Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6

 
 
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 1




               KOSTENLOS!
               Nr. 6|112005
                                    LAUFPASS
                                    Das Magazin für Bremerhaven, drumrum & gegenüber
LAUFPASS06
             WWW.LAUFPASS.COM




                                                                   Links & rechts der Weser
                                                                   Was geht ab?


                                                                   KAUFPASS im LAUFPASS
                                                                   Shopping-Guide zum Rausnehmen!




                                                                           Mit 50 €-Fitness-Gutschein:      „Diamanten der Klassik“
                                    Veranstaltungen: Termine,              Wellness im outfit               am 30. November in Cuxhaven
                                    Konzerte, Partys ohne Ende          Musik: Nana Mouskouri, Torf-     Theater: Klassik-Diamanten
                                    Gastro: Fiedlers Aalkate, Le        rock, Silje Nergaard, Iron       im Stadttheater Cuxhaven,
                                    Bouquet, Bellevue                   Butterfly Sport: Tanz-Etage      Uraufführung in Bremerha-
                                                                                                         ven, TiF im Berlin-Fieber


   /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                    8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 2




 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                       8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 3




                                                                                                                                          LAUFPASS
                                                                                                                                           Editorial


                                    LAUFPASS
                                    das neue Medium für Bremerhaven, drumrum & gegenüber




                                    Laufpass, die 6.:                                          Herrliche Monate liegen vor uns – Tage der Gemütlichkeiten.
                                    Raus in die Herbst- und Winterstürme, mit Glück mal knirschenden Schnee unter den Füßen spüren. Und raus in die Kälte,
                                    um schnurstracks wieder rein ins Warme zu gehen. In die Konzertsäle, die Kunstausstellungen, die Geschäfte (Unbedingt
                                    die Tipps im beiliegenden KAUFPASS beachten!), natürlich auch die Restaurants und Feinkostläden sowie zum Ausgleich
                                    für all das Schlemmen ins Fitness-Studio (Der nächste Sommer kommt bestimmt – und mit dem LAUFPASS-Coupon spart
                                    man im outfit glatt 50 Euro!).

                                    Das Programm der nächsten Wochen ist gut: Die Theater der Region bringen Neues auf die Bretter, in der Stadthalle gibt
                                    es Hartes (Rock Giants), Getanztes (Night of the Sultans), Elegantes (Nana Mouskouri). In Worpswede tobt Torfrock, in
                                    Cuxhaven finden sich Diamanten der Klassik, in Bremen trällert Silje Nergaard ... Auf vielen Seiten viele Infos für das
                                    Drinnen und Draußen. So auch der zweite Teil von Danny Klappers „Weniger ist Meer“ – heiß ersehnt von vielen Lesern,
                                    die wissen möchten, wie der Magdeburger umzu und gegenüber unterwegs war.




                                    Viel Spaß beim Lesen und Ausgehen wünscht die LAUFPASS-Redaktion
                                    und natürlich auch die Grafik, die Verwaltung, die Distribution und der Anzeigenvertrieb.




                                    Weniger ist Meer!                              Voll „Betrug“!                                  Alles Bio!
                                    Ein Magdeburger auf dem „platten“              Uraufführung im Kleinen Haus                    Glückliche Viecher bei den Hasselbrings
                                    Lande                                          Seite 10                                        Seite 64
                                    Seite 6




                                    Ihre Ansprechpartnerinnen
                                    beim LAUFPASS

                                                                                                    Werbung im
                                                                                                         LAUFPASS



 Veranstaltungen
    im LAUFPASS
       Für Termine des Veranstal-
       tungs- und Ausstellungska-
       lenders wenden Sie sich      Als Kommunikationsberaterin                    Als Kommunikationsberaterin
       bitte unter folgenden Num-   steht Ihnen zur Seite:                         steht Ihnen zur Seite:
       mern an uns:
                                    Heike Schulze-Haake                            Fiona Wupper
       Tel: 0471/98 33 7 18         Tel: 0471/98 33 7 17                           Tel: 0471/98 33 7 27
       Fax: 0471/98 33 7 22         Fax: 0471/98 33 7 22                           Fax: 0471/98 33 7 22
       termine@laufpass.com         hs@laufpass.com                                fw@laufpass.com



 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                   8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 4




                                                         Inhalt
                                                          LAUFPASS




  Erfolgreich zu sein
  heißt, anders als
  die anderen zu sein.
                                    Woody Allen
                                                                      Reportage

                                                                      Kultur
                                                                                                     Inhalt
                                                                      Weniger ist Meer Teil II: In Umzu

                                                                      Aus Liebe zum Kleinen Haus Ewald „Sam“ Fürst unterstützt Theater-Förderverein
                                                                      Uraufführung: „Betrug“ Aber: Wer betrügt hier wen?
                                                                      „Pinocchio“, „Rigoletto“, „Die Fledermaus“
                                                                                                                                                         9
                                                                                                                                                        10
                                                                                                                                                          6


                                                                                                                                                         11
                                                                      TiF im Berlin-Fieber Alles, was vernünftig unterhält                              12
                                                       Verlosung!!!   Stadttheater Cuxhaven Funkelnde „Diamanten der Klassik“                           12
                                                                      Figurentheater Mäuse in der Packhalle V                                           13
                                                                      Night of the Sultans Zauber aus 1001 Nacht                                        14
                                                                      Horst Evers im Capitol Gefühltes Wissen                                           14
                                                                      Claudia Hanfgarn in hinblick – Spiel mit Licht und Schatten                       14
                                                                      Musik
                                                                      Silje Nergaard Entspannung                                                        15
                                                                      Nana Mouskouri: „Ich hab geweint – ich hab gelacht“                               16
                                                                      Bremerhavener Kammerchor zeigt Vielfalt                                           16
                                                                      Rock Giants „Iron Butterfly“, „Nazareth“ und „Ten Years After“                    17
                                                                      Torfrock Bagaluten-Wiehnacht in der Music Hall Worpswede                          17
                                                                      CD-Tipps                                                                          18
                                                                      Kultur
                                                                      Thieles Garten Bremerhavens einzigartige Kultur-Oase                              19
                                                                      Don Quixote auf der Suche nach der Seefelder Mühle                               20
                                                                      Bostelmanns Saal Kulturelles und lukullisches Kleinod auf dem Lande               21
                                                                      Ausstellungen                                                                    22
                                                                      Veranstaltungskalender Termine, Sport, Konzerte u.v.m.                        23- 41
                                                                      Silvesterpartys und Weihnachtsmärkte                                             42
                                                                      Veranstaltungsorte                                                               43
                                                                      Alternative Energien
                                                                      Die Zukunft energieeffizienten Bauens hat begonnen                               44
                                                                      Erneuerbare Energien Gute Aussichten für den deutschen Markt                     44
                                                                      Die Wärmepumpe Wirtschaftlich und umweltfreundlich Heizen                        45
                                                                      Verschenkte Wärme? Zukunftsenergie Abwasser                                      45
                                                                      WAB: Windenergie wird immer günstiger                                            47
                                                                      Cuxhaven setzt auf Windkraft                                                     47
                                                                      Weitblick zeigen: Erdgas tanken Zukunftsenergie Abwasser                         48
                                                                      Wirtschaft
                                                                      Judel/Vrolijk & Co America’s-Cup-Sieger aus Bremerhaven                          49
                                                                      BRIG bringt Innovationsprozesse in Gang                                          49
                                                                      Gastkommentar
                                                                      Bremerhaven setzt mit dem Entwicklungsgebiet Alter/Neuer Hafen auf den Tourismus 50
                                                                      Dr. Manfred Ernst: Bremerhaven am Mittelmeer                                      51
                                                                      Freizeit
                                                                      Perspektivenwechsel Phänomenta                                                   52

                                                                      Impressum:
                                         Strategie
                                                                      Herausgeber: Jeschke-Kelling Strategie & Marketing GmbH,
                                                                      Schifferstr. 10-14, 27568 Bremerhaven, Tel: 0471 /9 83 37- 0, Fax: 0471 /9 83 37- 22,
                                                                      Geschäftsführung: Wolfgang Jeschke, Thilo Kelling
                                                                      info@laufpass.com, www.laufpass.com


          Jeschke            Kelling                                  V.i.S.d.P.: Wolfgang Jeschke, redaktion@laufpass.com
                                                                      C.v.D.: Nadine Brickwedel
                                                                      Redaktion: Victor Conradt, Simone Hryzyk, Thilo Kelling, Danny Klapper, Ralf Masorat, Sharon Wynne
                                                                      Anzeigenverkauf: Tel: 0471 /9 83 37- 27, anzeigen@laufpass.com
                                                                      Herstellung: Jeschke Kelling GmbH, Schifferstraße 10-14, 27568 Bremerhaven, Tel: 0471 /98337-0, Fax: 0471 /98337-22,
                                                                      info@jeschke-kelling.de, www.jeschke-kelling.de
 Design                                                               Druckauflage: 20.000 Expl. im Auslagevertrieb, vertrieb@laufpass.com
                                                                      Erscheinungsweise: vierteljährlich
                                                                      Ein Nachdruck oder die sonstige Nutzung der Texte oder Fotos der Print- und/oder Online-Ausgabe des Laufpass
                                                                      ist – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages erlaubt. Für unverlangt eingesandte
                           Schifferstraße 10-14                       Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 02/2005 vom 01. August 2005.
                           D 27568 Bremerhaven                        Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
            Marketing      Tel + 49 (0)471-98 33 7-0
                           www.jeschke-kelling.de


 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                                8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 5




                                                                                                                          LAUFPASS
                                                                                                                             Inhalt
                                                                                                    Luca Deichwalker

