Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...

 
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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Ausgabe 2019/2020
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Junges Wohnen Ich bin dann mal weg!
Das Leben in einer Wohngemeinschaft will gelernt und geübt sein

Text: Kirsten Beckhaus, Mitarbeiterin im Wohnheim Palmstraße
                                                   Wohngemeinschaft als Familie
                                                                                                      Seite 5
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                                                                Von der Schwester
                                                        zur gesetzlichen Betreuerin
                                                                                                      Seite 8
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                                                         Kinderwunsch – begleitete
                                                                     Elternschaft
                                                                                                     Seite 17
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                                                                                Wo bin ich
                                                                                zuhause?
                                                                                                     Seite 19
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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
04   Editorial
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    05   Junges Wohnen - ich bin dann mal weg
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    06   Plötzlich verantwortlich für Christine
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    08   Leichte Sprache Plötzlich verantwortlich für Christine
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    10   Wir würden alles wieder so machen
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    11   Nachmittagsbetreuung ist unerlässlich
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    13   Freiraum und Freizeitangebote für Familien
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    15   Austausch macht das Leben leichter
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    16   Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind
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    17   Leichte Sprache Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind
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    19   Wo bin ich zu Hause?
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    21   Neuer Vorstand bei der Lebenshilfe Esslingen
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    22   Wenn ich an Familie denke
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    23   Promi zur Inklusion
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    23   Beratung auf Augenhöhe
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    24   Standpunkt
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    26   Das Leben bereichern - Siftung Lebenshilfe
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    27   Jeder soll die Texte der Bibel verstehen
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    30   Impressum
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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Liebe Mitglieder,                                                                                             Junges Wohnen - ich bin dann mal weg!
    Freund*innen und Unterstützer*innen
    der Lebenshilfe Esslingen
                                                                                                                  Das Leben in einer Wohngemeinschaft will gelernt und geübt sein

    Familie – ein starker Titel un-                                                                               Ins Gespräch mit einem „älte-
    serer Lebenshilfe Nachrichten.                                                                                ren Bewohner“ vertieft, bemerke
    Familie ist für viele von uns der                                                                             ich nicht, wie seine jungen Mit-
    Ort, an dem wir Unterstützung                                                                                 bewohner*innen den Abendes-
    und Geborgenheit erfahren, ein                                                                                senstisch verlassen, ihr Geschirr
    Ort, der uns Halt gibt. Familie lebt                                                                          wegräumen und in ihre Zimmer
    vom Zusammenhalt und der Ver-                                                                                 verschwinden.
    bundenheit der einzelnen Gene-
    rationen, vom Säugling bis zu den                                                                             Wir sind alleine in einer Küche, in
    Großeltern.                                                                                                   der Wurst, Käse, Brot und Butter
                                                                                                                  noch aufgeräumt werden müs-
    Vor mehr als 55 Jahren wurde                                                                                  sen, der Müll ist noch nicht ge-
    die Lebenshilfe Esslingen als In-      Menschen mit Behinderung am        professionellen Träger der Ein-     leert und der Tisch muss noch
    itiative von Eltern, Angehörigen       gesellschaftlichen Leben zum       gliederungshilfe zu gestalten und   abgewischt werden. Nach einer
    und Fachleuten als „Lebenshilfe        wichtigen Leitziel geworden ist.   auszubalancieren.                   gewissen Euphorie am Anfang
    für das geistig behinderte Kind“       Die Lebenshilfe wurde so auch                                          ist inzwischen der Alltag in der      Unterstützung erwarten. Alle
    gegründet. Das Gemeinsame, ein         für viele zur Familie.             Das Vertrauen vom Aufsichtsrat      WG eingekehrt, die überwiegend        bekommen die Zeit, die sie brau-
    Kind mit Behinderung, als ver-         Mit über 200 Beschäftigten ist     und den Mitgliedern, das Sie uns    von jungen Klient*innen von An-       chen, um Alltagsfertigkeiten zu
    bindendes Element. Es entstand         die Lebenshilfe heute nicht nur    als neuen, erstmals hauptberufli-   fang bis Mitte 20 bewohnt wird.       lernen.
    ein Familienverbund mit starker        Zusammenschluss und Vertre-        chen Vorstand schenken, ist uns     Nur eine der drei neuen Be-           Zur Umsetzung unseres Plans
    Stimme gegenüber Gesellschaft          tung von Familien, sondern auch    eine große Ehre und Verpflich-      wohner*innen kennt das Leben          sind Gespräche wichtig, wie
    und Politik, welches das Selbst-       ein mittelständisches Sozialun-    tung. Auch in Zukunft werden        in einer Einrichtung, weiß, wie       sich die jungen Erwachsenen,
    verständnis des Vereins maß-           ternehmen im Landkreis Esslin-     wir Inklusion und Teilhabe für      wichtig es ist, sich an bestimmte     die noch vor kurzem im Eltern-
    geblich prägte.                        gen.                               Menschen mit Behinderung nur        Regeln zu halten, zum Beispiel,       haus gewohnt haben, das Leben
                                           Die Anforderungen an die Ver-      gemeinsam erreichen können.         sich bei eine*m Mitarbeiter*in        in einer Wohngemeinschaft vor-
    Gemeinsam vertritt man die In-         antwortlichen, insbesondere an     Wir freuen uns auf das Miteinan-    abzumelden, wenn er oder sie          stellen. Sie sollen uns Mitarbei-
    teressen von Menschen mit Be-          ehrenamtliche Vorstände, sind      der und den weiteren Weg!           verabredet ist und das Haus ver-      ter*innen kennenlernen und zu       frei, es sieht aber so aus, als wür-
    hinderung und ihren Familien,          gewachsen, und die Vielschich-                                         lässt.                                uns Vertrauen fassen. Wir sind      de das nicht lange so bleiben, da
    unterstützt sich bei Problemen         tigkeit der Aufgaben sind im       Viel Freude beim Lesen und ein-     Um den Alltag besser zu regeln        allerdings kein Mutterersatz, wir   es schon Interessent*innen gibt.
    und schafft wichtige Wohn- und         Ehrenamt kaum mehr zu be-          tauchen in die „Lebenshilfe Fa-     haben wir neuerdings einen Auf-       bieten jedoch neben unserer Hil-    Wenn unsere neue Wohngruppe
    Betreuungsangebote. Eine un-           wältigen. Mit dem Schritt vom      milie“.                             gabenplan, damit jede*r seinen        fe immer auch ein offenes Ohr,      dann vollständig ist, werden wir
    glaubliche Leistung und eine           ehrenamtlichen zum hauptamt-                                           Teil der anfallenden Arbeit erle-     falls es Probleme bei der Arbeit    uns zusammensetzen und Wün-
    Kraftanstrengung, die vor allem        lichen Vorstand hat der Verein     Der Vorstand der Lebenshilfe        digt, natürlich jeder nach seinen     oder im Zusammenleben in der        sche und Anregungen der Kli-
    im ehrenamtlichen Engagement           auf die neuen Anforderungen        Esslingen                           Fähigkeiten. Auch ungeliebte All-     Gruppe gibt.                        ent*innen aufgreifen. Wir werden
    vieler Esslinger Familien er-          reagiert und die Weichen für die                                       tagsaufgaben müssen erledigt,         Unser Engagement soll die Be-       die Aufgaben neu verteilen und
    bracht wurde. Viele Menschen           Zukunft gestellt.                                                      das Zimmer gesaugt und das            wohner*innen in ein selbstbe-       auch unsere zwei älteren, lang-
    haben im Lauf der Jahrzehnte ih-                                                                              Bett frisch bezogen werden. Was       stimmtes und zufriedenes Leben      jährigen Bewohner*innen inte-
    ren Beitrag zur erfolgreichen Ar-      Es ist immer wieder ein Span-                                          wir auch vermitteln wollen ist        führen. Auf diesem sicher sehr      grieren. Dieser Prozess ist sehr
    beit der Lebenshilfe geleistet: In     nungsverhältnis, auf der einen     Elke Willi                          Folgendes: Jede*r soll sich mit       langen Weg in eine, falls ge-       spannend und ich hoffe, dass er
    der Gründungsphase, in der Zeit        Seite die Wurzeln zu wahren und                                        seinen Interessen und Fähigkei-       wünscht, selbständigere Wohn-       uns gelingt.
    der Entwicklung von Angeboten          auf der anderen Seite die An-                                          ten im Alltag einbringen können.      form wollen wir dennoch nie-
    und Einrichtungen bis in die Ge-       forderungen und Erwartungen                                            Alle dürfen von den Mitarbei-         manden überfordern.                 Text: Kirsten Beckhaus, Mitarbei-
    genwart, in der die Teilhabe von       an die Lebenshilfe Esslingen als   Fabian Treffert                     ter*innen Lob, Motivation und         Zwei Plätze sind im Moment noch     terin im Wohnheim Palmstraße

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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Plötzlich verantwortlich für Christine
    Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin

