HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM JUNI 2019

Pressemitteilung vom 2. Mai 2019


HIGHLIGHTS IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM JUNI 2019


Sonntag, 2. Juni 2019, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Premiere / Frankfurter Erstaufführung
KRÓL ROGER (KÖNIG ROGER)
Oper in drei Akten von Karol Szymanowski
In polnischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sylvain Cambreling; Regie: Johannes Erath
Mitwirkende: Łukasz Goliński (König Roger), Sydney Mancasola (Roxana), Gerard Schneider (Der Hirte),
AJ Glueckert (Edrisi), Alfred Reiter (Der Erzbischof), Judita Nagyová (Die Diakonissin)
Weitere Vorstellungen: 6., 9. (18.00 Uhr), 15., 19., 22., 27., 29. Juni 2019
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Der polnische Komponist Karol Szymanowski (1882-1937) legte mit Król Roger (König Roger)
seine zweite Oper vor, die am 19. Juni 1926 im Teatr Wielki in Warschau uraufgeführt wurde. Trotz
seiner höchst individuellen Klangsprache verbreitete sich das Werk auch im Ausland relativ zügig.
Das Libretto entstand in Zusammenarbeit des Komponisten mit seinem Vetter, dem Dichter Jarosław
Iwaszkiewicz, und machte den aus einem normannischen Adelsgeschlecht hervorgegangenen König
Roger II., der im 12. Jahrhundert auf Sizilien herrschte, zu seinem Protagonisten. Das Werk, das u.a.
Euripides‘ Bakchen zu seinen literarischen Vorlagen zählt, zeigt einen Helden im Zwiespalt zwischen
der strengen christlichen Kirche und einer den Genüssen des Lebens zugewandten Lebensart.
Letztere entspricht der Sicht auf die mediterrane Welt, der Szymanowskis stete Aufmerksamkeit galt.
Das Interesse an dem Werk ist niemals völlig versiegt, und gleichwohl handelt es sich bei dieser
Neuproduktion um eine Frankfurter Erstaufführung.
Ein junger Hirte, Anhänger des Gottes Dionysos, sorgt für Verwirrung am Hofe König Rogers.
Schon bald sieht sich der Herrscher in einen Konflikt zwischen dem Festhalten am christlichen
Glauben und der Hingabe an die Lebenslust hineingezogen. Der Widerstand des Erzbischofs wird
überwunden, und das Volk beginnt mitsamt seiner Königin Roxana, Rogers Ehefrau, dem Kult um
den verführerischen Jüngling anzuhängen. Die Gefühle brechen sich in einem wilden Tanz Bahn.
Schließlich will auch Roger selbst, bestätigt von seinem arabischen Berater Edrisi, dem Hirten
folgen. Während aus der Ferne die Stimmen der Königin und des Volkes dem neuen Kult huldigen,
begrüßt Roger mit einer Hymne die aufgehende Sonne.
Als musikalischer Leiter dieser Neuproduktion kehrt Sylvain Cambreling zurück an die Oper
Frankfurt, der er von 1993 bis 1997 als Generalmusikdirektor und Künstlerischer Intendant
vorstand. Davor wirkte der Franzose von 1981 bis 1991 als Generalmusikdirektor des Théâtre
Royal de La Monnaie in Brüssel und war nach seiner Zeit in Frankfurt von 1999 bis 2011
Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Ab 2012 bekleidete er den
Posten des Generalmusikdirektors der Staatsoper Stuttgart und wechselte zur Spielzeit 2018/19 in
Nachfolge des verstorbenen Jeffrey Tate als Chefdirigent zu den Symphonikern Hamburg.
Regisseur Johannes Erath gastiert regelmäßig an der Oper Frankfurt, so zuletzt 2017/18 für die
Uraufführung von Arnulf Herrmanns Der Mieter. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehören u.a.
Goldschmidts Beatrice Cenci bei den Bregenzer Festspielen 2018 und die Uraufführung von Micha
Hamels Caruso in Cuba an De Nationale Opera Amsterdam. Der polnische Bassbariton Łukasz
Goliński sang die Titelpartie von Szymanowskis Oper bereits am Teatr Wielki in Warschau und an
der Königlichen Oper Stockholm sowie kürzlich an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in
Rom unter Antonio Pappano. Zuvor coverte er die Partie auch am Royal Opera House Covent
Garden in London. Angeführt von Sydney Mancasola (Roxana) und Gerard Schneider (Der
Hirte) sind alle übrigen Partien mit Mitgliedern des Ensembles besetzt.
