Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik der Bundestagswahl 2009 in Baden-Württemberg

Verschiedenes              Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2010




                                  Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik
                                  der Bundestagswahl 2009 in Baden-Württemberg


                                  Monika Hin, Dr. Dirk Eisenreich


Monika Hin M. A. ist Leiterin     Am 27. September 2009 wurde der 17. Deutsche
des Referats „Mikrozensus,                                                                     Informationen zur repräsentativen
Erwerbstätigkeit, Wohnungs-
                                  Bundestag gewählt. Neben den Ergebnissen
                                                                                               Wahlstatistik
wesen, Wahlen“ im                 zum Abschneiden der Parteien und zur Sitzver-
Statistischen Landesamt
Baden-Württemberg.                teilung im neuen Bundestag sind auch Analy-
                                                                                        Die repräsentative Wahlstatistik ist eine
                                  sen zum Wahlverhalten der Bürgerinnen und
Dipl.-Geograf Dr. Dirk                                                                  Stichprobenerhebung, die Informationen
Eisenreich war Referent im        Bürger von großem Interesse. Die repräsenta-
gleichen Referat und ist nun
                                                                                        über die Wahlberechtigten, die Wahlbe-
                                  tive Wahlstatistik, die das Statistische Landes-
im Referat „Preise, Verdienste,                                                         teiligung und die Stimmabgabe nach Ge-
Freiwillige Haushaltsbefra-       amt bei allen Parlamentswahlen durchführt, gibt
gungen“ tätig.                                                                          schlecht und Altersgruppen bereitstellt.
                                  zuverlässige Informationen über die Wahlbetei-
                                                                                        Außerdem bietet die repräsentative Wahl-
                                  ligung und die Parteipräferenzen von jüngeren
                                                                                        statistik Informationen über die demo-
                                  und älteren Wählern und von Männer und
                                                                                        grafische Zusammensetzung der Wähler-
                                  Frauen. Sie spiegelt – anders als die Wahlanaly-
                                                                                        schaft der Parteien nach Geschlecht und
                                  sen der Forschungsinstitute – nicht das erfragte,
                                                                                        Altersgruppen.1
                                  sondern das tatsächliche Wahlverhalten wider.

                                                                                        Für die Bundestagswahl 2009 wurden in
                                  Aufgrund der demografischen Alterung wird
                                                                                        Baden-Württemberg 190 Stichprobenwahl-
                                  die Gruppe der Wahlberechtigten im Senioren-
                                                                                        bezirke (Urnenwahlbezirke und Briefwahl-
                                  alter immer größer. Da die älteren Wahlberech-
                                                                                        bezirke) aus 139 Gemeinden für die Stich-
                                  tigen die höchste Wahlbeteiligung aufweisen
                                                                                        probe der repräsentativen Wahlstatistik
                                  und gleichzeitig viele junge Baden-Württem-
                                                                                        ausgewählt. Damit waren ca. 160 000
                                  berger den Wahlurnen fern blieben, ist in den
                                                                                        Wahlberechtigte (rund 2 %) in der Stich-
                                  letzten Jahrzehnten das Einflusspotenzial der
                                                                                        probe. Die Stichprobenziehung für die
                                  Senioren stark angewachsen. Ferner zeigen
                                                                                        repräsentative Wahlstatistik der Bundes-
                                  die Ergebnisse der repräsentativen Wahlsta-
                                                                                        tagswahl 2009 erfolgte durch das Statis-
                                  tistik, dass CDU und SPD vor allem von über
                                                                                        tische Bundesamt.
                                  60-Jährigen gewählt wurden. Während bislang
                                  die GRÜNEN die Partei mit der jüngsten Wäh-
                                                                                        Ergebnistabellen der repräsentativen
                                  lerschaft war, ist dies nun die Piratenpartei,
                                                                                        Wahlstatistik in Baden-Württemberg zur
                                  die allerdings bei der Bundestagswahl 2009
                                                                                        Bundestagswahl 2009 stehen im Internet
                                  mit einem Zweitstimmenanteil von 2,1 % weit
                                                                                        unter www.statistik-bw.de/Wahlen/Bun
                                  hinter den GRÜNEN lag.
                                                                                        destagswahl_2009 zur Verfügung.


