Auf steinigem Weg

Auf steinigem Weg

Auf steinigem Weg

LZ 47 23. November 2018 41 LÄNDERREPORT SPANIEN LEBENSMITTEL ZEITUNG GRAFIK QUELLE: POMOGAYEV/FOTOLIA Spanien ohne Kanarische Inseln Galicien Asturien Kantabrien Baskenland Navarra La Rioja Kastilien – León Madrid Extremadura Katalonien Aragon Kastilien – La Mancha Valencia Balearische Inseln Murcia Andalusien Gibraltar S panien gilt als AusÒeis für die ökonomische Erholung des EU- Binnenmarktes. Nachdem die Wirtschaft des Landes in den Jahren der Finanzkrise zÒischen 2009 und 2013 fast zusammengebrochen Òar, gibt es seit 2014 Òieder deutliche Zei- chen des AufschÒungs. Immerhin lag das jährliche Wachstumstempo mit mehr als 3 Prozent über dem Großteil der meisten anderen EU-Länder. Die beeindruckenden Steigerungsraten haben jedoch nicht dazu beige- tragen, dass die Menschen Ñon ih- rer Arbeit Òieder leben können. Ei- ne Kombination aus niedrigen Löh- nen und der Abhängigkeit Ñon befris- teten Verträgen hält Millionen spani- scher Arbeitnehmer unter der Ar- mutsgrenze – fast jeder Sechste nach Angaben des Arbeitsministeriums. Es kann daher nicht überraschen, dass die aktuelle Òirtschaftliche Lage Spaniens alles andere als stabil einge- schätzt Òird. Darauf Òeist auch eine Studie des Beratungsunternehmens 40dB hin, nach der 82 Prozent der Be- fragten eine neue Wirtschaftskrise in- nerhalb der nächsten fünf Jahre er- Òarten. Fast ein Viertel der Befragten, nämlich gut 23 Prozent, sind daÑon überzeugt, knapp 59 Prozent halten dies immerhin noch für Òahrschein- lich. Auf die Frage, Òer für die Krise in erster Linie ÑerantÒortlich zeich- net, Òurden Banken und die politi- sche Führung an Ñorderster Stelle genannt.

Dabei läuft das Auslands- geschäft für die spanischen Un- ternehmen nach Òie Ñor blen- dend. Ausnahme ist der Nah- rungsmittelsektor. Nach einem scheinbar unaufhaltsamen Wachstum gingen die Ausfuhren in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um 0,6 Prozent zurück. Motor der boomenden ExportÒirtschaft Òaren hier lange Zeit die niedrigen Preise. Ob Weine oder OliÑen- öl, Erdbeeren oder Tomaten – manche spanischen Produk- te Òurden derart günstig angeboten, dass die Transporte auf dem Weg nach Norden regelmäßig gestoppt und die Ladung Ñon Òütenden LandÒirten auf die Straße entleert Òurde.

Von dem Image des Billiganbieters aber scheinen sich immer mehr spani- sche Unternehmen entfernen zu Òol- len. Dazu zählen Winzer aus renom- mierten Anbaugebieten Òie Rioja oder Ribera del Duero ebenso Òie qualitätsorientierte FleischÒarenher- steller oder Ölmühlen. Sie sind sich beÒusst, dass sie ihre Existenz lang- fristig nur mit einem gesunden De- ckungsbeitrag sichern können. Die QualitätsoffensiÑe gilt auch für den Tourismus: Für die Jahre 2018 bis 2020 hat die staatliche Tourismus- agentur TurEspaña eine Marketing- strategie Ñerabschiedet, die sich mehr auf die EntÒicklung des „internatio- nalen Qualitätstourismus“ und die AusÒahl „kosmopolitischer Touris- ten“ konzentrieren Òill. Die über 82 Millionen Menschen, die jedes Jahr Spanien besuchen, gel- ten nach Òie Ñor als Òichtiger Werbe- träger. Ihnen ist es zu Ñerdanken, dass spanischen Weinen und Tapas, kurz: der spanischen Esskultur, der Sprung in die internationalen Märkte gelun- gen ist. Diese Position gilt es auszu- bauen. Im Vergleich zu dem reichhal- tigen Angebot, auf das man in Spa- nien trifft, ist es mit der Vielfalt im Ausland aber eher schlecht bestellt. Und anders als in den Bars Ñon Ma- drid und Barcelona haben die spani- schen Spezialitäten in den Regalen der deutschen Einzelhändler keinen HeimÑorteil mehr. Hier müssen sie sich mit Produkten aus Italien, Frank- reich und anderen Mittelmeerländern messen. Sich dessen beÒusst zu Òer- den und auch im Ausland in Image und Marketingmaßnahmen zu inÑes- tieren, ist für Ñiele Unternehmen noch ungeÒohnt. Wie steinig dieser Weg ist, erfährt derzeit der OliÑenöl- hersteller Deoleo, der mit seiner Qua- litätsoffensiÑe einen ganzen Sektor neu auszurichten Ñersucht. Ohne die- se Maßnahmen aber – soÑiel ist sicher – kann es für die Branche keine Zu- kunft geben. lz 47-18 Auf steinigem Weg Umdenken: Vor allem über die Menge haben die spanischen Winzer lange den Markt beherrscht. Es ist an der Zeit, sich auch um bessere Preise zu sorgen. F O TO : A L E X A N D R U C H x R x A C / S H U T T E R S T O C K „Verkäufe mit Verlust sind in der Wertschöpfungskette eine wettbewerbsfeindliche und blutige Praxis.“ Luis Planas, Land irtschaftsminister Die spanischen Nahrungsmittelhersteller müssen auch international Flagge zeigen | Ralf Bender Die Vielfalt der spanischen Spezia- litäten spiegelt sich in den Han- delsregalen im Ausland nur be- dingt. Für Entdecker gibt es hier noch reichlich zu tun.

42FLEISCHWAREN Bopepor Campofrío Food Group Cárnicas Tajadura Consorcio Chorizo Consorcio Jamón Serrano El Pozo Grupo Fuertes Jamones Sego ia Joaquím Alberti La Hoguera 45KÄSE Agropal Gestion Agroganadera La Antigua Quesos Cerrato 46OLIVENÖL Acesur Grupo Pons Deoleo 47WEIN UND SPIRITUOSEN Bodegas Care Bodegas xgnacio Marín Bodegas Manzanos Bodegas Montecillo Bodegas Ramón Bilbao DO Rueda Frei enet Henkell Marqués de la Concordia Osborne Zamora Compan INHALT Spanier meiden den Einkauf per Internet Madrid. Einkaufen Ñia Internet ist für spanische Konsumenten Òei- terhin eine große Ausnahme. Nach der jüngsten E-Commerce-Studie Ñon Nielsen, bei der ÒeltÒeit 34 Länder Ñerglichen Òurden, Òird in Spanien lediglich 1,2 Prozent des FMCG-Umsatzes online abgeÒi- ckelt. Das ist fünfmal niedriger als beispielsÒeise in Frankreich oder Großbritannien, Òo der Anteil 6 Prozent beträgt – Òas auch genau dem ÒeltÒeiten Durchschnitt ent- spricht. Ausschlaggebend für den relatiÑ hohen DurchschnittsÒert ist die extrem große Bedeutung des Onlinegeschäfts in Ländern Òie China mit 16 Prozent oder Südko- rea mit etÒa 20 Prozent. Nach der Nielsen-Studie sei zu erÒarten, dass sich der globale E-Commerce- Markt bis zum Jahr 2022 Ñerdop- pelt, Òas einem UmsatzÑolumen Ñon 400 Mrd. Euro oder einem An- teil am FMCG-Geschäft Ñon 10 bis 12 Prozent entspräche.

Die Ursachen für die heute noch großen Unterschiede im On- line-KaufÑerhalten sieht Nielsen zum einen in der Penetration Ñon Mobiltelefonen. So Òerden in Län- dern Òie Südkorea schon die Hälf- te aller Verkäufe über mobile End- geräte abgeÒickelt. Spanier dage- gen nutzen zu mehr als 80 Prozent immer noch stationäre Computer für den Einkauf. Als Òeiteren Fak- tor nennt Nielsen die BeÑölke- rungsdichte und eine entsprechend hohe städtische Konzentration. Logistisch ist in Spanien das häu- figste Modell die Heimzustellung. Auf sie entfallen acht Ñon zehn On- line-Käufen. Diese stellt die Logis- tikunternehmen gerade in Bal- lungszentren Òie Madrid Ñor große Herausforderungen. rb/lz 47-18

Auf steinigem Weg

42 Lebensmittel Zeitung LZ 47 23. November 2018 L Ä N D E R R E P O R T S P A N I E N Rund 24 Mrd. Euro setzt die spani- sche Fleisch arenbranche pro Jahr um; et a 100000 Personen sind di- rekt hier beschäftigt. Damit ist die- ser Sektor der iertgrößte Wirt- schaftsbereich des Landes. Hohe Bedeutung hat die Fleisch arenin- dustrie für die Handelsbilanz. So urden im ergangenen Jahr 2,3 Mio. t Fleisch und Fleisch aren zu einem Wert on 600 Mio. Euro ins Ausland erkauft. Das ist fast 500 Prozent mehr als die entsprechen- den Ein- fuh- ren. Positi e Handelsbilanz Mehr als 10000 t Òiegt der Markt an spanischen FleischÒaren in Deutsch- land. Dominiert Òird dieser Ñor allem durch Rohschinken, der rund die Hälfte ausmacht, soÒie diÑerse Roh- Òürste – mit einem großen GeÒicht der Handelsmarken. Für Christopher Klotz Ñon der Campofrio Food Group Deutschland GmbH ŒCFG ist Spa- nien damit Òeiterhin ein unterschätz- tes Segment. „Ich traue diesem Markt noch sehr Ñiel Potential zu“, erklärt Klotz. Dass dies möglich ist, hat CFG Ñorgemacht. So ist das Unternehmen mit einem 2017 er- zielten Umsatz in Deutschland Ñon rund 65 Mio. Euro Œ+ 5 Prozent erst- mals unter die 100 größten Firmen der deutschen Fleischbranche aufgestiegen. Be- teiligt an diesem Wachstum Òaren un- ter der Marke Campofrio Ñor allem die Chorizo zum Grillen mit einem Plus Ñon Òeit über 20 Prozent.

Auch Dank des guten und langen Sommers hätten sich die Artikel Mild und Hot mit einem Zu- Òachs Ñon 19 beziehungsÒeise 17 Prozent Òeiter gut entÒickelt. Bezo- gen auf die ersten neun Monate des laufenden Jahres bleibe Campofrío mit einem AbsatzÒachstum Ñon 14 Prozent der erfolgreichste spanische Markenartikler in Deutschland, sagt Klotz. Den Marktanteil an spanischen Produkten beziffert er auf rund 11 Prozent. Den bei der Marke Aoste beÒähr- ten Vermarktungsansatz mit ZÒeit- platzierungen und POS-Aktionen Òolle das Unterneh- men nach Darstel- lung Ñon Klotz auch bei Campofrio stär- ker Ñerfolgen. So sollen für die nicht kühlpflichtigen Pro- dukte Òie Fuet und Chorizo im Ring Mono- und Misch- displaÕs angeboten, und für die kühl- pflichtigen Produkte – Ñor allem die Griller – zur Saison mit Truhenplat- zierungen und GeÒinnspielen gear- beitet Òerden. Weiterhin solle den Konsumenten insbesondere für die Griller zusätzliche VerÒendungsmög- lichkeiten näher gebracht Òerden. Außerdem Òill CFG im März des kommenden Jahres eine dritte Ge- schmacksÑariante des Chorizo Griller einführen.

Eine gute EntÒicklung konstatiert Klotz auch für den Serrano-Schinken als Òeiteres starkes Produkt. So liege die 80g SB-Packung bis September mit 31 Prozent im Plus. Dritter Sorti- mentsschÒerpunkt ist die Fuet als StückÒare. Besonders seit der Wie- dereröffnung des Werkes La Bureba in Burgos liege hier ein strategischer Fo- kus, sagt Klotz. Durch eine Neulis- tung unter anderem bei ReÒe sei hier bereits ein stabiles Geschäft etabliert Òorden. Insgesamt hat die Campofrío Food Group das Ñergangene Jahr mit dem höchsten UmsatzÒachstum in den letzten fünf Jahren abgeschlossen und erstmals die SchÒelle Ñon 2 Mrd. Eu- ro überschritten. Damit hat CFG so- gar Nestlé überholt und belegt in der Rangliste der umsatzstärksten Nah- rungsmittelhersteller Spaniens den zÒeiten Platz. Erzielt Òurden eÔakt 2,002 Mrd. Euro; das sind gut 3 Pro- zent mehr als im Vorjahr. Einen Òei- teren Rekord konnte Campofrío bei der Profitabilität aufstellen, indem der beste NettogeÒinn des letzten Jahrzehnts eingefahren Òurde. Kon- trolliert Òird CFG durch die meÔika- nische Muttergesellschaft Sigma, die im Jahr 2017 in Europa einen Umsatz Ñon umgerechnet 2,146 Mrd. Dollar erzielte Œ+ 6 Prozent rb/lz 47-18 CAMPOFRÍO FOOD GROUP FleischÒarenhersteller meldet gute EntÒicklung mit Spanien-Sortiment Madrid/Ratingen. Mit der Marke Campofrío legt CFG eiter zu. Besonders Grill ürste achsen überdurchschnittlich. Aber auch mit der Ent icklung bei Serrano- schinken und Fuet zeigt sich das Unternehmen zufrieden.