                                                 1
Samstag, 15. Juni 2019, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot
Premiere / Frankfurter Erstaufführung
THE MEDIUM
Tragödie in zwei Akten von Gian Carlo Menotti
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Nikolai Petersen; Regie: Hans Walter Richter
Mitwirkende: Meredith Arwady (Madame Flora), Louise Alder (Monica), Barbara Zechmeister (Mrs. Gobineau),
Dietrich Volle (Mr. Gobineau), Kelsey Lauritano (Mrs. Nolan), Marek Löcker (Toby)
SATYRICON
Oper in einem Akt von Bruno Maderna
Mehrsprachig mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Simone Di Felice; Regie: Nelly Danker
Mitwirkende: Peter Marsh (Trimalchio), Susanne Gritschneder (Fortunata), Theo Lebow (Habinnas),
Ambur Braid (Scintilla), Karen Vuong (Criside), Mikołaj Trąbka (Eumolpus)
Weitere Vorstellungen: 17., 20., 22., 24., 27., 29. Juni 2019
Alle diese Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr
Preise: € 20 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Zwei musikalisch und inhaltlich verschiedenartige Kurzopern im Rahmen einer abendfüllenden
Produktion miteinander zu kombinieren, gehört an der Oper Frankfurt fast schon zur Tradition.
The Medium von Gian Carlo Menotti (1911-2007) konnte nach der Uraufführung am 8. Mai 1946 an der
Columbia University in New York nicht zuletzt wegen der Fürsprache Arturo Toscaninis in leicht
überarbeiteter Fassung einen wahren Triumph am Broadway feiern, wo das Werk ein halbes Jahr lang
vor ausverkauftem Haus gezeigt wurde. Menotti, dessen Kompositionen oft als oberflächlich und banal
gescholten werden, gelang damit der internationale Durchbruch. Musikalische Anleihen bei Mussorgski,
Puccini und auch Debussy sind unüberhörbar. Die von Menotti selbst verantwortete Verfilmung der Oper
wurde 1952 in Cannes ausgezeichnet. Dem Einakter Satyricon von Bruno Maderna (1920-1973) liegt
ein Romanfragment des römischen Senators Petronius aus der Zeit 60 n. Chr. zugrunde, das auch
Federico Fellini 1969 als Vorlage für seinen gleichnamigen Film wählte. Der italienische
Avantgardekomponist Maderna verhehlte in seinem vorletzten Werk nicht, dass er sich aus dem großen
Fundus der Musikgeschichte bedient hatte und erhob dies geradezu zum Konzept. So erklingt Vertrautes
von Gluck über Verdi, Wagner, Bizet und Puccini bis hin zu Richard Strauss und Kurt Weill, um nur die
prominentesten Namen zu nennen. Gleichzeitig ist sein musikalisches Verfahren aber auch als Kritik an
der stagnierenden Entwicklung Neuer Musik zu verstehen. Das experimentelle Werk besteht aus 16
Nummern und fünf elektronischen Einspielungen, die in der Abfolge variabel miteinander kombiniert
werden sollen. Erst die Produktionen, die der Uraufführung am 16. März 1973 im Circustheater in
Scheveningen folgten, wurden dem gesellschaftskritischen Charakter des Werkes gerecht.
In The Medium zieht Madame Flora ihren Klienten im Rahmen von Séancen das Geld aus der Tasche.
Dabei sind ihre naive Tochter Monica und der stumme Waisenjunge Toby behilflich. Als Madame Flora
jedoch selbst mit einer Geistererscheinung konfrontiert zu werden scheint, kommt es zur Katastrophe,
an deren Ende Toby sein Leben lassen muss. In Satyricon laden der römische Emporkömmling
Trimalchio und seine Frau Fortunata zum Abendessen ein, in dessen Verlauf alle Spielarten extremer
Dekadenz durchlebt werden und der Hausherr sogar seine eigene Beerdigung inszeniert.
