichtsmuseen im
Deutschen Museumsbund.
13
In Kooperation mit:
Die in der Zeit weit
verbreitete Karikatur
des Künstlers Hansi zur
Vertreibung der sog.
Reichsdeutschen aus
Elsass-Lothringen 1918D I E N S TA G , 1 8 . F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Programmreihe
Der Zusammenbruch der Imperien in
Südosteuropa und die Gründung des ersten
jugoslawischen Staates, Vortrag
Referent: Professor Dr. Aleksandar Jakir (Universität Split/Kroatien)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
→ Gut 100 Jahre nach den Pariser Vorortverträgen
V E R A N S TA LT U N G E N
wirft der Vortrag einen Blick auf die damals in
Südosteuropa geschaffene „neue Ordnung“: die
Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten
und Slowenen, die zahlreichen Kriegsfolgen, die
es zu bewältigen galt, und die Vorgaben der Pari
14 ser Vorortverträge, die es einzulösen hatte. Dieser
neue Staat entstand aus dem Zusammenschluss
ehemaliger Gebiete Österreich-Ungarns mit Serbi
en und Montenegro. Das Königreich Serbien hatte
aufseiten der Siegermächte gestanden, und streb
te danach, seine Kriegsziele möglichst weitgehend
durchzusetzen. Gleichzeitig suchte sich der neue
Staat als „Nationalstaat“ zu legitimieren, unter
Berufung auf die 14 Punkte des amerikanischen
Präsidenten Woodrow Wilson, die das nationale
Selbstbestimmungsrecht der Völker propagiert
hatten. Ein „dreinamiges Volk der Serben, Kroaten
und Slowenen“, die als Zweige einer gemeinsamen
„jugoslawischen Nation“ zu sehen seien, so hieß
es, habe mit dieser Staatsgründung seinen Natio
nalstaat errungen.
Wenngleich sich manche von diesem neuen
Staat eine stabilisierende Funktion im Nachkriegs
europa erhofft hatten, führten gravierende Integ
rationsprobleme schnell dazu, dass er sich als
äußerst instabil erwies. Ganz zu schweigen davon,
dass seine Grenzziehungen viel mehr auf Macht
politik und die realen Kräfteverhältnisse zurück
zuführen waren, als auf die Umsetzung eines
demokratischen Völkerrechts. Nicht nur die
zahlenmäßig starke nichtslawische Bevölkerungdes neu entstehenden südslawischen Staates, die
Deutschen, Ungarn, Albaner, Türken, waren in die
Staatsgründung nicht einbezogen worden, auch
die kroatischen Bauern, die weitaus stärkste sozia
le Schicht sogar außerhalb Kroatiens, hatten keine
politische Vertretung. Zudem sah sich der neue
jugoslawische Staat mit massiven Gebietsforde
rungen an der Adriaküste vonseiten Italiens kon
frontiert.
↪ Professor Dr. Aleksandar
V E R A N S TA LT U N G E N
Jakir
(geb. 1966) ist seit 2007 Pro
fessor für Zeitgeschichte an der
Abteilung für Geschichte der
Philosophischen Fakultät der
Universität Split (Kroatien). 15
Zu seinen zahlreichen Veröffent-
lichungen gehören u.a.: Dalma
tien zwischen den Weltkriegen: Agrarische und urbane
Lebenswelt und das Scheitern der jugoslawischen Integra-
tion (2000); zus. mit Heiner Timmermann (Hrsg.), Europas
Tragik. Ex-Jugoslawien zwischen Hoffnung und Resignation
(2002); zus. mit Marko Trogrlic (Hrsg.), Klerus und Nation
in Südosteuropa vom 19. bis zum 21. Jahrhundert (2014);
zus. mit Tanja Zimmermann (Hrsg.), Europe and the Bal-
kans. Decades of ,Europeanization‘? (2015).
In Kooperation mit:D I E N S TA G , 2 4 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Programmreihe
Jüdische Lebenswelten in Polen 1918 –1939,
Vortrag
Referentin: Professor Dr. Gertrud Pickhan (Freie Universität Berlin)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
→ Die ost- und ostmitteleuropäischen Juden stellten
in den multiethnischen Imperien bis 1914 eine
V E R A N S TA LT U N G E N
Minderheit unter vielen dar. Der Untergang der
Habsburger Monarchie und des Russischen
Reiches führte zur Konstituierung neuer Staaten,
die nunmehr auf ethnische Homogenität setzten.
Zugleich zeigten sich dort die Folgen des moder
16 nen Antisemitismus. Welche Auswirkungen dies
auf die Lebensbedingungen und Identitätskonzep
te der jüdischen Bevölkerung hatte, soll in diesem
Vortrag am Beispiel Polens beleuchtet werden.
Sein Schwerpunkt liegt dabei auf den „Wir“-Identi
täten der Juden und Jüdinnen und den wichtigs
ten kulturellen Komponenten ihrer lebenswelt
lichen Verortung in der Zeit zwischen den Welt
kriegen.
Franciszkańska Straße, WarschauV E R A N S TA LT U N G E N
↪ Professor Dr. Gertrud Pickhan
(geb. 1956 in Dortmund) ist Professorin an der Abteilung
Geschichte des Osteuropa-Instituts der Freien Universität 17
Berlin. Von ihr liegen u.a. folgende Publikationen vor:
Gospodin Pskov. Entstehung und Entwicklung eines städti-
schen Herrschaftszentrums in Altrußland (1992); zus. mit
Frank Golczewski, Russischer Nationalismus. Die russische
Idee im 19. und 20. Jahrhundert (1998); „Gegen den Strom“.
Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund („Bund“) in Polen
1918 – 1939 (2001); zus. mit Ulrich Bauche (Hrsg.), Joseph
Berkowitz Kohn. Erinnerungen. Ein Leben als polnischer
Freiheitskämpfer und Hamburgischer Sozialdemokrat
1841 – 1905 (2006); zus. mit Maximilian Preisler (Hrsg.),
Von Hitler vertrieben, von Stalin verfolgt. Der Jazzmusiker
Eddie Rosner (2010).
In Kooperation mit:Programmreihe
Cine Bridges: Russlanddeutsche Regisseure
im Film der Bundesrepublik
→ Auf der Leinwand ist ein junges Mädchen zu se
hen. Sie hält ein Plakat hoch, auf dem zu lesen ist:
„Die Kindheit meiner Oma hieß Tauwetter. Die
Kindheit meiner Mama hieß Perestrojka, Putsch
und freies Russland. Meine Kindheit heißt Terror
akte, politische Morde, Folter mit Schraubenzieher
und Ermordung von Homosexuellen in Tschet
V E R A N S TA LT U N G E N
schenien“. Es ist eine Szene aus dem jüngsten Film
„Russlands Milleniumskinder“ [2019] von Irene
Langemann, der im Oktober 2019 auf dem Film
Festival Cologne zu sehen war. Seine Protagonisten
sind jene Vertreter der „Generation Putin“, die in
18 den späten 1990er Jahren Geborenen, die für
demokratische Rechte, für Redefreiheit, Mei
nungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit, für
eine Zivilgesellschaft eintreten und auf diese
Weise dem autoritären Staat Paroli bieten.
Irene Langemann ist vielleicht das prominen
teste Beispiel für die russlanddeutschen Regisseu
re, deren Aufstieg im bundesdeutschen Film in
den 1990er Jahren begann. Heute drehen sie für
die großen TV-Sender wie ZDF, WDR und ARTE.
Ihre Filme wurden auf renommierten deutschen
und internationalen Filmfestivals wie der Berlina
le, dem Internationalen Festival Dok Leipzig, dem
goEast Festival des Mittel- und Osteuropäischen
Films oder dem One world Festival in Prag gezeigt
und mehrfach ausgezeichnet.
Was Langemanns „Russlands Milleniums
kinder“ zeigt, gilt auch für andere Filme dieser
Regisseure: Es handelt sich um ein engagiertes
Kino, das zu Schlüsselfragen der aktuellen Politik,
Gesellschaft und Kultur Position bezieht, gleich
ob sie sich in Europa, Deutschland oder Russland
stellen. Ihre Filme behandeln eine breite Palette
von Themen und Problemen. Dazu gehören aktu
elle Europa-Konzepte, deren Chancen und Möglichkeiten in Anbetracht von neuen politischen,
ethnischen und religiösen Konflikten und neu
entfachtem Nationalismus; kulturelles und ästhe
tisches Grenzgängertum; die durch die Auswande
rung nach Deutschland sich neu stellende Frage
russlanddeutscher Identität in der Umbruchszeit
zwischen dem Abschied von der Herkunfts- und
der Ankunft in der Aufnahmegesellschaft; aber
auch die individuelle Selbstvergewisserung durch
die Aufarbeitung der jahrzehntelang verdrängten
tragischen Familiengeschichte.
V E R A N S TA LT U N G E N
Filme russlanddeutscher Regisseure nähern
sich den historischen, politischen, sozialen und
kulturellen Zusammenhängen aus der Perspektive
eines Einzelnen, eines Subjekts, gleich ob es sich
dabei um einen Ich-Erzähler oder eine Figur han
delt. Es kann ein Aktionskünstler sein, ein enfant 19
terrible, wie Petr Pawlenski, der das Putin-Regime
durch seine radikalen öffentlichen Performances
herausfordert, indem er sich den Mund zunäht,
sich das Ohrläppchen abschneidet oder die Tür
des FSB-Gebäude in Moskau anzündet; oder auch
der deutsche Musiker Bernard König, der sein
Musikprojekt mit alten Menschen in Betreuungs
einrichtungen durchführt und dabei auf die sozia
le Vermittlungsfunktion von Musik im menschli
chen Miteinander setzt. Und immer wieder sind
es Idealisten und Utopisten, deren Kunst- und
Lebenskunstprojekte aus dem Alltagsrahmen
herausfallen und eben an das Utopische grenzen.
Das Haus des Deutschen Ostens, München,
stellt im Rahmen seiner Reihe „Cine Bridges:
Russlanddeutsche Regisseure im Film der
Bundesrepublik“ eine Auswahl von ihren Filmen
erstmals einem breiten Münchner Publikum
vor. Die Filmreihe ist für das gesamte Jahr 2020
geplant. Im März wird Jurij Diez als erster von
unseren Gästen im Rahmen einer Filmsoiree seine
Doku „In meinen Adern fließt kasachischer Tee“
(2013) präsentieren.
