Generationenclub Bundt mit einem Theaterstück

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www.aaku.ch Dez 19/Jan 20 Nr.31 BRAINFUCK Sibylle Berg denkt in «GRM» laut über die Auswirkungen des Neoliberalismus nach ÜBERREIZUNG Generationenclub Bundt mit einem Theaterstück zur Informationsflut VOLLPROGRAMM Kulturelle Tipps für die ganze Familie während der Adventszeit

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Nach drei Jahren gibt Corinne Rufli die Leitung ab und wird sich einem Dissertationsprojekt widmen. Corinne Rufli hat das AAKU vor mehr als drei Jahren mitaufgebaut, inhaltlich konzipiert und es seit dieser Zeit mit grossem Engagement geprägt. Von der ersten Nummer an hat sich das Magazin als die Kulturstimme des Aargaus etabliert. Wir danken ihr herzlich dafür und wünschen alles Gute für ihre Zukunft als Forscherin.

Die neue Leitung übernimmt Michael Hunziker aus Turgi. Er hat Journalismus und europäische Ethnologie studiert, arbeitete längere Zeit bei einer Fachzeitschrift und verantwortete in den letzten Jahren die Kommunikation an der Pädagogischen Hochschule der FHNW mit. Er wird zusammen mit dem bisherigen Redaktor Philippe Neidhart das Magazin in die Zukunft führen. Wir freuen uns auf die neu zusammen­ gesetzte Crew und wünschen alles Gute. Das Aargauer Kulturmagazin AAKU ist eine unabhängige, nicht gewinn­ orientierte Kulturzeitschrift, herausgegeben von der Interessengemeinschaft Kultur Aargau, dem Verein der Kulturveranstalter im Kanton.

Foto: Philippe Neidhart

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3 Editorial Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Herausgegeben von der IG Kultur Aargau 31 «Mein Deutsch ist kaputt», entschuldigte sich Sodaba, als ich sie bei den Theater­ proben zu ihrem digitalen Verhalten befragte. Sie ist eine von den 13 Spieler*innen des interkulturellen Generationenclubs Bundt, einer bunten Truppe, die ihre neuste Produktion auf die Bühne des Theaters Tuchlaube bringt. Auch wenn Sodabas Deutsch nicht fehlerfrei ist, haben wir uns doch verstanden. Korrektes Deutsch heisst noch lange nicht, dass damit automatisch Sinnvolles ausgesagt wird. Sodaba hingegen hat Spannendes zu erzählen, egal ob auf Deutsch oder Englisch und sicher auch in ihrer Muttersprache, von der ich keine Ahnung habe.

Sie ist 19, kam vor vier Jahren aus Afghanistan in die Schweiz und lebt in Hunzenschwil. Das Theaterstück «Zitig läse – Stopp» lebt von der lebhaften, mitunter turbulenten Auseinandersetzung des Generationenclubs mit der Überinformation im Zeitalter der Digitalisierung. Es zeigt, welche Freude Irritationen, ausgelöst durch das Aufeinandertreffen von Altersunterschieden, verschiedenen Sprachen, Herkünften, Hautfarben und Konventionen, machen können. Besonders dann, wenn man sich den eigenen begrenzten Vorstellungen stellt. Alles nachzulesen ab Seite 26.

Klare Vorstellungen von den Konsequenzen einer Verbrüderung von Digitalisierung und Neoliberalismus hat die Gewinnerin des Schweizer Buchpreises Sibylle Berg. In ihrem neuen Buch «GRM» – englisch Grime, deutsch Schmutz – zeichnet sie ein düsteres Bild eines gar nicht so unvorstellbaren Nach-Brexit-Grossbritanniens. Triggerwarnung für alle, die einen Blick in «GRM» wagen, denn um etwaige Schwellenängste abzubauen, haben wir hier gleich die ersten Seiten abgedruckt. Die Welt ist kaputt ab Seite 34.

Und wer langsam dringend wissen möchte, was es mit der ominösen Zahl im Titel auf sich hat, wird nun erlöst: 31 steht für die Anzahl AAKUs, die unter meiner Ägide entstanden sind.

Das erste Magazin erschien vor genau drei Jahren. Mit Freude, Herzblut und viel Schwung entstanden die Hefte. Meist unter Druck vor dem Druck. Dieses ist mein letztes. Mein grosser Dank gilt allen Kulturschaffenden, deren Arbeit wir hier monatlich abzubilden versuchen. Danke auch allen, die unermüdlich für das AAKU schreiben und geschrieben haben. Danke J. B. aus H. und allen anderen Leser*innen. Danke meinem Team, das jedes Mal alles gegeben hat. Ich freue mich, Michael Hun­ ziker die Tastatur in die Hand zu geben, und wünsche ihm und allen alles Gute. Und – trotz Weihnachtskonsums – nicht vergessen: «Save teh wather!», um es mit den Worten eines kürzlich in Baden entdeckten Graffitis zu sagen.

Das Englisch ist zwar kaputt, aber der Kampf geht weiter.

Lobund Liebesbriefe können noch bis Ende Dezember an obenstehende Mailadresse geschickt werden. Corinne Rufli Redaktionsleiterin corinne.rufli@aaku.ch

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VORSCHAU HERBST: 21.09.2018 Taubitz/Dobler Swing Quartett 22.09.2018 Crazy Diamond 19.10.2018 The Creole Clarinets 02.11.2018 20 Jahre Salzhaus Special Concert 23.11.2018 Wawau Adler Group Sandor Roy 30.11.2018 8 x 15, 8 Bands je 15 Minuten 30.11.2019 REDCOFFEE 13.12.2019 SOPHIE HUNGER (Support: ELLAS) 17.01.2020 PHILIPP FANKHAUSER 21.02.2020 WERNER ACKER & IGNAZ NETZER 25.03.2020 BLACK SEA DAHU www.salzhaus-brugg.ch VORSCHAU DIENSTAG 3.

DEZEMBER 12.15 UHR MITTWOCH 4. DEZEMBER 12.15 UHR LUNCHKINO AB DONNERSTAG 5. DEZEMBER TÄGLICH 20.15 UHR HORS NORMES F2019 114Min. F/d ab12J. Regie:OlivierNakache,ÉricToledano Die Regisseure von INTOUCHABLES sind zurück mit ihrem Herzensprojekt: die wahre Geschichte zweier Männer, die für Benachteiligte einstehen und die Welt ein bisschen besser machen. DIENSTAG 10. DEZEMBER 20.15 UHR ROYAL BALLET LIVE COPPÉLIA Der Klassiker kehrt in das Repertoire des Royal Ballet zurück. Ninette de Valois’ bezaubernde und lustige Coppélia – eine Geschichte von Liebe, Schabernack und mechanischen Puppen.

AB DONNERSTAG 12. DEZEMBER WHERE´D YOU GO, BERNADETTE USA 2019 109 Min. E/df ab 6 J. Regie: Richard Linklater Cate Blanchett und Kristen Wiig in der Bestseller-Verfilmung von Marie Semple. SAMSTAG 14. DEZEMBER 11 UHR SONNTAG 15. DEZEMBER 11 UHR FILMREIHE KUNST IM KINO DER JUNGE PICASSO UK 2018 91 Min. E/df ab 12 J. Regie: Phil Grabski Der Film bietet einen einzigartigen Blick auf die Meisterwerke des Künstlers sowie Hintergrundinformationen von Historikern, Kuratoren, aus Briefen sowie von Picassos Enkel Olivier Widmaier Picasso. SONNTAG 15. DEZEMBER 17 UHR TEA WITH THE DAMES UK 2019 84 Min.