Die musikalische Leitung der beiden Kammeropern liegt bei den Frankfurter Kapellmeistern
Nikolai Petersen (The Medium) und Simone Di Felice (Satyricon). Während zu den jüngsten
Frankfurter Dirigaten des zuerst Genannten sowohl Werke Mozarts als auch Peter Eötvös’ Tri
sestry gehören, hat sich Simone Di Felice in den letzten Jahren zu einem regelrechten Barock-
Experten entwickelt und kann nun eine völlig andere Facette seines Könnens zeigen. Es
inszenieren Hans Walter Richter (The Medium), der seit 2008 als Regieassistent an der Oper
Frankfurt tätig ist und zuletzt große Aufmerksamkeit mit seiner Lesart von Puccinis Madama
Butterfly am Theater Münster erhielt, sowie die deutsch-japanische Regisseurin Nelly Danker
(Satyricon), zu deren Arbeiten u.a. Frank Schwemmers Robin Hood am Staatstheater Karlsruhe,
Mozarts Die Zauberflöte in Osaka (Japan) und zuletzt mehrere Musiktheater-Formate an der
Philharmonie Luxembourg zählen. Die einzigen beiden Gastsängerinnen auf der Besetzungsliste
sind die amerikanische Altistin Meredith Arwady (Madame Flora in The Medium) und die
Münchner Mezzosopranistin Susanne Gritschneder (Fortunata in Satyricon). Angeführt von
Louise Alder (Monica in The Medium) und Peter Marsh (Trimalchio in Satyricon) sind fast alle übrigen
Partien mit Mitgliedern des Ensembles sowie des Opernstudios der Oper Frankfurt besetzt.
                                                    2
Freitag, 7. Juni 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme
NORMA
Tragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo Bellini
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Giacomo Sagripanti; Inszenierung: Christof Loy
Mitwirkende: Elza van den Heever (Norma), Stefano La Colla (Pollione), Dshamilja Kaiser (Adalgisa),
James Creswell (Oroveso), Julia Moorman (Clotilde), Matthew Swensen (Flavio)
Weitere Vorstellungen: 17., 20., 23. (18.00 Uhr), 28. Juni 2019
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Nachdem die Übernahme einer Koproduktion der Norma von Vincenzo Bellini (1801-1835) mit
Den Norske Opera & Ballet in Oslo aus künstlerischen Gründen nicht zustande kam, sprang der
renommierte Regisseur Christof Loy kurzfristig ein, um seine Sicht auf das Meisterwerk in
Frankfurt zu realisieren. Wenngleich er sich schon lange Gedanken zu dieser Oper gemacht hatte,
kam es bisher nie zu einer Umsetzung. Dann aber war die Begeisterung bei Publikum und Presse
groß. So urteilte etwa die Radiokritikerin von SWR2 nach der Premiere am 10. Juni 2018: „Solche
tragischen Zwischentöne zu erzählen, ist typisch für den Bühnenpsychologen Christof Loy. Er hat
Bellinis pompösen ‚Gallier gegen Römer‘-Stoff auf seinen Kern reduziert – und bietet in Frankfurt
zeitlos-packende Kammerspiele statt archaische Druidenkult- und Römer-Helm-Klischees.“ Ganz
sicherlich war der Erfolg auch der Besetzung der Titelpartie mit dem ehemaligen Frankfurter
Ensemblemitglied Elza van den Heever geschuldet, auf die Loy sein Konzept zugeschnitten hatte.
„Die rückhaltlose Art, mit der sich die südafrikanische Sopranistin Elza van den Heever auf die
ambivalente Rolle der gallischen Druidenpriesterin einlässt, versetzt das Publikum in Ekstase. (…)
Mit dieser packenden Interpretation reiht sich ihre Norma würdevoll ein in die Galerie der
überragenden Darstellerinnen dieser gefürchteten Rolle von Maria Callas bis Edita Gruberová.
Beinahe demütig wird man Zeuge, wie auf der Frankfurter Bühne eine Sängerin in ihrer
Menschendarstellung über sich selbst hinauswächst und das scharf umrissene Porträt einer
nervlich zerrütteten Frau zeichnet, die nicht nur im Widerstand gegen die feindlichen Besatzer zu
unterliegen droht, sondern auch den weit größeren Kampf gegen ihr aufgewühltes Seelenleben zu
verlieren scheint.“ Diese wahre Hymne war in der Frankfurter Neuen Presse zu lesen. Deshalb ist
es äußerst erfreulich, dass nicht nur der premierenbewährte Tenor Stefano La Colla als Pollione,
sondern auch Elza van den Heever in der Titelpartie für die erste Wiederaufnahme der Produktion
aus der Spielzeit 2017/18 nach Frankfurt zurückkehren.
Im von Rom besetzten Gallien unterhält die Druidenpriesterin Norma eine geheime
Liebesbeziehung zum feindlichen Prokonsul Pollione, dem Vater ihrer beiden Kinder. Als sich der
Soldat jedoch in die junge Priesterin Adalgisa verliebt, ist Norma am Boden zerstört. Der Versuch
ihrer schuldlosen Rivalin, die beiden Kontrahenten zu versöhnen, misslingt. Norma schwört Rache
und ruft ihr Volk zum Kampf gegen die Römer auf. Dem inzwischen gefangengenommenen
Pollione droht der Tod. Norma erklärt, dass eine Priesterin ihren Eid gebrochen habe und
zusammen mit dem Römer sterben soll. Nach einigem Zögern gibt sie sich selbst als die Frevlerin
zu erkennen. Gemeinsam mit Pollione, dessen Liebe zu ihr neu erwacht ist, besteigt sie den
Scheiterhaufen.
