WARTEN - ERWARTEN Das Pfarrmagazin der Seelsorgeeinheit Strohgäu - Ausgabe Nr. 4 | Dezember 2020 - Die katholische Kirchengemeinde ...
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IMPRESSUM Die Welt, so wie sie jetzt ist, wartet und
ist voller Erwartungen. Bisher dachten
»impuls – am puls« ist das Pfarr- viele, dass wir mit Wissenschaft und
magazin der katholischen Kirchen- Technologie alles im Griff hätten. Aber
gemeinden Korntal, Möglingen, die Zeit hat das Gegenteil bewiesen.
Münchingen mit Hemmingen und Der Mensch ist vielfach hilf- und macht-
Schwieberdingen. los. In den letzten Monaten ist die Luft
in verschiedenen Teilen der Welt von
Die Verteilung erfolgt kostenlos, schrecklichen Nachrichten über Infekti- Francis Chukwudi Ihemeneke,
dreimal im Jahr, an alle katholi- onen, Hunger, Angst/Spannung, religiö- Pfarrvikar
schen Haushalte der Seelsorgeein- sen Fanatismus, Rassendiskriminierung,
heit Strohgäu. gewalttätigen und gewaltlosen Protesten, Tötungen oder Todesfäl-
len erfüllt. Trotz aller Anstrengungen scheinen Weisheit, Stärke und
Darüber hinaus ist das Pfarrmaga-
Reichtum nicht zu helfen,
zin in digitaler Form jederzeit über
die Internetseiten der Gemeinden Inmitten dieser großen Herausforderungen wartet die Welt jedoch ge-
abrufbar. duldig auf Lösungen für ihre Probleme. Während wir zu den mensch-
lichen Trägern aufblicken, warten auch wir als Christen geduldig auf
HERAUSGEBER: »Ihn«, in Erwartung seiner Führung, seiner Barmherzigkeit und Liebe.
Kath. Seelsorgeeinheit Strohgäu Dies ist ein Ausdruck unseres Glaubens und unserer Hoffnung auf
Danziger Straße 19 Gott. Unser Warten und Erwarten sollten jedoch nicht passiv sein.
70825 Korntal-Münchingen Wenn wir in eine bessere Zukunft blicken wollen, müssen auch wir
Telefon: 07150 91323-0 unseren Teil zur Verbesserung der Welt beitragen. Die Bibel berichtet
E-Mail: Stjoseph.muenchingen@drs.de uns von einer großen Zahl von Männern und Frauen, deren Leben uns
besonders in dieser Zeit des Wartens ermutigen sollte, denn auch sie
REDAKTION: haben gewartet, während sie taten, was sie tun sollten, und Gott hat
Pfarrer Michael Ott (V.i.S.d.P.) sich in ihrem Leben bewährt. Wir beten, dass Gottes Reich kommen
Heidi Behr möge und dass sein Wille auf Erden wie im Himmel geschehen möge.
Andrea Burghardt
Karsten Domnick Halten Sie die Regeln ein! Beten Sie wie nie zuvor! Bleiben Sie gesund!
Ruth Heitkamp
Beate Hofmann
Marcel Krämer
Christof Mosler
Jochen Theurer
Regina Wiendahl
Sie haben Fragen, Wünsche oder
Anregungen? Dann wenden Sie sich
bitte an das Redaktionsteam.
HAFTUNGSAUSSCHLUSS:
Namentlich gezeichnete Beiträge
geben nicht in jedem Fall die Mei-
nung des Herausgebers oder der
Redaktion wieder. [2]Heilige Nacht
In der heiligen Nacht kommt Gott in unser Leben,
um uns durch das Dunkel zu tragen in sein Licht,
um uns aus der Einsamkeit zu holen in sein Du,
um uns neue Lebenswege zu zeigen zu ihm hin.
Er wartet, dass wir uns öffnen.
Irmela Mies-Suermann
In: Pfarrbriefservice.de
[3]Warten – Erwarten
Die Voraussetzungen waren denkbar schlecht: Schwanger, unverheiratet, gerade mal 14 Jahre alt,
vielleicht etwas älter. Dazu lebte sie in einem kleinen Dorf, weit weg von der Großstadt. Jeder kennt
jeden, jeder weiß alles über seinen Nachbarn und erzählt alles weiter, »Das Bäuchlein kommt aber nicht
vom vielen Essen…«.
