Programmheft - Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

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Weltkino MANNHEIM: TREFFPUNKT STADTHAUS N1 Kino im Stadthaus I und II Kino Atlantis K2, 32 HEIDELBERG: TREFFPUNKT MESSPLATZ Kino I und II Programmheft Baden-Württemberg 67. > 15. – 25. November 2018 Neuer Spielort in Heidelberg! >

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67. 2 Aktuelle Infos unter www.iffmh.de Kinderfilme Abenteuer Rom Italien, Schweiz S. 43 Armstrong Deutschland S. 41 Der beste Freund Tschechien S. 41 Der dritte Wunsch Tschechien, Slowakei S. 42 Die kleinen Hexenjäger Serbien, Mazedonien S. 42 Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne Dänemark S. 41 Fünf Rupien Indien S. 43 Heldenschritte Kolumbien S. 42 Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer Deutschland S. 41 Power to the Children – Kinder an die Macht Deutschland S. 42 Herzlich Willkommen S. 3 Jury und Festivalfinale S. 4 DIE FILME S. 5 ff.

Ein Festival mit Geschichte S. 10 Filmfestivals heute S. 16 Filmland Finnland S. 22 Kanada – Das andere Nordamerika S. 30 Internationalität S. 34 Die Kinderfilme S. 41 Der Spielplan S. 44 Wie komme ich dorthin? Was kostet es? S. 47 Neuer Spielort in Heidelberg S. 48 Inhalt Alle Filme in Originalfassung mit deutschen und englischen Untertiteln (im Atlantis nur engl. UT) Das Team Dr. Michael Kötz Festivaldirektor / Künstlerische & Kaufm. Leitung Daniela Kötz Leitung Gesamtprogramm Katrin Wild Büroleitung & Direktionsassistenz Klaus-Matthias Wichmann Technische Organisationsleitung, Controlling & IT Adriana Alder Leitung Interior Design & Catering Teresa Kloos, Felix Neunzerling Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Julek Kedzierski Leitung Mannheim Meeting Place Rieke Bubert, Anna Bell Programmassistenz Dr. Josef Schnelle Redakteur Programmheft Klaus Gronenborn Redakteur Katalog Mona Merkel Redaktionsassistenz David Ehrlich Gästeservice Miroslav Babic Organisationsassistenz Luke Walter Organisationsassistenz / IT Paulina Sonntag Personal Katharina Scholl Assistenz Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Evelyn Gutfleisch Buchhaltung Sabine Rieder Grafisches Design des Festivals Bernd Rohs Grafik (Katalog) Sebastian Weindel Fotografie Ralf Herrmann Filmclips & Bearbeitungen Filmprojektion Mondt Projektionstechnik Filmauswahl Dr. Michael Kötz Stefan Uhrik Hana Cielova Daniela Kötz Dr. Josef Schnelle Rüdiger Suchsland Rolf-Rüdiger Hamacher (Kinderfilme) Moderation Julia Teichmann Dr. Josef Schnelle Rüdiger Suchsland Stefan Uhrik Praktika Teodora Badicu, Viktoria Becker, Sophie Stolberg und viele weitere MitarbeiterInnen während des Festivals DAS TEAM DES Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg PROGRAMMHEFT Impressum Herausgeber: Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg Collini-Center, Galerie . 68161 Mannheim Telefon 0621 – 10 29 43 . Fax 0621 – 29 15 64 info@iffmh.de . www.iffmh.de Redaktion & Texte Dr. Josef Schnelle, Dr. Michael Kötz (Red.) Grafische Gestaltung Sabine Rieder / d-SigN Mannheim Redaktionsmanagement Mona Merkel Korrekturen & Mitarbeit Daniela Kötz, Katrin Wild, Rieke Bubert, Anna Bell, Teresa Kloos Druck pva. Druck- und Mediendienstleistungen, Landau Auflage 150.000 Exemplare Die Filme 2 HOURS FROM PARIS Frankreich Seite 25 7 WEEKS Chile Seite 9 A POLAR YEAR Frankreich Seite 25 ADAM UND EVELYN Deutschland Seite 13 ALL THESE SMALL MOMENTS USA Seite 39 AMATEURS Schweden Seite 38 AND BREATHE NORMALLY Island Seite 28 APRIL IN AUTUMN Kanada Seite 31 BLOOD AND THE MOON Jemen / Italien Seite 29 BROTHERS Türkei Seite 39 COMMANDER ARIAN Spanien Seite 38 COWBOY CAMEMBERT Frankreich Seite 27 DEAD PIGS China Seite 12 EASTERN MEMORIES Finnland Seite 23 EAST OF SWEDEN Finnland Seite 24 FENSTER BLAU Deutschland Seite 15 FINLAND’S FINEST – SHORT FILMS FROM FINLAND Finnland Seite 24 FIRE LILY Estland Seite 21 GIANTS AND THE MORNING AFTER Schweden Seite 37 GOLIATH96 Deutschland Seite 15 JIRGA Australien Seite 7 JULIA AND THE FOX Argentinien Seite 6 MY NORTH IS THE SOUTH Chile Seite 12 ORANGE DAYS Iran Seite 27 PARA´I Brasilien Seite 8 PURE LAND China Seite 13 RESIN Italien Seite 29 ROADS IN FEBRUARY Kanada Seite 33 ROCKABUL Afghanistan Seite 7 SOCRATES & OUR BRAZIL Brasilien Seite 9 SULEIMAN MOUNTAIN Russland Seite 35 SUMMER CHILDREN Island Seite 28 TAKE IT OR LEAVE IT Estland Seite 21 TAZZEKA Frankreich Seite 5 THE COMET Norwegen Seite 35 THE DISTANT BARKING OF DOGS Dänemark Seite 19 THE FIREFLIES ARE GONE Kanada Seite 31 THE QUEEN OF FEAR Argentinien Seite 6 THE RETURN Mazedonien Seite 33 THE TRIAL: THE STATE OF RUSSIA VS OLEG SENTSOV Russland Seite 37 THE VIOLIN PLAYER Finnland Seite 23 VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE ... Deutschland Seite 19 WE ARE THE OTHERS Kanada Seite 32 WE HAVE FOREVER Kanada Seite 32 WHEN ARABS DANCED Belgien Seite 8

Programmheft - Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

67. 3 Ich begrüße aber auch all jene, denen es gar nicht so wichtig ist, wer Regie führt bei diesem Filmfestival, Hauptsache, das Programm stimmt. Dafür haben wir erneut weltweit recherchiert und uns intensiv umgesehen für Sie unter den neuen Werken von DebütantInnen auf der ganzen Welt. Wenn Sie durch dieses Heft blättern, können Sie die Länder zählen, in die Sie reisen dürfen. Wo immer es hingeht, Sie werden keinen Film finden, den es sich nicht lohnen würde, anzuschauen – und zwar intensiv und wahrhaft nachhaltig. Denn die berühmte Nachhaltigkeit pflegen wir schon seit Jahren. Sie bedeutet, dass Filme nicht nur einmal angesehen und dann fortgeworfen werden, nämlich gleich wieder vergessen. Weil wir den Ehrgeiz haben, zu beweisen, dass Vergnügen und Tiefe, Unterhaltung und Lebensweisheit nicht getrennt sein müssen. Wir glauben, dass unsere Aufgabe vielmehr darin besteht, Sie einmal im Jahr buchstäblich hinters Licht zu führen. Nämlich dorthin, wo Ihnen ein Licht aufgeht, wenn Sie genau hinschauen und eine Welt zumeist fremder Kulturen sich vor Ihnen auftut, die Sie beeindruckt und nachdrücklich beschäftigt. Wir wollen, dass unsere Filme Sie nicht gleich wieder loslassen, sondern sich in Ihren Herzen und Sinnen, Ihrem Verstand und Ihrem Bauch verankern und dort möglichst lange verweilen – als Gegengewicht zum zunehmenden Tempo der allgegenwärtigen Unterhaltungsindustrie der bewegten Bilder. Womit ganz klar ist: Wir sind schrecklich altmodisch. Nur moralisierend unterwegs, das sind wir nicht. Denn wenn die Filmwerke keine Faszination ausüben, Sie nicht gefangen nehmen und beeindrucken, dann nützen auch die schönsten Botschaften nichts. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die beste Unterhaltung der Welt und lade Sie ein, dabei zu sein, bei der 67. Ausgabe des Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Ihr Dr. Michael Kötz HERZLICH Willkommen! Ich begrüße Sie, liebe Freundinnen und Freunde des Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg zur vorletzten Ausgabe unter meiner Regie. Mit dem 68. Festival im kommenden Jahr 2019 endet meine vertragliche Vereinbarung mit der Stadt Mannheim. Ich habe diese wunderbare Aufgabe dann 28 Jahre lang übernommen, habe vor über 24 Jahren die Stadt Heidelberg dafür gewinnen können, sodass das Filmfestival seit dem nicht nur in Mannheim, sondern auch in Heidelberg stattfindet. Es gelang dann für Mannheim, neben dem Atlantis-Kino, das Stadthaus N1 in zwei Sälen zum Festspielort zu machen und es in Heidelberg in einer weitläufigen Zeltlandschaft stattfinden zu lassen. Ich werde mich mit meinem Team ab 2020 ganz auf unser anderes „Festivalkind“, das Festival des deutschen Films auf der Parkinsel von Ludwigshafen am Rhein konzentrieren.

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67. 4 María Monserrat Sánchez Soler Sie ist die Direktorin für International Affairs bei IMCINE (Instituto Mexicano de Cinematografía), der wichtigsten Filmfördereinrichtung Mexikos. Geboren im nordmexikanischen Baja California hat sie sich schon früh mit den Künsten befasst. Sie war Leiterin und Kuratorin des Museo Estudio Diego Rivera y Frida Kahlo in Mexiko-Stadt. Inzwischen promotet sie das Mexikanische Kino in aller Welt und bringt es auf internationale Festivals und Filmmärkte. Stets ist sie besonders inter- essiert an neuen Formen der Ästhetik des Films und unterstützt den Auftritt junger mexikanischer Talente in der internationalen Filmszene – so auch bei uns seit vielen Jahren.

Liane Jessen Sie leitet die Redaktion Fernsehspiel und Spielfilm im HR-Fernsehen und ist damit verantwortlich für alle Spielfilmproduktionen des HR. Dies reicht von Christian Petzolds frühem „Die Innere Sicherheit“ (2000) bis zur Erfindung des Murot-Tatorts mit Ulrich Tukur oder anderen Tatorten mit Andrea Sawatzki, Nina Kunzendorf, Joachim Król oder Wolfram Koch. Begonnen hat sie als freie Journa- listin beim SWR, wurde dann Redakteurin beim Kleinen Fernsehspiel des ZDF und wechselte von dort zum Direktionssessel beim HR. Für ihre Arbeit wurde Liane Jessen 2014 mit dem Hans Abich Preis ausgezeichnet. Dabei wurden ihre „herausragenden Verdienste um den Fernsehfilm“ gewürdigt. Ihre Filme seien „kleine Kunstwerke, getragen von der Idee, dass im Fernsehen das Überschreiten von Grenzen fruchtbarer ist als das Einhalten von Formatregeln.“ Michel Demopoulos Er hat 1975 als Filmkritiker für die griechische Tageszeitung „Avghi“ begonnen, war Herausgeber des anspruchsvollen Filmmagazins „Syn­ chronos Kinimatografos“ und drehte Filme, wie das Making-Of „The Other Stage“ während der Dreharbeiten von „Die Wanderschauspieler“ (1975) des von ihm sehr bewunderten Theo Angelopoulos. 1981 wurde er der Chef­ einkäufer für Spielfilme des öffentlich-rechtlichen griechischen Fernseh­ senders ERT. 1995 kuratierte er eine viel beachtete Retrospektive zum griechischen Film im Pariser Centre Georges-Pompidou. 1991 wurde er Direktor des Internationalen Filmfestival Thessa- loniki, des größten und wichtigsten Filmfestival Griechenlands, das er zu einem wichtigen inter­ nationalen Treffpunkt der unabhängigen Filmszene ausbaute. Als wichtiger Ratgeber und Programmer internationaler Filmfestivals und Initiator film­ historischer Events ist er heute weiterhin tätig. uSamstag, 24. November 2018 – 20.00 Uhr Mannheim – Kino im Stadthaus I Unter Anwesenheit der Ministerin Theresia Bauer und des Oberbürgermeisters Dr. Peter Kurz werden die diesjährigen Preise der 67. Ausgabe des Festivals vergeben. Die KünstlerInnen sind zu Gast, ebenso die Internationale Jury 2018, die Jury der Filmkritik, die Jury der Ökumene sowie die Kino-Empfehlungsjury. Sie sind herzlich eingeladen, dabei zu sein! EINTRITT FREI! Anschließend fröhliches Get-together auf der Festivaletage! Außerdem können Sie direkt im Anschluss die beiden wichtigsten Siegerfilm ansehen: den GRAND NEWCOMER AWARD oder den PUBLIKUMSPREIS 2018! (Normaler Eintrittspreis) GROßE PREISVERLEIHUNG AWARD CEREMONY EINTRITT FREI! Sie benötigen kein Ticket! DIE INTERNATIONALE JURY 2018 vergibt am 24. November 2018 den GRAND NEWCOMER AWARD MANNHEIM-HEIDELBERG, den TALENT AWARD sowie den SPECIAL JURY AWARD und die SPECIAL MENTIONS.

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67. 5 Von der Kunst der Küche und des Lebens Tazzeka JEAN-PHILIPPE GAUD studierte Filmschnitt an der La Fémis in Paris, Frankreichs nationaler Filmschule. Anschließend führte er bei ersten Kurzfilmen Regie und arbeitete als Cutter für diverse RegisseurInnen im Bereich Spiel- und Dokumentarfilm. Bei seinem Langspielfilmdebüt „Tazzeka“ (2018) war Gaud gleichzeitig als Regisseur, Drehbuchautor und Cutter tätig. International Newcomer / Wettbewerb 2018 Wir sind in einem Dorf namens Tazzeka in Marokko. Hier erlernt Elias die Geheimnisse der traditionellen Kochkunst des Landes von seiner Großmutter, bei der er aufwächst. Ab und zu gibt es auch Gäste in dem Kiosk, in dem er kocht. Verblüfft erkennt er darunter einen Sternekoch aus Paris. Denn er kennt sie, die Helden in der Welt der Kochkunst. Sie faszinieren ihn. Das Kochen ist längst seine heimliche Leidenschaft und der Wunsch, ihr anderswo in den großen Städten nachgehen zu können, wird immer größer. Keineswegs aber will er einfach die Heimat verlassen und hinaus ins feindliche Leben in diesem wunderbaren Märchen aus Marokko. Denn die Heimat liegt ihm buchstäblich auf der Zunge. Trotzdem geht er. Ohne legale Aufenthaltserlaubnis und ständig in Geldnot, landet er in der großen Stadt Paris. Aber er hat auch dort eine Idee 95 Min., Frankreich, Marokko – und einen Mäzen. Ein lebensbejahendes fröhliches Kinomärchen, das ganz besonders von der Sinnlichkeit der Kochkunst lebt. Die Leidenschaft für das Kulinarische durch die Besonderheiten seines Landes haben schon den kleinen Jungen begleitet, wenn der Film beginnt. Großartig inszeniert und vor allem montiert, verliert dieser wunderbare Film auch im weiteren Verlauf nie die Lust an der farbenfrohen und lebendigen Attraktion der Zutaten und an der Lebenslust des Essens. Mit viel Freude und Freunden und sogar mit erster Liebe. Ein lebensbejahender fröhlicher Film zum aktuellen Thema von Heimat und Fremde und eine Hommage an die Kunst der Küche. (MK/JS) Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Nominiert für den Publikumspreis 2018 ERÖFFNUNGSFILM Offizielle Eröffnung in Heidelberg uDonnerstag, 15. November 2018 – 20.00 Uhr Heidelberg, Messplatz – Kino I Offizielle Eröffnung des 67. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg unter Anwesenheit des Teams des Eröffnungsfilms, des Oberbürgermeisters Dr. Eckart Würzner, des Festivaldirektors Dr. Michael Kötz und zahlreicher Ehrengäste. Eintritt 10,50 € / 9,50 € – Tickets online und im Vorverkauf Frankreich / Marokko MANNHEIM Fr 16. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 18. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Do 22. November 14.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 15. November 20.00 Uhr Kino I Sa 17. November 19.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK

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Wer trauern will, braucht Freunde 105 Min., Argentinien International Newcomer / Wettbewerb 2018 INÉS MARÍA BARRIONUEVO Geboren 1980 und aufgewachsen in der argentinischen Stadt Córdoba erlangte Inés María Barrionuevo zunächst in ihrer Heimat Bekanntheit. Als Regisseurin und Drehbuchautorin schrieb, inszenierte und produzierte sie mehr als zehn Filmarbeiten für Fernsehen und Kino. Nach „Atlántida“ (2014) ist „Julia y el Zorro“ (2018) ihr zweiter Spielfilm.

AmAnfang steht die Legende vom Fuchs,der aus lauter Übermut seinen schmückenden buschigen Schwanz loswerden will und dabei seine Seele verliert und den Schmerz kennenlernt. Immer wieder schaut Julia, von Beruf Schauspielerin, tatsächlich dem Fuchs hinterher. Doch in Wahrheit ist ihr Leben in diesem melancholi- schen Melodram von Trauerarbeit bestimmt. Ihr soeben verstorbener Mann hat ihr ein verwunschenes Haus in der Provinz hinterlassen, das sie weniger engagiert als deprimiert zu verkaufen versucht. Sie würde sich ganz der Trauer hingeben, wäre da nicht ihre zwölfjährige Tochter, die gerade in die Pubertät hineinschlittert und mit ihren Stimmungen das Leben der 48-jährigen Mutter auf ganz andere Weise dominieren möchte. Gerettet aber wird die schöne ältere Frau von einem Schauspielerkollegen, der ein neuartiges Theaterprojekt mit ihr ausprobieren möchte und sie damit wieder in das hineinzieht, was am Theater so intensiv als Ersatz- familie entsteht. Am Ende ist auch der Fuchs wieder da – mit einem Schwanz so buschig wie nie. Sehr fein bietet dieser Film hervorragende Darstellerleistungen und einen grandios schwankenden Stimmungspegel; ein Kammerspiel im Wortsinne, das voller eleganter Schönheit und tief empfundenener psychologischer Nuancen vom Neubeginn der Hoffnung und von Liebe und Verständnis erzählt. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Argentinien Der Star als Königin der Angst 107 Min., Argentinien, Dänemark International Newcomer / Wettbewerb 2018 VALERIA BERTUCCELLI UND FABIANA TISCORNIA Die argentinische Schauspielerin Valeria Bertuccelli spielte zunächst an Theater- häusern und war später in erfolgreichen TV-Formaten sowie in zahlreichen Filmen zu sehen. Ihre Ko-Regisseurin Fabiana Tiscornia arbeitete zuvor hauptsächlich als Regieassistentin. Bei uns sind beide mit ihrem gemeinsamen Regiedebüt „La Reina del Miedo“ (2018) zu Gast. Valeria Bertuccelli, die argentinische Schauspielerin, ist ein Star. Nicht nur im Film, auch in Wirklichkeit. Denn sie spielt sich selbst. Zugleich ist sie auch die Autorin und eine der beiden Regisseurinnen des Films, der davon erzählt, dass man exzessiv und leidenschaftlich spielen muss, wenn man ein Star sein will. Es geht um ihr Lampenfieber, ihre Neurosen und – ja – ihre Angst vor der Premiere ihres eigenen Theaterstücks, bei dem sie in Kürze im Solospiel auf der Bühne stehen wird. Es geht um ihre Einsamkeit trotz des Ruhmes. Um die hysterische Angst zu versagen, um die tägliche Sorge, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Im fernen Kopenhagen lebt ein alter Freund und meldet sich mit der Mitteilung, dass er nicht mehr lange zu leben habe. Sie fliegt zu ihm und sitzt dort in der Küche und kann es nicht fassen, wo die Zeit geblieben ist. Zurück in ihrer Festung, ihrem Haus mit der hohen Mauer gegen die Verehrer und Neider, voll mit eifrig Bediensteten, kommt sie erneut nicht zu sich selbst. Diesmal ist es eine der Haushälterinnen, die weinend dasteht und Hilfe braucht. Nur ihr hilft niemand. Die Einsamkeit des Stars ist das Thema des Films, dieses Leben ohne System und innere Ordnung, vor allem aber ohne wirkliche Liebe. Ein mutiger Film, der erstklas- sig gespielt und ebenso erstklassig inszeniert wurde. (MK) Argentinien MANNHEIM Mi 21. November 19.30 Uhr Kino Atlantis Do 22. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 25. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Fr 23. November 18.00 Uhr Kino I Sa 24. November 15.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM So 18. November 11.00 Uhr Kino im Stadthaus II Mo 19. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I Di 20. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Fr 16. November 18.00 Uhr Kino I Sa 17. November 22.30 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Julia and the Fox . Julia y el Zorro The Queen of Fear . La Reina del Miedo Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 67.

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RocKabul Mit der Gitarre im Anschlag 77 Min., Afghanistan, Australien, Indien, Türkei, Bosnien und Herzegowina International Newcomer / Discoveries 2018 TRAVIS BEARD ist gelernter Fotojournalist und arbeitete in dieser Funktion für zahlreiche große Nachrichtenagenturen. Er leitete drei Jahre lang Afghanistans erstes Festival für alternative Künste, Sound Central. In seinen Filmen setzt er sich mit der politischen Lage sowie der Kunst- und Musikszene Afghanistans auseinander. Was ist eigentlich los in Afghanistan neben all den Schießereien und Selbstmordanschlägen in den Nach- richten, die es so aussehen lassen, als seien die Taliban wieder an der Macht? Dafür interessierte sich der australische Journalist Travis Beard und drehte diesen ungewöhnlichen Dokumentarfilm über die allererste Heavy Metal-Band im Land, die sich passend „District Unknown“ nennt. Und tatsächlich erzählt der Film von der weitgehend unbekannten Party-Szene der jungen Leute in der Hauptstadt Kabul. Was heißt es jung zu sein im autoritären Krisenstaat Afghanistan? Vor allem dann, wenn man sich für Frauenrechte engagiert und sich mit westlicher Rockmusik auch noch gegen die Vorherrschaft der „Islamischen Republik“ stellt? Mit der Gitarre im Anschlag kämpfen die Musiker gegen Krieg und Intoleranz. Sie werden immer mehr zerrieben zwischen den Fronten und finden doch ihren Weg. Werden sie sich durchsetzen als ganz eigenständige selbstbewusste Kraft in der Tradition der westlichen Protestmusik? Mit nie gesehenen Dokumenten eines engagierten „Kulturkampfes“ im Verborgenen schlägt sich dieser Film auf die Seite einer kreativen Jugend- kultur und das dort, wo man sie nicht erwartet. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Australien / Afghanistan Wenn Menschen stärker sind als Krieger 78 Min., Australien International Newcomer / Wettbewerb 2018 BENJAMIN GILMOUR wurde 1975 in Deutschland geboren und verbrachte einen Großteil seines Lebens in Australien. Bevor er begann in der Filmbranche zu arbeiten, war er als Rettungssanitäter auf mehreren Konti- nenten im Einsatz. In seinen Filmen setzt er sich wiederholt mit der Geschichte und Kultur Afghanistans auseinander. Ein junger Australier kehrt freiwillig zurück ins heutige Afghanistan, buchstäblich in die Höhle der Löwen. Er war Soldat und hat dort gegen die Taliban gekämpft, jetzt begibt er sich aus freien Stücken wieder dort hin und wird prompt mit dem Tode bedroht. Warum macht er das? Als Tourist verkleidet, reist er in die Provinz Kandahar und immer weiter hinein ins lebensgefährliche Terrain. Sogar der Taxifahrer weigert sich, dort hinzufahren. In einer wunderbaren Szene am See, mitten in der Wüste, reden die beiden. Überhaupt ist der Dialog von Mann zu Mann entscheidend für diesen Film, der unverhofft vom Schuldgefühl eines Ex-Soldaten erzählt, von dem wir doch glaubten, dass es das gar nicht gibt.Was in den Nachrichten als „Kollateralschaden“ erwähnt wird, ist diesem Mann Grund genug, fast sein eigenes Leben zu opfern, weil er sein Schuldgefühl nicht los wird. In großartiger Authentizität reisen wir mit diesem Mike hinein in die Dörfer der Taliban, hocken mit ihm, der ihr Gefangener wird, in ihren Höhlen und dann passiert das, was politisch natürlich nicht korrekt ist: Wir fangen an, sie zu mögen, diese Talibankrieger. Genau das will der Film erzählen: Erst wer mit den Feinden Freund wird, gewinnt wirklich einen Krieg.(MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Australien / Afghanistan MANNHEIM Do 15. November 22.00 Uhr Kino im Stadthaus I Sa 17. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I Mo 20. November 14.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Fr 16. November 20.00 Uhr Kino I So 18. November 16.30 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Jirga MANNHEIM Fr 16. November 19.30 Uhr Kino Atlantis So 18. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II Mo 19. November 22.30 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Do 15. November 17.00 Uhr Kino II Sa 17. November 21.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK 67.

