Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert

Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
THINK!
                                                                             CEO-TALK
                                                               Ruedi Noser, VR-Präsident
                                                                 Noser Management AG

  Kundenmagazin der ibm schweiz ag 2/2009                        BANKING IM WANDEL
                                                                    Zufriedenere Kunden,
                                                             geringere Risiken und Kosten

                                                                GLOBAL TECHNOLOGY
                                                                               OUTLOOK
                                                               Impulse für Strategien und
                                                                  künftige Technologien




DYNAMISCHE INFRA­
STRUKTUREN BESTIMMEN
DAS 21. JAHRHUNDERT
IBM setzt für die zunehmende Konvergenz von Geschäfts- und
IT-Infrastruktur die Lösungen von morgen um.
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
THINK! 2/2009
 3 Editorial
    Dynamisch in die Zukunft

 4 HIGHLIGHTS/NEWS
    • IBM Software Podcasts
    • ETH-Forscherin gewinnt IBM Faculty
      Award
    • E-Health im Vormarsch
    • Bankenstudie
    • Smart Supply Chain
    • Wussten Sie, dass ...?
    • Smarte Infrastrukturen
                                                                         Dynamische Infrastrukturen
    • 10 Jahre Industry Solutions LAB                                    Die IT-Lösungen von IBM für morgen sind kosten­
      Rüschlikon                                                         effizient, hochskalierbar, sicher und zuverlässig
    • Optimiertes Versorgungsnetz für
      Malta                                                              Seite 8

22 PRODUCTS & Services
    • ILOG
    • IBM Information on demand
    • Service Management
                                           KEYSTONE / Steffen Schmidt




    • Dynamische IT-Infrastrukturen
    • Turbo-Prozessor
    • IBM XIV Storage System
    • IBM Power 595 Server




                                                                                                                                                                 Schindler
34 70 Hertz
    David Cremese leitet seit 23 Jahren
    Hightech-Pionierprojekte                                             Intelligente Geschäfts-                   Qualität und Effizienz für
                                                                         modelle für Banken                        Schindler Electronics

                                                                         Seite 26                                  Seite 16

focus                                                                   thought leadership
 8 Dynamische Infrastrukturen                                           14 CEO-Talk                                28 Sonova
    Wie IBM die Zukunft der rasant wach-                                   Daniel Rüthemann im Gespräch mit             Optimierung der Finanzplanung
    senden Konvergenz von Verkehrs-,                                       Ruedi Noser, VR-Präsident Noser            
    Gebäude-, Produktions-, IT- und Kom-                                   ­Management AG                          29 Generali Schweiz
    munikationsnetzwerken sicherstellt.                                                                                 Flexible Portallösung mit WebSphere
                                                                        20 Global Technology Outlook                    Portal und Lotus Web
                                                                           Von Toptrends zu smarten IT-Lösungen
                                                                                                                   30 Max Bersinger AG
                                                                        26 BANKING IM WANDEL                            Der Schweizer Grosshändler für Spiel-
                                                                           Intelligente Geschäftsmodelle                waren setzt auf IBM Power Systeme x
                                                                                                                        und i

                                                                        solutions                                  32 AFG Arbonia Forster Holding AG
                                                                                                                        Effizienter und flexibler mit Wireless
                                                                        16 Schindler Electronics                        LAN-Infrastruktur von IBM und Cisco
                                                                           Qualität und Effizienz
                                                                                                                   33 GIBZ
                                                                        18 Heilsarmee                                   Optimale Sicherheitslösung für das
                                                                           Gesamterneuerung der IT-Infrastruktur        Bildungszentrum




2 | THINK! 2/2009
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
Editorial




Dynamisch in
die Zukunft
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER
Die Finanzkrise hat unsere Welt verändert. Effizienz, Risikomanagement, Sicherheit, Integri­tät und Transpa-
renz werden zu glaubwürdigen Grundsätzen einer Unternehmensstrategie. Die Krise hat uns gezeigt, dass
wir global stark vernetzt und deshalb verletztlich sind. Wichtige Veränderungen können nur in Zusammen-
arbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik realisiert werden. Wir müssen neue Potenziale erkennen,
gemeinsam Lösungen entwickeln und Verantwortung für deren Umsetzung übernehmen.

IBM nimmt diese Verantwortung ernst und will dazu beitragen, gemeinsam mit den Kunden globale
     Probleme zu lösen. Anfang Jahr hat IBM Chairman und CEO Samuel J. Palmisano mit US-Präsident
         Barack Obama Massnahmen zur Belebung der amerikanischen Wirtschaft diskutiert. Investi-
           tionen von rund USD 30 Milliarden in digitale Infrastrukturen könnten in den USA in einem
             Jahr gegen eine Million neue Arbeitsplätze schaffen. Aber auch in der Energieversorgung,
              im öffentlichen Verkehr, im Gesundheitswesen oder in der Bildung könnten nachhaltige
               Effizienzsteigerungen erzielt werden.

                  Effiziente Systeme und Prozesse sind aber auch wichtige Erfolgsfaktoren für Unter-
                  nehmen: Kosten werden reduziert, Geschäftsprozesse optimiert und deren Sicherheit
                  sowie Zuverlässigkeit garantiert. Mit dynamischen Infrastrukturen helfen wir unseren
                 Kunden ihre Ressourcen besser auszulasten, Qualität und Effizienz zu steigern sowie
                   Kosten und Risiken zu minmieren. Unternehmen aller Grössen und Branchen können so
                        ihre Wertschöpfung steigern. Dynamische Infrastrukturen bieten aber auch neue
                             Möglichkeiten: Beispielsweise können aus der täglich wachsenden Datenmen-
                                 ge benötigte Informationen besser herausgefiltert und weiterverarbeitet
                                   werden. In dieser Ausgabe des Think! zeigen wir Ihnen, wie dynamische
                                    Infrastrukturen konkret eingesetzt werden.

                                    Die IBM „Smarter Banking“-Lösung stellt den Kunden in den Mittelpunkt
                                   und ermöglicht einfaches Risikomanagement sowie die bedarfsgerechte
                                   Skalierung des Geschäfts. Wir haben dieses Modell bereits mit mehreren,
                                  global tätigen Finanzinstituten erfolgreich umgesetzt.

                                 Andere Investitionen in mehr Dynamik haben zwei weitere Schweizer
                                Unternehmen gemeinsam mit uns angepackt. So gelang es Schindler, dem
                                zweitgrössten Aufzughersteller der Welt, mit Lean Management im Bereich
                                Electronics die Produktivität, die Kosteneffizienz und die Motivation der
                                Mitarbeiter zu steigern. Und in einer Art „Operation am offenen Herzen“ hat
                                 Max Bersinger, der grösste Schweizer Grosshändler für Spielwaren, seine
                                  gesamte IT-Infrastruktur nahtlos abgelöst und mit neuen Komponenten
                                  verstärkt.

                                Im „CEO Talk“ verrät Ruedi Noser, VR-Präsident der gleichnamigen,
                              weltweit tätigen Firmengruppe und Nationalrat, was er über die Schweizer
                            Software-Industrie als „Innovationsschrittmacher“ denkt. Er ist der M
                                                                                                ­ einung,
                           dass es hierzulande rund 20 IT-Unternehmen mit Potenzial zu g ­ lobaler Präsenz
                           gibt, und dass die Schweiz im Bereich Informationstech­nologie vom Nettoim-
                            porteur zum Nettoexporteur avancieren sollte.

                                         Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

                                        Daniel Rüthemann
                                        Country General Manager, IBM Schweiz AG


