III. Maßnahmen der Ergotherapie

 
 
III. Maßnahmen der Ergotherapie

                 Inhaltsübersicht

                 1.    Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                       1.1 Wirbelsäulenerkrankungen
                       1.2 Becken- und Extremitätenverletzungen / -operationen
                       1.3 Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen
                       1.4 Gefäß-, Muskel- und Bindegewebserkrankungen
                 2.    Erkrankungen des Nervensystems
                       2.1 ZNS-Schädigungen
                       2.2 Rückenmarkserkrankungen
                       2.3. Erkrankungen peripherer Nerven

                 3.    Psychische Störungen
                       3.1 Geistige und psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter
                       3.2 Neurotische, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
                       3.3 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen, affektive Störungen
                       3.4 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
                       3.5 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

Verzeichnis gebräuchlicher Abkürzungen im Heilmittelkatalog für Ergotherapie

Erst-VO                = Erstverordnung                                    / VO            = pro Verordnung
Folge-VO               = Folgeverordnung                                   +               = und (zusätzlich)
                                                                           /               = oder (alternativ)




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1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                                  1.1 Wirbelsäulenerkrankungen
                                          Indikation                                                                                         Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                     Regelfall
                                                                    Leitsymptomatik:                         Ziel der
   Diagnosengruppe                  Schädigung /                                                           Ergotherapie                 A. vorrangiges Heilmittel
                                  Funktionsstörung                Fähigkeitsstörungen                                                   B. optionales Heilmittel
                                                                                                                                        C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                      -------------------
                                                                                                                                           Verordnungsmengen je Diagnose


SB1                                                        Einschränkung:
Wirbelsäulenerkran-          1. aktive und passive Bewe-   1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A. Motorisch-funktionelle Behandlung
kungen                          gungsstörungen                bewältigung                           sorgung (z. B. Ankleiden / Hy-
                             2. Schmerz                    2. der Beweglichkeit                     giene / Haushalt)                   Erst-VO:
z. B. bei                    3. Störung der Haltung                                             -   Verbesserung der körperlichen       •    bis zu 10x/VO
-    M. Bechterew                                                                                   Beweglichkeit                       Folge-VO:
-    rheumatoide Arthritis                                                                      -   Steigerung der Belastungsfähig-     •    bis zu 10x/VO
     mit Befall der Wir-                                                                            keit und der Ausdauer
     belsäule                                                                                   -   Verminderung der schmerzbe-         Gesamtverordnungsmenge des Regel-
-    WS-Frakturen (auch                                                                             dingten Reaktionen                  falls:
     postoperativ)                                                                              -   Erlernen von Kompensations-         •     20 Einheiten
                                                                                                    mechanismen
                                                                                                                                        Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                        •   mind. 1x wöchentlich




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1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                 1.2 Becken- und Extremitätenverletzungen / -operationen
                                         Indikation                                                                                        Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                   Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                     Ziel der
                                                                                                     Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                    B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                 C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                     -------------------
                                                                                                                                         Verordnungsmengen je Diagnose


SB2                                                    Einschränkung:
Störungen nach             1. aktive u. passive Bewe-  1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A.    Motorisch-funktionelle Behand-
• traumatischer               gungsstörungen              bewältigung                           sorgung (Ankleiden / Hygiene)             lung*
   Schädigung              2. Kontrakturen, Narbenzüge 2. der Beweglichkeit und Geschick-   -   Verbesserung der körperlichen       B.    sensomotorisch-perzeptive Behand-
• Operationen              3. Schmerz                     lichkeit                              Beweglichkeit                             lung*
• Verbrennungen            4. Störungen der Körper-                                         -   Verbesserung der manuellen          C     Thermische Anwendungen
• Verätzungen                 wahrnehmung                                                       Geschicklichkeit
                           5. Sensibilitätsstörungen                                        -   Steigerung der Belastungsfähig-           *ggf. erforderliche ergotherapeutische
                                                                                                keit und der Ausdauer                     Schienen sind gesondert zu verordnen
vorwiegend im Bereich
Schulter, Arm, Hand                                                                         -   Erlernen von Kompensations-
                                                                                                mechanismen                         Erst-VO:
z. B.nach                                                                                                                           •    bis zu 10x/VO
-    Endoprothesen-                                                                                                                 Folge-VO:
     Implantationen                                                                                                                 bis zu 10x/VO
-    Arthrodesen
-    Kontrakturen / Nar-                                                                                                            Gesamtverordnungsmenge des Regel-
     ben                                                                                                                            falls:
                                                                                                                                    •     bis zu 20 Einheiten