Ich glaube, Maria hat sich einen gehen. Er könnte noch fliehen, sich Und genau an dem Punkt hätte ich
anderen Start in das Erwachsenen- durch die Nacht nach Norden ab- mir von den Jüngern mehr von Ma-
leben vorgestellt. Wie sie es sich setzen, tut es aber nicht. Die Jünger rias Erwartung auf das Wirken Got-
vorgestellt hat, da schweigt die hingegen sind nach der Überlie- tes gewünscht.
Bibel. Dass es schwer war, klingt ferung keine Superhelden, weit
aber bei Matthäus durch: Josef, ihr davon entfernt zu wirken wie die Und genau an dem Punkt wünsche
Verlobter, will sich aus dem Staub Apostelstatuen in unseren altehr- ich mir auch für uns Marias Stärke,
machen, er will Maria zwar nicht würdigen Kirchen, die streng und einfach Gottes Wirken in der Welt
bloßstellen, aber er muss tief ent- ernst auf die Gläubigen herab- zu erwarten.
täuscht gewesen sein. Ein Kucku- schauen. Vorösterlich eher ein To-
ckskind großziehen, das nicht von talausfall, zu müde und zu kaputt Karsten Domnick
ihm ist, nein, das wollte er wirklich oder vielleicht auch vollkommen
nicht. Alleinerziehend in Galiläa, ahnungslos, was sie in Jerusalem
hoch oben in den Bergen, am Ran- ausgelöst haben, schlafen sie ein.
de des Römischen Reiches, sind Als es dann ernst wird, fliehen sie
keine guten Aussichten für ein in die Dunkelheit, einer sogar ohne
halbwegs angenehmes Leben. Erst Obergewand, fast nackt. Später
das Erscheinen eines Engels veran- verleugnet sich noch Petrus und
lasst ihn, Maria zu sich zu nehmen. auf den letzten Schritten zur Hin-
Aber so richtig wie »Ehe« klingt das richtungsstätte und unter dem
am Anfang noch nicht, eher nach Kreuz fehlen die Jünger (zumindest
einer schwierigen Beziehung. in den ersten drei Evangelien).
Eine Reaktion Marias ist uns nur Am Abend des Karfreitags ist für
bei Lukas überliefert. Ihre Antwort die Jünger keine Erwartung auf ein
auf die Botschaft des Engels lautet Wirken Gottes da, für sie fühlt es
schlicht und einfach: »Siehe, ich bin sich an wie das Ende. Da oben in
die Magd des Herrn; mir geschehe, Galiläa hatten sie eine tolle Zeit,
wie du es gesagt hast«. Umfassen- die Hoffnung auf den Messias, den
der kann man sein Gottvertrauen neuen König, das Ende der Fremd-
nicht ausdrücken, klarer kann man herrschaft und der Beginn einer
nicht antworten. Egal was im Le- neuen Zeit. Das klang alles so hoff-
ben auf mich zukommt, mir ge- nungsvoll, so gut - und nun war
schehe nach Deinem Willen. Maria alles zu Ende. Vollkommen depri-
erwartet das Wirken Gottes. miert verstecken sich die Jünger,
die ersten verlassen schon Jerusa-
Ca. 30 Jahre später bittet Jesus lem und machen sich auf den Weg
seine Jünger am Ölberg, mit ihm nach Emmaus. Es war alles aus. Das
zu beten und zu warten. Jesus ist war das Ende.
fest davon überzeugt, seinen Weg
mit Gott bis zum bitteren Ende zu
[4]Diese Antwort Marias ist auch
heute noch beeindruckend. Weil
für Gott nichts unmöglich ist,
vertraut sie dem Wort des En-
gels. Die Katholische Kirche be-
tet dies seit dem 13. Jahrhundert
im sogenannten Angelus-Gebet
und erinnert dabei täglich an
die Menschwerdung Christi und
Marias Reaktion auf die Verkün-
digung des Engels. Dazu läuten
in vielen unserer Kirchen die
Glocken, morgens, mittags und
abends.