Die musikalische Leitung der Wiederaufnahme übernimmt der italienische Dirigent Giacomo
Sagripanti, der sich an der Oper Frankfurt 2015/16 mit der Wiederaufnahme von Rossinis Die
diebische Elster vorstellte. Regelmäßig gastiert er u.a. an der Deutschen Oper Berlin und der
Opéra National de Paris sowie den Staatsopern von München und Wien. Norma dirigierte er
bereits 2016/17 am Aalto Theater in Essen und wird mit diesem Werk auch bald an der Staatsoper
Stuttgart gastieren. Die deutsche Mezzosopranistin Dshamilja Kaiser (Adalgisa) zählt seit
2009/10 zum Ensemble der Oper Graz, wo sie – neben den Opernhäusern von Riga und Oslo –
diese Partie bereits verkörperte. Der amerikanische Bass James Creswell (Oroveso) sprang in
Frankfurt 2006/07 als Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte ein und kehrte in der Saison darauf als
Rocco in Beethovens Fidelio zurück. Aktuelle Engagements nimmt er an den Opernhäusern von
Madrid, Amsterdam und San Francisco sowie auch an der New Yorker Metropolitan Opera wahr.
Die Sopranistin Julia Moorman (Clotilde) und der Tenor Matthew Swensen (Flavio) stammen
beide aus den USA und sind Mitglieder des Opernstudios bzw. des Ensembles der Oper Frankfurt.



                                                3
Sonntag, 16. Juni 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Zweite und letzte Wiederaufnahme
LA DAMNATION DE FAUST (FAUSTS VERDAMMNIS)
Légende-dramatique in vier Teilen von Hector Berlioz und Almire Gandonnière
In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Roland Böer; Regie: Harry Kupfer
Mitwirkende: Giorgio Berrugi (Faust), Kihwan Sim (Méphistophélès),
Brandon Cedel (Brander), Cecelia Hall (Marguerite) u.a.
Weitere Vorstellungen: 21. (Oper für Familien; pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets
für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 26., 30.
(15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren) Juni 2019
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Fausts Verdammnis von Hector Berlioz (1803-1869) in der Inszenierung von Regie-Altmeister Harry
Kupfer war die letzte Neuproduktion im Opernhaus der Spielzeit 2009/10. Ein Volltreffer, da waren
sich Publikum und Presse einig. So konnte man in der FAZ lesen: „Die Aufführung wirkt (…) ungemein
theatralisch lebendig, spannungsvoll, bildkräftig und farbenreich.“ Der Kritiker der Frankfurter
Rundschau attestierte: „Harry Kupfer als kluger, sprudelnder, trickreicher Bühnenerzähler.“ Und der
Radioberichterstatter des SWR2 schloss seine Rezension folgendermaßen: „Das war unterm Strich
Musiktheater voller Saft und Kraft, mit opulentem Bühnenbild, spektakulären Effekten und klarer,
stimmiger Symbolik. Altmeister Harry Kupfer mit seinen nun fast 75 Jahren [im Jahre 2010, Anm. d.
Red.] präsentiert sich in beeindruckender Weise auf der Höhe seiner Regie-Kunst.“
Die Handlung folgt bis auf den Schluss der literarischen Vorlage Goethes: Faust ist des Lebens
überdrüssig und sehnt sich nach innerem Frieden. Méphistophélès verspricht ihm ewige Jugend
und die Erfüllung all seiner Wünsche, zudem weckt er Fausts Verlangen nach Marguerite. Die
junge Frau träumte kürzlich von einem Geliebten. Wieder glaubt sie zu träumen, als Faust
erscheint und sie sich ihm hingibt. Als er von den Nachbarn entdeckt wird, ergreift er die Flucht.