↪V E R A N S TA LT U N G E N 20
D O N N E R S TA G , 2 6 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Programmreihe
„In meinen Adern fließt kasachischer Tee“
(2013), Filmsoirée
Referent: Jurij Diez (München)
Moderation: Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens, München
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
→ Über einen Zeitraum von vier Jahren portraitiert
V E R A N S TA LT U N G E N
der Film die achtköpfige russlanddeutsche Aus
siedlerfamilie Diez in ihrer neuen Heimat, dem
oberbayrischen Freilassing, unmittelbar an der
österreichischen Grenze. 15 % der ca. 18.000
Einwohner und Einwohnerinnen sind Aussiedler
und Aussiedlerinnen aus der ehemaligen Sowjet 21
union.
Die Doku rekonstruiert anhand des umfang
reichen privaten Foto- und Videoarchivs die Odys
see der Familie, die in Kasachstan ihren Ausgang
nimmt, wohin ihre Großeltern 1941 nach dem
Einfall der Nazis in die UdSSR als potentielle
Verräter in Viehwaggons von der Wolga deportiert
wurden. Erst 1956, nach dem Tod Stalins, endet
ihr Dasein als Zwangsarbeiter und Zwangsarbei
terinnen. 1985 siedelt die Familie in den Wolgo
grader Bezirk zurück, wo sie bis zu ihrer Aus
wanderung nach Deutschland 2002 lebt.
Nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik
kämpfen sich die Diez bravourös durch das soziale
Unterholz und verfolgen hartnäckig ihre Pläne.
Die Eltern, Tatjana (Mitte 50) und Jakob (Ende 50),
finden einen festen Job in einem der großen Super
märkte Freilassings. Der ehemalige Lokführer
Jakob als Wagenschieber, Tatjana als Reinigungs
kraft. In Russland leistete Vitalij (36) noch seinen
Militärdienst ab, hier tauscht er die Kalaschnikow
gegen die Schere: Im eigenen Frisörsalon „Fire
Hair“ frönt er seinem Faible zu überdimensiona
len Turmfrisuren. Jurij (32) eignet sich in rekord
↪verdächtiger Zeit die deutsche Sprache an und
reüssiert als Schauspieler. Sergius (25) arbeitet
unermüdlich an seinem Master-Plan: Im Herbst
2011 eröffnet er seinen „Diez Sonderposten
Markt“. Marina (33) baut gemeinsam mit ihrem
Mann Jewgenij und den Eltern ein kleines Häus
chen. Das karottenfarbige Domizil liegt unüber
sehbar unterhalb des Bahndamms auf der Bahn
strecke Freilassing – Salzburg. Mit viel Humor,
Verve und Fleiß kämpfen sich die Diez voran, doch
dann kassieren sie einige herbe Rückschläge, wie
V E R A N S TA LT U N G E N
z.B. das Hochwasser vom Juni 2010 (Text: Studio
west. Independent Film).
↪ Jurij Diez
(geb. 1981 in Nowo-Donezk/
22 Kasachstan) ist Theater- und
Filmregisseur und Schauspieler.
Seit 2002 lebt und arbeitet er in
Deutschland.
Zu seinem Repertoire gehören
zahlreiche Rollen in Stücken
aus klassischem und modernem
Theater sowie Mono-Stücke, mit
denen er weltweit zu Festivals, unter anderem zum Thea-
terfestival auf dem Broadway (New York/USA), eingeladen
wurde. Darüber hinaus führte er Regie in mehrsprachigen
Inszenierungen in der Ukraine, in Russland und in China.
2015 wurde Jurij Diez als Bester männlicher Schauspieler
beim Festival für zeitgenössisches Theater (Astrachan) und
2018 für Beste Regie beim Theaterfestival „Turgenev Fest“
(Sankt Petersburg) ausgezeichnet.Das schmeckt ja wie zu Hause andreas otto weber / brigitte steinert / patricia erkenberg (hrsg.) Kann Spuren von Heimat enthalten Typische Rezepte der Deutschen aus dem östlichen Europa Hardcover mit Leseband, 156 Seiten, mit zahlreichen Farbabbildungen 19,90 Euro ISBN 978-3-86222-217-9 www.volkverlag.de
15. JANUAR BIS 28. FEBRUAR 2020
Ausstellung
(Nicht) gekommen um zu bleiben. Braunau
– Forchheim – Broumov. Vertreibung – Paten-
schaft – Partnerschaft
Ausstellung des Heimatkreises Braunau/Sudetenland e.V.
(Forchheim/Oberfranken)
Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
V E R A N S TA LT U N G E N
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr
→ 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges
zum 75. Mal. Als Folge des Weltkrieges kamen
Millionen Flüchtlinge und Vertriebene nach
Bayern, darunter besonders viele Menschen aus
24 Böhmen, Mähren und Schlesien. Die Ausstellung
„(Nicht) gekommen um zu bleiben“ zeigt exempla
risch anhand der beiden Städte Braunau/Broumov
im heutigen Tschechien und Forchheim in
Franken die Entwicklung in der Nachkriegszeit.
Denn Anfang 1946 landeten viele der deut
schen Bewohner von Stadt und Land Braunau in
Forchheim. Bereits 1952 entstand hier der Verein
„Heimatkreis Braunau“ mit Dr. Ernst Kähler als
erstem Heimatkreisbetreuer. Nur drei Jahre später
übernahm die Stadt Forchheim die Patenschaft
über Stadt und Kreis Braunau. Forchheim ist
damit eine von vielen bayerischen Städten, die
sich für eine solche Patenschaft entschieden. Es
war ein Zeichen der Solidarität mit den Vertriebe
nen und trug maßgeblich zum Erhalt des Kultur
guts aus deren Heimat bei. In den 1990er Jahren
wurden aus vielen dieser Patenschaften lebendige
Städtepartnerschaften – so auch zwischen Forch
heim und dem tschechischen Broumov.