                                                                                        1 Weitere Informationen zur repräsentativen Wahlstatistik
                                  Demografische Alterung:                                 siehe Hin, M./Eisenreich, D. (2009): Wahlverhalten der
                                                                                          Baden-Württemberger bei der Europawahl 2009, in:
                                  Einflusspotenzial der Senioren wächst                   Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg, 9/2009,
                                                                                          S. 52/53.

                                  Nach den Ergebnissen der repräsentativen
                                  Wahlstatistik hat sich infolge der demografi-
                                  schen Alterung der Gesellschaft die Alters-
                                  struktur der Wahlberechtigten seit der Bundes-      quantitativ betrachtet, hat sich das politische
                                  tagswahl 1980 erheblich verschoben, der Anteil      Einflusspotenzial der älteren Wahlberechtigten
                                  der älteren Wahlberechtigten hat deutlich zu-       seit 1980 spürbar erhöht.
                                  genommen. Bei der Bundestagswahl 1980
                                  waren die Gruppen der unter 30-Jährigen und         Wie bereits bei früheren Bundestags-, Europa-
                                  die der 60-Jährigen und Älteren mit gut 23 %        und Landtagswahlen konnte auch bei der Bun-
                                  bzw. rund 26 % noch annähernd gleich groß.          destagswahl 2009 eine mit dem Alter tenden-
                                  Bei der Bundestagswahl 2009 lag der Anteil          ziell zunehmende Wahlbeteiligung festgestellt
                                  der 60-Jährigen und Älteren mit knapp 33 %          werden (Schaubild 1). Für die einzelnen Alters-
                                  nahezu doppelt so hoch wie der der jüngeren         gruppen ergeben sich folgende Wahlbeteili-
                                  Wahlberechtigten (rund 17 %). Das heißt, rein       gungen:


                       50
Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2010            Verschiedenes


18- bis 20-Jährige:          63 %
21- bis 29-Jährige:          58 %                            Wahlbeteiligung*) bei den Bundestagswahlen 1980 und 2009
                                                   S1        in Baden-Württemberg nach Geschlecht und Altersgruppen
30- bis 39-Jährige:          64 %
40- bis 49-Jährige:          71 %
50- bis 59-Jährige:          73 %                   %
60- bis 69-Jährige:          77 %                   100
70-Jährige und Ältere:       68 %
                                                     90
                                                                                                                           Frauen 1980
Die mit Abstand niedrigste Wahlbeteiligung                    Männer 1980
war bei den 21- bis 29-Jährigen zu beobach-          80
ten. Die Wahlbeteiligung der Erstwähler lag
dagegen erheblich höher. Die höchste Wahlbe-         70
                                                                                                                               Frauen 2009
teiligung hatten – wie auch bei früheren Wah-
                                                                  Männer 2009
len – die 60- bis 69-Jährigen. Bei den 70-jäh-       60
rigen und älteren Wahlberechtigten ging die
Beteiligung an Wahlen schon wieder deutlich          50
                                                     18 – 20 21 – 24 25 – 29 30 – 34 35 – 39 40 – 44 45 – 49 50 – 59 60 – 69                  70
zurück.                                                                           Alter von ... bis ... Jahren                               und
                                                                                                                                             älter
                                                    *) Wahlbeteiligung der Wahlberechtigten ohne Wahlschein.
                                                    Datenquelle: Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik.
Viele junge Baden-Württemberger blieben
den Wahlurnen fern                                 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg                                                 1264 09



