Das Wohnen der Zukunft gestalten wir jetzt - Nachhaltigkeitsbericht 2018
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
DFH Deutsche Fertighaus Holding AG – Nachhaltigkeitsbericht 2018 3
Inhalt
Eine Holding – drei starke Marken
05 Vorwort des Vorstands
06 Jahresrückblick
08 DFH-Vertriebslinien
11 Nachhaltige Unternehmensentwicklung
Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft
16 Interview mit Johannes Kreißig, DGNB
18 Herausforderungen für die Baubranche
22 Unsere nachhaltigen Häuser
26 DGNB-Serienzertifizierung
Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit
30 Interview mit Prof. Hermann Kaufmann, TU München
32 Unser Ansatz
38 Unsere Nachhaltigkeitsschwerpunkte
Ressourcenschonung und Klimaschutz in der Wertschöpfungskette
44 Rohstoff- und Materialbeschaffung
48 Produktion und Herstellung
52 Nutzung und Betrieb der Häuser
54 Rückbau und Verwertung
Personal und Region – faire Zusammenarbeit und Verantwortung
56 Unsere Zusammenarbeit und Unternehmenskultur
64 Unser Engagement für die Entwicklung der Region4 DFH Deutsche Fertighaus Holding AG – Nachhaltigkeitsbericht 2018 Vorwort des Vorstands 5
Vorwort des Vorstands
Liebe Leserinnen und Leser,
die Baubranche in Deutschland steht vor einer Vielzahl zukunftssicheres Haus nach den maßgeblichen Nach-
von Herausforderungen. Die Gesellschaft erwartet be- haltigkeitskriterien anbieten. Hier sind wir entscheiden-
zahlbaren Wohnraum und Lösungen für die Verände- de Schritte weitergekommen: Unsere Häuser haben
rungen durch den demografischen Wandel. Die Politik sich sowohl im Bewertungssystem Nachhaltiger Klein-
drängt auf ein Erreichen der Klimaschutzziele und eine wohnhausbau (BNK) des Bundes als auch im strengen
Anpassung an strengere Richtlinien wie die EU-Gebäu- System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges
derichtlinie. Gleichzeitig muss die Branche das neue Bauen (DGNB) bewährt. Ende Dezember 2018 hat die
Bauvertragsrecht umsetzen, weiterhin – trotz neuer DGNB bereits mehr als 2.500 Bauprojekte unserer
Auflagen und Energiesparziele – die Wirtschaftlichkeit Kunden zertifiziert.
im Hausbau erhalten und zusätzlich noch dem zuneh-
menden Fachkräftemangel mit stärkeren Bemühungen Mittelfristig führt am nachhaltigen Bauen kein Weg vor-
um Nachwuchskräfte begegnen. bei: Die EU-Energiesparauflagen sehen vor, dass alle
Neubauten in der EU ab 2020 als „Nahe-Null-Energie-
Keine Frage: Das sind viele Aufgaben auf einmal, aber häuser“ zu realisieren sind. Bereits heute können wir
wir stellen uns den gegenwärtigen und zukünftigen An- den gesamten CO2-Fußabdruck eines Gebäudes von
forderungen, nicht zuletzt, indem wir den Dialog mit der Planung über den Bau und die Nutzung bis hin zum
den für uns wichtigen Akteuren intensivieren und In- Rückbau vergleichsweise gering halten.
novationen und Verbesserungen in unseren Prozessen
und Abläufen sowie auf Produktebene verstärkt voran- Prämierte Nachhaltigkeitsleistungen
treiben. Unsere Nachhaltigkeitsanstrengungen bleiben nicht
unbemerkt: 2017 war die DFH-Gruppe neben acht wei-
Nachhaltigkeit im Hausbau teren mittelgroßen Unternehmen wegen ihres Engage-
Oliver Brand Bernhard Scholtes Michael Baader
Vorstandsmitglied Vorstandssprecher Vorstandsmitglied Vor allem aber nutzen wir konsequent die enormen ments im nachhaltigen Hausbau für den Deutschen
Potenziale, die im nachhaltigen Hausbau liegen. Mit Nachhaltigkeitspreis 2018 der Stiftung Deutscher
unseren Häusern erfüllen wir bereits heute viele der Nachhaltigkeitspreis e. V. nominiert.
politisch gewünschten Kriterien für einen klimafreund-
lichen Neubau. So sieht etwa der „Klimaschutzplan Im April 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für Nach-
2050“ der Bundesregierung vor, stärker die ökologi- haltigkeit die DFH bei den „German Awards for Excel-
schen Vorteile des Bauens mit Holz zu nutzen. lence“ mit dem Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie
„Environmental Responsibility“ ausgezeichnet. Und
Uns ist wichtig, dass wir mit unseren Hauskonzepten Ende November 2018 erhielt die DFH den Nachhaltig-
auch in Zukunft Antworten auf ökonomische, ökolo- keitspreis „Zukunftsunternehmen 2018“ der Zukunfts-
gische und soziale Fragestellungen geben können. initiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e. V. aus den Händen
Deshalb entwickeln wir unsere Produkte stetig weiter. von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.
Unsere Kunden werden auch künftig von einer ho-
hen Wertbeständigkeit, niedrigen Betriebskosten und Wir freuen uns über die Auszeichnungen, weil sie uns in
wohngesundem Leben in unseren Häusern profitieren. unserem Bemühen um mehr Nachhaltigkeit bestärken.
Zudem stehen für uns Beratungsqualität und Kunden-
zufriedenheit im Fokus. In unserem neuen Nachhaltigkeitsbericht lesen Sie, wie
wir aktuell in den wichtigsten Handlungsfeldern aufge-
Für uns steht fest: Wir können dazu beitragen, das stellt sind, die wir für uns auf dem Weg zu mehr Nach-
nachhaltige Bauen in Deutschland in der Breite zu eta- haltigkeit definiert haben. Wir bleiben dran...
blieren, indem wir jeder Baufamilie ein bezahlbares,6 Eine Holding, drei starke Marken Eine Holding, drei starke Marken 7
Jahresrückblick
Unsere Aktivitäten Unsere Erfolge
… in Verbänden, Initiativen, Gremien und Wissenschaft Zertifizierungen, Nachhaltigkeitspreise, Auszeichnungen ...
Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. (BDF)
/// Aktive Mitarbeit am Projekt Living Lab (Forschungsprojekt in der FertighausWelt Wuppertal
zum Erzeugen und Bereitstellen erneuerbarer Energie innerhalb eines intelligenten Quartiers).
/// Teilnahme an BDF-Arbeitskreisen (u. a. Arbeits- und Umweltschutz, Statik/Konstruktion, Bauphysik,
TGA, QDF & BMF, Marketing).
/// Teilnahme an den Jahresversammlungen und Techniker-Tagungen, um das Ohr am Puls der Zeit zu haben.
AktivPlus e. V. Nachhaltigkeitspreise
Aktive Mitarbeit an den Zielen des AktivPlus e. V., d. h.