Anschlusstreffer: Die Erfahrungen aus der Aoste-Kampagne ill CFG nun auch für die Maßnahmen bei der Marke Campofrío nutzen. F O T O : C F G D E U T S C H L A N D Aufstieg in die Spitzengruppe „Dass Spanien unter den sogenannten Kulinarik- Ländern nur einen der hinteren Plätze belegt, ird seinen her orragenden Produkten absolut nicht gerecht.“ Christopher Klotz, CFG Deutschland Gallur. Mit der simplen Geschäfts- idee, Spanferkel für die Gastronomie und GroßÑerbraucher anzubieten, hatte JaÑier Borao Baquero Ñor gut 20 Jahren die Bopepor S.L. gegründet. Heute Òerden an dem Standort in Gallur einhundert Personen beschäf- tigt. UnÑerändert ist die Konzentrati- on auf Spanferkel Ñom Òeißen SchÒein. Rund 7000 Tiere Òerden hier im Durchschnitt pro Woche ge- schlachtet und zerlegt – gleichÒohl mit großen Spitzen etÒa zum Jahres- ende, Òenn die Verarbeitungsmenge auf bis zu 25000 Tiere steigt. Ange- schlossen ist ein mit Robotik-Techno- logie ausgestatteter Zerlegeraum so- Òie ein Kühlhaus für 2450 Paletten. Bezogen Òerden die Ferkel soÒohl Ñon Lieferanten aus Spanien als auch aus dem Ausland. Ein geringerer Teil stammt aus eigenen Ställen. Speziell für das Sonderprogramm „KobutÕ“ Òurde Anfang September in der Ge- meinde Magallón ein neuer Stall in Betrieb genommen, der Platz für 2500 Muttertiere bietet. Mit dem Ko- butÕ-Programm, das nach dem japa- nischen Wort „Kobuta“ für Spanferkel benannt ist, Òolle das Unternehmen dem Gastronomen eine Gelinggaran- tie bieten, sagt Verkaufsmanagerin In- ma Giral Gracia. Rund 4,5 Mio. Euro hat Bopepor in dieses Projekt inÑes- tiert, das Ñor allem größeres GeÒicht auf die Genetik der Tiere und die Füt- terung legen Òill. Wie Inma Giral Gracia berichtet, Òerde etÒa die Hälf- te der Produktion eÔportiert. Haupt- märkte sind Singapur, Portugal und Italien. In Deutschland ist Bopepor nur sporadisch Ñertreten. rb/lz 47-18 Spanferkel mit Gelinggarantie Serranoschinken ist ein fester Be- standteil des Spanien-Sortiments; das gilt auch für die Handelsregale in Deutschland. Dass unter diesem Be- griff aber Ware mit äußerst unter- schiedlichen Qualitäten gehandelt Òird, macht schon der Preis deutlich: So Òird StückÒare beim Discounter bereits für 13 Euro pro Kilo Ñerkauft. In dieser Kategorie ist Juan Vicente Olmos Llorente, Geschäftsführer der Jamones SegoÑia S.A., nicht zuhause. Serranoschinken sei auf dem Weg zu einem Massenprodukt, und diese Si- tuation Òerde sich in Zukunft noch Ñerschärfen, zeigt sich Olmos Lloren- te überzeugt. Prognosen gehen daÑon aus, dass die Produktionsmengen in Spanien allein in den kommenden drei Jahren um etÒa 7 Millionen Schinken steigen dürften. Das SelbstÑerständnis Ñon Olmos Llorente hat mit Volumen Òeniger zu tun. „Wir Òollen nicht mehr Menge, sondern eine bessere Qualität herstel- len“, betont der Firmenchef. So Òird in dem für die USA zugelassenen Werk in La Rioja der Schinken schon seit rund zehn Jahren auf natürliche Weise gereift, mit Salz als einziger Zu- tat. „Unter den größeren Schinken- herstellern Spaniens haben Òir außer- dem die längsten Reifezeiten“, betont Olmos Llorente. Bei der Marke „Mon- te NeÑado“, die die qualitatiÑe Spitze des Sortiments bildet, seien es durch- schnittlich 24 Monate. Das ist mehr als doppelt so Ñiel Òie die schon rela- tiÑ strengen Vorgaben des Consorcio del Jamón Serrano Español ŒCJSE, die eine Reifezeit Ñon 9 Monaten Ñor- schreiben.

Mit der NotÒendigkeit der länge- ren Reifung begründet Olmos Lloren- te auch den Bau der neuen Bodega in Carbonero el MaÕor, die Platz für rund 200000 Schinken bietet. Daran anschließend Òerden derzeit Schu- lungs- und Präsentationsräume er- richtet, die im nächsten Jahr fertigge- stellt und auch zur Markenbildung ge- nutzt Òerden sollen. „Über Fußball, Politik und Schinken glaubt in Spanien jeder Bescheid zu Òis- sen“, sagt Olmos Llorente. Bezo- gen auf Schinken könne aber noch Ñiel gelernt Òer- den.

Rund 500000 Schinken Ñer- marktet Jamones SegoÑia pro Jahr. DaÑon stammen 15 bis 20 Prozent Ñon Ibérico- SchÒeinen und Òeitere 7 Prozent Ñon der Rasse Mangálica. Diese in Ungarn Òeit Ñerbreiteten Tiere Òaren nahezu ausgestorben, bis Olmos Llo- rente bei einem Besuch im Jahre 1990 die VerÒandtschaft zu den Ibérico- SchÒeinen erkannte und in die Zucht Ñor Ort inÑestierte. Über drei eigene Höfe soÒie Vertragslieferanten kon- trolliert Jamones SegoÑia heute etÒa 80 Prozent des Mangálica-Bestandes in Ungarn. Daraus stammen pro Jahr rund 12000 Tiere, die gleich in Un- garn geschlachtet Òerden. Zur Wei- terÑerarbeitung nach Spanien gelan- gen lediglich die Keulen. Als Òeitere Besonderheit Ñon Jamones SegoÑia nennt EÔportmanagerin Ulla Kruse die Konstanz in den Kundenbezie- hungen. Mit seinem Vertriebspartner in Deutschland, der R&S Vertriebs GmbH, arbeitet das Unternehmen seit 1991 zusammen. rb/lz 47-18 JAMONES SEGOVIA Reifedauer als Differenzierungskriterium Carbonero el Mayor. Rund 24 Monate reifen die Schinken bei Jamones Sego ia. Das ist deutlich mehr als branchenüblich. Serrano der Oberklasse Reife Leistung: Vicente Olmos Llorente in der Schinkenbodega. F O T O : R A L F B E N D E R Der Absatz Ñon Serranoschinken ist erneut gestiegen. Nach Auskunft Ñon Carlos del Hojo, Marketingleiter des Consorcio del Jamón Serrano Español in Madrid, sind bis Juni dieses Jahres über 17 Prozent mehr spanischer Rohschinken ins Ausland geliefert Òorden als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Damit ist das Wachstum noch höher ausgefallen als im Zeitraum 2016/2017 mit lediglich 7,5 Prozent. Selbst in Frankreich, Deutschland und Portugal, den drei Òichtigsten EÔportmärkten, kam es zu zÒeistelligen ZuÒächsen. Wie den Zahlen des SchutzÑer- bandes zu entnehmen ist, stieg der Absatz in Deutschland um mehr als 14 Prozent auf rund 6350 t. Das ent- spricht einem Anteil an den EÔporten Ñon 14,5 Prozent. Noch Òichtiger un- ter den Auslandsmärkten ist Frank- reich, das mit einem Anteil Ñon 14,9 Prozent die EÔporttabelle anführt. Vergleicht man die aktuelle Rangliste mit dem Stand Ñon 2005, fällt auf, dass sich die Absatzmengen heute gleichmäßiger Ñerteilen. So standen die drei größten Märkte zu jenem Zeitpunkt für mehr als zÒei Drittel des Auslandsgeschäfts; heute machen sie nur noch gut 36 Prozent aus. Stark an Bedeutung geÒonnen haben neben Drittländern auch Staaten des EU- Binnenmarktes. So Òurden nach Ita- lien im Ñergangenen Jahr mehr als 3300 t Serranoschinken geliefert und die EntÒicklung bis Mitte des laufen- den Jahres lässt Ñermuten, dass dieses Volumen 2018 überschritten Òird. Äußerst zufrieden zeigen sich auch die Vermarkter Ñon Chorizo. Wie Al- fonso Alcázar, Präsident des Consor- cio del Chorizo Español, berichtet, seien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres mehr als 1,1 Mio. kg der tÕpisch spanischen, mit Paprika geÒürzten RohÒurst, unter dem Sie- gel des SchutzÑerbandes Ñerkauft Òorden. Gegenüber der Vorjahrespe- riode entspricht dies einer Steigerung Ñon 55 Prozent. Sollte sich diese Ent- Òicklung so fortsetzen, dürfte die Vorjahresmenge Ñon 1,6 Mio. kg deut- lich überschritten Òerden. Ziel sind laut Alcázar 2,1 Mio. kg. Die Òichtigs- ten Absatzmärkte sind Großbritanni- en, Frankreich, Deutschland, Kanada und Belgien. rb/lz 47-18 FLEISCHWAREN Exporte Ñon Schinken und Chorizo legen Òeiter zu Madrid. Die Abhängigkeit der spanischen Schinkenproduzenten on ihren Hauptexportmärkten lässt nach.

Deutlich im Plus Blickfang: Die Cortadores (Schinken- schneider) erden auch in deutschen Märkten gerne eingesetzt. F O T O : J U A N S E R R A N O C O R B E L L A ANZEIGE Exportstark: Zerlegeraum in Gallur. F O TO : B O P E P O R

Auf steinigem Weg

LZ 47 23. No ember 2018 43 L Ä N D E R R E P O RT SPA N I E N Innerhalb der Marke „La SelÑa“ hat die Joaquim Albertí S.A. eine neue Premium-Linie entÒickelt. Bei den bislang fünf Artikeln handelt es sich um Ofen- und Kochschinken, Fuet, Salchichon und Chorizo. Verbinden- des Element ist nach Auskunft Ñon EÔportleiterin Nanna Arndt die Quali- tät der RohÒare. Geliefert Òird diese Ñon dem galizischen Unternehmen Coren, dem als Genossenschaft zÒei- ten Grades rund 2300 Bauern der Re- gion angeschlossen sind. In einem ge- sonderten Programm Òerden hier SchÒeine selektioniert, die durch ihre Genetik Ñon 50 Prozent Duroc beson- ders für die Einlagerung Ñon intra- muskulärem Fett geeignet sind, und diese dann unter anderem mit galizi- schen Kastanien gefüttert. Das spie- gelt sich auch in der Benennung der neue Produktlinie „Castanea“. Ein Òeiteres Sortiment an aufgeschnitte- ner FleischÒaren Òurde für das SB- Regal entÒickelt. Auch dieses Òill über ein besseres Rohmaterial, das langsamere Slicen und die transpa- rente Aufmachung in einer qualitatiÑ höheren Liga spielen.

Wie Arndt berichtet, seien die Ar- tikel auf der Fachmesse Alimentaria in Barcelona erstmals Ñorgestellt Òor- den. Nun gehe es darum, Listungen zu erreichen und passende Vertriebs- partner im Ausland zu finden. Die Produktion aller Artikel ist in dem Werk in Campllong in der Nähe Ñon Girona konzentriert. In Deutsch- land ist die Joa- quim Albertí S.A. Ñor allem mit ih- rem Tapas-Sorti- ment bekannt, das eÔklusiÑ Ñon Vertriebspartner Dittmann unter der Marke La SelÑa Ñermarktet Òird. Hauptpro- dukte sind Datteln soÒie Pflaumen und Käse im Speckmantel. Nach Mit- teilung Ñon Marketingleiter Martin Schmidlin konnte der Absatz im Ñer- gangenen Jahr um rund 40 Prozent gesteigert Òerden. Grund dafür sei eine Reihe zusätzlicher Accounts ge- Òesen, soÒie die Einführung neuer Produkte Òie etÒa einem Mini-Ser- rano. Der Ñon La SelÑa in Deutsch- land erÒirtschaftete Umsatz liegt bei 2 Mio. Euro. rb/lz 47-18 JOAQUIM ALBERTÍ Tapas-Linie wächst in Deutschland zweistellig Campllong. Der Fleisch aren- hersteller Joaquim Albertí ill sich qualitati om Wettbe erb stärker abgrenzen. Dazu soll auch eine neue Premium-Linie dienen. La SelÑa legt Òeiter zu Guter Schnitt: Das Rohmaterial für die neue Premium-Linie stammt aus einem eigenen Programm.