E/d ab 6 J. Regie: Roger Michell Die vier aussergewöhnlichen Freundinnen Eileen Atkins, Judi Dench, Joan Plowright und Maggie Smith trinken Tee und plaudern über ihre Leben, Karrieren und vergangene Zeiten.

ODEON BRUGG das Kulturhaus beim Bahnhof CINEMA BÜHNE BAR Info 056 450 35 65 Vorverkauf Mo – Do 17.30 – 23 Uhr Tickets Mo – Fr ab 14 Uhr Fr + Sa 17.30 – 24 Uhr odeon-brugg.ch Sa/So ab 10 Uhr Sonntag 17.30 – 22 Uhr CINEMA BÜHNE FREITAG 6. DEZEMBER 19.15 UHR KLAUS MERZ – FIRMA Im Mikrokosmos einer Firmengeschichte entfaltet Klaus Merz die Kulisse der letzten fünf Jahrzehnte. SONNTAG 8. DEZEMBER 11 UHR ÖRJAN – THEATER LUKI*JU Das Stück lebt von den rapartigen Liedern und den Verwandlungskünsten von Thomy Truttmann. FREITAG 13. DEZEMBER 20.15 UHR SILVANA GARGIULO & NINA DIMITRI IL DISASTRO Der dritte Streich des talentierten Komik-Duos verspricht Katastrophen, Erinnerungen und viel Gelächter! FREITAG 20.

DEZEMBER 20.15 UHR HEINIGER ABEND Zeit für den Heiniger Abend! Diesmal im Trio mit Tinu Heiniger, Hank Shizzoe und Michael Flury. DIENSTAG 24. DEZEMBER 15 UHR WÄNN ISCH ÄNTLICH WIENACHT? Alle Kinder sind zur Weihnachtsgeschichten-Überraschung eingeladen. Im Salzhaus Brugg FREITAG 10. JANUAR 19.15 UHR PETER STAMM DIE SANFTE GLEICHGÜLTIGKEIT DER WELT Das eigene Leben noch einmal leben. Soll man sich das wünschen? SONNTAG 12. JANUAR 11 UHR IDA HAT EINEN VOGEL, SONST NICHTS Eine Geschichte über die Suche nach Liebe und Anerkennung.

FREITAG 17. JANUAR 20.15 UHR VERSO SUELTO Grosse Klassiker der lateinamerikanischen Musik in der Sprache des Jazz bringen ein raffiniert und elegant arrangiertes Repertoire zum Leben. FREITAG 24. JANUAR 20.15 UHR KLÄRLI UND DER BELGISCHE PILOT CORNELIA MONTANI Zu dritt spüren Cornelia Montani, Joe Fenner und Daniel Schneider erzählend, musizierend und spielend dem ereignisreichen Leben einer Innerschweizer Arztfrau aus dem letzten Jahrhundert nach. FREITAG 31. JANUAR 20.15 UHR SUNRISE: A SONG OF TWO HUMANS Der Filmklassiker von Murnau mit Livevertonung vom Lehrerensemble der Musikwerkstatt Windisch-Brugg.

ZIMMERMANN HAUS BRUGG KUNST&MUSIK ZIMMERMANNHAUS BRUGG KUNST&MUSIK VORSTADT 19 5200 BRUGG WWW.ZIMMERMANN HAUS.CH 18.01.—01.03.2020 TOM FELLNER & RENÉ FAHRNI DUMMIES ERÖFFNUNG: FR, 17.01., 19 UHR WORTWECHSEL: DO, 30.01., 19 UHR DIE KUNSTSCHAFFENDEN ZEIGEN FILME: DO, 23.01. UND DO, 20.02., IM ODEON BRUGG T 056 441 96 01, INFO@ZIMMERMANNHAUS.CH MI–FR 14.30–18, SA–SO 11–16 AUSSTELLUNG Aarauerstrasse 26 I 5200 Brugg DI 31/12/19 SILVESTERPARTY MIT VENUSBOY Unbekümmert und tanzfertig! Venusboy erobert jedes Herz und lässt es höher schlagen. Ready to dance? Ready to dream?

Danach DJ FUNKYMOVE Musik von Funk über Afro, Latin, Jazz, Blues, Rock, Disco, Pop, bis hin zu HipHop, Reggae und vielem mehr. BAR 22 - 04 H | KONZERT 22.30 H | DJ AB 00 UHR | CHF 45/40 PETZI-TICKET kaufen auf: WWW.DAMPFSCHIFFBRUGG.CH

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  • 5 Inhalt Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Herausgegeben von der IG Kultur Aargau AGENDA 44
  • Kultur im Aargau auf einen Blick Veranstaltungen im Dezember und Januar MAGAZIN 26
  • Wie kapern wir das Überinformationszeitalter? Pushnachrichten, Social Media und Neuigkeiten aus der Nachbarschaft. Mit der Produktion «Zitig läse – Stopp» widmet sich das interkulturelle Generationentheater Bundt dieser Thematik. Spieler*innen aus Afghanistan und Aarau, Fahrwangen und Eritrea geben Einblick in ihre digitale und analoge Welt. 34 Sibylle Berg Leseprobe aus ihrem neusten Roman «GRM» 39 Das Bild Aus dem Ringier Bildarchiv 40 Olga Tucek Kolumne 40 Skizzen Von Christoph Unternährer 41 Das Objekt Sammlerstücke von Rudolf Velhagen 41 Kalpanees Welt Kolumne 42 Held im Hintergrund: Martin Indlekofer Von Benjamin von Wyl VORSCHAU Kultur für Gross und Klein 6 Ob Theater, Museum oder Konzert: Tipps für die ganze Familie während der Vorweihnachtszeit auf einen Blick. Nicole Johänntgen 9 Die Zürcher Saxofonistin im Quartett zu Gast in Brugg Zwischen Aarau und Brasilien 10 Manor-Kunstpreis-Trägerin Denise Bertschi im Aargauer Kunsthaus «Sportler des Herzens» 11 Das neue Stück von Vivianne Mösli und Michael Wolf im Thik 40 Jahre Siggenthaler Jugendorchester 12 Jubiläumskonzerte mit Pianist Oliver Schnyder Bell Baronets 13 Das Zofinger Trio im Kiff in Aarau «Deine Leiche lebt» 13 Ein angenehm unangenehmes Theater von Stella Palino Rossini mal anders 14 Das Vocalino Wettingen interpretiert die «Petite Messe solennelle» «Touch Me, I’m Sick» 14 Kunst und Krankheit im Kunstraum Baden Dialog im Zimmermannhaus 15 Doppelausstellung von René Fahrni und Tom Fellner Authentischer Blues in Brugg und Aarau 17 Philipp Fankhauser stellt sein neues Album vor Kultursplitter 18 Filmtipps 21 Hörtipps 22 Lesetipps 23 Cover: Sibylle Berg, Foto: Katharina Lütscher
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6 Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin VORSCHAU Stille Nacht, von wegen! Was können wir mit Kindern an den langen Nachmittagen unternehmen, wenn es draussen kalt und grau ist und trotz Adventszeit von Weihnachten noch keine Spur? Eine Frage, die so manche Eltern plagen dürfte. Wir haben die Antwort: sich mit Konzerten, Märchen, Theatern und Museen in Stimmung bringen. Es gibt in der Region viel zu entdecken... «Frida und das Wut» von Vanessa Valk im Fabrikpalast Aarau. Sa/So, 7./8.Dezember, ab 4 Jahren. Foto: Felix Groteloh

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7 VORSCHAU Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin SO, 1.Dezember «Pitschi» Das Kätzchen, das immer etwas anderes wollte.