                                                                                                    Einigkeit, Recht,
          Shopping
          Geestemünde Erlebnis-Shopping mit Service und Qualität                               53
                                                                                                    und Freiheit?
          Wellness                                                                                  Neulich habe ich gelesen, dass die Menschenkinder




t         Prophylaxe Wellness für die Zähne
          Sport

          Anfänger willkommen! In der Saisonpause zur Platzreife
          GC Gut Hainmühlen mit neuem Kopf
          Auto & Motor
          Webclip-Contest zur MINI-Einführung
          Reise-MINI
          Sauber-Benz
          Sport
          Einfach besser Leben Fit und gesund durchs ganze Jahr mit LAUFPASS & outfit
          Engagement
                                                                                               54
          Talentschmiede Tanz-Etage Margaret Hall-Donsbach bildet in Bremerhaven Tanzelite aus 55
                                                                                               56
                                                                                               56

                                                                                               57
                                                                                               57
                                                                                               57

                                                                                              58
                                                                                                    in unserer Region jetzt wieder die Nationalhymne
                                                                                                    auswendig lernen sollen. In der Grundschule.
                                                                                                    Nachdem der Religionsunterricht mittlerweile
                                                                                                    zwei Stunden, der Kunstunterricht eine einnimmt,
                                                                                                    und die Unterrichtsversorgung deshalb gut ist,
                                                                                                    weil man sich die Vergleichsgrößen selbst gemacht
                                                                                                    hat (im europäischen Vergleich haben deutsche
                                                                                                    Kinder weniger Unterricht), ist das die konsequen-
                                                                                                    te Fortsetzung der Bildungsoffensive. Flankiert
                                                                                                    wird die Vorbereitung der Menschenkinder auf die
                                                                                                    moderne Wissensgesellschaft durch die Verringe-
          Hamme Lou Kinderspiel und Wirklichkeit                                              60    rung von Bücherbusangeboten. „Blüh im Glanze
          Bremerhavener Kampfansage Make Love not Aids!                                       60    dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland!“
          Hinter den Töpfen
          Die Fiedlers Tradition in Fisch                                                     61    Ob das der richtige Weg ist,
          Gastro                                                                                    bezweifelt der blöde Hund
          Le Bouquet Bunter Strauß kulinarischer Köstlichkeiten                               62
          „Bellevue“ sur la mer                                                               63    Die Hymne zum Download: http://www.bundesre-
          Filousophieren                                                                      63    gierung.de/static/audio/hymne/nationalhymne.mp3
          Auf dem Lande
          Hof Mühlenberg „Papa ist im Stall und Mama im Haus“                                64
          Szene                                                                              65




           Fragen zu Energie und Wasser? Wir beraten Sie gern.
           Im swb KundenCenter
           > Öffnungszeiten
             Montag bis Freitag von 9.30 – 18.00 Uhr
             Sonnabend von 10.00 – 13.00 Uhr

           > Energieberatung
             Donnerstags von 14.00 – 18.00 Uhr

           |>| Energie, Trinkwasser Entsorgung,
           technische Dienstleistungen www.swb-gruppe.de


    /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                               8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
/DXISDVVBBT[G8KU6HLWH




          LAUFPASS
          Reportage




                                                                                                                         Fotos: Jeschke Kelling
             Weniger ist Meer
                      in Umzu                        M e
                                                     „Weshalb ist das Vergnügen an der Langsamkeit ver-
                                                     schwunden? Ach, wo sind sie, die Flaneure von einst?
                                                     Wo sind sie, die faulen Burschen der Volkslieder,
                                                     diese Vagabunden, die gemächlich von einer Mühle
                                                     zur andern zogen und unter freiem Himmel schliefen?
                                                     Sind sie mit den Feldwegen, den Wiesen und den
                                                     Lichtungen, mit der Natur verschwunden?“, ruft der
                                                     Erzähler in Milan Kunderas Roman „Die Langsamkeit“
                                                     voller Pathos und Trauer aus.


                                                                            Ich möchte ihm entgegenrufen: all
                                                                            das verzweifelt Vermisste, das ver-
                                                                            loren Geglaubte, gibt es noch. Es gibt
                                                                            sie noch, die kilometerlangen Feld-
                                                                            wege, vorbei an saftigen Wiesen, auf
                                                                            denen Kühe weiden, vorbei an reet-
                                                                            gedeckten Bauernhöfen mit dampfen-
                                                                            den Misthaufen, vorbei an windschee-
                                                                            fen, westwärts gerichteten, krüppli-
                                                                            gen Eichen. All das begegnete mir auf
                                                                            meiner Vagabundentour im LAUF-
                                                                            PASS-Gebiet, genauer gesagt im
                                                                            „drumrum und gegenüber“ von Bre-
                                                                            merhaven, noch genauer gesagt im
                                                                            Landkreis Cuxhaven und der Weser-
                                                                            marsch. Sogar die Mühlen gibt es
                                                                            noch. Sie mahlen jedoch nicht lang-
                                                                            sam, sondern gar nicht mehr. Und
                                                                            aus den faulen Burschen sind faule
                                                                            Touristen geworden, die Vagabunden
                                                                            der Moderne. Sie pilgern in die wei-
                                                                            te, reizarme (nicht reizlose!) Land-
                                                                            schaft, um am Rande des Feldweges
                                                                            ein Gänseblümchen zu entdecken
                                                                            und sich von ihrem reizüberfluteten
                                                                            Alltag zu erholen.

                                                                            Nach meinen ersten zwei Tagen in Bre-
                                                                            merhaven war es immer noch brutt-
                                                                            warm. Mit einem so stabilen Hoch
                                                                            hatte ich im Norden nicht gerechnet.
                                                                            Durch jahrelange Propaganda seitens
                                                                            des Wedderrapports im Kiekkasten
                                                                            hatte sich bei mir das Vorurteil einge-
                                                                            nistet, dass an der norddeutschen
                                                                            Küste immer Aas- bis Schietwedder
                                                                            herrscht; noch dazu bei solchen Wind-
                                                                            geschwindigkeiten, die dir den Aas-
                                                                            kram und Schiet um die Ohren hau-
                                                                            en. Dazu kamen eigene Erfahrungen
                                                                            mit dem Wetter an der Waterkant.
                                                                            Einmal hatte ich an einem Leucht-
    6      w w w.laufpass.com

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
/DXISDVVBBT[G8KU6HLWH




                                                                                                                             LAUFPASS
                                                                                                                             Reportage