                                                                                           THINK! 2/2009 | 3
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
highlights
                                                   ETH-Forscherin gewinnt
                                                   weltweiten IBM Faculty Award
                                                   Dieses Jahr wird Professorin Nesime Tat­       Einige dieser Einsatzgebiete stellen äusserst
                                                   bul vom Fachbereich Informatik der ETH         hohe Anforderungen an Durchsatzraten und
                                                   Zürich für herausragende Forschung im          Antwortzeiten. So wird beispielsweise im
                                                   Bereich „Data Stream Management-Sys-           Wertpapierhandel im Jahr 2010 mit Anforde­
                                                   teme“ geehrt.                                  rungen von mehreren Millionen Nachrich­
                                                      „Die Zukunft der High-Performance Data      ten pro Sekunde sowie Antwortzeiten unter
                                                   Stream Management Systeme liegt in der ge­     einer Millisekunde gerechnet.
Die neue Multimedia Website von IBM.               lungenen Kombination von Hard- und Soft­         Der IBM Faculty Award ist mit UDS 40 000
                                                   ware“, ist Professorin Tatbul überzeugt. Sie   dotiert. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit
                                                   und ihr Forschungsteam gewinnen durch die      werden die ETH Zürich und das deutsche
Immer                                              Zusammenarbeit mit dem Unternehmen die
                                                   Möglichkeit, IBM Expertise im Hardware­
                                                                                                  IBM Entwicklungs- und Forschungszentrum
                                                                                                  in Böblingen bei Stuttgart das Preisgeld dazu
informiert –                                       bereich mit ihrem Wissen über Software zu
                                                   verbinden.
                                                                                                  einsetzen, die weiteren Möglichkeiten der
                                                                                                  Hardwarebeschleunigung von Data Stream
Mit IBM                                               Data Stream Management-Systeme dienen
                                                   der Verwaltung und Auswertung kontinuier­
                                                                                                  Management System-Anwendungen zu un­
                                                                                                  tersuchen.
Software                                           licher Datenströme und Anfragen. Einsatz­
                                                   gebiete sind unter anderem der elektronische
                                                                                                    Mit dem IBM Faculty Award fördert das
                                                                                                  Unternehmen Forschungsarbeiten, deren Er­
Podcasts                                           Wertpapierhandel, die Überwachung von
                                                   öffentlichen Plätzen, die Qualitätskontrolle
                                                                                                  gebnisse für die Entwicklung innovativer In­
                                                                                                  formationslösungen von Bedeutung sind. Ein
                                                   und Steuerung von Produktionsanlagen, die      hochkarätiges Gremium aus internationalen
In der IT-Branche ist der stetige Wandel die       Überwachung der Wasserqualität von Flüs­       IBM Forschern und Wissenschaftern wählt
einzige Konstante. In rasantem Tempo werden        sen sowie wissenschaftliche Anwendungen.       jährlich rund 50 Preisträger weltweit aus.
neue, schnellere und effizientere Lösungen in
sämtlichen Bereichen der Kommunikations-
und Informationsverarbeitung entwickelt. Die­
ser beschleunigte Wandel erfordert jedoch aktu­
elle und kompakte Informationen.
                                                   E-Health im Vormarsch
   IBM wirkt an diesem Wandel mit und lässt
Kunden daran teilhaben: Auf der neuen Mul­
timedia Webseite von IBM werden regelmäs­
sig Audio- und Video-Podcasts über neueste
Software-Themen veröffentlicht, die Strategen
und Entwickler in der IT-Branche beschäftigen.
Die Podcasts bieten einen schnellen und umfas­
senden Überblick über aktuelle IT-Themen wie
Web 2.0, Energieeffizienz oder Service Oriented
Architecture (SOA). Der Besucher hat darüber
hinaus die Möglichkeit, seine Wünsche zum In­
halt kommender Podcasts zu äussern.
   Die neuen Medien können entweder direkt
über die Webseite abgehört oder mit einem soge­
nannten Podcatcher abonniert werden. Durch ein
solches Abonnement werden Nutzer automatisch
über neue Podcasts benachrichtigt und können
diese bequem auf ein mobiles Abspielgerät laden.
Um auf detailliertere Informationen zu den
                                                                                                                                                  Buenos Dias / fancy




Themen zugreifen zu können, stehen dem Besu­
cher der Multimedia Webseite weiterführende
Links zur Verfügung. Damit finden Interessen­
ten in einfacher Weise Neuigkeiten zu IBM Pro­
dukten, spezielle Angebote sowie die richtigen
IBM Ansprechpartner.                               IBM und Swiss Medical Suite spannen im Gesundheitswesen zusammen: Gemein-
                                                   sam werden Spitälern, Ärzten, Versicherungen und Pharmaunternehmen modulare
Besuchen Sie uns online:                           Lösungen angeboten, welche medizinische, pflegerische und administrative Patienten-
http://www.ibm.com/ch/multimedia                   daten zu einem Patientendossier konsolidieren.


4 | THINK! 2/2009
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
highlights




Bankenstudie: Sparkonto-                                                                                                     Wussten Sie, dass...
Potenzial kaum genutzt                                                                                                       …PostFinance 2008 insgesamt 843
                                                                                                                             Millionen Transaktionen verarbeitet hat?
Kaum ein Finanzinstitut wirbt aktiv mit                                                                                      Dies entspricht durchschnittlich
dem Sparkonto, wenige Banken bieten dazu                                                                                     2.3 Millionen Transaktionen pro Tag.
eine schnelle Onlinekontoeröffnung an, und                                                                                   1906 nahm der „Postcheck- und Giro-
nur die Hälfte akzeptiert eine sofortige Ein­                                                                                verkehr“ als Teil der Schweizerischen
zahlung. Dies ergab eine Untersuchung von                                                                                    Post den Betrieb auf. Heute ist Post-
IBM Global Business Services.                                                                                                Finance mit einem Marktanteil von 60
                                                                                                                             Prozent führend im nationalen Zah-
                                                 Buenos Dias / Westend 61


   Zwischen Dezember 2008 und Januar
                                                                                                                             lungsverkehr. Innovative (E-)Lösungen
2009 analysierten 15 Tester bei 36 Schwei­
                                                                                                                             werden ergänzt durch einfache und
zer Kantonal-, Regional- und Grossbanken                                                                                     günstige Produktangebote in den
schweizweit das Produkt „Sparkonto“. Dabei                                                                                   Bereichen Sparen, Anlegen, Vorsor-
standen Erstkontakt, Konteneröffnungspro­                                                                                    gen und Finanzieren. Der strategische
zess und Inter­net­auftritt im Fokus:                                                                                        Fokus von PostFinance liegt klar auf der
   E-Banking und Internet zählen bereits zu                                 Sparkonto mit Steigerungspotenzial.              Weiterentwicklung des Geschäfts mit
den wichtigsten Vertriebskanälen (vgl. IBM                                                                                   den KMU und den Privatkunden mit
Swiss Banking Survey 2008). Ein Grossteil                                   zu einem persönlichen Beratungsgespräch          kleinem bis mittlerem Einkommen und
der untersuchten Banken präsentiert sich                                    eingeladen.                                      Vermögen. Ziel ist es, bis 2013 zu den
im Web solide und übersichtlich. Jedoch                                        Laut Studie machen die Banken im Erst­        grössten Retailfinanzinstituten in der
ermöglicht nur ein Viertel, die Kontoer­                                    gespräch nur vereinzelt auf das Produkt          Schweiz zu gehören.
öffnungsunterlagen für ein Sparkonto on­                                    „Sparkonto“ aufmerksam. Auch lassen sich         Heute zählt PostFinance 2.5 Millionen
line zu bearbeiten. Auch werden konkrete                                    hier hinsichtlich Zinssatz, Rückzugsbedin­       Kunden mit insgesamt 3.6 Millionen
Möglichkeiten des Web 2.0, beispielsweise                                   gungen und Spesen schwer Vergleiche zie­         Konten. Um die Wachstumsdynamik
Online-Chat mit einem Kundenberater,                                        hen. Nur die Hälfte der getesteten Banken        und steigende Datenmenge effizient
praktisch nicht genutzt.                                                    stellt weitere Produkte und Services wie E-      zu managen,braucht es eine leistungs-
   Beim telefonischen Erstkontakt schaltet                                  Banking oder Kreditkarte vor.                    starke IT-Infrastruktur und schlanke
die Mehrheit der getesteten Banken ein                                         Trotz eines schnellen Kontoeröffnungs­        Prozesse.
Call ­Center dazwischen. Dabei wird aber                                    prozesses bei praktisch allen getesteten
                                                                                                                             Effizient auf die Kundendaten
ein Grossteil der Interessenten schnell mit                                 Banken ermöglicht nur die Hälfte, sofort
                                                                                                                             zugreifen
einer lokalen Geschäftsstelle verbunden. 90                                 am Eröffnungstag Geld auf das Sparkonto
                                                                                                                             Bis Ende 2008 wurden die personen-
Prozent der Tester konnten sich dabei am                                    einzuzahlen. Einige Finanzinstitute bieten       bezogenen Kundendaten wie zum
Telefon von der Kompetenz und Freund­                                       Übergangslösungen, bis die formelle Iden­        Beispiel Adresse und Name noch auf
lichkeit des Beraters überzeugen. Aller­                                    tifizierung und Kontoeröffnung in der Regel      verschiedenen Applikationen und
dings wurde weniger als die Hälfte proaktiv                                 nach zwei Tagen erfolgt ist.                     damit meist mehrfach geführt. Damit
                                                                                                                             die PostFinance-Berater die geschäfts-
                                                                                                                             relevanten Daten ihrer Kunden besser
Smart Supply                                                                nagment wird im Zuge zunehmender Re­
                                                                            gulierung auch im Supply-Chain-Bereich
                                                                                                                             im Überblick haben und schneller
                                                                                                                             gezielt darauf zugreifen können, galt es