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Die Geheimisse des arabischen Tanzes 84 Min., Belgien International Newcomer / Discoveries 2018 JAWAD RHALIB Als Filmemacher, Autor und Journalist nimmt der in Marokko geborene Jawad Rhalib vor allem Menschenrechte und Fragen im Zusammenhang mit Globalisierung, Profitstreben und sozialen Konflikten in den Blick. Zu diesen Themen realisierte er seit 1997 einige Dokumentarfilme, darunter „El Ejido, la loi du profit“ (2006) sowie „Les damnés de la mer“ (2008). „Es gibt kein Foto meiner Mama, auf dem sie nicht tanzt“, sagt ein junger Marokkaner in diesem Doku- mentarfilm über die arabische Kultur des Tanzes, die heute von islamistischen Fundamentalisten verteufelt wird, wie überhaupt jede Form der künstlerischen Selbstdarstellung von Frauen. Der Film rekapituliert und zitiert Kinofilme und Fernsehshows mit Tanzvorführungen und verfolgt gleichzeitig wie die palästinensische Starschauspielerin Hiam Abbass sich auf ein Soloprogramm vorbereitet. Oder er folgt den Proben einer belgischen Theatertruppe für eine Bühneninszenierung von Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“, voll von islamophoben Ansichten. Immer wieder verbindet der Regisseur aber seine Thesen von der Möglich- keit eines liberaleren Islam mit der eigenen Geschichte, und mit diesem Bild vom ägyptischem Bauchtanz seiner Mutter. Die Schönheit des Tanzes, die sich die Frauen in diesem Film wieder erkämpfen, ist in Wahr- heit die Ausformung einer künstlerischen Provokation. Ein unterhaltsamer und politisch zugespitzter Film auf der Suche nach der fröhlichen (auch der sexuellen) Selbstbestimmung im Tanz. Ein Plädoyer dafür, wieder zurückzukehren zu einer freien arabischen Gesellschaft. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Belgien / Marokko Vom Pflanzen eines magischen Samenkorns 82 Min., Brasilien International Newcomer / Discoveries 2018 VINICIUS TORO setzt sich in seinen Filmen mit der Gegensätzlichkeit verschiedener Welten auseinander, wie sich in seinem mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm „Até onde“ (2013) beobachten lässt. Zuletzt bewegte er sich in der Welt der indigenen Gruppe der Guaraní, bei und mit denen er auch seinen neuesten Film „Para’í“ (2017) erarbeitet hat.

Dies ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das die Wurzeln ihres indigenen Volkes erforscht. In einem Slum in São Paulo findet sie ein altes Samenkorn ihres Guaraní-Stammes und weiß mit der magisch-bunten Saat zunächst nichts anzufangen. Überhaupt fühlt sie sich etwas verloren, spricht sie doch Portugiesisch, die Sprache der Kolonisatoren und ihr Vater geht in eine katholische Kirche. Dabei gehört sie doch zu einem Volk der UreinwohnerInnen. In seinem Film, der auch dokumentarische Elemente hat, integriert der Regisseur, der sichtlich ihr Vertrauen gewonnen hat, inszenierte Mini-Storys, um deutlich zu machen, wie die Guaraní heute leben. Über zwei Jahre hinweg wurde die Geschichte mit ihren realistischen und poetischen Momenten ge- meinsam mit UreinwohnerInnen aus Jaraguá in São Paulo entwickelt, woher vielleicht auch die besondere Authentizität des Filmes mit einer achtjährigen Laiendarstellerin im Mittelpunkt rührt. Auch die Geschehnisse, die beschrieben werden, sind „echt“: Sie verweisen auf tatsächliche Begebenheiten, die sich in der Zeit der Dreharbeiten abgespielt haben. Sehr ernsthaft und gefühlvoll, mit viel Poesie und viel Musik geht es um die Lebenssituation der indigenen Bevölkerung vor dem Hintergrund ihrer alten Traditionen. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Brasilien MANNHEIM Do 15. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 17. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Fr 16. November 17.00 Uhr Kino II So 18. November 11.00 Uhr Kino II Mo 19. November 17.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Fr 16. November 17.30 Uhr Kino Atlantis So 18. November 15.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Do 15. November 22.15 Uhr Kino I Sa 17. November 20.00 Uhr Kino I So 18. November 23.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Para'i . Para'í When Arabs Danced 67.

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Er ist erst 15 und seine Mutter stirbt und er muss sich durchschlagen am Stadtrand von São Paulo. Und weil er schwul ist, distanziert sich sein Vater von ihm. Wir geraten mitten hinein ins wirkliche Leben der Unterschicht von Brasilien, mit vollem Herzen realistisch. Aber die Poesie dieses Films ist so intensiv, dass sie alle Tristesse hinwegfegt. Die erstaunliche darstellerische Leistung des Hauptdarstellers, der ein Laie ist, prägt neben der allgemeinen Atmosphäre den Stil eines besonders authentischen, genuin brasilianischen „Ci- néma vérité“. Es ist ein Film, der zwischen ergreifendem Melodram und engagierter Sozialreportage die ganze Wahrheit des Lebens am unteren sozialen Rand der Gesellschaft erfasst. Der Film ist ein von der UNICEF unterstütztes Projekt, bei dem sozial unterprivilegierte Jugendliche eine Chance bekamen, ihr Leben im kreativen Prozess einer Filmproduktion neu zu bewerten. Er wurde komplett von einer Gruppe von 16 bis 20-Jährigen unter Anleitung eines jungen brasilianisch-amerikanischen Regisseurs, dessen erster Langfilm dies ist, hergestellt. (JS/MK) Ein Gedicht von der Wahrheit des Lebens am sozialen Rand 71 Min. + 5 Min., Brasilien International Newcomer / Wettbewerb 2018 ALEX MORATTO Der brasilianisch-amerikanische Filmemacher Alex Moratto war unter anderem Preisträger des DGA Student Film Jury Award, den er für seine Abschlussarbeit verliehen bekam. Seine Kurzfilme „Nowhere to Be Found“ (2015), „The Parting“ (2012) und „The Other Side“ (2010) wurden auf diversen internationalen Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet.

Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Brasilien Vom Tanzen und Leben 67 Min., Chile International Newcomer / Wettbewerb 2018 CONSTANZA FIGARI absolvierte ein Filmstudium an der Universidad del Desarrollo mit dem Ziel Regisseurin zu werden. Ihr Kurzfilm „Eugenia“, zu dem sie das Drehbuch schrieb und Regie führte, gewann 2014 den nationalen Filmwettbewerb des Femcine. Ihr erster Spielfilm „7 Semanas“ thematisiert den gesellschaftlichen Standpunkt von Frauenrechten. Eine schwerwiegende Entscheidung in sieben Wochen. Camilas Leben ist frei und leicht. Sie studiert Tanz, hat einen sie liebenden Freund und eine wunderbare Familie. Doch dann entdeckt sie, dass sie schwanger ist. Der Vater des Kindes ist ihr Freund Simón. Alle freuen sich auf das Baby. Aber in Camila wachsen die Zweifel. Kann sie neben ihrem körperlich anstrengenden Studium auch den Ansprüchen genügen, die sie an sich selbst als zukünftige Mutter hat und ist auch ihr eigentlich sehr liebevoller Freund bereit, dieses neue, andere Leben zu führen? Trotz der rückhaltlosen Unterstützung durch die Eltern entschließt sie sich zur Ab- treibung, die in ihrem Heimatland dezidiert illegal ist und also in einer Grauzone zur Kriminalität stattfinden muss. In einer dichten und emotional zugespitzten psychologischen Studie verfolgt dieser Film die sieben Wochen ihrer Entscheidungsfindung, bevor es zu spät sein könnte. Der Film erzählt diese ja nicht seltene Entscheidung in der Welt der Frauen mit großer Tiefe und Ernsthaftigkeit. Zugleich wirken nicht nur die Dar- stellerInnen, sondern auch alle Wendungen der Geschichte absolut authentisch und glaubhaft. Sie spielen ein- fach großartig und wunderbar filmisch erzählt, ist dieser Debütfilm aus Chile eine echte Talententdeckung.(JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Chile MANNHEIM Fr 16. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 17. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 15. November 21.00 Uhr Kino II Fr 16. November 14.00 Uhr Kino I Sa 17. November 16.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Mi 21. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I Fr 23. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Sa 24. November 17.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Do 22. November 19.00 Uhr Kino II So 25. November 17.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK 7 Weeks . 7 Semanas Socrates vor dem Film zeigen wir den Kurzfilm Our Brazil von Alex Moratto 67.

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Ein FESTIVAL mit GESCHICHTE Stellen Sie sich vor,der schreckliche Zweite Weltkrieg wäre erst seit sieben Jahren vorbei, überall würden noch die Trümmer liegen, überall erzählte man noch von den Toten. Aber so war es, als am 26. Mai 1952 in den Alster-Lichtspielen von Mannheim ein neues Filmfestival eröffnet wurde, die erste „Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche“. 20.000 Menschen schauten sich Kulturfilme an, Filme mit „kulturell wertvollen Inhalten“: Naturfilme, Filme über Kunst, Museen, Ausstellungen. Denn der Film als solcher, der Film selbst, galt nicht als Kunst – bis in die 1960er Jahre hinein, bis zum Aufkommen der „Nouvelle Vague“ nicht. Ein Film musste sich sozusagen durch Inhalte anreichern, die als „kulturell wertvoll“ galten, damit er mehr sein konnte als nur „Kintopp“, mehr als nur Unterhaltungsware, die vom Jahrmarkt kommt. Damals gab es auch eine Welle der Gründung von „Filmclubs“ in Deutschland, betrieben und gefördert von der US-Besatzungsarmee für die Umbildung der Deutschen. 300 gab es davon im Land. In diesem Kontext muss man die Gründung der „Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche“ sehen. Es ging darum, dass die Deutschen auf der Leinwand etwas anderes zu sehen bekamen als Schnulzen oder die Propagandafilme der Nazis. Es ging um kulturelle Bildung. Gegründet hatte dieses neue Filmfestival für den Kurz- und Dokumentarfilm ein damals 40-jähriger Mann aus Heidelberg, der dort und in Berlin als Journalist gearbeitet, dann den Film kennengelernt hatte, und anfing, Drehbücher für Spielfilme zu schreiben – Dr. Kurt Joachim Fischer. Im Krieg war er Chef einer Propagandakompanie gewesen, mit vielen Tapferkeitsauszeichnungen, saß aber schließlich wegen einer Befehlsverweigerung in der Festung Torgau an der Elbe, auf seine Hinrichtung wartend. „Ein Gauleiter und ehemaliger NS-Studentenführer aus Heidelberg ließ sich das von Himmler besonders betriebene Todesurteil kommen und ließ es (aus Freundschaft zu Fischer) verschwinden“, schrieb Eckhard Becker in der RNZ am 16.3.1979. Nach dem Krieg lebte Dr. Kurt Joachim Fischer wieder in Heidelberg, drehte Fernsehfilme über Fritz Kortner, Erwin Piscator und andere, schrieb für viele Zeitschriften und Zeitungen, wurde Berater des Bundesinnenministers für Filmförderung. Er hatte zwei Söhne, einen leiblichen, der Rechtsanwalt in Stuttgart wurde, und einenStiefsohn,dereinberühmterTheatermannwurde,nämlichHansgünther Heyme, zuletzt Intendant des Pfalzbau Ludwigshafen. „Wochen und Monate meines damals jungen Lebens waren geprägt von dieser Ansicht: Die leeren Alster-Lichtspiele an Mannheims Planken, ein spärlich beleuchtetes Pult mit Filmlisten, dahinter stets links Dr. Künzig, Besitzer der Alster-Lichtspiele und Mitinitiator aller damaligen Dinge, rechts daneben mein Vater Kurt Joachim Fischer, wiederum eine Reihe dahinter meine Mutter, Erika Fischer, und weiter dahinter unsichtbar Ich“, schreibt Hansgünther Heyme dazu. Im Jahr 1960 verantworten Dr. Kurt Joachim Fischer und Dr. Bernhard Künzig zum letzten Mal die „Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche“. 1961 gibt es eine neue Leitung. Offenbar auf Grund eines Zerwürfnisses mit dem Mannheimer Bürgermeister. Das Geschäftliche übernimmt jetzt im Nebenjob der Kaufmännische Direktor des Nationaltheaters Hanns Maier, die Künstlerische Leitung übernimmt ein Mann aus Tübingen, Walter Talmon-Gros. Der ist mit 50 im selben Alter wie Dr. Fischer. In Paris und München hatte er Kunstgeschichte und Philosophie studiert und war Kunstkritiker. Als Frankophiler hatte er Bücher über französische Literatur und französisches Theater verfasst, sogar ein Sprachlehrbuch. Er war Generalsekretär der „Gilde Deutscher Filmkunsttheater“, die er mitgegründet hatte, wurde Filmjournalist und hatte sich 1952 ein eigenes Kino in München geschaffen, das „Studio für Filmkunst“. „Er war ein Mensch, der durch seine stete Freundlichkeit, seine Toleranz und seine Freude am Leben in sich ruhte“, sagte Klaus Hofmann über ihn, der auch damals schon zum Team der Filmwoche gehörte. 13 Jahre lang wird Walter Talmon-Gros Direktor des Festivals sein, das er umbenennt in „Internationale Filmwoche Mannheim“ und durch aufregende Jahre steuert. Den Anfang markiert das berühmte „Oberhausener Manifest“ 1962, mit dem ein Ende des konventionellen deutschen Films gefordert wird und ein Aufbruch zu neuen Freiheiten. Während im Alltagskino anfangs die Winnetou-Filme Furore machen, sind es am Ende der 1960er Jahre „Easy Rider“ oder „Bonnie and Clyde“. Die Kulturrevolution des Westens, die sich mit dem Stichwort „1968“ verbindet macht sich breit und revolutioniert auch das Bild vom Kino. Der Film darf jetzt Kunst sein, ohne dies begründen zu müssen und spätere Autorenregisseure wie FranÇois Truffaut entdecken diese Kunst auch nachträglich in den scheinbar nur konventionellen Werken etwa eines Alfred Hitchcock. Die „Internationale Filmwoche Mannheim“ wird zum Hot Spot des Autorenkinos, weil nicht nur Truffaut oder Agnès Varda hier ihre ersten Filme zeigen, sondern auch Rainer Werner Fassbinder, Krzysztof Kieslowski, Theo Angelopoulos u.v.a.. Hanns Maier, Klaus Hofmann und seine damalige Frau Ulla Hofmann (übrigens die Eltern des Produzenten Nico Hofmann) bereisen ganz Asien auf Einladung der Goethe-Institute, um dort Preisträger aus Mannheim zu präsentieren. 1973 stirbt der Festivaldirektor Walter Talmon-Gros mit 62 Jahren mitten bei der Auswahlarbeit an einem Hirnschlag. Provisorisch übernimmt die 67.

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langjährige Mitarbeiterin Fee Vaillant den Posten, zusammen mit Hanns Maier, Klaus Hofmann und Michael Andritzky. Zwei Jahre später hat sie die alleinige künstlerische Leitung und Hanns Maier leitet das Kaufmännische und Organisatorische. Fee Vaillant, geboren 1915 in Witten, hatte eine Ausbildung zur Fotografin und war Geschäftsführerin des „Verbandes der deutschen Filmclubs“. Sie ist 60 Jahre als sie die alleinige künstlerische Leitung übernimmt. Als jüngstes von neun Kindern hatte sie gelernt, sich durchzusetzen, das Kriegsende hatte sie in Niederschlesien auf dem Gutshof des Bruders erlebt, mit ihrem Mann Carl Vaillant, einem Kunstmaler, flieht sie mit der vierjährigen Tochter nach Berlin. Als ihre Tochter 10 Jahre alt war, erzählt Fee, wollte sie unbedingt ins Kino gehen und damit sie gute Filme sieht, hätte sie den ersten Jugendfilmclub gründen müssen. Fee Vaillant wird bis 1991 Direktorin sein, 18 Jahre lang bis in ihr 77. Lebensjahr. Sie prägt vor allem die 1980er Jahre des Festivals, mit Filmen aus der Dritten Welt, Filmen von Frauen, guten Kontakten zu Russland und China, Seminaren zum interkulturellen Dialog. Die Festivalkinos sind brechend voll, aber das Budget ist nicht mehr zeitgemäß. Der neue kaufmännische Direktor, seit 1988 Lutz Beutling, erklärt, die Filmwoche sei ausgezehrt, die Konkurrenzfähigkeit des Festivals sei bedroht. 1991 taucht ein Neuer auf und übernimmt zunächst die Realisierung eines „SchauPlatz Hunger nach Sinn“ in der Alten Feuerwache mit den Gästen Peter Sloterdijk, Daniel Cohn-Bendit, Krzysztof Kieslowski, Klaus Theweleit. Das stiftet Verwirrung, weil es so gar nicht ins traditionelle Bild eines Filmfestivals passt. 1992 wird er der neue Künstlerische Direktor, Lutz Beutling bleibt der Kaufmännische Leiter. Das Festival wird jetzt zunächst „Internationales Filmfestival Mannheim“ und ab 1994 „Internationales Filmfestival Mannheim- Heidelberg“ heißen. Dr. Michael Kötz hatte sich einen Namen als Filmkritiker gemacht und Fee Vaillant hatte ihn vorgeschlagen. Geboren 1951 war er damals 40 Jahre alt, hatte promoviert bei Alexander Kluge über eine Theorie des Kinos, hatte Lehraufträge an der Universität Frankfurt/Main übernommen, fürs Fernsehen gearbeitet und fürs Radio in ganz Deutschland. Er lernt beim Festival 1994 seine spätere Frau Daniela Kötz kennen, die dann über 20 Jahre die Programmgestaltung leitet, mit der er fünf Kinder hat und später im Jahr 2005 ein weiteres Filmfestival, das „Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein“, gründet. Es ist ganz klar, worin das damalige Problem der Filmwoche liegt, trotz hoher Besucherzahlen:dasseszuwenigeinMarktplatzistfürFilmeinkäufer. Denn erst die garantieren, dass es auf lange Sicht hier weiterhin Filmpremieren geben wird. Im zweiten Jahr seiner Tätigkeit möchte der Mannheimer Stadtrat das Filmfestival abschaffen und es gibt Dr. Kurt Joachim Fischer 1952 – 1960 Walter Talmon-Gros 1961 – 1973 Fee Vaillant 1974 – 1991 Dr. Michael Kötz 1992 – 2019 eine letzte Gnadenfrist. In seiner Not fragt Dr. Michael Kötz in Heidelberg an, ob man nicht dort das Festival übernehmen möchte. Das wiederum gefällt dem Oberbürgermeister von Mannheim nicht, es sei denn, man mache es eben künftig gemeinsam. So entsteht das erste Festival in zwei Städten weltweit. Der Etat kann deutlich erhöht werden und man kann damit beginnen, die Filmbranche auch im geschäftlichen Sinn nach Mannheim-Heidelberg zu holen. Dazu müssen erst die normalen Kinos verlassen werden, die keine Räume für die nötigen Treffen bieten und 1995 wird das Stadthaus N1 zum Festspielort. 1996 erfindet er die „Mannheim Meetings“, den ersten Filmprojektmarkt Deutschlands und einer von dreien weltweit. Er wird zu einem wahren Magnet in der Branche, mit 1.200 Einzelgesprächen in fünf Tagen. Leider endet dieser Erfolg damit, dass Brüssel die nötigen Gelder entzieht, weil das Konzept jetzt auf der Berlinale umgesetzt wird. Im Verlauf von über 20 Jahren werden Dutzende später berühmter RegiekünstlerInnen in Mannheim-Heidelberg zum ersten Mal ins Rampenlicht gestellt und von der weltweiten Filmbranche entdeckt. Bis ins Jahr 2019 läuft der bestehende Vertrag mit den Städten. Dr. Michael Kötz wird dann 28 Jahre lang die Geschicke des Festivals von Mannheim und Heidelberg gelenkt haben und er ist gespannt darauf, wie es weitergeht mit diesem Filmfestival, das zu den ältesten der Welt gehört. Dr. Michael Kötz Plakat 1952 Ein FESTIVAL mit GESCHICHTE Plakat 1968 Plakat 1992 67.

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Eine Reise durch ganz Lateinamerika, aufregend bunt und schnell 99 Min., Chile, Kolumbien International Newcomer / Discoveries 2018 AMANDA PUGA SALMAN ging für ihr Studium u.a. nach Kuba und startete dort im Anschluss ihre Reise durch Südamerika, welche ihr als Inspiration für ihren ersten Dokumentarfilm „Mi Norte es el Sur“ (2017) diente. Außerdem führte Puga Salman (*1988) Regie bei mehreren Musikvideos chilenischer Bands. 2015 gründete sie ihre eigene Produktions- firma Praxia.