                    e r                                                                                         M e e r
       turm, den ich besichtigen wollte, gelesen „Bi Schietweder is tau“.        mir bereits die Füße. Ich zog die Schuhe aus, krempelte die Hosen
       Kopfschüttelnd fragte ich mich damals, wann sie dann überhaupt            hoch und watschelte durchs Watt. Der warme und weiche Schlick,
       offen haben. Doch nu war es unerwartet und unglaublich heiß.              der durch meine Zehen hindurchquoll, erwies sich als eine Wohltat
       Kurz, es war höchste Zeit, die Stadt in Richtung Meer zu verlassen.       für meine geplagten Vagabundenfüße. Langsam fand ich gefallen an
                                                                                 diesem Gubbelkrams. Und wie viele kleine possierliche Tierchen
       Aus zweierlei Gründen ging es zuerst gen Norden, nach Wremen.             durchs Watt krabbeln! Toll sind die Wattwürmer. Vorne saugen sie
       Zum einen wollte ich so schnell wie möglich ans Meer wannern, um          den Schlick ein und hinten entlassen sie ihn wieder. Dabei hinterlas-
       meinen von der Sonne überhitzten Körper in den knackig koolten            sen sie so kleine Häufchen, die an Spaghetti erinnern.
       Wogen der Nordsee auf Normaltemperatur herunterzukühlen. Zum
       anderen folgte ich dem Gerücht nach Wremen, dass man dort direkt          Nach soviel Entspannung besaß ich nu genoog Knööv, um auf den
       vom Kutter lecker Krabben kaufen könne. Im Touristenmekka Wre-            Leuchtturm mit dem schönen Namen „Obereversand“ zu klettern.
       men stieß ich auf ein unlösbares Paradox: Die beiden touristischen        Ich schloss mich einer Führung durch den Turm an, die 10 Minuten
       Hauptattraktionen, Meer und Krabbenkutter, richten sich überhaupt         früher als geplant begann, da von hier oben vorauszusehen war, dass
       nicht nach den Touristen, und schon gar nicht nach dahergelaufenen        in den nächsten 10 Minuten wohl niemand mehr kommen würde.
       Vagabunden. Nachdem ich die höchste Erhebung der Weserregion              Beeindruckt war ich von der Ausstattung des 1886/87 errichteten
       erklettert hatte, musste ich mit Entsetzen feststellen, dass hinter dem   Leuchtturms. Übereinander liegen Lagerraum, Küche und Dienstzim-
       Deich weder Meer noch Kutter zu sehen waren. Das Meer hatte sich          mer. Richtig gemütlich. Ich begann einen romantisch verklärten Va-
       bis zum Horizont verzogen und die Kutter gleich mit ihm. Stattdes-        gabundentraum zu träumen: Ich sah mich als einsamen Leuchtturm-
       sen kiekte ich auf eine Imbissbuden- und Wohnwagenkolonie, die bis        wärter faul in der Koje liegen, dem Rauschen des Meeres lauschen,
       dahin reichte, wo ich das Meer vermutet hatte. Und dort, wo ich das       ein Buch lesen und ab und zu mal nach oben klettern, um nachzu-
       Meer vermutet hatte, war weit und breit nur Gubbel zu sehen...            schauen, ob das Lämpchen noch brennt. Leider werden Leuchtturm-
                                                                                 wärter heute nicht mehr gebraucht. Das heißt aber nicht, dass unsere
       Was blieb mir also anderes übrig, als ein Gespräch mit einer              Zeit bar jeder Romantik ist: So können die verliebten Pärchen, die in
       Imbissverkäuferin zu beginnen:                                            Bremerhaven an der Seebäderkaje dem Sonnenuntergang zuschau-
       „Weniger ist zwar Meer, aber ein wenig mehr Meer wär’ an                  en, wenn sie sich nach einigen Sonnenauf- und untergängen immer
       dieser Stelle nicht zuviel. Wo sünd ’n das Meer und die                   noch verstehen, auf dem Leuchtturm heiraten. Ich hingegen musste
       Kutter hin?“                                                              den Leuchtturm verlassen. Das Meer hatte sich zwar nicht in Strand-
       „Wech.“                                                                   nähe gezeigt, aber ich war dennoch fasziniert von dieser platten, von
       „Weniger ist zwar Meer, aber ein wenig mehr Info wär’ an                  der Tide beherrschten Landschaft. Dass es eine noch plattere geben
       dieser Stelle nicht zuviel. Na jut, dann jeb`n Se mir ma so´n             könne, ahnte ich jedoch noch nicht …
       Kroabbenbrötchen da.“
       „Dat is Granat.“                                                          Tags darauf, in der Wesermarsch, wurde ich eines Besseren belehrt:
       „Das kommt mir als poazifistischer Binnenländer zwoar ´n                  Platter geht´s nun wirklich nicht mehr. Ein Blick in die Unendlich-
       bisschen komisch voar, aber dann jeb`n Se mir ma so`n                     keit, der gestresste Großstädter ganz sicher beunruhigt. Denn das
       Brötchen mit Jranat.“                                                     Auge findet in der Weite der Wesermarsch keinen Bezugspunkt.
       „3,50 €“                                                                  Kein Computer vor der Nääse, keine graue Betonmauer und keine
       „Bitte... Danke.“                                                         vorbeiziehenden Autos auf einer brummenden Autobahn. Absolute
       „Bidd.“                                                                   Weite eingebettet in absolute Stille. Eine wundervolle Landschaft,
                                                                                 die, indem sie fast nichts vor Augen führt, das Wesentliche vor Au-
       Das Brötchen mit Granat war super smackelk und versöhnte mich             gen führt – und das lässt sich ja bekanntlich schwer in Worte
       mit Wremen, dem abwesenden Meer und den verschwundenen Kut-               fassen …
       tern. Wenigstens musste ich so die Panzer nicht selber von den Gra-
       naten pulen. Außerdem zog mich die Sand- und Schlicklandschaft,           Am letzten Tag meiner Vagabundenreise kreuz und quer durch das
       die von unzähligen Prielen durchzogen ist, durch ihren Geruch, ihre       LAUFPASS-Gebiet pilgerte ich über Bad Bederkesa nach Cuxhaven.
       Geräusche, ihre Weite und ihre Ruhe in ihren Bann. Nichtsdestowe-         In Bad Bederkesa, das idyllisch inmitten von sanften Hügeln, weiten
       niger, ich wollte Meer, ich setzte meine Suche nach ihm fort, wan-        Wiesen, Wäldern und Moorflächen liegt, spazierte ich am Bad Beder-
       derte gen Norden, nach Dorum-Neufeld.                                     kesaer See entlang. Gerne erinnere ich mich an diesen Ort. Er bot ei-

       Im Touristenmekka Dorum-Neufeld angekommen, stieß ich auf das-
       selbe Paradox wie in Wremen: viele Touristen, kein Meer, keine Kut-
       ter. Imbissbuden- und Wohnwagenkolonien. Gubbel bis zum
       Horizont. Die ganze Kulisse war hier allerdings ergänzt um ein Meer-
       wasserbad und einen imposanten Leuchtturm. Aus der Ferne konnte
       ich Kinder beobachten, wie sie sich gegenseitig mit Gubbel be-
       schmissen. Das sah nach Spaß aus. Vom Herumwandern qualmten
                                                                                                               Umzu                                           7

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                     8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
/DXISDVVBBT[G8KU6HLWH




           LAUFPASS
            Reportage




                                                                                                                 Fotos: Jeschke Kelling
                                             Weniger ist Meer
        nem hungrigen Wanderer preiswerte kulinarische Köstlichkeiten:
        Am See wuchsen Sträucher voller Brombeeren und um die Burg
        Bederkesa Bäume voller Äpfel und Birnen. Ein echtes Vagabunden-
        paradies! Überdies traf ich auf sehr freundliche Gesichter. Vor der
                                                                           in   Umzu
        Burg begrüßte mich beispielsweise Roland, ein liebenswürdiger und
        blauäugiger Ritter in hellblauer Rüstung und mit goldenem Schwert.
        Ich stromerte weiter nach Cuxhaven. Dort wurde ich von der „Alten
        Liebe“ angezogen. Manche mögen enttäuscht sein, wenn sie die „Alte
        Liebe“ sehen … Ich war es nicht. Denn das Bollwerk aus Holz, das
        als Aussichtsplattform dient, ist ein Platz mit großartiger Aussicht
        auf Elbe und Meer, ein Platz zum Ausruhen, in der Sonne sitzen,
        Zeitung oder Bücher Lesen, Schnacken, Leute beobachten. Ein Platz,
        an dem man das Vergnügen an der Langsamkeit entdecken kann.
        Ein idealer Ort also für faule Burschen und Vagabunden aus aller
        Welt, die Flaneure von heute.

        Zu sagen, ich würde nun die Gegend kennen, die meine neue Hei-
        mat werden soll, wäre vermessen. Aber eine Ahnung habe ich ge-
        wonnen, eine Idee, ein Gefühl, für diese einzigartige Region rund
        um die Wesermündung, für Bremerhaven, drumrum und gegenüber.
        Wahrlich – ich hätte es kaum besser treffen können.
                                                               Danny Klapper




    8      w w w.laufpass.com

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                        8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
/DXISDVVBBT[G8KU6HLWH




                                                                                                                               LAUFPASS
                                                                                                                                 Kultur




                                                                                                                               Fotos: Jeschke Kelling



           Aus Liebe
           zum Kleinen Haus
           Ewald „Sam“ Fürst unterstützt Theater-Förderverein
           Ewald Fürst sitzt auf der obersten Treppenstufe des maroden Foyers im
           Kleinen Haus. Er schwelgt in Erinnerungen. „Das war einfach großartig“,
           sinniert der Schauspieler, der in Bremerhaven Theatergeschichte geschrie-
           ben hat.

      Ewald Fürst
           Fürst glänzte in insgesamt 400 (!) Vorstellungen von Woody Allens Komö-
           die „Spiel’s noch mal, Sam“. Er spielte sich in der Titelrolle des Stadtneu-
           rotikers unvergesslich in die Herzen der Zuschauer. Nach der 300. Vorstel-
                                                                                           Benefizveranstaltung für das Kleine Haus:

           lung wollte das Theater die Komödie damals vom Spielplan nehmen, um
           ein anderes Stück über die Bühnenbretter des Kleinen Hauses laufen zu las-
           sen. Das sahen die Fans überhaupt nicht ein und gingen für „ihren“ Sam
           auf die Straße. Und genau dieses Engagement der Bremerhavener wird
                                                                                          Kleines          Haus
                                                                                           Ein Abend mit Ewald Fürst
                                                                                           Im Dezember finden zwei weitere Benefizveranstaltungen zur
                                                                                           Sanierung des Kleinen Hauses statt. Der letzte Schritt, „step
                                                                                           by step“, wird eingeläutet. „Aus Liebe zum Kleinen Haus“ ver-
           Fürst nie vergessen. Nach ihrem Vorbild setzt sich die Schauspiel-Legende       sucht der Theater-Förderverein nun auch noch die nötigen
           jetzt für die Erhaltung bzw. Sanierung des Kleinen Hauses ein – und mit         Mittel für die Renovierung des Foyers zu sammeln. Der
           ihm der Theater-Förderverein. Dieser initiierte im vergangenen Jahr die         Schauspieler Ewald Fürst, legendär in der Titelrolle in 400
           Spendenaktion „Aus Liebe zum Kleinen Haus – Step by Step“. Fürst über-          Vorstellungen von Woody Allens „Spiel’s noch mal, Sam“, der
           nahm die Schirmherrschaft. Das Geld für die Sanierung des Innenraums            die Schirmherrschaft für die gesamte Spendenaktion über-
           hat der Verein bereits auf seinem Spendenkonto. Jetzt fehlen „nur“ noch         nommen hat, lädt nochmals zu seinem heiteren Soloabend ein.
           die Mittel für ein neues Foyer.
                                                                                           Unter dem Titel „Ich steck’ die Sonne auf den Hut“ präsen-
           „Wir benötigen zusätzlich noch 60.000 Euro“, erklärt Gerlinde Berk. Ei-         tiert er unter anderem Lyrik und Prosa von Joachim Ringel-
           gentlich 45.000 Euro. Denn 15.000 Euro sind schon im „Sparschwein“              natz, Christian Morgenstern, Ferdinand Raimund, Erich Kästner
           gelandet. Die Vorstandsvorsitzende des Theater-Fördervereins ist sich si-       usw. Die Einnahmen aus beiden Abenden kommen komplett
           cher, dass der Rest der Summe mit der Unterstützung von Ewald Fürst auch        der Renovierung des Foyers zugute. Der Vorverkauf hat be-
           noch zusammenkommen wird. „Die bisherigen Einnahmen zeigen, dass die            reits begonnen.
           Seestädter einfach an diesem Hause hängen“, so Fürst. Wie er selbst. Mit        Ewald Fürst: „Ich steck’ die Sonne auf den Hut“
           zwei weiteren Solo-Abenden im Dezember möchte er das Kleine Haus fül-           18. & 28. Dezember, 19.30 Uhr
           len, um die Spendenkasse klingeln zu lassen. „Dass Ewald Fürst wieder auf       Stadttheater Bremerhaven, Kleines Haus
           der Bühne zu sehen ist, ist überhaupt das Größte“, sagt Gerlinde Berk.

