FEScriptJuni 2020 - Im Fokus: CYBERMOBBING - FES LAHR
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Inhalt
Editorial S. Dörr 3
Neu im Team Neue Mitarbeiterinnen 4–5
Zum Schmunzeln 5
Veranstaltungen Tag der beruflichen Orientierung 6–7
Projekttage 8
Tag der offenen Tür | Podiumsdiskussioon 9–11
Im Fokus CyberMobbing 12–13
Themenelternabend 14
Anonym Hilfe und Rat bekommen 15
Vertrauenslehrer an der FES 15
Kolumne des Schulleiters Integration biblischer Theman im Unterricht 16–17
Schularten | Grundschule Gesamtandacht in den Klassen 3 und 4 17
Schularten | Gymnasium Ausflug der G7 ins Mittelalter 18–19
Schularten | Realschule Praktika 20
Alle Schularten FES-Schulkleidung im neuen Design 21
Schularten | Gymnasium BK - Bild: "Lebensspirale" 22
Arbeitsgemeinschaften Die Kunst AG 23
Aktuell | Corona Die FES in Zeiten der Corona-Krise 24–26
Elterntaems Kulinarisches Team 27
Pinnwand Hochzeit 27
Unsere Schulsprecher 2019/2020 27
Partnerschulen Schüleraustausch mit Frankreich 28
Zu Besuch bei einer Gastfamilie 29
Schulprojekte Haiti - die Situation im Land 30–31
Jahresbilanz Flaschenprojekt 31
Termine Überblick 32Editorial
Thema Cybermobbing
Wir sind Gott dankbar dafür, dass Jesu zu folgen. Mir sind direkt zwei fen, uns Vergebungsbereitschaft
Mobbing und Cybermobbing an Dinge eingefallen, die Jesus zum schenkt und dass wir Verantwor-
unserer Schule sehr selten statt- Thema Mobbing gesagt hat: „Behan- tung füreinander übernehmen, in
findet. Aber jeder Vorgang ist einer delt die Menschen stets so, wie ihr der Klasse, in der Schule, am Ar-
zu viel. Daher möchten wir uns die- von ihnen behandelt werden möch- beitsplatz oder auch in der Familie.
sem Thema immer wieder widmen tet“ (Matthäus 7,12). Und: „Du sollst
und Aktionen dazu durchführen. den Herrn, deinen Gott, lieben von S. Dörr,
Cybermobbing fängt oft im Kleinen ganzem Herzen, von ganzer Seele stellv. Schulleitung
an, eine fiese Bemerkung hier, ein und von ganzem Gemüt. … Das an-
bissiger Kommentar dort. Damit dere aber ist dem gleich: Du sollst
sich so etwas nicht vergrößert, er- deinen Nächsten lieben wie dich
mutigen wir alle Schülerinnen und selbst“ (Matthäus 22,37 ff.). Diese
Schülern, die so etwas mitbekom- Dinge waren Jesus also sehr wich-
men, nicht zuzusehen, sondern ak- tig. Wenn dies alle umsetzen wür-
tiv einzuschreiten. Wenn sich eine den, bräuchten wir uns zu diesem
Person traut, sich auf die Seite Thema keine Gedanken zu machen.
des Opfers zu stellen, werden zu- Doch leider passieren solche Mob-
meist andere folgen und der Täter bingsituationen immer wieder und
wird in seinem Vorgehen deutlich wir sind vielleicht Täter, Zuschauer
geschwächt. Für das Opfer ist es oder Opfer. Daher sind wir immer
wichtig, Dinge zu dokumentieren, wieder auf die Hilfe Gottes ange-
z. B. durch Screenshots, und damit wiesen, dass er uns Liebe schenkt,
zu einer erwachsenen Vertrauens- uns ruhig macht, wenn wir wütend
person zu gehen. Dies können Eltern werden, uns mutig macht einzugrei-
oder Lehrkräfte sein. Natürlich ist dies
unangenehm, anderen Beleidigun-
gen über sich selbst oder peinliche
Bilder zu zeigen. Auch möchte man
nicht als „Petze“ dastehen. Trotzdem
ist dieser Schritt unglaublich wichtig
und sollte mit großem Respekt und
Ernsthaftigkeit anerkannt werden.
Durch präventive Maßnahmen
möchten wir unsere Schüler infor-
mieren, sensibilisieren und aufrüt-
teln. Wir möchten, dass sie lernen,
darüber nachzudenken, was Worte,
Bilder oder Texte in anderen Men-
schen auslösen können. Als christli-
che Schule ist es uns ein besonderes
Anliegen, dass wir uns mit gegen-
seitigem Respekt und Freundlichkeit
begegnen. Das liegt darin begrün-
det, dass wir alle Geschöpfe Gottes
sind, von ihm gewollt und geliebt.
Uns ist es auch wichtig, den Lehren
3Neu im Team
Neue Mitarbeiterinnen
Schon seit Januar bin ich in der Mein Name ist Nelli Dewald und ich
Grundschule regelmäßig zu sehen. wohne mit meinem Mann und unseren
Höchste Zeit, mich vorzustellen: zwei Kindern in Lahr. Meine Freizeit
Mit 24 Jahren hatte ich nach einem verbringe ich meist mit meiner Fami-
Motorradunfall Atemnot. „Hilfe, ich lie, höre und mache gerne Musik oder
muss sterben!“, dachte ich verzwei- bin bei Gemeindeaktivitäten dabei.
felt. Und urplötzlich war mir eins ganz Seit März 2020 bin ich als Vertre-
klar: „Gott gibt’s! Jetzt muss ich vor tungskraft an der FES Lahr tätig. Ein
meinem Schöpfer über mein Leben herzliches Dankeschön an dieser
reden.“ Mulmig zwar, aber doch über- Stelle an das freundliche FES-Team
zeugt davon, dass ich ein guter Mensch für die Unterstützung bei der Einar-
sei, sammelte ich alle diese Erinnerun- beitung! Ich bin gespannt auf die Er-
gen. Während diesem Nachdenken fiel fahrungen, Begegnungen und Auf-
es mir wie Schuppen von den Augen: gaben, die Gott für mich bereithält,
„Mann, das habe ich ja alles letztlich und die Wege, die er uns alle führt.
nur für mich selbst getan. Nur damit Der Bibelvers „Befiehl dem HERRN
ich geachtet werde. Das zählt nicht als deine Wege und hoffe auf ihn, er
gute Tat.“ Und dann erinnerte ich mich wird’s wohlmachen“ aus Psalm 37
an die Zehn Gebote, die ich als Kind will uns Mut machen, gerade in der
gelernt hatte. Da war mir klar: „Ich bin aktuellen Zeit Gott zu vertrauen,
schuldig vor Gott und damit verloren!“ denn er hält alles in seinen Händen.
In innerer Not las ich die Bibel und fand Das wünsche ich uns allen.
darin den Weg zur Vergebung durch
Jesus Christus. Voller Freude weihte N. Dewald, Lehrkraft
ich ihm mein weiteres Leben. Da führ-
te er mich nach Westafrika, wo ich 20
Jahre lang in Schulen mitarbeitete,
und schließlich wieder nach Deutsch-
land, wo ich nun bei der FES bin.
J. Leppert, Lehrkraft
4Neu im Team
Zum Schmunzeln
„Hast du jetzt ein
Aus Klasse 3:
Hausaufgaben-Heft?
„Schreibe auf, wie du
Nein? Aber deine
nach dem Prädikat
Mutter war doch
fragst.“
gestern einkaufen,
„Darf ich bitte den
oder?“ „Ne, sie war
Prädikat haben?“
doch Haare färben.“
L.: „Wie entstehen
eigentlich Viren?“
Ich heiße Lilli Klem, bin 34 Jahre alt und In der Cafeteria.
A.: „Ich weiß es nicht.