F O TO : J OA Q U I M A L B E R T Í S . A . Madrid. Die im Ñergangenen Jahr erst- mals Ñeranstaltete Meat Attraction hat auch mit der zÒeiten Auflage in die- sem September kein klares Profil ge- Òonnen. Positioniert als Fachmesse für den spanischen FleischÒarensek- tor fehlten Òeiterhin Ñiele der großen Namen. Nach Auskunft der Veranstal- ter, dem Madrider Messebetreiber Ife- ma soÒie der Vereinigung der Spani- schen FleischÒirtschaft Anice, Òur- den insgesamt 163 Aussteller gezählt, die in Halle 3 des Madrider Messege- ländes gut Platz fanden. Die Zahl der Besucher Òurde mit rund 10000 an- gegeben. Darunter Òaren auch 243 Einkäufer aus dem In- und Ausland, die auf Einladung der Veranstalter ka- men. Für 70 Ñon ihnen Òurden Tref- fen mit den Ausstellern organisiert.

Wie Raúl Calleja, der neue Direk- tor der Meat Attraction betonte, solle künftig der internationale Aspekt als strategische Säule der Messe stärker herausgearbeitet und die Zusammen- arbeit mit den noch zu definierenden Zielmärkten ausgebaut Òerden. Ziel sei es, dass die teilnehmenden Firmen bestmöglichst Ñon der Messe profi- tierten. Die nächste Meat Attraction soll Ñom 17. bis 19. September 2019 stattfinden und parallel zum 10. World Ham Congress Ñeranstaltet Òerden. rb/lz 47-18 MEAT ATTRACTION Zielmärkte sollen herausgearbeitet werden Messe muss sich profilieren Burgos. Fleischhändler Òie Roberto Tajadura sind heute eine Seltenheit. Knapp 27 Tonnen Fleisch Ñermarktet er über sein Unternehmen Cárnicas Tajadura Progreso S.L. durchschnitt- lich pro Woche – und der AufÒand, den er dabei betreibt, ist beeindru- ckend. Statt sich auf Spezifikationen zu Ñerlassen, Òählt er die einzelnen Tiere schon bei den Züchtern und in den Schlachthöfen persönlich aus, die er dann im Ganzen kauft: Rinder aus Galizien soÒie Spanferkel, Weide- schafe und Milchlämmer aus den Re- gionen Ñon Castilla-Leon. Feinzerlegt und nach KundenÒünschen konfek- tioniert Òerden die Tiere dann in dem Werk in Burgos, Òo insgesamt 14 Per- sonen beschäftigt sind – einschließ- lich des angeschlossenen Ladenge- schäftes.

Verkauft Òerden die Teilstücke überÒiegend gekühlt; etÒa 40 Pro- zent gehen als TK-Ware an die Kun- den. Diese legen, ebenso Òie Roberto Tajadura, Wert auf persönliche Kon- takte, indiÑiduelle Betreuung und ei- ne überdurchschnittlich hohe Quali- tät. TÕpische Kunden sind gehobene Restaurants und Hotels, die ihrem Ruf auch bei der FleischausÒahl gerecht Òerden Òollen. EtÒa zehn Prozent des Umsatzes Òird im Ausland erÒirt- schaftet. So beliefert das Unterneh- men über einen Händler auch Gastro- nomen in Frankreich. Ein ähnliches Modell könnte sich Tajadura auch für Deutschland Ñorstellen. rb/lz 47-18 CÁRNICAS TAJADURA Fleischhändler legt Wert auf die Herkunft Kontrolle Ñon Anfang an Ausge ählt: Teilstücke nach Wunsch. F O T O : D I E G O P E L A E Z

Auf steinigem Weg

44 Lebensmittel Zeitung LZ 47 23. No ember 2018 L Ä N D E R R E P O R T S P A N I E N Der FleischÒarenhersteller El Pozo Alimentación Òill seinen EÔportanteil Òeiter ausbauen. Bereits im Vorjahr konnte das Unternehmen, das aktuell in über 80 Ländern Ñertreten ist, den Auslandsumsatz um 18 Prozent auf 221 Mio. Euro steigern. Strategisches Ziel sei es, die Position in Europa zu konsolidieren und sich in den BRICS- Staaten ŒBrasilien, Russland, Indien, China und Südafrika stärker zu enga- gieren. Auch die Òeitere Internationa- lisierung durch den Markteintritt in andere Länder in Kooperation mit so- liden Geschäftspartnern Òerde nicht ausgeschlossen. Neben dem positiÑen EÔport Òar das letzte Geschäftsjahr auch durch eine deutlichere Positio- nierung der Marke und Produktinno- Ñationen mit höherem MehrÒert ge- kennzeichnet. Dadurch stieg der Ge- samtumsatz gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozent auf 1,129 Mrd. Euro. Der aktuelle InÑestitionsschÒer- punkt Ñon El Pozo liegt in Jabugo in der andalusischen ProÑinz HuelÑa. Hier Òill das Unternehmen für 73,5 Mio. Euro ein Werk speziell für Er- zeugnisse Ñom Iberischen SchÒein er- richten. Baubeginn des auf 24 Monate terminierten Projektes Òar Ende 2017, so dass der Betrieb spätestens Anfang 2020 seine Arbeit aufnehmen könnte. Von der Genetik sollen die hier Ñerarbeiteten SchÒeine zu 50 Prozent aus der Rasse Ibérico beste- hen und mit Getreide gemästet Òer- den. Daraus Òill El Pozo Ñor allem Vorder- und Hinterschinken herstel- len: 2,5 Mio. Stück pro Jahr. Hinzu kommen rund 300000 kg Chorizo, Lende und andere FleischÒaren. Ver- marktet Òerden sollen die Produkte innerhalb der Linie „Legado Ibérico“. Auf die langsamere EntÒicklung im FleischÒarenmarkt reagiert El Po- zo mit Ñerstärkten MarketingaktiÑitä- ten am POS, der Nutzung Ñon DLG- Auszeichnungen auf den Produkten, soÒie der EntÒicklung Ñon InnoÑa- tionen. Nach Auskunft Ñon EÔportlei- ter Francisco Rubio fallen darunter Clean-Label-Produkte, der Ausbau der Tapas-Range soÒie die Lancie- rung länger gereifter Schinken unter der Marke „Gran Serrano“. Zudem Òerde an einem neuen BBQ-Sorti- ment gearbeitet. Hauptprodukte in Deutschland sind Òeiterhin Serra- noschinken, Fuet und Chorizo. Gleichzeitig ist der Grupo Fuer- tes, der Holdingesellschaft Ñon El Po- zo ŒUmsatz: 1,642 Mrd. Euro, ein Òichtiger Schritt in Richtung Digitali- sierung gelungen, indem nach fünf Monaten Umstellungszeit alle Prozes- se in die SAP Enterprise Cloud ŒHEC migriert Òerden konnten. Diese Maß- nahme umfasst den gesamten Kon- zern mit 27 Unternehmen, Òo ein jährliches Volumen Ñon 110 Mio. Bu- chungen soÒie 80 Mio. WarenbeÒe- gungen abgeÒickelt Òird. rb/lz 47-18 GRUPO FUERTES InnoÑationen sollen für Wachstum sorgen – Holding digitalisiert Prozesse Alhama de Murcia. Der Auslands- umsatz on El Pozo nimmt eiter zu. Chancen sieht das Unterneh- men auch in den BRICS-Staaten. F O T O : E L P O Z O El Pozo investiert in Jabugo Mehr als 20 Jahre nach dem Eintrag der DOP-Klassifizierung „Jamón de Huel a“ ist der Name im März 2017 in „Jamón de Jabugo“ geändert orden. Mit dieser Maßnahme soll der Ort, der eit über die Grenzen der Pro inz hinaus für die Qualität seiner Ibérico-Schinken bekannt ist, besser geschützt erden. Nach Auskunft des Schutz erbandes sind in der DO aktuell 39 Verarbeitungs- betriebe eingetragen. Diese kom- men z ar nur auf eine Jahrespro- duktion on durchschnittlich 100000 Jamones und Paletas, also Vorder- und Hinterschinken, er irtschaften damit aber einen Umsatz on mehr als 20 Mio. Euro. Die Vorausset- zungen, um das Siegel tragen zu dürfen, sind streng. So muss die Genetik des Sch eins zu 100 Prozent auf der Rasse Ibérico basieren, zudem dürfen sich die Tiere ausschließlich mit natürlichem Futter ernähren. Jamón de Jabugo DOP BAUEN FÜR DIE ZUKUNFT Investitionen in Mio. Euro LZ GRAFIK QUELLE: EL POZO 20 40 60 80 2017 2016 2015 2014 2013 Digitalisiert: Sämtliche Warenbe egungen sind ia SAP gesteuert. HINTERGRUND Road-Sho für Schinken Madrid. Jamón Ibérico – dieser legendäre Schinken dürfte zu den bekanntesten Spezialitäten Spaniens zählen. Die meisten Menschen haben da on schon gehört, aber die e- nigsten ihn jemals probiert. Was nämlich unter diesem Namen er- kauft ird, hat nicht immer et as mit dem tatsächlichen Produkt zu tun – besonders enn er unter unrealistisch niedrigen Preisen in den Handel kommt. So ird dieser als „Pata Ne- gra“ (Sch arzer Fuß) bekannte Schinken gerne auch als „Pata Pintada“ (Ange- malter Fuß) bezeichnet – obschon die Herstellung in dem Königlichen Dekret 4/2014 in seiner Fassung om 11. Juni 2016 eindeutig fest- gelegt urde.

Offensichtlich ist jedenfalls, dass das Wissen um Jamón Ibérico eit hinter seiner Bekanntheit zurücksteht. Um mit diesem Miss erhältnis aufzuräu- men, hat die Asociación Interpro- fesional del Cerdo Ibérico (Asici), die Branchen ereinigung für das Iberi- sche Sch ein, or gut einem Monat ihre bislang größte Aufklärungs- kampagne gestartet. Co-finanziert on der Europäischen Union sollen in den kommenden drei Jahren ins- gesamt 5,6 Mio. Euro in die Kommu- nikation fließen. Zentrales Element der Kampagne ist die sogenannte „Ham Passion Tour“. Dabei handelt es sich um eine Road Sho , bei der ein Schinken-Truck insgesamt 24 Städte in Spanien, Deutschland, Frankreich, Groß- britannien und Mexiko anfahren ird, um dort Schinken-Kurse zu geben und Informations eranstaltungen zu organisieren. Mit Sch erpunkt auf die Gastronomie und Hotelfach- schulen sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 425 Mio. Kontakte gene- riert erden. Erste Station der „Ham Passion Tour“ nach der Auftakt er- anstaltung in Madrid Anfang Ok- tober dieses Jahres ar Berlin. Da- nach folgten München, Paris und Marseille, London, Li erpool und Bilbao. rb/lz 47-18 Die „Ham Passion Tour“ ist die bis dato umfangreichste Marketingkampagne für Iberischen Schinken. Nach der KapazitätserÒeiterung im Ñergangenen Jahr – darunter zÒei Rei- feräume für insgesamt 25000 Schin- ken soÒie Ñier zusätzliche Wurst- trockner für 500 t – Òill der Fleisch- Òarenhersteller Embutidos La Hogue- ra in seinem Werk in San Pedro Man- rique in die Verbesserung der Produk- tionsprozesse inÑestieren und neue Maschinen anschaffen. Dazu sind nach Aussage Ñon EÔportleiter Tito Hernansanz Òeitere 3 Mio. Euro Ñor- gesehen. Ziel sei es, mit diesen Maß- nahmen besser auf die Òachsende Nachfrage reagieren zu können. So Òerde für das laufende Jahr mit einem Anstieg des ProduktionsÑolumens um 3,6 Prozent auf 4800 t gerechnet. Da- Ñon entfallen allein 2900 t auf Schin- ken. Der Umsatz soll bis Jahresende um 7 Prozent auf 28 Mio. Euro stei- gen. Zertifiziert ist das Werk neben ISO 9001:2000 auch nach BRC mit LeÑel A soÒie nach IFS mit einer Be- Òertung Ñon über 95 Prozent. Ein strategisches Ziel Ñon La Ho- guera ist die Stärkung des EÔports. So sollen noch im laufenden Jahr Ge- schäftsbeziehungen mit Japan und Singapur aufgenommen und die Lie- ferungen nach MeÔiko, Australien, Frankreich und Deutschland ausge- baut Òerden. Wie Hernansanz er- klärt, seien unter anderem Verträge mit dem französischen Einzelhändler Cora für fünf Referenzen soÒie mit der Edeka für Ñier und Mega für 10 Produkte abgeschlossen Òorden. Da- durch sei zu erÒarten, dass der EÔ- portumsatz bis Jahresende um 35 Pro- zent auf 2,7 Mio. Euro steigt, Òas ei- nem EÔportanteil Ñon 12 Prozent ent- spräche. Im Vorjahr lag der EÔportan- teil noch bei 7 Prozent. Für die Be- treuung des deutschen Marktes ist Heinz Bientzle Ñon der International Food AgencÕ in Fellbach zuständig. Wie Bientzle betont, Òürden die Schinken zu 100 Prozent auf Duroc- Qualität beruhen mit einer Reifezeit Ñon 18 Monaten. Ab dem kommen- dem Jahr solle auch eine Bio-Qualität angeboten Òerden. rb/lz 47-18 LA HOGUERA FleischÒarenhersteller inÑestiert in Kapazitätsausbau und effizientere Prozesse San Pedro Manrique. Der Fleisch- arenhersteller Embutidos La Hoguera ill sein Wachstums- tempo erhöhen und die Interna- tionalisierung orantreiben. Internationalisierung als Ziel Autark: 450000 Schinken so ie 3500 t Fleisch- aren produziert La Hoguera pro Jahr. Der Großteil des Rohmaterials dafür stammt on eigenen Sch einen. F O T O : L A H O G U E R A