           Wie im Hause Stadttheater hofft auch der Förderverein auf eine anhalten-        „Aus Liebe zum Kleinen Haus“
           de Spendenbereitschaft der Theaterfreunde. In Rekordzeit, von Herbst
           2004 bis zum Sommer dieses Jahres, konnten 100.000 Euro gesammelt
           werden. „Jetzt müssen wir noch ein bisschen rütteln“, schmunzelt Berk.
           Und das bis Mai 2006.
                                                                                     Spenden
                                                                                           Ehrgeiz, Fleiß und Kulturleidenschaft sind Tugenden, die alle-
                                                                                           samt auf die Mitglieder des Theater-Fördervereins zutreffen.
                                                                                           Binnen kürzester Zeit hat es das Team um die Vorstandsvor-
                                                                                           sitzende Gerlinde Berk geschafft, die Mittel für die Sanierung
           Aber das ist nur eine von vielen Herausforderungen, denen sich                  des Kleinen Hauses zu sammeln. 100.000 Euro füllen nun das
           das Stadttheater Bremerhaven immer wieder stellen muss. Und                     Sparschwein, das im Frühjahr kommenden Jahres geschlach-
           auch diese werden Leitung, Ensemble, Publikum und Förderverein                  tet werden soll. Allerdings umfasst die geplante Sanierung
           gemeinsam meistern. Nicht zu vergessen: Ewald Fürst. Sein Wiener                des Kleinen Hauses nicht das Foyer. Das soll sich ändern: Die
           Charme bringt es auf den Punkt: „Da brauchen ma halt noch a bis-                Theaterfreunde wollen noch einmal 60.000 Euro für ein neues
           serl Geld, damit das Kleine Haus wirklich a Schmuckstückerl wird.“              Foyer aufbringen. Helfen Sie mit:
                                                                                           Spendenkonto „Aus Liebe zum Kleinen Haus“
                                                                    Nadine Brickwedel      Konto: 9798 Sparkasse Bremerhaven, BLZ 29250000
                                                                                           Konto: 9798 KSK Wesermünde-Hadeln, BLZ 29250150
                                                                                                                                                                   9

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                          8KU
Finden Sie die Ausgabe des LAUFPASS Nr. 6
/DXISDVVBBT[G8KU6HLWH




            LAUFPASS
             Kultur


                                                                                                   Uraufführung

                                                                                                   Betrug
                                                                                                   Aber: Wer betrügt hier wen ?

                                                                                                    Mit: Roberto Widmer, Hella-Birgit Mascus,
                                                                                                    Markus Schneider, Kathrin Diele und Guido Fuchs




                                                                                                                                            Fotos: Jeschke Kelling




                                   Dieses Stück birgt Überraschungen – sowohl für das Publikum als auch für die Darstel-
                                   ler. Denn mit „Betrug“ steht mal wieder eine echte Uraufführung auf dem Spielplan der
                                   Bremerhavener. Und die hat es in sich. Regisseur Daniel Ris:
                                   „Das Stück hat verschiedene Qualitäten. Zu diesen zähle ich aber vor allem den Humor.“



                                                                                                                                          Autorenlesung
        Die Geschichte der Mittelstandsfamilie aus kleinen Verhältnissen – Vater, Mutter, Tochter, Sohn – könnte überall, in              Gemeinsam mit der
        jedem Land, in jeder Stadt, an jedem Ort spielen. Und auch der „Vertreter“, der die Vier aufsucht und die Handlung                Stadtbibliothek Bremer-
        ins Rollen bringt, ist einfach nur der „Mann“. „Betrug“ ist eine Familienkomödie mit „Aha-Effekt“. „Hier kann ich                 haven veranstaltet das
        über Sachen lachen, die ich wirklich kenne“, sagt Ris. Jeder habe, so der Regisseur, auf irgendeine Art einen Anknüp-             Stadttheater im Rah-
        fungspunkt zu diesem turbulenten Stück. „Die Zuschauer werden an dieser namenlosen Familie ihre Freude haben.“                    men der Reihe „Bühne
                                                                                                                                          trifft Buch“ eine Lesung
        Mit einer außergewöhnlichen Kulisse erlaubt das Stadttheater den Besuchern einen Blick in die Privatsphäre der                    mit dem Autor der Ur-
        Figuren. Eine wesentliche Rolle in der Inszenierung spielt der Balkon, der Ort des Geschehens. Mit diesem hat sich                aufführung „Betrug“:
        der Regisseur einen Platz ausgesucht, der die Bewohner normalerweise vor neugierigen Blicken anderer schützt.                     Axel von Ernst wird aus
        „Für die Besucher wird es also so sein, als würden sie durch das Schlüsselloch fremder Türen schauen.“                            unveröffentlichten Pro-
                                                                                                                                          satexten lesen.
        Und hier gibt es wirklich etwas zu sehen: Papa ist vom Balkon „gefallen worden“. So scheint sich zu bewahrheiten,                 25. November, 19.30 Uhr
        was der alte Herr von Anfang an ahnte: Eine Versicherung abzuschließen, das bringt Unglück. Für die Nachkommen-                   Stadtbibliothek
        schaft hingegen könnte sich Papas spätes Sicherheitsbedürfnis als durchaus lukrativ erweisen – wäre da nicht dieser               Bremerhaven
        Mann.
                                                                                                                                          Vor der
        Die Produkte in seinem Sortiment sind vielzählig und auch zu geil, um Geiz zuzulassen. Einfach nur aus Prinzip                    Premiere
        nichts kaufen zu wollen, das lässt der gut informierte „Vertreter” niemandem durchgehen. Schon bald ist beispiels-                Das Stadttheater Bre-
        weise der käsige Revoluzzer-Sohn um ein Gesamtpaket Utopien reicher. Auch Mutters Empfänglichkeit für lang ent-                   merhaven lädt zur Ein-
        behrte Selbstverwirklichung macht es dem Fremden leicht, ein entsprechendes Produkt zu platzieren. Doch während                   führungsveranstaltung
        man sich auf dem Balkon versammelt, unter dem der Papa liegt, reift die Erkenntnis, dass die Wahrheit kaum einer,                 „Vor der Premiere“ ein.
        das Geld dafür aber jeder gebrauchen kann.                                                                                        Das Regieteam und die
                                                                                                                                          Schauspieler stellen den
        „Betrug“ ist sarkastisch, ohne gefühllos zu sein, hintergründig und böse, ohne in Zynismus zu verfallen. Vehikel zur              Besuchern das Stück
        Inszenierung des gesellschaftlichen Zerrspiegels ist ein namenloser Mephisto, der es in einer ideenlosen und visions-             und den Autor Axel von
        leeren Zeit mit der Perfidie einer Dauerwerbesendung versteht, selbst dort noch Bedürfnisse zu schaffen, wo Resig-                Ernst vor.
        nation längst das kleinste aller Übel ist. Stellt sich also nur noch die Frage: „Wer betrügt hier wen?“                           27. November, 11.00 Uhr
                                                                                                                           nb             Theaterbistro da capo


                                                                                 „Betrug“        Kleines Haus:
                                                                                 3. Dezember, 19.30 Uhr (Premiere)
                                                                                 7. Dezember, 19.30 Uhr
                                                                                 15. Dezember, 19.30 Uhr
   10       w w w.laufpass.com                                                   21. Dezember, 19.30 Uhr


 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                   8KU
/DXISDVVBBT[G8KU6HLWH




                                                                                                       Theater
                                                                                                        Programm
                                                                                                       Große Weihnachtspremiere:
                                                                                                                                                       LAUFPASS
                                                                                                                                                         Kultur

                                                                                                       Verdis    „Rigoletto“
                                                                                                       Im Hause Stadttheater Bremerhaven hat sie längst Tradition: die große
                                                                                                       Premiere am ersten Weihnachtsfeiertag. In diesem Jahr soll Giuseppe
                                                                                                       Verdis Oper „Rigoletto“ die Bremerhavener von der heimeligen Fest-
                                                                                                       tagsstube direkt in das Große Haus führen.

                                                                                                       „Rigoletto“ spielt am Hofe des Herzogs von Mantua. Der adlige Her-
                                                                                                       zensbrecher hat sich wieder einmal verliebt – diesmal in eine schöne
                                                                                                       Unbekannte, die sich als geheim gehaltene Tochter seines Hofnarren
                                                                                                       Rigoletto „entpuppt“. In tragischer Verwicklung wird der Narr, der auf
                                                                                                       Grund seiner sarkastischen Schadenfreude und seiner bösartigen Spä-
  Fotos: Jeschke Kelling




                                                                                                       ße am Hofe nicht nur Freunde hat, der Verlierer sein. Die höfische Ge-
                                                                                                       sellschaft rächt sich an dem vermeintlich „unangreifbaren“ Possenrei-
                           Weihnachtsmärchen 2005                                                      ßer – sie macht ihn zum Handlanger seiner eigenen Intrige, die ihn
                                                                                                       letztlich seine Tochter kostet.