12 Eine sieben Monate lange, dokumentarische Reise durch Kuba, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Chile – durch sieben Länder Lateinamerikas – die einem Kontinent wieder eine Stimme, genau- er gesagt viele Stimmen, zurückgeben will.Wie bekommt man in Kuba einen Platz in einem Lastwagen, auch wenn man kein Geld hat? Wie verhält man sich gegenüber den brutalen Guerilleros der FARC in Kolumbien? Wie sehr muss man ihnen nachgeben? Was machen „die da oben“ und was kommt ganz unten in diesem wunderschönen Norden von Südamerika, der doch auch Süden ist, an? Rasch und überraschend, wie es die Sprechweise der Latinos vorgibt, kommen die Menschen der ganz besonderen Kulturen, die einst von Europa her kolonisierten, zu Wort in dieser politischen „Sightseeing-Tour“, die doch ganz geprägt ist von der Liebe der EinwohnerInnen zu ihren Ländern und von der Suche nach den lebendigen Gemeinsamkeiten (fast) verschollener Kulturen. „Ich bin aus Chile“, sagt zu Beginn die Stimme der Filmemacherin über roman- tischen Landschaftsbildern: „Mein Land ist schön.“ Womit der Film schon die Stimmungsfarbe betont, die er durchhält: den Stolz auf die Lebensfreude und die Buntheit des Südens. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Chile Eine exzellente Satire auf das heutige China 130 Min., Volksrepublik China International Newcomer / Wettbewerb 2018 CATHY YAN absolvierte an der New York University und der Princeton University ein Master- Studium in Business Administration und Fine Arts. 2018 stellt sie nun ihren De- bütfilm „Dead Pigs“ vor, welcher bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Spezialpreis der Jury in der Kategorie „Ensemble Acting“ beim diesjährigen Sundance Film Festival. Ein einsames Haus am Stadtrand, umgeben von Schweinekadavern, die vom nahen Fluss hereinschwemmen, weil ein Viehzüchter kapituliert hat. Der Fortschritt in China und die Menschen. Die Autorin Cathy Yan aus New York, aber in China geboren, konstruiert ein virulentes und faszinierendes Mosaik des Wahnsinns. Eine exzellente Satire auf das heutige China, aber in einem Puzzle zum selbst Zusammensetzen. Die alte Frau will ihr Haus nicht verlassen, das auf einem Neubaugebiet in Shanghai steht. Eine junge Frau konstruiert sich ein schickes Leben mit einem reichen alten Mann. Ein kleiner Kellner im Restaurant traut sich nicht, seinem Vater daheim seinen niederen Job zu beichten.Alle rennen nach dem Glück.Und ein smarterAmerikaner kommt,um den ChinesInnen zu zeigen, wie man erfolgreich ist. Ein Melodram der Korruptionen, der Gier und der falschen Versprechungen.Wie ein Mosaik sind die Geschichten ineinander verwoben, die immer vom Unglück erzählen, das die Moderne über die Menschen bringt. Zugleich begreifen wir fasziniert, dass es hinter all dem Kampf um Glück und Reichtum in Wahrheit Brüder und Schwestern sind, die sich bekriegen, beneiden und übervorteilen wollen. Das macht dieses kleine Meisterwerk so fazinierend mehrdimensional und beeindruckend. (MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 China MANNHEIM Sa 17. November 15.30 Uhr Kino Atlantis Mo 19. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Mi 21. November 17.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG So 18. November 22.00 Uhr Kino I Di 20. November 18.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Sa 17. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Mo 19. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I Di 20. November 16.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG So 18. November 18.00 Uhr Kino I Di 20. November 22.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Dead Pigs .

My North is the South . Mi Norte es el Sur 67. 12

ZHENYU SUN Der chinesische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Zhenyu Sun wurde 1991 geboren. Er studierte an der Pekinger Film Akademie und am ArtCenter College of Design in Kalifornien. 2018 drehte er mit „Pure Land“ seinen ersten Spielfilm. Jin Feng im ländlichen Nord-Shanxi möchte endlich einen Sohn. Sie hat schon zwei Töchter. Auch das widerspricht schon der in China üblichen „Ein-Kind-Politik“. Würde sie 40.000 Yuan zahlen, könnte sie ihren erwarteten Sohn doch noch auf die Welt bringen. Aber sie befindet sich schon im fünften Monat und hat nicht einmal genug Geld für die Schulbücher der Geschwister. Ihr Haus ist lediglich 300 Yuan wert. Und auch für ein wenig Zeitgewinn muss sie schon die fordernden Bürokraten von der Familienplanungsbehörde ordentlich bestechen. Schließlich wird sie – wie viele Frauen – zur Abtreibung gezwungen. Fortan sieht sie den Geist ihres ungeborenen Sohnes und wendet sich, um endlich Trost zu finden, immer mehr den religiö- sen Riten des Sukhavati-Buddhismus zu, bei dem die Kinder im Lotusblatt wiedergeboren werden. Der Film zeigt in sozialrealistischer Manier eindrucksvoll das Leben der einfachen Bauern in der chinesischen Provinz. Sehr sanft und poetisch berührend transportiert er auch Stimmungen, die sich in Bild und Landschaft wider- spiegeln und für die neueste Stilrichtung des jungen chinesischen Kinos stehen, das ebenso sozialkritisch wie selbstbewusst von seinem Heimatland erzählt. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 China „Die Wende“ als Sommerkomödie 95 Min., Deutschland Mit Anne Kanis und Florian Teichtmeister International Newcomer / Discoveries 2018 ANDREAS GOLDSTEIN Der 1964 in Ost-Berlin geborene Andreas Goldstein absolvierte ein Studium der Kultur- und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin sowie ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf. Als Produzent und Regisseur realisiert er seither Kurz- und Dokumentarfilme. Mit „Adam und Evelyn“ (2018) feiert Goldstein sein Langfilmdebüt. Ferienpläne können schon mal durcheinander geraten, wenn sie dem Zeitgeist begegnen. So ergeht es Adam und Evelyn im Sommer 1989, als Deutschland in eine überraschende Bewegung gerät und sich das Ende der DDR ankündigt. Adam war eigentlich ganz zufrieden mit der Welt, die so schön langsam vor sich hin tickte wie er selbst in seinem idyllischen, brandenburgischen Garten. Evelyn aber ist gleich dabei, bei der Auflehnung gegen die alten Verhältnisse und will auch aus ihrem eigenen Leben etwas Neues machen. Freudig erregt ist sie auf allen Protestversammlungen und hofft auf eine bessere Zukunft. Im Sommer fährt sie allein nach Ungarn an den Balaton. Adam reist ziemlich lustlos hinterher. Was geschieht auf dieser Sommerreise? Die Grenzen öffnen sich in jeder Hinsicht.Was nun? Die Verfilmung von Ingo Schulzes erfolg- reichem Wenderoman gleichen Titels beschreibt die großen gesellschaftlichen Ereignisse völlig unaufgeregt als leichte Komödie eines Sommers, in dem die Gefühle aufbegehren, sich aber in Wahrheit kaum etwas verändert. Zumindest nicht die Menschen und ihre Charaktere. Adam sehnt sich auch weiterhin nach sei- nem Garten zurück und Evelyn hofft immer noch auf einen Neuanfang. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Deutschland MANNHEIM Do 22. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 24. November 15.30 Uhr Kino Atlantis So 25. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Mi 21. November 19.00 Uhr Kino II Fr 23. November 22.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Sa 17. November 19.30 Uhr Kino Atlantis So 18. November 13.00 Uhr Kino im Stadthaus II Di 20. November 19.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Mo 19. November 19.00 Uhr Kino II Mi 21. November 17.00 Uhr Kino II u FSK: keine Altersbeschränkung Adam und Evelyn Eine chinesische Bäuerin und die Staatsgewalt 92 Min., Volksrepublik China International Newcomer / Wettbewerb 2018 Pure Land .

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Ryan Porter feat. the West Coast Get Down with Kamasi Washington Mi 05.12.18 Alte Feuerwache MA MEHR WISSEN. MEHR SEHEN Jetzt GRATIS testen! * Wenn ich epd Film nach dem Test weiterlesen möchte, brauche ich nichts zu tun. Ich erhalte dann ein Jahr lang monatlich epd Film zum günstigen Abonnementpreis von 70,20 Euro inkl. MwSt. und Porto (Inland). Das Abonnement verlängert sich um jeweils ein weiteres Jahr, sofern es nicht 4 Wochen vor Ende des Bezugszeitraums gekündigt wird. Falls ich epd Film nicht weiterbeziehen möchte, teile ich dies innerhalb von 14 Tagen nach dem Erhalt des zweiten Heftes schriftlich mit: Leserservice epd Film, Postfach 500550, 60394 Frankfurt; E-Mail: leserservice@epd-film.de; Fax: 069 58098226, Widerrufsbelehrung: Den Text finden Sie unter §6 auf epd-film.de/agb Ihre BESTELLMÖGLICHKEITEN für 2 GRATIS-Ausgaben*: epd-film.de/probeabo 069 58098191 @ leserservice@epd-film.de 069 58098226 Welt des Die ganze Kinos Reservieren Sie sich Ihren Liegestuhl zum Kino! 21. August – 8. September 2019 fflu.de Sie sind herzlich eingeladen! Das berühmte Sommerfestival der Region auf der Parkinsel von Ludwigshafen am Rhein 67.

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Wasser, Erde, Luft, Eis und Schnee 83 Min., Deutschland Mit Emilio Sakraya und Kristin Alia Hunold International Newcomer / Discoveries 2018 SHERI HAGEN war als Schauspielerin für Theater, Kino und Fernsehen aktiv, bevor sie 2007 ihren ersten eigenen Kinderkurzfilm „Stella und die Störche“ schrieb und produzierte. Mit ihrer Filmproduktionsgesellschaft Equality Film GmbH möchte Hagen (*1968) mutige Filme produzieren, die nicht nur nach ihrer Marktrelevanz ausgewählt werden. Eisig ist der Winter, als Ljöscha auf seinen Großvater trifft, aus dem er allerdings die Zuneigung in mehreren Sitzungen geradezu herausprügeln muss. Denn der Alte sperrt sich gegen alles, was mit seiner Vergan- genheit zu tun hat. Ebenso wie eine junge Frau, weit entfernt und bald mit blauen Haaren, die mit ihrem Geliebten in einer scheinbar verschlossenen Wohnung lebt. Offenbar kann sich die Liebe der beiden nur in einem heftigen persönlichen Streit entladen. Und wie die Geschichte des Jungen und des Großvaters enthält auch sie ein ungelöstes Rätsel. Davon, wie diese beiden Geschichten zusammenhängen und wie sie sich aufeinander zubewegen, erzählt dieser Film, der auf einem erfolgreichen Theaterstück beruht. Der Junge sucht seinen Vater und findet Familiengeheimnisse und Tabuverletzungen, bis sich sein Schicksal erfüllt. Im stilistisch betörenden schwarz-weiß, verfremdet nur durch wenige Farbakzente – eben blaue Fenster, Haare, Hände – entfaltet die Regisseurin ein komplexes psychologisches Zeitporträt von beeindruckender Kraft und mit grandiosen Bildideen. Wasser, Erde, Luft, Eis und Schnee verschwören sich geradezu gegen die HeldInnen der Geschichte auf der Suche nach sich selbst. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Deutschland Das Virtuelle und die Wirklichkeit 109 Min., Deutschland Mit Katja Riemann, Nils Rovira-Muñoz, Elisa Schlott und Jasmin Tabatabai International Newcomer / Discoveries 2018 MARCUS RICHARDT studierte Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Film an der Hoch- schule für bildende Künste in Hamburg. 2010 gründete Richardt (*1974) die Favo Filmproduktion. Zudem ist er als Autor und Regisseur tätig. Seine Kurzspielfilme wurden auf Filmfestivals weltweit gezeigt und ausgezeichnet. „Goliath96“ (2018) ist sein erster Kinofilm.

Ihr 21-jähriger Sohn verlässt sein Zimmer nicht mehr und chattet stattdessen nur noch im Internet.Als Kristin, eine Frau im mittleren Alter, ihren Job bei der Bank verliert, wird das vor aller Welt verschwiegene, bizarre gemeinsame Leben in einer 3-Zimmer-Wohnung ohne wechselseitigen Kontakt zunehmend unerträglich. Als sie sich an die jugendliche Begeisterung ihres Sohnes für Flugdrachen erinnert, findet sie einen Ausweg. Denn der junge Mann hat von dieser Leidenschaft nicht lassen können und ist entsprechend in einem Internetforum unterwegs. Sie bekommt Kontakt zu ihm und beginnt eine gefährlich hermetische Kommunikation mit ihm. Die beiden nähern sich immer mehr an, wobei der Sohn zunächst nicht weiß, dass er eine kranke Liebes- beziehung mit seiner Mutter begonnen hat. Auch Kristin verliert sich zunehmend in dem inzestuösen Kontakt. Sie kappt alle Beziehungen zur Außenwelt.Was wird passieren, wenn ihr Sohn begreift, was gerade tatsächlich geschieht? Eine schauspielerische Tour de Force vor allem für die meisterlich aufspielende Katja Riemann in einer Paraderolle. Auch ihr Filmpartner Nils Rovira-Muñoz trägt entscheidend dazu bei, dass die komplexe Beziehung zweier Menschen in der krank machenden Isolation der Einsamkeit ergreifend sichtbar wird. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Deutschland MANNHEIM Mo 19. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II Di 20. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Do 22. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Mi 21. November 16.00 Uhr Kino I Fr 23. November 16.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Do 15. November 17.30 Uhr Kino Atlantis Fr 16. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 18. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Sa 17. November 14.00 Uhr Kino I So 18. November 16.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Goliath96 Fenster Blau . Blue Window © Michael Tötter © Hardy Brackmann 67.

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16 16 Lang ist es her Wer vor 50 Jahren die neuesten Filme sehen wollte, „2001: Odyssee im Weltraum“ (1968), „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1963), „Zur Sache Schätzchen“ (1968) oder „Winnetou“ (1963), der musste ins Kino gehen. Im Fernsehen kamen sie erst Jahre später und eine dritte Möglichkeit gab es nicht. Damit hatten auch die Filmfestivals eine einzigartige Bedeutung. Sie waren der Ort, an dem nagelneue Filmwerke das erste Mal das Licht der Leinwand erblickten und taxiert wurden. Sie wurden von der Filmkritik in ihrem künstlerischen Wert erfasst, denn seit den 1960er Jahren galten Filme ja als Kunstwerke und nicht mehr nur als Unterhaltungsmaßnahmen. Dieses Taxieren durch die Presse hatte dann auch den schönen Nebeneffekt der Wertbildung fürs Geschäft. Nach der Premiere entschied der Produzent, welchem Filmverleiher er den Film in welchem Land zur Auswertung im Kino gab und zu welchem Preis. Wenn dann ein neuer Film möglichst bald in die Kinos kam, konnte er noch wunderbar von der kostenlosen Werbung profitieren, die die Berichterstattung vom Filmfestival vor kurzem geschaffen hatte. Wobei ich da von den Festivals in Cannes spreche, Venedig,Berlin,Moskau,Karlsbad,Locarno,SanSebastián,Goa und Mar del Plata. Das waren sie, die großen internationalen Filmfestivals damals. Es gab noch eine Handvoll weiterer in der Welt, die spezialisiert waren, beispielsweise in Deutschland: Oberhausen für Kurzfilme, Lübeck mit den Nordischen Filmtagen, Leipzig für Dokumentarfilme – und es gab das Festival von Mannheim schon. Seit 1952 nämlich, womit es das siebtälteste Filmfestival der Welt ist. Und heute ist alles anders Heute gibt es weltweit ein paar Tausend Filmfestivals, allein in Deutschlandsindesüber100.DieexplosionsartigeVermehrung der Filmfestivals, vor allem in allen wohlhabenden Ländern, ist ein sehr merkwürdiges Phänomen. Denn gleichzeitig geht ja der alltägliche Kinobesuch Jahr um Jahr zurück: bei den Jugendlichen, weil sie vermehrt vor dem Bildschirm Filme und Serien schauen. Bei den klassischen BesucherInnen des Arthouse Kinos, die man früher Programmkinos nannte, weil sie es nicht mehr so attraktiv finden, in „ihr“ Kino zu gehen. Es gibt einen einfachen Grund dafür: Man braucht das Kino nicht mehr, wenn man neue Filme sehen will. Sie sind nicht nur im Fernsehen jetzt fast ohne Zeitverzögerung zu sehen, sie sind vor allem auch mühelos sofort im Netz verfügbar. (Wie man sich an dieses Wort gewöhnt hat, ohne es mit einem zum Fischefangen zu verwechseln!) Jeder Versuch, das Angebot an neuesten Filmen sozusagen künstlich zu verknappen, damit die Menschen weiterhin ins Kino kommen, ist zum Scheitern verurteilt. Die Kinos müssen sich etwas einfallen lassen, das sie attraktiv macht auch unabhängig vom Neuigkeitswert der Filme. Die vielen Filmfestivals machen es ihnen vor, auf dieses Festival oder auch beispielsweise auf das in Ludwigshafen am Rhein strömen die Menschen ja geradezu. Sie strömen für ein fast kultisches Ritual: Sie feiern die Welt des Films, begrüßen deren Heldinnen und Helden, die SchauspielerInnen, diskutieren die Kunst mit den KünstlerInnen, vor allem aber genießt man die Gemeinsamkeit im großen Kinosaal, das Zusammenkommen in Zeiten zunehmender Vereinsamung durch das Internet, genießt es, dass man gemeinsam durch ein einziges großes Fenster hinaus oder hinein in die Welt sehen kann, begeistert und betroffen von dem, was man gemeinsam erleben kann.

FILMFESTIVALS HEUTE EINE BESTANDSAUFNAHME – AUCH FÜR „MANNHEIM-HEIDELBERG“ von Dr. Michael Kötz

Das berühmte Alleinstellungsmerkmal Wenn man nicht zu den großen fünf Festivals der Welt gehört (zu denen alle reisen, weil dort alle hinreisen), dann bedarf es einer klaren Spezialisierung, um im großen Meer der vie- len Tausend Filmfestivals weltweit zumindest sichtbar oben mitzuschwimmen. Es bedarf eines ganz besonderen Grundes dafür, dass jemand ausgerechnet diesem Festival die Pre- miere seines neuesten Filmes gibt und dass jemand als viel- beschäftigter Profi ausgerechnet auf dieses Filmfestival zu reisen bereit ist. Im Falle des Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg ist dies seit Jahren die Spezialisierung auf NewcomerInnen, auf erste Werke neuer hochbegabter Ki- nokünstlerInnen, die weltweit recherchiert und intensiv aus- gewählt werden, bis man sicher sein kann, ein wirklich hochka- rätiges Programm neuer Filme vorzufinden. Vor fast 30 Jahren ist die Entscheidung gefallen, diese Zuspitzung des Profils zu riskieren. Seitdem gibt es beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg „Newcomers only“ – so konsequent, das selbst der Eröffnungsfilm ein Debütfilm ist. Damit verbun- den ist der nahezu vollständige Verzicht auf große Namen, ob Regie oder SchauspielerInnen (die ja fast nie in Erstlingsfilmen auftauchen). Aber es hat dazu geführt, dass „Mannheim-Hei- delberg“ weltweit in der Filmbranche für dieses „Newcomers only“ steht. Und noch etwas ist passiert, das nicht weniger erstaunlich und ohne Beispiel anderswo ist: Das lokale Publi- kum kommt in Scharen in diese völlig unbekannten und na- menlosen Filmwerke – und zwar mit 1.000 ZuschauerInnen im Durchschnitt pro Film. Ein echter Erfolg der Vertrauensbildung durch ein geduldiges und konsequentes Kuratieren. Und ein Alleinstellungsmerkmal, das dazu passt, das immerhin siebt- älteste Filmfestival der Welt zu sein. Riskante Verhältnisse Aber es ist schwer geworden, dieses Alleinstellungsmerkmal des Festivals von Mannheim-Heidelberg aufrechtzu- erhalten, denn auch die ganz großen Filmfestivals wie Cannes haben heute keine Vorbehalte mehr, neben den namhaften KinokünstlerInnen auch erste Filmwerke von NachwuchsregisseurInnen zu präsentieren. Ergänzt wird die schwierige Lage von einem allgemeinen Strukturwandel in der Medienbranche, der auch die Filmfestivals erfasst hat. Festivals sind grundsätzlich nicht mehr die einzigen, die neue Filme präsentieren und die Internetkommunikation hat längst dafür gesorgt, dass sich niemand mehr einbilden kann, eine Art Geheimwissen über neue Filmtalente zu haben. Was Qualität hat, wird von allen gleichzeitig erkannt und das alte „Wer zuerst kommt, hat den Zugriff“, wenn es um die Suche nach neuen Qualitätsfilmen geht, ist passé. Da nützt manchmal der beste Ruf nichts, wenn es woanders viel mehr Geld zu holen gibt. Die Neugründung des Filmfestivals von Zürich ist ein Musterbeispiel, wie eine fachlich wenig bedeutende Veranstaltung dank enormer Summen zu höheren Weihen der Aufmerksamkeit aufsteigen kann, für die es inhaltlich gar 17

keinen Grund gibt. Aber die wichtigen Entscheidungen werden nur noch sehr selten von den Regisseuren und Regisseurinnen und den AutorInnen getroffen, sondern immer mehr von denen, die das Geschäftliche regeln: Den Ankauf und Verkauf fürs Fernsehen, Internet und Kino. Wer da nicht mitspielen kann, weil der Etat des Festivals viel zu klein ist für diese Welt, wie in unserem Fall, der gerät in Schwierigkeiten. Zukunftsmusik Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg müsste so bald wie möglich einen um mehrere Hunderttausend Euro erhöhten Etat zur Verfügung haben, um auch in Zukunft seine Position als professionelles Premierenfestival halten zu können. Es müsste einen hohen Geldpreis bieten können, ausreichend Gelder für eine professionelle Werbung haben, sich eine Dotierung von Ehrenpreisen leisten können, Geldmittel zur Ausrichtung potenter Fachkongresse mit einer großzügigen Einladungspolitik zur Verfügung haben und vieles andere mehr. Auch wenn es vor Jahren gelang, dem Festival durch die Ausweitung auf Heidelberg und den besseren Einstieg der Landesregierung einen halbwegs professionellen Etat zu geben, so ist der doch de facto immer kleiner geworden, weil er gleich blieb und wichtige Maßnahmen zu Stärkung der Position nicht möglich waren. Das hat auch damit zu tun, dass die beiden Städte Mannheim und Heidelberg keine Filmstädte sind, dass es hier nie eine Lobby für den Film gab wie anderswo, weil hier keine FilmproduzentInnen, VerleiherInnen, Förderer leben, die die Forderungen der Festivalleitung nach einer rechtzeitigen Aufstockung des Etats für die Konkurrenzfähigkeit wirkungsvoll unterstützthätten.SomusstevonderSubstanzderErfahrungen und Beziehungen gelebt werden. Für die Zukunft gäbe es natürlich alternativ auch die Möglichkeit, das bisherige Merkmal des Festivals ganz aufzugeben und künftig das zu tun, was Jahrzehnte lang nicht gemacht wurde und den Festivaldirektor von Warschau, Stefan Laudyn, dereinst bewundernd über seinen Kollegen in Mannheim sagen ließ „He does not copy other festivals“. Womit er gemeint hat, dass das ansonsten weit verbreitete Nachspielen spektakulärer Premieren anderer großer Festivals in Mannheim-Heidelberg eben nicht geschah. Genau dies könnte man jetzt tun und das Programm mit den Highlights von Cannes oder Venedig schmücken, dazu zwei Hollywoodstars einladen und die bisher exklusiv präsentierten Newcomerfilme – so wie es anderswo zumeist üblich ist – für ein spezielles Publikum in die kleineren Kinos stecken. Das hieße, das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg würde ein neues Kapitel seiner Geschichte beginnen, würde sein Verschwinden im Meer der Tausenden von Filmfestivals weltweit einfach akzeptieren und die bisherige Geschichte eben die bisherige Geschichte sein lassen. Das jedenfalls wäre mit demvorhandenenBudgetmachbar.EinewichtigeEntscheidung. FILMFESTIVALS HEUTE 18 EINE BESTANDSAUFNAHME – AUCH FÜR „MANNHEIM-HEIDELBERG“

VEIT HELMER drehte den ersten Film im Alter von 14 Jahren. Nach einem Besuch des Regie- Instituts der Hochschule für Schauspiel- kunst Ernst Busch in Ost-Berlin und der Hochschule für Film und Fernsehen in München, gab Helmer (*1968) mit „Tuvalu“ (1999) sein Spielfilmdebüt. Bei uns ist er mit seinem Film „Vom Lokführer, der die Liebe suchte“ (2018) zu Gast. Wenn sich Zugführer Nurlan mit seinem Güterzug durch die kaukasische Steppe den Vororten der aserbaid- schanischen Hauptstadt Baku nähert, führt die Zugstrecke so nah an den Häusern vorbei, dass die Bewoh- nerInnen schon einmal ihre Sachen in Sicherheit bringen müssen, damit der Zug sie nicht erfasst und davon trägt. Eines Tages findet der allein schon durch seinen Beruf zum chronischen Einzelgänger gewordene Nurlan ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag einen traumhaft schönen Büstenhalter, der an seiner Lok hängt. Er nimmt ihn mit in sein einsames Häuschen, bevor er sich dazu entschließt in der großen Stadt nach der Besitzerin zu suchen. Keine Wäscheleine ist vor ihm sicher. Wie im Märchen Aschenputtel die Besitzerin des richtigen Schuhs gesucht wird, so sucht Nurlan hier unter all den schönen Hausfrauen, die ihm begeg- nen, nach der wahren Trägerin des ominösen BHs. Und wie im Märchen kann es am Ende nur eine geben: die Richtige. Ganz ohne Worte (Wozu reden?) hat der deutsche Filmregisseur Veit Helmer, der auf jede Re- gion von „Absurdistan“ spezialisiert zu sein scheint, einen stillen, kontemplativen und zugleich humorvollen Film über das Leben und die Liebe gedreht. Es ist ein Stummfilm mit Musik von morbider Eleganz. Und in den Ecken der Leinwand fehlt das Licht wie dereinst bei den frühen Stummfilmen ... Ein Leckerbissen! (JS/MK) Deutschland / Aserbaidschan Das Dorf an der Grenze der Weltgeschichte 90 Min., Dänemark International Newcomer / Discoveries 2018 SIMON LERENG WILMONT schloss 2009 sein Dokumentarfilm- Studium an der National School of Denmark ab. Sein Film „Over jorden, under himlen“ (2008) gewann den Preis als bester Kurzfilm beim Filmfestival Visions du Réel in Lausanne. Bei uns ist er nun mit seinem neuesten Dokumentarfilm „The Distant Barking of Dogs“ (2017) zu Gast.