Theater Roos & Humbel. Ab 5 Jahren. AARAU 11 Uhr, Fabrikpalast «Für immer und nie» Aus der Perspektive der heranwachsenden Mira, die ihre ersten Liebesgefühle durchlebt. Familientheater ab 9 Jahren. BADEN 17 Uhr, Thik Zimtsterne und Schneeflocken Echt erfundene Adventsge­ schichten und Musik. REINACH 17 Uhr, TaB MO, 2.Dezember «Advent ausser Haus» TSurigo: Impro-Theater für Kids. Ab 4 Jahren BADEN 18 Uhr, Kindermuseum MI, 4.Dezember «Der glückliche Mischka» Lesung mit Brigitte Ernst für Kinder ab 4 Jahren.

AARAU 15 Uhr, Naturama «Mia und die Schneeflocken» Adventsfenster: Theater. Idee und Spiel von Daniela Brönnimann und Claudia Sandmeier. Ab 4 Jahren. BADEN 15 Uhr, Historisches Museum DO, 5.Dezember Adventsgeschichten Im geschmückten Gärtnerhaus weihnachtlichen Geschichten lauschen. Ab 3 Jahren. BADEN 15 Uhr, Langmatt (Auch am 12. und 19.Dezember) SA, 7.Dezember «Frida und das Wut» Poppiges Puppentheater über ein kleines Mädchen, das lernt, mit seiner Wut umzugehen und sie zu lieben. Mit Vanessa Falk. Ab 4 Jahren.

AARAU 15 Uhr, Fabrikpalast (Auch am 8.Dezember um 11 Uhr) «Wo diis Huus wohnt» Ein Stück über Herkunft von Reich&Schön.

Spiel: Denise Hasler, Carine Kapinga Grab. Ab 12 Jahren. WOHLEN 15 Uhr, Sternensaal Kunst-Pirsch Spezial Maskenworkshop mit Mummenschanz. Für Kinder von 5 bis 13 Jahren. Mit Anmeldung. AARAU 10–14 Uhr, Kunsthaus Geheimniskrämerei mit Lorenz Pauli Vom grossen Schnee, kleinen Geschenken, von kalten Tagen und warmem Kerzenlicht. Ab 5 Jahren. BADEN 16 Uhr, Stadtbibliothek Was rappelt in der Kiste?

BÜHNE Ein vergnüglich gruseliges Verwirrspiel der besten Sorte: Die Ziege Minna, der Hund Buffo, die Möwe Alba und das Schwein Rosine finden eines Tages eine angespülte Kiste am Strand. «Was ist da wohl drin?», denkt Minna, «vielleicht ein Meeresungeheuer?» Nach dem gleich­ namigen Kinderbuch von Lorenz Pauli inszeniert das Ensemble Keller­ theater Bremgarten «Die Kiste» als Figurentheaterstück für die ganze Familie. Ab 4 Jahren. gro BREMGARTEN Kellertheater, Premiere: Sa, 30.November, 16.45 Uhr. Diverse Daten bis 15.Dezember. Veselé Vánoce – Frohe Weihnachten!

AUSSTELLUNG Im Rahmen der winterlichen Sonderausstellung «Weihnachten in Tschechien» findet im Kindermuseum der Literaturmittwoch mit «Märchen im Museum» statt: Drei Frauen vom Aargauer Märchenkreis erzählen Geschichten aus dem Osten, für Gross und Klein.

Ab 5 Jahren. gro BADEN Kindermuseum Mi, 4.Dezember, 16 Uhr Vergnügliches Figurentheater. zvg Krippenberg Böhmen um 1900. zvg

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8 Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin VORSCHAU Ein Ei möchte fliegen! BÜHNE Rawums macht der Sack, wenn er zu Boden fällt. Das Stück «Rawums» ist auch ein clownesker Ausflug ins Wunderland der Schwerkraft. Das Theaterstück des Künstler*innenduos florschütz & döhnert findet im Rahmen des internationalen Theaterfestivals Prima statt, das sich an die Jüngsten adressiert. Denn auch Familien mit Kindern unter 4 Jahren sollen qualitativ hochwertige Kunst auf der Bühne altersgerecht erleben dürfen. Ab 2 Jahren. gro AARAU Fabrikpalast, Sa, 18.Januar, 15 Uhr; So, 19.Januar, 11 Uhr PRIMA-FESTIVAL in sieben Theaterhäusern der Schweiz 10.Januar bis 5.Februar Magische Welt KLASSIK Argovia philharmonic trifft im abendlichen Weihnachtskonzert und im etwas kürzeren Nachmittags-­ Familienkonzert «Feen und Elfen» auf eine Erzählerin, und sie verschmelzen gemeinsam zu einer spannenden musikalischen Geschichte.

Die aus Muri stammende Schauspielerin Fabienne Hadorn bezieht auch die kleinsten Zuhörer*innen geschickt ins Geschehen ein und lässt die Kinderaugen strahlen. Ab 5 Jahren. gro MÖRIKEN Gemeindesaal, Fr, 20.Dezember, 19.30 Uhr FISLISBACH AMAG Showroom, Sa, 21.Dezember 14.30 Uhr und 18 Uhr AARAU KuK, So, 22.Dezember, 11 Uhr und 17 Uhr Fabienne Hadorn mit «Feen und Elfen». Foto: Manuel Conrad Schwerkraftübung am Prima Theaterfestival. zvg Monti’s Variété Artisten für das Auge, eine Liveband für das Ohr und Köstlichkeiten für den Gaumen.

WOHLEN 18.30 Uhr, Monti Winter­ quartier (Mehrmals bis 31.De­ zember) SO, 8.Dezember Weihnachtssingen Kinderchor der Musikschule Region Baden. Leitung: Susanne Wetzel und Salome Zinniker. BADEN 11 Uhr, Villa Boveri (Gartensaal) MO, 9.Dezember «Advent ausser Haus» Theater Sgaramusch: «Schnee­ witli». Für Kinder ab 4 Jahren. BADEN 18 Uhr, Historisches Museum SA, 14.Dezember «Armstrong» Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond. Mit dem Kin­­der­theater Sven Mathiasen. Ab 4 Jahren.

FREIENWIL 16 Uhr, Weisser Wind «Klänge im Dunkeln» Eine musikalische Reise in einem absolut abgedunkelten Raum mit Sandro Schneebeli & Max Pizio.

Ab 5 Jahren. AARAU 15 /20 Uhr, Fabrikpalast Märchen im Advent Maria Magdalena Kaufmann öffnet ihre Märchentruhe. Ab 3 Jahren. BADEN 15 Uhr, Stadtbibliothek «Fest der Heiligen Lucia» Himmelslaternen gestalten und gemeinsam steigen lassen. Für Kinder ab 5 Jahren. MURI 16 Uhr, Kloster (Museum MO, 15.Dezember «Bruno im Glück» Spiel: Jörg Bohn. Text und Regie: Paul Steinmann. Für Kinder ab 6 Jahren.