Bei der Bundestagswahl 2009 machten 71,5 %
der 60-jährigen und älteren Baden-Württem-        Nach den Ergebnissen der repräsentativen
berger, jedoch nur 59,0 % der unter 30-jährigen   Wahlstatistik konnten in allen Altersgruppen
von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das heißt,          Stimmenrückgänge der CDU beobachtet wer-
nicht nur allein die zahlenmäßige Dominanz        den: Überdurchschnittlich hoch waren diese bei
der älteren Wahlberechtigten, sondern auch        den 45- bis 59-jährigen Wählern (Schaubild 4).
die deutlich niedrigere Wahlbeteiligung der
jüngeren Generation verstärkt die Entwicklung,
dass das Einflusspotenzial der jüngeren Bür-      SPD hat vor allem jüngere Wähler verloren
gerinnen und Bürger quantitativ betrachtet
deutlich geringer ist als das der älteren.        Die SPD kam bei der Bundestagswahl 2009
                                                  auf 19,3 % der gültigen Zweitstimmen. Über-
Die demografische Entwicklung und die mit         durchschnittlich war der Rückhalt der SPD eben-
dem Alter ansteigende Wahlbeteiligung führen      falls bei den Senioren (22,7 %), leicht über dem
dazu, dass von den Wählern der Bundestags-        Landeswert bei den 45- bis 59-Jährigen (19,7 %).
wahl 2009 in Baden-Württemberg fast jeder         Die SPD wurde bei der Bundestagswahl 2009
Dritte 60 Jahre oder älter war, aber nur knapp    etwas häufiger von Männern (19,6 %) als von
15 % waren unter 30 Jahre alt, das heißt die
Gruppe der Wähler im Seniorenalter war mehr
als doppelt so groß wie die der jungen Wähler                Wählerschaft*) bei den Bundestags-
                                                   S2        wahlen 1980 und 2009 in Baden-
(Schaubild 2).                                               Württemberg nach Altersgruppen


                                                     Anteile in %                                    Alter von ...
CDU mit stärkstem Rückhalt bei den Senioren                                                          bis ... Jahren

                                                             24,5
Wie bereits 2005 war die CDU auch bei der                                                 32,8       60 und älter
Bundestagswahl 2009 bei den Senioren be-
sonders erfolgreich (Schaubild 3). Knapp 45 %
der 60-Jährigen und Älteren machten ihr Kreuz
                                                             54,5
bei den Christdemokraten. Bei den unter                                                   52,5       30 – 59
60-jährigen Wählerinnen und Wählern hin-
gegen blieb die CDU in allen Altersgruppen
deutlich unter ihrem Landesdurchschnitt von                  21,0
                                                                                          14,7       18 – 29
34,4 %. Die CDU wurde 2009 wesentlich häu-
figer von Frauen (37,4 %) als von Männern                    1980                        2009
(31,4 %) gewählt. Bei der Bundestagswahl 2005
                                                    *) Wähler ohne Wahlschein.
waren die Unterschiede zwischen Männern             Datenquelle: Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik.
(38,9 % für CDU) und Frauen (39,8 %) noch
                                                   Statistisches Landesamt Baden-Württemberg                     1265 09
nicht so ausgeprägt.


                                                                                                                             51
Verschiedenes   Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2010




                           Zweitstimmenanteile ausgewählter Parteien bei der Bundestagswahl 2009
                  S3       in Baden-Württemberg nach Altersgruppen der Wähler


                    in %                             CDU                       44,9                                 GRÜNE


                      34,4
                                              30,2           29,7    29,0
                                  26,5

                                                                                                      18,5                  18,9
                                                                                                                 16,2                  16,9
                                                                                           13,9

                                                                                                                                                6,9




                                                     SPD                                                           DIE LINKE

                                                                               22,7
                       19,3                                          19,7
                                  16,3                       16,8
                                              14,3
                                                                                                                                        9,9
                                                                                            7,2        6,0        6,6        6,7                5,6




                                                     FDP                                                            PIRATEN


                                              21,2           20,3
                      18,8        18,0                               18,9
                                                                               17,3


                                                                                                       7,7
                                                                                                                  5,1
                                                                                            2,1                              2,0        0,9     0,2
                     Insge-     18 – 24      25 – 34     35 – 44    45 – 59   60 und      Insge-    18 – 24    25 – 34    35 – 44    45 – 59   60 und
                      samt                                                     älter       samt                                                 älter
                                Wähler im Alter von ... bis ... Jahren                              Wähler im Alter von ... bis ... Jahren

                  Datenquelle: Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik (Piratenpartei: Vorläufige Ergebnisse einer Sonderauswertung).