Mama dreier Söhne im Grundschulalter. Schüler: „Gibt es Ma-
Gott hat den Virus
Ich habe mein Studium zur Grund- und gerquark?“- „Ja.“
gemacht und der
Werkrealschullehrerin in Freiburg ab- Schüler: „Vielleicht
Mensch hat den Zu-
solviert und mein Referendariat in Ken- habe ich das mal ge-
cker erfunden. Dann
zingen. Nach etwa zehn Jahren Eltern- gessen. Ich weiß aber
zeit, die ich sehr genossen habe, freue
konnten die Bakterien
nicht, wie es heißt.“
ich mich nun, an der FES Lahr wieder und die anderen Bö-
ins Berufsleben starten zu können. Hier sen wachsen."
darf ich seit Februar die fehlende Klas-
senlehrkraft der 3b vertreten, was mir
bisher große Freude bereitet. Die Arbeit
an der FES schätze ich in besonderem
M. schüttelt ihr Haare. Im Religionsunterricht
Maße, denn hier kann ich meinen Glau-
T. kommentiert: „Das meint ein Schüler: „Im
ben an Jesus Christus frei leben und den
Kindern nicht nur Allgemeinwissen ver-
darfst du nicht tun, Paradies hat doch
mitteln, sondern täglich von Jesu Liebe das ist umweltschäd- Anna, äh, oder …“
zu ihnen und seiner Allmacht und Weis- lich, damit machst du Ein Mitschüler:„Es war
heit erzählen. In meiner ehrenamtlichen Feinstaub!“ Eva.“
Mitarbeit in der EFG Gundelfingen darf
ich dies auch schon seit vielen Jahren
im Bereich der Kinderarbeit ausleben.
Ich freue mich auf viele produktive und
schöne Unterrichtsstunden mit den mir
anvertrauten Kindern, auf eine gute Was ist addieren? Aus Klasse 5:
und respektvolle Zusammenarbeit mit Schüler: „Das ist, „Frau Sch., mein Herz
den Eltern und Kolleg(inn)en und vor wenn da was falsch schlägt nicht mehr,
allem auf Gottes Wirken in alldem.
ist, man mit dem Rad- aber ich lebe.“
ierer rüberrubbelt."
L. Klem, Lehrkraft
5Veranstaltungen Tag der beruflichen Orientierung Am 14.01.2020 fand der Tag der be- angestrebt wird, beschäftigen sich ne Klassen den Wert von Teamar- ruflichen Orientierung an der FES die Schüler bereits ab Klasse 5 mit beit erfahren und diesen reflektieren statt. Neben der schulinternen Be- dem Themenfeld Berufsorientierung. und sich außerdem durch Kom- rufsmesse mit über zehn Betrieben Unsere Fünft- und Sechstklässler munikationstrainer schulen lassen. wurden verschiedene Workshops setzten sich mit Berufen der Eltern Wir blicken dankbar auf den Tag zu- angeboten. Zur gelungenen Er- auseinander und erkundeten das rück und wünschen den Schülerinnen öffnung trugen einige Schüler mit Areal am Flugplatz im Hinblick auf und Schülern, dass sie ihre Erfahrun- musikalischen Beiträgen unter der die Frage, welche Berufe in der nä- gen und Erkenntnisse im Hinblick auf Leitung von Herrn Nehlert und die heren Umgebung ausgeübt werden. ihre Persönlichkeitsentwicklung und Grußworte der Schulleitung von In anderen Klassenstufen gab es als Entscheidungshilfe für ihre be- Herrn Rudolph und Herrn Masse bei. vielfältige Angebote. So wurden bei- rufliche Ausrichtung nutzen können. Im Anschluss hatten die Schülerin- spielsweise VR-Brillen für den kon- nen und Schüler die Möglichkeit, sich kreten Einblick in den Berufsalltag B. Kellner / S.Dörr über die ausgestellten Berufe aus di- genutzt, es wurde ein Knigge-Kurs Lehrkräfte versen Bereichen zu informieren und für angemessenes Verhalten im Kontakte für einen Praktikums- oder Praktikum bzw. Beruf angeboten und Ausbildungsplatz zu knüpfen. Zudem Ausbildungsbot- waren unsere Ansprechpartner der schafter berich- Agentur für Arbeit vor Ort und stan- teten von ihren den für Rückfragen zur Verfügung. Aufgabenfeldern. Da eine bessere Vernetzung von Durch Rollenspie- Schule, Betrieben und Hochschulen le konnten einzel- 6
Veranstaltungen
Die Berufswahl ist für Schüler zum auf diesem Weg die Zusage für ein weiß, was man nach seiner Schulzeit
Ende der Schulzeit eine der wich- Praktikum, was oft ein erster Schritt möchte, und gezielt danach sucht,
tigsten Entscheidungen. Gleichzeitig zu einem Ausbildungsplatz ist. Auch steht dabei außer Frage. Deshalb
sind immer mehr Unternehmen auf die Agentur für Arbeit war mit dem besuchen auch die Schüler der FES
der Suche nach Auszubildenden. Angebot einer Berufs- bzw. Studi- noch weitere Messen, dann aber
Vor diesem Hintergrund fand am 14. enberatung in der FES vertreten. bereits mit der Erfahrung, wie man
Januar in der FES Lahr zum fünften Außerdem gaben externe Referen- mit den Ausbildern an den Ständen
Mal eine interne Berufsinfomesse ten wertvolle Tipps zur Berufsorien- ins Gespräch kommt und aus der
statt, zu der sich 13 Unternehmen tierung, Ausbildungsbotschafter der eigenen Komfortzone heraustritt.
aus Industrie, Handel und Dienstleis- IHK und Eltern stellten ihre Berufe
tung mit Infoständen präsentierten. vor. In diesem Rahmen gab es z. S. Heppner,
Eröffnet wurde die Veranstaltung um B. auch Workshops zu den Themen Öffentlichkeitsarbeit
8.30 Uhr mit musikalischen Beiträgen „Kommunikation“ und „Teamfähig-
der Schüler und Begrüßungsworten keit“. Markus Masse, Mitorganisator
von Schulleiter Walter Rudolph und dieser Messe, zeigte sich zufrieden:
Markus Masse (stellvertretender „Der Aufwand lohnt sich jedes Jahr
Schulleiter). Die Klassen 5 bis 12 al- aufs Neue. Sowohl unseren Schü-
ler Schularten (Werkrealschule, Re- lern als auch den beteiligten Firmen
alschule und Gymnasium) konnten bringt dieser Tag viel.“ Der Vorteil im
sich über berufliche Perspektiven Vergleich zu den deutlich größeren
und Möglichkeiten informieren, mehr Veranstaltungen in der Region sei,
als 400 Schüler waren beteiligt. So bekundeten Schüler, Lehrer und Un-
manch einer musste sich einen Ruck ternehmen einstimmig, der persön-
geben, um ein Gespräch mit den lichere Kontakt und das überschau-
Mitarbeitern an den Ständen zu be- bare Angebote, das die Schüler nicht
ginnen. Doch war diese Hürde erst überfordert. Dass die großen Ver-
einmal genommen, entstanden gute anstaltungen auch ihre Vorteile ha-
Kontakte. Schon mehrfach gab es ben, gerade dann, wenn man schon
7Veranstaltungen
Projekttage
Impressionen
4a Projekt „Energie“ 3b Projekt: „Tiere im Winter“
Frau Klem hilft in Klasse 3b R7 Projekt: „Longboard“ G9 Projekt: „Essen in anderen Ländern“
3b Projekt: „tierischer Besuch“ 4a Projekt: „Energie“ W6 Projekt: „London“
8Veranstaltungen
Tag der offenen Tür 2020
zu Zeiten Jesu, sie stellt sich auch
heute und war das zentrale Thema
des Musicals: Ein Mann wurde auf
dem Weg nach Jericho zusammen-
geschlagen und hilflos zurückge-
lassen. Viele gingen vorbei, ohne
zu helfen. Einem Priester erlaubte
es das Gesetz nicht, einem Leviten
war der Dienst im Tempel wichtiger,
doch ein Samariter machte schließ-
lich halt und half. „Wenn du spürst,
dass du etwas tun sollst – just do it“,
so war seine Devise. Helfen kann
jeder, helfen kann man immer. Man
muss es einfach wollen, Zivilcoura-
ge ist gefordert, so die Botschaft des
Am 15. Februar 2020 war es wie- diumsdiskussion mit dem Oberbür- Musicals. Die Zuschauer wurden mit
der so weit, jeder war herzlich will- germeister von Lahr, Herrn Markus den Fragen konfrontiert: Schauen
kommen, einen Einblick in den Ibert, MdL Frau Marion Gentges und wir weg oder aber hin, was uns im
Schulalltag der FES zu erhalten, Vertretern der Freien Evangelischen Alltag begegnet? Wo sind wir in un-
die innerhalb von 25 Jahren von Schulen (hierzu gibt es einen ge- serem Leben gefordert, der Nächste
8 Schülern auf inzwischen über sonderten Bericht). zu sein? Zum Schluss bedankte sich
600 Schüler angewachsen ist. Das Programm endete mit einem Herr Nehlert bei den Darstellern und
Es war ein Tag der Begegnung zwi- zweiten Highlight, dem Musical „Der gemeinsam mit der Klassenlehrerin
schen der FES einerseits und El- barmherzige Samariter“, aufgeführt wurden die Schüler entsprechend ih-
tern, Familienangehörigen, Freun- von der R6: Liebe Gott von ganzem ren Rollen vorgestellt.
den und Interessierten andererseits. Herzen und liebe deinen Nächsten
wie dich selbst – das ist die Forde- P. Bouren,
In der Grundschule beschäftigten rung von Jesus an uns Menschen. FES-Mutter
sich die Kinder mit dem Leben in Doch wo ist mein Nächster, wer kann
Afrika, auf dem Bauernhof, Energie das sein? Diese Frage stellte sich
und Vogelarten; in den weiterfüh-
renden Schularten mit einer Wet-
terstation, der Stadt London oder
der Herstellung von Filmen. Jede
Klasse hat sich mit ihrem Thema
eingebracht und dieses gestaltet.