Wie fühlt sich Krieg an, wenn man zehn Jahre alt ist und nur noch die Großmutter um sich hat? Immer ein- mal wieder hört man von Ferne Geschützfeuer oder eben das Bellen eines Hundes.Als die Soldaten kamen, sind die Leute nach und nach weggezogen aus dem Dorf in der Nähe der Frontlinie zu den russischen Sepa- ratisten in der Ostukraine.Wenn die Lehrerin durchzählt bei der Evakuierungsübung sind nur noch zehn aus Olegs Klasse da. „Ihr redet besser nicht“, sagt sie, „die Luft wird sonst knapp.“ Der Junge und seine Oma und deren Beobachtungen stehen im Mittelpunkt dieser sehr sensiblen und emotional anrührenden Doku- mentation.Wieviel Alltag gibt es noch im Krieg? Lohnt es sich zu putzen? Oder muss man es gerade tun, um einen Rest von Menschlichkeit aufrechtzuerhalten? Natürlich sehen wir die zerstöre Welt dieser Menschen und die Großmutter erzählt beim Besuch des Grabes der Mutter des Jungen von ihr.Aber in dieser teilnehmen- den Beobachtung sorgt gerade die Normalität des kargen Alltags, um den herum der fast vergessene Krieg sich vollzieht, für die emotionale Dichte des Films, der als eine Sammlung kleiner realer Geschichten viel näher an das große Ganze herankommt, als die üblichen Dokus mit jenem allwissenden Kommentar. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Dänemark MANNHEIM Do 15. November 19.30 Uhr Kino Atlantis Sa 17. November 16.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Fr 16. November 16.00 Uhr Kino I So 18. November 13.00 Uhr Kino II u FSK: ab 6 Jahre MANNHEIM Do 22. November 22.00 Uhr Kino im Stadthaus I Fr 23. November 16.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 25. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Sa 24. November 21.00 Uhr Kino II So 25. November 11.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK The Distant Barking of Dogs Ein Stummfilm mit Musik von morbider Eleganz. 80 Min., Deutschland Sondervorführung Vom Lokführer, der die Liebe suchte... 67.

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LIINA TRIŠKINA-VANHATALO studierte Film am European Film College in Dänemark und an der Catalonia Film School in Barcelona. Sie (*1976) arbeitet als freiberufliche Regisseurin und Cutterin für Dokumentar-und Spielfilme sowie für Fernsehproduktionen. „Võta või jäta“ (2018) ist Triškina-Vanhatalos Spielfilmdebüt, zu dem sie auch das Drehbuch verfasste. Über Nacht wird ein 30-jähriger Bauarbeiter zum alleinerziehenden Vater. Eine Komödienidee. Mehr als das, denn Erik kommt zum Kinde wie ein „heiliger Narr“. Er erfährt, dass seine Ex-Freundin, die er sechs Monate nicht gesehen hat, soeben eine Tochter geboren hat. Sie fühlt sich dieser Aufgabe nicht gewachsen und will das Kind zur Adoption freigeben. Das will Erik nicht zulassen und schnappt sich kurzerhand das Baby, von dem er nicht einmal weiß, ob es tatsächlich „seins“ ist. Nicht ohne Mühe, aber äußerst engagiert lebt sich der frischgebackene Vater schnell ein, in seinem neuen Leben mit schlaflosen Nächten und Babyschwimm- kurs. Das alles hat er geschafft. Das kleine Mädchen ist nun drei Jahre alt und geht fröhlich zum Kinder- garten. Da taucht plötzlich Mutter Moonika auf und will das Kind doch noch. Erik muss sich etwas einfallen lassen. Der Film schildert überzeugend und ehrlich die echten Schwierigkeiten seiner Aktion und wie sehr sie sein Leben verändert haben – keineswegs nur die komischen Elemente. Er greift auch nicht zu falscher Sentimentalität. Schließlich ist der Titel sehr ernst gemeint: Ein Kind kann man nur ganz annehmen oder gar nicht. Erik beherzigt das in diesem angenehm menschlichen Film. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Estland Ein Retter in größter Not 83 Min., Estland, Frankreich, Belgien International Newcomer / Discoveries 2018 MARIA AVDJUŠKO absolvierte 1990 ihre Ausbildung an der Estnischen Musik- und Theaterakademie. Als Schauspielerin war Avdjuško (*1968) zunächst bis 1992 am Estnischen Jugendtheater und anschließend bis 2014 am Estnischen Nationaltheater tätig. Seit 2015 arbeitet sie als Filmproduzentin und Regisseurin bei den Produktionsfirmen Taska Films und Ugri Film. Scheinbar ein mystischer Thriller, einer mit Tiefgang. Die Augenärztin Pia ist in einer Lebenskrise. Ihr Mann hat sich von ihr scheiden lassen, weil sie unfruchtbar ist. Zwischen Angst und Verzweiflung beginnt sie, rätselhafte Dinge zu erleben: ein Geist scheint sie aufzusuchen. Sie erwacht mit einem Orgasmus, zu dem allerdings auch ein Hauch Jenseits durchs Schlafzimmer weht. Und dann ist sie tatsächlich schwanger, ohne einen Mann im Bett gehabt zu haben. Jedenfalls keinen von dieser Welt. Man hält sie für gestört, traumatisiert von der Scheidung oder man glaubt, dass sie etwas verheimlicht. Aber dem ist nicht so. Wir ZuschauerInnen können es bezeugen, denn wir sind ja selbst dabei gewesen ... Ja, es ist ein Film aus Est- land! Dort glaubt man zwar auch nicht durchgehend an Gespenster, aber für so ganz unmöglich hält man sie nun auch wieder nicht. (So wenig wie es das Kino tut.) Zumal, wenn das Übernatürliche so eindeutige Ergebnisse schafft wie hier. Und so entpuppt sich der vermeintliche Thriller als Reflexion der besonderen Art:Welche unserer Erlebnisse sind denn folgenreich? Welche Art von Wirklichkeit gibt unserem Leben denn eine wirkliche Bedeutung?(MK/JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Estland MANNHEIM Mi 21. November 16.00 Uhr Kino im Stadthaus I Do 22. November 19.30 Uhr Kino Atlantis Sa 24. November 15.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Fr 23. November 19.00 Uhr Kino II So 25. November 21.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Mo 19. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Mi 21. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Mo 19. November 14.30 Uhr Kino I Di 20. November 21.00 Uhr Kino II Do 22. November 22.30 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Fire Lily . Tuliliilia Ein Vater ist ein Vater ist ein Vater 102 Min., Estland International Newcomer / Discoveries 2018 Take it or leave it . Võta või jäta 67.

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22 Filmland Finnland zu einem der interessantesten Filmländer Europas geworden. Charakteristisch für die Filme aus dem Land der tausend Seen ist aber nicht nur deren spezieller Humor und die besondere IntensitätderAuseinandersetzungmitderkargenHärtederLandschaft.AusFinnlandko mmen wilderTango,großeGefühleundeinebesonderseigensinnigeFilmkunst,diemankennens ollte. Es ist so groß wie Deutschland, hat aber nur 5,5 Millionen EinwohnerInnen. Und ganz oben in Sodankylä, 100 km nördlich des Polarkreises, gibt es einmal im Jahr das Midnight Sun Film Festival,1986gegründetvondenFilmregisseurenundBrüdernMikaundAkiKaurismäki.U nser Kurzfilmprogramm „Finland's Finest“ wird übrigens mit einem Kurzfilm von Aki Kaurismäki eröffnet, der wohl der berühmteste lebende Filmregisseur des Landes ist und in der ersten Liga in Cannes mitspielt. Aber Finnland ist nicht nur das Kaurismäki-Land, wie die drei langen FilmeinunseremdiesjährigenProgrammbeweisen,dieauseinemspannendensozialkriti schen Thriller, einem Melodram um eine Violinistin und einem großartigen essayistischen Dokumentarfilm bestehen. Auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg waren über die Jahre immer wieder viele außergewöhnliche finnische Filme zu sehen. Mit einer gut funktionierenden Filmförderung, die etwa 30 Filme im Jahr möglich macht, ist Finnland © photo_hena_blomberg___kaihorepublic2017 67.

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MARTTI KAARTINEN UND NIKLAS KULLSTRÖM Die Finnen Martti Kaartinen und Niklas Kullström präsentieren auf dem 67. Interna- tionalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg mit „Eastern Memories“ (2018) ihr Erstlingswerk als Regisseure. Beide waren bereits in anderen Funktionen in der Film- branche tätig, Kaartinen als Drehbuchautor und Schauspieler, Kullström als Produzent, Kameramann und Medienkünstler. Ein Mann reitet aufrecht im Sattel stehend durch die mongolische Steppe. Zu diesem Bild zitiert der Sprecher des Films aus den Aufzeichnungen des finnischen Sprachforschers Gustaf John Ramstedt. „Wie kann man denn Land kaufen,wenn man es doch gar nicht mit sich nehmen kann?“,fragten ihn die Mongolen,die er traf. „Indem man ein Schriftstück über den Besitz hat“, antwortete er. „Dann kann man ja auch den Mond besit- zen“, lachten sie ihn aus. Aus solch wunderbaren Bemerkungen, zitiert aus den einhundertjährigen Aufzeich- nungen des Forschers, und aus Bildern der heutigen Mongolei besteht dieser faszinierende Essayfilm, in dem es auch um die Reisen des Forschers Ramstedt nach Japan und Südkorea in den 1920er Jahren geht. In einem filmischen Rhythmus, der das nomadische Leben, der im Buddhismus verwurzelten Menschen nach- bilden will, zeigt der Film mit grandiosen Bildern eine exotische Kultur, damals und heute, die vielleicht fremd, jedoch auch überlegen wirkt. Ein großartiger Essayfilm mit mehr als einer zentralen Weisheit: „Das Land besitzt die Menschen und nie der Mensch das Land.“ Ein Satz, der einem im Gedächtnis bleibt, wenn anfangs von der Idee der Europäer vom Landbesitz erzählt wird. Die Weisheit der alten MongolInnen ist beeindruckend und die Art, in der dieser Film von Ihnen berichtet, bis hin zur Sprechweise, ist es erst recht. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Finnland Sich in der Musik verlieren 119 Min., Finnland International Newcomer / Discoveries 2018 PAAVO WESTERBERG Der Finne Paavo Westerberg (*1973) machte 2000 seinen Master of Arts in Theaterwissenschaften. Er arbeitet als Autor und Regisseur für Theater, Fern- sehen und Kino sowie als Schauspieler. Für die Filme „Paha Maa“ (2005) und „Valkoinen Kaupunki“ (2006) erhielt er jeweils den Jussi Preis für das beste Drehbuch. Sein aktueller Film ist sein Spielfilmdebüt.

Manchmal verliert sich die exzellente Violinistin Karin im Solospiel mit ihrem Instrument. Der Dirigent des Symphonieorchesters muss sie oft zur Zurückhaltung auffordern, damit die anderen MusikerInnen nicht frustriert sind. Schließlich geht es um den Auftritt des gesamten Klangkörpers. Doch nach einem Autounfall spürt Karin ihre Finger nicht mehr. Sie leidet schwer darunter, dass ihr der Solistenstatus nun nicht mehr zugetraut wird. Allenfalls als Lehrerin hat sie noch eine Zukunft. Erst mit der Entdeckung eines beson- deren Talents unter ihren StudentInnen findet sie zurück zu ihrer leidenschaftlichen Liebe zur Musik, die diesen Film mit großer Intensität beherrscht. So ist auch die amouröse Affäre der beiden Musiker vor allem durch ihre gemeinsame intime Zuneigung zu ihrem Instrument Violine vermittelt. Musik durchzieht auch in besonderer Weise die Dramaturgie des Films. Immer wieder dominiert die wesensverwandte Kunstform die kinematografische Selbstvergewisserung, was durch das intensive Spiel der beiden Hauptfiguren die- ses großartigen und stilsicheren romantischen Melodrams unterstrichen wird. Sich in der Musik verlieren, bedeutet hier auch von der Schönheit der Filmästhetik überwältigt zu sein. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Finnland MANNHEIM Do 22. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Fr 23. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 25. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Mi 21. November 14.00 Uhr Kino I Fr 23. November 13.00 Uhr Kino II Sa 24. November 20.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Sa 17. November 14.30 Uhr Kino im Stadthaus II Mo 19. November 19.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Fr 16. November 23.00 Uhr Kino II So 18. November 18.30 Uhr Kino II Di 20. November 16.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK The Violin Player . Viulisti Eine Reise in die Mongolei, nach Japan und China, erzählt von einem Mann vor 100 Jahren 86 Min., Finnland International Newcomer / Discoveries 2018 Eastern Memories © Hillstream Pictures © Mjolk Movies, Malla Hukkanen 67.

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Alle Kurz. Alle lustig. Die Zukunft des Finnischen Kinos 24 Aki Kaurismäki enthüllt in „The Foundry“ ein Geheimnis: Was machen die Stahlwerker tatsächlich in ihrer Mittagspause? In „The Moonshiners“ von Juho Kuosmanen soll die Stabilität einer Mauer ge- testet werden: aber mit einem Schwein. Mika Taanila experimentiert mit „Optical Sound“, und zwar bewegungsreich. Bei „The Death of an Insect“ von Hannes Vartiainen und Pekka Veikkolainen kann man in allen Einzelheiten genau dabei zusehen. Bei Teppo Airaksinen fällt allen in „The Ceiling“ ausführlich „die Decke auf den Kopf“. Mächtig daneben benimmt sich „The Tiger“ in Mikko Myllylahti Film. In der Animation „Birthday“ von Hanneriina Moisseinen wird alles in Grund und Boden gebombt. Von zwei Schnurrbärten ist einer zuviel im Animationsfilm „The Moustache“ von Anni Oja. „Clumsy Little Acts of Tenderness“ braucht die Vater-Tochter-Beziehung bei Miila Tervo. Und kann der Speiseplan von Kartoffelbauern kreativ verändert werden? – In „Fantasia“ von Teemu Nikki schon. Finnland Ein Thriller mit Flucht und Tiefe 102 Min., Finnland, Schweden International Newcomer / Discoveries 2018 SIMO HALINEN Der 1963 in Finnland geborene Simo Halinen ist sowohl als Filmregisseur als Drehbuchautor, Schauspieler und Schriftsteller tätig. Mit seinem ersten Langspielfilm „Kerron sinulle kaiken“ (2013) gewann er 2014 den finnischen Jussi Preis für das Beste Drehbuch. „Kääntöpiste“ (2018) ist Halinens dritter Spielfilm.

Eine Atmosphäre wie auf der Flucht, mit nächtlich fahlem Licht und der Sorge um den ungewissen Ausgang. Ein schwarz-afrikanischer Flüchtling entkommt unter Einsatz seines Lebens gerade noch der Polizei. Im Schlafwagen nach Schweden lernt er einen gewaltbereiten Profi kennen, der einen Koffer voller Drogen mit sich führt, und wird alsbald auch Zeuge eines brutalen Mordes, den sein neuer „Freund“ begeht und in den er plötzlich wie zufällig als „Mittäter“ verwickelt ist.Alles wirkt wie in einem knallharten Thriller: Hilfst du mir, helfe ich dir.Also muss der Flüchtling aus Angola noch helfen, die Leiche zu verstecken. Damit beginnt aber erst die ganze Verstrickung des arglosen Mannes in ein kalkuliertes Komplott, zu dem auch die Freundin des Opfers mit der gemeinsamen Tochter gehört. Scheinbar gibt es kein Entkommen mehr für ihn. Gibt es doch. In der Art eines komplexen Puzzles entwickeln sich in Zeitsprüngen und Rückblenden die Charaktere der handelnden Personen. Und so entsteht ein rasanter Thriller zwischen Sozialdrama und ausweglosen spannenden Episoden einer Flucht ohne echte Glückserwartung. Ein überzeugender und facettenreicher Film Noir der neuen Generation des skandinavischen Kinos. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Finnland MANNHEIM Do 15. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Sa 17. November 14.00 Uhr Kino im Stadthaus I Sa 24. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Sa 17. November 11.00 Uhr Kino II Sa 24. November 23.00 Uhr Kino II So 25. November 22.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Do 15. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I Sa 17. November 21.15 Uhr Kino im Stadthaus II So 18. November 15.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Fr 16. November 19.00 Uhr Kino II Mo 19. November 22.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK East of Sweden . Kääntöpiste Finland's Finest KURZFILMPROGRAMM In Kooperation mit: © photo_hena_blomberg___kaihorepublic2017 67.

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Ein Film wie ein Sonntagsspaziergang 81 Min., Frankreich International Newcomer / Discoveries 2018 VIRGINIE VERRIER In Paris geboren, in Compiègne, Region Hauts-de-France aufgewachsen, absolvierte Virginie Verrier ihre Filmausbildung am Conservatoire Libre du Cinéma Français und an der Université Paris 8. Danach arbeitete sie als Regieassistentin, bevor sie mit ihrer Produktionsfirma Vigo Films (gegr. 2016) ihren ersten Langspielfilm „A 2 heures de Paris“ (2018) produzierte.

Von dieser lebensfrohen, jugendlich wirkenden 30-jährigen Frau in Paris, die als Stewardess arbeitet, würde man nicht erwarten, dass sie daheim eine 15-jährige Tochter alleine großzieht. Seit kurzem ist die Tochter etwas merkwürdig, denn sie will unbedingt wissen, wer ihr Vater ist.Also geht die Reise zurück in die Heimat – und nicht ganz so gern zu den eigenen Eltern. Denn die, so zeigt sich, hatten sie rausgeworfen seinerzeit. Weil sie mit 16 schwanger wurde damals und den Mann dazu nicht kannte. Jedenfalls nicht so genau wuss- te, wer von diesen fünf es gewesen ist. Also werden die fünf Möglichkeiten jetzt nacheinander besucht. Die Tochter verlangt es. Eine Komödie in französischer Leichtigkeit entsteht daraus, entspannt erzählt und voller Witz und Ironie. Ein melancholischer KFZ-Mechaniker, ein Künstler, der sich für unwiderstehlich hält, ein leicht gescheiterter Fußballprofi, ein Nachtclubbesitzer und ein permanent charmanter Landdoktor werden geboten. Die Tochter testet mittels DNA und entscheidet dann doch souverän. Die Mutter hält die spießigen Eltern so wenig aus wie damals und dann passiert es wieder dort auf dem Land, zwei Stunden weg von Paris: dass jemand nicht weiß, wer der Vater des Kindes im Bauch ist. Ein Film wie ein Sonntagsspaziergang in der Sonne. (MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Frankreich Wollen Sie mal ein Jahr am Nordpol leben? 94 Min., Frankreich International Newcomer / Discoveries 2018 SAMUEL COLLARDEY absolvierte sein Studium an La Fémis, der renommiertesten Filmhochschule Frankreichs. Seine Abschlussarbeit, der Kurzfilm „Du soleil en hiver“ (2005), wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

In seiner gewohnten Arbeitsweise, dokumentarische und fiktionale Elemente zu vermischen, präsentiert er nun mit „Une année polaire“ (2018) seinen neuen Film. Was ist echt? Was ist erfunden? Den Mann namens Anders gibt es wirklich und diese Geschichte wirkt ebenso erfunden wie wahr. Die Provinzler im Norden Grönlands haben sich schon daran gewöhnt, dass jeder neue Lehrer, der kommt, nur für ein einziges Jahr bleibt. Das extreme Polarklima ist schließlich nicht leicht zu ertragen. Doch Anders ist wirklich anders. Der junge Lehrer aus Dänemark hat sich auf den üblichen Ablauf eingestellt. Aber er wird zum neuen Idol und Helden der Schule. Noch der einsamste kleine Junge schlüpft unter seine Fittiche. Die zunächst so vertrocknet wirkende Gouvernante verliebt sich in ihn. Schon sprechen alle davon, den sympathischen Anders zum Bürgermeister zu machen. Jedenfalls wird diese lange Polarnacht mit Anders auch ihnen unvergesslich bleiben. Eine archaische Geschichte von Fremdheit und Anpassung und darüber, wie eine Identitätssuche zu einem wirklich überzeugenden Happy End führt. Das kann kein Dokumentarfilm sein. Ist es doch – und ein schön fotografierter mit Witz und Stimmung, voller emotionaler Höhepunkte noch dazu. Und ein Film, in dem ein Jahr vergeht, bis wieder Frühling ist, in dem gestorben und geboren wurde – und Sie sind dabei gewesen, hoch oben am Nordpol. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Frankreich / Grönland MANNHEIM Di 20. November 22.00 Uhr Kino im Stadthaus I Mi 21. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II Fr 23. November 17.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Do 22. November 16.00 Uhr Kino I Sa 24. November 19.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Fr 16. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Sa 17. November 23.00 Uhr Kino im Stadthaus II So 18. November 14.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 15. November 15.00 Uhr Kino II So 25. November 20.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK A Polar Year . Une année polaire 2 Hours from Paris . À 2 heures de Paris © Karine Collardey 67.

