Gute Schule 2020 Insektenschutz - Roetgen
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Nr. 84 April 2017
Gute Schule 2020
Insektenschutz
Raus aus der Kohle
Die Rückkehr des Wolfs
Donald Trump in RoetgenINHALT
SEITE 3: Förderprogramm „Gute Schule 2020“
SEITE 8: Donald Trump in Roetgen
SEITE 12: Die Rückkehr des Wolfs
SEITE 14: Wieso sollte jemand grün wählen
SEITE 16: Heute GRÜN morgen GRÜNER
SEITE 18: Haushalt 2017- nichts hat sich verbessert
SEITE 22: Blüten, Blüten, Blüten ...
SEITE 25: Raus aus der Kohle
SEITE 28: Fahrraddemo am 7. Mai
SEITE 29: Ankündigung Pflanzenbörse
SEITE 30: Schnelles Internet in Roetgen
SEITE 32: Das Allerletzte
HERAUSGEBER: FRAKTION IM ROETGENER RAT
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN c/o Gerd Pagnia
Ortsverband Roetgen Jennepeterstr. 4a
Rommelweg 35 52159 Roetgen
52159 Roetgen Tel.: 02471/4953
Tel.: 02471/2756 e-mail: gpagnia@web.de
e-mail: gruene-roetgen@web.de V.i.S.d.P.:
Internet: www.gruene-roetgen.de Gerd Pagnia
Auflage: 3800 Stück
Redaktionsschluss:April 2017
2FÖRDERPROGRAMM
„GUTE SCHULE 2020“
- Zuerst die Fakten
D ie Kommunen stehen weiter vor großen Herausforderungen, was die
Sanierung von Schulgebäuden und Sportstätten angeht. Hier hat sich in
den letzten Jahren ein erheblicher Investitionsstau gebildet, da den Kommu-
nen zu wenig Finanzmittel für die Schulen zur Verfügung stehen. Einführung
der Inklusion und die Digitalisierung erfordern weitere finanzielle Mittel.
Gemeinsam mit der SPD-Landtagsfraktion haben wir GRÜNE deshalb das
Investitionsprogramm „Gute Schule 2020“ im Umfang von zwei Milliarden
Euro für die
Kommunen in
NRW initiiert.
Hierzu hat der
Verwaltungs-
rat der NRW-
BANK auf
Vorschlag der
Landesregie-
rung das För-
derprogramm
„Gute Schule
2020“ zur
langfristigen
Finanzierung
kommunaler
Investitionen
in die Sanie-
rung, die Modernisierung und den Ausbau der kommunalen Schulinfrastruk-
tur beschlossen. Bei dem Programm handelt es sich um eine Gemeinschafts-
aktion der NRW-BANK mit dem Land Nordrhein-Westfalen.
Im Rahmen des Programms werden über vier Jahre jeweils 500 Millionen
Euro pro Jahr bereitgestellt. Die Gesamtlaufzeit der Kredite beträgt 20 Jahre,
GUTE SCHULE 2020 3wobei das erste Jahr tilgungsfrei bleibt. Das Land wird in der folgenden Zeit
für die Kommunen alle Tilgungsleistungen übernehmen. Gefördert werden
grundsätzlich Investitionen inklusive Sanierungs- und Modernisierungsauf-
wand auf kommunalen Schulgeländen (mit den dazugehörigen Sportanla-
gen). Gefördert werden auch Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen
Infrastruktur und Ausstattung von Schulen (z.B. in Form von LAN, WLAN bzw.
die Beschaffung von Geräten wie Beamern, Whiteboards oder Laptops/PCs).
Digitale Schlüsselkompetenzen
Unsere Schulministerin Sylvia Löhrmann betonte hierzu: „Um unseren
Schülerinnen und Schülern gleiche Chancen auf Teilhabe zu ermöglichen,
bereiten wir unsere Schulen und Lehrkräfte Schritt für Schritt auf die Heraus-
forderungen des digitalen Wandels vor. Nach und nach werden die digitalen
Schlüsselkompetenzen zum curricularen Bestandteil aller Unterrichtsfächer.
Um für alle Schulträger ein gleichwertiges Angebot zu ermöglichen, un-
terstützen wir die Ersatzschulen mit 70 Millionen Euro zusätzlich für den
Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur.“
Für die Ver-
teilung der
Mittel auf
die Kommu-
nen hat das
Land Kredit-
kontingente
gebildet,
die sich
nach den
Schlüsselzu-
weisungen
der Gemein-
definanzie-
rungsgeset-
ze der Jahre
2011 bis 2015 und der Schulpauschale des Gemeindefinanzierungsgesetzes
2016 bestimmen. Für die Gemeinde Roetgen stehen ein Kreditkontingent
von 83.940 Euro pro Jahr zur Verfügung, das sind insgesamt 335.759 Euro bis
2020. Die Auszahlung und Abwicklung der Mittel erfolgt über die NRW-Bank
auf Antrag, dem ein entsprechendes Konzept beiliegen muss. Die Zins- und
Tilgungsleistungen für die Kredite der NRW-Bank übernimmt das Land NRW.