Auch wenn noch einige Zeit nach 1946 für
viele vertriebene Braunauer das Ziel die Rückkehr
in die Heimat war, kann die Ausstellung heute
einen erfolgreichen, wenn auch langen Weg von
der Integration damals zur Verständigung heute
aufzeigen.D I E N S TA G , 1 4 . J A N U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 0 0 U H R
Eröffnungsveranstaltung
→ Zur Ausstellungseröffnung spricht die Kuratorin der
Ausstellung Christina Meinusch M.A. (Würzburg)
V E R A N S TA LT U N G E N
25
Festakt auf dem Forchheimer Marktplatz anlässlich der
Patenschaftsübernahme, 1955AB OKTOBER 2019
Dauerausstellung
Das ‚Who is Who‘ der Deutschen aus dem
östlichen Europa, Folgen 4 und 5
Ausstellungsort: Direktionsflur 1. Stock, Haus des Deutschen
Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
→ Nach längerer Pause können wir Ihnen wieder
unsere Dauerausstellung „Das ‚Who is Who‘ der
Deutschen aus dem östlichen Europa“ im ersten
V E R A N S TA LT U N G E N
Stock des HDO präsentieren. 105 Biografien waren
in den Folgen 1 bis 3 bereits zu sehen, in der Folge 4
zeigen wir erneut die nächsten 35 Lebensbilder.
Darunter zu finden sind unter anderem der Wider
standskämpfer Helmut James Graf von Moltke
26 (geb. 1907 in Kreisau/Krzyżowa, Schlesien), die
Chemikerin Clara Haber (geb. 1870 in Polkendorf/
Wojczyce, Schlesien), der Maler und Bildhauer
Markus Lüpertz (geb. 1941 in Reichenberg/Libe
rec, Böhmen) und die Schauspielerin Christel
Peters (geb. 1916 in Swinemünde/Świnoujście,
Pommern).
Ab Mitte März 2020 wird dann bereits die Folge 5
mit 35 neuen Lebensbildern zu sehen sein. Es
erwarten Sie unter anderem die Biografien von
Moderator Peter Lustig (geb. 1937 in Breslau/
Wrocław, Schlesien), der Schlagersängerin Lena
Valaitis (geb. 1943 in Memel/Klaipėda, Ostpreu
ßen) und des Astronomen Maximilian Hell (geb.
1720 in Schemnitz/Banská Štiavnica, Ungarn).
Die Sammlung erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit. Vielmehr soll sie beispielhaft die
Vielfalt des Schaffens der unterschiedlichsten
Personen aus den verschiedenen Herkunftslän
dern der Deutschen des östlichen Europa durch
die Jahrhunderte zeigen und den einen oder ande
ren Aha-Effekt des Wiedererkennens oder des neu
Kennenlernens erzielen.
Rechte Seite: Bildtafeln aus der Dauerausstellung
„Das ‚Who is Who‘ der Deutschen aus dem östlichen Europa“V E R A N S TA LT U N G E N 27
M O N TA G , 1 3 . J A N U A R 2 0 2 0 , 2 0 . 0 0 U H R
Zeitzeugengespräch
Der erste Staatsbesuch: Václav Havel
in München
Teilnehmer: Bernd Posselt (MdEP a.D. und Sprecher der
Sudetendeutschen Landsmannschaft), Milan Horáček (MdEP a.D.)
und Michael Žantovský (Direktor der Václav-Havel-Bibliothek)
Moderation: Daniel Brössler (Süddeutsche Zeitung)
Veranstaltungsort: Literaturhaus München
V E R A N S TA LT U N G E N
→ Am 29. Dezember 1989 wurde Václav Havel zum
tschechoslowakischen Präsidenten gewählt. Der
Dichter auf dem Präsidentenstuhl wurde zu einer
der Ikonen der Samtenen Revolution. Schon vier
Tage später, am 2. Januar 1990, trat er seine erste
28 Auslandsreise nach Deutschland an und besuchte
dabei auch München, das für die tschechische
Geschichte ein besonderer Ort ist. Die Reise war
kein gewöhnlicher Staatsbesuch, sondern ein
symbolischer Akt. Wie kam sie so schnell zu Stan
de? Was für Intentionen standen dahinter? Und
wie war Václav Havel als Novize der Weltpolitik? Es
erinnert sich ein prominent besetztes Podium, das
die Reise und ihre Wirkung damals miterlebt hat.
↪ Bernd Posselt (MdEP a.D.) ist Sprecher und Bundes-
vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und
war von 1994 bis 2014 Mitglied des Europäischen Parla-
ments für die CSU. Als Mitarbeiter von Otto von Habsburg
war er einer der Mitorganisatoren des Paneuropäischen
Picknicks im Sommer 1989. Heute ist er Präsident der
Paneuropa-Union Deutschland.
↪ Milan Horáček (MdEP a.D.) wurde in der Tschechoslo-
wakei geboren und emigrierte nach den Ereignissen um
den Prager Frühling 1968 in die Bundesrepublik. Er ist
Gründungsmitglied der Partei Die Grünen und vertrat sie
sowohl im Deutschen Bundestag, als auch 2004 – 2009 im
Europäischen Parlament. In den 1990er Jahren gehörte er
zum Beraterstab Václav Havels. Seit 2014 ist er Mitglied
des BdV-Präsidiums.↪ Michael Žantovský ist Psychologe, Übersetzer, Diplo-
mat und Direktor der Václav-Havel-Bibliothek in Prag.