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Mutter, Tochter und ein Schamane im Indianerland 80 Min., Frankreich International Newcomer / Discoveries 2018 CEDRIC TANGUY NICOLAS BELLENCHOMBRE „À L'ouest“ (2017) ist das gemeinsame Filmprojekt der beiden Regisseure Cédric Tanguy und Nicolas Bellenchombre. Tanguy absolvierte ein Kunststudium an der École supérieur des beaux-arts de Nantes Métro- pole und ist seither als multidisziplinärer Künstler tätig. Bellenchombre gründete 2007 das Indy Film Festival, heute als Canadian Film Festival bekannt. Auf einer Reise quer durch Kanada nehmen Mutter und Tochter vom Ehemann/Vater Abschied und lernen durch den einheimischen „schrägen Vogel“ Jacques, der zu ihnen stößt, Land und Leute kennen. Tochter Candy, die als Fotografin einen besonderen Blick auf die Landschaft und deren Ästhetik hat, trägt während der Reise fortwährend ihre Konflikte mit Mutter Gisèle aus. Im Land der IndianerInnen und der wilden Kunst kommen manche Geheimnisse insbesondere des indianischen Begleiters,dessen Großvater in der Normandie gestorben und in Dieppe, wo die beiden Damen herkommen, begraben ist. Er ist außerdem Schauspieler und kennt sich bestens mit dem Werk des deutschen Romantikers Caspar David Friedrich aus und enttarnt sich schließlich als schamanistisch gebildet ... Bei soviel Nuancen einer einzigen Figur geraten die bizarren Eigen- schaften der beiden streitbaren Frauen durchaus nicht in den Hintergrund in dieser Komödie mit tragischen Untertönen und frischer ursprünglicher Road Movie-Stimmung: Etwas Besseres als den Tod finden diese Hauptfiguren überall und das weite Land des wilden kanadischen Westens ist schließlich eine der schönsten Spielflächen für die sprichwörtliche Selbstfindung, die sich selbstredend auf jeden Zuschauer überträgt. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Frankreich / Kanada Zwischen Demut und Entschlossenheit 105 Min., Iran International Newcomer / Wettbewerb 2018 ARASH LAHOOTI studierte Filmschnitt an der Yazd University. Lahooti (*1982) gilt als einer der erfolg- reichsten iranischen Dokumentarfilmer, dessen Produktionen weltweit gezeigt und mit nationalen sowie internationalen Preisen prämiert wurden. In Mannheim und Heidelberg präsentiert Lahooti sein Spiel- filmdebüt „Rooz-Haye Narenji“ (2018). Aban, die Vorarbeiterin der Orangenpflückerinnen auf einer Farm im Norden Irans, gilt als hart und gnadenlos. Dabei hat sie durchaus ein Herz für ihre Schutzbefohlenen, kennt deren Sorgen und Nöte: die Drogensucht der einen Frau, das Leiden einer anderen unter ihrem gewalttätigen Mann. Doch die 45-Jährige weiß auch, dass die Frauen im knallharten Geschäft um die Orangenernte ihren „Mann“ stehen müssen. Ihr gelingt es sogar, sich die umkämpfte Aufsicht über die größte Orangenplantage der Region gegen alle männlichen Konkurrenten zu sichern. Dennoch ist dieser Film kein vereinfachender Eine-Frau-befreit-sich- Film. Subtil erzählt er auch, was diese Heldin so professionell und auch hart gegen sich selbst gemacht haben mag, neben und trotz all der Arroganz der Männer um sie herum: eine gewisse Verbitterung darüber, dass sie keine Kinder kriegen konnte. Zugleich zeigt dieses Porträt einer Frau, die sich nicht mehr ohne Weiteres den Männern beugen will, auch die harte Lebenswelt am unteren Ende der Erfolgsleiter. Mit großer Inszenierungskunst bei sämtlichen Figuren und einer besonders herausragenden Hauptdarstellerin gelingt dem Film ein zeitgenössisches Gesellschaftsporträt, das an den italienischen Neorealismus erinnert. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Iran MANNHEIM Sa 17. November 17.30 Uhr Kino Atlantis Mo 19. November 22.15 Uhr Kino im Stadthaus I So 25. November 21.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG So 18. November 20.15 Uhr Kino I Di 20. November 17.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Di 20. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I Do 22. November 16.00 Uhr Kino im Stadthaus I Sa 24. November 21.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Mi 21. November 18.00 Uhr Kino I Fr 23. November 14.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Orange Days . Rooz-Haye Narenji Cowboy Camembert . À L’ouest 67.

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Unerwartete Freundschaft unter Vulkanen 95 Min., Island, Belgien, Schweden International Newcomer / Discoveries 2018 ÍSOLD UGGADÓTTIR Die Kurzfilme, der isländischen Drehbuchautorin und Regisseurin Ísold Uggadóttir (*1975), wurden international auf Filmfestivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet – unter anderem bei den Icelandic Academy Awards. „Andið eðlilega“ (2018) ist das Spielfilmdebüt der Regisseurin, die ihr Filmstudium an der Columbia University in New York absolvierte.

28 Wir sind in Island und deshalb auch unter dampfenden Vulkanen. Als alleinerziehende Mutter ohne Geld ist Lara latent überfordert. Der zunächst befristete Job bei der Passkontrolle am abgelegen Flughafen Keflavík, mitten zwischen den Vulkanen, könnte für sie mit einem Schlag alle Probleme lösen – wenn sie ihn behält. Und so meldet sie diensteifrig Adja, die, aus Guinea-Bissau kommend, mit falschem Pass direkt vor ihren Augen gestrandet ist. Doch damit löst sie eine Maschinerie aus, mit der sie nicht gerechnet hat: Festnahme, Gefängnis,Warten auf Abschiebung. Dabei ist sie der jungen Frau aus Afrika näher als sie zunächst annahm. Ohne den Job wäre sie selbst ganz unten und die Miete kann sie auch so schon kaum zahlen. Eine unerwartete Nähe zwischen den beiden gar nicht so verschiedenen Frauen entsteht. Vielleicht ist das der „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ wie sonst nur im Kino. Mit feinem Gespür für die Aura und den skurrilen Witz der Situation und großartigen Hauptdarstellerinnen ist der Regisseurin eine berührende und grandios insze- nierte menschliche Komödie gelungen, in der die karge Landschaft perfekt zum wortkargen Stil passt und am Horizont eine gehörige Portion Hoffnung aufscheint. In Islands Vulkanstaub ist ganz klammheimlich ein neues realistisch-witziges Kino entstanden. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Island Sommerkinder auf dem Weg ins Glück 84 Min., Island, Norwegen International Newcomer / Discoveries 2018 GUÐRÚN RAGNARSDÓTTIR leitete als Grafikdesignerin eine Werbe- agentur, bevor sie nach Los Angeles zog und dort das Regie-/Schreibprogramm am California Institute of the Arts absolvierte. Infolge arbeitete sie an Projekten für Film und Werbung sowie an mehreren Kurz- und Dokumentarfilmen. Nun präsentiert sie mit „Sumarbörn“ (2017) ihren ersten Spielfilm. Wir sind in Island in den 1950er Jahren. Bruder und Schwester werden als Kleinkinder von ihren zerstrittenen Eltern getrennt und wachsen fortan in einem Kinderheim auf dem Land auf. Anfangs sollte der Aufenthalt nur den Sommer überbrücken, den die Mutter angeblich benötigt, um wieder Fuß zu fassen. Doch aus den „Sommerkindern“ werden permanente Insassen einer feindlichen, wie ein Straflager geführten Institution, die von einer grausamen Aufseherin befehligt wird. Gesehen durch die Augen der Kinder vermischt sich die schreckliche Realität mit Fantasieelementen zu einer visuell originellen und starken Studie über zwei Kinder- schicksale, die den damaligen Zeitgeist ebenso widerspiegelt wie dessen fantastische Märchenüberhöhung in der Tradition isländischer Mythen. Die Kinder versuchen ihrem schweren Schicksal davonzulaufen und ent- decken, dass auch die ersehnte Rückkehr in ihre Heimat nicht mehr möglich ist. Gibt es doch noch einen an- deren Weg ins Glück und zu einem Happy End? Jedenfalls beginnt ein harter Kampf darum, der den Kindern viel Leidenschaft und Empathie abverlangt. Ein vielschichtiger Film, der auch die spannenden Elemente nicht vernachlässigt und die isländische Landschaft und die Lebenskunst feiert.Einfach erstklassig gemacht. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Island MANNHEIM Sa 24. November 15.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 25. November 19.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Mi 21. November 22.30 Uhr Kino II Do 22. November 14.00 Uhr Kino I Fr 23. November 20.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Mi 21. November 21.30 Uhr Kino im Stadthaus I Fr 23. November 19.30 Uhr Kino Atlantis So 25. November 15.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Do 22. November 22.00 Uhr Kino I Sa 24. November 16.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Summer Children . Sumarbörn And Breathe Normally . Andið eðlilega 67.

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Die Kraft der Musik und der Berge 90 Min., Italien International Newcomer / Wettbewerb 2018 RENZO CARBONERA realisierte insgesamt neun Dokumentarfilme, die alle international gezeigt wurden. Sein Kurzfilm „La penna di Hemingway“ (2011) feierte bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere. Mit „Resina“ (2017), von einer wahren Geschichte inspiriert, präsentiert Carbonera sein Spielfilmdebüt. Die junge Cellistin Maria kehrt trotz großer Erfolge enttäuscht und zerknirscht von der gnadenlosen Musik- industrie in ihr kleines Dorf in den Alpen zurück. Dort lebt man wie eh und je und spricht noch „Zimbrisch“, einen althochdeutschen, fast ausgestorbenen Dialekt. Maria aber findet keine Idylle vor, eher viel Trauer über den tödlichen Traktorunfall ihres Bruders. Aber als ob die Natur dieser Bergkulisse ein Wörtchen mitzureden hätte, sorgt sie für Demut und Gelassenheit. Beiläufig schließt sich Maria mit ihren musikalischen Talenten dem örtlichen Männerchor an, der eher ein maroder Haufen von Saufkumpanen ist. Aber der Gesang klingt so schön auf die Gasse hinaus. Und Schritt für Schritt baut die junge Frau den alten Gesangsverein zu einer modernen Sängergemeinschaft um. Sie macht dies gelassen und entspannt und doch erfolgreich, bis hin zur Teilnahme bei einem wichtigen Gesangswettbewerb. Waren es erneut die Berge, die dafür gesorgt ha- ben, dass es so ganz anders ist als in den Städten bei der Musikindustrie? Dieser außergewöhnliche Film ist auch eine Meditation über die wichtigen Elemente des Lebens, auch über die schöne Nähe zum dörflichen Leben, zur Landschaft, zur Ökologie des Daseins. Und es ist ein Film, der von der Kraft der Musik schwärmt, die alles zu heilen versteht. (MK/JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Italien Sanft aber bestimmt gegen Al Kaida 76 Min., Italien, Jemen International Newcomer / Discoveries 2018 TOMMASO COTRONEI begann sich im Alter von 21 Jahren tiefer mit den Geisteswissenschaften auseinan- derzusetzen. Cotronei (*1965), besuchte einige Kurse an der philosophischen Fakultät der Universität von Rom. Über den italienischen Filmemacher Vittorio De Seta fand er den Weg zum Kino, welches er als herausragendes Mittel zur Selbstentfaltung betrachtet. Das Leben des jemenitischen Dorfes wirkt auf den ersten Blick „aus der Zeit gefallen“, fast ein wenig mit- telalterlich. Fast wie ein Dokumentarfilm startet dieser Film eines italienischen Regisseurs und ist zunächst das Porträt eines einsamen Bergdorfes im Jemen und des Lebens seiner BewohnerInnen. Immer häufiger bestimmen eingestreute Spielszenen das Bild und so wird aus einer ethnographischen Dokumentation ein Beziehungsmelodram – nämlich, als eine junge Frau mit ihrem Köfferchen aus dem Bus steigt. Sie wirkt verloren und fremd und kommt aus der großen Stadt, aus der sie davon gelaufen ist, auf der Flucht vor einer Zwangsheirat. Der junge Lehrer bietet ihr Unterschlupf und Schutz und als die junge Frau selbst Lehrerin werden will, wird aus den beiden eine Kampfgemeinschaft gegen die Gehirnwäsche radikaler Islamisten: Bildung als Schutzschild gegen Fremdbestimmung und Unterdrückung. Auf wahren Begebenheiten beru- hend, erzählt der Film in ruhigem beobachtendem, detailorientiertem Stil eine eindrückliche Geschichte aus dem Innenleben einer ihm fremden Welt und bringt sie atmosphärisch dicht in einem sozialrealistischen Stil nah und authentisch heran an unsere Sehgewohnheiten. Ein sehr stimmungsreicher Film. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Italien / Jemen MANNHEIM So 18. November 17.30 Uhr Kino Atlantis Mo 19. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II Mi 21. November 14.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Di 20. November 20.00 Uhr Kino I Mi 21. November 22.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Di 20. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II Do 22. November 17.30 Uhr Kino Atlantis Fr 23. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Mi 21. November 20.00 Uhr Kino I Fr 23. November 23.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Blood and the Moon Resin . Resina 67.

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Wenn Michael Moore in seinem Dokumentarfilm „Bowling for Columbine“ (2002) den Tunnel unter dem Detroit River durchquert und auf der anderen Seite wieder heraus kommt, ist er in Kanada, in einem „Gelobten Land“, wo die Menschen keine Schusswaffen besitzen, ihre Türen nicht abschließen und am liebsten draußen im Café sitzen. Das ist natürlich übertrieben, aber die kulturelle Offenheit Kanadas und seine Vielfalt, allein schon durch die Zweisprachigkeit des Landes, sind durchaus charakteristisch für den nördlichen Nachbarn der USA. Das gilt auch für das Kino. Das Filmfestival von Toronto ist der wichtigste Filmmarkt der Welt für das Arthouse Kino geworden. Kanada ist bekannt für originelle kleine und unabhängige Filmproduktionen. Die renommierten Autoren des kanadischen Kinos wie David Cronenberg oder Denis Villeneuve sind international bekannt geworden mit einem besonders scharfen ästhetischen Profil ihrer Filme. Der kanadische Kinokünstler Atom Egoyan präsentierte 1984 seinen ersten Film „Die nächsten Angehörigen“ beim Filmfestival in Mannheim und kehrte nach grandiosen Meisterwerken wie „Exotica“ (1994) oder „Das süße Jenseits“ (1997) im Jahr 2009 – geehrt mit dem „Master of Cinema“ – nach Mannheim zurück. Egoyan ist zwar der prominenteste, aber über die Jahre nicht der einzige, kanadische Regisseur, der in Mannheim entdeckt wurde. Kanadas Offenheit und Verschiedenartigkeit ist auch in diesem Jahr wieder mit fünf Filmen im Festivalprogramm vertreten und zelebriert die Zeit des Erwachsenwerdens ebenso wie die Enthüllung von Familiengeheimnissen und den Traum vom grenzenlosen Glück in der gewohnt lockeren Art, teils mit französischem Flair, städtisch oder vor grandioser Landschaft. (JS/MK) Kanada – das andere Nordamerika 67.

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Als das Leben wie ein Zauber war 96 Min., Kanada International Newcomer / Wettbewerb 2018 SÉBASTIEN PILOTE (*1973) drehte 2010 seinen ersten Spielfilm „The Salesman”, der im Wettbewerb des Sundance Film Festival, aber auch auf diversen anderen Festivals lief und mehrfach ausgezeichnet wurde, so etwa 2011 in Mannheim-Heidelberg mit dem FIPRESCI-Preis. Dieses Jahr ist er mit seinem dritten Spielfilm „La disparition des lucioles“ (2018) zu Gast. Léo lebt in einer verschlafenen kanadischen Küstenstadt. Wie die anderen Teenager ihres Alters hängt sie fest zwischen brennender Abenteuerlust und schrecklicher Angst vor der Zukunft. Die High School geht gerade zu Ende. Zu ihrer alleinerziehenden Mutter hat sie wenig Vertrauen, wirft sie ihr doch vor, den Vater vergrault zu haben, der ihr doch sehr fehlt. Den derzeitigen Liebhaber der Mutter findet sie schrecklich. Der Radiomoderator führt sich als dominanter Stiefvater auf und ist außerdem ein direkter politischer Gegner ihres leiblichen Vaters. Die Feindbilder für die altersgemäße Rebellion der jungen Frau scheinen also schon festgeklopft. Doch im Grunde weiß sie nichts über die wahren Familiengeheimnisse, die ihr Leben bestim- men. Sie trifft auf den erfolglosen Steve, Gitarrenlehrer und Heavy Metal-Freak, der sich schnell ihre Sym- pathie sichern kann. Ist es Liebe oder nur naive Schwärmerei? Überhaupt muss Léo erst ihr Leben ordnen, das voller unentwirrbar scheinender Rätsel ist. Jeder Schritt dient der Suche nach einem selbstbestimmten Lebenssinn. Den besonderen Zauber dieser Lebensphase versprüht insbesondere die Hauptdarstellerin, die dieses liebenswerte Zeitgeist- und Generationenporträt dominiert. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Kanada Liebesgeschichten im Herbst 94 Min., Kanada International Newcomer / Discoveries 2018 WARREN SULATYCKY Der Regisseur Warren Sulatycky studierte visuelle Kunst und Fotografie in New York, absolvierte ein Studium an der National Theatre School of Canada und hält Vorlesungen in englischer Literatur. Auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg ist er mit seinem Debütfilm „April in Autumn“ (2018) vertreten.

Eine junge Frau kehrt nach langer Abwesenheit zurück ins Haus der Eltern. Sie will ihren Platz in der Familie wiederfinden und sich zusammen mit ihrer Schwester um die gemeinsame Mutter kümmern. Dabei gräbt sie – in Gedanken und tatsächlich – eine Blechkiste mit alten Briefen aus, die einige Familiengeheimnisse verraten. Jedenfalls hofft sie das. Denn es geht um das Leben in diesem Film, um das Leben und die Liebe und die Zeit.Aber nur die Liebe ihrer Schwester zur Musik des Komponisten Erik Satie, über den sie forscht, scheint sicher. Alles andere wirkt wie vergraben und geheimnisvoll. Da gibt es einen Obdachlosen, der wie ein Wiedergänger Saties wirkt und auch noch Erik heißt und zum guten Geist der Familie wird – und vielleicht auch mit der romantischen Vergangenheit der Mutter in Beziehung steht. Jede der drei Frauen hat etwas zu verbergen und so läuft alles auf die glücklichen Fügungen bei der finalen Geburtstagsfeier zu, die auch eine Feier des Lebens und der Liebe ist wie der ganze Film, der sich mühelos in die Tradition des französischen Kinos der 1970er Jahre einordnet: „Kino, das ist schöne Frauen schöne Dinge tun lassen“ (François Truffaut). Wozu auch hintersinnige Dialoge und schöne Dialoge zählen. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Kanada MANNHEIM Mi 21. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II Fr 23. November 22.30 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Di 20. November 19.00 Uhr Kino II Do 22. November 18.00 Uhr Kino I Sa 24. November 22.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Fr 23. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 24. November 19.30 Uhr Kino Atlantis So 25. November 20.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 22. November 17.00 Uhr Kino II Sa 24. November 13.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK April in Autumn The Fireflies Are Gone . La disparition des lucioles 67.

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JEAN-FRANÇOIS ASSELIN schrieb und inszenierte mehrere Kurzfilme, die international ausgezeichnet wurden. In seinen Filmen geht es ihm laut eigener Aussage darum, „das was sonst nur allegorisch sein kann, in Bilder zu fassen, um unsere inneren Konflikte und die menschliche Existenz hervorzuheben“. „Nous sommes les autres“ (2017) ist sein Spielfilmdebüt. Ein erfolgreicher Star-Architekt ist verschwunden und weil seine Frau nicht weiß, ob er sie nun in Wahr- heit verlassen hat oder ob ihm etwas Schreckliches zugestoßen ist, engagiert sie einen Schadenssach- verständigen, der sich auf die detektivische Suche nach Spuren ihres Mannes machen soll. Gleichzeitig soll ein junger Mann im Architekturbüro dessen Projekte übernehmen. Alle Beteiligten begeben sich ungewollt in einen Prozess der Selbstanalyse, ohne gleich zu bemerken, dass sie ihre gesamte Existenz in Frage stellen. Wie viel opfern wir von uns selbst, um anderen zu gefallen oder eine wie immer geartete Karriere zu beginnen? Mysteriöse Dinge geschehen und es stellt sich heraus, dass eine Untersuchung der Fakten immer im Kopf beginnen muss und einen philosophischen Kern hat. Poetischer Realismus bricht sich Bahn und sämtliche auf den ersten Blick so schlichte Wahrheiten bekommen immer neue, auch visuelle Dimen- sionen. Schließlich sind das „Verschwinden“ und das „Erscheinen“ zwei der Urrätsel des Kinos. Das Gute am Leben ist eben, dass wir uns immer als die „Anderen“ fühlen können. Ein ganz besonders beeindruckender psychologischer Krimi beginnt da, wo die anderen längst aufgehört haben weiterzusuchen. Wer hat’s am Ende „getan“, wenn nicht wir? (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Kanada Leicht und frei die Gedanken, lässig das Handeln. 81 Min., Kanada International Newcomer / Wettbewerb 2018 PAUL BARBEAU Der kanadische Filmemacher Paul Barbeau produzierte Musikvideos für diverse KünstlerInnen, bevor er in Zusammenarbeit mit anderen Regisseuren mehrere preis- gekrönte Kurzfilme und schließlich seinen ersten Spielfilm „Après la neige“ (2012) realisierte. Nach siebenjähriger Pause ist er nun mit seinem zweiten Spielfilm „A nous l’éternité“ (2018) zurück. Es gibt eine Zeit des Erwachsenwerdens, da denkt man noch, man würde ewig leben und setzt alles auf diese Ewigkeit. So ergeht es Antoine mit kaum 20 Jahren im kanadischen Dorf. Noch steht ihm alles offen: Er könnte einfach in Mutters Restaurant in Québec arbeiten oder mit seinen gleichaltrigen Freunden rum- hängen und Schweißer werden oder gar nach Frankreich gehen, zur ganz großen Kochschule. Denn Kochen ist seine Leidenschaft.Auch zwischen den Schwestern Sara und Lea kann er sich nicht entscheiden: die eine ist mehr was für den Sex, die andere weckt aber tiefere Gefühle in ihm. Und die Zeit vergeht doch, in diesem eleganten Film über das Aufwachsen in den lockeren Gefilden der freieren Lebensart der Jugendzeit. Sanft pocht schon der „Ernst des Lebens“ an. Doch mitten im Rumhängen, Labern und Flirten hat man dafür noch kein Gehör. Der Zauber von erster Liebe und grenzenloser Himmelsstürmerei ist noch nicht vergangen. Eine liebenswert frische Erinnerung an eine Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat und auch ein Porträt des Lebensgefühls einer eigensinnigen Jugendkultur, für die Ängste vor der Zukunft noch wenig mehr als ein Fremdwort gewesen ist. Leicht und frei die Gedanken, lässig das Handeln. (JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Kanada MANNHEIM Do 22. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II Fr 23. November 22.00 Uhr Kino im Stadthaus I Sa 24. November 13.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Sa 24. November 18.00 Uhr Kino I So 25. November 19.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK We Have Forever . A nous l'éternité Psychologischer Krimi 109 Min., Kanada International Newcomer / Discoveries 2018 We are the Others . Nous sommes les autres MANNHEIM Do 15. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 17. November 21.30 Uhr Kino Atlantis So 18. November 16.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Fr 16. November 22.00 Uhr Kino I So 18. November 21.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK 67.