                                                                                                                                    Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                    •   mind. 2x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                   Seite 3
1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                 1.2 Becken- und Extremitätenverletzungen / -operationen
                                         Indikation                                                                                          Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                     Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                         Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                        B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                     C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                      -------------------
                                                                                                                                          Verordnungsmengen je Diagnose


SB3                                                        Einschränkung:
Amputationen               1. Bewegungsstörungen           1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Erlernen des Umgangs mit der        A. Motorisch-funktionelle Behandlung
•   nach Abschluß der         durch z. B. Kontrakturen,       bewältigung                           Prothese                            B. sensomotorisch-perzeptive Behand-
    Wundheilung               auch benachbarter Gelen-     2. der Beweglichkeit und Geschick-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-      lung
                              ke                              lichkeit                              sorgung (Ankleiden / Hygiene)       C. Thermische Anwendungen
Angeborene Fehlbil-        2. Muskelinsuffizienz-, ver-                                         -   Verbesserung der körperlichen
dungen                        kürzung                                                               Beweglichkeit                       Erst-VO:
                           3. Sensibilitätsstörungen                                            -   Verbesserung der manuellen          •    bis zu 10x/VO
z.B.:                         (z. B. des Stumpfes)                                                  Geschicklichkeit                    Folge-VO:
-    Dysmeliesyndrom       4. Schmerz                                                           -   Steigerung der Belastungsfähig-     •    bis zu 10x/VO
                           5. Störungen der Körper-                                                 keit und der Ausdauer
vorwiegend Arm/Hand-          wahrnehmung                                                       -   Erlernen von Kompensations-         Gesamtverordnungsmenge des Regel-
Region                                                                                              mechanismen                         falls:
                                                                                                                                        •    bis zu 30 Einheiten

                                                                                                                                        Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                        •   mind. 1x wöchentlich

                                                                                                                                        Verordnung bei Amputationen nur bis zu 9
                                                                                                                                        Monate nach Operation möglich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                    Seite 4
1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                            1.3 Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen
                                             Indikation                                                                                             Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                            Regelfall
                                                                       Leitsymptomatik:                          Ziel der
                                                                                                               Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
    Diagnosengruppe                 Schädigung /
                                                                                                                                              B. optionales Heilmittel
                                  Funktionsstörung                   Fähigkeitsstörungen                                                      C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                             -------------------
                                                                                                                                                 Verordnungsmengen je Diagnose


SB4                                                              Einschränkung:
Gelenkerkrankungen             1. Bewegungsstörungen der         1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A. Motorisch-funktionelle Behandlung
Vorwiegend Schulter/              Gelenke mit Bewegungs-            bewältigung                           sorgung (Ankleiden / Hygiene)
Ellbogen/ Hand mit                einschränkungen,               2. der Beweglichkeit und Geschick-   -   Verbesserung und Erhalt der         Erst-VO:
prognostisch kurzzeiti-           Instabilität/Deviation, Sub-      lichkeit                              körperlichen Beweglichkeit          bis zu 6x/VO
gem Behandlungsbe-                Luxation                                                            -   Verbesserung der manuellen
darf                                                                                                      Geschicklichkeit                    Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                               2. Muskeldysbalance,                                                   -   Wiederherstellung/Besserung         falls:
z.B.:                             -insuffizienz,                                                          der Belastungsfähigkeit und der     •     bis zu 6 Einheiten
                                   -verkürzung                                                            Ausdauer
-     reaktive Arthritis       3. Schmerzen                                                           -   Erlernen von Kompensations-         Frequenzempfehlung:
      degenerativ/ trauma-                                                                                mechanismen                         •   mind. 2x wöchentlich
      tisch
-     Arthritis psoriatica
-     Arthritis bei Kollage-
      nosen
-     Schultersteife
-     Arthrosen




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                           Seite 5
1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                          1.3 Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen
                                            Indikation                                                                                        Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                      Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                        Ziel der
                                                                                                        Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                     Schädigung /
                                                                                                                                       B. optionales Heilmittel
                                   Funktionsstörung             Fähigkeitsstörungen                                                    C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                        -------------------
                                                                                                                                            Verordnungsmengen je Diagnose