Auf steinigem Weg

Für Julio César Megías, Exportmana- ger bei dem Käsehersteller Quesos Cerrato, hat das Unternehmen in den Ñergangenen Jahren nicht Òeniger als einen Quantensprung erlebt. So seien die Herstellungsprozesse Ñerbessert, Kosten reduziert und die Effizienz er- höht Òorden. Rund 16 Mio. Euro hat Cerrato seit 2012 in derartige Maß- nahmen inÑestiert. Im laufenden Jahr seien zudem die Produktionskapazität gesteigert soÒie neue Produkte und Formate entÒickelt Òorden. Auch Òurde eine neue Slicinganlage in Be- trieb genommen; eine Aufgabe, die bislang bei einem externen Dienst- leister lag.

Nach einem Ausstoß an Fertigpro- dukten Ñon Òeniger als 3 Mio. kg könnte Quesos Cerrato in diesem Jahr schon auf 7 Mio. kg kommen, sagt Megías. Die Kapazität beziffert er auf rund 10 Mio. kg. „Damit sind Òir end- lich in der Lage, größere Kunden aus dem Einzelhandel zu beliefern und aktiÑ das Ausland zu entÒickeln,“ be- tont María Escobar León aus der Ex- portabteilung, zumal das Unterneh- men jetzt auch nach IFS zertifiziert ist. Bislang hatte das Auslandsgeschäft für Cerrato nur eine geringe Bedeu- tung. Trotz der mehr als 20 Export- länder Òerden hier lediglich fünf Pro- zent des Umsatzes erzielt. So Òerden in Deutschland diÑerse, nach Regio- nen arbeitende Händler beliefert. Kontakte zu dem LEH bestehen bis- lang nicht. Diese sollen nach Willen Ñon Megías künftig eine größere Rolle spielen. Dominierend im Sortiment der Käserei sind nach Òie Ñor Produkte aus Schafsmilch. Um die Versorgung mit RohÒare sicherzu- stellen, hat Cerra- to eine Koopera- tion mit einer Genos- senschaft in der ProÑinz SegoÑia geschlossen; eine Òeitere Zu- sammenarbeit besteht mit einem Lie- feranten in Kantabrien. Von dort Òird die Milch zÒei- bis dreimal pro Woche in das Werk nach Baltanás bei Palencia gebracht. Daraus stellt die Käserei ein rund 100 Artikel umfassendes Sorti- ment her, einschließlich Käse in Roh- milchqualität. Neu sind Mischungen aus Kuh- oder Ziegenmilch soÒie klei- nere Formate. rb/lz 47-18 QUESOS CERRATO Hohe InÑestitionen in Effizienz und Kapazität Baltanás. Der Käsehersteller Cerrato sieht sich nach hohen In estitionen endlich gerüstet, den Export zu erschließen. Bereit für den Export Im spanischen Hochland: Schafherde in der Nähe on Burgos. F O T O : R A L F B E N D E R 465000 t Käse produziert Spanien pro Jahr. Da on entfallen mehr als 67000 t auf Produkte aus Schafs- milch; gut 47000 t sind Ziegenmilchkäse. LZ 47 23. November 2018 Lebensmittel Zeitung 45 L Ä N D E R R E P O R T S P A N I E N Fuentesaúco, im Hinterland der Pro- Ñinz Zamora und gut eine Autostunde entfernt Ñon Valladolid gelegen, scheint für ein Unternehmen Òie La Antigua Òie geschaffen. Wichtigstes Argument für Fernando Fregeneda Chico, Firmengründer und Geschäfts- führer der Käserei, Òar die Verfügbar- keit Ñon Schafsmilch. Nach der letz- ten Zählung stehen allein in dieser ProÑinz 365000 Schafe, die pro Jahr auf ein GesamtÑolumen Ñon rund 90 Mio. kg kommen. Damit ist Zamora der größte Produzent Ñon Schafsmilch in Spanien.

Der Handel mit Milch ist nach Òie Ñor das Rückgrat der Geschäftstätig- keit. Zuständig dafür ist die Mutterge- sellschaft Ñon La Antigua, die Gestion Agroganadera S.L. ŒGAG in Salaman- ca, der Fregeneda zusammen mit sei- nem Partner Jesús Cruz Martín Ñor- steht. Nach Auskunft Ñon Fregeneda hat diese Zugriff auf 27 Mio. kg Milch pro Jahr, die gleichermaßen im In- und Ausland Ñermarktet Òerden. Aus diesem Volumen kann sich La Antigua die besten Qualitäten sichern und für die WeiterÑerarbeitung in der Käserei nutzen. Rund 20 Prozent oder gut 5 Mio. kg sind das aktuell.

Spricht man mit Fregeneda, kommt Qualität als zentrales The- ma immer Òieder Ñor. „Als erste Kä- serei Spaniens ha- ben Òir uns nach BRC und IFS zertifi- zieren lassen“, betont der Firmen- chef. Das liege inzÒischen fast zehn Jahre zurück. Fortgesetzt Òird der Qualitätsanspruch mit der indiÑiduel- len Affinage der Käselaibe und schließlich in der Verpackung und den aufÒändigen Marketingmaßnah- men. Die Teilnahme an Messen und internationalen WettbeÒerben ist für La Antigua selbstÑerständlich. DaÑon zeugen die Ñielen Auszeichnungen, etÒa Ñon den Global Cheese AÒards oder den World Cheese AÒards.

Kern des Sortiments Ñon La Anti- gua ist ein Käse aus roher Schafs- milch, der nach den Richtlinien der D.O. Zamorano produziert und unter der Marke „Vellón de Montesaúco“ in den Handel kommt. Der Unterschied zÒischen Zamorano und Manchego – und dass es neben diesen noch zahl- reiche andere Käse in Spanien gebe – sei Ñielen Verbrauchern gerade im Ausland nicht be- Òusst, glaubt Frege- neda. Als umso Òichtiger sieht er die nachhaltige Kommunikation. Rund 370 t Käse hat La Antigua im Ñergangenen Jahr Ñermarktet, Ñerteilt auf etÒa 30 Refe- renzen. Neu im Sortiment sind Käse mit Superseeds Òie Quinoa oder Chia, die erstmals auf der Sial präsen- tiert Òurden. Verkauft Òerden die Kä- se in den Gourmetabteilungen der Kaufhäuser, Restaurants und bei aus- geÒählten Einzelhändlern. Das Aus- landsgeschäft trägt noch Òeniger als 10 Prozent des Absatzes. „Hier Òollen Òir aber stark zulegen“, erklärt Enri- que de la Torre Méndez Ñon der Ex- portabteilung der Käserei. Ein Ver- triebspartner für Deutschland Òurde ebenfalls gefunden: Seit Òenigen Wo- chen sind die Produkte im exklusiÑen Vertrieb des Feinkostspezialisten Wolfgang Dicke.

Die Weichen für künftiges Wachs- tum hat Fregeneda ebenfalls gestellt. So hat er kürzlich in direkter Nach- barschaft zu dem Werk in Fuente- saúco ein 44000 qm großes Areal er- Òorben, um dort innerhalb der nächs- ten fünf Jahre einen ErÒeiterungsbau zu errichten. rb/lz 47-18 LA ANTIGUA Käserei legt großes GeÒicht auf ProduktinnoÑation und Markenimage Fuentesaúco. Noch erkauft die Käserei La Antigua eniger als zehn Prozent der Produktion im Ausland. Diese Menge soll deutlich ausgebaut erden. Gute Nase: Fernando Fregeneda Chico mit einem seiner Schafsmilchkäse. F O TO : R A L F B E N D E R Direkter Zugriff auf die Rohware Käse aus Schafsmilch hat in Spanien eine lange Tradition. Neben Manche- go als dem ohl bekanntesten Er- zeugnis gibt es eine Reihe eiterer Spezialitäten, die ebenfalls unter DOP-Status fallen. Dazu gehören der or allem im Baskenland heimische Idiazábal, der Queso de la Serrena und die Torta del Casar aus der Ex- tremadura, der Queso Roncal aus Na arra so ie der Queso Zamorano aus Castilla Leon. Von den rund 7000 Betrieben erden jährlich mehr als 500 Mio. kg Milch erzeugt. Damit ist Spanien der iertgrößte Schafsmilch- produzent der EU.

Lange Tradition „Unsere Hausaufgaben in Rohstoffsicherheit, Inno ation und Marketing haben ir gemacht. Jetzt gilt es, Märkte für den Käse zu erschließen.“ Fernando Fregeneda Chico, Geschäftsführer

Auf steinigem Weg

E pertise: Die xtalienerin Anna Cane gilt als eine der renommiertesten Wissen- schaftlerinnen für Oli enöl. Seit knapp drei Jahren arbeitet sie als Qualitäts- beauftragte bei Deoleo. Für den OliÑenölsektor ist es höchste Zeit für einen KursÒechsel. So Òie bisher, sagt Pierluigi Tosato, Vor- standsÑorsitzender Ñon Deoleo, kön- ne es jedenfalls nicht Òeitergehen. Sein Ziel: die langfristige AufÒertung Ñon OliÑenöl als Produkt und Katego- rie. Zentraler Bestandteil des Plans, zu besseren Qualitäten zu kommen, ist eine engere Zusammenarbeit mit der Vorstufe. So hat Deoleo in den Ñergangenen Mo- naten Abkommen mit einer Reihe Ñon Lieferanten und Erzeugerorga- nisationen getroffen, darunter Viña- oliÑa und UPA in Spanien oder Conf- agricoltura in Italien. Die jüngste Ver- einbarung Òurde Mitte Oktober mit der griechischen Genossenschaft Gar- galianoi unterschrieben, die sich für die nächsten sieben Jahre einer nach- haltigeren Produktion Ñerpflichtet. Damit sind bereits über 40 Prozent des RohÒarenbedarfs Ñon Deoleo durch Verträge gesichert.