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Heimat ist immer die Kindheit 84 Min., Kanada, Uruguay International Newcomer / Wettbewerb 2018 KATHERINE JERKOVIC In Kanada geboren, in Belgien und Uruguay aufgewachsen, studierte Katherine Jerkovic, wieder zurück in Montréal, Filmwissenschaft an der Concordia University. Nach ihrem Abschluss realisierte sie abgesehen von vielen fiktionalen Kurzfilmen auch Experimentalfilme und eine Videoinstallation. „Les routes en février“ (2018) ist Jerkovics erster Langspielfilm. Eine junge Frau trauert um ihren verstorbenen Vater und macht sich in dieser schütteren Stimmung auf den Weg nach Uruguay, um den Familienwurzeln ihrer zehn Jahre zuvor nach Kanada ausgewanderten Eltern nachzuspüren. Nur fast verwehte Kindheitserinnerungen verbinden sie noch mit dem alten Heimatland. Sie trifft dort ihre Großmutter väterlicherseits. Auch die trauert darüber, dass sie ihren Sohn nun nie mehr wie- dersehen wird. Er hatte in den letzten zehn Jahren nie den Weg zu ihr gefunden.Aus Versehen, möchte man sagen, denn einen wirklichen Grund gab es dafür nicht. Außer jenem, von dem der Film vor allem erzählt: dass das Leben selten so funktioniert wie es soll. Mit großem poetischen Realismus schildert dieser wun- derbare Debütfilm die Begegnung der jungen mit der alten Frau, der Gegenwart mit der Vergangenheit, der neuen mit der alten Heimat. Es geht um das Weggehen und das Zurückkommen, um die tiefe Suche danach, bei sich selbst zu sein. Eigentlich also ist diese Reise aus Kanada zurück nach Uruguay eine seelische Reise, mit viel Atmosphäre und wenig Worten, großartig gespielt und großartig ins Bild gerückt. Denn was lauert hinter jedem Familiengeheimnis und jeder Reise zurück in die alte Heimat? Dass Heimat immer die Kindheit ist und dass man diese nie verliert, wo immer man hingeht. (MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Kanada / Uruguay Vom Kampf der Kulturen in den Herzen 81 Min., Mazedonien, Kosovo International Newcomer / Discoveries 2018 KASTRIOT ABDYLI wurde 1972 in Kumanovo, Mazedonien geboren. Er absolvierte ein Bachelorstudium in Schauspiel, und ein Masterstudium in Regie. Zudem studierte er Wirtschaftswissenschaften und Internationales Marketing. Abdyli ist vor allem durch seine Kurz- und Dokumentarfilme bekannt. „Kthimi” (2017) ist sein Spielfilmdebüt. Der junge Albaner Iliri ist fast am Ziel seiner Wünsche, als er mit seiner französischen Freundin nach sieben Jahren nach Albanien zurückkehrt. Vergessen ist die verzweifelte Not, mit der er ohne jegliche Perspektive von daheim ins Ausland geflüchtet war. Nun will er seine Freundin Sabine in der alten Heimat heiraten und so sein gefälschtes Visum in legale Papiere verwandeln. Für seine Familie ist seine Heimkehr aber kein Grund zu reiner Freude. Iliri ist mit den patriarchalischen und konservativen Vorstellungen seines Vaters konfrontiert.Auch seine zukünftige Frau fremdelt und so entsteht eine unerwarteter Konflikt der Kulturen, mit dem er nicht gerechnet hat. Trotzdem wird fröhlich gefeiert. Tradition verpflichtet. Unterschwellig aber tobt der Kampf um die Vorherrschaft der alten, moslemisch-albanischen Kultur oder der neuen westlichen Libe- ralität. Denn immerhin ist es eine Art Selbstzerstörung, wenn immer mehr junge Männer das Land Richtung Westen verlassen und ihre Tradition vergessen. Aber geht das überhaupt? Bleiben die Jungen nicht, wie in diesem Film auf wunderbar warmherzige Weise erzählt, mit ihrem Herzen trotzdem immer in der Heimat, und verstehen sie deshalb nicht die alten Väter nur allzu gut? (MK/JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Mazedonien / Albanien MANNHEIM Sa 24. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II So 25. November 13.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Fr 23. November 21.00 Uhr Kino II Sa 24. November 11.00 Uhr Kino II So 25. November 18.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Fr 16. November 22.00 Uhr Kino im Stadthaus I So 18. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 15. November 19.00 Uhr Kino II Sa 17. November 17.00 Uhr Kino II Mo 19. November 20.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK The Return . Kthimi Roads in February . Les routes en février 67.

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ignoriert haben. Wenn Filme international sind, dann müs- sen sie verschieden sein. Sie müssen den unglaublichen Reichtum an Varianten des filmischen Erzählens ebenso zulassen, wie wir uns das von der Musik, von Kleidung und Wohnungseinrichtungen, ja auch vom Essen wünschen. Wir möchten Sie sinnlich für eine Erkenntnis begeistern, die täglich wichtiger wird: Dass es die eigene Kultur, auch wenn sie einem noch so einzigartig erscheint, niemals geben kann ohne die fremde Kultur. Und dass das Frem- de unbedingt fremd bleiben muss, wenn man es schät- zen will. Dass es eben nicht gleichgeschaltet werden darf (wenn auch aus noch so „gutem Willen“), in dem man so tut, als wäre es „in Wahrheit“ woanders doch auch so wie bei uns. Nein, ist es nicht. Erst wenn man das Eigene und das Fremde in seiner Verschiedenheit akzeptiert, achtet man das Fremde, vermag es zu schätzen (im wahren Sinn des Wortes) und manchmal sogar es regelrecht zu lieben. Dr. Michael Kötz finden Sie im diesjährigen Programm. Und es sind Filme, in denen Sie zumeist die Herkunft der Geschich- te noch spüren können: Die Authentizität des Le- bens dort, die Sprache, die Art, miteinander umzu- gehen. Sie besuchen Ihre NachbarInnen auf dem Globus. Und so unverschlossen und freimütig, so direkt und so zutiefst mitmenschlich wie sich Ihnen die Nachbar- Innen in Form von Filmwerken aus ihren Lebenswelten zeigen, so nachhaltig und beeindruckend klappt das im wirklichen Leben, sagen wir auf Reisen, eher selten. Zugleich ist die Filmkunst wahrhaft international aktiv. Kaum noch entstehen größere Filmprojekte ohne Koproduktions- partner in anderen Ländern. (Wenn Sie die Angaben dazu bei den einzelnen Filmen beachten, merken Sie es deutlich.) Dabei freilich ist es äußerst wichtig, dass solche Zusammen- arbeit nicht dazu führt, dass die Geschichten egalisiert wer- den zu jenem universalen, kleinsten gemeinsamen Nenner, mit dem Hollywood international so erfolgreich wurde. Die Singularität der Kulturen geht dabei verloren. Wer dafür ein Bewusstein entwickelt, der wird, wie ich, dazu überge- hen, synchronisierte Filme zu hassen. Nämlich dafür, dass sie die originale Sprechweise der Mitwirkenden vollständig Internationalität FILME aus 25 Ländern Internationalität 67.

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Im gleißenden Licht von Wunsch und Wirklichkeit 72 Min., Norwegen International Newcomer / Discoveries 2018 BÅRD RØSSEVOLD (*1981) wuchs auf der Insel Valderøy an der Westküste von Norwegen auf, wo er früh seine Liebe zum Film entdeckte. Neben dem Studium der Medienwissen- schaften und Englischen Literatur, machte er einen Abschluss in Film- und Fernsehproduktion. Das 67. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg präsentiert seinen ersten Spielfilm „Kometen“ (2017). Gustav war acht Jahre alt und lag in dieser Nacht, in der der Komet kam, mit seinem Vater glücklich im Gras, den Sternenhimmel im Blick.Am nächsten Tag aber war sein Papa verschwunden. Und bis ins Erwachsenen­ alter hinein kann Gustav sich das nur damit erklären, dass Außerirdische ihn in einer fliegenden Untertasse mitgenommen haben. Die Mutter hat nie mehr davon gesprochen, auch sie hat keine Erklärung. Nun ist Gustav 20, ein Komet nähert sich erneut der Erde und der junge Mann ist sich sicher, dass sein Vater jetzt zurückkommt. Verblüfft begreift man, welche lebenslange Gewalt ein Trauma haben kann. Eine großarti- ge Parabel auf die unmenschliche Tragödie des plötzlichen Vaterverlustes in der Kindheit, erzählt wie ein Märchen unerklärbarer Ereignisse. Der wirkliche Vater ist natürlich logisch gesehen heute so kalt wie damals und am Ende wird Gustav souverän auf ihn verzichten und eine Frau und das Leben gewinnen. Wirklich großartig inszeniert, dieser Debütfilm – mit viel Bild und wenig Wort. Ein Film im gleißenden Licht von Wunsch und Wirklichkeit. (MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Norwegen Die Schamanin und der LKW-Fahrer 101 Min., Russland, Kirgisistan International Newcomer / Discoveries 2018 ELIZAVETA STISHOVA Mit „Suleiman Gora“ (2017) gibt die 1980 in Moskau geborene Elizaveta Stishova ihr Debüt als Spielfilm- regisseurin. Sie erlangte ihren Magister in Theaterregie an der Russischen Akademie für Theaterkunst, einer der ältesten Schauspielschulen Russlands, und studierte unter anderem bei Vladimir Menshov Regie und Drehbuch.

Ein merkwürdiger Film, der im Heute spielt und doch auch im Mittelalter. Erzählt wird von Karabas, einem chronischen Spieler und heftigen Trinker, der sich meist wie ein verantwortungsloses Kind im Körper eines Erwachsenen gibt. Als vor Jahren sein Sohn Uluk als Baby verloren ging, hatte er auch seine Frau Zhipara verlassen. Die ruft ihn jetzt zurück, denn sie behauptet, sie habe den kleinen Uluk wiedergefunden. Karabas kommt, bringt aber eine jüngere und schwangere neue Frau mit. Und natürlich steht die neue Patchwork- familie unter Druck. Zhipara verdient ihren Lebensunterhalt als Schamanin vor der Kulisse des mystischen Suleiman-Toos in Kirgisistan, einem zum Weltkulturerbe erklärten Berg. Und so geht es hin und her zwischen dem rauen LKW-Fahrer, der Schamanin, dem Kind und der neuen Frau in einer Moderne, die ihre Traditionen ganz offensichtlich nicht verbergen kann. Das geht nicht ohne Opfer vonstatten, die gebracht werden müs- sen, damit vor allem der alte Schlawiner Karabas ein neues Leben akzeptieren kann.Täuschungen erweisen sich als nützlich und irgendwann, als Karabas fast wieder sein altes Leben als umherziehender Vagabund mit seinem Lastwagen aufnehmen will, könnte doch noch alles gut werden. (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Russland / Kirgisistan MANNHEIM Fr 16. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II So 18. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Di 20. November 18.15 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Sa 17. November 18.00 Uhr Kino I Mo 19. November 16.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Do 15. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 17. November 21.30 Uhr Kino im Stadthaus I Mo 19. November 17.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Fr 16. November 21.00 Uhr Kino II So 18. November 15.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Suleiman Mountain . Suleiman Gora The Comet . Kometen 67.

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Gefördert durch die Stadt Mannheim V E R A N S T A L T E R H A U P T S P O N S O R E N U N T E R S T Ü T Z E R zu Gast beim 67. Internationalen Filmfestival Mannheim- Heidelberg mit ausgewählten Filmen aus dem Wettbewerb 2018. MO, 19.11.,16 Uhr • Alterskategorie 12 –17 Jahre • Kino 1 SA, 24.11., 11 Uhr • Alterskategorie 18 –27 Jahre • Kino 2 Im Stadthaus N1, Eintritt frei! KURZFILMFESTIVAL 17. –18. NOV. 2018 CINEMAXX MANNHEIM WWW.GIRLSGOMOVIE.DE Ein Job beim Festival? Beide Filmfestivals suchen MitarbeiterInnen ... Haben Sie Lust, dabei zu sein? Dann bewerben Sie sich doch! Ich will von Anfang bis Ende dabei sein! Dann schicken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit Lebenslauf, Fotos und einem Motivationsschreiben an info@fflu.de oder info@iffmh.de Ich will nur beim Festival selbst mitmachen! Lebenslauf und ein paar Worte an personal@fflu.de oder personal@iffmh.de Ich möchte ein Praktikum machen! (Juni–September oder September–November) Schicken Sie Ihren Lebenslauf und ein kurzes Schreiben an info@fflu.de oder info@iffmh.de Das Ganze ist auch per Post möglich an: Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein Luitpoldstraße 56 – 67063 Ludwigshafen z. H. Katrin Wild 67.

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Fast wie zu Stalins Zeiten… 71 Min., Estland, Polen, Tschechien Sondervorführung ASKOLD KUROV Der usbekische Regisseur Askold Kurov (*1974) thematisiert in seinen Filmen vor allem Menschenrechtsprobleme und soziale Konflikte im heutigen Russland. So stellt er in seinem Film „The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov“ (2017), die umstrittene Auslieferung des ukrainischen Filmregisseurs Sentsov an die russische Justiz in den Fokus. Ein Mann gibt ein Interview durch Gitterstäbe. Das wird er immer wieder tun. Es zieht sich durch den ganzen Dokumentarfilm über den auf der Krim geborenen ukrainischen Filmregisseur Oleg Sentsov, der sich auf den Prozess gegen ihn in Rostow am Don konzentriert, der die Welt bewegte. Zu 20 Jahren Lagerhaft in Sibirien wird der politische Aktivist in diesem minutiös dokumentierten Schauprozess verurteilt. Sentsov soll als Kopf einer rechten Terrorbewegung Anschläge unter anderem auf ein Lenin-Denkmal geplant haben, aber selbst das konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Die ganze Verhandlung ist eine öffentliche Farce, was der Film gerade dadurch zeigt, dass er trotz aller Schikanen ganz genau zusieht. Viele prominente europäische Filmemacher wie Pedro Almodóvar und Ken Loach sowie die Europäische Film Academy fordern Sentsovs Freilassung. Der usbekische Dokumentarfilmer Askold Kurov gibt dem Maidan-Aktivisten, dessen Leben inzwischen gefährdet ist, mit diesem eindrücklichen Film endlich wieder eine Stimme und zeigt die demagogischen Strategien der russischen Justiz unter Präsident Wladimir Putin. Oleg Sentsov hat inzwischen seinen Hungerstreik nach 145 Tagen auf ärztlichen Rat ausgesetzt. Die Vorführung dieses Films ist Ausdruck unserer Solidarität. (JS/MK) Russland / Estland Wo die Welt noch in Ordnung ist 86 Min., Schweden International Newcomer / Wettbewerb 2018 Malla Grapengiesser, Alexander Rynéus und Per Bifrost Das Trio Malla Grapengies- ser, Alexander Rynéus und Per Bifrost arbeitet seit Frühjahr 2011 an gemeinsamen Filmprojekten. So haben sie unter anderem die Filme „Malmberget“ (2011) und „Auto- nomous“ (2014) realisiert. „Händelser I Ydre“ (2018) ist der erste gemeinsame Film, bei dem alle drei Regie führten. Wie lebt es sich in Schwedens kleinster Gemeinde Ydre mit nur 3.600 EinwohnerInnen? Auf den ersten Blick wirkt Ydre wie eine Zauberwelt, wenn sie zum ersten Mal aus dem sprichwörtlichen Nebel auftaucht, eingebettet in märchenhafte Wälder und Seen, in denen man auf Trolle und Zwerge zu treffen glaubt. Der Bürgermeister bringt jedem eben erst geborenen Neubürger höchstpersönlich ein kleines Geschenk vorbei. Denn leider sterben mehr BürgerInnen als hinzukommen.Aber traurig ist deshalb niemand. Im Gegenteil. Und auch die neuen afrikanischen EinwandererInnen werden freundlich gefragt, was sie sich vom Leben in Ydre erwarten. Im Supermarkt kann man nicht einkaufen gehen, ohne ständig jemanden begrüßen zu müssen, den man kennt. Und was bedeutet das? „Das Leben wäre schrecklich ohne Liebe“, sagt jemand. Denn es bedeu- tet: keine Angst vor Nähe. Zwischen alten Mythen und einem gut funktionierenden ländlichen Alltag zeichnet dieser essayistische Dokumentarfilm das Bild einer lebendigen und lebensfrohen Gemeinde, in der jeder noch einen Scherz für den anderen übrig hat. Wie unglaublich cineastisch ein Dokumentarfilm sein kann, wenn er auf die vermeintliche Macht erklärender Worte verzichtet und ganz auf seine Bilder vertraut! (MK/JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Schweden MANNHEIM So 18. November 19.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Sa 17. November 13.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Di 20. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II Do 22. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 24. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Mi 21. November 21.00 Uhr Kino II Fr 23. November 17.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Giants and the Morning After . Händelser I Ydre TheTrial:TheStateofRussiavsOlegSentsov © Marx Film 67.

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GABRIELA PICHLER Die 1980 geborene schwedische Film- regisseurin Gabriela Pichler besuchte die Documentary School in Öland sowie die School of Film Directing in Göteborg. Ihr Spielfilmdebüt „Äta Sova Dö“ (2012) wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem nationalen Filmpreis Schwedens, dem Guldbagge. Es herrscht große Aufregung in der Kleinstadt Lafors in Schweden, weil ein deutsches Unternehmen sich eventuell mit dem „Superbilly“ ansiedeln will. Die erwarteten 500 Arbeitsplätze des neuen Supermarktes wären höchst willkommen. Und so beauftragen Bürgermeister und Stadtrat einen hoch angesehenen professionellen Werbefilmer, ein beeindruckendes Video über ihr Städtchen zu drehen. Gleichzeitig hat ein Lehrer aus dem Stadtrat aber zwei Mädels von der örtlichen Highschool motiviert, mit ihren Handykame- ras und Selfie-Sticks auch einen Film über Lafors zu drehen. Ein Wettbewerb zwischen Profis und Ama­ teurinnen, zwischen Imagefilm und Selbstgemachtem, beginnt. Und während die Profis mit menschenleeren aber schönen Landschaften und frisch angepinselten Fischerhütten zu punkten versuchen, erzählen Aida und Dana nur das, was sie kennen: die ungeschminkte Wahrheit ihres Alltags. Und raten Sie mal, wer ge- winnt? Ist also vielleicht auch die Kunst des Kinos nur dann gelungen, wenn sie ehrlich bleibt und uns nichts „verkaufen“ will? So fragt dieser höchst intelligente Film und zeigt uns sein Schweden wie es ist – ohne jeden falschen Anstrich. Eine Komödie über den Sieg der Dilettanten über die berufsmäßigen Verschönerer – mit großem Spaß bis ins kleinste Detail.(MK/JS) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Schweden Frauen als Soldatinnen – gegen den IS 80 Min., Deutschland, Spanien, Syrien International Newcomer / Discoveries 2018 ALBA SOTORRA 1980 in Spanien geboren, studierte Kommunikations- und Kulturwissenschaften. Sie hat in mehr als zwölf Ländern gelebt, gearbeitet und dort Dokumentar- wie auch Spielfilme realisiert. Dokumentarfilme sieht sie als kreative Möglichkeit, sich selbst und ihr Publikum mit der Welt als einen Ort des ständigen Wandels zu konfrontieren. Die junge Spanierin Alba Sotorra porträtiert hier eine kurdische Kommandeurin der „Women's Protection Unit“ (YPJ) im Kampf gegen ISIS. Und es beginnt mit einem Rückschlag.Von fünf Kugeln getroffen, muss sich Arian in einem improvisierten Lazarett vom Sturm ihrer Einheit auf Kobanê, Hochburg der Terroristen des IS, erholen. Sie ist unsicher, wie ihr Leben nun weitergeht und berichtet schwer gezeichnet und humpelnd vom Kampf der von ihr angeführten selbstbewussten Frauen gegen die Islamisten. Ihr geht es um die Freiheit und um die Emanzipation mit der Waffe in der Hand. Viele Gespräche der Filmemacherin mit ihrer Protagonistin und anderen Teilnehmerinnen an den Kämpfen zeigen, wie ernst sie es meinen und auch, dass ein brutaler Krieg mit heftigen Gefechten nicht einfach zu bewältigen ist. Einmal hält Arian einer Mitkämpferin ein Stück Stoff unter die Nase: „So hab ich gerochen vor dem Krieg. Nun ist alles anders.“ Gleichzeitig mit ihrem Kampf gegen die gnadenlosen IS-Kämpfer müssen sich die Frauen der YPJ auch gegen allgemeine patriarchalische Strukturen in den eigenen Reihen wehren. Sind sie deshalb so kampfbereit, weil sie sich den Männern be- weisen wollen? Oder ist das eines unserer Märchen, dass Frauen per se friedfertiger seien? (JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Spanien / Syrien MANNHEIM Do 15. November 18.00 Uhr Kino im Stadthaus I Fr 16. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II So 18. November 22.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Sa 17. November 15.00 Uhr Kino II Mo 19. November 21.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM Mi 21. November 21.30 Uhr Kino Atlantis Fr 23. November 21.00 Uhr Kino im Stadthaus II So 25. November 14.00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 22. November 21.00 Uhr Kino II Sa 24. November 14.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK Commander Arian – A Story of Women, War and Freedom Nur Amateure lügen nicht!

102 Min., Schweden International Newcomer / Discoveries 2018 Amateurs . Amatörer © Tobias Henriksson © Tobias Henriksson 67. 38

Vom Morden, das auch noch ehrenhaft sein soll 103 Min., Türkei, Deutschland, Bulgarien International Newcomer / Wettbewerb 2018 ÖMÜR ATAY (*1969) studierte Filmregie an der Marmara Universität in Istanbul und gewann für seinen Kurzfilm „Necropolis“ (1998) den ersten Platz des Ifsak Short Film Festival. Sein erster Langspielfilm „Kardeşler“ (2018), zu dem er auch das Drehbuch verfasste, feiert beim 67. Internationalen Filmfestival Mannheim- Heidelberg seine Deutschlandpremiere. Der Ehrenmord im Geist der moslemisch-patriarchalen Gesellschaft. Das Thema kennen wir doch. Nein, nicht ganz.Weil man sich oft damit begnügt, die schaurige Geschichte zu erzählen, von der Anstiftung bis zur brüderlichen Hinrichtung der Schwester im Namen des Vaters. Auch hier ist genau dies geschehen. Yusuf wird nach vier Jahren aus einem Gefängnis für minderjährige Straftäter entlassen. Er hat gesessen für den „Ehrenmord“ an der Schwester. Schulterklopfen des großen Bruders: Nun komm schon, das Leben geht weiter. Nein, geht es nicht. Und je weniger der junge Mann seines Lebens froh wird, desto krasser wirken die fröhlichen Bemerkungen der anderen, so, als sei doch nicht wirklich etwas Wichtiges passiert damals vor vier Jahren. Man begreift, wie tief das System verankert ist, dem auch heute noch und täglich zahllose Frauen geopfert werden – so wie dereinst bei uns vermeintliche Hexen für den christlichen Fundamentalis- mus zu sterben hatten. In diesem ungewöhnlich feinen und intensiven Film aber dämmert der Keim einer Hoffnung, so etwa ab der 45. Minute. Denn vielleicht könnte es sein, dass die heute jungen Männer das ver- lieren, was ja die absolute Bedingung für jeden dieser grausigen Ehrenmorde ist: die skrupellose Tapferkeit, auf die der Macho so stolz ist. Ein meisterlicher Debütfilm. (MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 Nominiert für den Grand Newcomer Award 2018 Türkei Warum Männer nie die kleinen Ge­ sten und Blicke, mit denen die Liebe beginnt, richtig deuten können ... 84 Min., USA International Newcomer / Discoveries 2018 MELISSA B. MILLER arbeitete bereits bei Produktionsfirmen wie New Line Cinema und Universal Pictures. Der erste von ihr produzierte Film „The Tested“ (2010) gewann den Hauptpreis beim American Black Film Festival 2011. Bei uns stellt sie nun mit „All These Small Moments“ (2018) ihr Erstlingswerk als Regisseurin und Autorin vor.