Chain                                                                       immer wichtiger. Trotz der viel gepriesenen
                                                                            Kundennähe sind Unternehmen mit ihren
                                                                                                                             diese zu zentralisieren.
                                                                                                                             Das Produkt „IBM WebSphere Cus­
                                                                            Lieferanten doch enger verbunden als mit         tomer Center“ war dafür die geeignete
Im volatilen Marktumfeld sind Versorgungs­                                  ihren Kunden. Und schliesslich hat sich ge­      Lösung. Es ermöglichte PostFinance,
ketten global vernetzt und damit komplexer und                              zeigt, dass die Globalisierung, entgegen         die Qualität der Daten zu verbessern
störungsanfälliger geworden. Die zunehmende                                 anfänglicher Erwartungen, eher zu Ertrags­       und damit die gesetzlichen sowie
Geschwindigkeit der Verteilung von Gütern                                   wachstum als zu Kosteneinsparungen führt.        regulatorischen Compliance-Vorgaben
verstärkt diese Tendenz. IBM interviewte dazu                                   Um diesen Herausforderungen zu begeg­        leichter zu erfüllen. Darüber hinaus
400 Supply-Chain-Verantwortliche in weltweit                                nen, müssen Supply Chains smarter werden –       lassen sich so Marketing- und Vertriebs-
25 Ländern aus 29 Branchen.                                                 instru­mentalisiert, vernetzt und intelligent:   massnahmen zielgerichteter steuern.
                                                                                                                             Für die Integration der neuen Lösung
   Daraus ergaben sich teilweise erstaunliche                               ­Künftig braucht es vermehrt neue Instru­
                                                                                                                             in die Applikationslandschaft von Post-
Erkenntnisse. Sie sind in der IBM Global                                     mente wie Radio Frequency Identification
                                                                                                                             Finance wurde eine flexible service-
Supply Chain Study zusammengefasst: Kos-                                     (RFID), Barcodes oder andere Sensoren, die      orientierte Architektur (SOA) ange-
tenmanagement, traditionell eine Stärke                                      eine lückenlose Erfassung, Steuerung und        wandt. Damit liess sich die Komplexität
einer guten Suppl Chain Organisation, wird                                   Überwachung von Waren, sowie Produk­            reduzieren und die Wiederverwendbar-
heute durch raschen und dauernden Wandel                                     tions- und Transportmitteln ermöglichen.        keit der Applikationen erhöhen. Dies
erschwert. Mit wachsender Informationsflut                                   Damit können zum Beispiel Transportwege,        wirkt sich unter anderem positiv auf die
wird es für die Supply Chain Officer immer                                   Lagerung und Zustand von Arzneimitteln          Betriebskosten aus. Mehr dazu in der
schwieriger, die richtigen Informationen                                     von der Produktion bis zum Patienten ver­       nächsten THINK!-Ausgabe.
zeitgerecht verfügbar zu haben. Risikoma­                                    folgt und kontrolliert werden.


                                                                                                                                                     THINK! 2/2009 | 5
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
highlights




Smarte Infrastrukturen
US-Präsident Barack Obama diskutierte mit IBM Chairman und
CEO Sam J. Palmisano Empfehlungen für das US-Konjunkturpaket.


M
                 it Investitionen
                 von rund USD
                 30 Milliarden
                 in digitale In­
                 f ra st r ukt uren
könnten in den USA in einem
Jahr gegen eine Million Arbeits­
plätze geschaffen werden“. Zu
diesem Schluss kommt IBM in
Zusammenarbeit mit der Infor­
mation Technology & Innovati­
on Foundation (ITIF). Bei einem
Treffen im Weissen Haus be­
sprach IBM CEO Sam Palmisano
mit US-Präsident Barack Obama
Massnahmen zur Belebung der
Konjunktur der amerikanischen
Volkswirtschaft. Im Fokus für
das US-Konjunkturpaket stehen
in erster Linie eine IT-basierte
Gesundheitsreform (E-Health),
intelligente Stromnetze und flä­
chendeckende Breitbanddaten-
Netzwerke.

E-Health steigert die
Produktivität

Obama und Palmisano blicken




                                                                                                                                                  Reuters
dabei besonders nach Europa.
Dort tragen E-Government und          Barack Obama und Sam J. Palmisano besprechen Massnahmen zur Belebung der US-Volkswirtschaft.
E-Health wesentlich zu effizi­
enteren Abläufen bei. Im Ge­
gensatz zum alten Kontinent           einander ­online konsultieren.     Intelligente Stromnetze             tik liesse sich der Netzbetrieb in
ist in den USA E-Health noch          Fazit: Mit diesen und ­weiteren    fördern Innovation                  Echtzeit verfolgen. So könnten
kein bestimmendes Thema. In           innovativen Technologien (wie                                          durch bessere Lastverteilung
Nordamerika werden derzeit            RFID und Smartcards) liessen       Ähnliches Potenzial eines „Smar-    Stromunterbrüche verhindert und
beispielsweise elektronische Pa­      sich die Qualität, Produktivität   ter Planet“, wie Sam Palmisano      zusätzliche erneuerbare Energie­
tientenakten (EPA) erst von 10        und Kosteneffizienz in der Ge­     das Zukunftskonzept für IBM         quellen eingespiesen werden.
bis 30 Prozent der medizinischen      sundheitsversorgung massgeb­       und die ganze Welt umschreibt,         Obama und Palmisano wollen
Grundversorgungseinrichtun­           lich steigern.                     schlummert bei den Stromnetzen.     mit erneuerten Netzen die Effi­
gen eingesetzt.                          Deshalb entschieden Barack      Jährlich verbrauchen die USA        zienz deutlich steigern und die
   Mit EPA stünden der For­           Obama und sein Regierungsteam      vier Milliarden Megawatt Elek-      Masseneinführung elektrischer
schung jedoch wertvolle Daten         für 2009 im Bereich E-Health       trizität. Doch mit dem wachsenden   Fahrzeuge sowie deren Weiter­
zur Verfügung. Diese erleich­         bereits USD 30 Milliarden zu       Konsum können die nationalen        entwicklung vorantreiben. Auch
tern den direkten Informati­          budgetieren. Die daraus resul­     Stromnetze nicht Schritt halten.    hier liegt enormes Potenzial:
onsaustausch zwischen Ärzten,         tierenden Konjunktureinflüsse         „Smart Energy Grids“ erlauben    Gemäss der ITIF-Studie würden
Patienten, Spitälern und ande­        sind enorm: Laut ITIF könnten      hingegen eine Datenkommunika­       Investitionen von 50 Milliarden
ren Stellen. Via Webcams, über        zusätzliche USD zehn Millarden     tion über traditionelle Hochspan­   in „Smart Energy Grids“ über die
Breitbandanschlüsse und andere        während eines Jahres 212 000       nungsleitungen. Dank digitaler      nächsten fünf Jahre rund 240 000
Dienste könnten die Parteien          neue Hightech-­Stellen schaffen.   Sensoren und moderner Analy­        neue Stellen schaffen.


6 | THINK! 2/2009
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
highlights




Zehn Jahre Industry Solutions Lab Rüschlikon

Wo Forschung und Industrie gemeinsam
Zukunft denken
Smart Cards für sicheres E-           aktuelle Entwicklungen, neu­
Banking, Radiofrequenz-Identi­        este Forschungsergebnisse und
fikations-Tags (RFID), grüne          intelligente Lösungen kennen.
Rechenzentren – diese wegwei­            Im Rahmen des „Global
senden Technologien haben eines       Technology Outlook“ und „In­
gemein: Sie wurden ursprüng­          novation Outlook“ präsentiert
lich als Prototypen am Industry       das Forschungslabor jährlich
Solution Lab (ISL) vorgestellt        die IT-Megatrends und deren
und von IBM, ihren Partnern           Bedeutung für Wirtschaft und
und Kunden anschliessend rea­         Gesellschaft. „Bei uns gewin­
lisiert. Im IBM Forschungslabor       nen die Besucher nicht nur neue
in Rüschlikon angesiedelt, ist das    Einsichten, sondern können mit
ISL also quasi der Ort, wo For­       den IBM Experten auch über die
schung und Industrie gemeinsam        Folgen für ihr Unternehmen und
Zukunft denken.                       dessen künftige Ausrichtung dis­
   In diesem Jahr feiert das ISL      kutieren“, erklärt Pascale Lenz,
sein zehnjähriges Jubiläum. Als       Leiterin ISL & IBM Forum. Die
Treffpunkt und Dialogplatt­           Kunden haben so die Möglich­        Das ISL (links oben) ist Teil des IBM Research Lab Zürich.
form für Forschung und In­            keit, Ideen aufzunehmen und
dustrie erfreut es sich wachsen-      Altbestehendes zu überdenken.       Impulse und konkrete Marktein­      künftigen Entwicklungen in den
der Beliebtheit: Waren es 1999        Hier bietet das ISL Entschei­       blicke. Diese helfen ihnen dabei,   Bereichen Nanotechnology, Grid
noch 50 Events mit insgesamt          dungshilfe, beispielsweise bei      innovative Technologien in kon­     und Cloud Computing, Kommu­
500 Kunden, organisierte das          der Neugestaltung des Business-     krete Lösungen umzusetzen.          nikation, Da­ten­sicherheit und
zehnköpfige Team 2008 bereits         Modells. Neu sind die „Innova­          „Pervasive Computing“, „dyna­   Schutz der Privatsphäre sowie
356 Kundenanlässe mit 5 000           tion Workshops“. Sie vermitteln     misches E-Business“, „neue Web-     Energieeffizienz. Und was plant
Gästen aus ganz Europa und            vor allem KMU ein strukturier­      Generationen“, „digitale Com­       das ISL für die Zukunft? „Heute
Übersee. Zum Teilnehmer­              tes Vorgehen, um individuelle       munities“, „mobile Enterprises“,    geht der Trend mehr und mehr
kreis gehören CEO und CIO             Lösungsansätze zu entwickeln,       „hybride Systeme“ und vieles        hin zu einer ganzheitlichen Be­
von KMU und Grosskonzernen            etwa für die Realisierung des       mehr wurde in den letzten zehn      trachtungsweise von Business,
ebenso wie Politiker und Ver­         „intelligenten Fabrikgebäudes“.     Jahren im ISL unter die Lupe        Technologie und Gesellschaft.
treter von Nichtregierungs-Or­        Neben den Kun­den erhalten          ­genommen. Besonders interes­       Hier agieren wir als Vermittler
ganisationen. Im ISL lernen sie       auch die IBM Forscher wichtige       sieren sich die Kunden für die     und Berater“, so Lenz.