»Der Engel des Herrn brachte Ma-
ria die Botschaft, und sie empfing
vom Heiligen Geist
Gegrüßet seist du, Maria, …
Maria sprach: Siehe, ich bin die
Magd des Herrn; mir geschehe
nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria …
Und das Wort ist Fleisch gewor-
den und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria …
Bitte für uns, heilige Gottesmut-
ter, dass wir würdig werden der
Verheißungen Christi.
Lasset uns beten! Allmächtiger
Gott, gieße deine Gnade in un-
sere Herzen ein. Durch die Bot-
schaft des Engels haben wir die
Menschwerdung Christi, deines
Sohnes, erkannt. Lass uns durch
sein Leiden und Kreuz zur Herr-
lichkeit der Auferstehung ge-
langen. Darum bitten wir durch
Christus, unseren Herrn. Amen.«
[5]Wer wartet der lebt
Warten – damit verbinden wir als wir denken. Der Wartende ist
nicht wirklich etwas Positives. der Geduldige.
Man wartet auf den Bus, auf
eine Postsendung, auf ewig Was motiviert Menschen zum War-
unpünktliche Mitbürger. Wir ten? Nach dem Arzttermin wäh-
warten ab und das finden wir rend wir im Wartezimmer sitzen,
eigentlich so gar nicht gut. sehnen wir uns wahrscheinlich
nicht augenscheinlich. Aber viel-
Wer steht schon gerne im Stau leicht nach der Gesundheit, die wir
oder mag Warteschlangen? Je- uns von ihm erhoffen. Wenn ein
der möchte die Dinge, die anfallen Mensch zu einem anderen sagt
schnell erledigen. Denn Warten ist »ich warte auf dich«, weil dieser
etwas, das man tun muss, bis das vielleicht noch nicht bereit ist, sich
kommt, was man eigentlich tun für eine Beziehung oder Ehe zu bin-
will. den, drückt es einerseits ein großes
Vertrauen aus, dass es sich »lohnt«
Wagen wir doch einfach mal einen zu warten, aber auch eine große
anderen Blick auf das »Warten«. Sehnsucht nach dem anderen.
Wer wartet, muss geduldig sein, Wenn wir das Warten versuchen
denn oft kann man das Warten anders wahrzunehmen, ist Warten
auch abbrechen. Die Schlange nicht nur etwas Irdisches, Profa-
verlassen, bei einer zu spät kom- nes, ein Abfallprodukt, das durch
menden Verabredung aufstehen. schlechte Organisation geschieht.
Warten ist manchmal freiwilliger Der Fehler im reibungslosen Ablauf.
[6]Sondern Warten besitzt eine gött- »warten« eigentlich »Ausschau hal- er auch auf uns wartet, dass er sich
liche Ebene. Wir Christen sind von ten« heißt. Wer wartet, hält also auch nach uns sehnt. Mit Gott sind
der Hoffnung geprägt, dass Jesus eigentlich Ausschau und wer Aus- wir verbunden, weil wir uns nach
wiederkommen wird. Wir warten schau nach etwas hält, ist auch ihm sehnen, wir auf ihn vertrauen
auf ihn. Wir erwarten ihn. wachsam, damit er nichts verpasst. und wir auf ihn hoffen und auch er
Das bedeutet, nur weil wir die sehnt sich, vertraut und hofft.
Hoffnung haben, dass er wieder Die Bibel spricht also in verschiede-
kommt, können wir sagen, dass wir nen Arten und Bildern vom Warten. »Wer wartet der lebt« denn:
auf ihn warten. Würden wir nicht Beleuchtet es aus unterschiedli- Solange wir hoffen, brennen wir,
daran glauben, nicht auf ihn hof- chen Perspektiven. Das biblische solange wir Sehnsucht haben,
fen, würden wir ihn nicht erwarten. Warten scheint immer etwas zu lieben wir,
sein, das mit Sinn erfüllt ist, im Ge-
solange wir leiden, fühlen wir,
Auch die Bibel spricht im Zusam- gensatz zum sinnentleerten War-
menhang mit Warten von Sehn- ten. Unser Warten als Christen ist solange wir wachsam sind,
denken wir,
sucht und Geduld. In Psalm 42 von der Hoffnung auf Gott, von un-
heißt es zum Warten: »Wie ein serem Vertrauen auf Gott und von solange wir geduldig sind,
Hirsch lechzt nach frischem Was- unserer Sehnsucht nach Gott ge- vertrauen wir.
ser, so sehne ich mich nach dir, o prägt. Das macht unser Warten zu Solange wir warten, leben wir.