                 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg                                                                                        1266 09




                Frauen (19,0 %) gewählt. Die stärksten Stimmen-                         gab. Die FDP erhielt von den Männern (20,9 %)
                rückgänge mussten die Sozialdemokraten bei                              mehr Stimmen als von den Frauen (16,8 %),
                den jüngeren Wählern hinnehmen: – 17,5 Pro-                             was bereits bei der Bundestagswahl 2005 der
                zentpunkte bei den 18- bis 24-Jährigen und                              Fall gewesen war.
                – 14,5 Prozentpunkte bei den 25- bis 34-Jährigen.

                                                                                        Deutliche Stimmengewinne für
                FDP besonders erfolgreich bei den                                       die GRÜNEN bei den Jungwählern
                25- bis 44-jährigen Baden-Württembergern                                und bei den 45- bis 59-Jährigen

                Die FDP erzielte bei der Bundestagswahl 2009                            Die GRÜNEN kamen bei der Bundestagswahl
                mit einem Plus von 6,9 Prozentpunkten die                               2009 auf 13,9 % der gültigen Zweitstimmen.
                höchsten prozentualen Zweitstimmengewinne                               Besonders ausgeprägt war der Rückhalt der
                aller Parteien. Ihre Zweitstimmengewinne ver-                           GRÜNEN bei den Jungwählern und den 35- bis
                dankt die FDP der Wahlentscheidung der Wäh-                             44-jährigen Wählern: Jeweils knapp 19 % der
                lerinnen und Wähler aller Altersklassen. Die                            Baden-Württemberger dieser Altersgruppen
                deutlichsten Zuwächse haben die Liberalen bei                           haben die GRÜNEN gewählt. Am wenigsten
                den 35- bis 44-Jährigen (+ 9,6 Prozentpunkte).                          Erfolg war den GRÜNEN hingegen bei den
                Den stärksten Rückhalt hatte die FDP bei den                            60-jährigen und älteren Baden-Württembergern
                25- bis 34-jährigen Männern, von denen nahe-                            beschieden. Von den Senioren wählten nur
                zu jeder Vierte seine Stimme den Liberalen                              6,9 % die GRÜNEN.


         52
Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2010      Verschiedenes


Wie bereits bei der Bundestagswahl 2005                                  ihr Rückhalt bei den 45- bis 59-jährigen Wählern,
schnitten die GRÜNEN auch 2009 bei den                                   von denen knapp 10 % ihre Stimme der LINKEN
Frauen (15,7 %) erheblich besser ab als bei den                          gaben. In dieser Altergruppe waren auch ihre
Männern (11,9 %). Die GRÜNEN verzeichneten                               Stimmenzugewinne mit 4,7 Prozentpunkten
bei der Bundestagswahl 2009 insgesamt ein                                am höchsten. Die LINKE wurde häufiger von
Plus von 3,2 Prozentpunkten. Hinter diesem                               Männern (8,4 %) als von Frauen (6,0 %) gewählt.
Ergebnis stecken vor allem Stimmengewinne
bei den 18- bis 24-jährigen sowie bei den 45-
bis 59-jährigen Wählern.                                                 Piratenpartei die stärkste unter den
                                                                         sonstigen Parteien

Die LINKE mit stärkstem Rückhalt und höchsten                            Die Piratenpartei war bei der Bundestagswahl
Gewinnen bei den 45- bis 59-Jährigen                                     2009 die mit Abstand stärkste Partei unter den
                                                                         sonstigen, nicht im Bundestag vertretenen
Die LINKE kam bei der Bundestagswahl 2009                                Parteien und erreichte in Baden-Württemberg
in Baden-Württemberg auf 7,2 % der gültigen                              2,1 % der gültigen Zweitstimmen. Besonders
Zweitstimmen. Überdurchschnittlich hoch war                              ausgeprägt war der Rückhalt der PIRATEN bei




             Zweitstimmengewinne und -verluste ausgewählter Parteien bei der Bundestagswahl
 S4          2009 in Baden-Württemberg nach Altersgruppen der Wähler


    in Prozentpunkten                 CDU                                                           GRÜNE
                                                                                       4,7                              5,0
                                                                                                             3,8
                                                                            3,2
                                                                                                  2,4
                                                                                                                                1,6