Optimiertes Versorgungsnetz für Malta
Strom und Wasser sind in Malta        Erdölkraftwerke lassen Energie­     elektrische Zählerüberwachen in     Wasserversorgung und Strom­
auf komplizierte Art miteinander      verbrauch und Kosten jährlich an­   Echtzeit den Stromverbrauch.        verluste frühzeitig entdecken.
verbunden. Mitten im Meer gele­       wachsen. Zudem gefährdet der        Dazu werden Tausende intel­         So können die staatlichen Ver­
gen, mangelt es dem Inselstaat an     steigende Meerespegel Maltas        ligenter Sensoren entlang den       sorgungsbetriebe gezielter pla-
Trinkwasser. Seine Energiever-        Frischwasser-Quellen. Genug         Leitungen und Verbindungen          nen und in die Anlagen inves­
sorgung basiert auf importier­        Gründe, dass sich Maltas Elektri-   in der Infrastruktur eingesetzt.    tieren. Dafür wertet das System
tem Erdöl. Die Crux: Zu über          zitäts- und Wasserwerke (Ene-       Dies erlaubt, Strompreise dem       regelmässig Daten aus. Die er­
50 Prozent wird das Wasser auf        malta und Water Service Cor­        individuellen Verbrauch anzu­       höhte Transparenz trägt dazu
der Insel von strombetriebenen        poration) mit IBM für ein Part­     passen und sparsame Konsu­          bei, die Kosten, den Wasser-
Entsalzungsanlagen aufbereitet.       nerschaftsprojekt zusammen ge-      menten mit niedrigeren Prei­        und Stromverbrauch sowie den
Kein Wunder, beziehen sich 75         tan haben. Ziel des fünfjähri­      sen zu belohnen. Zudem lässt        CO2-Ausstoss zu reduzieren.
Prozent der Wasserkosten auf          gen, mit Euro 70 Millionen ver­     sich mit der neuen Technologie      Auch kann die Regierung die
die für die Entsalzungsanlagen        anschlagten Projektes ist, das      die Stromverteilung effizien­       Bevölkerung besser über Mass­
eingesetzte Elektrizität. Malta als   weltweit erste nationale System     ter gestalten. Probleme können      nahmen informieren. Malta ist
kleinstes EU-Mitglied steht aber      für eine vollständig integrierte    schneller erkannt und behoben       nun gerüstet, seine Versorgung
nicht nur deshalb vor grossen He­     Wasser- und Stromversorgung         werden. Mit dem neuen System        mit Erdöl durch erneuerbare
rausforderungen. Auch veraltete       aufzubauen: 250  0 00 interaktive   lassen sich auch Lücken in der      Energien zu ersetzen!


                                                                                                                           THINK! 2/2009 | 7
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
Dynamische Infra-
strukturen bestimmen
das 21. Jahrhundert
IBM setzt für die zunehmende Konvergenz von Geschäfts-
und IT-Infrastruktur die Lösungen von morgen um.


A
            lle sind mit allen vernetzt, und das   in Echtzeit. Unser Dasein wird bestimmt von    drohen die heutigen Netzwerke zu verstopfen,
            Internet ist längst Realität in der    immer und überall verfügbaren digitalen und    während die Infrastrukturen immer umfassen­
            gesamten Geschäftswelt. Kaum           physischen Netzwerken, die nationale Grenzen   der und komplexer werden. Hinzu kommt, dass
            ein Unternehmen existiert mehr,        längst überwunden haben. Informationsfluss,    immer mehr Maschinen, Anlagen oder Fahrzeu­
            das sich den Verzicht einer stabi­     und Verarbeitung sind allgegenwärtig: ob zu    ge mit Kommunikationstechnologie ausgestattet
len, hochverfügbaren Netzwerkinfrastruktur         Klimawandel, Energieknappheit, Versorgungs­    werden, die physische Welt also zusehends mit
für den laufenden Daten- und Informations­         engpässen oder Finanzkrise.                    der digitalen zusammenwächst. Gleichzeitig
austausch leisten kann. Dieser hat in rasendem       Doch die dafür nötigen Ressourcen werden     erschliessen innovative Technologien ständig
Tempo zu geschehen, möglichst sicher und           knapp. Die schnell wachsenden Datenmengen      neue Anwendungen, die wiederum in atembe­


8 | THINK! 2/2009
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
Mit dynamischen Infrastrukturen                                                                                                                 Focus
stellt IBM die Zukunft der rasant wachsen-
den Konvergenz von Verkehrs-, Gebäude-,
Produktions-, IT- und Kommunikations-
Netzwerken sicher.



                                                    dann mehr als vier Milliarden Menschen. Diese      fen auch beim Antizipieren künftiger Risiken.
                                                    werden zusätzlich noch neu angebotene Servi­       Dazu gehören präventive Sicherheitslösungen
                                                    ces nutzen. Und die von digitalen Messgeräten      und Services für die Langzeitarchivierung von
                                                    mit Sensoren erfassten oder von RFID-Chips         Informationen.
                                                    übermittelten Daten nehmen weiter rasant zu.
                                                    Benötigt werden also Infrastrukturen, die diesen   Die Einsatzbereiche
                                                    Prozess tragen, unterstützen und so der wachsen­
                                                    den Digitalisierung und Vernetzung der Welt auf    Wie viel Potenzial für Kosteneinsparung, Ge­
                                                    intelligente Weise gerecht werden.                 schäftsoptimierung und Innovation in dynami­
                                                       IBM stellt sich diesem Trend: Statt der Ent­    schen Infrastrukturen steckt, lässt sich an der
                                                    wicklung auszuweichen, gilt es, die Dynamik der    Zunahme der intelligenten Technik ablesen,
                                                    Situation zu nutzen und das enorme Potenzial       die über die Netzwerke zur Verfügung steht. Ob
                                                    an neuen Möglichkeiten zu erschliessen. Darum      Verkehrs-, Gebäude-, Produktions- und IT-In­
                                                    treibt IBM die Konvergenz von schnell wachsen­     frastrukturen oder Kommunikationsnetze – der
                                                    den digitalen und physischen Infrastrukturen       flächendeckende Einsatz digitaler Messgeräte
                                                    konsequent voran und begegnet den Herausfor­       mit ihren Sensoren und deren Vernetzung er­
                                                    derungen mit IT-Bausteinen für das 21. Jahrhun­    lauben Informationen zu allen möglichen Vor­
                                                    dert und einem Konzept für dynamische Infra­       gängen des Alltags und des Geschäftsbetriebs
                                                    strukturen (Dynamic Infrastructure).               zu gewinnen. Mit ihnen kann beispielsweise
                                                                                                       das spezifische Fahrverhalten eines Autolenkers
                                                    Komplexität der Infrastruktur                      im Strassenverkehr gesteuert, kontrolliert und
                                                    massiv reduzieren                                  über die bedarfsgerechten Versicherungsprämi­
                                                                                                       en auch honoriert werden. Ein anderes Beispiel
                                                    Dynamische Infrastrukturen eröffnen Unter­         liefern die Verbrauchsdaten von Büromaschinen
                                                    nehmen Vorteile: Sie können die Verfügbarkeit      oder Wasser in Gebäuden, die sich über entspre­
                                                    und Qualität ihrer bestehenden Services be­        chende Sensoren überwachen und steuern lassen.
                                                    trächtlich steigern. Oder sie optimieren durch     In der Produktion ist auf diese Weise die Auslas­
                                                    Innovationen und Echtzeit-Dienstleistungen         tung von Fertigungsrobotern erfassbar. Auch in
                                                    die Beziehung zu ihren Kunden. All dies lässt      Telefon- und Datennetzen schlummert in der
                                                    sich mit IBM Technologien wie Cloud-basier­        Auswertung des Nutzerverhaltens ein riesiges
                                                    ten Services, branchenspezifischem Service         Potenzial für neue Services oder Optimierung
                                                    Management oder Anwendungsmanagement               derselben. Als letztes Beispiel sei die Auslastung
                                                    und Hosting erreichen. Darüber hinaus können       der IT-Kapazitäten in Rechenzentren genannt,
                                                    Unternehmen die Komplexität ihrer Infrastruk­      von der bekannt ist, dass sie nach wie vor unter
raubender Geschwindigkeit zusätzliche Daten         tur massiv reduzieren, was zu Kosteneinspa­        20 Prozent liegt und deshalb Ansätze für Verbes­
produzieren. Und längst ist es selbstverständlich   rungen beiträgt. Virtualisierung, flexibles Aus­   serungen und zur Optimierung bietet.
geworden, alle gewonnenen Informationen über        lagern von Prozessen sowie Technologien für           Das Sammeln all dieser Information liefert
Firmennetzwerke und das Internet zu transpor­       mehr Energieeffizienz steigern allgemein die       die Gesamtübersicht, die eine bessere Nut­
tieren. Derzeit wächst die in den bestehenden       Produktivität.                                     zung bislang ineffizienter Strukturen erlaubt,
Infrastrukturen verfügbare Menge an Daten              IBM Technologien helfen unter anderem mit       Kosteneinsparungen ermöglicht und die Basis
und Informationen täglich um 15 Petabyte, das       energieeffizienter Hardware, durch Virtuali­       für mehr Sicherheit und neue Dienstleistungs­
sind gut acht Mal mehr Informationen als alle       sierungs- und Konsolidierungslösungen sowie        angebote liefert. Indem solche Datenbestände
Bibliotheken der USA zusammen bergen. Und           durch Standardisierung und Automation. Aus­        durch die diversen von IBM zur Verfügung
der Trend ist ungebrochen. Bis 2011 wird bereits    serdem erfüllen dynamische Infrastrukturen         gestellten Tools verwendbar werden, leisten sie
ein Drittel der Weltbevölkerung im Internet un­     nicht nur heutige Sicherheits-, Verfügbarkeits-    einen konkreten Beitrag zur Wertschöpfung in
terwegs sein. Über Mobilfunknetze telefonieren      und Compliance-Anforderungen, sondern hel­         den Unternehmen.