SB5                                                            Einschränkung:
Gelenkerkrankungen /          1.   Bewegungsstörungen der 1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A.   Motorisch-funktionelle Behand-
Störung der Gelenk-                Gelenke mit Bewegungs-          bewältigung                     sorgung (Ankleiden / Hygiene)            lung*
funktion                           einschränkungen, Instabi- 2. der Beweglichkeit und          -   Verbesserung und Erhalt der
                                   lität/Deviation, Subluxati-     Geschicklichkeit                körperlichen Beweglichkeit          C. Thermische Anwendungen
z. B.:                             on                                                          -   Verbesserung der manuellen
-    Arthritis / Arthrose     2.   Muskeldysbalance,                                               Geschicklichkeit                         *ggf. erforderliche ergotherapeutische
-    rheumatoide Arthritis         -insuffizienz, -verkürzung                                  -   Wiederherstellung/Besserung              Schienen sind gesondert zu verordnen
     und Sonderformen         3.   Schmerzen                                                       der Belastungsfähigkeit und der
-    Arthritis psoriatica                                                                          Ausdauer                            Erst-VO:
-    Arthritis bei Kollage-                                                                    -   Erlernen von Kompensations-         •    bis zu 10x/VO
     nosen                                                                                         mechanismen                         Folge-VO:
-    Schultersteife                                                                                                                    •    bis zu 10x/VO
-    Arthrogryposis con-
     genita                                                                                                                            Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                       falls:
                                                                                                                                       •     bis zu 20 Einheiten

                                                                                                                                       Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                       •   mind. 1x wöchentlich

                                                                                                                                       Hinweise:
                                                                                                                                       Sofern verlaufsabhängig ein Wechsel von
                                                                                                                                       SB4 zu SB5 medizinisch begründet ist, ist
                                                                                                                                       die bereits zu SB4 erfolgte Verordnungs-
                                                                                                                                       menge auf die Gesamtverordnungsmenge
                                                                                                                                       der SB5 anzurechnen.
                                                                                                                                       Ein Wechsel von SB5 zu SB4 ist nicht
                                                                                                                                       möglich.




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                      Seite 6
1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                        1.3 Knochen-, Gelenk- und Weichteilerkrankungen
                                         Indikation                                                                                           Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                      Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                         Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
    Diagnosengruppe             Schädigung /
                                                                                                                                        B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                     C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                        -------------------
                                                                                                                                           Verordnungsmengen je Diagnose


SB6                                                        Einschränkung:
Sympathische Reflex-       1. Bewegungsstörungen,          1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A. Motorisch-funktionelle Behandlung*
dystrophie                    Schonhaltung                    bewältigung                           sorgung (Ankleiden / Hygiene)       B. Sensomotorisch-perzeptive Behand-
Sudeck’sches Syndrom       2. lokale Durchblutungs- und    2. der Beweglichkeit und Geschick-   -   Verbesserung der körperlichen          lung*
CRPS (chronisch               Regulationsstörungen            lichkeit                              Beweglichkeit                       C. Thermische Anwendungen
regionales Schmerz-        3. Schmerzen                                                         -   Verbesserung der manuellen
syndrom)                   4. Sensibilitätsstörungen                                                Geschicklichkeit                        *ggf. erforderliche ergotherapeutische
                                                                                                -   Steigerung der Belastungsfähig-         Schienen sind gesondert zu verordnen
-     Stadium II u. III                                                                             keit und der Ausdauer
                                                                                                -   Erlernen von Kompensations-         Erst-VO:
vorwiegend obere Extre-                                                                             mechanismen                         •    bis zu 10x/VO
mität                                                                                                                                   Folge-VO:
                                                                                                                                        •    bis zu 10x/VO

                                                                                                                                        Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                        falls:
                                                                                                                                        •     bis zu 30 Einheiten

                                                                                                                                        Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                        •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                      Seite 7
1. Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems
                                                       1.4 Gefäß-, Muskel- und Bindegewebserkrankungen
                                         Indikation                                                                                          Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                     Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                         Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
    Diagnosengruppe             Schädigung /
                                                                                                                                        B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                     C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                       -------------------
                                                                                                                                          Verordnungsmengen je Diagnose