ZOFINGEN 11 Uhr, Kleine Bühne (Auch am 20.Dezember in Niederlenz) MO, 16.Dezember Advent ausser Haus» Figurentheater Mathiasen: «Das letzte Schaf». Für Kinder ab 4 Jahren. BADEN 11 Uhr, Kleine Bühne SA, 21.Dezember Weihnachtsmärchen Mit der Badener Märlikönigin Eva Furter. Untermalt mit Puppen und Zauberei. Ab 4 Jahren. BADEN 15 Uhr, Stadtbibliothek SO, 22.Dezember «Gschichtehuus» Gedichte und Geschichten mit dem Poetomaten der Kinder­ literaturküche. Ab 5 Jahren. AARAU 14 Uhr, Tuchlaube «Der kleine König Dezember» Klassiker mit dem Theater-­ Pack – zum letzten Mal. Ab 5 Jahren. AARAU 17 Uhr, Fabrikpalast Nächtlicher Sagenspaziergang Durch den Lenzburger Wald.

Für Gross und Klein. LENZBURG 17 Uhr, Museum Burghalde MO, 23.Dezember Adventsgeschichte Silvana Gömöri erzählt die Geschichte «Noch sooo lange bis Weihnachten». Ab 3 Jahren. BADEN 15 Uhr, Stadtbibliothek DI, 24.Dezember «Wänn isch äntlich Wienacht?» WeihnachtsgeschichtenÜberraschung. BRUGG 15 Uhr, Salzhaus «Damit es eilig Abend wird» Mit Jörg Bohn (Erzähler) und Fredi Spreng (Musik) für Kinder ab 5 Jahren.

WOHLEN 16 Uhr, Sternensaal

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9 VORSCHAU Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Die Netzwerkerin SOUNDS Die Zürcher Saxofonistin Nicole Johänntgen stellt ihr famoses Quartett «Henry» in Brugg vor. Ein grosses Vergnügen! Das Vorurteil geht so: Frauen wollen keinen Jazz spielen, weil der zu sportiv und leistungsbetont ist; allenfalls frei improvisierte Musik geht, das «Schneller-besser-höher» spielt dort keine Rolle. Und dann kommt eine junge Frau von Deutschland nach Zürich, und etwas vom Ersten, was sie macht, ist, sich bei der Jazz Baragge zu engagieren, dem Ort, wo die Zürcher Jazzer*innen in der Jamsession mitund gegeneinander antreten können.

Und selber stürzt sie sich mit Lust in jeden «Cutting Contest» und widerlegt alle Vorurteile. Nicole Johänntgen heisst die junge Saxofonistin, und kann sich bereits zu einer der einflussreichsten Künstlerinnen der Schweizer Jazzszene zählen und wird auch europaweit wahrgenommen.

Vor drei Jahren war Nicole Johänntgen für sechs Monate in New York. Sie tauchte ein ins Jazzleben des Big Apple, ging aber auch im Süden der USA den Ursprüngen dieser Musik nach und kam mit einer CD zurück, auf der sie mit dort ansässigen Musiker*innen moderne New-Orleans-Musik spielte. «Henry» nannte sie das Projekt, als Reverenz an ihren Vater, in dessen Band sie die ersten Schritte mit dem Saxofon gemacht hatte. «Henry» ist eigentlich eine Strassenband, nur Saxofon, Posaune, Tuba und Schlagzeug. Dass dies genügt, um gehörig Dampf zu machen, beweisen Johänntgen und ihre drei Kollegen bei jedem ihrer Auftritte.

Voraussetzung allerdings ist, dass alle vier Gas geben können – und dafür ist Johänntgen jederzeit gerüstet: Sie verfügt über einen grossen, schönen Sound, flinke Finger und einen kaum abbrechenden Ideenfluss. Und nicht zuletzt macht es einfach Freude, ihr beim Spielen zuzusehen, bei jedem Ton ist zu spüren, wie sehr sie das Musizieren geniesst, wie viel Herz und Kopf und Bauch in ihre Improvisationen fliessen – der Funke springt sofort über!

Und ja: Natürlich engagiert sich Nicole Johänntgen für Frauen im Jazz. Seit Jahren vernetzt und fördert sie im Rahmen ihres Projekts S.O.F.I.A. (Support of Female Im­ provising Artists) Musikerinnen aus ganz Europa, hilft ihnen mit ihrer Erfahrung, ihrem Können und ihren Beziehungen. Von Beat Blaser BRUGG Am Gleis 1 (Eingang Metron) Do, 12.Dezember, 12 Uhr: Buffet, 12.30 Uhr: Konzert Nicole Johänntgen. Foto: Daniel Bernet Ausbruch aus den gesellschaftlichen Normen SOUNDS Von ihren Wurzeln im Punk haben sich die Delilahs ziemlich weit entfernt – zu facettenreich und poppig kommt der Sound auf der mittlerweile vierten Scheibe, «Ideal», daher.

Doch noch immer ist die Energie zu spüren, am ehesten kann man die Musik als Power-Pop oder Alternative Rock fassen. Überaus melodisch geht das Quartett aus Zug zu Werke, fast schon könnte hier von Wohlfühlmusik gesprochen werden – wären da nicht die Texte: Songwriterin Muriel Rhyner setzt sich kritisch mit klassischen Geschlechtsbildern auseinander, spielt gleichsam mit gängigen Klischees und hinterfragt dabei die vermeintlichen Ideale unserer Gesellschaft. phn LENZBURG Baronessa, Fr, 10.Januar, 21 Uhr Punkige Attitüde meets Power-Pop: Delilahs aus Zug. Foto: Tabea Hüberli

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10 Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin VORSCHAU Die Aarauer Künstlerin Denise Bertschi im Säulenhaus in Aarau. Foto: Alex Spichale Blick auf Aaraus exotische Vögel KUNST Die Arbeiten der Aarauer Künstlerin Denise Bertschi drehen sich um die Rolle der Schweiz im globalen Kontext. Dafür reiste sie in ferne Länder und recherchiert nun in Aarau. «Bem Vindo a Helvécia» – Willkommen in Helvetia, steht auf einer Tafel inmitten grün-brauner Vegetation im Nordosten Brasiliens. Ein Stück Schweizer Geschichte im Amazonas-­ Regenwald? Die in Aarau geborene Künstlerin Denise Bertschi beschäftigt sich mit der schweizerischen Kolonialgeschichte und den damit verbundenen Handelsbeziehungen in Brasilien.

Ihr erstes Projekt mit Blick auf die globalen Verknüpfungen der Schweiz handelte von der neutralen Militärmission zwischen Nordund Südkorea und der Frage, ob schweizerische Neutralität überhaupt existiert. Nach Brasilien kam Bertschi durch einen Zufall. Sie arbeitete in Südafrika an einem Projekt über die Rolle der Schweiz während der Apartheid und lernte den brasilianischen Kurator Marcelo Rezende auf einer Gartenparty kennen. Dieser lud sie ein, das afrobrasilianische Dorf Helvécia zu besuchen. Für ihre Werkkomplexe und künstlerische Forschung bekam Denise Bertschi den Manor Kunstpreis 2020, der mit Preisgeld, Publikation und einer Einzelausstellung honoriert wird.