Gott«. Am Ende sind die, die gedul- einem freudigen und hoffnungs-
dig gewartet haben, die, die gelobt vollen Warten. Warten wird zum nach Gedanken von Frank Hasel
und gepriesen werden. Sie haben Erwarten.
Geduld und Vertrauen bewiesen. Ira Kristin Dürr,
Die Bibel ruft zum Wachsamsein Wir Christen warten nicht auf eine Gemeindeassistentin
auf. Interessant ist an dieser Stel- Sache, nicht auf etwas, sondern auf
le, dass das althochdeutsche Wort jemanden. Das Besondere ist, dass
[7]…, weil in der Kirche kein Platz für sie war
Die gute Nachricht: Jesus ist geboren –
und wir werden es feiern.
Wir begleiten Sie durch den Advent
und die Weihnachtstage mit
Christmetten und Advents- und
Weihnachtsgottesdiensten un-
ter Einhaltung der vorgegebenen
Maßnahmen
Streaming-Gottesdienst an Heilig
Abend um 18 Uhr aus St. Petrus
und Paulus, Schwieberdingen; zu
finden unter bit.ly/SI-Weihnachten
Offene Kirchtüren an Heilig »Sinnsucher – Weihnachten ist…« Weihnachtsgottesdienste dürfen
Abend und den Weihnachts- eine Wundertüte mit einem und werden stattfinden – leider
tagen zum persönlichen Krip- kommunikativen Weihnachts- wird es wegen der Corona-Ein-
penbesuch – in den Kirchen spiel - ist hoffentlich zu Weih- schränkungen nur ein begrenztes
erwarten Sie verschieden gestal- nachten in den Kirchen vorrätig Platzangebot geben.
tete Weihnachts-Überraschungs-
tütchen und das Friedenslicht Impuls-Kärtchen, die Sie in und Die Angebote der einzelnen Ge-
aus Bethlehem vor den Kirchen zur Mitnahme meinden, die Gottesdienstzeiten
finden werden und evtl. Anmeldebedingungen
»Hausgottesdienste zu Weih- entnehmen Sie bitte den Home-
nachten« – von der Diözese er- Telefon-Adventsimpulsen pages und den örtlichen Amts-
stellte Gebetsheftchen – liegen blättern/ Mitteilungsblättern/
im Advent in den Kirchen aus Aushängen.
Ihre Gemeindereferentinnen
Telefon-Adventsimpulse Regina Wiendahl
Telefon-Adventsimpulse – jeden Tag um 18:00 Uhr einen 15-20-minütigen
Adventsimpuls den wir – jeder für sich zu Hause und doch gemeinsam –
erleben können.
Um sich einzuwählen rufen Sie bitte die Nummer 0711 20949900 an
Dort werden Sie nach der Konferenzraumnummer gefragt
Wählen Sie dafür bitte mit der Tastatur die Nummer 37407 #
Als PIN geben Sie nach Aufforderung 71701 # ein
Für das Telefonat entstehen Ihnen über Ihren normalen Telefontarif hi-
naus keinerlei Zusatzkosten! Jeweils 5 Minuten vor Beginn ist die Leitung
freigeschaltet.
[8]Warten auf ein helles Licht
In diesem Jahr müssen wir verän- wie wir trotzdem in Kontakt blei- sogar geschlossen werden und
dert Weihnachten feiern. Wegen ben, auch wenn wir uns nicht be- wir in unserer Freiheit eingegrenzt
Corona wird vieles anders sein: Ab- suchen können, nicht umarmen, werden. Das Coronavirus hat uns
standsregeln, Hygienekonzepte, in diesen Zeiten einander nicht die aufgezeigt, wie zerbrechlich unser
weniger Plätze für Gottesdienstbe- Hand halten können. gesellschaftliches Zusammenleben
sucher. Die Krippenspiele werden in ist, aber auch wie wichtig Kreativi-
anderer neuer Form gestaltet sein Das Friedenslicht aus Bethlehem tät, besonnenes Handeln und Zu-
als in den Jahren zuvor. Zusammen kommt dieses Jahr auch anders als versicht sind.