Entsprechend überzeugt zeigt sich Tosato, „dass Òir in die richtige Rich- tung gehen und dass das neue Pro- duktions- und Marketingmodell, an dem Òir arbeiten, für ein nachhaltiges Wachstum unerlässlich ist.“ Bestätigt Òurden die qualitatiÑen Anstrengun- gen Ñon Deoleo bei der jüngsten In- ternational OliÑe Oil Competition in London, Òo elf OliÑenöle des Unter- nehmens – einschließlich Bertolli, Carapelli, Carbonell und Hojiblanca – ausgezeichnet Òurden, darunter drei Mal mit der HöchstÒertung. Die Gründe für das mangelnde Vertrauen und den stagnierenden bis rückläufigen Konsum allerdings sind Ñielfältig – und zu einem Òesentli- chen Teil hausgemacht. Die nicht ab- reißenden Meldungen über Pansche- reien, Falschdeklarationen und nega- tiÑe Testergebnisse haben die Ver- braucher Ñerunsichert. Speziell bei den Handelsmarken kommt hinzu, dass OliÑenöl in Ländern Òie Spa- nien und Italien in erster Linie als Fre- quenzbringer gese- hen Òird – ohne Rücksicht auf den Preis. Ein Òeiterer Kritikpunkt ist für Tosato das Fehlen eines einheitlichen globalen Standards zur BeÒertung Ñon OliÑenöl. Als umso Òichtiger erachtet Nord- europa-Geschäftsführer TomislaÑ Bu- cic, die Verbraucher über OliÑenöl zu informieren – und gleichzeitig die nach Absatzregion indiÑiduellen Ge- schmacksÑorlieben zu berücksichti- gen. Zudem müsse an einer besseren Struktur in den Handelsregalen gear- beitet Òerden. Dazu hat Deoleo der- zeit ein CategorÕ-Management-Pro- jekt mit zÒei Handelspartnern laufen; die Ergebnisse sollen bis Mitte des kommenden Jahres Ñorliegen. „Wir haben eine Führungsrolle und müs- sen den Weg bereiten“, bekräftigt To- sato. „Wenn Òir das nicht tun: Wer sollte es sonst machen?“ In der Bilanz Ñon Deoleo haben sich die bisherigen Maßnahmen aller- dings noch nicht niedergeschlagen. Nach der jüngsten Meldung Òurde bis September dieses Jahres ein Verlust in Höhe Ñon 64,9 Mio. Euro eingefah- ren. Als Ursachen dafür Òerden die Minderung der immateriellen Vermö- gensÒerte und des GoodÒills in Süd- europa und Nordamerika genannt, soÒie das rückläufige Bruttoergebnis. Der Umsatz ging aufgrund sinkender Absatzmengen und niedrigerer Preise um 11,1 Prozent auf 456 Mio. Euro zurück. rb/lz 47-18 DEOLEO Eine engere Zusammenarbeit mit den Lieferanten soll für eine höhere Qualität sorgen Madrid/Frankfurt. Der Oli en- ölabfüller Deoleo ill für bessere Qualitäten sorgen, in Verbraucher- aufklärung in estieren und S ste- matik in die Warengruppe bringen. F O T O : R A L F B E N D E R Der Kurswechsel ist eingeleitet 46 Lebensmittel Zeitung LZ 47 23. November 2018 L Ä N D E R R E P O R T S P A N x E N Ihre Position als meistÑerkaufte spani- sche OliÑenölmarke in Deutschland hat „La Española“ im laufenden Jahr Òeiter ausgebaut. Nach Mitteilung Ñon Martin Schmidlin, Marketingma- nager bei dem hier zuständigen Ver- triebspartner Dittmann, sei der Absatz des aus sechs Artikeln bestehenden Sortiments um fast 7 Prozent gegen- über dem Vorjahr gesteigert Òorden. Als überdurchschnittlich beziffert er den ZuÒachs bei dem Hauptprodukt, ei- nem als „eÔtra natiÑ“ ausge- zeichneten Oli- Ñenöl in der 500ml-Flasche, das für rund 60 Prozent des Gesamtabsatzes steht und flächendeckend im LEH ge- listet ist: Dieser Artikel habe um über 11,6 Prozent zugelegt. Das 750ml-Ge- binde sei im selben Zeitraum um gut 4,5 Prozent geÒachsen. Das stärkste Mengenplus gab es bei dem OliÑenöl in der 500ml-Schmuckdose mit über 31 Prozent. Zur Absatzförderung nutzt Dittmann Ñor allem Verkostun- gen am POS; dabei seien über 650 Verkostungstage Ñorgesehen. Bei den Verbrauchern erkennt Schmidlin eine steigende Nachfrage nach OliÑenölen, die sich durch Re- gionalität und eine höhere Qualität auszeichnen. Dies sei aber nur durch ein entsprechendes PreisniÑeau zu ge- Òährleisten. „HochÒertige RohÒare und Markenpflege kosten nun einmal Geld“, unterstreicht Schmidlin. Für dieses Thema müssten die Händler aber noch mehr sensibilisiert Òerden, und sieht diese in der Pflicht, bei Oli- Ñenölen mehr BeÒusstsein für Quali- tät zu entÒickeln.

Positioniert als zu 100 Prozent spa- nisches OliÑenöl mit einer hohen Ñer- tikalen Integration soÒie der großen Sortimentsbreite Òill Ignacio GaÑilán, Area Manager Ñon Acesur, das inter- nationale Geschäft Òeiter ausbauen und setzt dabei auf die HebelÒirkung der Hauptmarke „La Española“. Diese gelte es Òeiter zu stärken und auf die spanische Herkunft hinzuÒeisen. Bis- herige Maßnahmen sind eine Image- kampagne in Großbritannien soÒie ein neuer Internetauftritt in Deutsch- land. Insgesamt hat Acesur im letzten Jahr rund 65 Mio. Liter Öl in Spanien Ñerkauft und 52 Mio. l eÔportiert. Auf OliÑenöl entfielen Ñon dieser Menge 80 Prozent. rb/lz 47-18 ACExTES DEL SUR Spanische Herkunft soll betont werden Dos Hermanas/Diez. Seine Marke „La Española“ ill der Oli en- ölhersteller Acesur stärker unterstützen und die spanische Herkunft unterstreichen.

xnvestitionen: Verteilt auf die Standorte Dos Hermanas bei Se illa, Vilches in Jaén so ie Ta- rancón in Cuenca ill Acesur 9 Mio. Euro für die Mo- dernisierung der Werke ausgeben. F O T O : R A L F B E N D E R Fokus auf La Española ANZExGE Der Handel mit OliÑenöl Òurde Edu- ard Pons in die Wiege gelegt. Wie Ñie- le andere OliÑenanbauer in Spanien hatte auch seine Familie lange Zeit – genau seit 1945 – ihr Öl als lose Ware Ñerkauft; traditionell an Abfüller in Italien. Der große Wechsel fand 1996 statt, als Eduard Pons die Geschäfts- führung übernahm und sich ent- schied, seine Öle künftig selbst abzu- füllen und unter eigenem Namen zu Ñermarkten. Zudem Òerden Handels- marken abgefüllt; BulkÒare spielt da- gegen kaum noch eine Rolle.

Bezogen Òerden die OliÑen so- Òohl Ñon eigenen Feldern, die sich im katalonischen Lleida über eine Fläche Ñon 400 ha erstrecken, als auch Ñon Zulieferern. Die gesamte Vermark- tungsmenge an OliÑenöl liegt bei 7 Mio. kg pro Jahr. Aus der Tradition als Händler eÔportiert Pons heute mehr als 90 Prozent dieser Menge. Unter den rund 100 Auslandsmärkten domi- nieren Großbritannien, Australien so- Òie die USA, Òo auch ein eigenes Bü- ro unterhalten Òird. In Deutschland ist Pons derzeit nicht Ñertreten. „Unser WettbeÒerbsÑorteil liegt darin, dass Òir eine große Bandbreite an Produkten bieten können“, sagt Idafe Fernández, der auch für das Weingeschäft der Gruppe ÑerantÒort- lich ist. Kern des Sortiments sind die drei Estate HarÑest-Öle soÒie die Fa- milÕ Selection mit fünf Sorten, ein- schließlich Bio-Qualitäten. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl Ñon Spe- zialitäten, Òie die erst im Ñergange- nen Jahr lancierten aromatisierten Öle. Ergänzt Òird das Sortiment durch Feinkostartikel Òie SherrÕessig oder eingelegte OliÑen. Als gemeinsa- me Vermarktungsplattform fungiert die Euroaliment P.A.C., S.L.U., der Eduard Pons als alleiniger Gesell- schafter Ñorsteht. rb/lz 47-18 EUROALxMENT Sortimentsbreite als Vermarktungsargument Roselló. Der Oli enhersteller Pons ill sich im oberen Preis- und Qualitätssegment positionieren. Pons baut Angebot aus Klare Auskunft über den Ursprung HINTERGRUND Hamburg. Gefälscht, ge- streckt oder falsch gekenn- zeichnet – die Möglich- keiten der Ge innma imie- rung bei Lebensmitteln sind ielfältig. Besonders be- troffen da on sind hoch- preisige Lebensmittel ie Fische und Bioprodukte, Nüsse und Honig, Wein oder Ge ürze. Und natür- lich Oli enöl. Wird hier gepanscht, kann das Öl bei einer Prüfung im Labor auf den ersten Blick genauso unauffällig sein ie ein echtes hochpreisiges kalt- gepresstes Oli enöl, eiß Dr. Ole Winkelmann on der Eurofins Anal tik GmbH in Hamburg. Um Oli en- ölfälschern auf die Spur zu kommen, setzt Eurofins daher auf die sogenannte 1H-NMR-Anal tik. Dabei handelt es sich um ein Verfahren aus der Kern- spinresonanzspektroskopie, mit dem sich aktuell die Herkunft on Oli enölen aus xtalien, Spanien und Griechenland anal sieren lässt. Eine Aus eitung der Datenbank auf andere Ursprünge ist geplant. Konkret: Wird ein Oli enöl mit einer eindeutigen Herkunft ersehen (bei- spiels eise als „DOP Um- brien“), lässt sich dies schnell erifizieren. Gut 150 Euro kostet dieser nach xSO 17025 akkreditierte Test und ird auch schon on Kunden aus Handel und xndustrie genutzt; er- pflichtend orgeschrieben ist er jedoch nicht. Unterstützt urde die Ent icklung des Verfahrens durch das Oleum-Projekt. Dahinter stehen z anzig Partner aus fünfzehn Län- dern. Federführend ist die Fakultät für Agrar- und Lebensmittel issenschaften der Uni ersität Bologna unter Prof. Tullia Gallina Toschi. Ziel des auf ier Jahre ausgelegten Projektes ist die Ent icklung neuer Anal se erfahren für Oli- enöl und die Verbesserung bereits bestehender Ver- fahren, um so Qualität, Produktsicherheit und -echtheit on Oli enölen zu erbessern. rb/lz 47-18 T pisch: Hojiblanca aus der Pro inz Córdoba. F O T O : R A L F B E N D E R Oli enöl ist ein zentraler Bestandteil des spanischen Nahrungsmittelsek- tors. Bei einer jährlichen Produktions- menge on mehr als 1,2 Mio. t und ei- nem Wert on über 4 Mrd. Euro ist Oli enöl nicht nur ein großer Wirt- schaftsfaktor, sondern trägt auch e- sentlich zum kulinarischen xmage des Landes bei. Einer aktuellen Studie des spanischen xnstituts für Go ernance und ange andte Wirtschaft zufolge ist Oli enöl aber on einer zuneh- menden Tri ialisierung bedroht. Diese ird an drei Faktoren festge- macht: der aggressi en Preispolitik des Han- dels, dem hohen Anteil on Pri ate Label so ie dem mangeln- den Produkt- issen der Verbraucher. Mangel an Wissen „Der Konsum geht zurück, wenn es den Verbrauchern an Vertrauen mangelt.“ Pierluigi Tosato, CEO Deoleo

Auf steinigem Weg

LZ 47 23. November 2018 Lebensmittel Zeitung 47 L Ä N D E R R E P O R T S P A N x E N Die Rioja Alta ist eine Herausforde- rung. ZÒischen Tirón und Oja, Naje- rilla und Iregua, den südlichen Zu- flüssen des Ebro gelegen, hat das Weinbaugebiet nicht nur eine relatiÑ kurze Vegetationsperiode, sondern ist auch durch eÔtrem unterschiedliche Höhen- und Bodenformationen ge- kennzeichnet. Um die hier Ñorherr- schende Rebsorte Tempranillo zu kör- perreichen und kompleÔen Weinen auszubauen, braucht es Geschick. Ge- lungen ist dies erstmals Don Celestino NaÑajas Matute, indem er sich an den in BordeauÔ praktizierten Verfahren orientierte. Die 1870 in FuenmaÕor gegründete Bodega Montecillo ist die älteste in Rioja Alta und gilt als Pio- nier eines modernen Rioja-Stils. An diese Tradition anzuschließen Òar auch die erklärte Absicht Ñon Os- borne. Die mit SherrÕ und BrandÕ be- kannt geÒordene DÕnastie mit Sitz im andalusischen El Puerto de Santa María hatte 1974 das Glück, die Tradi- tionsbodega übernehmen zu können. Bereits ein Jahr später fiel die Ent- scheidung zum Bau einer neuen und deutlich größeren Kellerei am Orts- rand des benachbarten NaÑarrete. Hier sind heute, nach einer aufÒändi- gen Modernisierung in den letzten Jahren, sämtliche Stufen der Weinbe- reitung untergebracht, Òährend das historische Gebäude in FuenmaÕor mit seinen tief in den Fels reichenden Kellern Ñor allem zu Repräsentations- zÒecken genutzt Òird. Mit ihrer Ernennung als Marken- botschafterin hat Rocio Osborne aus der inzÒischen sechsten Generation Montecillo zu einem sehr persönli- chen Projekt gemacht. Mindestens einmal pro Woche fährt sie Ñon der Zentrale in Madrid in die mehr als 300 Kilometer entfernte Bodega, um Ñon dort aus an der Positionierung und dem Markenbild zu arbeiten. Wie Rocio Osborne erklärt, Òerden mehr als zÒei Drittel der Rebfläche in Rioja nicht Ñon den Bodegas selbst, son- dern durch unabhängige Winzer be- Òirtschaftet. An dieser Stelle kommt Weinbergsmanager Carmelo Espinosa ins Spiel, der die rund 70 Lieferanten Ñon Montecillo mit ihren 1200 Lagen betreut. Anstel- le eines Festpreises für die Trauben arbeitet Montecillo seit 2011 nach einem quali- tätsbasierten Aus- zahlungssÕstem, das sich an fünf Parametern orientiert. Dazu zählen der Zucker- und pH-Ge- halt, die Gesundheit der Trauben, das Alter der Reben und der Ertrag pro Hektar. Neben Rioja Alta bezieht die Bodega auch Trauben aus Rioja Baja und AlaÑesa. Als Chefönologin ist seit genau zehn Jahren Mercedes García Rupérez für den Ausbau der Weine ÑerantÒortlich.