                                                                                                       „La donna è mobile …“ – eine der bekanntesten Tenorarien der Musik-
                                                                                                       literatur, wurde dem Tenor von Verdi erst einen Tag vor der Urauffüh-
                                                                                                       rung von „Rigoletto“ zur Einstudierung überreicht, damit sie nicht
                                                                                                       schon vorher bekannt würde. Wie Recht der damals in Italien schon

                                                        Pinocchio                                      sehr bekannte Komponist mit dieser Maßnahme hatte, bestätigte sich
                                                                                                       bereits in der Premierennacht in Venedig: In Windeseile verbreitete sich
                                                                                                       die Melodie auf den Kanälen, und rasch wurde sie im Gefolge des Tri-
                           geht mit 20.000 Kindern auf Abenteuerreise                                  umphzuges der Oper zu einem „Weltschlager“ – daran hat sich bis
                                                                                                       heute nichts geändert.
                           Sie leiden mit ihm, freuen sich mit ihm und erleben mit ihm die lustigs-
                           ten Streiche. Pinocchio übt noch immer eine große Faszination auf Kin-      Großes Haus: 25. Dez., 19.30 Uhr (Premiere)
                           der aus. Der Klassiker verzaubert die Herzen der Kinder von heute, so       29. Dez., 19.30 Uhr / 7. Jan., 19.30 Uhr / 13. Jan., 19.30 Uhr /
                           wie er damals ihre Eltern begeisterte. Das weiß man auch im Stadtthe-       18. Jan., 19.30 Uhr / 22. Jan., 19.30 Uhr / 29. Jan., 15.00 Uhr /
                           ater Bremerhaven. Drum haucht es hier mit Floriane Kleinpaß in der          4. Feb., 19.30 Uhr / 24. Feb., 19.30 Uhr
                           Hauptrolle dem hölzernen Lausbuben Leben auf der Bühne ein. Mit
                           dem diesjährigen Weihnachtsmärchen führt das Theater in prächtigen                                                            Romeo und Julia
                           bunten Bildern Kinder und Erwachsene in die zauberhafte Welt des
                           kleinen, frechen Kerlchens.

                           Da wartet eine besondere Herausforderung auf Floriane Kleinpaß. Das         Kiss Me!
                           Engagement am Stadttheater Bremerhaven ist bisher das erste nach ih-                                      Außen Schiller, innen Freiheit!

                                                                                                                                                                                          Fotos: Rilke-Sandelmann
                           rem Abschluss an der Schauspielschule in Frankfurt. „Und vor einem
                           reinen Kinder-Publikum habe ich sowieso noch nicht gespielt“, sagt die
                           25-Jährige. Allerdings habe sie eines in der Seestadt ganz schnell fest-
                           stellen können: „Hier in Bremerhaven wird das Märchen genauso ernst
                                                                                                       „Die Fledermaus“
                                                                                                       Johann Strauss' Meisterwerk „Die Fledermaus“, das 1874 uraufgeführt
                           genommen, wie jedes andere Stück auch. Das ist nicht überall so.“ Wa-       wurde und recht schnell zum Paradestück der goldenen Operettenzeit
                           rum das so ist, erläutert Chefdramaturg Andreas Strähnz: „Schließlich       avancierte, ist nach wie vor auf geradezu irritierende Weise aktuell.
                           ist das Weihnachtsmärchen in der Regel die erste Erfahrung, die die         Strauss allerdings vermittelte seine Kritik an der vergnügungssüchtigen,
                           Kinder aus der Region mit dem Stadttheater machen.“                         Selbstvergessenheit ersehnenden Gesellschaft seiner Zeit auf sehr stil-
                                                                                                       volle und charmante Weise. Die rasende Sucht nach dem Vergnügen,
                           Die Hauptdarstellerin verspricht, dass die Besucher weit mehr als die       die fast schon krankhafte Sehnsucht nach Zerstreuung, drückte er in
                           „allseits bekannte Geschichte mit der langen Nase“ erleben werden. Pi-      unvergänglichen Melodien aus: „Trinke, Liebchen, trinke, schnell“, „Ich
                           nocchio muss auf eine lange Reise gehen, bis ihm am Ende sein sehn-         lade gern mir Gäste ein“ oder die nahezu bacchantische Ensemblenum-
                           lichster Wunsch, endlich ein „richtiger“ Junge zu sein, erfüllt wird. Und   mer „Im Feuerstrom der Reben“.
                           da kann bekanntlich viel passieren …
                                                                                                       Großes Haus: 19. Nov., 19.30 Uhr / 25. Nov., 19.30 Uhr /
                           Floriane Kleinpaß wird sich nicht alleine auf diesen langen Weg machen.     4. Dez., 15.00 Uhr / 14. Dez., 19.30 Uhr /
                           Ungefähr 20.000 Kinder werden sie auf ihrer Abenteuerreise begleiten.       31. Dez., 19.00 Uhr
                           „Denn mindestens so viele schauen sich in jedem Jahr das Weihnachts-        8. Jan., 19.30 Uhr / 14. Jan., 19.30 Uhr / 21. Jan., 19.30 Uhr /
                           märchen im Stadttheater an“, sagt Strähnz.                                  5. Feb., 15.00 Uhr / 6. Feb., 15.00 Uhr

                           Großes Haus: 18. Nov., 10.00 Uhr (Premiere)
                           Weitere Termine an Wochenenden:
                           27. Nov., 11.00 Uhr / 11. Dez., 11.00 Uhr /
                           18. Dez., 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr



                                                                                                       Cabaret
                                                                                                       unter anderem am 26. Dezember um 19.30 Uhr
                                                                                                                                                                                         11

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                               8KU
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 12




           LAUFPASS
             Kultur B                     e r l i n - F i e b e r
       Donnerstag, 9. Februar
       20.00 Uhr
       The Croonettes: Swing       it
                                                                                              TiF im
                                                                                          B e r l i Bn -e Fr il ei nb- eF ri e b e r
       Das Berlin der 20er und 30er Jahre ist eine
       Legende. Glitzer, Glamour, Tanz auf dem Vul-
       kan und der Swing. Die Croonettes kreieren
       ihre eigene Hommage an Swing-Time und
                                                                                               „Berlin-Fieber“
                                                                                               Berlin-Fieber
       Harmonie, an die Welt einer vergangenen
       Unterhaltungskultur.                                                                     Alles, was vernünftig unterhält
                                                                                              Abseits von Regierungsviertel und toskana-fraktionä-
                                   Freitag, 10. Februar                                       rem Politkabarett, schenkelklatschender Berlinesken
                                   20.00 Uhr                                                  und Weißer mit Schuss hat sie es sich zur Aufgabe
                                   Malediva: Heimatmelodie                                    gemacht, die ständige Vertretung all derer zu sein,
                                   Als hätte sich Samuel Beckett für seine Lieblings-
                                   cousinen einen wilden und heiteren                         die das Ungewöhnliche lieben und dem Neuen ge-
                                   Kabarettabend ausgedacht, zeigen Malediva in               genüber aufgeschlossen sind: die legendäre „Bar
                                   „Heimatmelodie“, wie man mit überbordender                 jeder Vernunft“.
                                   Fantasie und gesundem Mutterwitz eine Kindheit
                                   auf dem flachen Land übersteht.                            Stets Neuem gegenüber aufgeschlossen ist auch das Team des
                                                                                              Theaters im Fischereihafen (TiF). Getreu dem Motto der Berli-
       Freitag, 10. Februar                                                                   ner Kult-Bar holt das TiF
       22.00 Uhr                                                                              die Großen ihres Genres
       Rosen und Gomorrha:                                                                    nach Bremerhaven. Die
       Die Besten von den Letzten                                                             Künstler, die vom 9. bis
       Duo oder Sextett? Band oder Filmprojekt?                                               11. Februar für „Berlin-
       Kleinkunst oder Rock? Musik erleben mit al-                                            Fieber“ beim gleichnami-
       len Sinnen, Augen und Ohren, Seele und
       Bauch. Live auf der Bühne: Martin Meinschä-
                                                                                              gen Festival im Fischerei-
       fer (Stimme/Gitarre) und Toett (Ham-                                                                  hafen sor-
       mond/Fender Rhodes).                                                                                  gen, sind es
                                                                                                             aus der „Bar jeder Vernunft“ gewohnt, wochen-
                                                                                                             lang vor ausverkauftem Haus zu spielen: The
                                   Samstag, 11. Februar                                                       Croonettes, Malediva, Rosen und Gomorrha
                                   20.00 Uhr                                                                  sowie Cora Frost geben sich an diesem Winter-
                                   Cora Frost: Zucker und     Butter
                                   Cora Frost lebt ihre Figuren, bekleidet sie mit Lie-                       Wochenende ein Stelldichein, während die Be-
                                   dern und Texten, sie schenkt ihnen Gesichter,                              sucher in einem optisch aufgepeppten TiF die
                                   Seelen, Schuhe, Hemden, Hosen und baut ihnen                                Auftritte genießen. Vernünftig: Eine Bar sorgt
                                   Häuser. Ihre Stimme umspannt ein ganzes                                    im Theatersaal dafür, dass die Besucher auch
                                   Orchester.                                                                während der Shows nicht verdursten.
                                                                                                                                                                          nb