Die Kommunen müssen keinen Eigenanteil beisteuern.
4 GUTE SCHULE 2020- Wie gibt die Gemeinde Fördermittel nun sinnvoll aus, wenn die Schule in den
letzten Jahren schon modernisiert wurde?
Verwaltung und der Gemeinderat müssen in Zusammenarbeit mit der Schule
nun zuerst ein Konzept entwickeln, wie diese Mittel in den nächsten vier
Jahren sinnvoll eingesetzt werden. Die Diskussion hat in den letzten Wochen
begonnen und erste Vorschläge wurden von der Schule und der Verwal-
tung dem Gemeinderat vorgeschlagen. Diese wurden im März im Bildungs-,
Generationen-, Sozial- und Sportausschuss vorgelegt und diskutiert. Die
Verwaltung möchte gerne einen Teil der Mittel für die Medienausstattung
des Bürgersaals investieren. Diese umfasst eine Ton-, Beleuchtungs- und
Projektionsanlage. Grundsätzlich befürworten wir GRÜNEN eine entspre-
chende Medienausstattung für die Aula bzw. Bürgersaal, aber nicht in dem
von der Gemeinde vorgeschlagenen hohen Kostenrahmen. Kritisch hierbei ist
auch, dass diese Investition nur zu einem kleinen Teil von der Schule direkt
genutzt werden kann. In erster Linie wird diese Medienausstattung von den
privaten Nutzern des Bürgersaals genutzt, z. B. für Musik- und Theaterveran-
staltungen.
Barrierefreiheit
Der weitere Ausbau der Barriere-
freiheit der Grundschule findet in
dem vorgelegten Konzept nur eine
geringe Priorität. So würden wir
einer Installation eines Aufzugs
in der Grundschule zustimmen, da
nur das Erdgeschoss barrierefrei ist
und zum OGS-Anbau und der Aula
müssen Rollstuhlfahrerinnen über
den Schulhof fahren. Ein direkter
Zugang vom Hauptgebäude ist
nur über Treppen möglich. Leider
hat der Gemeinderat Ende März
für eine geringe Priorität gestimmt, so dass der Aufzug sehr wahrscheinlich
nicht realisiert wird. Das ist schade, da vor dem Hintergrund der inklusiven
Schule nicht alle Kinder eine Möglichkeit bekommen, ohne Hindernisse
unsere Schule zu besuchen. Eine höhere Priorität hat dagegen die Installati-
on eine Lüftungsanlage zur Kühlung des Bürgersaals. Das finden wir paradox
und nicht nachvollziehbar.
GUTE SCHULE 2020 5Ein Medienwagen
Für dieses Jahr hat der Gemeinderat in seiner Sitzung Ende März beschlos-
sen, dass ein Medienwagen mit 30 Tablet-Computer für die Grundschule
angeschafft wird. Hierzu wird auch im Schulgebäude ein WLAN-Netzwerk
installiert, damit die mobilen Geräte einen Internetzugang erhalten. Des Wei-
teren wurde beschlossen, dass der Schulhof mit neuen Spielgeräten gestaltet
wird. Die geplanten Investitionen für die weiteren Jahre sollen nach Be-
schluss des Gemeinderates jedes Jahr neu beraten und beschlossen werden.
Dem haben wir GRÜNE auch zugestimmt. Somit haben wir die Möglichkeit,
den Gemeinderat doch noch in den nächsten Jahren davon zu überzeugen,
dass die Grundschule komplett barrierefrei sein muss.
- Meine Meinung
Grundsätzlich ist es ein sinnvoller Schritt mit dieser Förderung den Investi-
tionsstau in
den NRW-
Schulen ein
gutes Stück
abzubauen.
Das hier
angewende-
te Gießkan-
nenprinzip
der Zuwei-
sung von
Fördermit-
teln ist es
nicht. Es
gibt Kom-
munen, die
mit Sicher-
heit einen
höheren In-
vestitionsbedarf haben, als sie zugewiesen bekommen, damit deren Schulen
modernisiert werden. Andere Kommunen können sich mit dem Geld dagegen
eine Klimaanlage für die Aula bzw. Bürgersaal leisten, da sie die Schule
schon modernisiert haben. Es gibt in unserem Land leider noch viele Schu-
len, in denen Gebäude und Ausstattung dringend erneuert werden müssen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es für Schülerinnen und Schüler nicht
6 GUTE SCHULE 2020motivierend ist, wenn sie sechs bis acht Stunden am Tag auf fünfzig Jahren
alten Möbeln sitzen, die bald auseinanderfallen.