SB7                                                        Einschränkung:
Erkrankungen mit Ge-       1. Störung von Koordination,    1. der Selbstversorgung / Alltags-   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A1. Motorisch-funktionelle Behand-
fäß-, Muskel- und Bin-        Kraft                           bewältigung                           sorgung (Ankleiden / Hygiene /          lung*
degewebsbeteiligung,       2. Störung der Grob- und        2. der Beweglichkeit / Fortbewe-         Exkretion)                          A2. Sensomotorisch-perzeptive Be-
insbesondere systemi-         Feinmotorik                     gung und Geschicklichkeit         -   Erhalt/Verbesserung der körper-         handlung*
sche Erkrankungen          3. Störung der Körperwahr-                                               lichen Beweglichkeit
                              nehmung                                                           -   Erhalt / Verbesserung der ma-           *ggf. erforderliche ergotherapeutische
z.B.                                                                                                nuellen Geschicklichkeit                Schienen sind gesondert zu verordnen
-      Muskeldystrophie                                                                         -   Erhalt der Belastungsfähigkeit
-      Myotonie                                                                                     und der Ausdauer                    Erst-VO:
-      Myasthenie                                                                               -   Erlernen von Kompensations-         •    bis zu 10x/VO
-      Sklerodermie                                                                                 mechanismen                         Folge-VO:
-      Dermatomyositis                                                                                                                  •    bis zu 10x/VO
-      Lupus erythemato-
       des                                                                                                                              Gesamtverordnungsmenge des Regel-
-      Polymyositis                                                                                                                     falls:
-      Sharp Syndrom                                                                                                                    •     bis zu 30 Einheiten

                                                                                                                                        Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                        •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                     Seite 8
2. Erkrankungen des Nervensystems
                                                                        2.1. ZNS-Schädigungen
                                         Indikation                                                                                            Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                       Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                          Ziel der
                                                                                                          Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                         B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                      C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                         -------------------
                                                                                                                                            Verordnungsmengen je Diagnose

EN1                                                        Einschränkung
ZNS-Erkrankungen      1. der Körperhaltung, Kör-           1. der Beweglichkeit, Geschicklich-   -   Selbständigkeit in der altersent-   A1 Sensomotorisch perzeptive Behand-
und / oder               perbewegung u. Koordina-             keit                                   sprechenden Versorgung (An-            lung*
Entwicklungsstörungen    tion                              2. der Selbstversorgung und All-          kleiden / Hygiene)                  A2 Motorisch-funktionelle Behandlung*
                      2. der Wahrnehmung und                  tagsbewältigung                    -   Verbesserung der körperlichen       A3 Hirnleistungstraining / neuropsycho-
längstens bis zur        Wahrnehmungs-                     3. in der zwischenmenschlichen            Beweglichkeit und der Geschick-        logisch orientierte Behandlung
Vollendung des 18.       verarbeitung                         Interaktion                            lichkeit                            B. Psychisch-funktionelle Behandlung
Lebensjahrs           3. der kognitionsstützenden          4. im Verhalten                       -   Verbesserung der Belastungsfä-      C Thermische Anwendung, nur als Er-
                         und höheren kognitiven                                                      higkeit und der Ausdauer               gänzung zu A1 / A2
z.B.:                    Funktionen,                                                             -   Verbesserung im Verhalten und
- Schädelhirntrauma      wie:                                                                        in zwischenmenschlichen Be-             *ggf. erforderliche ergotherapeutische
- Meningoencephalitis    - Aufmerksamkeit                                                            ziehungen                               Schienen sind gesondert zu verordnen
- zerebrale Blutung      - Konzentration                                                         -   Erlernen von Kompensations-
- zerebraler Tumor       - Ausdauer                                                                  mechanismen                         Erst-VO:
- zerebrale Hypoxie      - psychomotor. Tempo u.                                                                                         •    bis zu 10x/VO
- Cerebralparese            Qualität                                                                                                     Folge-VO:
- genetisch bedingte,    - Handlungsfähigkeit u.                                                                                         bis zu 10x/VO
   peri- / postnatale       Problemlösung einschl.
   Strukturschäden          der Praxie                                                                                                   Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                         falls:
                                                                                                                                         •     bis zu 60 Einheiten