/// Die DFH-Gruppe war neben acht weiteren mittel-
/// Standards setzen: Das AktivPlus-Gebäude ist eine logische Weiterentwicklung bisheriger Gebäude- großen Unternehmen wegen ihres Engagements
standards. Es verbindet ressourcenschonendes Bauen mit energiesparender Technik und stellt den im nachhaltigen Hausbau für den Deutschen
Menschen in den Mittelpunkt. Nachhaltigkeitspreis 2018 der Stiftung Deutscher „Capital“-Fertighaus-Kompass
/// Nachhaltig planen: Die integrale und ganzheitliche Betrachtung ist ein wichtiger Baustein für Nachhaltigkeitspreis e. V. nominiert.
zukunftsweisende Gebäude. Denn nicht nur der Betrieb eines Hauses verbraucht Energie, sondern /// Alle drei Vertriebslinien der DFH-Gruppe
vor allem auch dessen Bau und die Demontage. gehören laut dem großen Anbietercheck des
/// Bewusst bauen: Zukunftsweisende Gebäude gehen ein „symbiotisches“ Verhältnis mit ihrer Magazins „Capital“ zur Top 10 der besten
Umgebung ein und beziehen Architektur und Mobilität, aber vor allem den Nutzer mit ein. Fertighausanbieter in Deutschland. Punkten
konnten unsere Vertriebslinien mit Qualität,
Wohngesundheit und zusätzliche Nachhaltig-
keitszertifizierungen.
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
/// Mitarbeit am Rahmenwerk für „Klimaneutrale Gebäude und Standorte“. /// OKAL und allkauf zählen zu den sieben
Herstellern, denen die Redaktion nach einem
umfangreichen Testverfahren mit unabhängigen
Experten die Fünf-Sterne-Bestnote verliehen
Bewertungssystem Nachhaltiger Kleinwohnhausbau (BNK) hat. Die DFH-Vertriebslinie massa haus erhielt in
/// Mitarbeit an der Weiterentwicklung und Anpassung ausgewählter Kriterien des BNK-Systems. der Gesamtwertung vier Sterne.
/// Im April 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für
Nachhaltigkeit die DFH mit dem Nachhaltigkeits-
preis in der Kategorie „Environmental Responsi-
Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz bility“ ausgezeichnet.
/// Aktive Mitarbeit in dem Projekt „Weg in die8 Eine Holding, drei starke Marken Eine Holding, drei starke Marken 9
DFH-Vertriebslinien
Ob Ausbauhaus oder einzugsfertige Villa – wir realisieren individuelle Fer-
tighäuser. In vielfältiger architektonischer Gestaltung. Für alle Ansprüche.
Mit unseren drei Vertriebslinien massa haus, allkauf und OKAL sind wir
Deutschlands größter Fertighaushersteller.
Als starker Unternehmensverbund verfolgen wir eine klare Strategie: Unsere drei Marken
agieren mit innovativen Hauskonzepten jeweils eigenständig auf dem deutschen Markt.
Die DFH steuert für die Vertriebslinien zentral die Auftragsabwicklung, Produktion und
Montage der beauftragten Eigenheime. Diese strategische Bündelung von Erfahrung und
Know-how ermöglicht Traumhäuser für alle Kundenansprüche. Gleichzeitig nutzen wir
gezielt Größenvorteile und optimieren Effizienz, Qualität sowie Kosten. Sämtliche Synergi-
en aus diesem Kompetenz-Netzwerk für Fertighäuser kommen unseren Kunden zugute.
Marktführer für Ausbauhäuser: Ausbauhäuser mit Ausbaupaketen:
massa haus allkauf
Außen fertig – innen zum Ausbau vorbe- Handwerklich begabte Baufamilien, die sich beim Innenausbau
reitet: Unsere Vertriebslinie massa haus ihres Traumhauses selbst mit einbringen möchten, sparen mit
hat sich seit ihrer Gründung 1978 vom allkauf bares Geld. Als Spezialist für Ausbauhäuser mit allen Aus-
Wegbereiter mit inzwischen mehr als baumaterialien und umfassenden Servicedienstleistungen liefert
35.000 gebauten Häusern zum absoluten allkauf Bauherren das vorkonfektionierte Ausbaumaterial sowie
Marktführer im Segment Ausbauhaus die benötigten Werkzeuge für die gewünschten Eigenleistungen.
entwickelt. Zur Zielgruppe von massa haus Damit Baufamilien ihre Ziele zeitgerecht erreichen, stehen ihnen
gehören handwerklich geschickte oder während der gesamten Bauphase speziell geschulte Hausberater
organisatorisch ambitionierte Baufamilien, unterstützend zur Seite. Für die Elektro-, Heizungs- und Sanitär-
die von einem herausragenden Preis-Leis- installationen bietet allkauf entsprechende Dienstleistungspakete
tungs-Verhältnis profitieren möchten. Das an.
bewährte massa-Ausbausystem bietet
die Möglichkeit, mit individuell wählbaren
Eigenleistungen die Kosten deutlich zu
reduzieren. Zur Auswahl stehen nachhaltig
gebaute, moderne Haustypen mit span-
nender Architektursprache und zukunfts-
gerechter Ausstattung.10 Eine Holding, vier starke Marken Eine Holding, vier starke Marken 11
Nachhaltige Unternehmens-
entwicklung
Nur wer die Auswirkungen seines Handelns auf Umwelt und Gesellschaft
bedenkt und berücksichtigt, ist auf Dauer erfolgreich – davon ist die DFH
überzeugt. Gleichzeitig können wir als Unternehmen nur dann etwas
für die Umwelt, die Gesellschaft sowie die regionale Entwicklung und
Wertschöpfung tun, wenn wir geschäftlich wettbewerbsfähig und gemein-
sam mit unseren Lieferanten und Partnerunternehmen erfolgreich sind.
Organisation der DFH
Als Management- und Finanzholding steuert und koordiniert die DFH Deutsche Fertig-
haus Holding AG die grundlegende Ausrichtung der Unternehmensgruppe. Der Vertrieb
und die Kommunikation mit den Kunden erfolgt direkt über die Vertriebslinien. Zur
DFH-Gruppe gehörende Dienstleistungsgesellschaften kümmern sich um die Auftrags-
abwicklung (DFH Haus GmbH), leiten unsere tschechische Niederlassung in Nezvěstice
(DFH Haus CZ s.r.o.) und betreiben die bundesweit mehr als 120 Musterhäuser (DFH
Musterhäuser GmbH). Im Zuge einer Konzentration auf den Holzfertigbau stellte die
DFH im November 2017 den Verkauf von massiv gebauten Fertighäusern der Marke Ein
SteinHaus bis auf Weiteres ein.
Nachhaltigkeit ist ein unternehmerisches Gebot
Ausgezeichnete Häuser: Gemäß unserem unternehmerischen Verständnis ist der wirtschaftliche Erfolg der
DFH-Gruppe sehr wichtig. Er ermöglicht es uns, als sehr gesund aufgestelltes Unterneh-
OKAL men das Wachstum unserer Marken voranzutreiben. Gleichzeitig ist aus unserer Sicht
Nachhaltigkeit ein existenzielles unternehmerisches Gebot. Ob Mitarbeiter, Kunden oder
Es gibt kaum eine Auszeichnung, die OKAL noch nicht erhalten die Gesellschaft – immer mehr Interessensgruppen achten darauf, ob Unternehmen sich
hat. Nahezu 90.000 Bauprojekte hat das seit 1928 bestehende nachhaltig ausrichten.