Auch sonst gab es viele Angebo-
te. Besonders beliebt waren der
Kletterturm und die Bumper Balls.
Mit Salat, Würstchen und Pom-
mes wurde auch für das leibliche
Wohl gesorgt. Kaffee und eine
große Auswahl an Kuchen gab es
im Erweiterungsbau der Schule.
Ein Highlight des Tages war die Po-
9Veranstaltungen
Podiumsdiskussion
Thema: Ist christliche Bildungsgarbeit noch zeitgemäß?
Mit Spannung erwartet wurde die dern schon früh vermitteln und sie Notwendigkeit christlicher Bildungs-
Podiumsdiskussion mit Herrn Mar- darin bestärken, auch auf ihre Ge- arbeit. Die jahrelange Erfahrung
kus Ibert (Oberbürgermeister der fühle zu achten, sie Achtsamkeit mit christlichen Schulen habe ihm
Stadt Lahr), Frau Marion Gentges mit sich und ihren Mitmenschen dies gezeigt. Eltern hätten ihm z.
(Mitglied des Landtages), Frau lehren. Dies sei auch die Aufga- B. rückgemeldet, dass ihr Kind an
Angelika Rudolph (pädagogische be der Schulen und er erwarte von einer christlichen Schule „gesund“
Leitung FES Lahr), Herrn Berthold den Schulen, dass junge Menschen geworden sei. Er ist sich sicher, die
Meier (Verband Evangelischer Be- fit für das Leben gemacht würden. christliche Lehre tue den Kindern
kenntnisschulen) und Herrn Walter Marion Gentges äußerte, die heutige gut. An christlichen Schulen sei die
Rudolph (Schulleiter der FES Lahr Zeit sei von Spannungen geprägt. Haltung der Mitarbeiter maßgeblich.
und Moderator der Veranstaltung). Deshalb sei es gerade heute sehr Sie lebten in einer Beziehung zu
Walter Rudolph begrüßte als Mode- wichtig, auch die Herzen zu bilden. Jesus und sähen auch schwierige
rator herzlich die geladenen Gäste Sie erklärte, dass ein positives Vor- Kinder als Auftrag Gottes, um ihnen
und das Publikum. Er erläuterte das bild der Lehrkräfte Einfluss auf Schü- in der Liebe Christi zu begegnen.
Thema der Diskussion: „Ist christliche ler habe. Sie sei schon mehrfach Wenn auch jeder seinen Standpunkt
Bildungsarbeit noch zeitgemäß?“ Gast in der FES Lahr gewesen. Die aus seiner eigenen Perspektive er-
positive Atmosphäre habe sie immer läuterte, als Pädagoge, als Kom-
Angelika Rudolph stellte die Frage beeindruckt. Die Schüler seien poli- munal- und als Landespolitiker –
in den Raum, ob man um jeden Preis tisch gut informiert und würden bei letztendlich waren sich die Diskus-
zeitgemäß sein müsse. Es habe in Diskussionen sehr tiefgründige Fra- sionsteilnehmer darin einig, dass
Deutschland schon Zeiten gegeben, gen stellen. Dies sei etwas Beson- christliche Bildungsarbeit auch in
wo es angebracht gewesen wäre, deres. Jede Schule habe ihr eige- der heutigen Zeit eine wertvolle
gegen den Zeitgeist zu handeln. nes Profil und gerade Privatschulen und wichtige Aufgabe ist.
Heute seien Christen ein Teil des be- hätten hierin eine große Freiheit.
stehenden Pluralismus, eine von vie- Sie würden über den Bildungsplan S. Heppner,
len Stimmen in einem bunten Chor. hinaus etwas vermitteln. Das Land Öffentlichkeitsarbeit
Bekenntnisschulen seien an die begrüße dies sehr und sei froh
Grundlagen der staatlichen Bildungs- über diese zusätzlichen Angebote.
pläne gebunden und würden so ihrem Auch Berthold Meier betonte die
Bildungsauftrag gerecht. Selbstver-
ständlich werde auch an öffentlichen
Schulen gute Erziehungsarbeit ge-
leistet, aber die FES sei eine Werte-
gemeinschaft, was ein großer Vor-
teil sei. Kinder würden in allen Be-
reichen gestärkt.
Markus Ibert habe sich gewundert,
als er vom Thema der Diskussion
erfuhr. Er bejahte den Wert christli-
cher Bildungsarbeit gerade auch in
der heutigen Zeit. Der Erwerb von
Wissen allein sei nicht ausschlag-
gebend. Herz und Bauch seien ge-
nauso wichtig. Dies sollte man Kin-
11Im Fokus CyberMobbing Der Begriff „Mobbing“ ist heutzu- es verliert an Selbstbewusstsein, zuvor das Thema gemeinsam be- tage in aller Munde. „Mob“ ist das an Vertrauen in andere Menschen, sprochen und in kleineren Gruppen englische Wort für Gesindel, Meute an Lebensfreude und immer wieder in Form von Bildern, Filmen, Comics, oder Bande. Es geht beim Mobbing kommt es sogar zu Suizidgedanken. Präsentationen und Theaterstücken also darum, dass eine Person ange- schließlich ihren Eltern präsentiert. pöbelt oder dass über sie hergefallen Die FES führte diese Aktion mit dem wird. Wenn dies über einen längeren „Bündnis gegen Cybermobbing e. V.“ Zeitraum und auch zielgerichtet ge- durch, begleitet von einem seiner Re- gen eine Person geschieht, egal ob ferenten, Herrn Scherzer. Er sprach von einem Einzeltäter oder von einer am Elternabend über Handlungs- ganzen Gruppe, so spricht man von empfehlungen für Eltern von Opfer „Mobbing“. Dieses Phänomen gab und Täter und erläuterte Möglich- es auch schon vor den Zeiten des keiten der Prävention. Auch zeigte Internets, wahrscheinlich hat jeder er einige Schritte auf, wie man Mob- von uns dies in seiner Schulzeit mit- bingsituationen aufarbeiten kann. bekommen. Durch WhatsApp, Snap- Nach der Schulung von Lehrkräften chat, Instagram, Facebook und Co und Schülern, den Klassenprojekten ist das Anpöbeln in den letzten Jah- sowie dem Elternabend bekam un- ren jedoch einfacher geworden. Die- sere Schule das offizielle Zertifikat se Art nennt man „Cybermobbing“. „Schule gegen Cybermobbing“ über- Der Täter sieht dem Opfer nicht ins reicht. Dies symbolisiert, dass wir Gesicht und verliert dadurch ge- uns gegen Mobbing jeglicher Art stel- wisse Hemmschwellen. Durch das len. Wir möchten die Schüler über Liken seiner Beiträge von anderen Im Januar fand an der FES eine das Thema informieren, sie sensi- Personen wird der Täter in seiner Tat Infoveranstaltung zum Thema „Cy- bilisieren und ihnen unterstützt und macht weiter. Neben bermobbing“ statt. Hierzu eingela- Wege aus einer Mob- Worten werden auch Fotos verwen- den waren Eltern und Schüler aller bingsituation zeigen. det, die teilweise auch bearbeitet Klassen der Jahrgangsstufen 5 und und manipuliert werden. Für das Op- 6. Mit ihren Klassenlehrer(inne)n S. Dörr, Lehrkraft fer hat dies schlimme Auswirkungen, hatten die Schüler in den Wochen 12
Im Fokus
Was tun gegen Cybermobbing? Handlungsempfeh-
lungen für Eltern
Möglichkeiten der Prävention
Dauer und Inhalt der Mediennutzung genau regeln
und kontrollieren
Meldung von Vorfällen an Plattformbetreiber
Mediennutzung in Abhängigkeit von Alter und Ent-
wicklungsstand des Kindes
Täter virtuell blockieren
Kind zum Experten machen
Beweismaterial sichern und Angriffe dokumentieren
Medienangebote gemeinsam nutzen und diskutieren
Kind von Racheakten abhalten
Sicherheitseinstellungen anpassen
Anzeige erstatten, sofern die Umstände es erfordern
Selbstreflexion und -kritik in Bezug auf das eigene
Mediennutzungsverhalten
Was tun, wenn mein Kind Cybermobbing-Täter ge-
worden ist?