                                                                                                                                         Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                         •   mind. 1x wöchentlich

                                                                                                                                         störungsbildabhängige Zwischendiagnostik
                                                                                                                                         nach 20 Behandlungen erforderlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                       Seite 9
2. Erkrankungen des Nervensystems
                                                                        2.1 ZNS-Schädigungen
                                         Indikation                                                                                            Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                       Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                          Ziel der
                                                                                                          Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                         B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                      C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                         -------------------
                                                                                                                                            Verordnungsmengen je Diagnose


EN2                                                        Einschränkung
ZNS-Erkrankungen           1. der Körperhaltung, Kör-      1. der Beweglichkeit, Geschicklich-   -   Selbständigkeit in der altersent-   A1 Sensomotorisch perzeptive Behand-
                              perbewegung und Koordi-         keit                                   sprechenden Versorgung (An-            lung*
nach Vollendung des           nation                       2. der Selbstversorgung und All-          kleiden / Hygiene)                  A2 Motorisch-funktionelle Behandlung*
18. Lebensjahrs            2. der Wahrnehmung und             tagsbewältigung                    -   Verbesserung der körperlichen       A3 Hirnleistungstraining / neuropsycho-
                              Wahrnehmungsverarbei-        3. in der zwischenmenschlichen            Beweglichkeit und der Geschick-        logisch orientierte Behandlung
                              tung                            Interaktion                            lichkeit                            B Psychisch-funktionelle Behandlung
z.B.:                      3. der geistigen u. psychi-     4. im Verhalten                       -   Verbesserung der Belastungsfä-      C Thermische Anwendung, nur als Ergän-
- Schädelhirntrauma           schen Funktio-                                                         higkeit und der Ausdauer               zung zu A1 / A2
- M. Parkinson                nen/Stimmungen                                                     -   Verbesserung im Verhalten und
- Multiple Sklerose        4. des Gesichtsfeldes in                                                  in zwischenmenschlichen Be-             *ggf. erforderliche ergotherapeutische
- Apoplex, Blutung            Verbindung mit und ohne                                                ziehungen                               Schienen sind gesondert zu verordnen
- zerebraler Tumor            Neglect                                                            -   Erlernen von Kompensations-
- Z. n. zerebraler Hy-     5. der kognitionsstützenden                                               mechanismen                         Erst-VO:
   poxie                      und höheren kognitiven                                                                                     •    bis zu 10x/VO
- Cerebralparese              Funktionen wie:                                                                                            Folge-VO:
                              - Aufmerksamkeit                                                                                           •    bis zu 10x/VO
                              - Konzentration
                              - Ausdauer                                                                                                 Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                              - Psychomotor. Tempo u.                                                                                    falls:
                                 Qualität                                                                                                •     bis zu 40 Einheiten
                              - Handlungsfähigkeit u.
                                 Problemlösung einschl.                                                                                  Frequenzempfehlung:
                                 der Praxie                                                                                              •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                       Seite 10
2. Erkrankungen des Nervensystems
                                                                    2.2 Rückenmarkserkrankungen
                                          Indikation                                                                                         Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                     Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                         Ergotherapie                  A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                 Schädigung /
                                                                                                                                       B. optionales Heilmittel
                               Funktionsstörung                 Fähigkeitsstörungen                                                    C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                       -------------------
                                                                                                                                          Verordnungsmengen je Diagnose


EN3                                                        Einschränkung
Rückenmarks-                1. in der Koordination und     1. der körperlichen Beweglichkeit   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A1 Sensomotorisch-perzeptive Behand-
erkrankungen                   aktiven Körperbewegung         und Geschicklichkeit                 sorgung (Ankleiden / Hygiene)          lung*
                               bei                         2. der Selbstversorgung und All-    -   Verbesserung der körperlichen       A2 Motorisch-funktionelle Behandlung*
z. B.:                        • Paraparese/Paraplegie         tagsbewältigung                      Beweglichkeit u. Geschicklichkeit   B Psychisch. -funktionelle Behandlung
-    Querschnittssyn-         • Tetraparese/Tetraple-      3. in der Kommunikation             -   Erlernen von Kompensationsme-
     drom, komplett / in-         gie                                                              chanismen                               *ggf. erforderliche ergotherapeutische
     komplett               2. der Sensibilität und Kör-                                       -   Wiederherstellung / Verbesse-           Schienen sind gesondert zu verordnen
-    Vorderhornschädi-         perwahrnehmung                                                      rung der Belastungsfähigkeit und
     gungen (z.B. Polio-                                                                           der Ausdauer                        Erst-VO:
     myelitis)                                                                                                                         •    bis zu 10x/VO
-    Amyotrophe Lateral-                                                                                                               Folge-VO:
     sklerose (ALS)                                                                                                                    •    bis zu 10x/VO