Unternehmen bis heute realisiert. OKAL steht für perfekt durch-
dachte Serienhäuser und individuell geplante Architektenhäu- Unser ökonomisches Ziel ist es, die marktführende Position der DFH-Gruppe zu sichern,
ser – und weiß um die steigenden Ansprüche an zeitgemäße kontinuierlich auszubauen und weiterhin profitabel zu wirtschaften. Als Management-
Eigenheime: Neben Qualität, Funktionalität und Design stehen und Finanzholding sichern wir die solide finanzielle Basis und damit die langfristige
Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und ein gesundes Wohnklima bei Entwicklungs- und Handlungsfähigkeit unserer drei Vertriebslinien. Durch gut aufeinan-
Kunden immer mehr im Fokus der Entscheidung. OKAL bietet das der abgestimmte Abläufe, innovative Produktionsmethoden, die Bündelung von Einkauf
Rundum-Komplettpaket bis zur Schlüsselübergabe – und das auf und Dienstleistungen sowie eine optimierte Steuerung sämtlicher Prozesse erreichen wir
höchstem Niveau, mit vielen Extras und ohne Abstriche. 2013 war Effizienzgrade, die bei einer herkömmlichen Bau- und Abwicklungsweise nicht erreichbar
ein Gebäude von OKAL das erste von der Deutschen Gesellschaft wären. Dabei nutzen wir gezielt Größenvorteile, maximieren die Qualität und minimieren
für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifizierte Einfamilienhaus. die Kosten. Sämtliche Synergien aus diesem Kompetenz-Netzwerk für Fertighäuser si-
Bereits ein Jahr später erreichte OKAL mit Platin die höchste chern unsere sehr gute Wettbewerbsposition und ermöglichen uns nachhaltiges Wachs-
DGNB-Zertifizierungsstufe. tum.12 Eine Holding, drei starke Marken Eine Holding, drei starke Marken 13
Solide Kennzahlen belegen unseren Erfolg Ausbau der Produktionskapazitäten
Im Jahr 2018 haben wir die eingeleitete Vertriebsoffensive fortgeführt. Damit konnte sich Um die gestiegene Nachfrage nach nachhaltigen, energieeffizienten Fertighäusern be-
der DFH-Konzern wieder besser als der Gesamtmarkt entwickeln. Die Vertragsabschlüs- dienen zu können, hat die DFH-Gruppe auch 2018 weiter in die Ausweitung ihrer Pro-
se nahmen im Vergleich zu 2017 weiter zu. Deutschlandweit bauen wir mittlerweile jähr- duktionskapazitäten und die Verbesserung der Infrastruktur an den Standorten Simmern
lich mehr als 3.300 Häuser. Der Umsatz erhöhte sich mit der Anzahl fakturierter Häuser und Nezvěstice investiert. Erhebliche Aufwendungen flossen in den beiden zurückliegen-
sowie einem höheren Durchschnittsumsatz pro Bauvorhaben um 10 Prozent von 542 den Jahren zudem in die Ergänzung und Erneuerung des Musterhausnetzes.
Mio. Euro auf 598 Mio. Euro. Aktuell weist die DFH ein Eigenkapital von rund 62 Millionen
Euro aus. Rahmenbedingungen: Chancen und Risiken
Die Baubranche profitiert weiterhin von sehr günstigen Rahmenbedingungen wie den
Starkes Wachstum im Vergleich zur Branche niedrigen Zinsen für Baukredite, der positiven Einkommensentwicklung, der guten Lage
am Arbeitsmarkt und der mangelnden Attraktivität alternativer Anlageformen. Darüber
300%
hinaus entdecken immer mehr junge Familien das Eigenheim als Altersvorsorge. Die Zahl
275% der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser ist im Jahr 2018 um ein Prozent und für
Zweifamilienhäuser um 6,5 Prozent zurückgegangen (vor dem Hintergrund einer gestie-
250% genen Anzahl von Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser) ¹. Rund jedes fünfte neue
225%
Ein- und Zweifamilienhaus in Deutschland ist ein Fertighaus (~19%). 2018 waren es rund
20.000 Stück.²
200%
Der Fertigbauanteil entwickelte sich regional jedoch sehr unterschiedlich: Traditionell
175%
sind Fertighäuser im Süden und Südwesten der Bundesrepublik am stärksten nachge-
150% fragt (Baden-Württemberg mit einem Marktanteil von 39 Prozent). Eine große Chance
für den Fertigbau und damit für die DFH besteht darin, den Fertighausanteil in den
125%
Regionen mit bislang eher gedämpfter Nachfrage weiter zu steigern.
100% Eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen, etwa durch steigende Zinsen für Bau-
darlehen, könnte dagegen negative Auswirkungen auf den Ein- und Zweifamilienhaus-
75%
sektor haben. Wenig förderlich ist auch die in vielen Bundesländern gestiegene Grund-
erwerbsteuer. 2018 hat die Politik mit dem Baukindergeld einen neuen staatlichen
2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Zuschuss eingeführt, um Familien mit Kindern und Alleinerziehenden den Erwerb von
Indexierte Darstellung: 2007 = 100% Quelle: DFH, BDF
Wohneigentum finanziell zu erleichtern.
Gebaute Häuser der DFH Gebaute Häuser Fertigbau Baugenehmigungen insgesamt
Ein Wandel des ökologischen Bewusstseins hin zu mehr Umweltschutz und damit ver-
bunden weiteren gesetzlichen Anforderungen birgt für den Holz-Fertigbau, und somit
auch für die DFH, vornehmlich Chancen. Der Grund dafür ist, dass die DFH mit ihren
nachhaltigen Wohnkonzepten die vorhandenen Anforderungen übererfüllt und auch
Ende 2018 waren rund 2.100 Menschen konzernweit für die DFH-Gruppe tätig, davon möglicherweise wichtiger werdende Aspekte bereits berücksichtigt hat. Ein Beispiel: Als
rund 600 als selbstständige Handelsvertreter in der Stellung von Verkaufsberatern. Am Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Fertigbau e. V. (BDF) hat sich die
tschechischen Standort Nezvěstice zählte die DFH Ende 2018 etwa 220 Beschäftigte. DFH dazu verpflichtet, dass bei allen drei DFH-Marken die Wärmeverluste der Haushül-
Der Personalaufwand betrug 2018 rund 81 Mio. Euro davon rund 15 Mio. Euro sozialer len um mindestens 25 Prozent unter dem zulässigen Wert der jeweils gültigen Energie-
Abgaben und Aufwendungen (u.a. betriebliche Altersvorsorge). einsparverordnung (EnEV) liegen müssen. Dieser Anspruch ist auch mit der seit 1. Januar
2016 geltenden zweiten Stufe der EnEV 2014 3 noch erfüllt.
Den größten Ausgabeposten bilden die Aufwendungen für bezogene Waren und Dienst-
leistungen – 469 Mio. Euro. Wenn möglich, entscheiden wir uns für lokale Lieferanten Sollte ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Kaufentscheidungsprozess weiter an Bedeu-
und tragen somit zur Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung und Koope- tung gewinnen, wie sich im Ergebnis der Forsa-Umfrage „DFH Trendbarometer 2018“
ration bei. (siehe auch Seite 22) abzeichnete, kann dies positiven Einfluss auf die weitere wirtschaft-
liche Entwicklung der DFH haben. Da wir heute innerhalb unseres Produktportfolios bei
allen Vorgaben weit über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegen, sehen wir auch
bei einer weiteren Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen mittelfristig keine Ein-
schränkungen für die DFH.
1
Statistisches Bundesamt.
² Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.
3
Seit 1. Januar 2016 muss der Primärenergiebedarf von Neubauten um 25 Prozent sinken.
Wärmeverluste durch die Gebäudehülle sollen um durchschnittlich 20 Prozent abnehmen.14 Eine Holding, drei starke Marken 15
Risikomanagement bei der DFH
Die DFH hat ein Risikomanagementsystem entwickelt, das eine systematische und früh- Nachhaltiges Wohnen
heute und in der Zukunft
zeitige Bewertung (Risk Scouting) von Trends, Rahmenbedingungen und Entwicklungen
sowie eine daraus abgeleitete Maßnahmenfindung, Darstellung im Berichtswesen und
Umsetzungskontrolle ermöglicht.