                      www.tif-bremerhaven.de




       Stadttheater Cuxhaven
       Funkelnde „Diamanten der Klassik“
       Sechs gut aussehende, hervorra-             Risch bringen sie das Programm
       gende Musikerinnen–das ist Pomp-            „Diamanten der Klassik“ zum
       A-Dur. Drei Solistinnen stehen im           Funkeln. Denn Lex ist ebenfalls
       Vordergrund: die Pianistin und              ein Meister seines Fachs. Sein Re-
       Gründerin von Pomp-A-Dur, Si-               pertoire umfasst die Oper mit so
       grid Althoff, die rumänische Solo-          populären Arien wie „Nessun
       violinistin Corina Stoian und die           Dorma“, „La donna e mobile“,
       Klarinettistin Isabelle Bach. „Ein          „Una furtiva lagrima“, Stücke aus
       einzigartiger, unverwechselbarer            den bekanntesten Operetten, bis
       Klang, kombiniert mit beschwing-            hin zu den großen Klassikern
       ter Eleganz und atemberaubender             der Tenöre wie „O sole mio“            Verlosung                                               Diamanten
       Virtuosität, gewürzt mit einer fei-         oder „Granada“. Susanne Risch                    V    e    r   l   o    s    u    n    g       der Klassik
       nen Prise Humor, macht den Auf-             schlüpft als Solistin und Duett-       Der LAUFPASS verlost unter Ausschluss des Rechts-       30. November
       tritt von Pomp-A-Dur einfach be-            partnerin von Stefan Lex in im-        weges 5 x 2 Freikarten für dieses einmalige Klassik-    Stadttheater Cuxhaven
                                                                                          Event. Wer auf unsere Kosten dabei sein möchte, soll-
       eindruckend und liebenswert“, ver-          mer neue Rollen. Mit furiosen Ko-                                                              Rathausstr. 21
                                                                                          te am Montag, 28. November, zwischen 15.00 und
       spricht das Stadttheater Cuxhaven.          loraturen, strahlenden Höhen und       15.10 Uhr schnellstens zum Hörer greifen:               27472 Cuxhaven
                                                   ihrer sympathischen Ausstrahlung       0471/98337-18. Wir laden die ersten fünf Anrufer        Eintritt: 12,- bis 22,- €
       Gemeinsam mit Stefan Lex und                ist sie einer der Edelsteine dieses    samt Begleitung in das Stadttheater Cuxhaven ein.
       seiner Duettpartnerin Susanne               Abends.                           nb
  12       w w w.laufpass.com

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                          8KU
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 13




                                                                                                                                                                             LAUFPASS
                                                                                                                                                                               Kultur




                                                                                                                                                    Fotos: Jeschke Kelling
                                                                                                                                                                             Figurentheater

           Mäuse                            in der Packhalle V
                                                                                                                                                                             Bremerhaven
                                                                                                                                                                             Ulrike Andersen

                                                                                                                                                                             An der Packhalle V
                                                                                                                                                                             Abteilung 10
                                                                                                                                                                             27572 Bremerhaven
       „Packhalle V“ steht in goldglänzenden Lettern am Giebel                bleiben“, erläutert Ulrike Andersen. Es                                                        Tel: 0471/417584
       der ehemaligen Fischpackhalle. Fischgeruch liegt in der                gibt den Aufführungen in der ehemaligen
       Luft. Denn noch immer sind hier einige Händler ansässig.               Fischpackhalle eine besondere Atmosphä-       www.figurentheater-
                                                                                                                            bremerhaven.de
       Obwohl Fisch auf dem Speiseplan von Mäusen ganz hin-                   re. Das kleine Schneidereizimmer dient
       ten steht, haben sich am Ende der langen Halle, in der                 auch gelegentlich als Gästezimmer für die
       Abteilung 10, seit kurzem welche eingenistet. Sie proben               Regisseure, Komponisten und Künstler,         Frederick
       zurzeit mit Ulrike Andersen für das diesjährige Weih-                  mit denen Ulrike Andersen zusammenar-         27. November (Premiere)
       nachtsstück des Figurentheaters Bremerhaven. „Frede-                   beitet. Für die Proben von „Frederick“ ist    16.00 Uhr (ausverkauft)
       rick“, nach dem bekannten Kinderbuch von Leo Lionni,                   Angelika Jedelhauser vom Theater „Unter- weitere Vorstellungen
       steht in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit auf dem                  wegs“ aus Berlin hier eingezogen. Sie ist     finden vom 8. bis 26.12.
       Spielplan.                                                             für die Regie des Stückes verantwortlich.     statt.
                                                                              Im Gegensatz zu großen Theaterbetrieben
       Bei meinen Recherchen vor Ort, konnte ich mich davon überzeugen,       verfügt das Figurentheater zwar nur über
       dass die fünf Mäuse starke Nagerfamilie bereits fleißig Vorräte für    äußerst bescheidene finanzielle Mittel, dafür hat es aber den Vorteil,
       den Winter sammelt. Nur eine Maus, die auf den Namen Frederick         auch außerhalb der regulären Spieltermine Stücke anbieten zu kön-
       hört, schien nichts zu sammeln. Ist Frederick etwa faul? Nein, er      nen. „Theater auf Verlangen“ heißt das besondere Angebot, das Ul-
       sammelt Sonnenstrahlen, Farben, Geräusche und Worte. Als ich           rike Andersen ihrem Publikum macht: Ab einer Mindestzahl von 15
       Frederick befragen wollte, was man denn damit anfangen könne,          Personen spielt sie ein Stück aus ihrem Repertoire zu einem Termin
       stellte Ulrike Andersen ihn einfach beiseite. Er erstarrte ...         nach Wahl.

                                                                              Übrigens, was Frederick mit den Sonnenstrahlen, Farben, Geräu-
                                                                              schen und Wörtern anfangen will, verrät er ab 27. November bei den
                                                                              Aufführungen im Figurentheater Bremerhaven.
                                                                                                                                                                                                       dk




                                                                               die glocke                                                                                        Winter 2005



       Ulrike Andersen hat an der Hochschule für Musik und darstellende        Fr 2 5 . 1 1 . 2 0 0 5 | 2 0 U h r | G ro ß e r S a a l   D i 1 3 . 1 2 . 2 0 0 5 | 2 0 U h r | G ro ß e r S a a l
                                                                               glocke spezial                                            glocke vokal
       Kunst Stuttgart gelernt, wie man Figuren aus Stoff, Gips oder Holz      Friedrich von Thun liest Thomas Mann                      Ian Bostridge Tenor
       Leben einhaucht. „Im Grunde kann jeder Gegenstand im Figuren-           » Der Tod in Venedig«                                     Julius Drake Klavier
       theater Verwendung finden“, sagt sie. Deshalb ist der Lagerraum des     Lesung in Auszügen mit Musik- und                         Lieder von Franz Schubert
                                                                               Bildeinspielungen
       Figurentheaters auch überfüllt mit Kisten, Koffern, Figuren, Masken,
       Tand und Trödel – alles Gegenstände, die auf ihre Belebung und
       Verzauberung durch die Hände von Ulrike Andersen warten.
       Manchmal dauert es seine Zeit, bis die Gegenstände in einem Stück
       Verwendung finden. So hat Andersen die schönen alten Holzobst-                                                Do 19.01.2006 | 20 Uhr | Großer Saal
       kisten, die Teil der Kulisse des neuen Stückes sind, vor zwei Jahren    Sa 26.11.2005 | 15 Uhr | Kleiner Saal glocke spezial
                                                                               Astrid Lindgren Lesung mit Musik      The Canadian Brass
       auf der Rückfahrt von einer Aufführung in Schleswig-Holstein gefun-     Madita                                »Magic Horn« -Tour
       den. Die alte Holzleiter stammt noch aus Stuttgart vom Sperrmüll.       gelesen von Schauspielerinnen der
                                                                               bremer shakespeare company

       Die Mäusefiguren hat Ulrike Andersen, wie alle Figuren für ihre Stü-
       cke, in der kleinen Theaterwerkstatt selbst angefertigt. Neben der
       Werkstatt und dem Lagerraum verfügt das klitzekleine Theater über
                                                                                                                                        D i 2 4 . 0 1 . 2 0 0 6 | 2 0 U h r | G ro ß e r S a a l
       einen Probe- und Aufführungsraum sowie über eine Schneiderei. Im                                                                 glocke vokal
       Probe- und Aufführungsraum kann man noch die Strukturen des             S o 2 7 . 1 1 . 2 0 0 5 | 2 0 U h r | G ro ß e r S a a l Johannes Brahms: Die schöne Magelone
                                                                               glocke JAZZnights                                        Roman Trekel Bariton
       alten Gemäuers erkennen. „Das Flair der Halle soll erhalten
                                                                               Silje Nergaard & Band                                    Bruno Ganz Rezitation
                                                                               German Pops Orchestra (Strings)                          Oliver Pohl Klavier



                                                                               Ticket-Service in der Glocke Tel 0421 / 33 66 99 I www.glocke.de

                                                                                                                                                                                                             13

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                                                   8KU
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 14




           LAUFPASS
             Kultur
                                   Zauber aus 1001 Nacht –
                                   Night Of The Sultans
                                   Mit der Mischung aus Ballett, Modern Dance und
                                   orientalischen Elementen entführt das Tanzthe-
                                   ater Night Of The Sultans die Zu-
                                   schauer in der Stadthalle Bremer-
                                   haven in die Mythen von 1001
                                   Nacht. Mit ihrer akrobatischen
                                   Zaubermelange bewirken die
                                   Künstler beim Publikum Be-
                                   geisterung. Jeder Tanz ist
                                   die Entfaltung einer Legen-
                                   de, verkörpert grenzenlose
                                   Leidenschaft, höchste Ambition und explosive
                                   Vitalität. Night Of The Sultans performing Pan-                 Night Of The Sultans zeichnet sich durch die Verbin-
                                   dora's Legend präsentieren ein phantastisches Pro-              dung einer dramaturgisch ausgefeilten Regie mit Musik
                                   gramm über 90 Minuten.                                          und Tanz, immenser Energie und der Ausstrahlung eines
                                                                                                   jeden einzelnen Künstlers aus. Doch vor allem die hyp-
                                   Mit dem 70-köpfigen Ensemble herausragender Akteure              notische Kraft der orientalischen Erzählkunst soll die
                                   und in mehr als 500 Kostümen wird die Saga von Pan-               Zuschauer faszinieren.
                                   dora und Prometheus erzählt. Massenszenen mit Kriegs-
                                   tänzen, Akrobaten und Bauchtänzerinnen beherrschen              Night of the Sultans
                                   das Leben auf der Bühne. Die guten Menschen wehren              22. November
                                   sich und bekämpfen das Böse. Wird es ihnen gelingen,            20.00 Uhr
                                   Prometheus zu befreien? Werden ihn die Götter bestra-           Stadthalle Bremerhaven
                                   fen? Gelingt der Menschheit der Sieg über das Böse?             Karten-Telefon: 0471/591759
                                   Das alles erfahren die Besucher am 22. November                 Eintritt: 41,20 / 45,70 / 50,20 / 55,80 €
                                   in der Stadthalle.                                              www.stadthalle-bremerhaven.de