feiern, singen und musizieren wird in den Jahren zuvor nach Deutsch-
kaum möglich sein. land. Anders als in den vergange- Das Friedenslicht ist ein Zeichen der
nen Jahren wird es aufgrund der Hoffnung. Es hat sich in wenigen
Kontaktbeschränkungen sind an aktuellen und schwer planbaren Jahren von einer kleinen Flamme
Weihnachten schwer zu ertragen. Corona-Situation keine große De- zu einem Lichtermeer ausgewei-
Besonders für unsere Senioren. Da legationsfahrt geben. Stattdessen tet. Gerade in diesem Jahr können
heißt es, Abstand halten zu den ei- wird das Licht von Pfadfindern am wir die kleine Flamme von Kerze
genen Kindern und Enkeln – das ist 12.12.2020 nach Deutschland ge- zu Kerze an andere Menschen, die
hart und drückt vielen älteren Men- holt. an Weihnachten alleine sind, wei-
schen aufs Gemüt. tergeben. Das Friedenslicht aus
»Frieden überwindet Grenzen«, so Bethlehem und kleine Friedens-
In diesen Zeiten ist es notwendig lautet das Motto der diesjährigen lichtkerzen stehen an Weihnachten
zu schauen, wie wir trotzdem für- Friedenslichtaktion. In diesen Zei- in den Kirchen der Seelsorgeeinheit
einander da sein können, wie wir ten spüren wir, wie es ist, wenn für Sie bereit.
trotzdem ein Miteinander leben, sich Grenzen bilden, wenn Grenzen
Andrea Burghardt
»Holen Sie
Friedenslichter.
Tragen Sie diese
zu anderen
Menschen.
Schenken Sie
Wärme, Freude
und Nähe«
[9]Märchen von Heinrich Spoerl
über das Warten
Es war einmal ein junger Bauer, der Das war so recht nach des jungen Jetzt fehlen uns noch die Kinder,
wollte seine Liebste treffen. Er war Burschen Geschmack. Er nahm den sagte er, und konnte es wiederum
ein ungeduldiger Gesell und viel zu Zauberknopf und machte einen nicht erwarten. Und drehte schnell
früh gekommen. Und verstand sich Versuch und drehte: Und schon den Knopf: Da war er älter und hat-
schlecht aufs Warten. Er sah nicht stand die Liebste vor ihm und te seine Buben auf den Knien und
den Sonnenschein, nicht den Früh- lachte ihn an. Das ist schön und Neues im Sinn und konnte es nicht
ling und die Pracht der Blumen. Un- gut, dachte er, aber mir wäre lie- erwarten. Und drehte, drehte, dass
geduldig warf er sich unter einen ber, wenn schon Hochzeit wäre. Er das Leben an ihm vorbeisprang,
Baum und haderte mit sich und der drehte abermals: Und saß mit ihr und ehe er sich's versah, war er ein
Welt. beim Hochzeitsschmaus, und Flö- alter Mann und lag auf dem Ster-
ten und Geigen klangen um ihn. bebett. Nun hatte er nichts mehr
Da stand plötzlich ein graues Da sah er seiner jungen Frau in die zu drehen und blickte hinter sich.
Männlein vor ihm und sagte: Ich Augen: Wenn wir doch schon allein Und merkte, dass er schlecht ge-
weiß, wo dich der Schuh drückt. wären. Wieder drehte er heimlich, wirtschaftet hatte. Er wollte sich
Nimm diesen Knopf und nähe ihn und da war tiefe Nacht und sein das Warten ersparen und nur die
an dein Wams. Und wenn du auf Wunsch erfüllt. Und dann sprach er Erfüllung genießen, wie man Rosi-
etwas wartest und dir die Zeit zu über seine Pläne. Wenn unser neu- nen aus einem Napfkuchen nascht.