Mit Blick auf unsere strategische Ausrichtung bewerten wir mögliche Chancen und
Risiken regelmäßig auf der Grundlage interner Einschätzungen und Informationen,
die wir auch im Austausch mit verschiedenen Interessensgruppen gewinnen. Ein gutes
Verständnis der jeweils aktuellen Risiken und Chancen ist für uns unerlässlich, um im
täglichen Geschäft und bei der strategischen Ausrichtung der DFH Entscheidungen
verantwortungsvoll treffen zu können.16 Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft 17
Interview mit Johannes Kreißig, geschäftsführender Vorstand, DGNB
Die DFH macht ja bereits sehr gut vor, wo haltigkeit und beispielsweise die Relevanz
diese Hebel liegen und wie diese auch des bewussten Umgangs mit Ressourcen
bedient werden können: über die Standar- und einer wohl überlegten Bauproduk-
disierung von Bauprozessen unter Berück- teauswahl im Hinblick auf Qualität und
sichtigung der vielfältigen Anforderungen Schadstofffreiheit dringt nicht zwingend
des nachhaltigen Bauens. So wird nach- bis zu allen Akteuren oder gar bis auf die
haltiges Bauen zum „neuen Normal“ und Baustelle vor. Von daher sind Schnittstel-
ermöglicht einer Vielzahl von Familien die len zwischen Planung, Ausführung und
Möglichkeit, von den Vorteilen einer nach- dem Betrieb bei manchen Projekten noch
haltigen Bauweise zu profitieren, ohne eine Herausforderung. Und auch beim
dass für sie Extrakosten entstehen. ganzheitlichen, lebenszyklusorientierten
Denken bis hin zum Rückbau gibt es sicher
Welche Vorteile bietet die serielle Fer- noch Potenzial, bis sich die Prinzipien der
tigung von Eigenheimen mit Blick auf Kreislaufwirtschaft (Circular Economy)
Nachhaltigkeit? durchsetzen werden.
Wenn die serielle Fertigung auf Grundlage
einer Nachhaltigkeitszertifizierung, wie sie Die DFH hat sich für eine serienmäßige
„Nachhaltigkeit ist nicht
die DGNB anbietet, erfolgt, ergeben sich Zertifizierung ihrer Häuser durch die
für alle Beteiligten Vorteile. Der Fertig- DGNB entschieden. Mehr als 2.500 Bau-
haushersteller bekommt eine Hilfestel- familien der DFH-Gruppe erhalten bis
Leuchtturmprojekten vorbehalten“ lung, um die Produktlinien ganzheitlich
bewerten, optimieren und Prozesse
Ende 2018 für ihr Eigenheim ein Zertifi-
kat. Wie wichtig ist so eine Serienzerti-
gestalten zu können. Am Ende steht dann fizierung aus Ihrer Sicht?
Johannes Kreißig möchte, dass nachhaltiges Bauen zum „neuen Normal“ wird. der unabhängig geprüfte Qualitätsnach- Um das Verständnis für die Notwendigkeit
weis, dass die Eigenheime auch tatsächlich einer nachhaltigen Bauweise in die Breite
über die Nachhaltigkeitsqualität verfügen, der Gesellschaft zu bringen, ist das Prinzip
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ist ein wichti- die sie versprechen – und das auf Grund- elementar. Viele Menschen, die sonst
ger Partner der DFH bei der Bewertung und Zertifizierung neu errichteter lage von skalierbaren und praxiserprobten vielleicht nie mit dem Thema in Berührung
Kundenhäuser. Stand Ende 2018 haben mehr als 2.500 Baufamilien der Prozessen. Der Kunde, der letztlich das gekommen wären, werden auf diesem
Eigenheim erwirbt, profitiert von dieser Weg für das gesellschaftlich so wichtige
DFH-Gruppe für ihr Eigenheim ein Nachhaltigkeitszertifikat der DGNB
Transparenz und der damit verbunde- Thema der Nachhaltigkeit sensibilisiert.
erhalten. Aber was macht ein Haus eigentlich nachhaltig? Wir sprechen mit nen Qualitätssicherheit. Letztlich bietet Nachhaltig zu bauen, ist nicht nur Leucht-
Johannes Kreißig, dem geschäftsführenden Vorstand der DGNB. das Prinzip der Serienzertifizierung auch turmprojekten vorbehalten.
erhebliche Einsparungen in Aufwand und Es sollte alle mitnehmen, die sich mit dem
Kosten für alle Beteiligten. Bauen beschäftigen. Hierbei ist es der
Herr Kreißig, was zeichnet ein nachhal- die Betriebs- und Instandhaltungskosten DGNB besonders wichtig, dass über das
tiges Haus im Wesentlichen aus? langfristig optimiert sind. Und insbesonde- Wo in der Wertschöpfungskette von Zertifikat auch transparent gemacht wird,
Ein nachhaltiges Haus ist grundsätzlich ein re im Hinblick auf Klima und Umwelt leistet der Planung bis zum Rückbau sehen Sie dass Nachhaltigkeit planbar und skalierbar
Haus mit einer ganzheitlichen und hohen es einen positiven Beitrag. aktuell im Bausektor noch den größten ist, und sich damit auch einer abschließen-
Qualität. Konkret bedeutet dies, dass es Nachholbedarf? den Qualitätskontrolle stellt. Hier ist ein
seinen Bewohnern ein gesundes Wohn- Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Die Umsetzungsqualität ist nach wie vor Engagement – wie das der DFH-Gruppe –
umfeld bietet, indem es Komfort und Be- Hebel für mehr Nachhaltigkeit im Ei- ein großes Thema. Das Verständnis für vorbildlich und sehr belastbar.
haglichkeit schafft. Es ist so gebaut, dass genheimbau? die wichtigsten Stellschrauben der Nach-18 Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft 19
Herausforderungen für die
Baubranche
Mit unseren Hauskonzepten erfüllt die DFH die immer strengeren gesetz-
lichen Rahmenbedingungen. Es ist unser Anspruch, weiterzudenken und
wirtschaftlich vernünftige Antworten auf heutige und zukünftige gesell-
schaftliche und ökologische Herausforderungen zu finden.
Um die Folgen des Klimawandels abzu- schadstoff- und emissionsarmen Baustof- bau, gleichzeitig möchten sie aber auch zung der Gebäuderichtlinie zu erarbeiten.
schwächen, strebt die Bundesregierung fen zu maximieren. Außerdem sollten alle kein Haus „von der Stange“, sondern ihre In Zehn-Jahres-Etappen soll so bis 2050
an, die Treibhausgasemissionen in verwendeten Rohstoffe und Bauelemente persönlichen Wünsche in die Planung das Ziel eines klimaneutralen Gebäude-
Deutschland bis zum Jahr 2030 um min- wiederverwendbar oder verwertbar im einbringen. bestands erreicht sein, dessen Emissions-
destens 55 Prozent und bis 2040 um min- Sinne einer Kreislaufwirtschaft (Circular werte um 80 bis 95 Prozent niedriger sind
destens 70 Prozent gegenüber 1990 zu Economy) sein. Perspektivisch steht die Europäische Gebäuderichtlinie als im Jahr 1990.