                                                                                                                                       Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                       falls:
                                                                                                                                       •     bis zu 40 Einheiten

                                                                                                                                       Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                       •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                     Seite 11
2. Erkrankungen des Nervensystems
                                                                 2.3 Erkrankungen peripherer Nerven
                                         Indikation                                                                                            Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                       Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                          Ziel der
                                                                                                          Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                         B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                      C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                         -------------------
                                                                                                                                            Verordnungsmengen je Diagnose


EN4                                                        Einschränkung                                                                 A1 Sensomotorisch-perzeptive Behand-
periphere Nerven--         1. Störung der Grob- und        1. der körperlichen Beweglichkeit /   -   Selbständigkeit in der Selbstver-      lung*
läsionen                      Feinmotorik, Koordination       Geschicklichkeit                       sorgung (Ankleiden / Hygiene)       A2 Motorisch-funktionelle Behandlung*
                           2. Störungen der Sensibilität   2. der Selbstversorgung und All-      -   Verbesserung der körperlichen
z.B. bei                      und Körperwahrnehmung           tagsbewältigung                        Beweglichkeit u. Geschicklich-          *ggf. erforderliche ergotherapeutische
-    Plexusparese                                                                                    keit                                    Schienen sind gesondert zu verordnen
-    periphere Parese                                                                            -   Erlernen von Kompensations-
-    Polyneuropathie                                                                                 mechanismen                         Erst-VO:
                                                                                                 -   Wiederherstellung / Verbesse-       •    bis zu 10x/VO
                                                                                                     rung der Belastungsfähigkeit        Folge-VO:
                                                                                                     und der Ausdauer                    •    bis zu 10x/VO

                                                                                                                                         Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                         falls:
                                                                                                                                         •     bis zu 20 Einheiten

                                                                                                                                         Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                         •   1-3x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                       Seite 12
3. Psychische Störungen
                                             3.1 Geistige und psychische Störungen im Kindes- u. Jugendalter
                                         Indikation                                                                                          Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                     Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                         Ergotherapie                  A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                  Schädigung /
                                                                                                                                       B. optionales Heilmittel
                                Funktionsstörung                Fähigkeitsstörungen                                                    C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                      -------------------
                                                                                                                                          Verordnungsmengen je Diagnose

PS1                                                        Einschränkung
Entwicklungsstörungen        1. in der Wahrnehmung und     1. der Selbstversorgung und All-     -   Verbesserung des situationsge-     A1 Psychisch-funktionelle Behandlung
                                Wahrnehmungsverarbei-         tagsbewältigung                       rechten Verhaltens                 A2 Hirnleistungstraining / neuropsycho-
z. B.:                          tung                       2. im Verhalten                      -   Verbesserung der                      logisch orientierte Behandlung
-    frühkindlicher Autis-   2. des psychomotorischen      3. in der zwischenmenschlichen           Beziehungsfähigkeit                B Sensomotorisch-perzeptive Behand-
     mus                        Tempos und der Qualität       Interaktion                       -   Selbstständigkeit in der alters-      lung
                             3. der kognitionsstützenden   4. der Beweglichkeit und Geschick-       entsprechenden Selbstversor-
Verhaltens- und emotio-         u. höheren kognitiven         lichkeit                              gung                               Verordnung nur möglich aufgrund einer
nale Störungen mit Be-          Funktionen                                                      -   Verbesserung der Belastungsfä-     Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dia-
ginn in Kindheit und         4. der emotionalen und Wil-                                            higkeit und der Ausdauer           gnostik
Jugend                          lensfunktionen
                                                                                                                                       Erst-VO:
z. B.:                                                                                                                                 •    bis zu 10x/VO
-    Störung des Sozial-                                                                                                               Folge-VO:
     verhaltens                                                                                                                        •    bis zu 10x/VO
-    depressive Störung/
     Angststörung                                                                                                                      Gesamtverordnungsmenge des Regel-
-    Eßstörungen                                                                                                                       falls:
                                                                                                                                       •     40 Einheiten