Brooklyn im Winter. Jeden Morgen sieht der Teenager Howie im Bus eine blonde Frau, die viel älter ist als er. Sie lächelt ihn kaum an. Er sieht jedes Detail an ihr und kann bald an nichts anderes mehr denken als an Odessa. So heißt sie und sie hat längst bemerkt, dass der Junge sie vergöttert. Howie lässt dagegen eine Mitschülerin abblitzen, die ihm das Innerste ihrer Seele offenbart. Doch Howie hat nur Augen für Odessa, die auf dem „Farmers Market“ selbst gezogenes Gemüse verkauft und gerade innerlich eine Scheidung verar- beitet. Äußerlich unspektakulär aber mit viel innerer Dramatik, inszeniert die Autorin und Regisseurin dieses Debüts all die kleinen Momente, die das Glück des Lebens ausmachen. Und so sorgt sich der Vater um sein schwindendes Liebesgefühl, während der Sohn es gerade entdeckt.Aber besonders klug sind beide Männer dabei nicht. Weil Männer die kleinen Gesten und Blicke, mit denen die Liebe beginnt oder fortbesteht, nicht richtig deuten können. Und zartere Hinweise schon gar nicht. Ein eleganter und authentischer Film über das Liebesgefühl in all seinen Variationen und über den Zeitpunkt, in dem man endlich mal etwas sagen muss, damit es weiter geht. Oder wenigstens einen roten Ball werfen ...(JS/MK) Nominiert für den Publikumspreis 2018 USA MANNHEIM Mi 21. November 19.00 Uhr Kino im Stadthaus II Fr 23. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II So 25. November 17.30 Uhr Kino Atlantis HEIDELBERG Do 22. November 20.00 Uhr Kino I Sa 24. November 17.00 Uhr Kino II u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK MANNHEIM So 18. November 17.00 Uhr Kino im Stadthaus II Di 20. November 17.30 Uhr Kino Atlantis Sa 24. November 13.00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Sa 17. November 22.00 Uhr Kino I So 18. November 14.00 Uhr Kino I Mo 19. November 18.00 Uhr Kino I u FSK: ab 18 Jahre, da keine FSK All These Small Moments Brothers . Kardeşler 67.

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Bei uns liegt das Programmheft aus! WIR WERBEN FÜR DAS FESTIVAL! MANNHEIM Basic Biomarkt B1, 3-5 | 68159 Mannheim | Tel: 0621-33651430 www.basic-bio-genuss-fuer-alle.de Café Lemberg Seckenheimer Str. 112-114 | 68165 Mannheim Tel. 062-4316880 | www.lemberg-mannheim.de Hotel - Restaurant - Café Memo Käfertalerstr. 5| 68167 Mannheim Tel. 0621-3393133 | www.hotel-memo.de Hut Konrad C1, 8 | 68159 Mannheim Tel. 0621-26630 | www.hut-konrad.de Bernhardus C3, 8 | 68159 Mannheim Tel. 0621-26729 | www.bernhardus-buch.de Löwen Apotheke P2, 10 | 68161 Mannheim Tel. 0621-126390 | www.loewen-apotheke.de Café Prag E4, 17 | 68159 Mannheim Tel. 0621-76059876 | www.cafeprag.de Buchhandlung Karl Böttger Sennteichplatz 2 | 68199 Mannheim Tel.0621-856506 | buch-boettger.buchhandlung.de Der Biomarkt Hauptstraße 82 | 68259 Mannheim | Tel. 0621- 7362670 | www.derbiomarkt-mannheim.de S‘Brett Q5, 4 | 68161 Mannheim Tel. 0621-43007854 | www.s-brett.de Bücher Bender O4, 2 | 68161 Mannheim | Tel. 0621-129710 www.buecher-bender.de Optik Delker P3, 10 | 68161 Mannheim | Tel. 0621-20901 www.optik-delker.de Thalia.de P7, 22 | 68161 Mannheim Tel. 0621-3098800 | www.thalia.de C1, 6-7 | 68159 Mannheim Tel. 0621-4329080 | www.thalia.de Atlantis Kino K2, 32 | 68159 Mannheim Tel. 0621-21200 | www.atlantis-kino.de Ehrenhof Ost | Mensa am Schloss Bismarckstraße 10 | 68161 Mannheim Tel. 0621-49072601 | www.eo-mannheim.de Xanthippe Buchhandlung T3, 4 | 68161 Mannheim | Tel. 0621-21663 www.frauenbuchladen-xanthippe.de Pelikan Apotheke F1, 1 | 68159 Mannheim | Tel. 0621-26953 www.apotheke-pelikan.de Odeon G7, 10 | 68159 Mannheim Tel. 0621-1565509 | www.atlantis-kino.de Bahnhofsbuchhandlung Karl Schmitt & Co. Willy-Brandt-Platz 17 | 68161 Mannheim Tel. 0621-1568081 | www.schmitt-hahn.de RIZ Café H7, 38 | 68159 Mannheim Tel. 0621-27958 Studierendenwerk Mannheim Bismarckstraße 10 | 68161 Mannheim Tel. 0621-49072333 www.stw-ma.de Papyrien O6, 10 | 68161 Mannheim Tel. 0621-106555 Arte e Gusto Seckenheimer Str. 27 | 68165 Mannheim Tel. 0621-43295717 | www.arteegusto.de Eismanufaktur zeitgEISt Meerfeldstraße 45 | 68163 Mannheim Tel. 0621-44590157 | www.eis.jetzt Kombüse Jungbuschstraße 23 | 68159 Mannheim Tel. 0621-43737061 | www.kombuese-ma.de Rheingoldhalle Rheingoldstraße 215-217 | 68199 Mannheim Tel. 0621-84309875 Café Vienna S1, 15 | 68161 Mannheim Tel. 0621-44579537 | www.cafevienna.de REGION RHEIN-NECKAR Thalia.de Rathausplatz 8 | 67227 Frankenthal Tel. 06233-35720 | www.thalia.de Sapperlot Werkstatt Bühne | Stiftstr. 18 64653 Lorsch | Tel: 06251-970538 www.sapperlottheater.de         Olympia Kino | Hölderlinstr. 2 69493 Hirschberg | Tel. 06201-509195 www.olympia-leutershausen.de Filmwelt Grünstadt | Von-Ketteler-Ring 14 67269 Grünstadt | Tel. 06359-3242 www.filmwelt-gruenstadt.de Buchhandlung Kieser | Carl-Theodor-Str. 4-6 68723 Schwetzingen | Tel. 06202-5777990 www.buchhandlung-kieser.de Bücherinsel Mannheimerstr. 30 | 68723 Schwetzingen Tel. 06202-17872 | www.buecherinsel10.de Buchhandlung Oelbermann Wormser Str. 12 | 67346 Speyer Tel. 06232-60230 | www.oelbermann.de Rhein-Neckar-Zentrum, 68519 Viernheim Hugendubel im Rhein-­Neckar-­Zentrum Robert-Schumann-Str. 1 | 68519 Viernheim Tel. 06204-606811 | www.hugendubel.de Kur Apotheke Bahnhofsplatz 1 | 67098 Bad Dürkheim Tel. 06322-989844 | www.kur-apotheke-duew.de Musikgarage Bahnhofstr. 24 | 64625 Bensheim Tel. 06251-680352 | www.musikgarage.de Spei’rer Buchladen Korngasse 17 | 67346 Speyer Tel. 06232-72018 | www.speirerbuchladen.de Eulenspiegel Buchhandlung | Hesselgasse 26 69168 Wiesloch | Tel. 06222-54350 www.buchhandlung-eulenspiegel.net Lux Kinos August-Bebel-Straße 7-9 | 67227 Frankenthal Tel. 06233-27110 | www.lux-kinos.de Roxy Kinos | Konrad-­Adenauer-­Str. 23 67433 Neustadt an der Weinstraße Tel. 06321-­ 2659 | www.roxy.de Bioland Gärtnerei & Naturkost Blattlaus Hauptstr. 4 | 67133 Maxdorf Tel. 06237 4030768 www.blattlaus-maxdorf.de Denn´s Biomarkt Bergstr. 41 | 69469 Weinheim Tel. 06201-2556775 | www.denns-biomarkt.de Scheffelstr. 67 | 68723 Schwetzingen Tel. 06202-9456717 | www.denns-biomarkt.de Wormser Str. 49 | 67346 Speyer Tel. 06232-31540 | www.denns-biomarkt.de Bahnhofstr. 41, 67346 Speyer Tel. 06232-8106627 | www.denns-biomarkt.de Schönauer Str. 16-18 | 67547 Worms Tel. 06241-6787877 | www.denns-biomarkt.de Café Amalie Korngasse 13 | 67346 Speyer Tel. 06232-6021930 | www.cafe-amalie.de Schwetzinger Zeitung Carl-Theodor-Str. 1 | 68723 Schwetzingen Tel. 06202 205-205 | www.morgenweb.de/ schwetzinger-zeitung.html Tanz-Treff-Thiele Raiffeisenstraße 10 | 67346 Speyer Tel. 06232-63311 | www.tanz-treff-thiele.de Orthopädie Kurpfalz Bahnhofstrasse 51 | 67346 Speyer Tel. 06232-317910 | www.orthokur.de HEIDELBERG Bahnhofsbuchhandlung Karl Schmitt & Co. Willy-Brandt-Platz 5 | 69115 Heidelberg Tel. 06221-585122 | www.schmitt-hahn.de HD (06221) 4577-0 · www.baier.de Baier Digitaldruck Mönchhofstr. 3 | 69120 Heidelberg Tel. 06221-457711 | www.baier.de Im Neuenheimer Feld 371 | 69120 Heidelberg Tel. 06221-600090 | www.baier.de Wein-Refugium Fritz-Frey-Sir. 15 | 69121 Heidelberg Tel. 06221-136161 | www.weinrefugium.de Kunstverein e.V.

Hauptstr. 97 | 69117 Heidelberg Tel. 06221-184086 | www.hdkv.de Copy Quick Kopierladen Sandgasse 4a | 69117 Heidelberg Tel. 06221-183597 | www.baier.de Café Romantic Hauptstr. 165 | 69117 Heidelberg Tel. 06221-602958 lehmanns media Universitätsplatz 12 | 69117 Heidelberg Tel. 06221-905670 | www.lehmanns.de Max & Alex Bergheimer Str. 71 | 69115 Heidelberg Tel. 06221-25234 | www.maxundalex.de Zigarren Grimm Sofienstraße 11 | 69115 Heidelberg Tel. 06221-20909 | www.zigarren-grimm.de Schmelzpunkt Hauptstr. 90 | 69117 Heidelberg | Tel. 06221-­ 5860559 | www.schmelzpunkt-­ heidelberg.de Dossenheimer Landstraße 2 • 69121 Heidelberg-Handschuhsheim Fon 06221/475510 • Fax 06221/475303 • rkg@buecherstube-hd.de www.buecherstube-handschuhsheim.de Bücherstube an der Tiefburg Dossenheimer Landstr. 2 | 69121 Heidelberg Tel. 06221-475510 www.buecherstube-handschuhsheim.de Denn's Biomarkt Bahnhofstr. 33 | 69115 Heidelberg Tel. 06221-­ 5850600 | www.denns-biomarkt.de Fritz-Frey Str. 15 | 69121 Heidelberg-Handschuhsheim Tel. 06221-4385390 | www.denns-biomarkt.de Red - die grüne Küche Poststraße 42 | 69115 Heidelberg Tel. 06221-9145206 | www.red-diegruenekueche.de LUDWIGSHAFEN Kichererbse Bio-Feinkost Mundenheimer Str. 243 | 67061 Ludwigshafen Tel.0621-562888 | www.kichererbse-naturkost.de Rathaus-Center | Rathausplatz 20 67059 Ludwigshafen | Tel. 0621-591010 www.rathauscenter-ludwigshafen.de Tee Gschwendner Rathausplatz 20 | 67059 Ludwigshafen Tel. 0621-521700 | www.teegschwendner.de Thalia.de Im Zollhof 4, 67061 Ludwigshafen Tel. 0621-3069610 | www.thalia.de Walzmühlcenter Yorckstr. 2 | 67061 Ludwigshafen Tel. 0621-586290 | www.walzmuehle.de Dr. Rossa & Partner Mundenheimer Str. 251 | 67061 Ludwigshafen Tel. 0621-562666 | www.dr-rossa-partner.de Yoga Spirits Rheinallee 1 | 67061 Ludwigshafen Tel. 0621-67180064 | www.yoga-spirits.de Hof Apotheke Ludwigshafen aug Hof Apotheke Ludwigshafen Schillerstr. 1 | 67071 Ludwigshafen Tel. 0621-67181250 www.ludwigshafen-apotheke.de Pi Bar Bahnhofstraße 7-9 | 67059 Ludwigshafen Tel.01523-8868608 67.

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© Nordisk Film Production 82 MIN. – VON JØRGEN LERDAM, PHILIP EINSTEIN LIPSKI, AMALIE NÆSBY FICK I DÄNEMARK 2017 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 6 JAHREN Der Elefant Mika und die Katze Sebastian leben ein beschauliches Leben, bis sie eines Tages eine Flaschenpost aus dem Wasser ziehen, in der sich neben einem Brief ihres spurlos verschwundenen Bürgermeisters auch ein Samenkorn befindet. Über Nacht wächst dieses zu einer gigantischen Birne heran. Kurzerhand bauen die beiden die Birne zu einem Segelboot um und machen sich mit ihrem Freund,dem schrulligen Professor Glykose, auf die Suche nach dem vermissten Bürgermeister. Getreu der Kinderbuchvorlage des dänischen Autors Jakob Martin Strid entwickelt sich ein rasantes Animationsfilmabenteuer, das vor Einfallsreichtum und Witz nur so sprudelt.

Realverfilmung des Kinderbuchklassikers von Michael Ende. Da es auf der kleinen Insel Lummerland zu eng wird, begeben sich das Findelkind Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer mit Lok Emma auf eine wundersame Abenteuerreise.DabeibegegnensieskurrilenGestalten,wieeinemHalbdrachen, einem Scheinriesen, Piraten und sogar einer chinesischen Prinzessin. Der Gewinnerfilm des „Goldenen Nils 2018“ des Festival des deutschen Films „vereint alle Eigenschaften, die einen guten Kinderfilm ausmachen“, befand die Nils-Nager-Kinderjury: „Eine bunte und unterhaltsame Mischung aus Fantasie, Abenteuer und Humor in einer sehr aufwändigen Produktion, der man anmerkt, dass der Film mit viel Leidenschaft gedreht wurde.“ 110 MIN. – VON DENNIS GANSEL I DEUTSCHLAND 2018 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 6 JAHREN MANNHEIM Di 20. Nov. 09:15 Uhr Kino im Stadthaus I Fr 23. Nov. 15:00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Sa 17. Nov. 10:00 Uhr Kino I Mo 19. Nov. 09:15 Uhr Kino I 5 MIN. – VON BURKHARD FRIES MIT DER KLASSE 3B DER PFINGSTBERGSCHULE MANNHEIM Eine Maus namens Paul Armstrong möchte ihren befreundeten Mäusen beweisen, dass der Mond nicht aus Käse ist. Dazu muss sie aber erst einmal selbst auf den Mond fliegen. Unmöglich für eine Maus? Denkste! Ein Trickfilm in Stop-Motion-Technik, frei nach dem Bilderbuch „Armstrong“ von Torben Kuhlmann (Nord-Süd-Verlag), etwas abgeändert von den Kindern der Klasse 3b, Pfingstbergschule Mannheim, Schuljahr 2017/18. Wir zeigen den Kurzfilm vor jeder regulären Kinderfilmvorstellung – mit Ausnahme der Vorstellungen von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Armstrong Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne 97 MIN. – VON KAREL JANÁK I TSCHECHISCHE REPUBLIK 2017 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 6 JAHREN Ondra ist ein herzensguter Mensch. Er lebt von Gelegenheitsarbeiten und landet so bald auch am Hofe eines Grafen, wo er dessen bezaubernde Tochter Rézinka kennenlernt. Plötzlich taucht Matej auf, der sich als Dämon entpuppt und Ondra anbietet, ihm all seine Wünsche zu erfüllen. Doch ein Pakt mit dem Teufel – das kann ganz schön gefährlich werden! Schauprächtig ausgestattetes Märchen über Freundschaft und die wichtigen Dinge im Leben, in bewährter tschechischer Kinderfilm-Tradition.

Der beste Freund MANNHEIM Do 22. Nov. 09:30 Uhr Kino im Stadthaus II So 25. Nov. 10:00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Mo 19. Nov. 15:00 Uhr Kino II Mi 21. Nov. 09:15 Uhr Kino I © Pavla Cerna © Warner Bros MANNHEIM Fr 16. Nov. 09:15 Uhr Kino im Stadthaus I Mi 21. Nov. 15:00 Uhr Kino im Stadthaus II Sa 24. Nov. 10:00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Fr 16. Nov. 15:00 Uhr Kino II Di 20. Nov. 09:30 Uhr Kino II So 25. Nov. 10:00 Uhr Kino I 15. – 25. November 2018 Internationale Kinoabenteuer für die Kleinen! Unser Kinderfilmfest 67.

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Der schüchterne Albert, sein Freund Emam und dessen Schwester Johanna überwältigen auf dem Weihnachtsmarkt des Hoteliers Bosak einen Taschendieb. Zur Belohnung bekommen sie von einem mysteriösen Mann drei Wünsche geschenkt. Während Emam und Johanna unüberlegt ihre Chance verpuffen lassen, spart Albert sich seinen Wunsch auf. Das aber ist nicht ungefährlich, denn auch Bosaks Sohn hat es auf diesen Wunsch abgesehen! Ein Weihnachtsfilm der ganz anderen Art – voll unvorhersehbarer Überraschungen.

102 MIN. – VON VÍT KARAS I TSCHECHISCHE REPUBLIK 2017 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 8 JAHREN 86 MIN. – VON RAŠKO MILJKOVIĆ I SERBIEN, MAZEDONIEN 2018 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 8 JAHREN Der zehnjährige Jovan leidet seit seiner Geburt an einer Bewegungsstörung. Seine Nachmittage verbringt er meist in der Physiotherapie. Hier flüchtet er sich in Tagträume und wird dort zu „Superman“. Anders ergeht es ihm in der Schule, wo Jovan kaum beachtet wird. Bis eines Tages Milica in seine Klasse kommt. Die neue Mitschülerin gewinnt schnell sein Vertrauen. Und schon bald begeben sich die beiden gemeinsam auf Hexenjagd, denn Milicas mysteriöse Stiefmutter scheint ein dunkles Geheimnis zu haben. Ein wunderbarer Film über die kindliche Einbildungskraft und die Magie der Freundschaft. Die kleinen Hexenjäger MANNHEIM So 18. Nov. 12:00 Uhr Kino im Stadthaus I Di 20. Nov. 09:30 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Sa 17. Nov. 12:00 Uhr Kino I Fr 23. Nov. 15:00 Uhr Kino II MANNHEIM Fr 16. Nov. 15:00 Uhr Kino im Stadthaus II Mo 19. Nov. 09:15 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Do 22. Nov. 09:30 Uhr Kino II Sa 24. Nov. 12:00 Uhr Kino I Der dritte Wunsch 96 MIN. – VON HENRY RINCÓN I KOLUMBIEN 2016 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 8 JAHREN Eduardo hat mit seinen zehn Jahren schon einiges durchgemacht. Im Bürgerkrieg hat er ein Bein verloren und gerade wurde er von seinen Eltern auf ein Internat geschickt. Dort macht ihm der strenge Direktor das Leben schwer. Doch Eduardo und seine Freunde haben einen Traum: Sie wollen mit ihrer Fußballmannschaft an einem Turnier teilnehmen. Mit Hilfe ihres Musiklehrers und einer großen Portion Mut und Hoffnung wagen sie sich an ihr Vorhaben. Eine ergreifende Geschichte über den scheinbar unmöglichen Traum eines kolumbianischen Jungen. MANNHEIM Sa 17. Nov. 12:00 Uhr Kino im Stadthaus I Fr 23. Nov. 09:30 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG Fr 16. Nov. 09:30 Uhr Kino II Mi 21. Nov. 15:00 Uhr Kino II Sa 24. Nov. 10:00 Uhr Kino I Heldenschritte © Pavla Cerna 67.

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82 MIN. – VON PIYUSH PANJUANI I INDIEN 2017 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 8 JAHREN Zusammen mit seiner Großmutter Ameena lebt der siebenjährige Hamid in einem kleinen Dorf am Fuße des Himalayas. Der letzte Tag des Ramadan steht bevor und Hamid freut sich schon riesig darauf, mit seinen Freunden das Fest des Fastenbrechens auf der Kirmes zu feiern. Doch als er die 5-Rupien-Münze verliert, die ihm seine Großmutter mit auf den Weg gegeben hat, nimmt das Abenteuer seinen Lauf. 90 MIN. – VON ANNA KERSTING I DEUTSCHLAND 2018 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 11 JAHREN Der Dokumentarfilm erzählt von Kindern in Indien, die keine Lust mehr darauf haben, Armut, Umweltverschmutzung, Gewalt und Kinderarbeit hinzunehmen. Sie gründen ein eigenes Parlament, bestimmen ihre eigenen MinisterInnen und verbessern damit nicht nur ihr eigenes Leben. „‚Power to the Children‘ ist ein wichtiger und inspirierender Dokumentarfilm für Kinder über Kinder, der auch als Appell an die Welt verstanden werden kann, den mutigen Kindern Indiens nachzueifern und sich für Kinderrechte einzusetzen“, begründet die FBW ihre Auszeichnung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“.

Die elfjährige Sylvia träumt schon lange davon, mit ihrer Familie nach Rom zu fahren. Ihre Mutter ist depressiv, ihr Vater von der Situation überfordert. Also beschließt sie eines Tages, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und reist alleine von der Toskana aus in die Hauptstadt Italiens. Im Zug begegnet sie der unerschrockenen Emina, folgt ihr durch die Großstadt und darf schließlich bei ihr in der Roma-Siedlung übernachten. Während für die Mädchen ein turbulentes Abenteuer beginnt, machen sich Sylvias besorgte Eltern auf die Suche nach ihrer Tochter.

78 MIN. – VON SANDRA VANNUCCHI I ITALIEN, SCHWEIZ 2017 UNSERE EMPFEHLUNG: AB 11 JAHREN AbenteuerRom Fünf Rupien MANNHEIM Fr 16. Nov. 09:30 Uhr Kino im Stadthaus II So 25. Nov. 12:00 Uhr Kino im Stadthaus I HEIDELBERG Mo 19. Nov. 09:30 Uhr Kino II Di 20. Nov. 15:00 Uhr Kino II So 25. Nov. 12:00 Uhr Kino I MANNHEIM Sa 17. Nov. 10:00 Uhr Kino im Stadthaus I Mi 21. Nov. 09:30 Uhr Kino im Stadthaus II Do 22. Nov. 15:00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG So 18. Nov. 10:00 Uhr Kino I Fr 23. Nov. 09:30 Uhr Kino II MANNHEIM So 18. Nov. 10:00 Uhr Kino im Stadthaus I Mo 19. Nov. 09:30 Uhr Kino im Stadthaus II Di 20. Nov. 15:00 Uhr Kino im Stadthaus II HEIDELBERG So 18. Nov. 12:00 Uhr Kino I Mi 21. Nov. 09:30 Uhr Kino II Do 22. Nov. 15:00 Uhr Kino II Power to the Children – Kinder an die Macht Unterrichts- und Begleitmaterial finden Sie unter: www.powertothechildren-film.com/de Die Regisseurin ist in Heidelberg am Sonntag, den 18.11. und in Mannheim am Montag, den 19.11.

zu Gast und spricht im Anschluss über ihren Film. – Italienisch mit deutschen Untertiteln – 67. 43

MANNHEIM HEIDELBERG Donnerstag, 15. November Kino im Stadthaus I Kino im Stadthaus II Kino Atlantis Kino I Kino II 15.00 Uhr A Polar Year S. 25 18.00 Uhr Amateurs S. 38 17.00 Uhr When Arabs Danced S. 8 17.30 Uhr Goliath96 S. 15 17.00 Uhr RocKabul S. 7 20.00 Uhr East of Sweden S. 24 19.00 Uhr Suleiman Mountain S. 35 19.30 Uhr Vom Lokführer, der die Liebe suchte ... S. 19 20.00 Uhr Eröffnung mit Tazzeka S. 5 19.00 Uhr The Return S. 33 22.00 Uhr Jirga S. 7 21.00 Uhr We are the Others S. 32 21.30 Uhr Finland's Finest S. 24 22.15 Uhr Para'i S. 8 21.00 Uhr Socrates S. 9 Freitag, 16. November 9.15 Uhr Jim Knopf S.