senken – so steht es im Ende 2016 ver- Bauwirtschaft aus unserer Sicht vor der Rund 75 Prozent der Gebäude in Europa
abschiedeten „Klimaschutzplan 2050“ 1. Herausforderung, nachhaltige Baustoffe sind nach Angaben der Europäischen Zu den wichtigsten Zielen aus Sicht der
Der Klimaschutzplan verankert zudem das zu verwenden und vollständig rückbauba- Kommission noch nicht energieeffizient. EU-Kommission gehören die Erhöhung
Leitbild einer weitgehenden Treibhausgas- re Hauskonzepte zu entwickeln, bei deren Damit sich das ändert, wird seit Jahren um des Bestands an emissionsarmen und
neutralität bis zum Jahr 2050. Rückbau sich Bau- und Werkstoffe mög- eine Neuauflage der zuletzt 2010 novellier- -freien Gebäuden in der EU bis 2050, die
lichst vollständig trennen und wiederver- ten Gebäuderichtlinie EPBD (Energy Per- Förderung „intelligenter“ Technologien, um
Dem Gebäudebereich kommt im Klima- wenden oder recyceln lassen. Damit dies formance of Buildings Directive 2017/31/ einen effizienten Gebäudebetrieb sicher-
schutzplan eine zentrale Bedeutung zu. gelingen kann, müssen Bauunternehmen EU) gerungen, die europaweit verbindliche zustellen, der Aufbau der erforderlichen
Derzeit verursachen Gebäude rund ein die umweltfreundliche Rückbaubarkeit Standards und Maßnahmen festlegen soll. Infrastruktur für Elektromobilität in allen
Drittel der Treibhausgasemissionen. Be- ihrer Gebäude bereits in der Planungs- Gebäuden und die Entwicklung langfristi-
reits im Jahr 2030 soll der Gebäudesektor und Fertigungsphase umfassend berück- Im April 2018 hat das Europäische Parla- ger Strategien für den Umgang mit älteren,
nur noch 72 Millionen Tonnen CO2-Äqui- sichtigen. ment der bis dahin mehrfach überarbeite- bislang nicht energieeffizienten Bestands-
valente (direkte Emissionen) ausstoßen – ten EU-Gebäuderichtlinie schließlich zu- bauten.
eine Minderung um zwei Drittel gegenüber Die Herausforderung aus unternehmeri- gestimmt. Die vereinbarten Änderungen
1990. Bis 2050 strebt die Bundesregierung scher Sicht besteht dabei darin, nachhalti- ermöglichen nach Angaben der EU-Kom- Auf dem Weg zur nationalen Umsetzung
an, den Primärenergiebedarf von Gebäu- ges Bauen für alle Baufamilien erschwing- mission, „das enorme Potenzial für Ener- der EU-Gebäuderichtlinie ist in Deutsch-
den um insgesamt 80 Prozent gegenüber lich zu halten, in der Baubranche zu gieeinsparungen im Gebäudesektor – dem land im September 2018 eine Neufassung
2008 zu senken. Um dieses ambitionierte etablieren und als Unternehmen zukunfts- energieintensivsten Bereich in Europa – zu der Bilanzierungsmethode DIN V 18599
Ziel zu erreichen, will der Bund Maßnah- orientiert und langfristig profitabel zu wirt- erschließen“. Die neuen Vorschriften zie- („Energetische Bewertung von Gebäu-
men für eine höhere Energieeffizienz und schaften. Bezogen auf den Fertighausbau len unter anderem darauf ab, bestehende den“) erschienen, die voraussichtlich ab
eine umfassende Nutzung erneuerbarer gilt es, eine sinnvolle Balance zwischen Gebäude schneller mit energieeffizienten 2019 in das neue Gebäudeenergiegesetz
Energien unterstützen – sowohl beim einer kostensenkenden Standardisierung Anlagen auszurüsten, die Energieeffizienz (GEG) integriert sein soll. Das neue GEG
Neubau als auch im gesamten Gebäude- auf der einen Seite und einer aus Kunden- neuer Gebäude durch den Einbau „intel- soll das Energieeinspargesetz (EnEG), die
bestand. sicht erwünschten Individualität auf der ligenter“ Systeme zu verbessern und die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das
anderen Seite zu erreichen. Baufamilien Nutzung erneuerbarer Energien sowohl Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz
Nachhaltiges Bauen haben laut dem Bundesverband Deut- bei Bestands- als auch bei Neubauten vo- (EEWärmeG) ersetzen. Anlass der Neureg-
Um möglichst umfassend nachhaltig zu scher Fertigbau e. V. (BDF) immer weniger ranzutreiben. EU-Mitgliedsstaaten sind an- lung ist die von der EU geforderte Festle-
bauen, ist der Anteil an nachwachsenden, Vorbehalte gegenüber dem Fertighaus- gehalten, nationale Strategien zur Umset- gung des energetischen Mindeststandards
1
BMU, 2016; Klimaschutzplan 2050, Koalitionsvertrag 2018.20 Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft 21
eines Niedrigstenergiegebäudes (2010/31/ de sowie Grundstücke wegen der gestie- branche ergeben sich auch aus der fort- oder Fachkräfte für handwerkliche Be-
EU). Die Richtlinie soll in der zweiten Stufe genen Nachfrage angezogen. Von den schreitenden Digitalisierung – nicht nur in rufe zu finden. Bauunternehmen wie die
spätestens ab 2021 für private Neubauten Kommunen neu ausgewiesene Baugebiete Bezug auf Planung und Fertigung, sondern DFH-Gruppe müssen ihre Bemühungen
gelten. decken in vielen Regionen kaum den Be- auch mit Blick auf den Nutzer- und Wohn- um Nachwuchskräfte intensivieren – etwa
darf, Baufamilien stehen hier oft jahrelang komfort. Ein sogenanntes „Smart Home“, mit einer verstärkten Kommunikation von
Bei Eigenheimen muss der Energiebedarf auf der Warteliste. Zugelegt haben in welches den Nutzerkomfort mit Hilfe von zielgruppenadäquaten Themen, um bei
und -verbrauch nach der neuen Richtlinie vielen Bundesländern in den vergangenen „intelligenter“ Hausautomation verbessern jungen Leuten das Interesse an der Arbeit
während der Nutzungsphase auf nahezu Jahren auch die Grunderwerbsteuern, was wird, entwickelt sich derzeit zum Bran- in einer innovativen Branche zu wecken.
Null sinken. Zur Deckung des Energiebe- die Nebenkosten beim Erwerb von Eigen- chenstandard. Auch die Ansprüche an die Auch Qualifizierungsmaßnahmen für
darfs ist dann die Integration erneuerba- tum erhöht hat. Innenraumluftqualität steigen: Baufamilien „Seiteneinsteiger“ sowie gezielte Weiter-
rer Energien vorgesehen. Außerdem sollen möchten von Anfang an in einem Haus bildungen für alle Mitarbeiter erscheinen
Gebäude für innovative Technologien wie Um der Knappheit von bezahlbarem ohne Schadstoffe leben, eine Belüftungs- sinnvoll, um die immer anspruchsvolleren
eine „intelligente“ Gebäudeautomation, Wohnraum entgegenzuwirken, müssen anlage mit Wärmerückgewinnung soll und zunehmend technisierten Berufsfel-
die Nutzung von Energiespeichern und Politik und Baubranche weiter Konzepte nicht nur Energie sparen, sondern auch der der Baubranche im Wettbewerb um
die Integration von E-Mobilität vorbereitet für mehr Flächeneffizienz entwickeln. In den Wohnkomfort und die Raumluftquali- Fachkräfte attraktiv zu halten.
sein. Zwar sind die genauen, gesetzlich der sogenannten Nachverdichtung und tät erhöhen.