Am meisten freue ich mich über die Möglichkeit, meine Arbeit vertieft weiterzuentwickeln und in einem so schönen Haus zu zeigen», sagt die Künstlerin dazu. Im Aargauer Kunsthaus werden neben der Videoarbeit «Helvécia, Brazil» von 2017 vor allem neue Arbeiten gezeigt, die sich mit Aarauer Elitefamilien im 19.Jahrhundert auseinandersetzen. Nach einem Blick von Brasilien auf die Schweiz schaut sie nun von Aarau zurück: Im 19.Jahrhundert gingen Aarauer*innen nach Brasilien, um Handel zu treiben und exotische Waren und Tiere zurückzubringen. Wie die Vögel, die im Naturama-Archiv lagern und mit denen sich Bertschi beschäftigt hat.

Aber auch Reptilienhäute, zu denen keine genauen Rückschlüsse mehr gezogen werden können. «Genau das ist interessant! Wie gewisse Geschichten zerfliessen und trotzdem als Materialitäten präsent bleiben», erklärt die Kunstschaffende. Mit dem Beleuchten der Schweizer Kolonialgeschichte geht es ihr aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und Zusammenhänge zu verstehen: «Ich bin nahe des Aargauer Staatsarchivs aufgewachsen und hätte nicht gedacht, dass sich ein solcher Geschichtenkomplex quasi vor meiner Haustür befindet!» Von Gianna Rovere AARAU Aargauer Kunsthaus Vernissage: Fr, 24.Januar, 18 Uhr Bis 26.April

11 VORSCHAU Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Keltische Klangwelten SOUNDS Klippen geformt vom wilden Atlantik und Orkan­ böen, saftig grüne Wiesen, so weit das Auge reicht: Irland ist gleichsam ungestüm und traumhaft schön. Dies trifft genauso auf die Musik von Red Shamrock zu. Der Fünfer hat sich voll und ganz dem Celtic Folk verschrieben – mehr­ stimmiger Gesang trifft auf Querflöte und Geige, dann wie­ der ist ein Dudelsack oder ein Akkordeon zu vernehmen. Mal rockig und wild, mal nachdenklich und melancholisch spielen sie sich in ihren Eigenkompositionen durch die tra­ di­tionellen Klangwelten der Bretagne, der Britischen Inseln oder Gali­zien.

Und wer schon einmal an einem von ihren zahl­reichen Konzerten war, weiss: Die ungeheure Spielfreude ist vom ersten Takt an mitreissend und lädt zum Tanzen ein. Denn auch nach zwanzig Jahren Band­geschichte sind sie so frisch wie eh und je. Von Philippe Neidhart HIRSCHTAL Biberburg, Sa, 7.Dezember, 21 Uhr BADEN Prima Vista, Sa, 18.Januar, 20.30 Uhr Celtic Folk made in Switzerland: Red Shamrock. zvg Sport ist Mord – und trotzdem ein Vergnügen BÜHNE Vivianne Mösli und Michael Wolf, die beiden «Sportler des Herzens», lassen ihre Ge­ fühlsmuskeln spielen und führen vor, was war, was sein kann und was wird, wenn der letzte Akt allmählich naht.

Applaus, Applaus! Alle, die einmal irgendwo irgendwie einen Auftritt hatten, kennen das berauschende Gefühl, wenn das zufriedene Publikum die Anstrengung mit lautem Klatschen belohnt. Aber was ist hier los? Kein Vorhang fällt nach dem Bei­ fall, die Schauspielenden ziehen sich nicht erschöpft und glücklich zu einem Glas Champagner zurück, nein: Das Stück beginnt. In «Sportler des Herzens» sind zwei auf der Bühne, sie warten – auf den nächsten Job? – unterhalten sich über den vielleicht allerletzten Job, erzählen dem Publikum von vergangenen Grosstaten, nörgeln und fangen an zu spielen, miteinander, gegeneinander.

Inmitten ihres lockeren Chaos von Requisiten und Kostümen geraten sie von einem Theaterstück ins andere. Die Frau anfangs im Pelz – es ist kein Nerz, es ist kein Hermelin: Sie ist ein alter Eisbär – und der Mann mit seiner alten Fliegerjacke, beim Sprung durch einen brennenden Reifen abgestürzt, den Kopf bandagiert, Arm in der Schlinge. Sie werfen einander Stichworte zu, hinterfragen ihre Rollen, schwitzen, rackern sich ab und können nicht aufhören zu proben. Sie trainieren mit Leib und Seele ihre liebsten Szenen, die sie gespielt hatten, als das Leben noch gut war, sie Erfolg und vor allem wichtige Engagements hatten.

Was sonst sollten, könnten und vor allem wollten sie auch tun?

Mit Witz, Sinn für Skurrilitäten, Tiefgang und viel Herz haben die leidenschaftlichen Theatermacher*innen Vivianne Mösli und Michael Wolf, Jens Nielsen und Matthias Grupp zusammen all die Fragen nach dem, was bleibt, verspielt umgesetzt und inszeniert. Ja, was ist, wenn der Beifall abflaut, wenn die Auftritte rar werden, die Laune vergeht, das Spiel so kostbar wie prekär wird? Sportlich bleiben, weiterüben, ins Theater gehen und eine Metapher geniessen, die über das berühmte «Leben für die Kunst» hinausgeht, in der Hoffnung, dass es nach unserem Abgang mit Applaus noch für ein Glas Champagner reicht.

Von Kristin T. Schnider BADEN Thik, Fr/Sa, 6./7.Dezember, 20.15 Uhr Sportlich: Vivianne Mösli und Michael Wolf. Foto: David Schwarz

12 Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin VORSCHAU KLASSIK Das Siggenthaler Jugendorchester wird 40 – und feiert diesen Geburtstag mit einem Pianisten, der dem Ensemble eng verbunden ist: Oliver Schnyder. «Wer hier spielt, lernt nicht nur tolle Musik kennen, sondern auch Eigenverantwortung übernehmen», sagte Dirigent Marc Urech 2009 bei einer Probe zum 30-Jahr-Jubiläum des Siggenthaler Jugendorchesters (SJO). Und der damalige Gast, Pianist Oliver Schnyder, fügte hinzu: «Die Menschen hier sind ganz toll. Ich empfinde das Engagement bei diesem Orchester als Ehre.» Dass der weltweit konzertierende Aargauer Musiker zehn Jahre später erneut zu einem Jubiläumskonzert des zwischen Schulund Profiorchester stehenden Klangkörpers zurückkehrt, ist ein Dankeschön: Denn das Siggenthaler Jugendorchester war jenes Ensemble, das dem einstigen Kantonsschüler Oliver Schnyder zu seinem «ersten, richtigen Engagement» verhalf.

Das bleibt genauso unvergessen wie die Zusammenarbeit mit den engagierten Musiker*innen. Da Schnyder selbst regelmässig mit jungen Menschen arbeitet, weiss er um die Wechsel­ wirkung von Geben und Nehmen zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen. Wie schon 2009 wird der Pianist auch 2019 ein Klavierkonzert Sergei Rachmaninows spielen; diesmal aber nicht das zweite, sondern das dritte, das der Komponist selbst als «Konzert für Elefanten» bezeichnet hat. Was nicht erstaunt, denkt man an die enorm hohen technischen Anforderungen an den Pianisten. Kein Wunder, dass nicht einmal JÓsef Hoffmann – dem Sergei Rachmaninow das Werk gewidmet hatte – das Konzert angerührt hat.