Mediennutzung nicht zeitgleich mit gemeinschaftli-
chen Aktivitäten
Kind unmissverständlich zur sofortigen Unterlas-
sung auffordern
Sperrstunde erlassen
Ursachenforschung betreiben und Konsequenzen
Aufzeigen von alternativen Freizeitgestaltungsmög-
daraus ziehen
lichkeiten
Aufzeigen der Auswirkungen: gesundheitlich (Op-
Risiken und Gefahren des Internets regelmäßig
fer) und rechtlich (Täter)
ansprechen
Entschuldigung und Wiedergutmachung als Ziel der
Aufarbeitung der Geschehnisse
Was tun, wenn mein Kind Opfer von Cybermobbing
geworden ist?
Internetnutzungsverhalten des Kindes temporär
überwachen
Unterstützung: emotional und praktisch
Verdeutlichung, dass Aufklärung und Aufarbeitung
(Moritz Scherzer,
unverzichtbar sind
Bündnis gegen Cybermobbing e. V.)
www.buendnis-gegen-cybermobbing.de
Einbeziehung von Experten bei der Problemlösung
Kind dazu ermutigen, Täter zur Unterlassung aufzu-
fordern
13Im Fokus Themen-Elternabend Am 21. Januar 2020 fand an der FES eine Infoveranstaltung zum Thema „Cybermobbing“ statt. Hierzu einge- laden waren Eltern und Schüler der Klassen 5 und 6. Mit ihren Klassenlehrer(inne)n hatten die Schüler in den Wochen zuvor das Thema gemeinsam besprochen und stellten es nun in kleineren Gruppen in Form von Bildern, Filmen, Comics, Präsentationen und Theaterstücken ihren Eltern vor. Herr Scherzer vom „Bündnis gegen Cybermobbing“ sprach über Hand- lungsempfehlungen für Eltern von Opfer und Täter und erläuterte Möglichkeiten der Prävention sowie einige Schritte der Aufarbeitung. Herr Dörr beendete den Abend mit dem Hinweis auf Matthäus 7,12 und 22,37 ff. Die „goldene Regel“ und das „höchste Gebot“ sollten auch bei diesem Thema immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden. S. Schrod, FSJler und ehemalige Schülerin der FES 14
Ein Angebot ganz speziell für Kinder und Jugendliche ist die „Nummer gegen Kummer“, ein
Kinder- und Jugendtelefon, das montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Nummer
116111 zu erreichen. Im Internet gibt es eine E-Mail-Beratung unter
www.nummergegenkummer.de. Im Fokus
Alle Hilfsangebote sind kostenfrei, die Beratung oder das Gespräch fndet im anonymen
Anonym Hilfe und Rat bekommen
Rahmen stat, die Mitarbeitenden an den Stellen sind zur Verschwiegenheit verpfichtet.
Allein in Offenburg arbeiten 80 Ehrenamtliche bei der TelefonSeelsorge mit, um für andere
Menschen in schwierigen Situatonen da zu sein.
Die Telefonseelsorge Ortenau
Elke Wahl, Leiterin der TelefonSeelsorge Ortenau-Mitelbaden e.V.
unter den Nummern 0800-1110111 die Beratung oder das Gespräch fin-
oder 0800-1110222 oder im Internet det im anonymen Rahmen statt, die
via Chat oder Mail unter www.telefon- Mitarbeitenden an den Stellen sind
seelsorge.de. Eine ganz neue Mög- zur Verschwiegenheit verpflichtet. Al-
lichkeit gibt es seit März über eine lein in Offenburg arbeiten 80 Ehren-
Krisen-Kompass-App, die digitale amtliche bei der TelefonSeelsorge
Hilfe in suizidalen Krisen bietet (für mit, um für andere Menschen in
selbst Betroffene oder Angehörige). schwierigen Situationen da zu sein.
Bei Schwierigkeiten im privaten Be- Ein Angebot ganz speziell für Kinder
reich oder in der Schule kann es und Jugendliche ist die „Nummer E. Wahl, Leiterin
manchmal hilfreich sein, mit jeman- gegen Kummer“, ein Kinder- und Ju- der Telefon-
dem ganz anonym Kontakt aufneh- gendtelefon, das montags bis sams- Seelsorge Ortenau-
men zu können. Man muss nicht sa- tags von 14 bis 20 Uhr unter der Mittelbaden e.V.
gen, wer man ist, wo man wohnt oder Nummer 116111 zu erreichen ist.
lebt. Eine Möglichkeit, sich solchen Im Internet gibt es eine E-Mail-
Rat anonym zu holen, bietet die Te- Beratung unter :
lefonSeelsorge. Die TelefonSeelsor- www.nummergegenkummer.de.
ge ist auf verschieden Wege zu er-
reichen: am Telefon rund um die Uhr Alle Hilfsangebote sind kostenfrei,
Vertrauenslehrer an der FES
Ein offenes Ohr für die Anliegen der Schüler und Schülerinnen
Als Vertrauenslehrern ist es uns wichtig, ein positives Schul- und Schülern stehen wir als Ansprechpersonen
klima zu fördern. Dazu zählt, dass wir ein offenes Ohr für gerne zur Verfügung.
die Anliegen der Schülerschaft haben. So stehen wir ihnen
in verschiedenen Lebenslagen mit Rat und Tat zur Seite, B. Kellner, M. Schröder, L. Thrul
auch bei Konflikten untereinander oder mit Lehrkräften. Vertrauenslehrer der FES
Da Streitigkeiten in der heutigen Zeit häufig in den digi-
talen Bereich (WhatsApp etc.) verlagert werden,
benötigen die betroffenen Kinder und Jugend-
lichenUnterstützung in ihrer jeweiligen Situation.
Für Anliegen von Eltern sowie von Schülerinnen
15Kolumne des Schulleiters
Integration biblischer Themen im Unterricht
Der Goldregenpfeifer – ein Meisterwerk der Logistik
gie umzugehen. Flöge der Vogel
langsamer, verbrauchte er einen
zu großen Treibstoffanteil für den
Antrieb, flöge er schneller, erhöhte
sich der Energiebedarf zur Überwin-
dung der Luftreibung. Dieser Vogel
kann dabei offensichtlich auf eine
innere Information zurückgreifen.
Auch der Treibstoffbedarf lässt sich
mathematisch fassen. Ein Gold-
regenpfeifer verbraucht während
seines Fluges pro Stunde 0,6 %
seines Körpergewichts. Da er 88
Stunden unterwegs ist, lässt sich
die Abnahme seines Körperge-
wichts fortlaufend berechnen. Aus-
gehend von 200 g, wiegt er nach
einer Flugstunde 0,6 % (das sind
1,2 g) weniger, also 198,8 g. Wäh-
Fotonatur.de Sönke Morsch
rend der nächsten Stunde verliert
Der Goldregenpfeifer wird in Alas- Um diese Entfernung in einem er 1,19 g, hat also noch ein Ge-
ka oder in der ostsibirischen Tundra Nonstop-Flug bewältigen zu kön- wicht von 197,61 g. So setzen wir
in einer kleinen Bodenmulde aus- nen, haben sie sich den Fettvorrat die Berechnung fort. Die absolu-
gebrütet. Seine Eltern ziehen ihn angefressen und wiegen nun 200 g. te Untergrenze, um noch flugfähig
auf mit säuerlichen Moosbeeren, Woher wissen sie, welchen Energie- zu sein, ist ein Gewicht von 130 g.
fetten Raupen oder Käfern. Nach- Führen wir die Rechnung aus: 200
dem er gerade fliegen gelernt hat, x 0,99488 (wir berechnen damit sein
verlassen sie ihn und reisen ihm zu Alles muss hier Restgewicht nach einer Flugzeit von
ihrem Winterquartier nach Hawaii
voraus. Dabei handelt es sich um
stimmen, um 88 Stunden), dann stellen wir fest,
dass er die Deadline von 130 g be-
eine Entfernung von ca. 4500 km. den Erfolg zu reits deutlich unterschritten hat (er
Die jungen Vögel fressen sich gewährleisten. wiegt dann nur noch 118 g): Folglich
nun im Laufe von drei Mona- müsste er 800 km vor seinem Ziel
ten ein zusätzliches Gewicht von ins Meer stürzen. Haben wir falsch
70 g an, das ist mehr als die Hälf- vorrat sie benötigen? Wie können sie gerechnet? Keineswegs. Die Ener-
te ihres Körpergewichts. Wozu? den Weg finden ohne Orientierungs- gie reicht so tatsächlich nicht aus!