41 9.30 Uhr Abenteuer Rom S. 43 9.30 Uhr Heldenschritte S. 42 15.00 Uhr Der dritte Wunsch S. 42 14.00 Uhr Socrates S. 9 15.00 Uhr Jim Knopf S. 41 18.00 Uhr Goliath96 S. 15 17.00 Uhr The Comet S. 35 17.30 Uhr Para'i S. 8 16.00 Uhr Vom Lokführer, der die Liebe suchte ... S. 19 17.00 Uhr When Arabs Danced S. 8 20.00 Uhr Tazzeka S. 5 19.00 Uhr Socrates S. 9 19.30 Uhr RocKabul S. 7 18.00 Uhr The Queen of Fear S. 6 19.00 Uhr East of Sweden S. 24 22.00 Uhr The Return S. 33 21.00 Uhr Amateurs S. 38 21.30 Uhr A Polar Year S. 25 20.00 Uhr Jirga S. 7 21.00 Uhr Suleiman Mountain S. 35 22.00 Uhr We are the Others S. 32 23.00 Uhr The Violin Player S.

23 Samstag, 17. November 10.00 Uhr Fünf Rupien S. 43 10.00 Uhr Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne S. 41 11.00 Uhr Finland's Finest S. 24 12.00 Uhr Heldenschritte S. 42 12.00 Uhr Die kleinen Hexenjäger S. 42 13.00 Uhr The Trial S. 37 14.00 Uhr Finland's Finest S. 24 14.30 Uhr The Violin Player S. 23 14.00 Uhr Goliath96 S. 15 15.00 Uhr Amateurs S. 38 16.00 Uhr Vom Lokführer, der die Liebe suchte ... S. 19 17.00 Uhr When Arabs Danced S. 8 15.30 Uhr My North is the South S. 12 16.00 Uhr Socrates S. 9 17.00 Uhr The Return S. 33 18.00 Uhr Jirga S. 7 19.00 Uhr Dead Pigs S. 12 17.30 Uhr Cowboy Camembert S.

27 18.00 Uhr The Comet S. 35 19.00 Uhr Tazzeka S. 5 20.00 Uhr Socrates S. 9 21.15 Uhr East of Sweden S. 24 19.30 Uhr Adam und Evelyn S. 13 20.00 Uhr Para'i S. 8 21.00 Uhr RocKabul S. 7 21.30 Uhr Suleiman Mountain S. 35 23.00 Uhr A Polar Year S. 25 21.30 Uhr We are the Others S. 32 22.00 Uhr All These Small Moments S. 39 22.30 Uhr The Queen of Fear S. 6 Sonntag, 18. November 10.00 Uhr Fünf Rupien S. 43 11.00 Uhr When Arabs Danced S. 8 10.00 Uhr Power to the Children S. 43 11.00 Uhr The Queen of Fear S. 6 12.00 Uhr Power to the Children S. 43 13.00 Uhr Vom Lokführer, der die Liebe suchte ... S. 19 12.00 Uhr Die kleinen Hexenjäger S.

42 13.00 Uhr Adam und Evelyn S. 13 14.00 Uhr All These Small Moments S. 39 15.00 Uhr Suleiman Mountain S. 35 14.00 Uhr A Polar Year S. 25 15.00 Uhr Para'i S. 8 15.30 Uhr East of Sweden S. 24 16.00 Uhr Goliath96 S. 15 16.30 Uhr Jirga S. 7 16.00 Uhr We are the Others S. 32 17.00 Uhr All These Small Moments S. 39 17.30 Uhr Resin S. 29 18.00 Uhr Dead Pigs S. 12 18.30 Uhr The Violin Player S. 23 18.00 Uhr The Return S. 33 19.00 Uhr Tazzeka S. 5 19.30 Uhr The Trial S. 37 20.15 Uhr Cowboy Camembert S. 27 21.00 Uhr We are the Others S. 32 20.00 Uhr Goliath96 S. 15 21.00 Uhr RocKabul S. 7 21.30 Uhr The Comet S. 35 22.00 Uhr My North is the South S.

12 23.00 Uhr Para'i S. 8 22.00 Uhr Amateurs S. 38 Spielplan 2018 67. 44

MANNHEIM HEIDELBERG Montag, 19. November Kino im Stadthaus I Kino im Stadthaus II Kino Atlantis Kino I Kino II 9.15 Uhr Der dritte Wunsch S. 42 9.30 Uhr Power to the Children S. 43 9.15 Uhr Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne S. 41 9.30 Uhr Abenteuer Rom S. 43 16.00 Uhr Girls Go Movie S. 36 17.00 Uhr Fenster Blau S. 15 17.30 Uhr Suleiman Mountain S. 35 14.30 Uhr Fire Lily S. 21 15.00 Uhr Der beste Freund S. 41 18.00 Uhr The Queen of Fear S. 6 19.00 Uhr My North is the South S. 12 19.30 Uhr The Violin Player S. 23 16.00 Uhr The Comet S. 35 17.00 Uhr When Arabs Danced S. 8 20.00 Uhr Dead Pigs S. 12 21.00 Uhr Resin S.

29 21.30 Uhr Fire Lily S. 21 18.00 Uhr All These Small Moments S. 39 19.00 Uhr Adam und Evelyn S. 13 22.15 Uhr Cowboy Camembert S. 27 22.30 Uhr RocKabul S. 7 20.00 Uhr The Return S. 33 21.00 Uhr Amateurs S. 38 22.00 Uhr East of Sweden S. 24 Dienstag, 20. November 9.15 Uhr Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne S. 41 9.30 Uhr Die kleinen Hexenjäger S. 42 9.30 Uhr Jim Knopf S. 41 14.00 Uhr Jirga S. 7 16.00 Uhr Dead Pigs S. 12 15.00 Uhr Power to the Children S. 43 16.00 Uhr The Violin Player S. 23 15.00 Uhr Abenteuer Rom S. 43 18.15 Uhr The Comet S. 35 17.00 Uhr Giants and the Morning After S. 37 17.30 Uhr All These Small Moments S.

39 18.00 Uhr My North is the South S. 12 17.00 Uhr Cowboy Camembert S. 27 20.00 Uhr Orange Days S. 27 19.00 Uhr The Queen of Fear S. 6 19.30 Uhr Adam und Evelyn S. 13 20.00 Uhr Resin S. 29 19.00 Uhr The Fireflies Are Gone S. 31 22.00 Uhr 2 Hours from Paris S. 25 21.00 Uhr Blood and the Moon S. 29 21.30 Uhr Fenster Blau S. 15 22.00 Uhr Dead Pigs S. 12 21.00 Uhr Fire Lily S. 21 Mittwoch, 21. November 9.30 Uhr Fünf Rupien S. 43 9.15 Uhr Der beste Freund S. 41 9.30 Uhr Power to the Children S. 43 14.00 Uhr Resin S. 29 16.00 Uhr Take it or leave it S. 21 15.00 Uhr Jim Knopf S. 41 14.00 Uhr Eastern Memories S. 23 15.00 Uhr Heldenschritte S.

42 18.00 Uhr Fire Lily S. 21 17.00 Uhr The Fireflies Are Gone S. 31 17.30 Uhr My North is the South S. 12 16.00 Uhr Fenster Blau S. 15 17.00 Uhr Adam und Evelyn S. 13 20.00 Uhr 7 Weeks S. 9 19.00 Uhr Brothers S. 39 19.30 Uhr Julia and the fox S. 6 18.00 Uhr Orange Days S. 27 19.00 Uhr Pure Land S. 13 21.30 Uhr Summer Children S. 28 21.00 Uhr 2 Hours from Paris S. 25 21.30 Uhr Commander Arian S. 38 20.00 Uhr Blood and the Moon S. 29 21.00 Uhr Giants and the Morning After S. 37 22.00 Uhr Resin S. 29 22.30 Uhr And Breathe Normally S. 28 Donnerstag, 22. November 9.30 Uhr Der beste Freund S. 41 9.30 Uhr Der dritte Wunsch S. 42 14.00 Uhr Tazzeka S.

5 15.00 Uhr Fünf Rupien S. 43 14.00 Uhr And Breathe Normally S. 28 15.00 Uhr Power to the Children S. 43 16.00 Uhr Orange Days S. 27 17.00 Uhr We Have Forever S. 32 17.30 Uhr Blood and the Moon S. 29 16.00 Uhr 2 Hours from Paris S. 25 17.00 Uhr April in Autumn S. 31 18.00 Uhr Fenster Blau S. 15 19.00 Uhr Pure Land S. 13 19.30 Uhr Take it or leave it S. 21 18.00 Uhr The Fireflies Are Gone S. 31 19.00 Uhr 7 Weeks S. 9 20.00 Uhr Julia and the fox S. 6 21.00 Uhr Giants and the Morning After S. 37 21.30 Uhr Eastern Memories S. 23 20.00 Uhr Brothers S. 39 21.00 Uhr Commander Arian S. 38 22.00 Uhr The Distant Barking of Dogs S. 19 22.00 Uhr Summer Children S.

28 22.30 Uhr Fire Lily S. 21 Spielplan 2018 67. 45

MANNHEIM HEIDELBERG Freitag, 23. November Kino im Stadthaus I Kino im Stadthaus II Kino Atlantis Kino I Kino II 9.30 Uhr Heldenschritte S. 42 9.30 Uhr Fünf Rupien S. 43 13.00 Uhr Eastern Memories S. 23 15.00 Uhr Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne S. 41 14.00 Uhr Orange Days S. 27 15.00 Uhr Die kleinen Hexenjäger S. 42 16.00 Uhr The Distant Barking of Dogs S. 19 17.00 Uhr Brothers S. 39 17.30 Uhr 2 Hours from Paris S. 25 16.00 Uhr Fenster Blau S. 15 17.00 Uhr Giants and the Morning After S. 37 18.00 Uhr Blood and the Moon S. 29 19.00 Uhr April in Autumn S. 31 19.30 Uhr Summer Children S.

28 18.00 Uhr Julia and the fox S. 6 19.00 Uhr Take it or leave it S. 21 20.00 Uhr Eastern Memories S. 23 21.00 Uhr Commander Arian S. 38 21.30 Uhr 7 Weeks S. 9 20.00 Uhr And Breathe Normally S. 28 21.00 Uhr Roads in February S. 33 22.00 Uhr We Have Forever S. 32 22.30 Uhr The Fireflies Are Gone S. 31 22.00 Uhr Pure Land S. 13 23.00 Uhr Blood and the Moon S. 29 Samstag, 24. November 10.00 Uhr Jim Knopf S. 41 11.00 Uhr Girls Go Movie S. 36 10.00 Uhr Heldenschritte S. 42 11.00 Uhr Roads in February S. 33 12.00 Uhr Der dritte Wunsch S. 42 13.00 Uhr April in Autumn S. 31 13.00 Uhr We Have Forever S. 32 13.00 Uhr All These Small Moments S.

39 15.30 Uhr Pure Land S. 13 14.00 Uhr Commander Arian S. 38 15.00 Uhr Julia and the fox S. 6 15.00 Uhr And Breathe Normally S. 28 15.00 Uhr Take it or leave it S. 21 17.30 Uhr 7 Weeks S. 9 16.00 Uhr Summer Children S. 28 17.00 Uhr Brothers S. 39 17.00 Uhr Giants and the Morning After S. 37 17.00 Uhr Roads in February S. 33 19.30 Uhr April in Autumn S. 31 18.00 Uhr We Have Forever S. 32 19.00 Uhr 2 Hours from Paris S. 25 20.00 Uhr PREISVERLEIHUNG (Eintritt frei) S. 4 19.00 Uhr Finland's Finest S. 24 21.30 Uhr Orange Days S. 27 20.00 Uhr Eastern Memories S. 23 21.00 Uhr The Distant Barking of Dogs S. 19 22.00 Uhr Siegerfilm / Grand Newcomer Award 22.00 Uhr Siegerfilm / Publikumspreis 22.00 Uhr The Fireflies Are Gone S.

31 23.00 Uhr Finland's Finest S. 24 Sonntag, 25. November 10.00 Uhr Der beste Freund S. 41 10.00 Uhr Jim Knopf S. 41 12.00 Uhr Abenteuer Rom S. 43 13.00 Uhr Roads in February S. 33 12.00 Uhr Abenteuer Rom S. 43 11.00 Uhr The Distant Barking of Dogs S. 19 14.00 Uhr Commander Arian S. 38 15.00 Uhr Siegerfilm / Special Jury Award 15.30 Uhr Summer Children S. 28 14.00 Uhr Siegerfilm / Talent Award 13.00 Uhr Siegerfilm / Special Jury Award 16.00 Uhr Siegerfilm / Talent Award 17.00 Uhr Julia and the fox S. 6 17.30 Uhr Brothers S. 39 16.00 Uhr Siegerfilm / Grand Newcomer Award 15.00 Uhr Siegerfilm / Publikumspreis 18.00 Uhr The Distant Barking of Dogs S.

19 19.00 Uhr Eastern Memories S. 23 19.30 Uhr And Breathe Normally S. 28 18.00 Uhr Roads in February S. 33 17.00 Uhr 7 Weeks S. 9 20.00 Uhr April in Autumn S. 31 21.00 Uhr Pure Land S. 13 21.30 Uhr Cowboy Camembert S. 27 20.00 Uhr A Polar Year S. 25 19.00 Uhr We Have Forever S. 32 22.00 Uhr Finland's Finest S. 24 21.00 Uhr Take it or leave it S. 21 Spielplan 2018 67. 46

Was kostet der Eintritt? Einzel-Eintrittskarte 10,50 € / ermäßigt 9,50 € (Ermäßigung gegen Vorlage eines Ausweises: StudentInnen, SchülerInnen, RentnerInnen, Arbeitslose und Schwerbehinderte) Mehrfachkarten (übertragbar auch auf andere) Nehmen Sie doch einfach Ihre FreundInnen mit zum Filmfestival! 10er-Karte für nur 90 / ermäßigt 80,-€ oder 5er-Karte für nur 48 / ermäßigt 43,-€ Cineastenkarte 80 / ermäßigt 70,- € (nicht übertragbar; nur für eine Person; mit Lichtbild) Nur gültig für das Festival 2018. Mit der Cineastenkarte können Sie jeden Film des Festivals ein Mal anschauen. BesitzerInnen einer Mehrfach- oder Cineastenkarte müssen sich dennoch an der Kasse kostenfrei eine Einzelkarte für die jeweilige Vorstellung abholen. Nur so ist der Sitzplatz sicher.

Kinderfilme 2,50 € für Kinder. Bei einem Schulklassen-/Kindergartenbesuch hat die Begleitperson freien Eintritt. Sonderveranstaltungen Bei der offiziellen Eröffnung gelten die regulären Eintrittspreise. Eintritt frei! Für die Große Preisverleihung am 24. November benötigen Sie kein Ticket! Wo kann ich Eintrittskarten kaufen? Sichern Sie sich Ihre Eintrittskarten im Vorverkauf! Für manche Vorstellungen sind die Plätze knapp. VORVERKAUF Vorverkauf in Mannheim Festival-Info-Point auf dem Paradeplatz 2. bis 14. November: Montag bis Samstag 11.30 – 19.30 Uhr Vorverkauf in Heidelberg NEU: Festival-Info-Point in der Theaterstraße (Ecke Hautpstraße) 2. bis 24. November: Montag bis Samstag 10.30 – 18.30 Uhr WÄHREND DES FESTIVALS Festivalkassen an den Spielorten An allen Spielorten vom 15. bis 25. November täglich von 9.00 – 23.00 Uhr. An allen Festivalkassen erhalten Sie Eintrittskarten für alle Spielorte in Mannheim und Heidelberg.

Ausnahme: Im Kino Atlantis können Tickets erst ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn erworben werden. UMTAUSCH oder RÜCKNAHME von Tickets ist ausgeschlossen. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn die Vorstellung komplett ausgefallen ist. Wir bitten Sie, eventuelle Verzögerungen der Vorführzeit einzukalkulieren – sie sind kein Grund für Umtausch oder Rücknahme der Tickets! Wo befinden sich die Festspielorte? In Mannheim: Im Stadthaus N1 am Paradeplatz (Kino im Stadhaus I und II) Kino Atlantis in K2, 32 In Heidelberg: Auf dem Messplatz, Kirchheimer Weg (Kino I und II) Die Festspielstätten sind – mit Ausnahme des Kino Atlantis in Mannheim, wo dies nicht möglich ist – rollstuhlgerecht zugänglich. In welcher Sprache laufen die Filme?

ALLE FILME AUCH IN DEUTSCH! Alle Filme des Programms werden in der Originalfassung gezeigt – aber mit deutschen Untertiteln! Sofern es sich nicht um englischsprachige Filme handelt, gibt es außerdem englische Untertitel. Die zusätzlichen deutschen Untertitel zu jedem Film produzieren wir selbst – extra für dieses Festival. Sie sehen die Filme unverfälscht, weil die Menschen in ihrer Originalsprache miteinander reden. Sie lesen die Dialoge in Deutsch oder in Englisch. Und wer- den staunen, wie gut das geht!

Im Kino Atlantis gibt es aus technischen Gründen nur die englischen Untertitel. Gibt es ein Rahmenprogramm? Filmgespräche Im Rahmen der Filmgespräche im Stadthaus N1 in Mannheim sowie im Treff- punktzelt auf dem Messplatz in Heidelberg können Sie mit den angereisten RegisseurInnen, ProduzentInnen und SchauspielerInnen der Newcomer-Filme diskutieren. Die moderierten Runden sind öffentlich und für Publikum, Gäste und JournalistInnen zugleich. Publikumspreis Sie bestimmen mit, welcher Film aus dem offiziellen Programm „Newcomer“ oder „Discoveries“ den Publikumspreis gewinnen wird! Zu allen Vorstellungen gibt es Stimmzettel zur Bewertung. Diesen bitten wir Sie auszufüllen und nach der Vorstellung in die dafür vorgesehene rote Box einzuwerfen. Wenn Sie teilnehmen, haben Sie die Chance bei der Preisverleihung am 24. November die Urkunde auf der Bühne im Scheinwerferlicht persönlich zu überreichen. Wo kann ich mich informieren?

Homepage: www.iffmh.de Auf der Festival-Homepage unter www.iffmh.de finden Sie umfangreiche Informationen rund um das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Während des Festivals gibt es täglich aktualisierte Berichte sowie Fotos rund um das Geschehen. Oder auch hier: Info-Telefon 0621 – 121 824 70 In der Zeit vom 9. bis 14. November / Mo. – Fr. von 10.00 – 18.00 Uhr und während des Festivals täglich von 10.00 – 20.00 Uhr Allgemeine Informationen ONLINE TICKETS !! Ab dem 2. November können Sie bequem daheim übers Internet Ihre Tickets kaufen! Gehen Sie einfach auf https://tickets.iffmh.de Dort finden Sie alle Filme des Programms – genau wie hier im Programmheft. Legen Sie die Tickets Ihrer Wahl in den Warenkorb. Ohne ein Kundenkonto anzulegen, gehen Sie „zur Kasse“. Wenn Sie bezahlt haben, erhalten Sie eine E-Mail an Ihre Mail-Adresse. Diese E-Mail müssen Sie daheim ausdrucken und den Ausdruck mit zum Festival bringen. An den Kassen erhalten Sie dann dafür das eigentliche Ticket. Mit dem pdf-Ausdruck allein können Sie nicht ins Kino gehen! 67.

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Genießen Sie einen perfekten Festivaltag Lassen Sie sich am Nachmittag von uns mit exquisiten Kaffeespezialitäten verwöhnen, zu denen wir köstliche Muffins und Kuchen reichen. Am Abend empfangen wir Sie mit einem breiten Angebot leckerer Speisen, darunter feine Spinat-Spätzle mit Bergkäse, deftiges Chili con Carne oder ein klassisch indisches, rein pflanzliches Curry. Neben unseren Hauptgerichten bieten wir auch eine reiche Auswahl unserer belieb- ten Mezze, die von Hummus über gefüllte Weinblätter bis hin zu Couscoussalat reichen. Je nach Wunsch reichen wir sie als Vorspeisen, für den kleinen Hunger zwischendurch oder als Amuse-Gueule zu einem unserer erlesenen Weine am Abend.

Darüber hinaus dürfen Sie nur nicht vergessen, ins Kino zu gehen! HEIDELBERG Wie komme ich zum neuen Spielort in Heidelberg? Festival-Zeltlandschaft jetzt in Heidelberg-Kirchheim, auf dem MESSPLATZ Mit der Straßenbahn fahren Sie mit der Linie 26 bis zur Haltestelle „Kirchheim (HD), Messplatz“. Die Bahn fährt täglich (auch Sa/So) alle 15 Minuten! Und das bis 0.30 Uhr nachts! Die RNV hat als Sponsor des Filmfestivals ihren Fahrplan anlässlich des Festivals geändert! Sie finden den Fahrplan auf www.iffmh.de als Download.

Mit dem Bus nehmen Sie die Linie 33 und 13, Haltestelle „Kirchheim (HD), Messplatz“ Mit dem Auto finden Sie den Messplatz im Kirchheimer Weg 69 in 69124 Heidelberg. Kostenfreie Parkplätze sind vorhanden! (außer Mo – Fr. 5.00 – 16.00 Uhr). Oder gegenüber im Harbigweg 3 ohne Einschränkung. MANNHEIM Wie komme ich in Mannheim zu den Festspielorten? Festspielort Stadthaus N1 Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nehmen Sie die Straßenbahnlinien 1, 2, 3, 4, 5/5A, 6/6A, 7, 15 bis zur Haltestelle Paradeplatz, direkt vor dem Stadthaus N1.

Mit dem Auto folgen Sie der Beschilderung in Richtung Stadtmitte. Ab dort sind die Parkhäuser N1/N2 und C1 (beide täglich 24h geöffnet) ausgeschildert. Kino Atlantis in K2, 32 Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nehmen Sie die Straßenbahnlinie 1, 3, 4, 5, 7 oder 15/15A zur Haltestelle Abendakademie. Oder mit der Straßenbahnlinie 2, oder den Buslinien 53, 61 und 62 zur Haltestelle Kurpfalzbrücke. Von dort kurzer Fußweg. Mit dem Auto folgen Sie der Beschilderung in Richtung Stadtmitte. Ab dort sind die Parkhäuser U2 am Herschelplatz und G1 am Marktplatz (beide täglich 24h geöffnet) ausgeschildert. Von dort kurzer Fußweg.

Schloss „Festival-Info-Point“ Paradeplatz VORVERKAUF Haltestelle Kurpfalzbrücke Neckar Kino I & II im Stadthaus N1 Haltestelle Abendakademie Tiefgarage U2 Herschelplatz Tiefgarage G1 Marktplatz Haltestelle Paradeplatz Parkhaus N1 / N2 Kapuzinerplanken Planken Parkhaus C1 Wasserturm N1 K2 Kino Atlantis in K2, 32 M A N N H E I M H E I D E L B E R G Neuer Spielort in Heidelberg Messplatz! Zelte Filmfestival Messplatz KINO I & II FESTIVAL INFO POINT & Vorverkauf Theaterstr. / Ecke Hauptstr. H Messplatz werktags ab 16.00 Uhr, am WE durchgehend P durchgehend