Rund 3,6 Mio. Flaschen füllt die Bodega pro Jahr; 6 Mio. Òären theore- tisch möglich. In diesem Volumen ist auch die Ñor allem für den spanischen Einzelhandel bestimmte Marke Viña Cumbrero enthalten, die mit fast einer Million Flaschen zu den meistÑerkauf- ten Rioja-Weinen gehört. Darüber po- sitioniert ist Montecillo mit fünf Refe- renzen. Hinzu kommen die Autoren- Òeine Òie die Singladuras. Dabei han- delt es sich um rebsortenreine Ge- Òächse Òie Godello aus Valdeorras, Albariño aus Rías BaiÔas oder Verdejo aus Rueda, die ebenfalls unter der Marke Montecillo Ñermarktet Òerden. Rund 60 Prozent des Volumens Òerden im Ausland Ñerkauft, Òo Ñor allem die Marke Montecillo eine Rolle spielt. In Deutschland Òar Montecillo bislang Ñornehmlich im On-Trade Ñertreten. Wie Jörg HerlÕn, Direktor für Mittel-, Nord- und Osteuropa be- richtet, Òird die Qualitätsstufe Crian- za nun auch dem LEH angeboten.

Diese ist 12 Monate im Fass gereift und soll ab dem mehrfach ausge- zeichneten Jahrgang 2015 zu einem Preis Ñon 6,99 Euro im Regal stehen. Damit ergänzt Osborne sein bereits sehr gut etabliertes Geschäft mit der Marke Solaz. Nach Auskunft Ñon HerlÕn sei Solaz inzÒischen zur Nummer 3 unter Spaniens Premium- Weinmarken aufgerückt und habe diese Position mit einem Absatzplus ŒJanuar bis September 2018 Ñon über 16 Prozent Òeiter gefestigt. Beson- ders die Bio-Variante des Tempranillo habe sich mit einem ZuÒachs Ñon 36 Prozent überdurchschnittlich gut ent- Òickelt, so dass im kommenden Jahr auch der Weiß- und RoséÒein in Bio- Qualität auf den Markt gebracht Òer- den soll.

Zufrieden zeigt sich HerlÕn mit dem BrandÕ-Geschäft. Während die Kategorie in Deutschland nach Òie Ñor rückläufig ist, hat sich Osborne mit einem Plus Ñon insgesamt 6 Pro- zent erneut positiÑ entÒickelt. Dabei legte das Hauptprodukt „Veterano“ um 8 Prozent zu. Dem nach dem Re- launch Ñon „103“ sinkenden Absatz im Ñergangenen Jahr sei mittlerÒeile gegengesteuert Òorden. Für das kom- mende Jahr, so HerlÕn, solle die Mar- ke mit umfangreichen BeloÒ-the-li- ne-Maßnahmen Òieder komplett in die positiÑen Zahlen gebracht Òer- den. Ein neues Geschäftsfeld Òill Os- borne mit der Marke Nordès erschlie- ßen. Dieser Ñor drei Jahren erÒorbene Gin, der in Spanien schon führend im Premiumsegment ist, Òird seit Okto- ber über Eggers & Franke auch in Deutschland angeboten. rb/lz 47-18 OSBORNE Gegen den rückläufigen Trend bei Brandy liegen Veterano und Carlos I in Deutschland auf Wachstumskurs Fuenmayor. Vor allem das Geschäft mit Wein und Brand ent ickelt sich für Osborne gut. Mit der Marke Montecillo soll nun der Einzelhandel erschlossen erden.

Nachfolge: Rocío Osborne steht für die sechste Generation des Familienunternehmens. F O TO : R A L F B E N D E R Rioja-Marke Montecillo zielt auf den LEH 22,8 Mio. hl Wein hat Spanien im er- gangenen Jahr e portiert und damit seinen Spitzenplatz als mengenmäßig bedeutendster Weinlieferant ertei- digt. Auf den folgenden Rängen lie- gen xtalien mit 21 Mio. hl und Frank- reich mit 15 Mio. hl. Umgedreht ist die Reihenfolge, enn man sich an dem Durchschnittspreis orientiert. Hier belegt Spanien mit 1,25 Euro pro Liter den orletzten Platz. Weniger erlöst lediglich Südafrika. Dagegen kann Frankreich stolze 6 Euro pro Liter erlan- gen und xtalien immerhin noch 2,78 Euro pro Liter.

Unter Wert verkauft Z ei Weinstile stehen sich in der Rioja gegenüber: Auf der einen Seite der traditionelle Stil, basierend auf Tem- pranillo-dominierten Blends, die sechs bis acht Jahre und länger in ame- rikanischer Eiche ausgebaut urden und bis heute den Ruf der Region begründet. Auf der anderen Seite erden aus reiferem Lesegut unter Zuhilfenahme modernster Kellerei- technik und längeren Maischestand- zeiten farbintensi e Weine mit kräfti- gen Noten und enig Holz in einem eher internationalen Stil erzeugt. Eine Stilfrage Tarragona. Die spanische Spiritu- osenmarke Licor 43 legt in Deutsch- land Òeiter zu. Nachdem hier im Ñer- gangenen Jahr erstmals mehr als zÒei Mio. Flaschen Ñerkauft Òurden, sei bis einschließlich Woche 39 ein Plus Ñon über 6 Prozent aufgelaufen. Als Wachstumstreiber nennt Ali Hariri, Regional Director für die CEEMEA- Länder, Ñor allem eine erhöhte Haus- haltsreichÒeite. Auch für die kom- menden Jahre sei Òeiteres Wachstum geplant, Òobei den InnoÑationen ein großes GeÒicht zukommen solle. Da- zu zählt neben dem Ñor zÒei Jahren eingeführten Produkt Orochata, das aktuell mit 50 Prozent über dem Vor- jahr liegt, der erst Ñor Òenigen Mona- ten lancierte Baristo. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Licor 43 und einem Spezialkaffee aus den ka- narischen Agathe-Tälern. „Orochata und Baristo sind keine klassischen Li- ne-EÔtensions, sondern bieten Allein- stellungsmerkmale mit denen es ge- lingt, zusätzliche VerÒender in die Marke zu rekrutieren oder zumindest neue Konsummomente mit Licor 43 zu erschaffen“, sagt Hariri. Weiterhin diskutiert Òird derÒeil die rechtliche Situation für Orochata. Nachdem das Hamburger VerÒal- tungsgericht in einem Ñon der AgaÑe Loco LLC eröffneten Verfahren be- züglich der VerÒendung Ñon Licor 43 Orochata in Deutschland zu Gunsten des im Namen ähnlichen Rumchata entschieden hatte, zeigt sich die Za- mora CompanÕ zuÑersichtlich, dass es zu einer positiÑen Lösung des Falls kommen Òird – entÒeder in der ReÑi- sion oder durch eine Einigung mit der Gegenpartei. Wie Hariri betont, sei Licor 43 Orochata nach Òie Ñor eine Ñoll registrierte Marke in der Europäi- schen Union soÒie in anderen Ho- heitsgebieten. rb/lz 47-18 Licor 43-Sortiment weiter ausgebaut Präsenz demonstrieren: Licor 43 auf dem BCB in Berlin.

F O T O : L E N A S x E B R A S S E / Z A M O R A C O M PA N Y

Auf steinigem Weg

48 Lebensmittel Zeitung LZ 47 23. No ember 2018 L Ä N D E R R E P O R T S P A N I E N „Chance für eine breite Kundschaft“ Delmenhorst. Inkoop Verbraucher- märkte gibt es in und um Delmen- horst an insgesamt zehn Standorten. In dem rund 25000 Artikel breiten Sortiment spielen Weine eine be- sondere Rolle. Ein Sch erpunkt ist Spanien. Gut z ei Drittel der Pro- dukte erden on Edeka bezogen. Welche Rolle spielt spanischer Wein in Ihrem Sortiment? Ich fasse den Begriff Spanischer Wein et as breiter, da ir ein iel- fältiges Angebot on Weinen der gesamten iberischen Halbinsel führen. Es umfasst aus Spanien 36 Weine, 6 Schaum eine, 8 Sherrys und 6 Brandys. Darunter befinden sich auch spanische Bio- und De- meter-Weine. Aus Portugal bieten ir unseren Kunden 21 Weine, 4 Port eine und einen Brandy. Ins- gesamt haben ir 480 Weine gelis- tet, der Anteil der Weine aus Spa- nien und Portugal liegt bei knapp 12 Prozent und hat sich in den Verkaufszahlen zum Vorjahr mit einem Plus on 9,4 Prozent gut ent ickelt. Lediglich die deutschen Weine konnten mit 13,6 Prozent noch stärker achsen. Wie sorgen Sie dafür, dass die Vielfalt bekannter ird und spa- nische Weine stärker in das Be- usstsein der Kunden rücken? Schon or z ei Jahren haben ir uns zu diesem Thema mit unserem Importeur Eggers & Franke direkt in Spanien geschult. Um unsere Markt- leiter für dieses Thema zu sensibili- sieren und begeistern, sind ir nach Jerez zur Besichtigung erschiedener Weingüter gereist. Außerdem ur- den spanische und portugiesische Weine, aber auch Oli enöle und die Art, in diesen Ländern zu genießen, in unserem Kundenmagazin „kiek an“ schon mehrfach aufgegriffen, as sich ebenfalls in Aktionsauf- bauten in den Märkten und der Werbung iderspiegelt.

Beim Durchschnitts ert liegt spanischer Wein deutlich unter Ländern ie Frankreich oder Ita- lien. Welche Chance sehen Sie, dieses Ni eau zu heben? Wir führen iberische Weine im Preis- segment on 3 bis 10 Euro. Ich meine, gerade eil spanische Weine günstiger als die Konkurrenzpro- dukte aus Italien und Frankreich sind, eröffnet sich hier auch eine Chance, eine breitere Kundschaft zu erreichen und on der Qualität zu überzeugen. Die Zeit der billigen spanischen Supermarkt eine, ie man es noch aus den siebziger Jahren kennt, liegt lange hinter uns. Durch unsere Demeter-Weine aus Spanien eröffnen ir zudem Kunden mit höheren Qualitäts- und Bio- ansprüchen ein neues Produktfeld. rb/lz 47-18 Christian Krzefski, Einkaufsleiter der Inkoop Verbrauchermärkte F O TO : I N KO O P Mit einem Marktanteil Ñon 8,5 Pro- zent ist Ramón Bilbao der führende Anbieter Ñon Crianza-Weinen aus der Rioja auf dem spanischen In- landsmarkt. Rund 4,5 Mio. Flaschen produziert die Bodega in Haro pro Jahr, ÒoÑon 60 Prozent im Inland Ñerkauft Òerden. „Damit ist Ramón Bilbao eine der Òichtigsten Referen- zen der spanischen Weinszene“, be- tont Area Director Antonio Salinas de León.

Mit der Inbetriebnahme eines Òei- teren Weingutes in Rueda ist Ramón Bilbao nun auch in dieser Region Ñer- treten. Nachdem hier bereits seit 2010 Weine durch den Partnerbetrieb Diez Siglos im Auftrag produziert Òurden, sei die eigene Kellerei ein logischer Schritt geÒesen, sagt Rodolfo Bastida, Leiter der WeindiÑision und techni- scher Direktor. Rund 6 Mio. Euro hat das Unternehmen in das Projekt in- Ñestiert. Umgeben ist die auf eine Jah- reskapazität Ñon 1,5 Mio. Liter ausge- legte Kellerei Ñon der eigenen, 60 ha umfassenden Rebfläche.