Auch die jungen Goldregenpfeifer punkte, eine Strecke, die sie noch Nun hat dieser kleine Vogel noch
werden zusammen mit ihren Alters- nie geflogen sind? Was wäre, wenn eine weitere Fähigkeit, die es ihm
genossen nach Hawaii fliegen, ohne sie die winzigen Inseln verfehlten? ermöglicht, doch an seinem Ziel
jemals etwas über die logistischen Die Fluggeschwindigkeit, mit der sie anzukommen. Und welche ist das?
Voraussetzungen gelernt zu haben. unterwegs sind, ist mit ca. 51 km/h Es ist die Fähigkeit, in Formation
Sie werden dabei 88 Stunden un- die wissenschaftlich errechnete zu fliegen – genauer gesagt: im
unterbrochen Tag und Nacht über optimale Geschwindigkeit, um so Keilflug. Da sich die Vögel an der
dem offenen Meer unterwegs sein. sparsam wie möglich mit der Ener- Spitze abwechseln, kann jeder ein-
16Schularten | Grundschule
Gesamtandacht
in den Klassen 3 und 4
zelne bis zu 20 % seiner Energie Es ging im Februar um das The- von dieser Nacht und auch von den
sparen. Auf diese Weise erreichen ma „Engel“. Aus der Bibel ken- Soldaten, die ihn davon abgehalten
sie tatsächlich ihr Winterquartier nen wir ja viele Berichte, in denen hatten, die Frauen zu überfallen.
und haben sogar für mögliche Engel vorkommen und besonde- Welche Soldaten? Hatte Gott seine
Gegenwinde noch Treibstoff übrig. re Aufgaben ausführen. Aber wie Engel geschickt, um die beiden
Welch ein Phänomen! sieht das heute aus? Gibt es Frauen zu beschützen?
Es ist schlichtweg undenkbar, dass die Einige Tage später erzählte die
komplexen Verhaltenssteuerungen, Missionarin anderen Christen von
welche für diese Leistung notwen- diesem Ereignis und erfuhr, dass sich
dig und fein aufeinander abgestimmt in dieser Nacht 16 Beter zusammen-
sind, durch kleine, ziellose Verände- gefunden hatten, um für die
rungen zustande gekommen sind. Die Missionarin zu beten. Alles nur
Bestimmung der Menge des Fett- Zufall? Bestimmt nicht!
vorrats verlangt Informationen über In dieser Geschichte wird vor al-
den Bedarf und gleichzeitig das lem deutlich: Ja, auch heute gibt
Einberechnen der Ersparnis durch es noch Engel. Gott benutzt sie als
den Formationsflug. Darüber hi- Beschützer, Boten, Diener, Helfer …
naus macht das Anfressen des Gott nimmt jedes Gebet ernst
Treibstoffs nur dann einen Sinn, und erhört auch Gebet.
wenn auch die Navigation gewähr- „Denn er hat seinen Engel befoh-
leistet ist. Alles muss hier stimmen, len, dass sie dich behüten auf allen
um den Erfolg zu gewährleisten. deinen Wegen.“ Psalm 91,11
Dies ist ein exzellentes Beispiel für
„nichtreduzierbare Komplexität“, die J. Herrmann, Lehrkraft
mit Nachdruck auf einen planen-
den Schöpfer verweist. Loben wir
ihn für diese erstaunlichen Werke? Engel eigentlich immer noch?
Erzählt wurde die Geschichte einer
(Informationen aus: „Wenn Tiere reden könn- Missionarin und ihrer Begleiterin, die
ten“ (W. Gitt / K.-H. Vanheiden) einen größeren Geldbetrag mit sich
trugen und auf ihrem Weg nach Hau-
W. Rudolph, se in freier Natur übernachten muss-
Schulleiter ten. Banditen wollten die Frauen in
der Nacht überwältigen, schreckten
aber zurück, als sie sahen, dass sich
mehrere Soldaten (insgesamt 16) mit
Schwertern um die Frauen stellten.
In welcher Gefahr sich die beiden
Frauen befanden, erfuhren sie erst
einige Zeit später. Einer der Bandi-
ten begegnete nämlich der Missi-
onarin, als er als Patient im Kran-
kenhaus in Behandlung war. Er
erkannte sie wieder und erzählte ihr
17Schularten | Gymnasium
Ausflug der G7 ins Mittelalter
Im Rahmen der Fächer Deutsch/Geschichte ging es nach Worms
Nibelungenstadt Worms, mittel- begegnet, ja überfällt uns schon rum um das mittelalterliche Worms
alterliche Reichsstadt, jüdisches die bewegte Wormser Geschichte. führt uns unsere Entdeckungstour.
Warmaisa – all das ist Worms! So Aber nun soll es losgehen, erster Bei so viel Bewegung darf natürlich
zog es uns, da wir uns im Deutsch- Halt: Sankt-Peters-Dom. Hier, vor ein Zwischenstopp auf dem Weih-
unterricht ausführlich mit der Sage dem Nordportal der romanischen nachtsmarkt nicht fehlen. Kaum dort
um den Drachentöter Siegfried, Pfeilerbasilika, lässt der unbekannte angelangt, begegnete uns ein kühner
um den grimmigen Hagen und die Dichter des Nibelungenliedes den le- Recke mit gezücktem Plastikschwert,
rachsüchtige Kriemhild beschäftigt gendären Königinnenstreit zwischen der uns auf seinen Rostra (so nannte
haben und im Fach Geschichte die Kriemhild und Brunhild stattfinden, er das 1 x 1 Meter umfassende Holz-
Stadt als mittelalterliche Lebenswelt der schließlich zu der Ermordung gestell, vor dem sich drei aus Plas-
sowie das jüdische Leben in dieser Siegfrieds führt. Diesen Streit spie- tikrollen zusammengetackerte Säu-
Zeit erkundet haben, rheinabwärts len wir vor der erhabenen Kulisse lenstümpfe mit der Aufschrift „Stoa“
in diese Stadt, die all diese The- nach, bevor wir uns in das Innere des tummelten) eine ziemlich eigenartige
men vereint wie kaum eine andere. Doms begeben und beispielswei- Version des Nibelungenliedes re-
Unsere Erwartungen wurden nicht se die Grablege des salischen Kö- zitierte. Ob Siegfried wirklich nach
enttäuscht. Nach einer knapp zwei- nigshauses in der Krypta erkunden. dem Kampf mit dem Drachen darü-
stündigen Busfahrt fuhren wir über Vom Domplatz aus, auf dem schon ber nachdachte, was er mit der Dra-
die Nibelungenbrücke in das Zen- die Kelten vor ungefähr 2500 Jah- chenhaut anfangen sollte, und dann
trum des mittelalterlichen Worms; ren eine erste Siedlung errichteten, auf die Idee kam, daraus eine Hand-
Endstation: natürlich Hagenstraße ziehen wir wie ein kleiner mittelal- tasche als Geschenk für seine Mutter
– was denn sonst? Kaum waren wir terlicher Heerhaufe durch die Jahr- zu fertigen, stellten wir nicht infrage,
ausgestiegen, standen wir schon hunderte und Jahrtausende der hatten wir es hier doch scheinbar mit
vor dem Siegfriedbrunnen, dahinter Wormser Geschichte: Sankt-Mag- einer lebendigen Verkörperung des
das Rathaus mit einem Wandrelief nus-Kirche, Andreasstift, Andreastor stoischen Weisen oder zumindest
vom Einzug Siegfrieds in die Stadt und Stadtmauer, jüdischer Friedhof mit Ciceros Orator perfectus zu tun!