                                                                                                                                       Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                       •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                    Seite 13
3. Psychische Störungen
                                                 3.2 Neurotische, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
                                         Indikation                                                                                      Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                 Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                     Ziel der
                                                                                                     Ergotherapie                  A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                   B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                  -------------------
                                                                                                                                      Verordnungsmengen je Diagnose


PS2                                                        Einschränkung:
Neurotische-, Be-          1. Der emotionalen und          1. im Verhalten                  -   Verbesserung des situationsge-     A Psychisch-funktionelle Behandlung
lastungs- und somato-         Willensfunktionen            2. in der zwischenmenschlichen       rechten Verhaltens, auch der
forme Störungen            2. Der Anpassungs- und             Interaktion                       sozio-emotionalen Kompetenzen      Verordnung nur möglich aufgrund einer
z. B.:                        Verhaltensmuster             3. in der Selbstversorgung und       und Interaktionsfähigkeit          psychiatrischen Eingangsdiagnostik
-    Angststörung                                             Alltagsbewältigung            -   Verbesserung der
                                                                                                Tagesstrukturierung                Erst-VO:
Verhaltensauffälligkei-                                                                     -   Verbesserung der                   •    bis zu 10x/VO
ten mit körperlichen                                                                            Beziehungsfähigkeit                Folge-VO:
Störungen oder Fakto-                                                                       -   Selbstständigkeit in der Selbst-   •    bis zu 10x/VO
ren                                                                                             versorgung
z. B.:                                                                                      -   Verbesserung der Belastungsfä-     Gesamtverordnungsmenge des Regel-
-    Eßstörung                                                                                  higkeit und der Ausdauer           falls:
                                                                                            -   Verbesserung der                   •     bis zu 40 Einheiten
Persönlichkeits-und                                                                             Tagesstrukturierung
Verhaltensstörungen                                                                                                                Frequenzempfehlung:
z. B.:                                                                                                                             •   mind. 1x wöchentlich
-    Borderline-Störung




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                Seite 14
3. Psychische Störungen
                                      3.3 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen, affektive Störungen
                                        Indikation                                                                                           Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                     Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                         Ergotherapie                  A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                 Schädigung /
                                                                                                                                       B. optionales Heilmittel
                               Funktionsstörung                 Fähigkeitsstörungen                                                    C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                      -------------------
                                                                                                                                          Verordnungsmengen je Diagnose


PS3                                                        Einschränkung:
Schizophrenie, schizo-     -   des Denkens/der Denk-       1. im Verhalten                      -   Verbesserung des situationsge-     A. Psychisch-funktionelle Behandlung
type und wahnhafte             inhalte                     2. in der zwischenmenschlichen           rechten Verhaltens, auch der       B. Hirnleistungstraining / neuropsycho-
Störungen                  -   der Wahrnehmung und            Interaktion                           sozio-emotionalen Kompetenzen         logisch orientierte Behandlung
z. B.:                         Wahrnehmungsverarbei-       3. der Selbstversorgung und All-         und Interaktionsfähigkeit
-    postschizophrene          tung                           tagsbewältigung                   -   Selbstständigkeit in der Selbst-   Verordnung nur möglich aufgrund einer
     Depression            -   der emotionalen und         4. der Beweglichkeit und Geschick-       versorgung                         psychiatrischen Eingangsdiagnostik
                               Willensfunktionen              lichkeit                          -   Verbesserung der
affektive Störungen        -   der Verhaltensmuster                                                 Beziehungsfähigkeit                Erst-VO:
z. B.:                     -   der kognitionsstützenden                                         -   Verbesserung der                   •    bis zu 10x/VO
-    depressive Episode        und höheren kognitiven                                               Tagesstrukturierung                Folge-VO:
                               Funktion                                                         -   Verbesserung der Belastungsfä-     •    bis zu 10x/VO
                                                                                                    higkeit und der Ausdauer
                                                                                                                                       Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                       falls:
                                                                                                                                       •     bis zu 40 Einheiten