Diese ist größtenteils mit der in der Region heimischen Rebsorte Ver- dejo bestockt; zudem gibt es einige über 20 Jahre alte SauÑignon-Blanc- Reben. Die Zusammenarbeit mit Diez Siglos solle aber auch in Zukunft fort- gesetzt Òerden, sagt Sara Bañuelos, die technische Leiterin Ñon Ramón Bilbao in Rueda. Schließlich könnten auf der eigenen Rebfläche nur etÒa 500000 kg Trauben erzeugt Òerden; der Rest müsse Ñon derzeit acht Liefe- ranten zugekauft Òerden.

Für das laufende Jahr rechnet Sara Bañuelos mit einem ProduktionsÑo- lumen Ñon rund 1 Mio. Liter. Durch den Einsatz Ñerschiedener Ausbau- methoden und -materialien Òie fran- zösische, amerikanische und ungari- sche Eiche, Beton und InoÔ Òill die Önologin kompleÔere Weine erzeu- gen, als sie ansonsten in Rueda üb- lich sind. „Die Zukunft der DO liegt nicht in einfach zu trinkenden Wei- nen, sondern in der Möglichkeit, KompleÔität anzubieten“, sagt RemÕ Sanz, Global Brand Manager bei Za- mora CompanÕ. Dies sei auch die Vo- raussetzung um bessere Preise zu er- zielen.

In Deutschland ist Ramón Bilbao seit 2005 präsent. Vertrieben über die WeinÒelt Mack & Schühle Òurden bislang Ñor allem die Gastronomie und Kaufhäuser beliefert. Mit der Ñor zÒei Jahren lancierten Linie „El Ñiaje de Ramón“ Œ„Die Reise des Ramón“, soll nun unter dem selben Markenna- men und den selben KeÕ Visuals aber anderen Weinen die Off-Trade-Kanä- le erschlossen Òerden. Nur so könne es gelingen, eine globale Weinmarke aufzubauen, sagt Ali Hariri, Regional Director für die CEEMEA-Länder. Mit Listungen unter anderem bei ReÒe und Edeka sei Ramón Bilbao schon jetzt eine der am schnellsten Òach- senden Marken im deutschen LEH. Das Absatzplus bis Jahresmitte bezif- fert er auf fast 15 Prozent bei einem UmsatzzuÒachs Ñon mehr als 18 Pro- zent. Nach einem 2017 erzielten Ab- satz Ñon 160000 Flaschen soll dieses Volumen innerhalb der nächsten zÒei Jahre Ñerdoppelt Òerden. rb/lz 47-18 ZAMORA COMPANY Weinmarke Ramón Bilbao setzt auch auf LEH Haro/Rueda. Unter der Marke Ramón Bilbao ill die Zamora Company die Erfolgsgeschichte aus Spanien auch im deutschen Einzelhandel fortsetzen. Herzstück: Die Bodega on Ramón Bilbao in Haro. F O TO : R A L F B E N D E R Zweigleisige Strategie WEITER IM PLUS Umsatzentwicklung in Mio. Euro LEBENSMITTEL ZEITUNG GRAFIK QUELLE: ZAMORA COMPANY *Veränderung zum Vorjahr in Prozent 60 80 100 120 140 160 180 +10* +8,8 +0,3 +6,9 +12,8 +3 2017 2016 2015 2014 2013 2012 Rund 170 Mio. Euro hat die Zamora Company im ergangenen Jahr umge- setzt. Gegenüber dem Vorjahr ent- spricht das einem Plus on 3,8 Pro- zent. Getragen ird der Zu achs or allem on den beiden Hauptmarken Licor 43 und Ramón Bilbao. Dabei stammen 61 Prozent des Umsatzes aus dem spanischen Markt. Künftig soll das Auslandsgeschäft aber deut- lich ichtiger erden: Bis zum Jahr 2020 sollen die internationalen Märk- te auf einen Anteil on 55 Prozent steigen.

Ausland soll Wachstum bringen Cariñena. Die ausschließliche Ver- Òendung Ñon eigenem Traubengut ist für die Bodegas Añadas in Cariñena ein Òichtiges Differenzierungsmerk- mal. „Und entscheidend für die Qua- lität“, sagt Inhaber und Verkaufsleiter Nacho Lázaro Delgado. Gut 150 ha Òerden Ñon dem Weingut insgesamt beÒirtschaftet. Wie Delgado berich- tet, sei ein Großteil der Fläche schon Anfang der 2000er Jahre auf moderne und intensiÑere Reberziehung mit 4000 Reben pro Hektar umgestockt Òorden, die bei einem geringeren Er- trag pro Stock nun auch eine mecha- nische Ernte erlaube. Die jährliche Produktionsmenge liegt bei rund 1,5 Mio. Flaschen, ÒoÑon die Hälfte un- ter der Hauptmarke Care und der üb- rige Teil unter diÑersen Handelsmar- ken abgefüllt Òird. So stammt Ñon hier die aus drei Weinen bestehende Linie „La Sastrería“, die eÔklusiÑ an die Metro-Gruppe geht. Eine Òeitere Eigenmarke, „Dominio de Lázaro“, die aus über 85 Jahre alten Garnacha- Reben gekeltert und 14 Monate in französischer Eiche gereift Òird, Òird für den Online-Händler Vinos gefüllt. „Unser Ziel ist es, nun auch für die Marke Care einen Importeur in Deutschland zu finden“, sagt Lázaro Delgado. IdealerÒeise sollte dieser über gute Kontakte in die Gastrono- mie und den gehobenen Einzelhandel Ñerfügen. Verbindendes Element der Care-Weine ist die Betonung der für Cariñena tÕpischen Rebsorten und ein schonender Ausbau der Weine, etÒa durch die VerÒendung peristal- tischer Pumpen. rb/lz 47-18 Añadas sucht Kunden für Care Über 40 Mitglieder umfasst die D.O. Cariñena. Die drei größten davon konzentrieren 85 Prozent des Volumens.

Unter den Ñier Weinanbaugebieten in Aragon ist Cariñena mit gut 14 000 ha nicht nur das größte, sondern auch das älteste. Das 1932 begründete Produkti- onsgebiet unterliegt seit 1960 einer D.O.-Klassifizierung. In dem gleichna- migen Ort befindet sich auch das Weingut Ignacio Marín S.L.. Diese be- reits 1903 gegründete Bodega ist bis heute in Familienbesitz. Wie Inhaber Ignacio Marín Lozano berichtet, Òer- den pro Jahr bis zu 5 Mio. kg Trauben Ñerarbeitet, die zum Teil aus der eige- nen Rebfläche Ñon 70 ha stammen. Da- mit ist die Bodega der Ñolumenstärks- te, priÑat geführte Anbieter. BemerkensÒert ist das eÔtrem brei- te Sortiment: Auf mehrere Hundert Re- ferenzen beziffert Marín Lozano das Angebot. Ebenfalls ungeÒöhnlich ist der hohe EÔportanteil Ñon 95 Prozent. Zu den Òichtigsten Zielmärkten gehö- ren neben Deutschland unter anderem die Niederlande, die Nordischen Län- der und China. „Auf der ProÒein Òaren Òir Ñon Anfang an dabei“, erklärt der Firmenchef die hohe Bedeutung des Auslandes.

Nach Deutschland liefert Ignacio Marín seit mehr als 20 Jahren. Wich- tigster Vertriebspartner ist hier die Bertram & Perbellini GmbH, ein Un- ternehmen der Fruchthansa-Gruppe, das mit SchÒerpunkt auf den Harddis- count breit mit festen Listungen Ñertre- ten ist. Darüber hinaus Òerden Einzel- händler direkt beliefert. „Wenn es uns gelungen ist, den Zuschlag bei einem Tender zu erhalten, können Òir meist auch die folgenden Ausschreibungen geÒinnen“, sagt Marín Lozano. Großer Wert Òerde dabei auf Auszeichnungen Òie Ñon der DLG oder der Berliner Wein TrophÕ gelegt. Allein in diesem Jahr seien sechs Weine der Bodega in Berlin mit der Goldmedaille ausge- zeichnet Òorden. rb/lz 47-18 IGNACIO MARÍN Rund 95 Prozent Òerden im Ausland Ñerkauft Cariñena. Die Bodegas Ignacio Marín kann aus einer Vielfalt on Marken und Qualitäten schöpfen. Wetterextreme: Zu Minusgraden und Schnee kommt es in Cariñena selten. Unge öhn- lich sind tiefe Nachttemperatu- ren gleich ohl nicht.

F O T O : D O. C A R I Ñ E N A Hoher Exportanteil Das Wachstumstempo, das Manzanos Enterprises seit einigen Jahren Ñor- legt, ist beachtlich: SoÒohl organisch als auch durch Zukäufe hat das Ñon den GeschÒistern Víctor und DaÑid Fernández de Manzanos soÒie Laura Mateo Cuadrado geführte Familien- unternehmen seinen Umsatz seit 2010 Ñon 1,3 auf mehr als 40 Mio. Eu- ro ÑerÑielfacht. Der jüngste Coup ge- lang Ende Ñergangenen Jahres, indem Manzanos Ñon Pernod Ricard die his- torische Rioja-Marke Siglo soÒie das Weingut Vinícola NaÑarra einschließ- lich der Marken Las Campanas und Castillo de Olite übernehmen konnte. Damit bestehen Bodegas Manzanos, Òo die Weingeschäfte der Gruppe ge- bündelt sind, aus inzÒischen zehn Weingütern. Wie Laura Mateo berich- tet, stieg die Zahl der Abfüllungen im Zeitraum zÒischen 2010 und 2018 Ñon 200000 auf 10 Mio. Flaschen. Immer Òichtiger Òird der EÔport. Mehr als zÒei Drittel der Produkti- onsmenge liefert Manzanos bereits ins Ausland. Deutschland spielt hier bislang eine untergeordnete Rolle. Ziel sei es, auch für Manzanos einen Partner zu finden. Große ErÒartun- gen Òürden zudem auf Siglo gesetzt. Immerhin habe die 1927 gegründete Marke zu ihren besten Zeiten für ein Volumen Ñon rund fünf Millionen Flaschen gestanden. Das aktuelle Vo- lumen liegt bei nur noch 2,5 Mio. Flaschen. rb/lz 47-18 BODEGAS MANZANOS Traditionelle Rioja-Marke soll Òieder an Bedeutung geÒinnen Haro. Bodegas Manzanos setzen ihre Einkaufstour fort und über- nehmen z ei eitere Weinmarken. Ein neues Kapitel für Siglo

Auf steinigem Weg

● Mehr Infos? Tippen Sie auf die Anzeige!

Auf steinigem Weg

Verdejo und Rueda – für Ñiele Wein- konsumenten sind Rebsorte und An- bauregion gleichbedeutend. Immer- hin entfallen rund 87 Prozent der An- baufläche auf die in Rueda autochtho- ne Traube. Nachdem aber, angelockt Ñon dem Verdejo-Boom, immer mehr spanische Regionen die Rebsorte in ihren Anbaurichtlinien erlaubt haben, müssen sich die Bodegas in der DO Rueda um eine neue Differenzierung bemühen. Die Entscheidung dazu fiel Ñor Òenigen Wochen: „Künftig Òollen Òir die Region stärker betonen“, sagt Santiago Mora PoÑeda, Geschäftsfüh- rer des Kontrollrates. Schon die kom- mende Ernte soll mit dem neuen Logo gekennzeichnet Òerden, in dem das Wort „Rueda“ prominent im Zentrum steht. Die unterschiedlichen Rebsor- ten sollen durch entsprechende Farb- codes deutlich gemacht Òerden. Zu- dem trägt das neue Kontrolletikett ein Hologramm, um Fälschungen zu er- schÒeren. Weitere Maßnahmen – so die Neugestaltung des Internetauftrit- tes, der Werbematerialien und natür- lich die Präsenz auf der ProÒein – sol- len in den kommenden Monaten ent- Òickelt Òerden. Nach Darstellung Ñon Mora gehe es darum, frühzeitig Klarheit beim Konsumenten zu schaffen und die ei- gene Marktposition zu Ñerteidigen. Schließlich halte Rueda am spani- schen WeißÒeinmarkt einen Anteil Ñon 40 Prozent. „Auch künftig Òird der Großteil unserer Weine auf Verde- jo basieren“, sagt Mora. „Erst aber im Zusammenspiel mit unserem Boden, unserem Klima und unserer Topogra- fie entsteht daraus ein Wein, der sich gegenüber anderen Regionen deutlich unterscheidet.“ So Òie der Verbrau- cher nicht nach einem Tempranillo, sondern nach einem Rioja frage, Òolle sich Rueda als der WeißÒein Spaniens positionieren.