                                        schen ungeniert angestarrt wur-       auszuziehen.                         Auto und weinte vor Dankbarkeit
                                        den. Es dauerte Jahre, bis sich       Ich stieß bei diesem Vorschlag       und Glück. Jahrelang hatte mich
                                        im Umgang und der Akzeptanz           immer wieder auf große Ableh-        die Vorstellung gequält, was mit
                                        geistig behinderter Menschen et-      nung. „Das Kind bleibt bei uns,      Christine passiert, wenn die-
                                        was änderte.                          solange wir leben“, diesen Satz      ser Fall einmal eintritt. Sie leb-
                                        In der Familie wuchs Christine        bekam ich immer wieder zu hö-        te doch ihr ganzes Leben lang
                                        als voll integriertes Mitglied auf.   ren, sobald das Gespräch darauf      wohlbehütet in ihrem „Nestle“
                                        Sie war überall dabei. Viele ge-      kam.                                 und ich machte mir große Sor-
                                        meinsame Urlaube erlebten wir         Anfang diesen Jahres verstarb        gen, wie sie mit dieser kapitalen
                                        im Sommer in Italien oder im          unser Vater nach kurzer schwe-       Lebensveränderung mit ihren
                                        Winter im Allgäu. Familienfes-        rer Krankheit. Für die ganze Fa-     inzwischen 57 Jahren wohl klar-
                                        te lagen ihr besonders am Her-        milie war es schwer, den Tod         kommt.
                                        zen und sie entwickelte sich zu       meines Vaters anzunehmen.
    Ich war drei Jahre alt, als meine   einem offenen und fröhlichen          Kurz danach stürzte meine Mut-       Wenige Tage später besuchte ich
    Schwester Christine 1962 auf die    Menschen.                             ter schwer und war selbst auf        mit meiner Schwester das Heim
    Welt kam. Christine entwickelte                                           Hilfe angewiesen. Von heute auf      – sie sollte selbst entscheiden, ob
    sich in ihren ersten Lebensjahren   Mit ungefähr 10 Jahren kam            Morgen hatte sich in unserer Fa-     sie sich vorstellen konnte, dort zu
    nicht so wie ein gesundes Kind.     Christine in die Rohräckerschule,     milie alles gravierend verändert.    leben. Auch sie fand es einfach
    Sie konnte schwer schlucken,        eine Einrichtung für behinderte                                            toll und so zog sie eine Woche
    sie krabbelte nicht, und sie be-    Kinder. Sie bekam dort die best-      Christine lebte ab diesem Zeit-      später in ihr neues Zuhause ein.
    gann auch erst im Alter von fünf    möglichste Förderung und konn-        punkt bei mir und meiner Fami-       Inzwischen sind einige Monate
    Jahren zu laufen. Mit einfachen     te im Alter von 18 Jahren in den      lie. Doch es musste eine Lösung      vergangen, seit sie von zu Hause
    Worten konnte sie sich nach und     Neckartalwerkstätten in Hedel-        gefunden werden, da sich meine       ausgezogen ist. Natürlich lief in
    nach verständigen.                  fingen anfangen zu arbeiten. Bis      Mutter nicht mehr in der Lage        diesen Monaten nicht alles prob-
                                        zu ihrem 57. Lebensjahr wohn-         sah, sie zu versorgen. Ich setzte    lemlos ab. Christine bekam gro-
    Für mich war es völlig normal,      te Christine bei ihren Eltern. Sie    mich mit der Werkstatt in Verbin-    ßes Heimweh und sie vermisste
    eine behinderte Schwester zu        wurde von beiden all die Jahre        dung und erhielt die Adresse der     ihren Papa und auch die Mama
    haben - ich kannte es ja nicht      versorgt. Je älter meine Eltern       Lebenshilfe in der Flandernstra-     sehr. Wir versuchten alles, ihr in
    anders. Oft beneidete ich aber      wurden, desto schwerer fiel ih-       ße in Esslingen. Wir hatten sehr     dieser schweren Zeit der Um-
    meine Freunde und Nachbars-         nen die Betreuung. Immer wieder       großes Glück, dass ein Kurzzeit-     stellung zur Seite zu stehen. Ich
    kinder um ihre Geschwister, mit     versuchte ich, meine Eltern dazu      pflegeplatz kurz vorher frei ge-     war ständig in Kontakt mit den
    denen sie spielen und auch zan-     zu bringen, über die Zukunft von      worden war, und man stellte uns      Mitarbeiter*innen im Heim, aber
    ken konnten.                        Christine nachzudenken, vor al-       in Aussicht, dass Christine dort     auch mit ihren Betreuern in der
    Auch meine Eltern machten in        lem in dem Wissen, dass das Le-       auch im Anschluss einen festen       Werkstatt, um abzuklären, wie         ihr in ihrer neuen Umgebung ge-      Strang ziehen, die aufkommen-
    den ersten Jahren einschlägige      ben endlich ist. Ich hätte es für     Wohnheimplatz erhalten könnte.       man ihr helfen könnte. Es war für     fällt.                               den Probleme in den Griff zu be-
    Erfahrungen, sich in der Gesell-    sinnvoll und gut erachtet, man                                             alle Beteiligte keine leichte Zeit.                                        kommen sind. Es ist schön, dass
    schaft mit einem behinderten        hätte Christine zu einem frü-         Man spürte sofort, dass sich die                                           Ich bin davon überzeugt, dass wir    behinderte Menschen in unserer
    Kind zu bewegen. In Restaurants     heren Zeitpunkt die Möglichkeit       Menschen, die dort lebten und        Christine fühlt sich inzwischen       für Christine die bestmögliche       Gesellschaft einen Platz haben
    wurden Bemerkungen gemacht          gegeben, ein eigenständigeres         arbeiteten, sehr wohl fühlten. Ich   sehr wohl in ihrem neuen Zuhau-       Lebensform gefunden haben.           und voll integrierte Mitglieder
    wie: „Können sie mit so einem       Leben in einer Einrichtung für        konnte mir vorstellen, dass es       se und sie hat sich mit ihren Mit-    Sicherlich wird es auch immer        sein dürfen.
    Kind nicht zu Hause bleiben?“       behinderte Menschen zu füh-           Christine hier gut gefallen könn-    bewohnern angefreundet. „Ich          wieder Rückschläge geben, doch
    Fast noch schlimmer aber war        ren. Zumal sie des Öfteren den        te. Nach dem Gespräch mit der        habe jetzt zwei Daheims“, meinte      ich bin zuversichtlich, dass, wenn   Text: Sabine Cee
    es, wenn sie von anderen Men-       Wunsch äußerte, von zu Hause          Heimleiterin ging ich zu meinem      sie neulich auf die Frage, wie es     wir alle gemeinsam an einem

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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Plötzlich verantwortlich für               Dann ist unser Vater gestorben.
    Christine                                  Und unsere Mama brauchte auch Hilfe.
    Von der Schwester zur gesetzlichen
    Betreuerin                                 Christine hat dann bei mir gewohnt.
                                               Aber sie wollte
    Ich bin die Schwester von Christine.       ihr eigenes Zu·hause.
    Ich bin 3 Jahre älter als Christine.       Wir haben zu·sammen gesucht.
    Christine hat eine geistige Behinderung.
                                               Und wir haben für Christine
    Für mich ist das ganz normal.              ein neues Zu·hause gefunden.
    Für unsere Familie auch.                   In der Lebenshilfe Esslingen.

    Christine ist überall dabei.               Da wohnt Christine jetzt.
    - Urlaube mit der Familie                  Am Anfang war es nicht leicht.
    - Familien·feste                           Christine hatte Heimweh.
                                               Aber jetzt fühlt Christine sich wohl.
    Christine war in der Rohräcker·schule.     Und sie sagt: „Ich habe 2 Daheims“
    Dort hat sie besondere Förderung
    bekommen.                                  Ich bin jetzt nicht nur
                                               die Schwester von Christine.
    Als Erwachsene hat Christine               Und ich bin jetzt auch
    in den Neckartal·werkstätten gearbeitet.   die ge·setzliche Betreuerin von Christine.
                                               Ich kümmere mich
                                               um alle wichtigen Sachen.
    Christine hat immer
    bei unseren Eltern gewohnt.

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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Wir würden alles wieder so machen                                                                                Nachmittagsbetreuung ist unerlässlich
     Familie A. hat vor mehr als 20 Jahren ein Pflegekind                                                             Die Leichtigkeit der entlastenden Betreuungsmöglichkeiten für Familien
     mit Behinderung aufgenommen