                                                                                                                                       Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                       •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                    Seite 15
3. Psychische Störungen
                                         3.4 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
                                         Indikation                                                                                       Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                  Regelfall
                                                                  Leitsymptomatik:                     Ziel der
                                                                                                     Ergotherapie                   A. vorrangiges Heilmittel
 Diagnosengruppe                Schädigung /
                                                                                                                                    B. optionales Heilmittel
                              Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                 C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                   -------------------
                                                                                                                                       Verordnungsmengen je Diagnose


PS4                                                        Einschränkung
Psychische und Verhal-     1. des Antriebs und des         1. in der Selbstversorgung und   -   Selbständigkeit in der Selbstver-   A1 Psychisch-funktionelle Behandlung
tensstörungen durch           Willens                         Alltagsbewältigung                sorgung                                (in der Regel Behandlung in Gruppen)
psychotrope Substan-       2. der Verhaltensmuster         2. im Verhalten                  -   Verbesserung des situationsge-      A2 Hirnleistungstraining / neuropsycho-
zen                        3. der Merkfähigkeit und des                                         rechten Verhaltens                     logisch orientierte Behandlung
                              Kurzzeitgedächtnisses                                         -   Verbesserung der
z. B.:                     4. im Realitätsbewußtsein                                            Tagesstrukturierung                 Verordnung nur möglich aufgrund einer
-    Abhängigkeitssyn-        und in der Selbsteinschät-                                    -   Verbesserung der                    psychiatrischen Eingangsdiagnostik
     drom                     zung                                                              Beziehungsfähigkeit
                                                                                            -   Verbesserung der Belastungsfä-      Erst-VO:
                                                                                                higkeit und der Ausdauer            •    bis zu 10x/VO
                                                                                                                                    Folge-VO:
                                                                                                                                    •    bis zu 10x/VO

                                                                                                                                    Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                    falls:
                                                                                                                                    •    bis zu 40 Einheiten

                                                                                                                                    Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                    •   mind. 1x wöchentlich




Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                 Seite 16
3. Psychische Störungen
                                              3.5 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
                                             Indikation                                                                                        Heilmittelverordnung im
                                                                                                                                                       Regelfall
                                                                      Leitsymptomatik:                         Ziel der
                                                                                                             Ergotherapie                A. vorrangiges Heilmittel
    Diagnosengruppe                 Schädigung /
                                                                                                                                         B. optionales Heilmittel
                                  Funktionsstörung                  Fähigkeitsstörungen                                                  C. ergänzendes Heilmittel
                                                                                                                                                        -------------------
                                                                                                                                            Verordnungsmengen je Diagnose


PS5                                                            Einschränkung:
Dementielle Syndrome           1. der Merkfähigkeit und des    1. im Verhalten                      -   Erhalt und Verbesserung der      A1 Hirnleistungstraining / neuropsycho-
                                  Kurzzeitgedächtnisses        2. in der Selbstversorgung               Selbstversorgung                    logisch orientierte Behandlung
z. B.:                         2. der Orientierung zu Raum,    3. in der zwischenmenschlichen       -   Erhalt und Verbesserung kogni-   A2 Psychisch-funktionelle Behandlung
-    Morbus Alzheimer,            Zeit und Personen               Interaktion                           tiver Funktionen
     insbesondere im Sta-      3. der psychomotorischen        4. der kognitiven Fähigkeiten        -   Erhalt und Verbesserung der      Verordnung nur möglich aufgrund einer
     dium der leichten            Funktionen                   5. der Beweglichkeit und Geschick-       Orientierung zu Raum, Zeit und   psychiatrischen Eingangsdiagnostik
     Demenz (CDR 0,5                                              lichkeit                              Personen
     und 1,0)                                                                                                                            Erst-VO:
                                                                                                                                         •    bis zu 10x/VO
                                                                                                                                         Folge-VO:
                                                                                                                                         •    bis zu 10x/VO

                                                                                                                                         Gesamtverordnungsmenge des Regel-
                                                                                                                                         falls:
                                                                                                                                         •     bis zu 40 Einheiten

                                                                                                                                         Frequenzempfehlung:
                                                                                                                                         •   mind. 1x wöchentlich




    Heilmittel-Richtlinien, Zweiter Teil, III. Maßnahmen der Ergotherapie – Stand 16.03.2004                                                                                  Seite 17
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