Mein persönliches „Highlight“ war
der Besuch des jüdischen Fried-
hofs „Heiliger Sand“. Dieser ist mit
seinen mehr als 2000 Grabstei-
nen, von denen einige schon knapp
1000 Jahre hier stehen, der älteste
jüdische Friedhof Europas. Beim
Betreten dieses Ortes und bei dem
Anblick der teils halb versunke-
nen, teils schiefen und verwitterten
Grabsteine musste ich unweigerlich
der legendären Burgundenkönige, „Heiliger Sand“, Heylshof (jener Ort, an die Vision Hesekiels von den
gegenüber der alles überragende, an dem Luther sich vor Kaiser Karl V. Totengebeinen denken und an die
wunderschöne Wormser Sankt-Pe- weigerte, seine Thesen zu widerru- provokante Frage Gottes an den
ters-Dom, in einer Gasse nicht weit fen), Lutherdenkmal, Ludwigsplatz, Propheten: „Menschensohn, wer-
von uns Säulen mit den vier Soli der Sankt-Martins-Kirche, jüdisches Mu- den diese Beine wieder lebendig?“
Reformation (auch das übrigens eine seum im Raschi-Haus, jüdische Sy- Die Antwort ist: Ja, sie werden! Im
Facette von Worms). Obwohl wir nagoge und Hagendenkmal an der Unterricht haben wir uns mit der
noch keinen Meter gegangen sind, Rheinpromenade – einmal rundhe- Sichtweise des Mittelalters auf das
18Schularten |Gymnasium
jüdische Volk beschäftigt, die von der So war es für mich ein besonderer der lautlose Jammer ist mein; aber
Idee geprägt war, dass die Kirche, Moment, als wir auf einer kleinen der Bund ist mir nicht aufgekündigt
die Ecclesia, das jüdische Volk, die Anhöhe standen und unser Blick auf worden. Ich liege am Boden, hinge-
Synagoga, als Bundesvolk ersetzt das vor uns liegende Gräberfeld fiel stürzt wie diese Steine. Aber gekün-
habe, eine Idee, die leider auch heu- und gleichzeitig auf den quasi dar- digt ist mir nicht. Der Dom ist, wie er
te noch durch Gemeinden geistert. über „thronenden“ Dom. Schon der ist. Der Friedhof ist, wie er ist. Aber
Dabei ermahnt uns der Apostel Pau- jüdische Gelehrte Martin Buber hat- gekündigt ist uns nicht worden.“
lus im elften Kapitel des Römerbrie- te den Eindruck, als er an ebendie- Ja, Gott hat entgegen der Sichtweise
fes, dass wir als Christen uns nicht ser Stelle stand, sein Blick von dem des Mittelalters dem jüdischen Volk
rühmen sollen, nur weil das jüdische „Friedhofsgewirr zu einer herrlichen nicht gekündigt! Paulus schreibt:
Volk aus dem Ölbaum des Heils Harmonie empor“, er sehe „von Is- „Gott hat sein Volk nicht versto-
ausgerissen und wir an ihrer Stelle rael zur Kirche auf“. Von diesem An- ßen, das er vorher erkannt hat.“
eingepfropft wurden. „Denn Gott ist blick überwältigt, bekannte er: „All Umso mehr freute es mich, dass
imstande, sie wieder einzupfropfen.“ die Asche, all die Zerspelltheit, all auch die Schüler das Besondere an
dieser Szene sahen und erkannten.
Und so wurden uns gerade an die-
sem Ort der scheinbaren „Niederla-
ge“ der Bund und die Verheißungen
Gottes, aber auch die Verantwortung
von uns Christen gegenüber dem
jüdischen Volk vor Augen geführt.
Als Abschluss unseres vollgepack-
ten Ausflugs begaben wir uns für
ein Klassenfoto zur Hagenstatue
am Rheinufer. Den im Rhein ver-
senkten Nibelungenhort konnten
wir zwar nicht finden, sind aber
doch, um viele Eindrücke und Ein-
blicke in das mittelalterliche, das
jüdische und auch das sagenhafte
Worms bereichert, wieder wohl-
behalten in Lahr angekommen.
M. Roman, Lehrkraft
19Schularten | Realschule
Praktika
Berufsorientierung in der Realschule
In meiner Praktikumszeit war ich Ich habe mein Praktikum bei Sigel Bei meinem Praktikum war ich bei
im Blumenladen/Gärtnerei „Blumen Dental, einem Dentallabor, gemacht. der Firma Fielmann in Lahr. Ich war
Bräutigam“. Ich machte dort mein Diese Firma ist in sechs verschiede- sehr gespannt, was mich erwarten
Praktikum als Floristin. In diesem ne Räume eingeteilt: Zahnwerkstatt, würde und was ich alles machen
Beruf stellt man meistens Geste- Gipsküche, Büro, White Room, Ma- muss. Als ich ankam, meldete ich
cke oder Blumensträuße für Kun- schinenraum und Aufenthaltsraum. mich bei dem Info-Schalter und wur-
denbestellungen oder einfach für Die ersten Tage meines Praktikums de in die Werkstatt hochgeschickt.
den Blumenladen her. Weitere Auf- musste ich in der Gipsküche verbrin- Dort erklärte mir der Ausbilder alles,
gaben sind Blumen zuschneiden, gen. Dort habe ich gelernt und beob- was ich wissen musste. Ich durfte
Blumen in Töpfe einpflanzen und achtet, wie man den Gips zubereitet die ganze Woche in der Werkstatt
Blumen gießen. Der Job als Florist und anschließend in Gipsschablonen arbeiten und zusehen, was alles
ist sehr anstrengend, da man den gießt. Schließlich durfte ich dann vor Ort hergestellt wird und was in
ganzen Tag stehen muss. Das Prak- auch mein eigenes Gebiss gipsen. einem Extra-Werk hergestellt wer-
tikum hat mir trotzdem viel Spaß ge- Außerdem war ich in der Zahnwerk- den muss. Ich selber fertigte einige
macht und ich konnte einen guten statt, in der ich zugesehen habe, wie Werkstücke an, für die man echt viel
Einblick in diesen Beruf gewinnen. ein junger Mann eine Prothese repa- Zeit brauchte. Insgesamt hat es mir
riert hat. Danach hat man mir gezeigt, viel Spaß gemacht. Die Mitarbei-
D. Rothermel, R9 wie man eine Bissnahme und einen ter waren sehr nett. Auch wenn es
Mundlöffel herstellt, welche ich auch nicht das ist, was ich als Beruf ma-
herstellen konnte. Später durfte ich chen möchte, würde ich das Prak-
dann zuschauen, wie man Zähne am tikum gerne weiter empfehlen, weil
PC modelliert, die anschließend aus man viele Dinge dazulernen kann.
einer Art 3D-Drucker herausgefräst
werden und im White Room (Kunst- L. Steinhauer, R9
raum) bearbeitet und angemalt wer-
den. Dieser Vorgang dient zur Her-
stellung einer Prothese. Am Ende
durfte ich mit Wachs und auch auf ei-
nem PC einen Zahn modellieren. Das
hat mir am meisten Spaß gemacht.
J. Krim, R9
20Alle Schularten | news
FES-Schulkleidung im neuen Design
Stylisch, bequem und bunt
Im vergangenen Halbjahr haben wir Motiv gingen wir selber in die Na- einzeln bestellbar. Für Fragen hierzu
an einem Upgrade für unsere freiwilli- tur. Das Bild einer Baumkrone mit dürfen Sie sich gerne ans Sekretariat
ge Schulkleidung getüftelt. Zwischen der Unterschrift „Grow beside a wenden.
den ersten Überlegungen und der ers- stream“ (Psalm 1,3 im Wortlaut der
ten Ausstellung am Tag der offenen Good News Bible) bildet das zwei- S. Schrod, FSJler und
Tür im Februar gab es einiges zu tun. te Motiv der neuen Schulkleidung. ehemalige Schülerin
Nicht nur die zu bedruckenden Arti- Für das dritte neue Motiv ging es zu- der FES
kel wurden aktualisiert, modernisiert rück an den Kern: Anlässlich des be-
und die Auswahl erweitert, auch vorstehenden Jubiläums des Beste-
neue Motive sind dazugekommen. hens unserer Schule kam die Idee
Zur Inspiration dienten uns hierbei ei- auf, dem Gründungsjahr 1995 einen
nige Leitgedanken, die mit die Grund- Platz auf den Shirts einzuräumen. Die
stimmung unserer Schule bilden. Aufschrift „FES Lahr Est. 95“ ist nun
Mit der Vision „Schule zu Gottes ebenfalls auf den Artikeln erhältlich.