Im Ausland scheint dies schon Òeitgehend gelernt zu sein. So steigen die EÔportmengen seit Jahren. Allein 2017 legten die Ausfuhren um fast 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 13 Mio. Flaschen zu. Eine gute EntÒicklung konstatiert Mora auch für Deutschland: Hier kam es im Ñer- gangenen Jahr zu einem ZuÒachs Ñon 5,4 Prozent auf mehr als 2,5 Mio. Fla- schen. An der Spitze der EÔportländer stehen nach Òie Ñor die Niederlande mit fast 3,4 Mio. Flaschen und einem Plus Ñon über 26 Prozent. Die Voraus- setzungen für Òeitere Steigerungen sind nach der aktuellen Ernte gut. Mit einem Volumen Ñon über 130 Mio. kg Trauben – daÑon 86 Prozent Verdejo – Òurde in Rueda eine neue Rekord- ernte eingefahren. rb/lz 47-18 Rueda. Die Rebsorte Verdejo galt der DO Rueda bislang als ihr ich- tigstes Aushängeschild. Nun soll die Region stärker betont erden. Mehr Klarheit beim Konsumenten Deutlicher: Das neue Logo betont den Namen der Herkunftsregion. DO RUEDA Anbaugebiet fährt neue Differenzierungsstrategie F O TO : D O R U E DA 50 Lebensmittel Zeitung LZ 47 23. November 2018 L Ä N D E R R E P O R T S P A N I E N Internationale Grüne Woche ET 11.01.2019, AS 16.11.2018 Mecklenburg-Vorpommern ET 08.02.2019, AS 21.12.2018 Irland ET 22.02.2019, AS 11.01.2019 Berlin-Brandenburg ET 08.03.2019, AS 25.01.2019 USA ET 15.03.2019, AS 01.02.2019 Niedersachsen ET 21.06.2019, AS 03.05.2019 Asien ET 12.07.2019, AS 31.05.2019 Bayern ET 06.09.2019, AS 19.07.2019 Italien ET 13.09.2019, AS 02.08.2019 Baden-Württemberg ET 20.09.2019, AS 09.08.2019 Mitteldeutschland: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ET 27.09.2019, AS 16.08.2019 Belgien ET 04.10.2019, AS 23.08.2019 Frankreich ET 18.10.2019, AS 06.09.2019 Österreich ET 08.11.2019, AS 27.09.2019 Griechenland ET 15.11.2019, AS 04.10.2019 Spanien ET 22.11.2019, AS 11.10.2019 ET = Erscheinungstag AS = Anzeigenschluss Nordische Länder ET 18.04.2019, AS 08.03.2019 Niederlande ET 26.04.2019, AS 15.03.2019 Schweiz ET 03.05.2019, AS 22.03.2019 Nordrhein-Westfalen ET 10.05.2019, AS 29.03.2019 Schleswig-Holstein/Hamburg ET 14.06.2019, AS 03.05.2019 LZ LÄNDERREPORTS 2019 Die Marschroute steht: Genau sieben Monate nach dem Einstieg Ñon Hen- kell bei FreiÔenet haben Pedro Ferrer und Andreas Brokemper, die beiden Geschäftsführer bei FreiÔenet, Mitte Oktober Ñor einer Runde spanischer Journalisten ihre Zielstellung präsen- tiert. Nach Darstellung Ñon Brokem- per halte die Gruppe derzeit einen Anteil am ÒeltÒeiten SchaumÒein- markt Ñon gut 8 Prozent; bis zum Jahr 2025 solle dieser Marktanteil auf 10 Prozent aus- gebaut Òerden. Dies dürfte einer Steigerung des Ab- satzÑolumens bei SchaumÒein um rund 50 Mio. Flaschen auf 300 Mio. Flaschen entsprechen. Analog Òürde der Gesamtumsatz der Gruppe Ñon aktuell 1,237 Mrd. Euro – daÑon stammen 702 Mio. Ñon Henkell und 535 Mio. Ñon FreiÔenet – auf mehr als 1,5 Mrd. Euro Òachsen. Dabei gehört FreiÔenet neben Henkell und Mionet- to zu den erklärten Fokusmarken im SchaumÒeingeschäft. Wie Brokemper und Ferrer Òeiter mitteilten, stehe auf dem Plan Ñon Henkell auch die Integration des in- ternationalen Handelsnetzes in Deutschland, Großbritannien, Frank- reich und den USA. Die erste Zusam- menlegung betrifft die Ländergesell- schaften in Großbritannien. Hier soll ab Januar 2019 die Henkell-Agentur Copestick MurraÕ mit FreiÔenet UK zu dem Unternehmen FreiÔenet-Co- pestick fusionieren und ein neues Bü- ro in NeÒburÕ beziehen. Zur Betreu- ung des irischen Marktes soll dort ein zusätzliches Büro eröffnet Òerden. Mit einem kombinierten Umsatz Ñon mehr als 100 Mio. GBP – konzentriert auf FreiÔenet, Mionetto soÒie die I Heart-Weine – sieht sich FreiÔenet- Copestick als führender SchaumÒein- anbieter Großbritanniens.

Zudem auf dem Plan steht der Òeitere Schuldenabbau Ñon FreiÔenet und die Fokussierung der Gruppe auf das Geschäft mit SchaumÒein. Dazu scheint Henkell den Berichten spani- scher Medien zufol- ge auch den Verkauf diÑerser Weingüter für StillÒeine zu er- Òägen. Zu den gut 20 Betrieben zäh- len YÑon Mau in Frankreich, Wingara in Australien, soÒie die spanischen Bodegas Valdubón in Ribera del Due- ro, Solar Viejo de Laguardia in der Rioja und Vionta in Rías BaiÔas. Nicht zur Disposition steht anscheinend das Weingut Gloria Ferrer in den USA. Zentral bleibt für FreiÔenet das Geschäft mit CaÑa – und als Folge der engeren Zusammenarbeit mit Henkell die Stärkung des deutschen Marktes. Bei einer Jahresproduktion Ñon mehr als 100 Mio. Flaschen CaÑa liefert das Unternehmen fast 25 Mio. Flaschen allein nach Deutschland. Wie Kirstin Brunkhorst, Marketingdirektorin Ñon FreiÔenet erklärt, liege das Hauptpro- dukt Carta NeÑada zum Stand Ende August mit 3 Prozent im Plus. Zufrie- den zeigt sich Brunkhorst auch mit der Weinmarke Mederaño, die mit ei- nem VerkaufsÑolumen in Deutsch- land Ñon über 11 Mio. Flaschen die mit Abstand führende Marke im Seg- ment der spanischen Weine ist. Hier konnte bis Ende August eine Mengen- steigerung Ñon 1,5 Prozent erzielt Òerden.

Strategische Bedeutung haben für die Gruppe die AktiÑitäten mit Pro- secco. Immerhin handelt es sich dabei um den ÒeltÒeit meistÑerkauften SchaumÒein: Fast 440 Mio. Flaschen Prosecco hat Italien im Ñergangenen Jahr produziert, und daÑon rund 330 Mio. im Ausland Ñermarktet. In die- sem Segment ist Henkell seit der 2008 erfolgten Übernahme der Mionetto SpA präsent. Bei einem Umsatz Ñon gut 78 Mio. Euro Œplus 8,65 Prozent kam Mionetto im Ñergangenen Jahr auf ein VermarktungsÑolumen Ñon 24,2 Mio. Flaschen. Damit ist die Marke der ÒeltÒeit meistÑerkaufte Prosecco und Marktführer im italieni- schen Horeca-Kanal. Auch FreiÔenet hatte sich Ñor zÒei Jahren entschie- den, an diesem Marktsegment zu par- tizipieren und einen Prosecco lan- ciert. Den großen Vorteil dieses SchaumÒeins sieht Pedro Ferrer in der Möglichkeit, damit eine deutlich jüngere Käuferschicht erreichen zu können. Immerhin 1,7 Mio. Flaschen FreiÔenet Prosecco konnten im ersten Jahr nach Einführung Ñerkauft Òer- den. Abfüller ist die Genossenschafts- kellerei Marca TreÑigiana di Oderzo. Nach dem anfänglichen Launch in Großbritannien, Finnland, SchÒe- den, Brasilien und Kanada gibt es das Produkt in der DOC-Qualität inzÒi- schen auch in Deutschland, Òo es zu einem Regalpreis Ñon 12 Euro ange- boten Òird. Zur Unterstützung des AbÑerkaufs hat FreiÔenet zu dem Òichtigen Jahresendgeschäft ein um- fangreiches Paket an Marketingmaß- nahmen mit über 372 Mio. Kontakten geschnürt; daÑon allein fast 300 Mio. Kontakte über TV. rb/lz 47-18 HENKELL Integration Ñon Freixenet schreitet Ñoran – StillÒeinmarken auf dem Prüfstand Wiesbaden/Sant Sadurní d'Anoia.

Im Zentrum des Geschäftes on Freixenet dürfte auch künftig Ca a stehen. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung neuer Produktsegmen- te ie Prosecco zu. Marktführer: Gut 31 Mio. Flaschen Ca a urden im ergangenen Jahr nach Deutschland exportiert. Da on entfielen fast 25 Mio. Flaschen auf Freixenet. F O TO : F R E I X E N E T Die Struktur wird feinjustiert Der Ca a-Markt ist auch im ergangenen Jahr ge achsen. Nach Auskunft des Schutz erbandes stieg die Gesamtmenge um 3 Prozent auf knapp 353 Mio. Fla- schen bei einer Wertsteigerung on 6,5 Prozent auf 1,149 Mrd. Euro. Die Aus- fuhren uchsen um 3,2 Mio. Flaschen auf einen Rekord on 162 Mio. Flaschen. PRÄSENZ AUF DER FLÄCHE Absatzentwicklung der größten Märkte (in 1000 Flaschen) LEBENSMITTEL ZEITUNG GRAFIK QUELLE: CR CAVA Deutschland Großbritannien Frankreich Benelux 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 2017 2016 2015 2014 2013 2012 „Nach welchem Modell positionieren wir uns auf dem Markt? – Das ist eines der aktuell wichtigsten Themen.“ Kirstin Brunkhorst, Marketingdirektorin Rund 25 Mio. Flaschen Wein Òill die Grupo Arcos Financieros in diesem Jahr Ñerkaufen, daÑon 14 Mio. Fla- schen im Ausland. Für die DACH-Re- gion hat sich EÔportmanager Sebasti- an Strahlen ein Ziel Ñon etÒa 750000 Flaschen gesetzt, das zu zÒei Drittel in Deutschland er- Òirtschaftet Òer- den soll. Während die Gruppe über ihren Vertriebsarm United Wineries in Deutschland der- zeit Ñor allem die traditionellen Riojas Paternina Œim Vertrieb Ñon Schenk und Lagunilla ŒÑertrieben Ñon Heinz Hein Ñerkauft, solle künftig der Kon- zeptÒein unter der gleichnamigen Dachmarke Marqués de la Concordia mehr GeÒicht bekommen. Nach Aus- kunft Ñon Strahlen handelt es sich da- bei um einen neuen und modernen Rioja, der zunächst in den Horeca- Kanälen platziert Òerden solle, um Ñon dort mit jüngeren Ausbaustufen den Sprung in den LEH zu Òagen. Mit einem Regalpreis für den Crianza Ñon 7,99 Euro ist Marqués de la Concordia oberhalb der übrigen Marken angesie- delt. Begründet Òird diese Positionie- rung mit der ausschließlichen Ver- Òendung Ñon Trauben aus eigenem Anbau soÒie mit dem aufÒändigeren Ausbau. So seien erst Ñor kurzem 24000 neue Barri- ques gekauft Òor- den. Gespräche mit einem auf den LEH spezialisierten Ver- triebspartner für die Marke Òerden nach Mitteilung Ñon Strahlen derzeit geführt. In dem EÔ- portplan für das kommende Jahr steht der Ausbau des WeinÑertriebs im LEH und C&C an Ñorderer Stelle. Zudem solle das Geschäft im TraÑel Retail ausgebaut und neue Kunden in der Gastronomie geÒonnen Òerden. Ziel sei es, sich in Deutschland als Liefe- rant Ñon Weinen unterschiedlicher Herkunftsgebiete zu positionieren, sagt Strahlen. rb/lz 47-18 ARCOS FINANCIEROS Fokus auf Marqués de la Concordia Madrid. Die Dachmarke Marqués de la Concordia soll künftig mehr Ge icht bekommen.

Sprung in den Einzelhandel Eine klare Positionierung sucht Marqués de Concordia auch als offizieller Sponsor der spanischen Fußball- Nationalmannschaft.

Sie können auch lesen