                  – 3,4       – 3,3
                                                                – 4,0
      – 4,8                                  – 5,0

                                                       – 8,3


                                      SPD                                                          DIE LINKE
                                                                                                                        4,7
                                                                            3,4                   3,1
                                                                                       2,5                   2,5                2,8




                                                                – 6,1


     – 10,8                                           – 11,0

                                             – 13,5
                             – 14,5

                 – 17,5


                                      FDP                                                           PIRATEN

                                              9,6
                                                        7,8                            7,7
       6,9                     6,4
                   5,5                                           5,8
                                                                                                  5,1

                                                                            2,1                              2,0
                                                                                                                        0,9
                                                                                                                                0,2
     Insge-     18 – 24      25 – 34     35 – 44      45 – 59   60 und    Insge-    18 – 24    25 – 34    35 – 44    45 – 59   60 und
      samt                                                       älter     samt                                                 älter
                Wähler im Alter von ... bis ... Jahren                              Wähler im Alter von ... bis ... Jahren

    Datenquelle: Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik (Piratenpartei: Vorläufige Ergebnisse einer Sonderauswertung).

 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg                                                                                        1267 09




                                                                                                                                            53
Verschiedenes                  Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 2/2010



                                                                                                              Auch in der Wählerschaft der SPD befanden
            Wählerschaft ausgewählter Parteien bei der Bundestagswahl                                         sich 2009 überproportional viel ältere Wähler.
  S5        2009 in Baden-Württemberg nach Altersgruppen
                                                                                                              Immerhin knapp 40 % der SPD-Wähler waren
                                                                                                              60 Jahre oder älter. Der Vergleich mit der Alters-
  Anteile in %                                                                          Alter von...          struktur der SPD-Wählerschaft bei der Bundes-
                                                                                        bis ... Jahren        tagswahl 2005 zeigt einen starken Alterungs-
                                                                                  3,5     60 und älter        prozess: 2005 waren nur rund 31 % der SPD-
                                                16,8                  13,7
                                                                                 13,4     45 – 59
    33,9                                31,2             26,4                                                 Wähler 60 Jahre oder älter. Die Präsenz von
                  44,2       39,9
                                                                      25,0       17,8     35 – 44             Wählern unter 45 Jahren ist unter den SPD-
                                                34,6                                                          Wählern deutlich zurückgegangen.
    28,5                                28,6             39,3         20,4       31,5     25 – 34
                  24,0       29,1
                                                23,2                                                          Die PIRATEN haben mit Abstand
    17,1                                18,5                          21,5
                  14,7                                   15,9                                                 die jüngsten Wähler
                             14,9
                                                14,0                             33,8     18 – 24
    12,0                                13,5             11,1
                  10,6        8,9                                     19,5
     8,5                                 8,1    11,3                                                          Die demografische Zusammensetzung der
                   6,6        7,2                         7,2
   Insge-         CDU        SPD        FDP    GRÜNE     DIE         Sons- darunter
                                                                                                              Wähler der FDP entsprach dagegen weitgehend
    samt                                                LINKE         tige PIRATEN                            der der baden-württembergischen Wähler bei
                                                                                                              der Bundestagswahl 2009 insgesamt. Aller-
  Datenquelle: Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik (Piratenpartei: Vorläufige Ergebnisse einer
  Sonderauswertung).                                                                                          dings waren unter den Wählern der Liberalen