                                                      Dynamic Infrastructure

         Mobility                       facility                   production                    technology                 communications
     Infrastructure                 Infrastructure               Infrastructure                Infrastructure                Infrastructure




                             +                             +                             +                             +

                                            Visibility ➔ control ➔ automation



                                                                                                                                    THINK! 2/2009 | 9
Dynamische infra strukturen bestimmen das 21. jahrhundert
Focus




Kosteneffizient, hochskalierbar,
sicher und zuverlässig

Deshalb setzen dynamische Infrastrukturen
hier an. Sie adressieren die Herausforderun­
gen von heute und die Chancen von morgen.
Im wesentlichen sind es drei Elemente, die
immer die Stärkung eines Unternehmens zum
Ziel haben:
   Erstens werden für den Geschäftsalltag neue
Services erschlossen und bestehende erweitert.
Dabei geht es nicht nur um die Gewährleistung
hoher Verfügbarkeit und Qualität der bestehen­
den Dienstleistungen, sondern darum, die Kun­
denerwartungen an einen dynamischen Zu­
gang zur digitalen Welt mit innovativen, neuen
Dienstleistungen und in Echtzeit zu erfüllen.
   Zweitens werden durch die Ausschöpfung al­
ler Optimierungspotenziale die operationellen
Kosten und die Komplexität der bestehenden
Infrastrukturen reduziert. Es gilt, Produktivi­
tätsgewinne durch Virtualisierung, Optimie­
rung von Abläufen, Energie Stewardship und
flexibles Sourcing zu erzielen.
   Drittens erfolgt ein umfassendes Risikoma­
nagement nicht nur heutiger Risiken wie Si­
cherheit, Widerstandskraft gegen Unterbrüche
oder Compliance, sondern auch der Abwehr
neuer Gefahren als Folge einer immer weiter
zunehmenden Vernetzung und globalen Zu­
sammenarbeit.



Aufbau einer dynamischen
Infrastruktur

             Improve Service                               SERVICE MANAGEMENT
                                                                Sorgt als zentrales Element für Transparenz, Kontrolle und Automation aller Unter­
                 Reduce Cost                                       nehmens-und IT-Ressourcen bei der Bereitstellung hochwertiger Services.
                                                                      ASSET MANAGEMENT
                 Manage Risk
                                                                        Maximiert den Wert unternehmenskritischer Anlagen während ihres
                                                                         gesamten Lebenszyklus durch branchenspezifische Asset-Management
                             Virtualization                               Lösungen.
                                                                             Virtualization
                                                                              Führende Virtualisierung- und Konsolidierungs-Lösungen, die Kosten
                                               Energy                         reduzieren, Ressourcen besser auslasten und die Bereitstellung neuer
                 Security
                                              Efficiency                       Services beschleunigen.
                               SERVICE                                         Energy Efficiency
                             MANAGEMENT
                                                                               Nachhaltige Massnahmen zu Energieeinsparung und zum Umwelt­
                 Business                   Asset                              schutz für die gesamte Unternehmens- und IT-Infrastruktur.
                Resiliency               Management                           Business Resiliency
                                                                              Sicherstellung unterbrechungsfreier Geschäftsoperationen
                              Information
                            Infrastructure
                                                                             bei gleichzeitiger Fähigkeit, schnell auf Risiken und Chancen zu
                                                                            reagieren.
                                                                          Security
                                                                        End-to-end und branchenspezifische Governance-, Risikomanagement-
                                                                      und Compliance-Lösungen.
                                                                   Information Infrastructure
                                                                Hilft Unternehmen, ihre Ziele zu Compliance, Verfügbarkeit, Aufbewahrung und
                                                           Sicherheit zu erreichen.