vorgesehenen Mindeststandards noch der optimalen Nutzung von Baulücken lie-
weitgehend unklar, alle vorgesehenen gen noch vielfach ungenutzte Potenziale. Demografischer Wandel
Technologien sind aber bereits heute im Die Menschen in Deutschland leben im-
modernen Fertighausbau erhältlich und in Die Baubranche steht vor der Herausfor- mer länger. Als Folge der demografischen
Nutzung. derung, Bauen trotz der steigenden ener- Entwicklung wächst auch der Bedarf an
getischen Anforderungen nicht zu verteu- altersgerechtem Wohnraum. Denn der
Neues Bauvertragsrecht ern. Insbesondere niedrige Betriebs- und größte Teil der Senioren möchte so lange
Seit 1. Januar 2018 gilt ein neues, von den Nutzungskosten können Baufamilien den wie möglich in den eigenen vier Wänden
DFH-Vertriebslinien bereits vollumfäng- Erwerb von Eigentum erleichtern, weil sich wohnen bleiben. Die Baubranche begeg-
lich umgesetztes Bauvertragsrecht, das die monatlichen Belastungen verringern. net dieser Entwicklung mit altersgerechten
Baufamilien mehr Rechte als bislang ein- Es gilt aber auch, die Herstellungskosten Wohnungen und Häusern, die sich an
räumt. So haben private Bauherren neben niedrig zu halten. Hier bietet der im Fertig- verschiedene Lebensphasen anpassen
einem Widerrufsrecht innerhalb von 14 hausbau hohe Grad an industrieller Vor- lassen. Mehrgenerationenhäuser und Ein-
Tagen beispielsweise Anspruch auf eine fertigung und Standarisierung von Bauele- familienhäuser mit Einliegerwohnung lie-
umfassende Baubeschreibung, die auch menten und -prozessen die Möglichkeit fern ebenfalls mögliche Konzepte, um dem
verbindliche Aussagen zur Fertigstellung zu unterschiedlichen Einspareffekten. So demografischen Wandel zu begegnen.
enthalten muss. Ein weiterer bedeutender verkürzen die im Werk unabhängig von
Punkt ist die Entlastung von beteiligten Witterungsverhältnissen vorproduzierten Fachkräftemangel im Bau
Architekten und Ingenieuren im Rahmen Fertigteile erheblich die Bauzeit, was für Überdurchschnittlich viele Stellen sind in
einer gesamtschuldnerischen Haftung mit Baufamilien mögliche Doppelbelastungen der Baubranche offen. Oft vergehen meh-
dem ausführenden Bauunternehmer. durch Miete und Finanzierungskosten ver- rere Monate, bis freie Positionen besetzt
ringert. Auf der Baustelle beschränkt sich werden. Die Gründe dafür sind nicht nur
Bezahlbarer Wohnraum der Hausbau auf die Montage. Alle Bau- in der demografischen Entwicklung zu
Insbesondere in Ballungszentren und teile sind sofort nach dem Einbau belast- suchen. Auch wegen einer vergleichswei-
Großstädten fehlt günstiger Wohnraum. bar, der Innenausbau kann ohne die bei se geringen Attraktivität für junge Men-
Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird Massivbauten obligatorische Trocknungs- schen muss sich die Baubranche einem
für immer mehr Deutsche zum Problem. phase unmittelbar nach Fertigstellung des Fachkräftemangel stellen, der sich in den
Baufamilien profitieren zwar in der wei- Rohbaus beginnen. nächsten Jahren möglicherweise weiter
terhin anhaltenden Niedrigzinsphase von verschärft. Insbesondere in ländlichen
günstigen Finanzierungen, gleichzeitig Nutzer- und Wohnkomfort Regionen sind immer größere Anstren-
haben aber die Preise für Bestandsgebäu- Herausforderungen für die gesamte Bau- gungen notwendig, um Auszubildende22 Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft 23
Unsere nachhaltigen Häuser Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) legt inzwischen Wert auf ein Nachhaltigkeitszertifikat,
mit dem eine neutrale Stelle die nachhaltige Bauweise des Hauses bewertet und bestä-
tigt. Auch der Werterhalt und ein hoher Wiederverkaufswert des Hauses in der Zukunft
Beim Thema Hausbau legen die Deutschen zunehmend Wert auf eine sind potenziellen Häuslebauern wichtiger als noch vor einigen Jahren (77 Prozent).
nachhaltige Bauweise. Das belegt auch die Forsa-Umfrage „DFH Trendba-
rometer 2018“, mit der die DFH seit 2012 bereits zum vierten Mal in Er- Rund drei Viertel der Befragten (73 Prozent) würde beim Hausbau möglichst viele Nach-
haltigkeitsaspekte berücksichtigen. Nur etwa jeder Fünfte (21 Prozent) würde sich da-
fahrung gebracht hat, welche Kriterien potenziellen Baufamilien am wich-
gegen beim Hausbau darauf beschränken, Mindeststandards einzuhalten. Das Ergebnis
tigsten sind. Die Ergebnisse bestätigen uns darin, dass wir mit unseren zeigt, dass Nachhaltigkeit beim Hausbau für die Deutschen inzwischen einen sehr ho-
Hauskonzepten den richtigen Weg eingeschlagen haben. hen Stellenwert hat. Gewünscht sind Häuser, die ein Plus an Lebens- und Wohnqualität
bieten und obendrein dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen.
Würden die Deutschen in nächster Zeit den Bau eines Hauses planen, wären ihnen Der Weg zum nachhaltigen Haus
eine der Gesundheit und dem Wohlbefinden förderliche Bauweise, langfristig niedrige Der Schlüssel zur Realisierung von nachhaltigen, ressourcen- und energieschonenden
Betriebskosten, die Verwendung ökologischer Baustoffe sowie eine hohe Wertbestän- Gebäuden liegt in der integralen Planung. Ab der Planungsphase bis zur Fertigstellung
digkeit „wichtig“ oder „sehr wichtig“. des Gebäudes unterstützt bei der DFH ein interdisziplinäres Planungsteam (bestehend
u. a. aus Planern, Bauleitern, Ingenieuren) die Baufamilien, um eine hohe Qualität von
Baumaterialien, Bauausführung und Planung zu gewährleisten.
Worauf die Deutschen beim nachhaltigen Hausbau Wert legen
Entsprechend den individuellen Bedürfnissen berücksichtigen wir Kundenwünsche
nach einer barrierearmen und schwellenlosen Konstruktion. Außerdem nehmen wir
85% bereits in der Planungsphase Rücksicht auf die Flexibilität und Umnutzungsfähigkeit des
Anpassungs- 82% Gebäudegrundrisses. Damit können unsere Kunden auf Anforderungen reagieren, die
fähigkeit
des Hauses
Umweltschutz sich im weiteren Verlauf der Nutzungsphase etwa aus Änderungen der Lebensumstän-
94% de ergeben.
Förderung von
70%
Gesundheit und
Wohlbefinden
Eigenversorgung
mit Ökostrom
Zentraler Baustoff bei allen Häusern ist zertifiziertes Holz aus nachhaltiger Forstwirt-
schaft. Wichtig für die Wohngesundheit ist die Verwendung schadstoffarmer Stoffe und
Materialien. Hier orientieren wir uns an der höchsten, von der Deutschen Gesellschaft
94% für Nachhaltiges Bauen (DGNB) definierten Qualitätsstufe. Wir verzichten auf Halogene,
Niedrige
56% Biozide sowie lösungsmittelhaltige Produkte und minimieren den Einsatz von Schwer-
Betriebskosten Nachhaltigkeits-
zertifikat
metallen. Durch den Einsatz ressourcenschonender und hochwertiger Materialien
schaffen wir eine dauerhafte Wertbeständigkeit für Baufamilien.
Energieeffizienz-Konzept
Neben einer hochgedämmten Gebäudehülle setzen wir auf wartungsarme und sparsa-
me Heizungssysteme, die auch in vielen Jahren noch möglichst effizient sind. „Intelligen-
Quelle: DFH Trendbarometer Nachhaltigkeit 2018 te“ Gebäudetechnik sowie Batteriespeicher ergänzen die Lösungen für mehr Energie-
effizienz (siehe auch Seite 52).