     Wir sind Familie A: Die Eltern,                                                                                  „Der Mensch kann nie wissen,
     unser 23jähriger Sohn L. und                                                                                     was er wollen soll, weil er nur
     M., der vor rund zwei Jahrzehn-                                                                                  ein Leben lebt und keine Mög-
     ten im Alter von ca. einem Mo-                                                                                   lichkeit hat, es mit seinen frühe-
     nat zu uns kam. Auch wir hatten                                                                                  ren Leben zu vergleichen oder
     vor der Aufnahme viele Fragen,                                                                                   es in seinem späteren Leben zu
     Sorgen und Ängste, ob wir die-                                                                                   ändern.“ - Milan Kundera
     ser besonderen Situation ge-
     wachsen sind. Wir lernten eine                                                                                   So wurden wir Eltern bei der Ge-
     gewisse Unbekümmertheit, aber                                                                                    burt unserer Tochter Emma vom
     auch große Sensibilität kennen,                                                                                  Leben eingeholt, als wir erfuhren,
     ganz viel Herzlichkeit, lernten die                                                                              dass sie in jeder Körperzelle ein
     kleinen Dinge zu achten, haben                                                                                   Chromosom mehr haben sollte –
     viele neue Menschen kennenge-          minen hatte ich immer alle Kin-     sehr pfleglich mit seinen Sachen      das Down Syndrom.
     lernt, deren Kontakte wir nicht        der dabei und machte „Ausflüge“     um. Inzwischen spritzt er sich
     mehr missen möchten und haben          mit „Geschichten lesen“, vielen     nach Rücksprache und Kont-            Da ich den Zivildienst mit mehr-
     manches ausprobiert, was wir           Spielen und „picknicken“ daraus.    rolle meist selbst. Der Diabetes      fach schwerstbehinderten Kinder
     ohne M. nie gemacht hätten. Vie-       Für mich anstrengend, doch die      schränkt ihn in seinem Radius         verbracht habe und zu jener Zeit
     le Menschen in unserem Umfeld          Kinder haben dadurch auch viele     stark ein. Immer muss genau ge-       auch einmal ein Wochenende            gessen. Sie begrüßt sie immer        gab für sie keine Ausnahmen. Sie
     konnten miterleben, wie sich die-      positive Erinnerungen an diese      klärt sein, wann gespritzt wurde,     lang Kinder mit Down Syndrom          noch sehr herzlich, wenn sie sich    wurde gefordert und gefördert –
     ser kleine und dann heranwach-         Zeiten.                             wann und was gegessen werden          betreuen durfte, konnte ich mei-      treffen. Auch Freundschaften         einfach selbstverständlich, ohne
     sende Mensch entwickelt.                                                   muss. Das ist für uns die größte      ne Frau etwas beruhigen, indem        mit anderen Kindern hat sie dort     besondere zusätzliche Hilfskraft.
                                            Regelkindergarten, Integrations-    Behinderung!                          ich ihr erzählte, dass es noch viel   geschlossen, die immer noch an-      Hier aß sie zu Mittag, machte ihre
     Schon in jungen Jahren hatte M.        kraft und die Sonderschule mit                                            schwierigere Fälle als den unse-      halten.                              Hausaufgaben, spielte und mach-
     vier große Knieoperationen, da-        dem Schwerpunkt geistige Ent-       In seiner Freizeit spielt er am       ren gibt. Die ersten Wochen, Mo-                                           te Ausflüge, genau wie alle ande-
     nach immer mühsames Gehen              wicklung hier am Ort waren ge-      Computer, schwimmt, spielt Gi-        nate und Jahre waren trotzdem         Die Betreuungssituation für un-      ren Kinder.
     lernen,     Kniegelenksbandagen,       nau richtig. Er war angenommen,     tarre, tanzt in der Band unserer      nicht leicht. Dank einfühlsamer       sere Emma während ihrer vier-        Die Betreuer*innen und die an-
     Beinorthesen in der Nacht, Ein-        einer von vielen, durfte kleine     Kirche, liebt Schlager und Lob-       Beratung und der Hilfe von Ärz-       jährigen Grundschulzeit war für      deren Kinder hatten keine Berüh-
     lagen, bis heute ist er in Gangbild    und großer Erfolgserlebnisse fei-   preislieder, er lacht gern, ver-      ten, der Lebenshilfe und anderen      uns wie ein Wunder. Sie wurde        rungsängste. Im Gegenteil, wenn
     und Beweglichkeit stark einge-         ern und wurde bestens begleitet.    steht kleine Witze und liebt ironi-   Vereinen wurden wir ein wenig         in einer sogenannten Außenklas-      Sie einmal z.B. auf Grund einer
     schränkt. Er hat eine Hashimo-         Inzwischen scheint er im haus-      sche Wortwechsel.                     aufgefangen.                          se beschult. Seit zwanzig Jahren     Erkältung, nicht da war, hörten
     to-Thyreoiditis, immer wieder          wirtschaftlichen Bereich seiner                                                                                 existiert dieses Modell der koope-   wir, sie wurde vermisst.
     gab und gibt es Operationen,           Werkstatt seinen Platz gefunden     Er hat ein sehr inniges Verhältnis    Nachdem Emma in die städtische        rativen Beschulung von geistig       Für uns Eltern ist das gelebte In-
     Therapiewochen,          Hilfsmitte-   zu haben.                           zu seinem Bruder. Als ich Bruder      Esslinger Kita, die schon ihre        beeinträchtigten und normalen        klusion.
     lanpassungen und regelmäßi-            M. kann kleine Texte lesen. Er      und Vater fragte, was ich denn        große Schwester besuchte, auf-        Kindern in der Klosterhofschu-
     ge Arztbesuche, wöchentliche           schreibt gerne Geburtstagskar-      schreiben solle, meinten sie:         genommen wurde, kehrte bei uns        le in Nellingen. Nach der Schule     Wir waren sicher, unsere Emma
     Krankengymnastik. M. braucht           ten. Sein Zahlenraum beschränkt     „Schreib einfach, es ist alles gut,   wieder so etwas wie Normalität        durfte sie zur Nachmittagsbe-        ist gut aufgehoben und bekommt
     viel Schlaf und einen geregelten       sich auf die Zahlen 1 bis 10. Al-   genau so, wie es ist. Wir würden      ein. Anfangs war sie halbtags,        treuung in den städtischen Hort      durch die anderen Kinder und die
     Tagesablauf. Seit zehn Jahren          lerdings kann er selbst seinen      alles wieder so machen und nicht      später ganztags dort. Und wir         Ostfildern. Sie war ein Kind unter   Betreuer*innen so viel Input und
     hat M. Diabetes Typ I, der uns         Blutzucker messen, die Zahlen       anders wollen!“                       konnten beide wieder unseren          75 anderen, ohne Vorbehalte. Der     Anregungen, wie wir es ihr mit
     schon so ins Blut übergegangen         ablesen und weiß, was wann                                                Berufen nachgehen. Ihre Lieb-         pädagogische Ansatz war, sie         dem besten selbstorganisiertem
     ist, dass ich fast vergessen hätte,    zu tun ist, wann er essen oder      Text: C.A:                            lingsbetreuerinnen von damals         darf und soll alles machen, was      Freizeitprogramm zuhause nie
     ihn zu erwähnen. Zu langen Ter-        gespritzt werden muss. Er geht                                            hat Emma bis heute nicht ver-         auch die anderen Kinder tun. Es      hätten geben können.