10 | THINK! 2/2009
Focus




                                                                                                          es keine Rolle, ob sie in der Produktion, für den
                                                                                                          Betrieb der Anlagen, in der Logistik oder in den
                                                                                                          Finanz- und Verwaltungsabteilungen zum Ein­
                                                                                                          satz kommen. IBM Asset Management fokussiert
                                                                                                          immer auf die Optimierung der vorhandenen
                                                                                                          Werte eines Unternehmens.
                                                                                                             Eine weitere Service-Initiative hält Techno­
                                                                                                          logien für eine verbesserte Energieeffizienz be­
                                                                                                          reit. Sie stehen für einen nachhaltig wirksamen
                                                                                                          und wirtschaftlicheren Energieverbrauch. IBM
                                                                                                          erreicht mit ihren Lösungen zur Gestaltung der
                                                                                                          Betriebsanlagen, mit geeigneten Infrastruktu­
                                                                                                          ren für die Stromversorgung und Kühlung
                                                                                                          sowie mit einem aktiven Energiemanagement
                                                                                                          Einsparungen bei den Energiekosten von 40
                                                                                                          Prozent und mehr.
                                                                                                             Neue Virtualisierungs-Services ermöglichen
                                                                                                          eine effizientere Auslastung von Servern, Spei­
                                                                                                          chern und Netzwerken. Sie erlauben nicht nur
                                                                                                          die Konsolidierung bestehender Serverland­
                                                                                                          schaften, sondern vereinfachen auch vorhandene
                                                                                                          komplexe IT-Strukturen und tragen damit zur
                                                                                                          Senkung der IT-Kosten bei. Zudem verbessern
                                                                                                          sie die Anwendungsverfügbarkeit und Ska­
                                                                                                          lierbarkeit der Backup-Umgebung, verringern
                                                                                                          durch Reduzierung von Datenredundanzen die
                                                                                                          benötigte Speicherkapazität und beschleunigen
                                                                                                          im Notfall die Wiederherstellung von Applika­
                                                                                                          tionen und Daten. Diese Services helfen also, das
                                                                                                          enorme Datenwachstum zu meistern, sichern
                                                                                                          aber gleichzeitig die Einhaltung der Service Le­
Das IBM Service Management bildet das Herz der kosteneffizienten, sicheren                                vel und verbrauchen dabei weniger Strom und
und zuverlässigen neuen Infrastrukturen.                                                                  senken Betriebs- sowie Kapitalkosten.
                                                                                                             Um künftig trotz stärker ausgelasteter Systeme
   Den Kern dieses holistischen Ansatzes aus        wicklung und Implementierung von IT-Syste­            für Business-Continuity und Ausfallsicherheit in
Service-Ausbau, Kostenreduktion und Risikoma­       men, die eine gesamte Produktionsinfrastruktur        den Rechenzentren zu sorgen, hat IBM Services
nagement zum Aufbau einer dynamischen Infra­        zentral verwalten und überwachen können. Das          entwickelt, die vorausschauend auf potenzielle
struktur bilden aus Sicht von IBM sieben mitein­    führt zu mehr Arbeitsleistung herkömmlicher           Risiken reagieren. Neu sind beispielsweise die
ander in Beziehung stehende Initiativen. Sie sind   Vermögenswerte als auch moderner Technolo­            IBM Resiliency Consulting Services. Sie bie­
so aufeinander abgestimmt, dass mit ihnen die       gien wie „Smart Meter“ (intelligente, fernaus­        ten die Bewertung, Planung und Analyse von
Geschäfts- und IT-Infrastruktur kosteneffizient,    lesbare Verbrauchszähler) und RFID. Die IBM           Geschäftseinflüssen und identifizieren kritische
hochskalierbar, sicher und zuverlässig auf- und     Service Management Industry Solutions ermög­          Geschäftsprozesse. Mit Priorisierungen von Re­
ausgebaut werden kann.                              lichen – als Voraussetzung für jede Veränderung       covery-Strategien, verbessern sie zusätzlich die
   Die sich abzeichnenden Engpässe in den IT-In­    im Unternehmen – die unumgängliche Transpa­           Verfügbarkeit geschäftskritischer Daten. Der un­
frastrukturen hat IBM im übrigen schon frühzei­     renz und sorgen damit für die Visibilität, Kontrol­   terbrechungsfreie Geschäftsablauf wird sowohl
tig erkannt und deshalb seit Jahren Elemente ei­    le und Automation der Infrastruktur quer durch        bei internen als auch bei externen Angriffen kon­
ner dynamischen Infrastruktur erarbeitet und im     die gesamte Firma. Neue Dienstleistungen wie          tinuierlich abgesichert.
eigenen Konzern umgesetzt (siehe Box S. 13). Sie    beispielsweise die Implementation IBM Enhan­
sind heute für den Markt verfügbar und basieren     cement & Accelerators helfen den Unternehmen          Fokussiert auf Sicherheit
auf der permanenten Entwicklung von zukunfts­       überdies beim Design neuer Services und bei der       und Risikominimierung
orientierten Informatikszenarien, die bereits in    Anwendungsplanung. Sie straffen die Prozesse
mehreren Tausend Firmen implementiert sind.         und realisieren damit schnellere Ergebnisse. Da­      Mit einer breiten Palette für die IT-Sicherheit
                                                    rüber hinaus stellt IBM Service Management die        bietet IBM durchgehende, an Branchen anpassba­
Sieben IBM Initiativen für die IT                   Integration aller Neuheiten von IBM sicher.           re Governance- und Compliance-Lösungen mit
von morgen                                             Ein zweites Augenmerk gehört den Tools des         dem entsprechenden Risikomanagement. Im Fo­
                                                    IBM Asset Management. Mit ihnen stehen alle           kus steht eine geschäftsorientierte, ganzheitliche
Als zentrales Element agiert IBM Service Ma­        geschäftskritischen Business- und IT-Assets auf       Strategie, die mit den IT-Governance-Rahmen­
nagement. Die branchenspezifischen Lösungen         dem Prüfstand. Ob Hardware, Software oder             bedingungen der Unternehmen in Einklang steht.
umfassen ein neues Software- und Service-An­        Services – von ihnen wird verlangt, die Leistung      Mit Sicherheitstechnologie der nächsten Genera­
gebot von IBM und spezialisierten IBM Business      und lebenslange Wertschöpfung für das gesam­          tion werden kritische Daten sowohl im Unterneh­
Partnern. Gemeinsam ermöglichen sie die Ent­        te Unternehmen zu maximieren. Dabei spielt            men als auch im gesamten Netzwerk gesichert.


                                                                                                                                      THINK! 2/2009 | 11
Die Intelligenz dynamischer
                                                                                                         Infrastrukturen von IBM gewährleistet
                                                                                                         jederzeit global und im eigenen Unterneh-
                                                                                                         men den sicheren Datenfluss.



Ein unberechtigtes Eindringen in ein Netzwerk         ihnen eröffnen sich dadurch Kostensenkungen
ist nicht mehr möglich und das Management von         und neue Möglichkeiten, sich verstärkt auf ihre     Bank of Russia
Verschlüsselungslösungen ist genauso gegeben          Kernkompetenzen zu konzentrieren.
wie ein effektiverer Datenschutz auf Endgeräten.                                                          Herausforderung – Die Bank of Russia
   IBM hat schliesslich auch die Informations­        Einstiegsmöglichkeiten, ob Grossunternehmen         betrieb diverse lokale Systeme für
infrastruktur so ausgebaut, dass der sichere und      oder KMU, bieten sich viele, beispielsweise in      den Zahlungsverkehr, die auf mehr als
reibungslose Datenfluss im gesamten Unterneh­         folgenden Situationen:                              200 Server in 74 Rechenzentren über
men, auch mit entfernt installierten Anlagen und                                                          11 Zeitzonen verteilt liefen. Die Heraus-
mobilen Endgeräten, jederzeit gewährleistet ist.      • Das Konzept der dynamischen Infrastruk­           forderung bestand darin, hierfür eine
Eine der dafür verfügbaren Lösungen ist der             tur wird grundsätzlich verstanden, die            signifikante Effizienzsteigerung im ope-
IBM Systems Director. Er bringt Ordnung in die          Anwendung auf das eigene Unternehmen              rativen Geschäft zu erreichen und den
Komplexität der physischen und virtuellen As­           ist aber unklar.                                  technischen Support sowie die Sicherheit
sets. Mit Hilfe dieser Software können Kunden                                                             auszubauen.
die Effizienz ihrer Server verbessern und dank        • Die Automation von IT-Prozessen, für das          Lösung – Mit IBM und ihrem Business
leistungsstarker Werkzeuge können IT-Manager            Verwalten von Business Services, das              Partner EC-Leasing wurde diese Infra-
grosse Mengen an physischen und virtuellen              Verwalten von SOA-Umgebungen oder das             struktur vereinfacht und konsolidiert.
Servern plattformübergreifend kontrollieren und         Zusammenführen von Business und IT                Heute stehen noch vier Server IBM Sys-
automatisieren. Über nur eine einzige Schnitt­          Asset Management soll vorangetrieben werden.      tem z9 Enterprise Class, verteilt auf zwei
stelle lassen sich beispielsweise Server und virtu­                                                       Rechenzentren, im Einsatz. Die Hochver-
                                                                                                          fügbarkeit wird durch die Speicherreplika-
elle Ressourcen zuweisen und somit etwa deren         • Die Kosten – verursacht durch eine ausufern­
                                                                                                          tionsservices von IBM Global Mirror und
Energieverbrauch steuern. Gleichzeitig können           de Zahl an Servern, durch eine ineffiziente
                                                                                                          IBM Metro Mirror verwaltet, überwacht
diverse Analysen im Rechenzentrum vorgenom­             Verwendung der IT-Infrastruktur oder durch        und sichergestellt. Für den Katastrophen-
men werden, die Aufschluss über allfällige Opti­        steigenden Bedarf an Energie und/oder Küh­        schutz sorgt der physische Abstand von
mierungen ermöglichen. Darüber hinaus leistet           lung – müssen gesenkt werden.                     1 000 Kilometern voneinander.
der IBM Systems Director auch automatische                                                                Nutzen – Entstanden ist eine dynamische
Fernüberwachung und -steuerung von Hard­              • Die Unternehmensrisiken sollen durch              Infrastruktur, mit der sich die Kosten für
ware ausser Haus.                                       eine widerstandsfähigere und sicherere            den gesamten Zahlungsverkehr um
                                                        Infrastruktur gesenkt werden.                     95 Prozent reduzierten, was zu Einspa-
Chancen auch für KMU                                                                                      rungen von USD 400 Millionen pro Jahr
                                                      Am Anfang steht deshalb eines der verschiede­       führt. Server- und Datacenter-Konsolidie-
Das umfassende Konzept der dynamischen                nen Assessments, mit denen sich die potenziellen    rung führten zur weiteren Reduktion der
Infrastruktur bietet nicht nur grossen Unter­         Vorteile einer dynamischen Infrastruktur für ein    Kosten für Hardware- und Software-
nehmen, sondern gerade auch den KMU viele             spezifisches Unternehmen herausarbeiten lassen.     Lizenzen, Unterhalt und Strom. Zudem
Chancen, moderne IT-Komponenten oder Pro­             Und ob KMU oder Grossfirma: Beiden sind die         sank die Arbeitsbelastung für das
duktionsmittel wie Maschinen und Fahrzeuge            gesamten Expertisen von IBM für eine intelli­       technische Personal um 85 Prozent.
viel einfacher zu steuern und zu verwalten. Auch      gente, global vernetzte Welt von morgen sicher.