langsam geht, dann brauchst du es Haus erst fertig ist - und drehte Nun, da sein Leben verrauscht war,
nur den Knopf nach rechts zu dre- von neuem an dem Knopf: Da war erkannte er, dass auch das Warten
hen, und du springst über die Zeit Sommer, und das Haus stand breit des Lebens wert ist und erst die Er-
hinweg bis dahin, wo du willst. und leer und nahm ihn auf. füllung würzt. Was gäbe er darum,
wenn er die Zeit ein wenig rück-
wärts schrauben könnte! Zitternd
versuchte er den Knopf nach links
zu drehen. Da tat es einen Ruck, er
wachte auf und lag noch immer
unter dem blühenden Baum und
wartete auf seine Liebste. Aber
jetzt hatte er das Warten gelernt.
Alle Hast und Ungeduld war von
ihm gewichen; er schaute gelassen
in den blauen Himmel, hörte den
Vöglein zu und spielte mit den Kä-
fern im Grase. Und freute sich des
Wartens.
http://de.wikipedia.org/wiki/
Heinrich_Spoerl
Barbarazweige, am 4. Dezember
geschnitten, erblühen sie zu
Weihnachten.
[ 10 ]Was erwarten wir dieses Jahr
von Weihnachten
Organist:
Lebkuchen-
Pfarrer: Spekulatius-Dessert
und das Verkosten einer
Ich erwarte einen
stillen neugeborenen
besonderen Geburtstag
Freude in Gemeinschaft
Jesu mit vielen kreativen
und im All-Eins-Sein.
Elementen, die trotz
Abstand viele Herzen
berühren.
Ältere
alleinlebende
Dame:
Eine warme Wohnung,
Gesundheit und das
andere schiebe ich weg.
Familie:
In diesem Jahr,
weniger erwarten und
Jugendlicher: mehr überraschen lassen
Ein harmonisches Fest von der Geburt Jesu und
mit viel Freude dem »Zauber« der
trotz Corona. Weihnacht!
[ 11
11 ]Zwei neue Gesichter im Pastoralteam
Ira-Kristin Dürr, Gemeindeassistentin
Mein Name ist Ira-Kristin Dürr und ich bin seit dem 1. September 2020 hier
Gemeindeassistentin. Der »richtige« Berufsstart ist wahrscheinlich immer
neben Freude und Hoffnung auch ein wenig mit Angst verbunden. Wird
alles klappen? Werden die Menschen nett sein? Werde ich Möglichkei-
ten haben meine eigenen Ideen mit hinein zu bringen? Ich bin froh, dass
ich nun alle diese Fragen mit ja beantworten kann. Ich habe in den ers-
ten Wochen so viel Fröhlichkeit und Freundlichkeit und auch Offenheit für
meine Ideen erlebt, dass ich mich richtig darauf freue sie umzusetzen. Ich
freue mich auch auf die Adventszeit und auf den Beginn der Firmung.
Leider kam ich auch mit der Erwartung an die neue Stelle, dass es mit den
Corona- bedingten Einschränkungen alles nicht so leicht wird, wie vor
März 2020. Diese Befürchtung hat sich leider bewahrheitet. Vieles was
man sich während der Studienzeit überlegt hatte, lässt sich leider nicht so
umsetzen, wie man es sich gewünscht hat. Trotz allem glaube ich daran,
dass wir danach noch mehr unsere Freiheit und Möglichkeiten zu schätzen
wissen können.
Wolfgang Müller, Pastoralreferent
Dem Anfang in der SE Strohgäu mit einem Sonderauftrag von 10% im Be-
erdigungsdienst wohnt ein besonderer Zauber inne. Zu meinem Dekanats-
auftrag in der Trauerpastoral kann ich hier gleich mit der Praxis beginnen.
Das ist hilfreich - und eine Hilfe für das Pastoralteam. Zum einen will ich
sinnvoll unterstützen, zum anderen hilft mir diese Aufgabe dabei von An-
fang an konkret zu sein.
Dieser Weg entsteht wie immer im Gehen. Das ist die Urerfahrung aller
Menschen, die sich entwickeln wollen. So nehme ich die Einladungen alle
an, die sich auf diesem Weg zeigen. Im Beerdigungsdienst sind sie fast alle
unerwartet und unplanbar. Damit hat Gott eine wirkliche Chance. Und
ich auch, weil ich mich ganz darauf verlasse, dass Gott schon längst da ist,
lange bevor ich an die Tür klopfe.