Das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsaspekte beim Hausbau war auch in den Vorjahren Wohngesundheit im Fokus
bereits sehr hoch. Bei einigen Kriterien hat die Bedeutung für die Befragten über die Menschen halten sich heutzutage bis zu 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räu-
Jahre aber zugenommen. So finden es mittlerweile immerhin 70 Prozent wichtig, das men auf. Die Qualität der Raumluft spielt daher eine bedeutende Rolle in Bezug auf
Haus zum hohen Teil mit selbst erzeugtem Ökostrom versorgen zu können. Baufamilien Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Wir fördern gesundes Wohnen, indem wir bei der
möchten sich zunehmend unabhängiger von konventionellen Versorgern machen und Auswahl unserer Baumaterialien nur Produkte auswählen, die den höchsten DGNB-
möglichst viel Haushaltsstrom sowie Heizenergie selbst produzieren – etwa mit einer Anforderungen der Qualitätsklasse 4 genügen (siehe auch Seite 44).
Kombination aus Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Wärmepumpe.24 Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft 25
Für die Luftqualität im Innenraum ist es zudem von zentraler Bedeutung, eine niedrige Zukunftsfähigkeit sichern
Konzentration von Schadstoffen sicherzustellen. Je weniger flüchtige organische und Es ist in unserem Interesse, die Zukunftsfähigkeit unserer Produkte weiterhin systema-
geruchsaktive Verbindungen die eingebauten Produkte emittieren, desto wahrschein- tisch vorantreiben und langfristig sicherstellen – u. a. durch folgende Maßnahmen:
licher ist es, dass im Innenraum eine niedrige Konzentration von flüchtigen organischen
Verbindungen herrscht und die Innenraumluft in der Riechwahrnehmung unauffällig
ist. Anhand der Auswahl von geruchs- und emissionsarmen Bauprodukten, durch eine Systematische Lebenszyklusbetrachtung: Unsere Aufgabe als Hersteller nachhaltiger Ge-
entsprechende Auslegung der Gebäudekonstruktion und durch die Sicherstellung bäude ist eine konsequent lebenszyklusorientierte Planung der Häuser, um den Ressourcen-
eines hinreichenden Luftwechsels, kann die DFH in ihren Häusern die Grundlage dafür verbrauch und emissionsbedingte Umweltwirkungen zu minimieren. Daher achten wir be-
schaffen, dass der Eintrag an flüchtigen und geruchsaktiven Stoffen in Innenräumen reits in der Planungsphase darauf, dass wir die ökologischen, ökonomischen, technischen,
möglichst niedrig ist. Der Erfolg der Planung wird durch die Messung aller flüchtigen prozessorientierten, soziokulturellen und funktionellen Nachhaltigkeitsaspekte über den ge-
organischen Verbindungen (TVOC) in der Raumluft oder die Deklaration der Verwen- samten Lebenszyklus hinweg berücksichtigen. Dies beginnt mit der Auswahl schadstoffarmer
dung schadstoff- und emissionsarmer Bauprodukte bestimmt. und ressourcenschonender Rohstoffe und endet mit einem Rückbaukonzept der DFH-Häu-
ser. Für unsere Gebäude wurde im Rahmen der DGNB-Serienzertifizierung eine Ökobilanz
Innenraumluftmessung erstellt. Diese ermittelt den zentralen Ressourcenverbrauch sowie die relevanten Umwelt-
Im Rahmen der DGNB-Serienzertifizierung führt ein externer Dienstleister in jedem wirkungen der wichtigsten Lebenszyklusphasen. Damit wird berücksichtigt, dass sich ein hö-
neu fertiggestellten Musterhaus von massa haus, allkauf und OKAL eine Innenraum- herer Aufwand in der Bauphase über eine bessere Performance in der Nutzung amortisiert.
luftmessung durch. Dabei wird die TVOC-Konzentration nach DIN ISO 16000-6 und Eine zusätzliche Betrachtungsperspektive wird durch eine Lebenszykluskostenberechnung
die Formaldehyd-Konzentration nach DIN ISO 16000-3 in der Innenraumluft [µg/m³] erlangt, in der neben den Kosten für Energie und Wasser während der Nutzungsphase die
gemessen. Die schlüsselfertigen Kundenhäuser bauen wir mit den gleichen Materia- gebäudebezogenen Erstellungs- und Folgekosten (etwa für zukünftige Reinigungs-, Instand-
lien aus wie die Musterhäuser, daher ist die Reproduzierbarkeit der Messergebnisse haltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen) Berücksichtigung finden. Mit der Serienzer-
sichergestellt. Bei den Ausbauhäusern kann der Kunde verschiedene Ausbaupakte mit tifizierung lassen wir die Qualität unserer Gebäude durch die DGNB über den kompletten
verschiedenen Ausbauleistungen wählen. Neben den verschiedenen Ausbaustufen Gebäudelebenszyklus hinweg bewerten.
ist es etwa bei unserer Marke allkauf möglich, sich die für die Eigenleistungen benö-
tigten Materialien komplett anliefern zu lassen. Entscheidet sich der Kunde dafür, den Echte Kreislaufwirtschaft: Idealerweise sollten alle verwendeten Rohstoffe und Bauele-
Innenausbau komplett in Eigenregie zu leisten, liegt damit auch die Verantwortung bei mente im Sinne einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) wiederverwendbar oder ver-
ihm, die notwendigen Bauprodukte umwelt- und gesundheitsverträglich auszuwählen. wertbar sein. Dies ist in der Baubranche theoretisch möglich, vor allem beim zukunftsfähigen
Während der Planung informieren wir den Kunden darüber, auf welche Siegel und Zerti- Baustoff Holz. Allerdings stehen wir hier – wie jeder andere Hersteller von Fertighäusern
fikate er achten sollte, um nachhaltige Produkte zu verwenden. Mit seiner Unterschrift und die Baubranche insgesamt – noch vor erheblichen Herausforderungen. Dieses Thema
bestätigt der Bauherr den Erhalt der Anlage „Nachhaltige Bauprodukte“ und verpflichtet beschäftigt uns weiterhin und wir suchen aktiv nach den besten Lösungsmöglichkeiten.
sich, beim selbst durchgeführten Innenausbau die Ausbaumaterialien gemäß dieser
Anlage auszuwählen. Fit für 2050: In der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie (siehe auch Seite 19) wurde u. a.
beschlossen, die Energieeffizienz neuer Gebäude durch den Einbau „intelligenter“ Systeme
Die Wohngesundheit unserer Häuser lassen wir uns neben der DGNB-Zertifizierung zu verbessern sowie den Einsatz von dezentral produzierten, erneuerbaren Energien zu
auch jährlich mit dem ToxProof-Siegel „Schadstoffgeprüfte Produkte“ vom TÜV-Rhein- forcieren. Damit soll die CO2-Performance der Neubauten deutlich reduziert und in Einklang
land bestätigen. mit den deutschen Klimaschutzzielen gebracht werden. Auch wenn die zukünftigen Anforde-
rungen an Wohngebäude damit noch nicht im Detail feststehen, so kann davon ausgegangen
Insgesamt wird die Bedeutung der Innenraumluftqualität aus unserer Sicht in den näch- werden, dass diese drastisch ansteigen werden – denn das „Niedrigstenergiegebäude“ wird
sten Jahren noch deutlich zunehmen. Der Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. ab 2021 neuer Standard im Neubau sein. Da unsere Häuser viele Jahrzehnte lang bewohnt
(BDF) führt im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts in der FertighausWelt Günz- werden, gehen wir das Thema proaktiv an – und richten unsere Produkte zukunftsfähig für
burg branchenweit eine Messung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) durch. 2050 aus.