       Horst Evers im Capitol: Gefühltes Wissen
           Geschichten - Lieder - Sensationen                                                         „in hinblick“

                                                                                                                                                                     Foto: Jo Grabowski
                                                                                                      –   Spiel mit Licht und Schatten
       Horst Evers                        Er kam, erzählte und wurde gefeiert: vor knapp           Multimedial und poetisch - so
       2. Dezember                        zwei Jahren begeisterte der virtuose Geschichtener-      kann der neue Tanzabend, „in hin-
       20.00 Uhr                          zähler und Komiker Horst Evers das Publikum der          blick“, von Claudia Hanfgarn be-
       Capitol, Hafenstr. 156             Satirica von der ersten Minute an. Inzwischen hat        schrieben werden. Die Co-Pro-
       Eintritt: VVK 13,- €, AK 15,- €    Evers noch viele andere begeistert und Preise be-        duktion mit dem Theater im
       www.horst-evers.de                 kommen: den Salzburger Stier, den Prix Pantheon          Fischereihafen (TiF) besteht aus
                                          und, und, und.                                           den Stücken „flattern, sammeln“
                                                                                                   und „Ewigkeit erhalten“. Voller
                                          Mittlerweile hat er ein neues Programm und auch          Poesie, in Bildern und Bewegung-
                                          diese Kurzgeschichten sind schon wieder heiß be-         en, untersucht Claudia Hanfgarn
                                          gehrt: „Um etwas wirklich zu verstehen, ist es oft       den künstlerischen Schaffenspro-
                                          gar nicht gut, wenn man zu viel darüber weiß. Viele      zess als solchen: „Wie persönlich
                                          Dinge ergeben, ab dem Moment, wo man sie ver-            kann ich sein, ohne privat zu wer-
                                          standen hat, plötzlich keinen Sinn mehr. Ein Auto        den?“ Ein Spiel mit Licht und
                                          beispielsweise kann tadellos und verlässlich funktio-    Schatten, Erinnerungen und Visio-
                                          nieren, bis mal ein Fachmann drauf schaut, ob auch       nen. In kurzen Episoden zeigt
                                          wirklich alles in Ordnung ist. Wieviel Wissen ver-       Claudia Hanfgarn Erinnerungsbil-
                                          trägt der Mensch, bevor er sich wirklich nicht mehr      der und deren Flüchtigkeit.
                                          auskennt?“

                                          Aus vielen kurzen, skurrilen und lustigen Geschich-      Claudia Hanfgarn: „in hinblick“
                                          ten erwächst bei dem Meister der Unterhaltung,           15. & 18. Januar
                                          Horst Evers, ein buntes Kaleidoskop des Lebens im        20.00 Uhr
                                          Hier und Jetzt. Eine eigentlich vertraute Welt, in der   Theater im Fischereihafen
                                          es doch von überraschenden Wendungen, unerhoff-          Eintritt: 13,- €, erm. 9,- €
                                          ten Abenteuern und erstaunlichen Einsichten nur so       Karten-Telefon: 0471/932330
                                          wimmelt.                                                 www.hanfgarn.de
  14       w w w.laufpass.com

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                           8KU
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 15




                                                                                                                                                           LAUFPASS
                                                                                                                                                             Musik

                            Entspannung
                                                        Silje Nergaard
                            Es hat etwas gedauert, bis die etwas behäbige Jazz-Gemeinde Europas die
                            kecke und ungewöhnliche Sängerin entdeckte. Die Japaner brauchten dafür nicht
                            so lange. Während ihr Debüt „Tell Me Where You’re Going“ in Europa lobend,
                            aber zurückhaltend aufgenommen wurde, sprang Nergaard in Nippon gleich auf
                            den ersten Platz der J-Wave-Charts. So populär war die bezaubernde Blondine
                            im Land der aufgehenden Sonne, dass man sie nicht nur im allerheiligen Heian
                            Schrein in Kyoto auftreten ließ (dem japanischen Equivalent des Vatikan, wenn
                            man so will), sondern auch einen besonders guten Wein nach ihr benannte. Der
                            internationale Durchbruch gelang ihr erst mit ihrem Album „Port Of Call“. Im
                            Frühjahr 2000 veröffentlicht, kletterte die Mischung aus Jazz, Pop und
                            Songwriting bis auf Platz sieben der norwegischen Pop-Charts.

                                                         „Wenn Silje Nergaard weiter so singt und Songs                   jedes einzelne wohl gewählte Wort. Egal ob sie die Pop-
                                                         schreibt, wird es nicht mehr lange dauern, bis sie nie-          Hymne „I Don’t Wanna See You Cry“, die sentimenta-
                                                         mandem mehr die Aussprache ihres Namens erklären                 le Ballade „On And On“ oder den gigantisch grooven-
                                                         muss.” Diese anerkennende Prophezeiung des „Inde-                den Abgesang „Take A Long, Long Walk“ singt. Selbst
                                                         pendent“ nach einem Londoner Konzert der sympathi-               ihre seltenen Cover-Versionen – auf diesem Album in-
                                                         schen Norwegerin im Sommer 2002, erfüllte sich                   terpretiert sie Pat Methenys und David Bowies „This Is
                                                         spätestens mit ihrem sensationellen letzten Album.               Not America“ – klingen so eigensinnig, als wären sie
                                                                                                                          eigentlich für sie gemacht.
                                                            „Nightwatch”, ihr achtes Solowerk und garantiert ge-
                                                            lungenstes Kunststück, präsentiert die Sängerin und           Silje Nergaard über die Gründe ihres Erfolges: „Ich
                                                            Songwriterin von ihren besten Seiten. Gesanglich und          denke, das hat viel damit zu tun, dass die Leute sich
                                                            stimmlich wirkt die jugendliche Mittdreißigerin auf ei-       nach Ruhe sehnen. Ich bin überzeugt davon, dass wir
                                                            ner herrlich intimen und inspirierten Ebene. Als Kom-         jetzt mehr denn je Ruhe und Besonnenheit brauchen.
                                                            ponistin überzeugt sie mit eindringlich eingängigen Me-       Ich möchte Musik machen, die für Entspannung sorgt.“
                                                            lodien. Immer geht ihre musikalische Interpretation           Und das tut die Norwegerin mit einem eigenen Stil, der
                                                            ans Herz. Sie singt so offen und ehrlich, so freundlich       sich jeder Klassifizierung widersetzt. Ist es Jazz, ist es
                                                            und freundschaftlich, wie sie auch im wirklichen Leben        Pop, ist es Songwritermusik?
                                                             sei, so ihre Freunde. Natürlich liegt das auch daran,
Foto: Jo Grabowski




                                                                    dass Silje Nergaard, im Gegensatz zu ihren            „Früher habe ich meine Songs immer von einem Pop-
                                                                        meisten musikalischen Mitbewerberinnen,           Standpunkt aus für die Jazzwelt geschrieben. Ich muss-
                                                                           und ganz im Sinne ihres großen Idols           te mich erst wieder daran gewöhnen, von einem Jazz-
                                                                             Joni Mitchell, ihre Songs selbst schreibt.   Standpunkt aus zu denken und zu schreiben. Wenn
                            Silje Nergaard & Band                              Wenn auch die Texte vom Pen-Poeten         mich jemand fragt: ,Aber ist es Jazz? Ist es Pop?’, sage
                            & German Pops Orchestra                            Mike McGurk kommen, so schreibt            ich ,Ich weiß es nicht. Was denken Sie?’.“ Wer das her-
                            27. November                                        dieser bescheidene Lyriker, der ne-       ausfinden möchte, kann Silje Nergaard erleben: Am
                            20.00 Uhr                                           benbei auch Siljes Schwager ist,          27. November in der Glocke in Bremen.
                            Ort Die Glocke, Großer Saal                         nach eigenen Angaben „doch nur
                            Eintritt: 19,- / 22,- / 25,- / 28,- ¤               auf, was Silje denkt“. Man glaubt ihr                                                                vc
                            Karten-Telefon: 0421/336699
                            www.glocke.de




                           Fotos: Mathias Bothor
                                                                                                                                                                                           15

                      /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                            8KU
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 16




            LAUFPASS
              Musik
                                     Ein Weltstar sagt
                                             „Goodbye“, „Adieu“, „Auf Wiedersehen“
                                     Nana Mouskouri „Ich hab geweint – ich hab gelacht”