Er gehört zu den Mitbegründern des Bürgerforums
(Občanské fórum) in der Tschechoslowakei und wurde
1990 zum Sprecher und politischen Berater von Václav
Havel. Von 1996 bis 2002 war er Mitglied des Senats des
Parlaments der Tschechischen Republik. Seit 2015 leitet
er die Václav-Havel-Bibliothek.
→ Eintritt: 12,- € / 8,- € (auch für ASV-Mitglieder)
V E R A N S TA LT U N G E N
→ Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstal-
tungsreihe „Havel in München“ des Adalbert
Stifter Vereins e. V., München, der Václav-Havel-
Bibliothek, Prag, und des Tschechischen
Zentrums München
29
In Kooperation mit:
Helmut Kohl, Václav Havel, Richard von Weizsäcker,
Márian Čalfa, Hans-Dietrich Genscher, Jiří DienstbierD I E N S TA G , 1 1 . F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 0 0 U H R
Vortrag
Die große Pommernkarte Eilhard Lubins
von 1618 – ein kartographisches Meisterwerk
aus der Ära der Bayerischen Landtafeln
Philipp Apians
Referent: Dr. Jürgen Hamel (Barth)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
V E R A N S TA LT U N G E N
→ Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gab es ver
stärkt Bemühungen zur kartographischen Darstel
lung kleinerer und größerer Herrschaftsgebiete.
Sie stehen im Zusammenhang mit dem Aufbau
fürstlicher Wunderkammern. Himmels- und
30 Erdgloben brachten Himmel und Erde in die
fürstliche Studierstube, Landkarten fügten das
eigene Herrschaftsgebiet hinzu.
Bei den bayerischen Landtafeln Philipp Apians
(um 1568) sowie bei der etwa fünfzig Jahre später
erstellten großen Pommernkarte Eilhard Lubins
(1565 – 1621) handelt es sich um herausragende
Resultate dieser Bestrebungen.
Die Pommern-Karte des Rostocker Professors
Eilhard Lubin wurde 1618 im Auftrag des Pom
merschen Herzogs Philipp II. er
stellt. Noch heute erstaunt die
Präzision der Wiedergabe der
Städte, Dörfer, Flüsse und Seen auf
der 2,20 × 1,25 m großen Karte.
Doch die Karte ist auch ein Kunst
werk mit Porträts der Fürsten von
Rügen und der Herzöge von Pom
mern, erzählt zudem die Geschich
te Pommerns, zeigt kleine Städte
bilder und Wappen der adligen
Familien und nennt sogar die in
Pommerschen Gewässern leben
den Fische. Sie ist ein oft kopiertes,
doch lange unerreichtes Meister
werk der Kartographie.↪ Dr. Jürgen Hamel
(geb. 1951 in Stralsund) arbeite-
te, nach dem Studium der Philo-
sophie und Geschichte in Leipzig,
an der Archenhold-Sternwarte
in Berlin und promovierte mit
einem Thema zur Frühgeschichte
der Astrophysik. Des Weiteren
wirkte er unter anderem an der
Herausgabe der Gesammelten
Werke von Copernicus und Kepler mit. Jürgen Hamel ist
V E R A N S TA LT U N G E N
Mitherausgeber der wissenschaftlichen Schriftenreihe
„Acta Historica Astronomiae“, Chefredakteur der Zeitschrift
„Astronomie+Raumfahrt im Unterricht“ und seit 2019 des
Jahrbuchs „Baltische Studien“ der Gesellschaft für Pom-
mersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst.
31
In Kooperation mit:
Gesellschaft für pommersche Geschichte,
Altertumskunde und Kunst e. V.
Große Lubinsche Karte/NOVA ILLUSTRISSIMI PRINCIPATUS POMERANIÆ
DESCRIPTIO cum adjunctà Principum Genealogià et Principum veris et
potiorum Urbium imaginibus et Nobilium insignibus, Eilhard Lubinus, 1618D I E N S TA G , 1 0 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Buchpräsentation
„900 Jahre jüdisches Leben in Schlesien“ (2018)
Referent: Professor Dr. Arno Herzig (Hamburg)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
→ Hatten sich Juden bereits vor 1600 auf dem Terri
torium Schlesiens niedergelassen, so kam es seit
dem 17. Jahrhundert zu einer neuen jüdischen
V E R A N S TA LT U N G E N
Zuwanderung in diese Region. Sie ging von Polen,
Böhmen und Mähren aus. Diese erstarkte jüdische
Bevölkerungsgruppe stellte eine bedeutende
Wirtschaftskraft dar, von der vor allem der schlesi
sche Adel profitierte. Seit dem Ende des 18. Jahr
32 hunderts verbreitete sich unter der jüdischen Elite
Schlesiens die Aufklärung, die mit ihrer Emanzi
pation und Akkulturation einherging. Auch die
Entwicklung der jüdischen Religion war fortan von
einem Nebeneinander von Orthodoxie und Reform
geprägt. Unter dem Vorzeichen der wirtschaftli
chen und sozialen Moderne vollzog sich zeitgleich
der Aufstieg der Juden in Wirtschaft und Gesell
schaft. Seit dem 19. Jahrhundert war das Bürger
tum in Schlesien entscheidend durch seine jüdi
schen Vertreter geprägt. Ein Faktor, der diese
Entwicklung behinderte, war der schichtenüber
greifende deutsche und polnische Antisemitis
mus, der am ökonomischen Erfolg und gesell
schaftlichen Aufstieg
der jüdischen Mitbürger
Anstoß nahm. Die NS-
Herrschaft stellte einen
tiefen Einschnitt im Leben
der Juden in Schlesien
dar: Die offizielle Politik
war gekennzeichnet von
einer Verdrängung der
Juden aus allen Sphären
des politischen und gesell
schaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Der Holocaust und
die physische Vernichtung der überwiegenden
Mehrheit der jüdischen Bevölkerung setzte dem
jüdischen Leben in Schlesien vorübergehend ein
Ende. Nach 1945 kam es zwar zu einer Renais
sance des „jüdischen Schlesiens“; an die Zeit vor
1933 konnte allerdings nicht mehr angeknüpft
werden.