12 | THINK! 2/2009
Focus




„Wir stehen gerade an einem sehr selte­
nen Punkt in einer Entwicklung“
Gunter Dueck, Leader                              erst wenige begannen, weil sie sich früh Vor-
                                                  teile verschaffen wollten, nutzen nun nach und
                                                                                                      Nehmen wir das Beispiel Service Management.
                                                                                                      Was kann ein IT-Betreiber hier tun?
Dynamic Infrastructure,                           nach alle. Ich sehe die IBM Initiative Dynamic
                                                  Infrastructure for a Smarter Planet als genau so
                                                                                                      Die derzeitigen IT-Landschaften sind die
                                                                                                      Summe der vergangenen Projekte. Es ist eine
erklärt die Umsetzung                             richtungsweisend wie das damals zuerst sogar
                                                  belächelte E-Business.
                                                                                                      gute Idee, die IT-Landschaft zuerst zu
                                                                                                      erfassen und genau zu schauen, welche Services
                                                                                                      die IT zu liefern hat. Wir fragen dann: Erfüllt
der IBM Dynamic Infra­                            Welchen Nutzen haben IT-Betreiber von diesem        sie effektiv und effizient alle ihre Aufgaben?
                                                  Konzept?                                            Nach den Erfahrungen mit IT-Scans und der
structure-Strategie.                              Die IT-Landschaften leiden immer stärker            Inventur von Assets, Services und Anwendun­
                                                  unter Legacy. Sie sind zuletzt vor zehn Jahren      gen kommt oft schnell Folgendes heraus:
                                                  wegen des drohenden Jahr-2000-Fehlers               Die meisten IT-Landschaften betreiben viel zu
                                                  grundlegend renoviert worden. Jetzt ist es          viele unterbeschäftigte Server. Die Anwendun­
                                                  wieder an der Zeit, einen grösseren Schritt         gen sind nicht integriert, und das Arbeiten mit
                                                  zu machen. Die Technologien dafür sind da:          ihnen ist nicht leicht. Oft findet man ungenutz­
                                                  Virtualisierung, Security, hochmoderne              te Anwendungen, für die weiter brav Lizenzen
                                                  Hardware, Management Software. Ich sehe             gezahlt werden. Service oder Asset Manage­
                                                  es nüchtern so: Wir stehen gerade an einem          ment Software von IBM (Maximo) gibt
                                                  sehr seltenen Punkt in einer Entwicklung. Der       erst einmal einen Überblick über die ganze
                                                  Aufbau von modernen Infrastrukturen macht           IT-Landschaft und deren Leistungen und
                                                  die IT fit und gleichzeitig billiger. Das ist für   ermöglicht ein ganzheitliches Management.
                                                  den IT-Betreiber ein absolut goldener Moment.       Wer mit Asset Management, Licence
                                                  Normalerweise muss man in neue Strukturen           Management, Configuration Management oder
                                                  viel Geld investieren. Heute aber ist der Wech­     Incident Management die IT professionalisiert,
                                                  sel von alt zu dynamisch mit Einsparungen           kann über diesen Einstieg die weitere Entwick­
Prof. Gunter Dueck, IBM Distinguished             und besseren Services verbunden: Sie sparen         lung hin zu einer Dynamic Infrastructure
Engineer, Member of the IBM Academy of            Strom, sie schonen die Umwelt, und sie              wirklich gut und kontrolliert betreiben.
Technology.                                       verbessern die Sicherheit!

Herr Professor Dueck, was verstehen Sie unter     Dynamic Infrastructure – das klingt sehr um­         IBM: Resultate der
Dynamic Infrastructure?                           fassend. Womit kann man anfangen?                    ­eigenen Transformation
Die IT-Strukturen werden ganz generell pro­       Der Weg ist eine Evolution des Bewährten in
fessioneller. Der Automatisierungsgrad steigt     das Bessere. Idealerweise entwickeln sich die        In den letzten Jahren hat IBM mit Opti-
ständig. Im langsam aufkommenden Internet         Geschäftsprozesse parallel mit. Ich dachte           mierung und innovativen Technologien
der Dinge kommunizieren Computer immer            immer, dass das Business neue Geschäfte              den Weg der Umstellung auf dynamische
mehr mit Sensoren aller Art. Ein Beispiel:        machen will und sich deshalb die neuen               Infrastruktur erfolgreich beschritten. Die
Alarm an Pflegedienst. Hauspatient XY hat         Tech­no­logien zunutze macht. Aber es scheint        Resultate dieses Transformationsprozesses
seit einem halben Tag seine Therapie unter­       oft umgekehrt zu sein: Die Technologen stellen       sind eindrücklich: Beschäftigte der Konzern
brochen, keine Tabletteneinnahme registriert.     die Tools von morgen her und warten, bis sie         1997 noch 128 CIO, ist es heute noch
All diese Daten müssen verarbeitet werden.        genutzt werden. Ich würde mir wünschen, dass         einer; wurden damals 155 Rechenzentren
Das verlangt nicht einfach mehr Rechenleis­       wir alle diese Wechselwirkung zwischen IT            betrieben, sind es heute noch sieben; und
tung und Speicher. Die Komplexität wächst,        und Busi­ness gründlicher bedenken und nicht         von den einst 80 Webhosting-Zentren sind
die Anforderungen an Security und Compli­         immer die Verantwortung zwischen CIO und             noch fünf geblieben. Ausserdem wurden
ance steigen enorm. Am besten stellt man sich     CEO hin- und herschieben. Business und IT            31 Netzwerke von IBM auf ein einziges kon-
dieser Aufgabe durch Dynamisierung und            ent­wickeln sich parallel wie eine Doppelhelix       solidiert. Und schliesslich reduzierten sich
Flexibilisierung der gesamten IT-Infrastruktur.   nach oben! Zu Ihrer Frage: Wo kann man               die unterhaltenen Applikationen von
                                                                                                       15  000 auf heute noch 4  700. Zudem
Das zeigen unsere Erfahrungen mit einigen         anfangen? An sehr vielen Stellen. Das ist gut
                                                                                                       konnten mit Virtualisierung und Konsoli-
Kunden, die mit uns hochmoderne IT-Land­          oder auch einschüchternd. Wir haben deshalb
                                                                                                       dierung Tausende von Servern auf nur
schaften aufbauen, eindeutig. Die technischen     für unsere Kunden eine Liste von vernünftigen        noch 30 Mainframes IBM System z redu-
Möglichkeiten hierfür sind jetzt ausgereift.      Einstiegspunkten definiert. Dies sind unter          ziert werden. Der Stromverbrauch ging um
IBM hat die Produktpalette durch Eigenent­        anderem Service Management, Asset Manage­            80 Prozent und der Platzbedarf um 85 Pro-
wicklungen und Zukäufe vervollständigt. Wir       ment, Hardware- oder Anwendungskonsolidie­           zent zurück. Dafür investierte IBM von 2002
können nun flexible Infrastrukturen an alle       rung und Virtualisierung. Im Zentrum der             bis 2007 rund USD vier Milliarden und
liefern. Dynamic Infrastructure ist aus dem       Einstiegspunkte sieht IBM derzeit das Service        erzielte damit den vierfachen Nutzwert.
Early Adopter-Status herausgekommen. Was          Management.


                                                                                                                                 THINK! 2/2009 | 13
Thought leadership




Leuchttürme in der
IT-Industrie
Im Gespräch Ruedi Noser, VR-Präsident der Noser Management AG.




Ruedi Noser (links) prognostiziert
Daniel Rüthemann (rechts) einen
­Multiplikationseffekt für die
IT-Branche.



In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind nach­       nem Bruder. Ich selber bin erst 1988 eingestie­           bin ich VR-Präsident der Noser Management
haltige Innovationsstrategien gefragt. Als Schritt­   gen. Wir waren damals ein rund zehnköpfiger               AG. Ich leite eine kleine Mannschaft, die
macher würde sich die Software-Industrie anbie­       Anbieter von Mess- und Regeltechnik. Wobei                von Hombrechtikon aus dafür sorgt, dass die
ten, sagt Ruedi Noser, FDP-Nationalrat und            mir von allem Anfang an klar war, dass meine              Anderen gut arbeiten können. Wir wickeln
Hauptaktionär einer weltweit agierenden Fir­          Stärken nicht in der Ingenieurskunst, sondern             zum Beispiel die Anstellungsformalitäten ab,
mengruppe mit 500 Mitarbeitern. Daniel Rüthe­         im Business-Development liegen. 1993 ergab                wenn eine unserer Firmen in Pakistan einen
mann, der Country General Manager von IBM             sich die Gelegenheit, diese Fähigkeit zu erpro­           Mitarbeiter braucht.
Schweiz hat ihn besucht.                              ben. Wir kauften eine 60-köpfige Geschäftsein­
                                                      heit der Ascom und ich kann sagen, dass wir ein           Rüthemann: Das klingt jetzt aber sehr bescheiden
Rüthemann: Ich sehe ein Netbook von Lenovo auf        gutes Geschäft damit machten. Der Grundstein              für den Mehrheitsaktionär einer 500-köpfigen
Ihrem Schreibtisch und ich muss gestehen, dass mich   war gelegt. Heute gehören sechs Firmen zur                Firmengruppe...
das freut, denn ich habe immer noch eine gewisse      Noser-Gruppe. Wir konzipieren und realisie­               Noser: Nun, selbstverständlich sehe ich mich
Bindung an unser ehemaliges PC-Geschäft.              ren Software für die Industrie, zum Beispiel für          auch noch als Hauptverantwortlichen für die
Noser: Ein tolles Gerät! Ich habe es immer bei        Telekommunikationsfirmen, die mit unseren                 Kultur in unserer Gruppe. Unser Grundsatz
mir, mache sogar Reklame dafür; auch unter            Tools ihre Netze überwachen.                              lautet: Entschieden wird dort, wo gearbeitet
meinen Ratskollegen übrigens.                                                                                   wird. Unsere Mitarbeiter haben weitreichende
                                                      Rüthemann: Das Unternehmertum hat viele Gesich-           Kompetenzen, stehen dafür aber auch in der
Rüthemann: Womit wir mitten im Thema sind: Die        ter: Es gibt die Patrons der alten Schule und jene, die   Pflicht, Resultate zu liefern.
Öffentlichkeit kennt Sie vor allem als Mitglied des   sich eher als Impulsgeber und Coach im Hintergrund
Nationalrates. Was nur wenige wissen: Primär sind     betätigen. Zu welcher Gruppe zählen Sie sich?             Rüthemann: Mit dieser Unternehmensphilosophie
sie ein sehr erfolgreicher Softwareunternehmer.       Noser: Ich bin sicher kein Patron der alten               ist Ihr Unternehmen in den letzten Jahren markant
Noser: Gegründet habe ich die Noser-Gruppe            Schule. Das operative Geschäft überlasse ich              schneller gewachsen als der Markt. Können Sie uns
allerdings nicht. Diese Blumen gehören mei­           Leuten, die darin besser sind als ich. Offiziell          erklären, wie Sie das geschafft haben?