                                     Ihre Musik hat Generationen            da der Weltstar im Frühjahr dieses       mit den weltweiten Konzertreisen
                                     von Menschen verbunden: Na-            Jahres nicht genug Konzerte in           endgültig Schluss zu machen, sind
                                     na Mouskouri – Kollegen be-            Deutschland geben konnte. Der            einleuchtend: „Eine Welttournee ist
                                     zeichnen sie gerne als eine            Zeitplan der folgenden Australien/       anstrengend, vor allen Dingen,
                                     „Legende“. Die griechische             Asien-Tournee war einfach zu eng.        wegen der Zeitumstellung, der vie-
                                     Sängerin hat seit 1958 über            Ende des Jahres wird sie daher wie-      len Flüge und der Klimawechsel“,
                                     2000 Lieder in Deutsch, Eng-           der in Deutschland zu Gast sein          erläutert die 70-Jährige. „Ich habe
                                     lisch, Französisch, Griechisch,        und sich am 27. November auch in         mich nicht zuletzt aus diesem Grund
                                     Spanisch, Italienisch sowie Ja-        Bremerhaven von ihren zahlreichen        entschlossen, nur noch diese eine
                                     panisch, Niederländisch, Portu-        deutschen Fans verabschieden.            große Welttournee zu machen.
                                     giesisch, Hebräisch und                                                         Doch ich werde im kleineren Rah-
                                     Welsch (Gälisch) gesungen.             Exzellente Musiker bilden an die-        men weitermachen. Ich plane, eine
                                     Für über 300 Millionen ver-            sem Abend die sechsköpfige, viel-        Autobiographie zu schreiben, die,
       Nana Mouskouri                kaufte Tonträger in der gan-           seitige Band, die mit einem unbe-        wenn alles gut geht, 2006 veröffent-
                                     zen Welt erhielt sie bisher            schreiblichen Einfühlungsvermögen        licht wird. Außerdem möchte ich
       27. November                  über 300 „Goldene“, „Platine“          den Star begleiten, sich als einfalls-   ein Projekt für junge Nachwuchs-
       19.00 Uhr                     und „Diamantene Schall-                reiche Solisten in das Programm          künstler verwirklichen, das ich
       Stadthalle Bremerhaven        platten“.                              einfügen. Eine betont sachliche          schon lange im Kopf habe.“ Freude
       Eintritt: 37,10 / 42,90 /                                            Bühne und ein sehr dezentes, aber        bei den Mouskouri-Fans. So wird
       48,60 / 54,40 €               Ihre Weltabschiedstournee, „Ich        wohlkomponiertes, farbwechseln-          die „ Ich hab geweint – ich hab
       Karten-Telefon: 0471/591759   hab geweint – ich hab gelacht”, die    des Licht ergänzen die hervorra-         gelacht”-Tournee wenigstens kein
                                     im letzten Jahr begann, ist eine Er-   gende Soundqualität dieses Kon-          Abschied für immer.
       www.stadthalle-               folgsgeschichte in zwei Akten. Der     zertes zu einem wahren Kabinett-
       bremerhaven.de                zweite Akt musste für dieses Jahr      stück erlesener Musikkultur.                                                   nb
                                     schnell hinzu geschrieben werden,      Die Beweggründe der Künstlerin,




                     Bremerhavener Kammerchor zeigt Vielfalt
                                     Wer in der Seestadt die Kunst des      Nach den eher leisen Tönen des           auf dem Programm: Der Komposi-
                                     kammermusikalischen Chorgesan-         anspruchsvollen A-capella-Pro-           tionsstil des britischen Komponis-
                                     ges sucht, kommt am Bremerhave-        gramms, das der Kammerchor im            ten und Dirigenten ist eine Mi-
       Zyklus                        ner Kammerchor wohl nicht vor-         Gepäck seiner jüngsten Konzert-          schung aus den Traditionen der
       symphonischer                 bei. Das Ensemble besteht aus 29       reise nach Rom hatte, geht es nun        abendländischen Kirchenmusik des
       Chorlieder                    geschulten Sängerinnen und Sän-        mit John Rutters „Christmas Ca-          19. und frühen 20. Jahrhunderts
                                     gern und hat sich überregional ei-     rols“ wieder mit populärer Chor-         und den Klängen amerikanischer
       18. Dezember                  nen Namen gemacht. Die stilisti-       symphonik weiter.                        Unterhaltungsmusik (Jazz, Gospel,
       18.00 Uhr                     sche Breite der Konzertprogramme                                                Musical).
       Christuskirche                reicht von Monteverdis Marienves-      Am vierten Adventssonntag steht
       Karten-Telefon:               per bis zur Literatur der Gegen-       unter anderem ein Zyklus sympho-
       0471/94646124                 wart.                                  nischer Chorlieder von John Rutter




  16        w w w.laufpass.com

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                       8KU
Laufpass_04_05_susa.qxd 31.10.2005 1:15 Uhr Seite 17




                                                                                                                                            LAUFPASS
                                                                                                                                              Musik


                                                                                        Rock Giants
                                                                                        „Iron Butterfly“, „Nazareth“
                                                                                        und „Ten Years After“ in
                                                                                        der Stadthalle Bremerhaven

                                                                                                    Gleich drei Klassiker der Rock-Geschichte erwarten die Besucher am
                                                                                                    25. November in der Stadthalle Bremerhaven. „Iron Butterfly“,
                                                                                                    „Nazareth“ und „Ten Years After“, jeweils Urgesteine der Rockmusik,

  Rock Giants                                                                                       treffen sich zum Stelldichein der Kultbands und lassen ganz sicher
                                                                                                    so manches spärliche Haupthaar wieder rebellisch wippen.
  25. November
  20.00 Uhr                                           Iron Butterfly                   man heute leider nur zu oft. Die letzten Konzertkritiken beweisen
  Stadthalle Bremerhaven                    Neben den „Doors“ und                      jedoch, dass sie immer noch „unter vollem Dampf“ sind.
  Eintritt: 29,- €                          „Jefferson Airplane“ zählen
  Karten-Telefon: 0471/591759               „Iron Butterfly“ zweifelsohne              Ten Years After
                                            zu den stilprägendsten Bands               Unvergessen sind die Tage, als Alvin Lee's flinke Finger in unglaub-
  www.stadthalle-bremerhaven.de             des letzten Jahrhunderts. Un-              licher Geschwindigkeit über die Gitarrenseiten hetzten. Doch auch
                                            vergessen ist ihr Hit „In-A-               Lee's Nachfolger Joe Gooch steht im Ruf, seinem großen Vorgänger
       Gadda-Da-Vida“, der nicht zuletzt aufgrund seiner fast 18-(!)-Mi-               in nichts nachzustehen, sodass selbst Altmeister Eric Clapton im
       nuten-Länge neue Maßstäbe in Sachen Heavy-Rock setzte. Und                      Londoner „New Musical Express“ lobte: „Jungfurioso Joe Gooch
       obwohl sie nie wieder an diesen Mega-Erfolg anknüpfen konnten,                  hat den stilistisch veralteten Alvin Lee bereits nach kurzer Zeit bei
       waren und sind sie live immer noch eine echte Größe.                            Ten Years After vergessen gemacht …“

       Nazareth                                                                        Bei diesem furiosen Line-up dürfen sich die Rock-
       Sie haben mit „Dream on“ und der Coverversion des Everly Broth-                 fans der Region jedenfalls schon jetzt auf einen
       ers Hits „Love Hurts“ so manchen Soundtrack tränendurchfluteter                 Konzertabend der Spitzenklasse freuen.
       Nächte veröffentlicht. Dass sie aber auch zu den härtesten Bands                Also: Nichts wie los und Karten sichern.
       ihrer Zeit und zur ersten Garde der Rockmusik gehörten, vergisst                                                                                                 rm




              To r f r o c k
              Bagaluten-Wiehnacht in der Music Hall Worpswede

       Unglaublich, aber wahr. Torfrock lebt. Trotz       men Jahr für Jahr wieder alle Ehre
       zahlreicher Umbesetzungen bleiben Torfrock         macht. Aber natürlich sind auch Neu-
       die ewigen Garanten guter Laune und ein            Torfmoorholmer bei den herrlich sinn-
       echtes Stück norddeutsches Kulturgut.              befreiten Konzertabenden herzlich
                                                          willkommen. Denn Torfrock setzen
       Unvergessen sind ihre Hits wie „Rollo,             keinerlei musikalisches Vorwissen vor-
       der Wikinger“, „Volle Granate, Rena-               aus. Neue Hits hat die Band in den
       te“ und natürlich „Presslufthammer B-              letzten Jahren nicht produziert, und
       B-Bernhardt“, die bei den meisten von              das haben die „Torfis“, wie sie von
       uns auf keiner Schulparty fehlen durf-             ihren Anhängern liebevoll genannt
       ten. Doch, dass das Phänomen Torf-                 werden, auch gar nicht mehr nötig.
       rock auch heute noch mehr als begeis-
       tern kann, hätte damals wohl niemand               Denn Torfrock selbst und live sind das                                             Torfrock
       von uns geglaubt. Aber Torfrock be-                eigentliche Ereignis mit Klassiker-Ga-                                             25. November
       stehen immer noch und laden auch in                rantie, das sich kein Freund exzessiver                                            21.00 Uhr
       diesem Jahr wieder zur ihrer berühmt-              Partystimmung entgehen lassen darf.                                                Music Hall Worpswede
       berüchtigten „Bagaluten-Wiehnacht“                                                                                                    Findorffstr. 21
       ein.                                               Also Torfspaten raus, Wikinger-Helm                                                Worpswede
                                                          aufgesetzt und los. Denn Fans wissen
       Für Eingeweihte längst ein Evergreen               es ohnehin: Torfmoorholm ist überall.
       unter den Feiertagen, der seinem Na-                                                   rm
                                                                                                                                                                              17

 /DXISDVVBBBEHOLFKWHQSGI                                                                                                                    8KU
Nächster Teil ... Stornieren