In seinem Buch zeichnet Arno Herzig diese
jahrhundertelange facettenreiche Geschichte
der Juden in Schlesien nach.
V E R A N S TA LT U N G E N
↪ Professor Dr. Arno Herzig
(geb. 1937 in Albendorf/Graf-
schaf Glatz) ist Historiker mit
dem Schwerpunkt Frühe Neu-
zeit. Nach dem Studium von 33
Geschichte, Germanistik und
Geographie lehrte er von 1979
bis 2002 am Historischen Semi-
nar der Universität Hamburg.
Arno Herzig publizierte zur
deutschjüdischen Geschichte sowie zur Reformations-
und Konfessionsgeschichte. Von ihm liegen u.a. vor: Jüdi-
sche Geschichte in Deutschland von den Anfängen bis
zur Gegenwart (1997, 2002, 2005); Jüdisches Leben in
Deutschland (2010); Das Interesse an den Juden in der
Frühen Neuzeit (2012); Die Geschichte der Juden in
Deutschland (2007, 2013); Schlesien. Das Land und seine
Geschichte in Bildern, Texten und Dokumenten (2008,
2009, 2013). Für seine Aufsätze und Monographien zur
Geschichte Schlesiens erhielt er im Jahre 2010 den
„Kulturpreis Schlesien“ des Landes Niedersachsen.
→ Eine Veranstaltung im Rahmen der Woche der
Brüderlichkeit 2020
In Kooperation mit:D O N N E R S TA G , 1 2 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 3 0 U H R
Buchpräsentation und Vortrag
„Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg.
Konzeption, Bau und Nutzung der modernsten
europäischen Fürstenresidenz um 1400“
(2019)
Referent: Professor Dr. Christofer Herrmann (Berlin)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
V E R A N S TA LT U N G E N
→ Der Hochmeisterpalast auf der Marienburg diente
133 1 –1457 als Residenz für das Oberhaupt des
Deutschen Ordens. Nach einem großartigen Er
weiterungsbau 1380 –1396 zählte der Palast zu
den herausragenden, modernsten und stilistisch
34 eigenwilligsten Bauten seiner Art in Europa. Er
war Ort für Repräsentation, Verwaltung und das
private Wohnen eines mittelalterlichen Fürsten,
ausgestattet mit dem höchsten Wohnkomfort
seiner Zeit und zahlreichen technischen Innovati
onen. Hierzu gehörten eine zentrale Warmlufthei
zung, bequem zugängliche Toiletten, Wasserver
sorgung und versteckte Dienergänge, über die die
Gäste des Hochmeisters mit ‚unsichtbarer Hand‘
Getränke und Konfekt gereicht bekamen. In zahl
reichen Sälen (‚Remtern‘) fanden Verhandlungen,
Ständetage, Schiedsgerichte, Ratssitzungen und
Audienzen statt.
Christofer Herrmann hat die Baugeschichte bis
ins Detail rekonstruiert. In seinem Buch zeigt er
die europäischen Bezüge des Hochmeisterpalastes
auf und zeichnet das Leben hinter den Palastmau
ern nach. Der Band ist mit zahlreichen histori
schen und aktuellen Fotos, Zeichnungen und
Plänen ausgestattet.↪ Professor Dr. Christofer Herrmann
(geb. 1962 in Mainz) studierte
Kunstgeschichte, deutsche
Volkskunde, Slawistik und Politik-
wissenschaft an der Johannes-
Gutenberg-Universität Mainz.
1995–2006 war er außerordent-
licher Professor am Lehrstuhl
für Germanistik der Universität
Allenstein/Olsztyn (Polen). 2005
habilitierte er sich an der Universität Greifswald mit einer
V E R A N S TA LT U N G E N
Arbeit über „Mittelalterliche Architektur im Preußenland“.
Seit 2006 ist er außerordentlicher Professor am Institut
für Kunstgeschichte der Universität Danzig/Gdańsk (Polen).
Von Christofer Herrmann liegen u.a. vor: Burgen im Ordens-
land Preußen. Handbuch zu den Deutschordens- und
Bischofsburgen in Ost- und Westpreußen (2015); Die 35
mittelalterliche Architektur im Preußenland (2007).
In Kooperation mit:D O N N E R S TA G , 1 9 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Lesung
„Humboldtstraße Zwei“ (2016)
Referent: Harald Gesterkamp (Bonn)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
→ Das Schicksal einer deutschen Familie zwischen
1934 und 2014: Erich Plackwitz ist in den Dreißi
gerjahren als Richter am Amtsgericht in Jauer,
V E R A N S TA LT U N G E N
einer Kleinstadt in Schlesien, tätig. Er verachtet
Hitler und den Nationalsozialismus, dennoch
muss er hilflos zusehen, wie sich Deutschland vom
Rechtsstaat immer mehr zum Unrechtsstaat ent
wickelt. Seine Tochter Elise verlebt eine schöne
36 Jugend im Elternhaus, gelegen in der Humboldt
straße Nr. 2; sie verliert dieses Zuhause nach
Schule, Studium und Flakhelferinneneinsatz.