[ 12 ]Sternsingen – aber sicher
Die Sternsinger sind auch dieses Jahr unterwegs – aber anders als sonst. Leider können wir Sie dieses Jahr
nicht in Ihren Wohnungen besuchen.
Unter dem Motto »Kindern Halt geben« sammeln die Sternsinger Spenden für Kinder in der Ukraine und
überall auf der Welt. Bitte unterstützen Sie die Sternsingeraktion mit Ihrer Spende.
In Möglingen besuchen wir Sie ger- Sollten Sie aufgrund der aktuellen Den Segen für Ihre Wohnung be-
ne mit dem nötigen Abstand an Ih- Situation keinen Sternsingerbesuch kommen Sie als Segensaufkleber
rer Haustüre. wünschen, liegen Segensaufkleber mit. Den Aufkleber können Sie über
Bitte melden Sie sich dazu recht- auch ab Neujahr in der Kirche zur Ihrer Tür befestigen.
zeitig, telefonisch oder mit dem Mitnahme bereit. Auf Wunsch wer- Segensaufkleber liegen auch ab
Anmeldeformular, im Pfarrbüro an. fen wir Ihnen den Segensaufkleber Neujahr in den Kirchen zur Mitnah-
Anmeldeformulare finden Sie in der auch in Ihren Briefkasten. Melden me bereit.
Kirche und im Amtsblatt. Sie sich dafür bitte im Pfarrbüro Auf Wunsch werfen wir Ihnen den
(Anschrift siehe Seite 15). Segensaufkleber auch in Ihren
Die Sternsinger kommen dann am Briefkasten. Melden Sie sich dafür
5. Januar (gegebenenfalls auch am In Hemmingen, Korntal, Münchin- bitte in Ihrem örtlichen Pfarrbüro
6.) an Ihre Haustüre. gen und Schwieberdingen können (Anschrift siehe Seite 15).
Den Segen für innenliegende Woh- Sie die Sternsinger am 6. Januar an Spendenkassen stehen in den Kir-
nungstüren bringen wir für Sie als unterschiedlichen Straßenecken chen bei den Segensaufklebern
Segensaufkleber mit, den wir Ihnen und Plätzen treffen. Einen genauen bereit.
persönlich überreichen. »Fahrplan« mit Zeiten und Orten Auch Überweisungen auf das Kon-
entnehmen Sie bitte jeweils den to der örtlichen Kirchenpflege mit
Weitere Informationen entnehmen Homepages der Pfarrgemeinden dem Verwendungszweck »Stern-
Sie bitte zu gegebenem Zeitpunkt oder dem örtlichen Amtsblatt/Mit- singeraktion« sind möglich. Die
dem Amtsblatt, der Homepage teilungsblatt und Schaukasten. Kontonummer finden Sie auf der
oder den Vermeldungen der Got- Homepage.
tesdienste.
Natürlich haben die Sternsinger-
gruppen eine Spendenkasse dabei.
Regina Wiendahl,
Gemeindereferentin
[ 13 ]Veranstaltungen
1.-25. Dezember 2020 So, 05.09. bis Sa, 11.09.2021
Adventskalender Sommerfreizeit für
So, 13.12.2020
der besonderen Art! Kinder ab 8 Jahren
Musik im Advent
Dieses Jahr fällt vieles aus, was SE Strohgäu mit Marbach
zum vorweihnachtlichen Trubel
mit Ensembles
normalerweise dazugehört: zum der Musikschule Wir, die Seelsorgeeinheit Stroh-
Beispiel Weihnachtsmärke oder Korntal-Münchingen gäu, bieten zusammen mit der
Weihnachtsfeiern. Katholischen Kirche »Zur Hei-
Aufgrund der beschränkten Be- ligen Familie« in Marbach eine
Wir begleiten Sie durch die Ad- sucheranzahl sind vorab kosten- Sommerfreizeit für Kinder ab 8
ventszeit und schicken Ihnen im- freie Platzkarten im Sekretariat Jahren an.
mer wieder Impulse, Spiel- und der Musikschule zu reservieren.