Er meinte, das dritte Klavierkonzert wäre zu schwer für ihn. Aber gerade sogenannt schwere Brocken nehmen sich das SJO und Dirigent Marc Urech gerne vor, weil sie wissen: Wir wachsen an jeder Herausforderung. Eine solche ist auch Antonín Dvořáks Sinfonie Nr.8, G-Dur, op.88. «Mein Kopf ist voll von Ideen. Wenn man sie nur sofort niederschreiben könnte», schrieb der Komponist 1889 an einen Freund. Dvořák steckte damals mitten in der Arbeit an seinem Klavierquartett in E-Dur. Seine neue, 8.Sinfonie musste deshalb noch etwas warten, bevor er ihre Melodien, die er schon eine ganze Weile im Kopf hatte, skizzieren konnte.

Entstanden ist ein strahlendes Werk mit vielen poetischen Momenten – wie geschaffen für den 40.Geburtstag eines Orchesters, über das Dirigent Marc Urech einmal gesagt hat: «Es ist wie eine Insel.» Von Elisabeth Feller AARAU Kulturund Kongresszentrum Sa, 7.Dezember, 19.30 Uhr BADEN Trafo, So, 8.Dezember, 17.30 Uhr Widerstand LITERATUR «Sie schreibt Prosa, Lyrik, Rap und hauptsächlich irgendetwas dazwischen für Bühnen», steht auf der Website der 27-jährigen Fatima Moumouni. Nicht auf der Bühne, sondern im Sessel wird die Spoken-Word-Poetin im Badener Librium sitzen und aus ihren Texten lesen.

Moumouni ist Sozialanthropologin mit Fokus auf Migrationsund Rassismusforschung. Dieser fliesst auch in ihre Texte ein. Zuletzt erschien 2019 «Zugfahren» im Band «Racial Profiling – Struktureller Rassismus und antirassistischer Widerstand». Moderiert wird die «Baden liest»-Veranstaltung vom Theologen Benjamin Ruch. gro BADEN Buchhandlung Librium Do, 30.Januar, 19.30 Uhr Spoken-Word-Poetin: Fatima Moumouni. Foto: Yves Bachmann «Dieses Orchester ist wie eine Insel» Ein Klangkörper wird 40: das Siggenthaler Jugendorchester. zvg

13 VORSCHAU Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Zeitgemässer Anachronismus SOUNDS Zwei Jahre nach dem grossartigen Debüt tourt das Zofinger Trio Bell Baronets mit einem neuen Album im Gepäck quer durch die Schweiz. Wir schreiben das Jahr 2012. Drei junge Musiker aus Zofingen stehen auf der Bühne im Kiff und geben Vollgas – denn hier geht es um nichts weniger als den Gewinn des BandX-Aargau-Contest. Und siehe da: Vor rund 600 Zuschauer*innen wird den Bell Baronets die Ehre des Siegers zuteil. Es folgten verschiedenste Konzerte in der Region und Auftritte an kleinen, aber feinen Festivals – doch bis zum ersten Longplayer mussten sich die Fans eine ganze Weile gedulden.

Als dann im Jahr 2017 «The Strong One» das Licht der Welt erblickte, wurde klar: Was lange währt, wird endlich gut. Das zeigt mitunter auch das Gütesiegel «Best Talent», das den Bell Baronets vom SRF3 für die Platte verliehen wurde. Seitdem sind abermals zwei Jahre sowie über 150 Konzerte ins Land gezogen, und die Bell Baronets präsentieren mit «Tied up in Red» ihr zweites Album. Der erdige Sound und die fuzzigen Gitarren sind noch immer präsent, genauso die musikalische Verankerung im Rock der 70er-Jahre. Dennoch schafft es das Trio, überaus modern und eigenständig zu klingen. Das Songwriting ist durchdachter und abwechslungsreicher als beim Vorgänger – melancholisch-balladeske Momente sowie poppige Einlagen sind ebenso zu finden wie der typische Stoner-Sound und knackige Riffs.

Für die Show im Kiff erhalten die Jungs tat­ kräftige Unterstützung von den Black Tropics aus Lausanne. Zwar existiert diese Band erst zwei Jahre, das selbst betitelte Debütalbum hat die Szene aber so richtig durchgeschüttelt. Kein Wunder, denn die enorme Spielfreude und der druckvolle Mix aus fettem Alternative Rock und düsterem Retro-Groove machen einfach nur Spass. Von Philippe Neidhart AARAU Kiff Fr, 10.Januar, 20.30 Uhr Sie übersetzen 70ies-Rock ins Hier und Jetzt: das Zofinger Trio Bell Baronets. zvg Drastisch: ein Stück über den Faulprozess. Foto: Mario Sorrenti/Angela Gjergjaj Vom Zerfall BÜHNE Dass es im Teatro Palino nicht zu einem romantischen, neokapitalistischen Weihnachtstheaterabend mit sinnlosen und zwanghaften Geschenken kommt, können sich die meisten ja denken.

Dass aber gerade eine Leiche im Zentrum steht, lässt einen leer schlucken. Das Stück «Deine Leiche lebt» mit Stella Palino, geschrieben von Linus Reichlin, geht ans Eingemachte: «Dein Körper hat ein Leben lang gegen seinen Zerfall gekämpft, das war alles, was er je getan hat. In Wirklichkeit hast du immer nur gelebt, um nicht zu verfaulen...». Bei diesem «angenehm unangenehmen» Theaterabend informiert eine Bestatterin über die Vorgänge des Körpers nach seinem Ableben. cru BADEN Teatro Palino 11./13./14./20./21./27./28.Dezember, jeweils 20.30 Uhr; So, 29.Dezember, 17 Uhr

14 Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin VORSCHAU KLASSIK Die Programme des Vocalino Wettingen überraschen stets mit Raritäten. Doch nun nimmt sich der Chor Gioachino Rossinis berühmte «Petite Messe solennelle» vor. Überraschung garantiert, verspricht der Chor. Das mit 20 Sänger*innen besetzte Vocalino Wettingen ist immer für Überraschungen gut. Die Programme, die es mit seinem Leiter David Rossel erarbeitet, sind erlesen – und solches wird auch im Ausland honoriert. Das Ensemble heimste in jüngerer Vergangenheit Preise in Litauen ein; und dieses Jahr nahm es als einziger Schweizer Chor beim grössten Sängertreffen der Welt, dem Laulupidu im estnischen Tallinn, teil.

Wenn sich das Ensemble nun Gioachino Rossinis beliebter, 1864 uraufgeführter Petite Messe solennelle widmet, weiss man: Das sakrale Spätwerk wird anders klingen. Neben vier Solisten war Rossinis Messe für einen nur achtköpfigen Chor gedacht. Doch im Laufe der Zeit bürgerte sich die Praxis ein, die Messe in chor­ sinfonischer Besetzung aufzuführen. Das Vocalino Wettingen geht nun den genau umgekehrten Weg und besinnt sich auf die wohl urtümlichste Gestalt. Neben dem Klavier wird nämlich ein Akkordeon für ungewohnte Klangfarben sorgen. Wie das? Nun, Rossini selbst soll dem Vernehmen nach zuerst das Akkordeon vorgesehen haben, bevor er sich schliesslich fürs Harmonium als Verstärkung des Klaviers entschied.