Ein sehr wichtiges Kriterium ist dabei das sogenannte „Abklingverhalten“, d.h. die Ab-
nahme der Schadstoffkonzentration in der Luft in einem gewissen Zeitraum. Das Um- Verringerung der Lebenszykluskosten: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Erfüllung der
weltbundesamt (UBA) interessiert sich vor allem für die Frage, auf welchem Lufthygiene- Anforderungen an Wohngebäude zu einer Verringerung der Energiekosten während des
Level Fertighäuser ein bis zwei Jahre nach ihrer Fertigstellung liegen. Betriebs führen wird. Eine Verringerung der Betriebskosten wirkt sich positiv auf die Lebens-
zykluskosten aus. Dies führt in der Folge sowohl bei unseren Ausbau- als auch bei unseren
schlüsselfertigen Häusern dazu, dass der von uns errichtete Wohnraum für unterschiedliche
Zielgruppen weiterhin bezahlbar bleibt.26 Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft Nachhaltiges Wohnen heute und in der Zukunft 27
DGNB-Serienzertifizierung /// Prozessqualität und technische Qualität: Dokumentation und Überprüfung der
nachhaltigen Planung und Errichtung des Gebäudes sowie Zertifizierung der
qualitativen Bauweise.
Die DFH hat ihr Ziel erreicht, nachweislich nachhaltiges Bauen bezahlbar
Die DFH hat sich bewusst für die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
am Markt zu etablieren. Dabei setzen wir auf ein qualitatives, weltweit
entschieden, um eine strenge, unabhängige und ganzheitliche Bewertung unserer
anerkanntes Bewertungssystem, das Baufamilien sofort erkennbare Vor- Häuser zu erzielen. Die Grundsystematik der DGNB wurde 2009 gemeinsam mit dem
teile bietet: die Zertifizierung durch die Deutschen Gesellschaft für Nach- Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung erarbeitet. Die DGNB entwi-
haltiges Bauen (DGNB). ckelte daraus ein vollständiges Zertifizierungssystem, um die Nachhaltigkeit von Gebäu-
den objektiv beschreiben und bewerten zu können.
Vorteile der DGNB-Zertifizierung für unsere Kunden
Die DFH hat es sich zur Aufgabe gemacht, zukunftsweisende Wohnkonzepte zu entwi- Nachhaltigkeit bedeutet bei Ein- und Zweifamilienhäusern ein erhebliches Plus an Wohn-
ckeln, die Lösungen für die ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderun- und Lebensqualität – verbunden mit niedrigen Energie-, Lebenszyklus- und Instand-
gen unserer Zeit bieten. Unser Ziel sind Häuser, die den Kriterien einer nachhaltigen haltungskosten. Mit der DGNB-Zertifizierung ist ein Haus der DFH-Gruppe als Produkt
Bauweise heute und auch in Zukunft gerecht werden. vollständig transparent. Durch das Zertifikat ergeben sich für unsere Kunden folgende
Vorteile:
Unter nachhaltigem Bauen verstehen Baufamilien meist umweltfreundliches, ressour-
censchonendes Bauen, wie es insbesondere der Fertighausbau in Holzrahmenbauweise /// Bestätigung der Wirtschaftlichkeit
ermöglicht. Nachhaltigkeit bei Gebäuden umfasst aber noch weitaus mehr Kriterien. – Sicherung der finanziellen Förderung: erforderlicher Schritt für die erfolgreiche
Auch ökonomische, technische, funktionelle, gestalterische und soziokulturelle Aspekte Beantragung des KfW-Zuschusses „Energieeffizient Bauen und Sanieren“
sowie die gesamte Prozessqualität von der Planung bis zur Übergabe spielen eine wich- (Programm Baubegleitung 431)
tige Rolle. – Sicherung vergünstigter Kreditkonditionen bei der Baufinanzierung
(z.B. Umweltbank, ab 2019)
Bei der Nachhaltigkeitsanalyse der Gebäude geht es uns darum, den gesamten Lebens- – Stabiler Wiederverkaufswert der Immobilie durch zertifizierte Gebäudequalität
zyklus des Gebäudes zu betrachten. Hier fallen Faktoren wie langfristige Kosten, Wert-
/// Bestätigung der ökologischen Bauweise
stabilität und Zukunftsfähigkeit ins Gewicht. Wer beispielsweise als Bauherr heute die
– Einsatz von schadstoffarmen Baumaterialien
Bedürfnisse seiner Familie berücksichtigt, möchte gleichzeitig auch im Alter noch kom-
– Vermeidung von Umweltrisiken
fortabel im selben Haus wohnen können. Ein nachhaltig gebautes und flexibles Haus
– Gute ökologische Bilanz und Klimafreundlichkeit
ermöglicht dies ohne hohe Folgekosten.
/// Bestätigung des Wohnkomforts
Nachhaltige Gebäude sollen den Menschen Räume bereitstellen, die gesundes Wohnen, – Einsatz von schadstoffarmen Baumaterialien
konzentriertes Arbeiten und Lernen, aber auch unbeschwerte Erholung und Genesung – Raumluftqualität für gesundes Wohnen
ermöglichen. Insgesamt erachten wir, in Übereinstimmung mit der Deutschen Gesell- – Komfortable Räume mit ausgewogener Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit
schaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), folgende Kriteriengruppen für wichtig: – Flexibles Konzept, das einen veränderten Nutzungsbedarf ermöglicht
– Erhöhte Tageslichtqualität und akustischer Wohnkomfort
/// Ökologische Qualität: Betrachtung der Ökobilanz des Gebäudes, Auswahl der
Baustoffe mit Blick auf Umweltauswirkungen und Nutzung während der Bau-
und Wohnphase. Ein Qualitätssiegel für Nachhaltigkeit – die DGNB-Zertifizierung
/// Ökonomische Qualität: Betrachtung des finanziellen Aufwands im Verhältnis zu Bau- und Immobilienwirtschaft: Architek- Als sich die DGNB vor rund sieben Jahren
Nachhaltigkeitszielen und wirtschaftlichen Vorteilen über alle Nutzungsphasen ten, Planer, Bauindustrie, Investoren und dazu entschloss, auch für das Bausegment
des Hauses hinweg. Wissenschaftler bringen ihr umfassendes „Neubau kleine Wohngebäude“ ein Nach-
Know-how in die DGNB ein. Das Nachhal- haltigkeitszertifikat anzubieten, hat die DFH
/// Soziokulturelle und funktionale Qualität: Wohngesundheit und Nutzerkomfort, Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges tigkeitskonzept der DGNB reicht über das die DGNB in einer interdisziplinären Arbeits-
Drittverwendungsmöglichkeit ohne hohe Folgekosten. Lässt sich das Haus Bauen (DGNB) wurde 2007 von 16 Initiato- bekannte Dreisäulenmodell hinaus. Neben gruppe maßgeblich dabei unterstützt, Krite-
beispielsweise im Alter einfach an die sich wandelnden Bedürfnisse anpassen? ren unterschiedlicher Fachrichtungen der Ökologie, Ökonomie und Nutzerkomfort rien für den Ein- bis Mehrfamilienhaussek-
Bau- und Immobilienwirtschaft gegründet, stehen funktionale Aspekte, Technik, Pro- tor zu entwickeln. Das Ziel waren strenge
um das nachhaltige Bauen zu fördern. Heu- zesse und der Standort bei der Planung und vor allem messbare Aspekte für eine
te zählt die DGNB mehr als 1.200 Mitglieder und Umsetzung nachhaltiger Gebäude und ganzheitliche Betrachtung über den gesam-
aus der gesamten Wertschöpfungskette der Stadtquartiere im Fokus. ten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg.Sie können auch lesen