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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Freiraum und Freizeitangebote für Familien
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                                                                                                                     „Wir benötigen den Familienent-
                                                                                                                     lastenden Dienst vor allem für
                                                                                                                     die Freizeit und Feriengestaltung.
                                                                                                                     Wir genießen die gemeinsamen
                                                                                                                     Familienfreizeiten und sind froh
                                                                                                                     über die Kinderwochenenden
                                                                                                                     und Kindersamstage“, erzählt
                                                                                                                     Frau Böser während eines Tref-
                                                                                                                     fens der Mutter-Kind-Gruppe.
                                                                                                                     Frau Fliegel, Mutter von zwei
                                                                                                                     behinderten Kindern, schätzt vor
                                                                                                                     allem die Entlastung durch die
                                                                                                                     Nachmittagsbetreuung und das
                                                                                                                     Sommerferienprogramm,            das
     Und wir konnten bei alledem be-     ist, womit wir Eltern beide un-         Recht für alle Kinder mit beson-    der Familienentlastende Dienst
     ruhigt unserer täglichen Arbeit     sere Berufe weiter ausüben              deren Bedürfnissen gilt.            anbietet. Zu Hause würde den
     nachgehen. Ohne diese Betreu-       können. Allerdings sollte dieses                                            Jungs sonst die Decke auf den
     ungsmöglichkeit hätte einer von     Angebot des Landkreises, durch-         Ein weiterer, kleiner Schritt zu    Kopf fallen.
     uns Eltern den Job aufgeben         geführt von der Lebenshilfe Ess-        einer gerechteren Welt für alle.    Rita, die trotz Behinderung allein
     müssen, um für Emma da zu           lingen, für Kinder der Außenklas-       Dennoch bleibt viel zu tun, damit   lebt, ist froh, dass sie im Freizeit-
     sein. Zum einen wären damit         sen nicht gelten.                       jede und jeder als gleichberech-    kreis mal raus kommt und mit            terstützende Angebote geplant:       Sommerferienprogramm - Natur pur
     finanzielle Einbußen verbunden                                              tigtes Individuum mit persönli-     Freunden zusammen was erle-             Mit dem neuen Bundesteilhabe-
     gewesen, zum anderen hätte die      Zum Glück aber wurde uns den-           chen Stärken und Schwächen          ben kann. Ein besonderes High-          gesetz, das ab nächstem Jahr
     persönliche Bestätigung im Be-      noch, wenn auch erst nach mehr-         erkannt, behandelt, gefordert und   light ist für sie die jährliche Wo-     schrittweise umgesetzt werden
     ruf gefehlt.                        maligen Nachhaken, vorläufig ein        gefördert wird.                     chenendfreizeit, die dieses Jahr        soll, ist geplant, auch Fachkräfte   wie z.B. ein Smartphone-Kurs,
                                         Platz für Emma zugesprochen.                                                nach Ulm ging.                          in der Einzelbetreuung einzu-        weitere Kochkurse und mehrere
     Umso mehr waren wir in diesem       Vorläufig, da die Richtlinie, die der   Mit der Nachmittagsbetreuung        Und Nadja fand das neue Teilha-         setzen. Vor allem Familien mit       Besuche im Sportstudio.
     Jahr auf die neue weiterführen-     Landkreis anwendet, dies bisher         leistet der Landkreis Esslingen     be-Angebot „Sportstudio – ein-          schwer mehrfach behinderten          Auch das Angebot der Nachmit-
     de Schule mit kooperativer Be-      für die Außenklassenkinder nicht        in den SBBZ für alle bedürfti-      fach ausprobieren“ so toll, dass        Kindern benötigen für notwen-        tagsbetreuung am Rohräcker-
     schulung gespannt. Emma freute      vorsieht. Unserer Meinung nach          gen Kinder, unabhängig von der      sie sich für nächstes Jahr regel-       dige medizinische, pflegerische,     zentrum wird weiter ausgebaut.
     sich schon sehr, weiter mit ihrer   ist das eine Ungleichbehandlung,        Schwere ihrer Beeinträchtigung,     mäßige Besuche im Sportstudio           aber oft auch pädagogische,          Inzwischen gibt es am Mittwoch-
     Freundin in eine Klasse gehen zu    die den Gleichheitsgrundsätzen          einen enormen Beitrag zur Er-       wünscht.                                Herausforderungen         fachlich   und Freitagnachmittag für über
     können. Für uns Eltern sollte es    des Grundgesetztes und der              leichterung und Entlastung vie-     Das Angebot des Familienent-            kompetente Assistent*innen zur       80 Kinder und Jugendliche ein
     allerdings eine große Gedulds-      UN-Behindertenkonvention ent-           ler stark eingespannter Eltern.     lastenden Dienstes bietet ein           Unterstützung und Entlastung         Freizeit- und Betreuungsange-
     probe werden, denn nur mit wei-     gegensteht.                             Und allen mit der Durchführung      sehr großes und differenziertes         im Alltag. Die Lebenshilfe strebt    bot in jeweils zehn Gruppen. Die
     terer Nachmittagsbetreuung war      Auch der Landkreis hat dies             betrauten Mitarbeiter*innen der     Angebot an Unterstützung und            deshalb eine Leistungsvereinba-      Nachfrage steigt hier zunehmend
     dies für uns überhaupt denkbar.     nun erkannt und möchte hier             Lebenshilfe Esslingen sei hiermit   Freizeitmöglichkeiten. Über 300         rung mit dem Landkreis an, um        und die Kinder genießen die vie-
                                         mit einem neuen Kreistagsbe-            für ihre gute Arbeit besonders      Kinder, Jugendliche und Erwach-         diese Assistenzleistungen nach       len interessanten und spannen-
     So gibt es in der Stammschule       schluss Abhilfe schaffen, damit         gedankt.                            sene mit unterschiedlichsten Be-        dem neuen Bundesteilhabege-          den Freizeitangebote. Auch ein
     für geistig Beeinträchtigte zwar    an den Sonderpädagogischen                                                  hinderungen und deren Familien          setz auch anbieten zu können.        Sommerferienprogramm in den
     schon eine Beschulung und Be-       Beratungs- und Bildungszentren          Text: Wolfgang Kleisch.             nutzen das bunte Programm.              Außerdem werden auch im              ersten zwei Ferienwochen wird
     treuung, die zeitlich mit dem der   (SBBZ) und Schulkindergärten                                                Auch für nächstes Jahr sind wie-        nächsten Jahr weitere Teilhabe-      es im Rohräckerzentrum nächs-
     letzten vier Jahre vergleichbar     im Landkreis in Zukunft gleiches                                            der viele interessante und un-          angebote in Gruppen stattfinden,     tes Jahr wieder geben.

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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Familienfreizeit Sommer 2019
                                                                                                               Der Austausch macht das Leben leichter
                                                                                                               Mutter-Vater-Kind-Gruppe bietet eine Plattform für Eltern
                                                                                                               von Kindern mit Down Syndrom

                                                                          Erwachsene werden wieder re-         Wir sind zwei Elternpaare, die
                                                                          gelmäßig tolle gemeinsame Un-        sich vor Geburt unserer beiden
                                                                          ternehmungen machen und auf          Töchter nicht kannten. Wir haben
                                                                          verschiedene Wochenendfreizei-       uns nicht gesucht, sondern zufäl-
                                                                          ten gehen. 2020 ist sogar eine       lig gefunden.
                                                                          zusätzliche Freizeit für junge Er-   Zu uns gehören: Anita, Moritz
                                                                          wachsene in Baumhäusern ge-          und Amilia (geboren Februar
                                                                          plant.                               2017) und Antschana, Kevin und
                                                                          Und noch ein Highlight: Die Fa-      Emilia (geboren Januar 2017).
                                                                          milienfreizeit wird direkt am
                                                                          Starnberger See bei Possen-          Wir bekamen erst nach der Ge-
                                                                          hofen stattfinden, ganz auf den      burt die Diagnose Trisomie 21.
                                                                          Spuren von Sisi.                     In den ersten Tagen und Wochen
                                                                          Natürlich wird es auch weiterhin     nach der Geburt gab es tausend
                                                                          ein regelmäßiges wöchentliches       Fragen, die uns beschäftigten
                                                                          Angebot an Freizeit-, Bildungs-      wie z.B.
                                                                          und Sportgruppen geben.              • was genau ist das Down Syn-       wie man sich dies in den ersten    an unterstützt und Räumlichkei-
                                                                          Wir werden Anfang des Jahres           drom                              Tagen nach der Geburt vielleicht   ten zur Verfügung gestellt.
                                                                          eine Befragung bei allen Nut-        • welche Auswirkungen hat diese     vorstellt.
                                                                          zer*innen unserer Angebote ma-         Genveränderung auf mein Kind      Auch finden wir es sehr wichtig,   Text: Antschana Böhme
                                                                          chen. So können sie eigene Ideen     • wie wird das Leben mit einem      Familien mit Down Syndrom-Kin-
                                                                          und Wünsche zu den Angeboten           Down Syndrom-Kind sein,           dern zusammen zu bringen. Nur
                                                                          unseres      Familienentlastenden    • wo bekomme ich Hilfestellung      Familien mit gleichen Erfahrun-
                                                                          Dienstes einbringen.                                                     gen können sich gegenseitig Ver-     INFO:
                                                                          Wer sich für die verschiedenen       Leider gibt es im Kreis Esslingen   ständnis entgegenbringen - wenn      Menschen mit Down Syn-
                                                                          Freizeit- und Unterstützungsan-      keine Plattform bzw. Elterntreff,   man z.B. die Diagnose nach der       drom sind Menschen, die
                                                                          gebote interessiert, kann sich je-   in dem es ausschließlich um die     Geburt vom Kinderarzt bekommt        in jeder ihrer Zellen ein
                                                                          derzeit gern an uns wenden.          Diagnose Down Syndrom geht.         oder wenn das Kind zusätzlich        Chromosom mehr haben
                                                                          Alle Angebote finden sie im De-      In Stuttgart gibt es den Verein     Herz-, Hör- oder Sehfehler hat.      als andere Menschen,
                                                                          tail auf unserer Homepage oder       46Plus, der monatliche Treffen      Einmal im Monat treffen wir uns      nämlich 47 statt 46 Chro-
                                                                          in der Broschüre der Offenen         für entsprechende Familien ver-     in der Mutter-Vater-Kind-Gruppe      mosomen.
                                        Beginn eines Wochenendes eher     Hilfen.                              anstaltet. In Esslingen gab es      in der Lebenshilfe Esslingen.        Das Chromosom 21 ist
     Familienfreizeit Burg Wernfels
                                        zu Belastungen der Familien ge-                                        hierzu bisher leider nichts. Aus    Im Esslinger Krankenhaus und         dreifach vorhanden. Down
     Sommer 2019
                                        führt hat.                        Text: Erika Synovzik, Bereichs-      diesem Grund haben wir uns          von der Frühförderstelle Kreis       Syndrom ist keine Krank-
                                        Auch die sehr stark genutzte      leitung Offene Hilfen                überlegt, eine entsprechende        Esslingen haben wir wichtige         heit sondern ein Genom-
     Für Schulkinder werden 2020        Kindersamstagsbetreuung in der                                         Gruppe für betroffene Eltern im     Infos sowie Kontakte zu anderen      defekt, dieser ist einer der
     wieder acht Wochenenden in der     Flandernstraße wird nächstes                                           Kreis Esslingen zu gründen. Ziel    Familien erhalten. Vieles muss-      verbreitetsten angebore-
     Flandernstraße angeboten. Auf      Jahr elfmal angeboten. Es sind      Offene Hilfen,                     ist, dass sich Eltern austauschen   ten wir uns aber auch mühsam         nen Syndrome.
     Wunsch vieler Familien werden      wieder viele interessante Aus-      Flandernstr. 49,                   und die „Neuankömmlinge“ es         selbst zusammensuchen. Die Le-
     die Kinderwochenenden aller-       flüge in die nähere Umgebung        73732 Esslingen,                   nicht allzu schwer haben, Infos     benshilfe Esslingen hat es über-     Man findet Menschen mit
     dings nur noch zweitägig sein,     geplant.                            Tel: 0711-937888-13,               zu erhalten. Und sie sollen auch    haupt erst möglich gemacht, dass     Down Syndrom überall auf
     da aufgrund der Nachmittagsbe-     Unsere unterschiedlichen Frei-      offene-hilfen@lebenshilfe-         sehen, dass das Leben mit einem     wir uns einmal im Monat treffen      der Welt.
     treuung freitags, dieser Tag als   zeitgruppen für Jugendliche und     esslingen.de                       Down Syndrom-Kind nicht so ist,     können. Sie hat uns von Beginn