Welche Wirkung das Akkordeon entfalten kann, wird vor allem im solistischen Prélude réligieux zu erleben sein. Von Elisabeth Feller WETTINGEN Aula Kloster. Sa, 7.Dezember, 19.30 Uhr LAUFENBURG Stadtkirche («die brücke») So, 8.Dezember, 17 Uhr Rossini-Messe mit ungewohnten Klangfarben Vocalino Wettingen. zvg Krankheit kuratieren KUNST Wie nah darf Kunst der Krankheit kommen? Mit dieser Frage beschäftigen sich zehn Kunstschaffende im Kunstraum Baden. Zwischen Leben und Tod liegt oft eine Krankheit, die berührende Lebensund Lei­ dens­ geschichten mit sich bringt. Über das sehr private und heikle Thema vom Kranksein wird nicht gerne gesprochen, gilt es doch, gesund und leistungsfähig zu sein.

Und doch erkranken jeden Tag Menschen an mehr oder weniger bedroh­ lichen Krankheiten.

Künstler*innen versuchen, sich dieser Debatte mit den Möglich­ keiten künstlerischen Erzählens anzunähern. Die Ausstellung «Touch Me, I’m Sick» bringt zehn unterschiedliche Positionen zusammen, die mittels Fotografie, Zeichnung, Male­ rei, Video und Installation Begegnungen mit Krankheit aufzeigen und einen Umgang damit andenken. Von Gianna Rovere BADEN Kunstraum Vernissage: Fr, 17.Januar, 19 Uhr Bis 22.März Das Werk «Inhale Exhale» der Zürcher Künstlerin Maya Bringolf. Foto: Maya Bringolf

15 VORSCHAU Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Isolde Schaad ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der 68er-Generation.

Foto: Ayşe Yavaş Mit scharfsinnigem Blick LITERATUR Giacometti-Kritik zum Frühstück? An der Matinée im Literaturhaus liest die Schriftstellerin Isolde Schaad zu Kaffee und Gipfeli aus ihrem neuen Erzählband «Giacometti hinkt». Die heimische Kunstwelt ist in Rage – der Student Luis K. ist der Faszination von Künstler Giacometti auf die Spur gegangen und hat eine gewagte These aufgestellt. Diese Geschichte und weitere sind in diesem Buch versammelt. Die für ihre scharfsinnigen Beobachtungen, ihren ra­ santen Humor und ihre Sprache bekannte Zürcherin lässt die Held*innen mit unkon­ ventionellen Lebensentwürfen kämpfen, verhasste Militärstiefel loswerden und Rol­ latoren zu Lebenspartnern machen.

Mit dem Fokus auf die Gangarten unseres modernen Lebens richtet Schaad ihren Blick auf die grosse Kleinstadt und schaut noch genauer auf das Geschehen in der Fussgänger*innenzone. gro LENZBURG Aargauer Literaturhaus So, 1.Dezember, 11.15 Uhr Pointierter Paarlauf KUNST Im Zimmermannhaus Brugg treten zwei Künstler mit Aargauer Wurzeln in einen künstle­ rischen Dialog: Es entstehen pointierte Paare aus Objekt und Bild. Dummies sind Attrappen, Platzhalter oder Versuchsobjekte: Crashtest-Dummies zum Beispiel. «Dummy» heisst auch ein Werk des in Aarau geborenen Künstlers René Fahrni. Ein hasen­ artiges, aus bemaltem Karton bestehendes Objekt, hinter dem der Künstler die Geschichte eines Kunstlieb­ habers spinnt: Dieser versucht, den geeigneten Platz für eine opulente Skulptur in seinem Garten zu finden, und baut dafür eine leichte Attrappe.

Fahrnis Arbeiten entstehen meist aus alltäglichen Dingen, wie Papier, Holz oder auch Lampen, mit denen er komplexe Wünsche und Fantasien skizziert und in die Köpfe der Betrachter*innen pflanzt.

In der Doppelausstellung «Dummies» wird das titel­ gebende Objekt mit dem kleinen Aquarell «Evil Bunny» vom amerikanisch-schweizerischen Künstler Tom Fellner gepaart. Der in Wettingen wohnhafte Fellner entwickelt in seinen Malereien neue Bildwelten, die sich an der Schnittstelle zwischen dem Alltäglichen und «klassischer Malerei» befinden. Die beiden Kunstschaffenden haben sich vor zehn Jahren kennengelernt und setzen ihre Arbeiten erstmals in einer künstlerischen Kollaboration zueinander in Beziehung: In einer Übungsparcours-ähnlichen Situation über die beiden Stockwerke des Zimmermannhauses hinweg ergänzen sie sich durch ihre Formalitäten und Titel zu neuen, lust­ vollen und pointierten Zusammenstellungen.

Von Gianna Rovere BRUGG Zimmermannhaus Vernissage: Fr, 17.Januar, 19 Uhr Bis 1.März «Evil Bunny» von Tom Fellner und die «Dummy»-Skulptur von René Fahrni eröffnen neue Bildwelten. Fotos: Fellner/Fahrni

KIFF TICKETS: WWW.STARTICKET.CH MORE INFOS & SHOWS: WWW.KIFF.CH AARAU 04.12 CHARLES NGUELA HELVETIA‘S SECRET 05.12 LO & LEDUC CH 05.12 THE INTERSPHERE DE GRAN NOIR CH 12.12 KLEINE WELT CLOKS TIK CH 21.12 HAUBI SONGS CH 27.12 10 JAHRE RICKY HARSH CH 10.01 BELL BARONETS CH 17.01 CHLYKLASS CH 01.02 BOBAN MARKOVIC ORKESTAR SRB 12.02 JOËL VON MUTZENBECHER FEEL GOOD COMEDIAN 22.02 PHILIPP FANKHAUSER CH 27.03 YOKKO CH 28.03 LA PEGATINA ESP 17.04 ANNA ROSSINELLI CH 24.04 STILLER HAS CH FR 13. DEZ. 2019 19.30 UHR IMMER UND EWIG von FANNY BRÄUNING CH 2018, 85 Min.

Prix de Soleur 2019 Gespräch mit der Regisseurin nach dem Film Aula Schulhaus Lenzhard Aargauer Literaturhaus, Lenzburg SO 01.

DEZ. 2019 11.15 UHR ISOLDE SCHAAD LIEST AUS «GIACOMETTI HINKT» Alles wahr «Nein, die Dinge sind schon ein bisschen komplexer.» Ins.TihK_102.40x142.50-DEZ_2019-RZ_2.indd 1 12.11.19 11:14 www.kurtheater.ch Vorverkauf 056 200 84 84 Tom Waits – gnadenlos auf Deutsch! Sa 14. Dezember 2019, 20 Uhr ThiK Theater im Kornhaus Tilo Nest & Friends THOMAS WARTET

17 VORSCHAU Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin Frühling im Winter KLASSIK Unter dem Motto «Grosse Kunst im kleinen Kreis» findet die Konzertreihe Marina Korendfeld nun schon seit über 20 Jahren statt. In diesem Rahmen kann im schönen Atrium des Hotels Blume schon bald den Klängen des international bekannten Aviv Quartet gelauscht werden. Auf dem Programm stehen Mozart, Beethoven und Schubert. Die zwei Violinisten Sergey Ostrovsky und Philippe Villafranca, der Cellist Daniel Mitnitsky und die Violaspielerin Noemie Bialobroda entlocken ihren Instrumenten Musik, die in den bekanntesten Konzertsälen der Welt begeistert.