14 | THINK! 2/2009
Thought leadership




Noser: Es ist mein Ehrgeiz, Tools zu entwi­            Aber müsste die Schweiz nicht auch ihre eigenen        Noser: Ein gutes Beispiel dafür ist die Medi­
ckeln, die auf der ganzen Welt Topqualität             Ausbildungskapazitäten stärken? Zumal unsere           zinaltechnik. In der Schweiz gibt es viele
repräsentieren. Oder anders ausgedrückt:               Hochschulen international einen sehr guten Ruf ge-     Medtech-Firmen, die absolute Weltklasse
Wir versuchen konstant, uns als kompetenter            niessen. Unlängst habe ich mit einer Reihe deutscher   repräsentieren. Ihnen könnte eine einheimische
Global Player zu positionieren. Bis zu einem           Kollegen gesprochen. Ihre Einschätzung war, dass       Softwareindustrie auf internationalem Top­
gewissen Punkt ist uns das schon gelungen.             die ETH immer noch einen Tick höher bewertet           niveau viel Schub verleihen.
Sonst hätten wir bei der Entwicklung und               werden muss als die besten deutschen Technischen
Programmierung des Betriebssystems für das             Universitäten.                                         Rüthemann: Es stellt sich die Frage nach dem
neue Google-Handy nicht mitwirken können               Noser: Wie allgemein bekannt ist, plädiere             Zeithorizont. Was glauben Sie: Wie lange wird es
– und es ging immerhin um einen Aufwand                ich auf dem politischen Parkett seit Jahren für        dauern, bis die Schweizer Softwareindustrie ihren
von 25 Mannjahren.                                     die Stärkung der Ingenieursausbildung. Aber            ersten weltweit sichtbaren Leuchtturm hat?
                                                       das allein reicht nicht, um unsere IT-Aussen­          Noser: Ich bin Optimist. Es gibt vielleicht 20 Un­
Rüthemann: Sie betonen die Bedeutung der Interna-      handelsbilanz umzudrehen. Was in unserer               ternehmen in der Schweiz, die das Zeug für eine
tionalität in Ihrem Geschäft. Eine Position, die man   Industrie fehlt, sind industrielle Leuchttürme;        globale Präsenz haben. Ich bin überzeugt davon,
gerade bei Schweizer IT-Firmen selten vernimmt.        Firmen mit weltweiter Ausstrahlung.                    dass zwei, drei von ihnen in wenigen Jahren
Woher kommt dieser Fokus auf den Weltmarkt?                                                                   1 000 und mehr Mitarbeiter haben werden.
Noser (lacht): Sicher nicht, weil der Weltmarkt        Rüthemann: Wie es Roche und Novartis für die Life
lukrativer ist. Er ist zweimal produktiver und         Science sind, oder ABB für die MEM-Industrie?
siebenmal härter als unser Binnenmarkt. Aber           Brauchen wir also eine Schweizer SAP?
im Ernst: Das Ausland bietet Wachstumschan­            Noser: Exakt. Es geht um die «Headquarter­
cen, die wir hier nicht haben.                         kultur». Firmen wie Roche oder ABB, aber
                                                       auch Nestlé oder Swatch haben ihre globalen
Rüthemann: Das würde auch für viele andere             Hauptsitze hier in der Schweiz. Das gibt einem
Schweizer IT-Firmen gelten. Trotzdem scheuen           jungen Ingenieur ganz andere Perspektiven als
viele Unternehmen den Sprung über die Grenze.          der Einstieg bei einer IT-Firma, die entweder
Noser: Dafür habe ich sogar ein Stück weit             klein ist oder in der Schweiz – wie IBM – nur
Verständnis. Mir fällt dazu immer wieder die           mit einer Verkaufs- und Serviceorganisation
gleiche Anekdote ein: Wenn ich im Ausland              präsent ist.
bin und unser Unternehmen vorstelle, kommt
über kurz oder lang die Frage: Was machen              Rüthemann: Gesetzt der Fall, es gelänge, solche
Sie denn eigentlich noch in der Schweiz?               Leuchttürme aufzubauen. Was wäre die Bedeutung
Warum gehen Sie nicht ins Silicon Valley? Die          für die übrige Wirtschaft?
Schweiz wird einfach nicht als Software-Land           Noser: Ich prognostiziere einen Multiplika­
wahrgenommen.                                          tionseffekt. Denn die IT ist keine Branche wie
                                                       jede andere. Softwareentwicklung und Elektro­            RUEDI NOSER
Rüthemann: Kein Wunder. Denn die Schweiz ist           nik machen Innovationen in anderen Branchen
in der Informationstechnologie ein Nettoimpor-         oft erst möglich.                                        Nach einer Lehre als Maschinenmecha-
teur. Ich habe die Daten extra für unser Gespräch                                                               niker bei Rieter hat der heute 48-jährige
eruieren lassen. Im Jahr 2007 hat die Schweiz          Rüthemann: So argumentiert auch IBM. Ökono-              Ruedi Noser an der Fachhochschule
IT-Produkte im Wert von acht Milliarden                misch, sozial und technisch sind wir immer mehr          Rapperswil Elektrotechnik studiert.
­Franken ausgeführt, aber solche im Wert von über      miteinander verbunden. Die Welt wird immer ver-          1988 ist er in das von seinem Bruder
 14 Milliarden eingeführt.                             netzter und damit kleiner und flacher. Gleichzeitig      Hans gegründete Familienunternehmen
Noser: Und genau das müssen wir ändern! Wir            wird sie immer smarter, was uns enormes Potential        eingestiegen und seit 1996 ist er Haupt-
müssen vom Nettoimporteur zum Nettoex­                 eröffnet.                                                aktionär der Noser-Gruppe. Die Firma
porteur werden. Die Maschinen-, Metall- und                                                                     hat im vergangenen Jahr mit rund 500
Elektroindustrie (MEM) macht es uns vor. Dort                                                                   Mitarbeitern einen Umsatz von knapp
wimmelt es von Firmen, die in ihren Nischen                                                                     100 Millionen Franken erzielt. Parallel
Weltmarktführer sind. Warum sollte das nicht                                                                    zu seiner unternehmerischen Tätigkeit
auch unserer IT-Industrie gelingen?                                                                             hat der gebürtige Glarner auch politisch
                                                                                                                Karriere gemacht. Mitte der 90-er Jahre
Rüthemann: Die gängige Erklärung lautet: Wir                                                                    ist er in die FDP des Kantons Zürich ein-
haben zu wenig Softwareingenieure und Pro-                                                                      getreten. Seit 2003 ist er Nationalrat und
                                                                                                                Vize-Präsident der FDP Schweiz.
grammierer.
Noser: Vor dem 1. Juli 2002, vor der Einführung
der Personenfreizügigkeit, hätte ich Ihnen recht                                                                CEO-TALK
gegeben. Doch das ist Geschichte. Heute be­
                                                                                                                Im CEO-Talk unterhält sich Daniel
schäftigen wir 500 Mitarbeiter, von denen jeder                                                                 Rüthemann, Country General Manager
fünfte keinen Schweizer Pass hat.                                                                               von IBM Schweiz, mit einer führenden
                                                                                                                Persönlichkeit aus Wirtschaft, Politik
Rüthemann: Auch IBM profitiert vom markant grös-                                                                oder Wissenschaft.
ser gewordenen Arbeitsmarkt für IT-Spezialisten.


                                                                                                                                           THINK! 2/2009 | 15
Sie können auch lesen
Nächster Teil ... Stornieren