Ehre“ gingen wir an die erste De- Außerdem ist unser neues Schul-
sign-Idee. Heraus kam ein zunächst logo auf allen Artikeln gedruckt
als schwarz (aber auch in anderen – wahlweise als Hauptdruck auf
Farben erhältlich) angedachter Hoo- der linken Brust oder in Kombi-
die mit dem grafisch gestalteten Print nation mit anderen Hauptmotiven
„For his glory“ („Zu Seiner Ehre“) im Nacken der Kleidungsstücke.
auf dem Rücken. Dieser Druck ist Die Menge an Bestellungen im Rah-
bei den Schülern aller Altersklassen men der ersten Bestellaktion zeigt:
bisher am besten angekommen. Den Schülern (und Eltern) scheint es
Eine weitere Idee war, den Leitvers zu gefallen. Sollten Sie diese Aktion
unserer Schule, Psalm 1, mit in die verpasst haben – keine Sorge! Die
Kollektion zu nehmen. Für dieses Schulkleidung ist nach wie vor auch
2122 Bildende Kunst, Klasse G10, SJ 2019/2020, Thema „Lebensspirale“, von Tabita Kögel
Arbeitsgemeinschaften
Die Kunst-AG
Unterschiedlich begabte Kinder aus Lob und Anerkennung und auch mit eine große Künstlerin. Alles ist für
der 1. und der 2. Klasse werden in Motivation die Kinder anzuregen, sie noch offen, und wenn sie in un-
der Kunst-AG angemeldet. Manche mit Spaß und Freude zu malen serer Kunst-AG etwas zum ersten
können nicht so schön malen oder und zu basteln. Einfach Kind sein Mal malen oder basteln, ist es uns
basteln, andere sind sehr fleißig und loslegen, egal wie das wird. eine große Ehre, ihre Werke und
und kreativ. Unsere Aufgabe mit Schließlich soll die Kunst-AG die das Strahlen der Kinderaugen zu
Frau Essert ist aber nicht, zu beno- Kinder entspannen und entfalten. sehen.
ten oder jemanden zu entmutigen Eines Tages ist vielleicht jemand
in dem, was er macht, sondern mit von ihnen ein toller Künstler oder P. Vocht
23Aktuell | Corona
Die FES Lahr in Zeiten Corona-Krise
Die Coronavirus-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen weltweit auf den Kopf gestellt. Es gilt, Kontakte
zu minimieren und Rücksicht zu nehmen, sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Umfeld. Wie gehen Mit-
arbeiter, Schüler und Eltern der FES Lahr mit dieser belastenden Situation um? Homeschooling ist plötzlich die
neue Norm und für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Die Digitalisierung des Unterrichts wird nun
– anstatt schrittweise – quasi im Hauruckverfahren umgesetzt. Auch in der Verwaltung wird via Videokonferenz
kommuniziert und entweder zeitversetzt oder im Homeoffice gearbeitet. Wir alle sind gefordert, aber es ist auch
ermutigend, wie viele kreative Lösungen und frische Ideen entstehen, um den Betrieb am Laufen zu halten.
S. Heppner, Öffentlichkeitsarbeit
Als Schulleiter bin ich natürlich in Für uns alle ist die Schulschließung Wir haben drei Kinder in der Sekun-
einer besonderen Weise gefordert, eine neue, herausfordernde Situa- darstufe. Bei den beiden „Kleinen“
die Schulgemeinschaft durch die- tion. In den Klassen der Unter- und läuft die Kommunikation vorwiegend
se schwierige und belastende Zeit Mittelstufe arbeite ich mit Wochen- über Mailverkehr. Besonders genial
zu begleiten. Das tue ich gemein- arbeitsplänen, das ist dann ähnlich finden wir die Idee von einem Mathe-
sam mit unserem Verwaltungsleiter wie Vertretungsaufgaben. Die Kurs- lehrer, die Lösungen der Aufgaben
Friedhelm Matter und den stellver- stufe unterrichte ich jedoch online auf Youtube zu stellen. Das hat selbst
tretenden Schulleitern Simon Dörr über die Kommunikationsplattform für uns Eltern einen großen Auf-
und Markus Masse. Wöchentlich Microsoft Teams und Iserv. Dort tref- forderungscharakter, die Aufgaben
dreimal führen wir als Krisenteam fen wir uns in einer Konferenz, so- bearbeiten zu wollen.
eine Videokonferenz durch, wo wir dass sich jede Schülerin und jeder Unser Kind aus der Kursstufe be-
die jeweils notwendigen nächsten Schüler live beteiligen kann. In unse- kommt Mails mit Aufträgen direkt zu-
Schritte besprechen. Es fand sogar rem virtuellen Kursraum ist es auch gesandt und kann diese ohne Umwe-
schon eine virtuelle Konferenz mit möglich, Medien und Arbeitsblätter ge bearbeiten. Mit den Lehrern der
über 40 Mitarbeiterinnen und Mitar- bereitzustellen und auszutauschen, Kooperationsklassen steht er eben-
beitern unserer Schule statt, wo wir was die Arbeit auf jeden Fall erleich- so im Mailverkehr. Die Nutzung unter-
alle aus den jeweiligen Aufenthalts- tert. Ebenso haben wir die Mög- schiedlicher Plattformen zur Kommu-
orten zusammengeschaltet waren lichkeit, in Echtzeit gemeinsam an nikation der drei Schulen stellt eine
und uns so in der Regel auch sehen einem Dokument zu arbeiten. Das zeitintensive Herausforderung dar,
konnten. Eines ist sicher: Bei der haben wir genutzt und zusammen die jedoch in der Krise auch Chancen
Benutzung solcher digitalen Mittel eine Präsentation zu unserem der- eröffnet, z. B. geht der Englischunter-
bringt uns diese Zeit sehr nach vor- zeitigen Thema Indien erstellt – auf richt über das Internet weiter.
ne. Wir sind uns aber auch der Ri- Englisch natürlich. Dennoch freuen Die Aufgabenverteilung läuft über
siken bewusst und freuen uns auf wir uns darauf, wenn wir den Unter- die Technik gut, wenn man den
die Zeit, wo direkte Begegnungen richt wieder wie gewohnt gestalten Überblick behalten kann, welches
– so Gott will – wieder möglich sein können – es ist einfach was anderes, Kind was zu tun hat. Und zu wissen,
werden. Durch eine intensive tägli- wenn man zusammenkommen kann. dass wir uns Eltern bei Fragen
che Hinwendung zu unserem Herrn noch mal persönlich bei jedem Lehrer
Jesus Christus ist es uns wirklich C. Oesterle, Klassenlehrkraft melden können, gibt uns ein Ge-
möglich, Friede, Weisheit und Kraft fühl der Sicherheit. Nicht ersetzen
– schlicht Gnade – für die Bewälti- können wir zu Hause das tägliche
gung dieser momentanen Aufgabe Wirken der Lehrer an den Kindern.