Méphistophélès hat den Tod von Marguerites Mutter verschuldet, sie selbst soll dafür mit dem
Tode büßen. Faust fleht Méphistophélès an, das Mädchen zu retten. Umsonst – die beiden
Männer fahren zur Hölle, Marguerites Musik aber spricht nicht von Verdammung…
Die musikalische Leitung dieser zweiten und letzten Wiederaufnahme hat mit Roland Böer kein
Unbekannter an der Oper Frankfurt inne. Ihr war er anfangs als Solorepetitor und von 2002 bis 2008 als
Kapellmeister verbunden. Roland Böer ist seit 2009 musikalischer Leiter und seit 2015 auch
Künstlerischer Direktor des Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano. Ab der Spielzeit 2018/19
wird er für drei Jahre Erster Gastdirigent des Mikhailovsky-Theaters in Sankt Petersburg sein. Auch die
übrige Besetzungsliste verzeichnet neue Namen: Der italienische Tenor Giorgio Berrugi gibt sein
Hausdebüt als Faust. Von 2010 bis 2013 war er Ensemblemitglied an der Dresdner Semperoper. Seither
ist er freiberuflich tätig, und zu seinen aktuellen Verpflichtungen gehören Alfred in Strauß’ Die
Fledermaus an der Mailänder Scala, Cavaradossi in Puccinis Tosca in Rom, Rodolfo in Puccinis La
Bohème in Neapel und Alfredo in Verdis La Traviata in Chicago. Alle weiteren Künstler*innen gehören
zum festen Sängerstamm der Oper Frankfurt: Der südkoreanische Bassbariton Kihwan Sim
(Méphistophélès) zählt seit 2012/13 zum Frankfurter Ensemble. Hier war er kürzlich erneut als Escamillo
in Bizets Carmen zu erleben und gastierte zuvor als Masetto in Mozarts Don Giovanni an der New
Yorker Metropolitan Opera – dies übrigens im Wechsel mit Brandon Cedel (Brander). Zu den Plänen
des US-amerikanischen Bassbaritons gehören u.a. Argante in Händels Rinaldo beim Glyndebourne
Festival und Basilio in Rossinis Il barbiere di Siviglia in Toronto. Wie Brandon Cedel gehört auch seine
Landsfrau, die Mezzosopranistin Cecelia Hall (Marguerite), seit 2016/17 zum Frankfurter Ensemble. Sie
war hier zuletzt u.a. als Humperdincks Hänsel und Mozarts Cherubino zu erleben.


Dienstag, 18. Juni 2019, um 20.00 Uhr im Opernhaus
Liederabend
MICHAEL SPYRES, Tenor
MATHIEU PORDOY, Klavier
Lieder von Joseph Haydn, Hector Berlioz, Gioachino Rossini, Franz Liszt, Peter I. Tschaikowski,
Friedrich Nietzsche, Charles Ives, Benjamin Britten u.a.
Mit freundlicher Unterstützung der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt / Offenbach
Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
                                                   4
Als Vasco da Gama (L'Africaine) hat er bei seinem Debüt an der Oper Frankfurt im Februar 2018
nicht nur ferne Welten erobert, sondern auch die Herzen des Publikums: Der amerikanische Tenor
ist einer der Wenigen, die die schwierige Partie bewältigen. Von der New Yorker Met, der Wiener
Staatsoper, der Opéra National de Paris und dem Royal Opera House Covent Garden in London
bis zu den Münchner Opernfestspielen – Michael Spyres ist auf den großen Bühnen der Welt zu
Hause. In seinem Liederabend beweist er Neugierde auf das nicht ganz so Bekannte. Unter dem
Stichwort „Foreign Affairs“ versammelt er Liedkompositionen auf Englisch, Deutsch, Französisch,
Italienisch und Russisch, in denen ein Text, eine Figur oder ein Sujet Länder- und Sprachgrenzen
hinter sich gelassen hat. Ein englisches Volkslied von Haydn gehört ebenso dazu wie Berlioz’
französische Version von Goethes „Fischer“. Mit Rossini besingt er Romeo, mit Tschaikowski Don
Juan und mit Verdi den Exilanten. Auch das Musical ist vertreten mit dem Song „All the Things You
Are“ von Jerome Kern und bietet dem Ausnahmetenor eine willkommene Gelegenheit, seine
Vielseitigkeit auch im Liedgesang unter Beweis zu stellen.


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter
www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.



Hiermit wird um Veröffentlichung dieser Termine gebeten.
Zur Absprache der Vorberichterstattung, Bestellung von Fotomaterial und Reservierung von
Pressekarten ist Holger Engelhardt (Leitung Pressereferat) unter der Telefonnummer 069 - 212 46 727
erreichbar. Seine Faxnummer lautet 069 - 212 37 164, oder senden Sie eine E-Mail an
holger.engelhardt@buehnen-frankfurt.de.




                                                 5
Sie können auch lesen
Nächster Teil ... Stornieren