Bastelideen, die es Ihnen ohne Telefon 0711 837283. Gemeinsam wollen wir eine Wo-
viel Aufwand möglich machen, Zwei getrennte Konzerte um 17 che voller Spiel, Spaß, Action und
den Advent bewusst zu gestal- und 19 Uhr. toller Angebote erleben.
ten und sich mit Ihrem Kind auf
Weihnachten vorzubereiten. Kath. Kirche St. Johannes Korntal Wo?
Lembergstraße 7 Haus »Kalkweil«
Nähere Informationen finden Sie 70825 Korntal-Münchingen 72108 Rottenburg am Neckar
in den Amts- und Mitteilungs-
blättern und auf unserer Home- Kosten?
page. 225,- € (Rabatte für 2. und 3. Kind)
Leitung:
Die Freizeitwoche wird von erfah-
renen Jugendlichen und jungen
Erwachsenen vorbereitet und ge-
Fr, 05.03.2021 leitet.
Weltgebetstag Anmeldeformular:
Informationen zu den Weltgebets- www.kath-jugend-strohgaeu.de oder
tagsgottesdiensten in unserer Seel- auf Anfrage bei:
sorgeeinheit entnehmen Sie bitte
den Internetseiten sowie den ört- Julia Schmautz
lichen Amts- und Mitteilungsblät- Telefon: 01522 7379547
tern sowie unseren Aushängen. E-Mail: j.schmautz@gmx.de
[ 14 ]Wir sind für Sie da
Pastoralteam
Pfarrer Gemeindereferentin
Michael Ott Regina Wiendahl
Telefon: 07150 9132340 Telefon: 0711 831604
E-Mail: Michael-Alois.Ott@drs.de E-Mail: Regina.Wiendahl@drs.de
Pastoralreferent Gemeindeassistentin
Wolfgang Müller Ira Kristin Dürr
Telefon: 0173 2994090 Telefon: 07141 481434
E-Mail: Wolfgang.Mueller@drs.de E-Mail: Irakristin.Duerr@drs.de
Pfarrvikar
Francis Chukwudi Ihemeneke
Telefon: 07150 910813
E-Mail: francischukwudi@gmail.com
Pfarrbüros
St. Johannes St. Joseph Münchingen mit
70825 Korntal St. Georg Hemmingen
Lembergstr. 7 70825 Münchingen
Andrea Burghardt Danziger Str. 19
Telefon: 0711 831653 Barbara Bauer, Heidi Behr
E-Mail: stjohannes.korntal@drs.de Telefon: 07150 91323-0
E-Mail: stjoseph.muenchingen@drs.de
St. Maria
71696 Möglingen
Lenauweg 9
Judith Grosshart
Telefon: 07141 481464
E-Mail: stmaria.moeglingen@drs.de
St. Petrus und Paulus
71701 Schwieberdingen
Alte Vaihinger Str. 18
Edda Sulzberger
Telefon: 07150 33145
E-Mail: stpetrusundpaulus.
schwieberdingen@drs.de
[ 15 ]Jahreswechsel
365 Tage fügen sich zusammen
zu einem Kranz von Erinnerungen,
einem bunten Bild
mit hellen und dunklen Farben,
einer Melodie
mit lauten und leisen Tönen.
365 Tage voller Geschichten,
voller Hoffnungen, Enttäuschungen.
Ich denke an Worte,
die gesagt wurden oder ausblieben,
Zeichen und Gesten,
deren Bedeutung ich nur ahnen konnte,
Wünsche und Träume,
von denen genug noch auf Erfüllung warten.
365 Tage geschenkte Lebenszeit.
Soviel Grund zur Dankbarkeit!
Vor mir liegt der Rest meines Lebens.
Fortsetzung? Neubeginn?
Wird es mir gelingen,
zu ergänzen, was unfertig ist,
zu füllen, was leer blieb,
zu sagen, was ausgesprochen werden muss?
Ich bin voll Zuversicht.
Weiß ich doch meine Zeit in Gottes Hand!
Gisela Baltes, www.impulstexte.de,
In: Pfarrbriefservice.deSie können auch lesen