zu empfangen. Er lässt uns nicht al- Ebenso lassen sich die Kontakte zu
lein – wie er es auch in den vergan- Schulkameraden nur bedingt über
genen 25 Jahren an der FES nie ge- soziale Medien gestalten. Es zeigt
tan hat! Danke für alle Ihre Gebete! sich für uns Eltern in dieser Zeit ganz
deutlich, wie wichtig und erfüllend der
W. Rudolph, Schulleiter direkte Kontakt zum Menschen ist.
M. Fischer-Gutt, FES-Mutter
24Aktuell | Corona
Soeben war noch normaler Schul- Die derzeitige Situation ist meines Eines meiner Kinder musste zu die-
alltag. Und dann heißt es STOPP. Erachtens für Eltern mit mehreren sem Thema einen Aufsatz über die
Die Schule wird bis zu den Osterfe- Kindern absolut überfordernd. Dass ersten drei Wochen schreiben. Er
rien geschlossen. Was das eigent- wir als Eltern Hilfestellung beim begann mit den Worten: „Ferien sind
lich bedeutet, wird einem erst nach Lernen geben müssen, jedoch toll. Schule ist doof. Und beides?“
und nach bewusst. Zunächst sind selbst nicht über das notwendige Ehrlich gesagt, ich habe mir Home-
die Schüler und Schülerinnen ja Fachwissen verfügen, erschwert schooling einfacher vorgestellt. Ich
versorgt mit den Wochenaufgaben. die Lage zusätzlich. Dazu haben dachte nicht, dass es mich so
Aber wie erhalten sie eine adäqua- wir einen erheblichen Materialauf- schnell an den Rand meiner Kräfte
te Rückmeldung für ihre Leistun- wand (Drucker, Papier, Patronen bringen würde. Ich habe schnell ge-
gen? Wie kann ich ihnen und den usw.). Mein größtes Sorgenkind ist merkt, dass der Ablenkungs-Index
Eltern nötige Hilfestellungen geben? meine Tochter im Abschlussjahr, da zu Hause unheimlich groß und auch
Einige kommen gut zurecht, bei an- sie die notwendige Unterstützung sehr willkommen ist … und dass die
deren gibt es Fragen, die per Mail durch pädagogisch ausgebildete Kinder sich zu Hause viel schlech-
oder Telefon geklärt werden kön- Lehrkräfte momentan nicht erhält. ter konzentrieren können. Meines
nen. Schwierig wird es, wenn El- Auch die Kontrolle, Übersicht und Erachtens scheint auch die Fülle der
tern mehrere Kinder bei den Aufga- Organisation, sprich fristgerech- Aufgaben, die die Kinder bearbeiten
ben unterstützen müssen. Was ist, tes und richtiges Einscannen und müssen, zum Teil viel zu groß und
wenn z. B. mehrere zugleich Fragen Verschicken der Aufgaben, sind für umfangreich zu sein.
haben oder den Computer brau- mich besonders schwer. Trotzdem Ein weiteres Problem der Kinder ist,
chen? Hier sind schnell die Gren- möchte ich hiermit allen Lehrkräften dass sie nicht mal geschwind bei
zen des Homeschooling erreicht. für ihr großes Engagement und ihre ihrer Lehrkraft rückfragen können.
Um den Schülern zu Hause Hil- Einsatzbereitschaft danken! Als Mutter auch Lehrerin zu sein geht
festellung zu geben, habe ich eigentlich gar nicht. Da kochen die
einiges ausprobiert, z. B. eine V. Findling, FES-Mutter Emotionen ganz schnell hoch und
PowerPoint-PräsentationmitMusterauf- es gibt viel mehr Geschimpfe und
gaben, zu den Bildern habe ich einen Geschrei, Wut und Ärger usw. wegen
Podcast gesprochen. Die erledig- nicht verstandenen Aufgaben, die
ten Aufgaben, die mir per Mail oder von der Mama auch nicht erklärt
Post zurückgesandt werden, wer- werden können. Als weitere Heraus-
den korrigiert und mit Kommenta- forderung sehe ich: Die Kinder müs-
ren versehen, die dann wiederum sen Aufgaben am PC lösen oder an-
auf digitalem oder dem Postweg dere Links oder Videos anschauen
zurückgeschickt werden. In jeder – aber die Versuchung ist groß, zu
Krise liegt auch eine Chance. Die anderen Internetseiten zu wechseln,
jetzige bietet uns Lehrerkräften die sobald die Mama außer Sichtweite ist.
Möglichkeit, uns neue Fähigkeiten Andere Mitschüler möchten die Kin-
anzueignen, um digitale Medien für der zum Teil auch nicht fragen, wenn
den Unterricht besser zu nutzen. man etwas nicht versteht, und die
Jetzt liegt es an uns, sie zu ergreifen. Hemmschwelle, den/die Lehrer/-in
Für uns als christliche Lehrer und Leh- zu kontaktieren, ist doch recht hoch.
rerinnen sehe ich eine weitere Chan- Als Fazit kann ich sagen: Es wird mir
ce in der Unterbrechung des gewohn- bewusst, was unsere Schule nicht
ten Alltags darin, dass sie uns einen nur in gesunden Zeiten alles leistet!
Impuls gibt, unsere Gottesbeziehung Ich sehne den Tag herbei, wenn
zu intensivieren und mehr denn je für die Schulen wieder geöffnet wer-
unsere Schule, die Kinder und Ju- den und ein „ganz normaler“
gendlichen und deren Eltern zu beten. Schulalltag wieder möglich ist. Bis
dahin versuche ich, irgendwie mei-
J. Kunkel, Klassenlehrkraft nen Kopf über Wasser zu halten.
A. Garthe, FES-Mutter
25 25Aktuell | Corona
Die FES Lahr in der Corona-Krise
Aus der Sicht einer Mutter Aus der Sicht einer Lehrerin derten Schulsituation, fand ich
es bereichernd, mich mit einigen
Ich fand den Gedanken schon im- Nachdem ich am letzten Schultag neuen technischen Möglichkei-
mer interessant, wie es wohl wäre, die Deutschaufgaben für die Klassen ten auseinanderzusetzen. Mit Be-
die Kinder zu Hause zu unterrichten. 4a und 4b an die Schüler verteilt hat- reichen, die ich vorher weitge-
Unfreiwillig sind viele Eltern nun in te, war ich sehr gespannt, wie den hend versucht habe zu umgehen.
diese Situation gekommen, ich auch. Kindern das selbstständige Arbeiten Neben fehlerfreien Arbeitsblättern,
Um neun Uhr morgens klingelte bei zu Hause gelingen würde. Ich hat- schön gestalteten Schmuckblättern,
uns das Glöckchen und meine Kin- te von vornherein um wöchentliche interessanten Berichten und etlichen
der (zweite und vierte Klasse) er- Rückmeldung gebeten. Am Sams- Aufgaben aus dem Sprachbuch
schienen mit ihren Schulranzen am tag kamen die ersten Mails bei mir habe ich mich als Lehrerin auch
Esszimmertisch. Wir starteten mit an, auch Briefumschläge lagen in sehr über persönliche Grüße, ein
Bibellesen und Gebet (u. a. für ei- meinem Briefkasten. Ich war begeis- Dankeschön oder eine Ermutigung
nen harmonischen Lernvormittag). tert, wie schnell und bereitwillig sich von Eltern und Schülern gefreut
Die beliebten Aufgaben (das waren die Eltern und Schüler auf die neue
Arbeitsblätter, auf denen nur einzel- Organisation des Unterrichts einge- S. Zimmermann,
ne Wörter oder Zahlen eingetragen stellt hatten. Neugierig machte ich Lehrkraft und Mutter
werden mussten, oder Aufgaben im mich daran, alles durchzuschauen.
Arbeitsheft in Deutsch oder Mathe) Da es zwei Klassen und damit vier-
wurden gerne erledigt, andere (Text- zig Schüler waren, brauchte das sei-
aufgaben in Mathe, Texte schreiben ne Zeit. Die Schüler mussten einige
in Deutsch) nur schwerfällig. Gutes Tage warten, bis sie Antwort von mir
Zureden war gefragt. Die friedliche bekamen. Gleichzeitig verschickte
Eintracht am Esszimmertisch hielt ich am Ende der ersten Woche die
meist nicht den ganzen Vormittag Aufgaben für die zweite Corona-
an. Meist endete der Lernvormittag Woche. Die Ergebnisse der Schüler
in getrennten Räumen und mit Ent- deckten die ganze Bandbreite ab,
schuldigungen, es am nächsten Tag wie im normalen Unterricht auch.
besser machen zu wollen. Nicht nur Die positiven Ergebnisse überwo-
die Kinder, auch ich musste mich gen aber. Manche Schüler sind so-
an manchen Tagen entschuldigen. gar, durch die individuelle Betreuung
Insgesamt war das „Homeschoo- zu Hause, zu besseren Ergebnis-
ling“ eine positive Erfahrung. Man sen als in der Schule gekommen.
kann gezielt erklären, gezielt üben Herausgefordert von der verän-
und genau dort ansetzen, wo das
eigene Kind Schwierigkeiten hat.
Man erfährt viel über die Konzen-
trationsfähigkeit, die Frustrationsto-
leranz und die Lernbereitschaft des
eigenen Kindes. Alles Dinge, die
sich in einer normalen Zensur und
bei den Hausaufgaben nicht wi-
derspiegeln. Für einen begrenzten
Zeitraum also eine gute Erfahrung
– wenn man als Mutter das Privi-
leg hat, zu Hause sein zu können.
Redaktionstreffen per Videokonferenz
26Sie können auch lesen