Nach dem Krieg fasst sie in Westdeutschland Fuß,
macht eine Ausbildung, heiratet und gründet eine
Familie. Doch die Sehnsucht nach Schlesien bro
delt weiter in ihr. Ihr Sohn Andreas kann das nicht
nachvollziehen. Erst als seine Mutter alt ist und
mit einer tödlichen Krebsdiagnose konfrontiert
wird, beginnt er sich für ihre Lebensgeschichte zu
interessieren. Ein altes Kriegstagebuch der Mutter
hilft dabei.
„Humboldtstraße Zwei“ ist ein ausdrucksstar
ker Roman, der das Leben einer schlesischen
Familie und zugleich das Leben in Deutschland,
ausgehend von der Zeit des Nationalsozialismus,
des Krieges und der Vertreibung über die Nach
kriegszeit bis in die Gegenwart, schildert.V E R A N S TA LT U N G E N
37
↪ Harald Gesterkamp
(geb. 1962 in Münster) ist Autor und Journalist. Er war viele
Jahre leitender Redakteur beim Amnesty Journal und ist
seit 2002 Redakteur beim Deutschlandfunk. „Humboldt-
straße Zwei“ ist sein erster Roman. Seine Großeltern und
seine Mutter stammen aus Niederschlesien.F R E I TA G , 2 1 . F E B R U A R 2 0 2 0 , 1 8 . 3 0 U H R
Konzert
„Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ - Heitere,
ironische und nachdenkliche Lieder und Texte
aus dem „Milljöh“
Künstler: Brigitte Steinert (Gesang und Moderation) und
Professor Dr. Kilian Sprau (am Flügel)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
V E R A N S TA LT U N G E N
→ „Wir haben noch einen Koffer in Berlin“ – gefüllt
mit Liedern und Texten von Bert Brecht und Kurt
Weill, Friedrich Hollaender, Walter und Willi Kollo,
Ralph Benatzky, Ralph Maria Siegel, Kurt Tuchols
ky und Erich Kästner. Ein zumeist heiteres, ironi
38 sches und manchmal auch nachdenkliches Porträt
der großen Stadt Berlin und ihrer Menschen aus
dem „Milljöh“.
↪ Brigitte Steinert
studierte Bibliothekswesen an der heutigen Bibliotheks-
akademie in München, Gesang und Operndarstellung am
Richard-Strauss-Konservatorium und erwarb berufsbeglei-
tend eine Zusatzqualifikation zur Kulturmanagerin. Am HDO
war sie seit 1991 als Leiterin der Bibliothek tätig. Von 2009
bis 2018 übernahm sie dazu das Sachgebiet Öffentlich-
keits-, Medien- und Pressearbeit und war stellvertretende
Direktorin des Hauses. Viele Jahre war sie Mitglied des
Extrachores der Bayerischen Staatsoper und ist u.a.
Mitautorin der Ratgeber „Beruf Opernsänger“ (2002)
und „Singing Opera in Germany“ (2005).V E R A N S TA LT U N G E N
↪ Professor Dr. Kilian Sprau
studierte Klavier an der Münchner Hochschule für Musik
und Theater und am Mozarteum Salzburg. Meisterkurse in
Solo- und Liedklavierspiel ergänzten seine Ausbildung. Er
ist Preisträger u.a. des Internationalen Wiener Pianisten- 39
wettbewerbs (3. Preis 2007) und des Internationalen
Brahms-Wettbewerbs Pörtschach (Sonderpreis Liedbeglei-
tung 2008). Kilian Sprau unterhält eine rege Konzerttätig-
keit mit verschiedenen Sängern. Mehrere CD-Einspielungen
dokumentieren seine künstlerische Tätigkeit. Er ist Autor
verschiedener Publikationen zum Thema Kunstlied, u.a.
Co-Autor der 2008 erschienenen Neufassung von „Reclams
Liedführer“. Derzeit leitet er an der Universität der Künste
Berlin ein Forschungsprojekt zu Aufführungsaspekten des
spätromantischen Kunstlieds. Er ist am selben Haus Pro-
fessor für Musiktheorie; am Institut für Gesang und Theater
der Münchner Musikhochschule hat er einen Lehrauftrag
für „Poesie und Musik“.
→ Seit vielen Jahren unternehmen Brigitte Steinert
und Kilian Sprau musikalische Ausflüge in die
Welt der Chansons und Kabarettlieder
→ Anmeldung telefonisch unter 089-449993-0 oder
per E-Mail unter poststelle@hdo.bayern.de
erforderlichF R E I TA G , 2 7 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 9 . 0 0 U H R
Konzert
Opernwettbewerb „Gabriela Beňačková“
mit jungen Talenten
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5,
81669 München
→ Der internationale Gesangswettbewerb „Gabriela
Beňačková“, benannt nach der legendären Sopra
nistin, ist ein Prestigeereignis, das in München
V E R A N S TA LT U N G E N
Tradition hat. In der ersten Runde des Wettbe
werbs präsentieren junge Teilnehmer und Teil
nehmerinnen ihr Können und interpretieren
Opernarien von Weltrang.