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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind                                                                        Die Sehnsucht nach dem eigenen Kind
                                                                                                                  Auch Menschen mit Behinderung
     Auch Menschen mit Behinderungen wünschen sich eine Familie                                                   wünschen sich eine Familie

     Lena* ist 22 Jahre alt und hat       Seit 2018 hat Lena zwei Ka-         Trotzdem ist es nicht gelungen,     Lena ist 22 Jahre alt.
     seit mehr als zwei Jahren einen      ninchen. Sie genießt es, sie zu     dass die kleinen Familien zu-
     festen Freund. Es ist ihr großer     streicheln. Regelmäßiges Füt-       sammen bleiben und selbständig
                                                                                                                  Sie hat einen Freund.
     Wunsch, später einmal eine eige-     tern, Ausmisten, der Einkauf von    leben konnten. Manche Kinder        Sie sind seit 2 Jahren zusammen.
     ne Familie zu haben. Lena liebt      Futter und auch Tierarztbesuche     wurden in Pflegefamilien vermit-
     Babys und spielt gerne mit ih-       stehen auf der Tagesordnung.        telt. Eine Kleinfamilie konnte in
     nen. Ihr älterer Bruder hat eine     Mit Unterstützung der Mitarbei-     eine Wohngruppe für Mütter und
     kleine Tochter. Lena erlebt, wie     ter*innen kümmert sie sich gut      Väter mit Kindern der Lebens-       Sie hat einen großen Wunsch.
     ihre jüngere Schwester derzeit       um die Tiere. So kann sie lernen,   hilfe Aalen umziehen. Die Mitar-
     schwanger ist und beneidet sie       Verantwortung zu übernehmen.        beiterin Eva Brechensbauer der      Lena möchte eine Familie haben.
     sogar ein wenig.                     Lena hat Wünsche und Pläne          Lebenshilfe Stuttgart berichtet,
     Als Kind hat Lena früher oft auf     für die Zukunft. Sie möchte erst    dass die Kinder von Eltern mit      Ein eigenes Kind.
     ihren kleinen Bruder aufgepasst      richtig ins Berufsleben starten     Behinderung meistens gesund
     und weiß, dass ein Kind das ei-      und auch ihr Freund soll erst       auf die Welt kommen, jedoch eine
                                                                                                                  Wie ihr Bruder.
     gene Leben verändert und viel        seine Ausbildung beenden, bevor     intensive frühe Förderung not-      Und ihre Schwester.
     Verantwortung bedeutet. Lena         sie mit ihm eine ganz normale       wendig ist. Mütter und Väter mit
     chillt gerne und macht es sich       kleine Familie gründen möchte.      Behinderung sehen sich von der
     oft gemütlich. Sie kann abschät-     Lena und ihr Partner kümmern        Umwelt sehr kritisch beobachtet.
     zen und verstehen, dass dies mit     sich deshalb ganz verantwor-        Sie sind hierüber frustriert und    Lena hat eine Lern·behinderung.
     einem Baby nicht mehr möglich        tungsbewusst um die Verhütung.      wünschen sich, dass auch ihr
     wäre. Außerdem fällt es Lena         Aber die Sehnsucht nach einem       Kinderwunsch respektiert wird.      Sie lebt in einer Wohn·gemeinschaft.
     sehr schwer, mit Geld umzu-          Kind bleibt.                        Die Lebenshilfe Aalen bietet un-
     gehen und ihr Geld für wichtige      Zusammengefasst von Rena-           terschiedliche Wohnformen zur       Sie bekommt Unter·stützung.
     Dinge auszugeben, die man zum        te Schmid-Hartkopf nach ei-         „Begleiteten Elternschaft“ an.
     Leben benötigt. Lena erlebt, dass    nem Gespräch mit Lena und           So können in einer Wohngruppe       Und Begleitung.
     ihre schwangere Schwester            Notizen von Mitarbeiterin Petra     Mütter und/oder Väter mit Be-
     Geldsorgen hat und auch keinen       Wagenknaecht, die Lena ambu-        hinderung gemeinsam mit ihrem
                                                                                                                  Im alltäglichen Haushalt.
     Beruf erlernt hat.                   lant begleitet und immer wieder     Kind leben. Zur Unterstützung ist   Bei der Einteilung ihres Geldes.
     Lena hat eine Lernbehinderung        Gespräche mit Lena zu diesem        jeden Tag rund um die Uhr Fach-
     und erhält seit mehr als zwei Jah-   Thema führt.                        personal anwesend. Auch am-         Bei Arzt·besuchen.
     ren regelmäßige Unterstützung                                            bulante Unterstützungsangebote
     und ambulante Begleitung durch       Info: Begleitete Elternschaft       sind möglich.
     Mitarbeiter*innen der Lebenshil-     Zum Thema Begleitete El-            www.lebenshilfe-aalen.de
     fe. Diese besuchen Lena mehr-        ternschaft hat die Lebenshilfe      Der Caritasverband für Stuttgart
     mals pro Woche und kümmern           Stuttgart einzelne Erfahrungen      e.V. bietet „Begleitete Eltern-
     sich gemeinsam mit ihr um die        gemacht. Junge       Frauen mit     schaft“ im Rahmen von ambu-
     alltägliche Haushaltsführung, wö-    Behinderung, die ambulant unter-    lanter Betreuung an. In eigener
     chentliche Geldeinteilung, Arzt-     stützt werden, wurden schwanger.    Wohnung können Mütter und/
     besuche und beraten bei Kon-         Bereits während der Schwanger-      oder Väter mit Behinderung mit
     flikten. Zusätzlich wird Lena von    schaft bekamen sie regelmäßig       ihrem Kind mit individueller Un-
     einer gesetzlichen Betreuerin        Beratung und Unterstützung          terstützung durch Fachkräfte
     unterstützt, die für Post, Bankge-   durch eine Familienhelfer*in.       des Caritasverbands sowie des
     schäfte und Behördenangelegen-       Auch mit dem Jugendamt fand         Jugendamtes leben. Kontakt:
     heiten zuständig ist.                eine Zusammenarbeit statt.          g.philipp@caritas-stuttgart.de

     *Name geändert
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Wohngemeinschaft als Familie Von der Schwester zur gesetzlichen Betreuerin Kinderwunsch - begleitete Elternschaft Wo bin ich zuhause? - Ausgabe ...
Lena hat 2 Kaninchen.
     Zum Liebhaben.
                                              Wo bin ich zuhause?
     Und Kümmern.                             Raphael hat in der Lebenshilfe-WG ein neues Zuhause gefunden
     Und Versorgen.
     So lernt Lena
     Ver·antwortung zu übernehmen.            Nach mühsamem aber letztend-        sammenbau seiner Möbel wollte
                                              lich erfolgreichem Suchen hat-      er zuschauen. Jetzt hatte sein
                                              te die Lebenshilfe Esslingen ein    Zimmer Gestalt angenommen.
                                              Grundstück für einen Neubau         Auch das Ausräumen seiner Klei-
     Lena hat Pläne für später.               eines Wohnheimes in der Plien-      dung und Wäsche zu Hause und
                                              sauvorstadt in Esslingen gefun-     das Einräumen im Wohnheim hat
     Sie will erstmal arbeiten.               den.                                er weitgehend selbst mit meiner
                                              Damit war für mich die Zeit ge-     Unterstützung gemacht.
     Ihr Freund soll                          kommen, Raphael mit der Vor-
                                              stellung vertraut zu machen, in     Dann kam der 14. November 2018,
     seine Berufs·ausbildung fertig machen.   das Wohnheim einzuziehen. Bis-      der Tag des Einzugs, dem ich mit
     Dann wollen sie eine Familie sein.       her wollte er von jeder Bemer-      gemischten Gefühlen entgegen
                                              kung über einen Umzug nichts        sah. Was würde passieren, wenn
                                              wissen. Es war also geboten, ihn    ich abends gehe und er im Wohn-
                                              langsam, Schritt für Schritt, auf   heim bleibt?
     Be·gleitete Eltern·schaft                das Wohnheim hinzuführen. Da-       Nichts geschah. Als ich mich te-
                                              für war der Neubau eine hervor-     lefonisch im Wohnheim und in                                             Walter Pross
     Sie wollen mehr dazu wissen?             ragende Gelegenheit. So konnte      der Werkstatt nach seinem Be-                                            und sein Sohn
                                              er das Gebäude in jeder Phase       finden erkundigte, erhielt ich die                                       Raphael
                                              wachsen sehen und ich hatte den     Auskunft, er verhalte sich wie
                                              Eindruck, seine Einsicht wuchs      immer, keine Veränderung. Für
     Die Lebenshilfe Aalen hat                mit.                                mich war das natürlich die Be-        Verhalten so gestaltet, dass ich
                                                                                  stätigung, dass ich ihn auf sein      bei meinen Verabredungen stets
     viele ver·schiedene Angebote             Es begann mit dem ersten Spa-       neues Lebensumfeld gut vorbe-         berücksichtigen musste, wo Ra-
                                              tenstich, zu dem ich ihn mitnahm.   reitet hatte.                         phael gerade ist, wann er heim-
     für Be·gleitete Eltern·schaft.           Dann waren die Baugrube zu                                                kommt, ob ich ihn abholen muss,
     www.lebenshilfe-aalen.de                 sehen und der betonierte Keller     Er ließ keine Gelegenheit aus,        was ich zum Essen herrichten
                                              und das Treppenhaus. Von da an      Familie und Freunde zu bitten,        muss.
                                              bat er immer wieder, wenn wir in    ihn mal in seinem neuen Zuhause       Diese Gedanken kamen in den
                                              der Nähe waren, dort mal vorbei-    zu besuchen, was auch geschah.        ersten Tagen auch automatisch,
     Der Caritasverband Stuttgart             zufahren. Je weiter der Neubau      Dabei erzählte er von den Ab-         Sekunden später aber das Be-
                                              wuchs, umso häufiger wollte er      läufen und von seinen Aufgaben,       wusstsein, dass sich diese Fra-
     bietet Be·gleitete Eltern·schaft         dort aussteigen.                    die er im Wohnheim übernehmen         gen gar nicht mehr stellen.
                                              Dann kam die Rohbaubesichti-        durfte und vermittelte so den         Das bedeutet, dass meine per-
     mit ambulanter Betreuung an.             gung und er durfte sich ein Zim-    Eindruck, dass es ihm in seinem       sönliche Unabhängigkeit größer
                                              mer aussuchen, sein Zimmer.         neuen Umfeld sehr gut gefällt.        und meine Lebensgestaltung um
     g.philipp@caritas-stuttgart.de                                                                                     ein Vielfaches freier geworden
                                              Jetzt war der Bann gebrochen.       Mir ist oft die Frage gestellt wor-   ist, und das genieße ich auch.
                                              Sein Zimmer gehört zu der 4-er      den, wie es mir selbst ergangen       Was mir umso leichter fällt, als
                                              WG mit vier Einzelzimmern, zwei     ist. Vor allem war ich zufrieden,     ich weiß, dass mein Raphael in
                                              Bädern, einem Wohnzimmer, ei-       dass Raphael den Umzug so             seinem neuen Zuhause gut ver-
                                              ner Küche und einem Esszimmer.      problemlos bewältigt hat. In den      sorgt ist und er sich dort sehr
                                              Bei der Lieferung und dem Zu-       vielen Jahren zuvor war mein          wohl fühlt.