                                                                                                              die 60-Jährigen und Älteren mit gut 31 % leicht
 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg                                                          1268 09
                                                                                                              unterrepräsentiert, während die jüngeren Wäh-
                                                                                                              ler zwischen 25 und 44 Jahren leicht überre-
                                       den Jungwählern. Knapp 8 % der 18- bis 24-jäh-                         präsentiert waren.
                                       rigen Baden-Württemberger haben die PIRATEN
                                       gewählt, bei den 25- bis 34-Jährigen waren es                          In der Wählerschaft der GRÜNEN sind die Se-
                                       rund 5 %. Nur wenig Erfolg war der Piraten-                            nioren stark unterrepräsentiert, alle Alters-
                                       partei hingegen bei den 60-jährigen und älte-                          gruppen unter 60 Jahren demgegenüber über-
                                       ren Baden-Württembergern beschieden: Von                               proportional vertreten. So waren – wie bereits
                                       den Senioren wählten nur 0,2 % die PIRATEN,                            erwähnt – bei der Bundestagswahl 2009 rund
                                       bei den 45- bis 49-Jährigen waren es rund 1 %.                         34 % der Wähler 60 Jahre oder älter. Von den
                                                                                                              Wählern der GRÜNEN gehörten nur knapp
                                       Bei den Männern schnitten die PIRATEN mit                              17 % zur Altersgruppe der Senioren. Die quan-
                                       einem Zweitstimmenanteil von 3 % wesentlich                            titativ größte Gruppe unter den Wählern der
                                       besser ab als bei den Frauen (1 %). Vor allem                          GRÜNEN stellte die Altersgruppe der 45- bis
                                       bei den 18- bis 24-jährigen Männern waren die                          59-Jährigen. Gut jeder 3. GRÜNEN-Wähler ge-
                                       PIRATEN erfolgreich. Bei ihnen erreichten sie                          hörte dieser Altersgruppe an. Unter den Wäh-
                                       rund 12 % der Zweitstimmen, während von                                lern der GRÜNEN ist außerdem der Anteil der
                                       den Frauen dieser Altersgruppe nur knapp 4 %                           unter 35-Jährigen mit gut 25 % vergleichs-
                                       die Piratenpartei wählten. Auch in allen ande-                         weise hoch.
                                       ren Altersgruppen wurden die PIRATEN häu-
                                       figer von Männern als von Frauen gewählt.                              Auch in der Wählerschaft der LINKEN waren
                                                                                                              die Senioren unterrepräsentiert. Allerdings lag
                                                                                                              auch der Anteil der bis unter 45-jährigen Wäh-
                                       Wählerschaft von CDU und SPD überdurch-                                ler unterhalb des Landesdurchschnitts. Domi-
                                       schnittlich stark von Senioren geprägt                                 niert wurde die Wählerschaft der LINKEN von
                                                                                                              den 45- bis 59-Jährigen, die gut 39 % der Wäh-
                                       Die Betrachtung der demografischen Zusam-                              ler der LINKEN ausmachen.
                                       mensetzung der Wählerschaft der Parteien zeigt
                                       folgende Ergebnisse (Schaubild 5). Von den                              Da die PIRATEN vor allem bei jungen Baden-
                                       baden-württembergischen Wählern insgesamt                              Württembergern erfolgreich waren, sind in der
                                       (inklusive Briefwählern) waren rund 34 % im                            Wählerschaft der PIRATEN die jungen Wähle-
                                       Alter von 60 und mehr Jahren. Die CDU hat                              rinnen und Wähler stark überrepräsentiert. Gut
                                       von allen Parteien den höchsten Anteil an älte-                        ein Drittel von ihnen ist jünger als 25 Jahre, ein
                                       ren Wählern. So waren bei der Bundestags-                              weiteres knappes Drittel ist zwischen 25 und
                                       wahl 2009 gut 44 % der CDU-Wähler 60 Jahre                             34 Jahre alt. Damit waren fast zwei Drittel der
                                       und älter. Von den Wählerinnen der CDU ge-                             Wähler der PIRATEN jünger als 35 Jahre. Die
                                       hörte fast jede zweite (gut 46 %) dem Senioren-                        Wählerschaft der PIRATEN war damit bei der
Weitere Auskünfte erteilt              alter an. Alle Altersgruppen unter 60 Jahren                           Bundestagswahl 2009 am jüngsten, mit be-
Monika Hin,
Telefon 0711/641-26 04,
                                       waren in der Wählerschaft der CDU unterre-                             trächtlichem Abstand vor den GRÜNEN auf
Monika.Hin@stala.bwl.de                präsentiert.                                                           Platz 2.


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