Aviv» bedeutet Frühling und spricht für die Ausdruckskraft des Quartetts. gro BADEN Atrium Hotel Blume, So, 8.Dezember, 17 Uhr Das Aviv Quartet lässt das Atrium des Hotels Blume in Baden erklingen. zvg Lass das Leben fliessen SOUNDS Die Songs des Berner Bluesmusikers Philipp Fankhauser sind Erzählungen direkt aus seinem Leben. Nun ist er in Brugg und in Aarau im Quintett zu hören. Er ist ein Mann mit dem Gespür für feine Zwischentöne, bekannt für seine rauchige Stimme und sein virtuoses Gitarrenspiel. Philipp Fankhauser zählt zu den berühmtesten Bluesmusikern der Schweiz – und dies nicht erst seit seinem Engagement als Coach bei «Voice of Switzerland».

Doch Fankhauser ist vor allem eins: authentisch. «Ich lasse mich vom Moment treiben», sagte er kürzlich in einem Interview. Die Dinge nehmen, wie sie kommen – so in etwa kann auch das Motto des brandneuen Albums «Let Life Flow» beschrieben werden: Lass das Leben fliessen.

Deshalb macht der musikalische Autodidakt auch das, was er am meisten liebt: auf der Bühne stehen. Weit über tausend Konzerte hat er während seiner 33-jährigen Karriere bereits gespielt, einige werden es wohl auch in Zukunft noch werden. Denn seine Arrangements wirken niemals aufdringlich – vielmehr überzeugen sie mit einer eleganten Leichtigkeit und smoothem Sound, ohne dabei eine gewisse Eleganz einzubüssen. Dies nicht zuletzt dank seinem prägnanten Gesang, der vom amerikanischen Magazin «Downbeat» als eine Mischung aus «charcoal with caramel» – also Holzkohle mit einem Schuss Karamell – beschrieben wurde.

Und auf der neuen Scheibe dürfen wir dieser Stimme zum ersten Mal in Berndeutsch lauschen: «Chasch mers gloube» ist eine Hommage an den 2017 verstorbenen Hanery Amman, Mitbegründer der Mundartrock-Legenden Rumpelstilz. Man darf gespannt sein.

Von Philippe Neidhart BRUGG Salzhaus, Fr, 17.Januar, 20.30 Uhr AARAU Kiff, Sa, 22.Februar, 21 Uhr Gitarrist und Sänger Philipp Fankhauser. Foto: Adrian Ehrbar

Dez 19/Jan 20 Aargauer Kulturmagazin VORSCHAU 18 Märchen am Sonntag Spätestens seit den Brüdern Grimm wissen wir, wie die mensch­­liche Psyche funktioniert: Böse Wölfe, gefressene Gross­ mütter, gerettete Rotkäppchen und Co. Märchen sind auch heute noch verdammt spannend. Am Zuger Märlisunntig kann man ihnen zuhören: In 32 Märchenstuben in der Zuger Altstadt. Dazu gibts Kutschenfahrten, Abenteuer, Streichelzoo und Samichläuse, ein grosses Fest.

ZUG Altstadt, So, 8.Dezember, ab 14 Uhr Eine ganz normale Familie Sophie Stierle und Christoph Fellmann entwickeln eine Sitcom für die Theaterbühne. Im Mittelpunkt stehen die Müllers, eine ganz normale, dreiköpfige Familie. Dazu kommt ein viertes Haushaltsmitglied, das diesen Normalbetrieb als «theatrale Eingreiftruppe» aufmischt. Begleitet wird das Ensemble musikalisch vom bekannten Luzerner Kraut-DiscoDuo Blind Butcher. Eine Ausgangslage, die beste Unterhaltung verspricht.

KRIENS Südpol Fr, 6.Dezember, 20 Uhr Unentwegt unterwegs Migration – ein Thema, das immer wieder heiss diskutiert wird. Dabei ist der Mensch schon auf Wanderung, seit es ihn gibt. Die Ausstellung «Homo migrans – Zwei Millionen Jahre unterwegs» im Bernischen Historischen Museum beleuchtet, wie die Menschen in die Schweiz kamen, aber auch warum viele weiterzogen. Wie die Völkerwanderung unsere Dialekte und politischen Diskurse beeinflusste, dies und mehr gibt die Ausstellung preis.

BERN Historisches Museum Bis 28.Juni «Die Wildente» Henrik Ibsens «Wildente», 1884 in Norwegen geschrieben, ist ein Meisterwerk der skandinavischen Dramatik.

Puristisch düster und gleichzeitig triefend vor Sünde, gerade in Gestalt des der Trägheit verfallenen Hjalmar oder der ausserehelichen Entstehung von Hedvig gipfelt Ibsens Schauspiel im Drama. Dem Stück nimmt sich das Ensemble des Staatsschauspiels Stuttgart während dreier Tage an. WINTERTHUR Theater Winterthur Mi, 4., bis Fr, 6.Dezember, 19.30 Uhr Schneekönigin on Ice Die Schneekönigin ist eine Produktion des Russian Circus on Ice und wurde auf zauberhafte Weise in einer «on Ice»-Anpassung neu interpretiert. Eine faszinierende Verschmelzung aus Eistanz und Zirkusartistik. Ein wahrhaft magisches Spektakel auf glitzernden Kufen für die ganze Familie.

Neue Technologien, ein fantasievolles Bühnenbild, faszinierende Requisiten, ein spektakuläres Lichtdesign und 3D-Projektionen erschaffen eine grossartige Show. SCHAAN SAL, Mi, 18.Dezember, 19 Uhr «Verminte Seelen» Während Jahrzehnten sind in der Schweiz Männer, Frauen und Kinder administrativ versorgt worden – zum Teil lebenslänglich. Die behördliche Willkür traf Menschen, die nicht ins bürgerliche Normschema passten. Das Theater St.Gallen verarbeitet das düstere Kapitel im Schauspielprojekt «Verminte Seelen» zu einem beklemmenden Theaterabend.

Und ist damit an den Heidelberger Stückemarkt eingeladen. ST. GALLEN Lokremise 8./11./14./17./20.Dezember Kultur-Adventskalender Die 23 Sternschnuppen sind wahr­ scheinlich Oltens längster Kulturanlass des Jahres. Das Programm verspricht allabendlich eine Über­ raschung mit Künstler*innen aus verschiedensten Kultursparten. Neben lokalen Perlen wie der Sinfonietta Olten erwarten na­ tionale und internationale Grössen das Publikum. Eine Oscar­ Nomination ist ebenso dabei wie eine Mum­menschanz-Schauspie­ lerin.

OLTEN Kulturzentrum Schützi/Stadtkirche, 1. bis 23.Dezember, 18.15 Uhr Vielgestaltiges Raumerleben Die internationalen Künstlerinnen Susan Philipsz, Silvia Bächli, Rahel Whiteread, Toba Khedoori und Leonor Antunes treten mit «Re­ sonating Spaces» in der Fondation Beyeler in ein Wechselspiel zwischen Sichtbarem und Ephemerem.

Sie schaffen mit Zeichnung, Klang und Skulptur ein intensives, werkübergreifendes Gewebe aus assoziativen Raumerlebnissen. RIEHEN Fondation Beyeler Bis 26.Januar

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