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Raphael in seinem neuen Zuhause
                                                                               an seinem Lieblingssessel          Neuer Vorstand der Lebenshilfe Esslingen
                                                                                                                  Elke Willi und Fabian Treffert sind neues Vorstandsteam

                                                                                                                  Die Lebenshilfe Esslingen hat ein    Anzahl der Beschäftigten der Le-
                                                                               Gut angekommen im neuen Zu-        neues Vorstandsteam. Elke Willi      benshilfe v.a. durch die Übernah-
                                                                               hause                              leitet die Geschicke des Vereins     me von neuen Aufgabenfeldern,
                                                                               Ein Jahr Wohnheim Stuttgarter      als Vorstandsvorsitzende. Fa-        wie beispielsweise die Schul-
                                                                               Straße – Abläufe haben sich ein-   bian Treffert komplettiert den       begleitung, und Ausbau der be-
                                                                               gespielt                           Vorstand ab September 2019 als       stehenden Geschäftsfelder. Seit
                                                                                                                  zweites Mitglied. Die Aufsichts-     September ist mit Fabian Treffert
                                                                               Allgemein sind die Klient*innen    ratsvorsitzende, Verena Köne-        ein weiterer Vorstand durch den
                                                                               hier gut angekommen und hatten     kamp, freut sich: „Mit Elke Willi    Aufsichtsrat berufen. Seit dem
                                                                               eine schöne Eingewöhnungszeit.     und Fabian Treffert haben wir        Jahr 2014 war er als Assistent
                                                                               Natürlich gibt es mal Heimweh      zwei engagierte und kompeten-        der Geschäftsführung bei der Le-                                         Elke Wili
                                                                               oder in besonderen Situationen     te Persönlichkeiten als Vorstand     benshilfe Esslingen tätig und hat                                        Fabian Treffert
                                                                               das Bedürfnis, dass die Eltern     gewonnen.“                           beispielsweise bei Konzeption
                                                                               oder Angehörigen da sind, aber                                          und Bau des neuen Wohnheimes         gelschule, die Arbeit außerhalb
                                                                               der Alltag ist angekommen. Je-     Mit der neuen Besetzung des          in der Esslinger Pliensauvorstadt    einer Werkstatt für Menschen
     „Ich habe mich hier prima ein-            CD-Player und Keyboard.         der kennt die Abläufe, Angebote,   Vorstandes wird auch ein Struk-      seine Kompetenz bewiesen.            mit Behinderung oder die eige-
     gelebt“                                   Ich habe kein Heimweh.          Dienste und Möglichkeiten im und   turwechsel vollzogen. Der Vor-                                            nen vier Wände. Um dieses Ziel
     Interview mit Raphael Pross, ge-      JP: Bist Du gerne im Wohnheim?      ums Haus herum. Auch die ers-      stand, der in der Vergangenheit      Elke Willi bedankt sich im Namen     zu erreichen, brauchen wir viel
     führt von Hausleiter Joel Panko-      RP: Na klar. Ich hole gerne die     ten Feste und Freizeiten konnten   ehrenamtlich besetzt war, geht       des neu gewählten Vorstandes         Hartnäckigkeit, Durchsetzungs-
     nin                                       Wäsche aus dem Keller. Ich      stattfinden. Am 12. Oktober fand   nun in hauptamtliche Veranwor-       für das entgegengebrachte Ver-       vermögen sowie ein starkes
     JP: Lieber Raphael, jetzt ist der         fühle mich ganz wohl in mei-    das Oktoberfest mit Angehöri-      tung über. Neu eingeführt ist der    trauen des Aufsichtsrats: ,,Wir      Team. Die Lebenshilfe Esslingen
          Einzug in die Stuttgarter            nem Zimmer. Ich habe mich       gen statt. Es war ein gelungenes   ehrenamtlich tätige Aufsichts-       bedanken uns für das Vertrauen       hat das Potential, als Stimme für
          Straße fast ein Jahr her.            gut eingelebt in meinem         Fest und für Bewohner*innen        rat. Dieser berät und kontrolliert   und die Wertschätzung unse-          Menschen mit Behinderung für
          Wie gefällt es dir im Wohn-          Zimmer hier.                    und Angehörige eine Möglichkeit,   den Vorstand. Verena Könekamp,       rer Arbeit, die wir mit der Wahl     deren Interessen einzutreten.“
          heim ZUHAUSE?                    JP: Was machst Du in Deiner         sich im gemütlichen Rahmen zu      bisher ehrenamtliches        Vor-    erhalten haben. Der Rückhalt
     RP: Wunderbar! Ich möchte ger-            Freizeit?                       unterhalten. Auch einige Ange-     standsmitglied, erläutert, dass      bestätigt und motiviert uns, die     Text: Fabian Treffert
          ne hier bleiben. Ich spie-       RP: Müll runter bringen. Wäsche     bote gab es. Vom Weißwurst-        die Lebenshilfe inzwischen eine      kommenden Herausforderungen
          le gerne Tischkicker und             machen macht mir Spaß.          frühstück über Dosenwerfen zur     Unternehmensgröße        erreicht    gemeinsam zu meistern.“ Mit
          Tischtennis. Ich lebe gut hier       Fernsehen gucken. Mit Mit-      Zuckerwatte und zum Ziegen         hat, die mit ehrenamtlichem Ein-     der Einführung des Bundesteil-
          in der Stuttgarter Straße            arbeitern machen wir Aus-       Streicheln. Einer Wiederholung     satz kaum mehr geführt und ver-      habegesetzes wartet bereits
          und habe mich prima hier             flüge. Wir waren sogar auf      im nächsten Jahr steht nichts im   antwortet werden kann. Mit der       eine weitere richtungsweisende
          eingelebt.                           Freizeit. Da sind wir mit der   Wege.                              Veränderung hin zum hauptamt-        Aufgabe auf das Vorstandsteam.
     JP: Wie wohnst Du hier?                   Seilbahn gefahren, waren                                           lichen Vorstand sieht sie die        „Die anstehende Umsetzung des
     RP: Ausgezeichnet hier. Oben im           Wandern, lecker Essen und       Text: Joel Pankonin, Hausleitung   Lebenshilfe gut gerüstet für die     Bundesteilhabegesetztes werden        Aufsichtsrat
          zweiten Stock. Ich habe ein          Schwimmen.                                                         anstehenden Aufgaben und Her-        wir dafür nutzen, individuellen       Verena Könekamp (Vors.),
          eigenes Zimmer in dem ich                                                                               ausforderungen.                      Unterstützungsbedarfen passge-        Friedrich Beutel (Stv.)
          gerne wohne. Mit den Mit-                                                                                                                    naue Leistungen anzubieten und        Caroline Habrik, Anja Raisch,
          arbeitern machen wir das                                                                                Elke Willi ist seit November 2015    damit die Potentiale des neuen        Wolfgang Kleisch,
          Frühstück. Die anderen von                                                                              als Geschäftsführerin der Le-        Gesetzes zugunsten der Klien-         Prof. Alexander Schmid
          der Gruppe essen mit mir.                                                                               benshilfe Esslingen tätig. Sie       ten nutzen“, so Elke Willi. Fabian
     JP: Hast Du noch ein eigenes                                                                                 bringt 20 Jahre Erfahrung in         Treffert ergänzt: „Noch immer         Vorstand
          Zimmer zu Hause?                                                                                        Führungspositionen in der Sozi-      ist vieles keine Selbstverständ-      Elke Willi (Vors.)
     RP: Ja. Daheim habe ich ein                                                                                  alen Arbeit mit. Unter ihrer Ver-    lichkeit für Menschen mit Behin-      Fabian Treffert (Stv.)
          eigenes Zimmer mit Bett,                                                                                antwortung verdoppelte sich die      derung: der Besuch einer Re-