Die preisgekrönte Sopranistin Gabriela
40 Beňačková ist eine der international bekanntesten
Opernsängerinnen, regelmäßig zu Gast in den
großen Opernhäusern der Welt, so etwa im Royal
Opera House in Covent Garden, in der Usher Hall
in Edinburgh oder in der Metropolitan Opera inNew York. Sie ist nicht nur Namensgeberin des
Wettbewerbs, sondern auch Präsidentin und
Vorsitzende der Jury.
Für diesen Wettbewerb, der zu den größten
zeitgenössischen Opernwettbewerben der Welt
zählt, bewerben sich jährlich hunderte junge
Sänger und Sängerinnen aus allen Ländern. Die
erste Runde mit Klavierbegleitung findet in Metro
polen wie Wien, Budapest, München, Warschau,
Moskau, Budapest, Ljubljana, Gotha oder Prag
statt. Das Konzert am 27. März gehört zur ersten
V E R A N S TA LT U N G E N
Runde des Wettbewerbs.
→ Anmeldung telefonisch unter 089/449993-0 oder
per E-Mail unter poststelle@hdo.bayern.de
erforderlich
In Kooperation mit: 41D O N N E R S TA G , 3 0 . J A N U A R 2 0 2 0 , 1 5 . 0 0 U H R
Erzählcafé
Dr. Renate von Walter im Gespräch mit …
Brunhilde Reitmeier-Zwick
Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)
Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO
↪ Brunhilde Reitmeier-Zwick
V E R A N S TA LT U N G E N
ist seit vielen Jahren die Bundesvorsitzende der Karpaten-
deutschen Landsmannschaft Slowakei e.V. Doch sie setzt
sich nicht nur für die Anliegen der Karpatendeutschen in
Deutschland ein, sondern engagiert sich auch für die
Aussöhnung der Karpatendeutschen mit der slowakischen
Bevölkerung und reist mehrmals im Jahr in die Slowakei.
42
Daneben saß sie mehrere Jahre im BdV-Landesvorstand
Bayern und ist nun Mitglied des BdV-Bundesvorstandes.
Auch in ihrer Heimatstadt Höhenkirchen-Siegertsbrunn
engagiert sie sich in vielen Bereichen. Im Jahr 2016 wurde
sie dafür mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienst-
ordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Brunhilde Reitmeier-Zwick arbeitet für die Bayerische
Staatszeitung.D O N N E R S TA G , 1 2 . M Ä R Z 2 0 2 0 , 1 5 . 0 0 U H R
Erzählcafé
Dr. Renate von Walter im Gespräch mit …
Waldemar Weber
Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)
Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO
↪ Waldemar Weber
V E R A N S TA LT U N G E N
ist Autor, Übersetzer und Verleger. Er wurde 1944 in Sarbala
in Westsibirien (Russland) als Sohn russlanddeutscher
Eltern geboren und studierte Germanistik und Slawistik
in Moskau. In den 1990er Jahren war er unter anderem
Dozent an der Gorki-Literaturhochschule für angehende
Literaten (Moskau) sowie Gastprofessor in Graz, Innsbruck
43
und Wien. Im Jahr 2000 gründete er den Waldemar-Weber-
Verlag (Augsburg), in dem Sachbücher zur Geschichte der
Deutschen aus Russland und zu historischen und kulturel-
len Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Russ-
land, aber auch Lyrik und Prosa auf Deutsch und Russisch
erscheinen.
Waldemar Weber hat zahlreiche deutschsprachige Autoren
ins Russische übersetzt, darunter Ingeborg Bachmann,
Joseph von Eichendorff, Johann Wolfgang von Goethe und
Georg Trakl. Zu seinen eigenen Werken gehören mehrere
Lyrik- und Essaybände, unter anderem der Gedichtband
„Scherben“ (2006).MIT TWOCH, 26. FEBRUAR 2020,
UM 11.30 UHR, 16.30 UHR, 19.30 UHR
Traditionen
Fischessen am Aschermittwoch
Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO
→ Am Aschermittwoch beginnt die Zeit der Buße
und des Fastens, die bis zum Ostersonntag dauert.
Schon sehr früh verbot die katholische Kirche an
diesem Tag den Fleischverzehr. Als Alternative
V E R A N S TA LT U N G E N
dazu wählten die Gläubigen das Fischessen. Dieser
Brauch markiert symbolisch die Grenze zwischen
Fasching und Fastenzeit. Auch unter den Deut
schen im östlichen Europa, wie in den katholi
schen Gebieten des Sudetenlandes, wurde er
44 gepflegt. Welcher Fisch an diesem Tag zubereitet
wurde, konnte von einem Gebiet zum anderen
unterschiedlich sein. Während es manchenorts
hierfür keine genauen Regeln gab, durfte in
anderen nur Hering gegessen werden, sodass
der Aschermittwoch auch „Heringstag“ genannt
wurde.
Diese Tradition hält die Wirtin der HDO-Gast
stätte „Zum Alten Bezirksamt“, Annerose Kloos,
aufrecht. Ob Lachs mit Kräuterkruste, Seelachs
filet mit Weißweinsoße oder gefüllte Forelle aus
dem Ofen – am Aschermittwoch verwöhnt sie ihre
Gäste mit Fischgerichten aus ostdeutscher und
bayerischer Tradition.
→ Anmeldung per E-Mail unter
poststelle@hdo.bayern.de erforderlichSie können auch lesen