20                                                                                                                                                                                                                                21
Wenn ich
                                                                                                   Promi zur Inklusion
an Familie denke ....
                                           Das ist für mich ein
                                                                                                   Genau auf dich kommt es an
                                           zu Hause, Wärme und
                                           Geborgenheit.
                                                                                                                     „Wie schön,         Kind ein besonderes Handicap         schaft in Ordnung ist. Noch ist
                                           (M. Fliegel)
                                                                                                                     dass du ge-         hat oder nicht. Ein Gefühl, das      sie es längst nicht. Als Politiker
      Denke ich an meine Hunde.                                                                                      boren bist, wir     wir als Gesellschaft aber noch       freue ich mich jedoch über jeden
     (J. Häusser)                                                                                                    hätten     dich     stärker verinnerlichen müssen.       Schritt, um dieses Ziel zu errei-
                                                                                                                     sonst     sehr      Das fängt beim Umgang mit neu-       chen; über die 1.000 zusätzlichen
                                                                                                                     vermisst…“ –        en Möglichkeiten zur vorgeburt-      Lehrerstellen etwa, die wir im
                                                                                                                     seit ich Vater      lichen Diagnostik an und hört        Land jetzt schaffen, auch damit
                                                                                                                     bin, mag ich        noch lange nicht bei der Barrie-     noch mehr Kinder mit Handicap
                                                                                                                     dieses     Ge-      refreiheit auf. Ich denke bei dem    am regulären Schulunterricht
                                                                                                   burtstagslied ganz besonders.         Thema an die 14-jährige Hannah,      teilnehmen – und Schulfreunde
                                                                                                   „Du“, genau auf „dich“ kommt          die aus ihrem „Schwerbehinder-       meiner Kinder werden können.
                                                                                                   es an; nicht auf das, was du an       tenausweis“ einen „Schwer-in-        Das würde mich auch als Vater
                                                                              Denke ich an meine   eigenen Herausforderungen ins         Ordnung-Ausweis“ gemacht hat.        freuen.
                                                                              Mutter und an        Leben mitbringst: Ein Gefühl,         Schön wäre es, wir würden uns
                 Denke ich, dass es schön ist                                 das Rasenmähen.      welches das Lied zum Ausdruck         hier ebenfalls so leicht tun. Denn   Text: Andreas Deuschle, Land-
                 und gutes Essen gibt.                                        (M. Rich)            bringt und das – so glaube ich        gelingende Inklusion wäre Aus-       tagsabgeordneter der CDU
                 (D. Clasen)                                                                       – alle Eltern haben, egal, ob ihr     weis dessen, dass unsere Gesell-

                                                                                                   Beratung auf Augenhöhe
                                                      Denke ich an Kinder und dass
                                                      ich gerne mit Sven zusammen
                                                      wohnen würde.
                                                             (S. Gold)
                                                                                                   „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ für
         Denke ich an meine                                                                        Menschen mit Behinderung und deren Angehörige
         verstorbenen Eltern.
         (W. Muschard)
                                                                                                   Die „Ergänzende unabhängige           Wie berät die EUTB?                 Beratungsstelle:
                                                                                                                                                                      Aufgaben der Fachstelle Teilhabeberatung
                                                                                                   Teilhabeberatung“ (EUTB) berät        • auf „Augenhöhe“, damit die Be- Eisenbahnstraße 42,
                                                     Denke ich an Gemütlichkeit                    und unterstützt Menschen mit            troffenen selbstbestimmt Ent- 73207 Plochingen
                                                     und gutes Essen.                              Behinderungen, von Behinde-             scheidungen treffen können        Tel.: 07153 - 61 66-105
                                                     (D. Fliegel)                                  rung bedrohte Menschen, aber          • unabhängig von Trägern, die Fax: 07153 - 61 66-106
                                                                                                   auch Angehörige. Ziel der Ar-           Leistungen bezahlen oder er- teilhabeberatung-es@
                                                                                                   beit ist, dass die Ratsuchenden         bringen                           neuearbeit.de
                                                                                                   selbstbestimmt Entscheidungen         • ergänzend zur Beratung ande-
                                                                                                   treffen können, die die individuel-     rer Stellen                       Öffnungszeiten:
                                                                                                   len Bedürfnisse berücksichtigen       • ganz nach individuellen Bedürf- Mo, Di, Do und Fr 9:00 – 12:00 Uhr
                                                                                                   und Teilhabe ermöglichen.               nissen                            Do 14:00 – 17:00 Uhr
                                                                                                                                         • es gibt Beratung von Betroffe-
           Das ist für mich Gemein-                                                                                                        nen für Betroffene (Peer Coun- Team:
           schaft, Trubel, lachen, spie-                                                                                                   seling)                           Yvonne Rieger, Marion Zacharias,
           len, manchmal streiten, sich                                                                                                  • kostenlos bundesweit in allen Nanette Peithmann und Andreas
           versöhnen, Gemütlichkeit und                                                                                                    Fragen zur Teilhabe               Walter
           ganz viel Liebe. (D. Böser)

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Standpunkt
     Vom Status eines Erwachsenen

     Zurzeit hört man bei uns häu-                                              das recht gut. Und wenn es mal
     fig den Ausdruck „erwachsen                                                schwierig wird, sind alle zu Aus-
     sein“. Dann sagt Leonore: “Ich                                             tausch und Klärung gefragt, um
     bin schon erwachsen..“ Oder wir                                            die Situation zu entspannen. Le-
     Eltern sagen: “Du bist doch er-                                            onores manchmal eigensinniges
     wachsen..“ Je nachdem.                                                     Auftreten ist Teil ihrer Persön-
     Als wir im Sommer aus dem                                                  lichkeit, was nicht ausschließt,
     Familienurlaub durchs Land                                                 sie gegebenenfalls zur Mäßigung
     fuhren, setzten wir Leonores                                               aufzufordern. Wir hinterfragen
     Geschwister in ihren jeweiligen                                            immer wieder ihre Handlungs-
     Wohngemeinschaften ab. Dort                                                weisen und Aktivitäten, um sie
     tauchte sie ein in die lockere At-                                         interpretieren zu können, und
     mosphäre unter den Gleichaltri-                                            oft sind wir dann verblüfft über
     gen, diese Mischung aus Zusam-                                             die Logik ihres Verhaltens. Auch
     men-in-der-Küche-sitzen       und                                          spüren wir, dass es sie entlastet,
     Sich-allein-ins-Zimmer-zurück-                                             wenn sie verstanden wird und
     ziehen-können. Die letzten knapp                                           wir wieder auf einer Wellenlän-
     vierhundert Kilometer musste sie                                           ge sind. Die Widerspenstigkeit
     leider mit uns Eltern vorliebneh-                                          täuscht leicht darüber hinweg,
     men. Sie war unendlich genervt,                                            dass sie im Grunde ihres Her-
     alleine mit ihren langweiligen El-                                         zens nichts lieber mag als Har-
     tern wieder nach Hause fahren                                              monie und friedliches Miteinan-
     zu müssen und machte uns aus-                                              der.
     dauernd deutlich, dass sie auch                                            Nun befindet sich Leonore mit
     in einer WG leben wolle. Glück-      zu den Eltern viel größer sein        ihren 20 Jahren mitten in der
     licherweise legte sich der Ärger     müsste, um eigene Wünsche und         Pubertät. Sie kann eben nicht        Sanitär ∙ Heizung ∙ Solar ∙ Bäderstudio ∙ Service
     nach der Hälfte der Strecke und      Ideen verwirklichen zu können.        einfach losgehen und das Leben
     die Freude auf den gewohnten         Auch in der beruflichen Entwick-      ausprobieren, ohne dass die El-
     Alltag kehrte zurück - eine ech-     lung ist das Erwachsenwerden          tern davon etwas mitbekommen.
     te Kompetenz bei Menschen mit        eine anspruchsvolle Aufgabe. Es       Zumindest sind ihre Möglichkei-
     Down Syndrom.                        ist für Leonore keine leichte An-     ten begrenzt und vielleicht sind
     Ein weiterer Ausdruck ihres Be-      gelegenheit, sich von den Eltern      wir Eltern auch noch nicht mu-
     strebens nach Unabhängigkeit         zu lösen und parallel dazu eine       tig genug. Es bleibt spannend im
     lautet: “Eltern sind gefährlich!“    Tätigkeit zu finden, die ihr liegt    Spannungsfeld der Selbststän-
     So ihre metaphorische Botschaft,     und Spaß macht (Traumberuf:           digkeit. Den Spagat zwischen                                24h-Notdienst: Tel. 0711 34 29 22-47
     wenn sie beim Telefonieren al-       in einer Wäscherei arbeiten), und     Regulieren und Fördern üben wir
     leine sein möchte oder darüber       gleichzeitig erwachsen zu sein,       weiter mit dem sportlichen Ziel,     Julmi GmbH ∙ Ostpreußenstraße 7 ∙ 73760 Ostfildern/Parksiedl.
     nachdenkt, mit jemandem etwas        wofür gute Umgangsformen in           für Leonore den passenden Platz
     zu unternehmen o.ä. Sie sagt         der Öffentlichkeit und im persön-     in den Disziplinen Wohnen, Ar-       Tel. 0711 34 29 22-0 ∙ Fax -30 ∙ info@julmi.de ∙ www.julmi.de
     damit nicht nur, man solle sie in    lichen Kontakt gefragt sind.          beit und Freizeit – also den Le-     Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9:00 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:00 Uhr
     Ruhe lassen, sondern macht uns       Das ist viel Arbeit, die auf allen    bensort - zu finden.
     dramatisch deutlich, dass aus        Seiten positive Energie und Krea-
     ihrer Perspektive der Abstand        tivität braucht. Im Prinzip gelingt   Text: Bettina Beutel

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Das Leben bereichern und Möglichkeiten erweitern                                                                Jeder soll die Texte der Bibel verstehen
     Stiftung Lebenshilfe Esslingen unterstützt Menschen mit Behinderung                                             Auftaktveranstaltung in Stuttgart zur „Bibel in leichter Sprache“

                                           verwendet. Die Vergabe der Mit-      Frau mit einer Behinderung Op-       Leichte Sprache ist bereits vielen   Deshalb startete im Oktober
                                           tel erfolgt jährlich auf Vorschlag   fer von sexualisierter Gewalt zu     Menschen bekannt. Es gibt auch       2019 eine neue Aktion. Die Bibel
                                           des Stiftungsvorstandes durch        werden, ist um ein Vielfaches hö-    Bücher in leichter Sprache. Zum      in leichter Sprache wird jetzt vie-
                                           das Stiftungskuratorium.             her als von Menschen ohne Be-        Beispiel: Krimis, Kochbücher,        len Menschen bekannt gemacht.
                                                                                hinderung.                           Ratgeber.                            Eine Arbeitsgruppe hat dafür
                                           Im Jahr 2019 hat die Stiftung        Dank der Unterstützung der Stif-                                          extra ein ganzes Heft zusam-
                                           zwei Projekte gefördert:             tung Lebenshilfe Esslingen von       Für Christen ist ein Buch sehr       mengestellt. Da sind ganz viele
                                                                                1.000 € konnte ein Wen-Do Kurs       wichtig. Die Bibel. Die Texte der    verschiedene Ideen drin. Beim
                                           • Inklusives Wohnheim Stutt-         für die Frauen kostenfrei angebo-    Bibel sollen von vielen Menschen     Auftakt der Aktion waren von der
                                           garter Straße                        ten werden.                          verstanden werden. Deshalb ha-       Lebenshilfe Esslingen Ines Bi-
                                           Hier wurde die Anschaffung ei-       Fünf Frauen, die von der Lebens-     ben einige Menschen damit an-        dinger und Julius Könekamp als
                                           nes Grills sowie die Ausstat-        hilfe betreut werden und in ihren    gefangen, die Texte der Bibel in     Experten für diese Aktion einge-
                                           tung des Gemeinschaftraumes          Wohnungen oder bei den Eltern        leichter Sprache zu schreiben.       laden. Sie konnten den anderen
                                           mit 1.650 € Förderung ermög-         leben, haben an dem Kurs zur                                              gut erklären, warum für die fro-
                                           licht. Diese Anschaffung wurde       Prävention und Stärkung teilge-      Das ist gar nicht so leicht. Zu-     he Nachricht von Jesus und Gott
                                           mit Freude wahrgenommen. Es          nommen. Die Teilnehmerinnen          erst nimmt eine ausgebildete         leichte Sprache wichtig ist.
                                           fanden bereits einige Grillevents    wurden darin bestärkt, sich zu       Übersetzerin den Text der Bibel
                                           statt, zu welchen auch die Nach-     trauen, zu für sie unangeneh-        und übersetzt den Text in leich-     Deutlich wird das an einem Bei-
                                           barschaft eingeladen wurde.          men Kontakten und Berührungen        te Sprache. Dann wird der Text       spiel. Ich schreibe zuerst den Bi-
                                           Gemeinsam wird das Grillen ge-       „Nein“ zu sagen. Abwehrtechni-       von Menschen mit Lernbehinde-        beltext in schwerer Sprache:
     Die Stiftung Lebenshilfe Esslin-      plant, alle Beteiligten genießen     ken wurden ebenso eingeübt wie       rung überprüft. Weil es aber hei-    Jesus verkündete das Evangeli-          ternet können alle Menschen die
     gen wurde im Jahr 2000 ge-            das gemeinsame Draußen-Sein          auch gemeinsam besprochen            lige Texte sind, müssen die Tex-     um Gottes und sprach: Die Zeit          Texte lesen und hören: www.
     gründet. Die Erträge der Stiftung     und Miteinander.                     wurde, wie und wo man Hilfe ho-      te nochmal geprüft werden von        ist erfüllt, das Reich Gottes ist       evangelium-in-leichter-sprache.
     fließen in Projekte und Angebote      Für den Gemeinschaftsraum            len kann.                            Menschen, die beim katholischen      nahe. Kehrt um und glaubt an das        de.
     der Lebenshilfe Esslingen für Kin-    wurde zusammen mit den Be-           Für die Teilnehmerinnen waren        Bibelwerk arbeiten. Diese Men-       Evangelium!                             Es gibt auch Bücher. Kleine Bü-
     der, Jugendliche und Erwachse-        wohner*innen ein Sideboard ge-       es zwei intensive und sehr lehr-     schen haben Theologie studiert.      Ines Bidinger und Julius Köne-          cher, die gut als Geschenk ge-
     ne mit geistiger und mehrfacher       kauft und aufgebaut. Darin findet    reiche Tage. Die Frauen gingen       Sie möchten, dass die wichtigen      kamp schauten etwas irritiert,          nutzt werden können. Und große
     Behinderung. Deren Leben wird         u.a. der DVD-Player Platz, mit       gestärkt und selbstsicherer in ih-   Aussagen von Jesus und Gott          als sie den Text hörten. Aber ihre      Bücher, die es in jeder Kirche ge-
     dadurch bereichert und um Mög-        welchem die Bewohner*innen           ren Alltag zurück.                   durch die Übersetzung nicht ver-     Gesichter strahlten, als sie die        ben sollte.
     lichkeiten erweitert, die durch die   in Kino-Atmosphäre (Lieblings)-                                           loren gehen. Nach dieser Verän-      Übersetzung in leichter Sprache
     staatlichen Sicherungssysteme         Filme anschauen können.              Text: Elke Willi                     derung gibt es noch eine Mitar-      hörten.                                 Informationen zur Arbeitshilfe,
     nicht gegeben sind.                   Auch die gewünschten Gesell-                                              beiterin mit Down-Syndrom, die       Jesus erzählte allen Menschen           zu den Büchern und zu Work-
     Möglich wird diese wertvolle          schaftsspiele bereichern so man-                                          den Text liest.                      von Gott. Jesus sagte: Freut euch.      shops zu diesem Thema bei:
     Unterstützung z.B. durch Zu-          chen Abend. Gemeinsam mit ei-                                                                                  Gott will, dass alles in der Welt gut   Tobias Haas, Seelsorge bei Men-
     stiftungen aus Erbschaften. Die       nigen Bewohner*innen wird ein         Kuratorium                          Wir haben also zwei Herausfor-       wird. Ihr dürft Gott dabei helfen.      schen mit Behinderung, Kirch-
     Zustiftung fließt in das Stiftungs-   Konzept entwickelt, Spieleaben-       Andrea Lindlohr, Dr.-Ing.           derungen. Die gute Nachricht, die    Macht euch bereit zum Helfen.           heimer Str. 114, 73249 Wernau,
     vermögen ein und gewährleitet         de für alle im Haus Wohnenden         Annette Silberhorn-Hemmin-          in der Bibel steht, soll durch die   Gott braucht euch.                      Mail: tobias.haas@drs.de www.
     mit ihren Zinserträgen eine dau-      sowie die Nachbarschaft anzu-         ger, Julius Schweizer, Sven         Leichte Sprache nicht verloren                                               wir-sind-mittendrin.de oder Die-
     erhafte Unterstützung von Men-        bieten.                               Seuffert-Uzler                      gehen. Die gute Nachricht, die       Zum Ende des Tages kam Weih-            ter Bauer, katholisches Bibel-
     schen mit Behinderung. Auch                                                                                     in der Bibel steht, soll auch von    bischof Matthäus Karrer zur             werk, Mail: dieter.bauer@bibel-
     Spenden an die Stiftung sind          • Selbstbehauptungskurs für           Vorstand                            Menschen mit einer Lernbehin-        Gruppe. Damit zeigt die katholi-        werk.de
     möglich. Diese werden in voller       Frauen mit Behinderung                Michael Buck, Franz Hirschle,       derung oder mit einer geistigen      sche Kirche: Uns ist die Bibel in
     Höhe zeitnah für ein Projekt o.ä.     Das Risiko, als Mädchen oder          Elke Willi                          Behinderung verstanden werden.       leichter Sprache wichtig. Im In-        Text: Tobias Haas

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