Folgekosten nicht unterschätzen
Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in den Schulen ist mit Sicherheit auch
notwendig, um die Schulen zu modernisieren. Die Kommunen dürfen aber
nicht die Folgekosten unterschätzen,
die dabei auf sie zukommen. Denn die
neuen Geräte und Systeme müssen
administriert, gewartet und immer
wieder auf den aktuellen Stand
gebracht werden. Firmen haben je
nach Größe hierzu mindesten einen
Mitarbeiter, der sich um diese Syste-
me kümmert. Die Schulen haben das
nicht! Dies ist Aufgabe des Schulträ-
gers, der hierzu externe Unternehmen
beauftragen muss, wie z. B. in der
Städteregion die RegioIT oder andere
Firmen. Diese Kosten werden durch
das Programm „Gute Schule 2020“
nicht gedeckt und viele Kommunen
können diese Kosten dann nicht
tragen, da sie u. a. im Haushaltssiche-
rungskonzept sind. Die Folge ist, die
Geräte in der Schule werden irgendwann nicht mehr benutzt, da sie nicht
mehr richtig funktionieren. Viel Geld steht dann irgendwo in der Schule
in der Ecke. Deshalb fordere ich vom Land NRW auch eine finanzielle oder
personelle Unterstützung für die Kommunen bzw. für die Schulen, damit die
Betreuung der digitalen Infrastruktur in den Schulen gesichert ist.
Bei allen politischen Bemühungen muss ich leider wieder feststellen, dass
uns Bildung immer noch viel zu wenig wert ist. Wir brauchen mehr Geld und
im besonderen bessere Konzepte für eine chancengleiche und nachhaltige
Bildung unserer Kinder.
Michael Buschmann
GUTE SCHULE 2020 7DONALD TRUMP IN ROETGEN?
W as sind wir alle (jedenfalls die
meisten von uns) erschrocken,
als Trump nach diesem Wahlkampf
auch Sarah Wagenknecht von den
Linken kräftig nationalegoistische
Fanfaren blasen, aus Angst Wähler zu
Präsident wurde, die Briten den verlieren.
Brexit beschlossen, die AfD von
Wahlsieg zu Wahlsieg marschierte, Gerätselt, theoretisiert,
ja sogar ein Wahlsieg der rechts- aufgebauscht
radikalen Le Pen-Partei und damit
das Ende des modernen Europas Immer wenn ein neues
Phänomen in der Poli-
tik auftaucht, dann wird
in der Öffentlichkeit
gerätselt, theoretisiert,
Ursachen identifiziert,
aufgebauscht. Aber
ist es denn so überra-
schend?
Es ist durch viele
Untersuchungen lange
bekannt, dass ungefähr
15 bis 20% der Bundes-
bürger fremdenfeind-
lich sind. Bei ihnen ist
die zivilisatorische Er-
kenntnis, dass alle Men-
schen gleich sind und
dass Zusammenarbeit
erfolgreicher ist als sich
nicht mehr ausgeschlossen werden umzubringen, noch nicht angekom-
konnte. men. Auch in Roetgen gibt es solche
Gestern noch war einschließlich der Strömungen. Wenn Bürger mit allen
BILD-Zeitung ganz Deutschland juristischen und finanziellen Mitteln
stolz auf die Willkommenskultur und zu verhindern suchen, dass in ihrer
800.000 ehrenamtliche Flüchtlings- Straße ein Haus für Menschen in
helfer. Heute scheinen rechtsnatio- Not und damit auch für Flüchtlinge
nale Stimmungen so stark zu sein, gebaut wird, dann ist das praktizierte
dass nicht nur CDU/CSU, sondern
8 DONALD TRUMP IN ROETGEN?Fremdenfeindlichkeit. Zum Glück ist und demokratischer Kontrolle un-
diese Denke in Roetgen nur bei einer terliegt und wenigstens ansatzweise
kleinen Minderheit zu finden. sozialen Ausgleich sicherstellt. Das
Man kann diese sich neu formie- funktioniert nicht zuletzt auch des-
rende politische Strömung aber halb, weil die Menschen zumindest
nicht einfach abtun als eine Reak- das Gefühl haben, Einfluss nehmen
tion der Zu-kurz-gekommenen, der zu können, teilweise – und vor allem
Bildungsarmen, der Überforderten, im regionalen Rahmen - sogar mit
der An-den-Rand-gedrängten, der Erfolg tun. Aber so ist unsere Welt
Ewiggestrigen. Man kann das auch nicht mehr. Unser Wirtschaftssystem
nicht einfach als Erfolg von Popu- funktioniert nur noch als globales.
listen abtun, die mit der Dummheit Immer mehr Konzerne werden grö-
der Menschen rechnen. Auch Martin ßer und sogar mächtiger als mittel-
Schulz ist ein Populist. große Staaten. Konzerne wie Apple,
Facebook oder Google, aber auch
riesige Ka-
pitalfonds
organisie-
ren sich au-
ßerhalb der
Staaten in
einer nicht-
staatlichen
Sphäre und
entzieht
sich damit
jeder
staatlichen
Kontrolle
– nicht nur
der Steuer.
Die Weltge-
meinschaft hat es nicht geschafft, die
Weltkonzerne unkontrol- entsprechenden rechtsstaatlichen
lierbar und demokratischen Kontrollsyste-
me dieser Entwicklung anzupassen.
Ich glaube, das Problem liegt tiefer, Im Gegenteil, in Zeiten wirtschaftli-
sonst würde es nicht auf der ganzen cher Schwierigkeiten scheinen die
Welt auftreten: Staaten vor allem daran interessiert
Unser Wirtschaftssystem funktioniert zu sein, sich einseitig Vorteile zu La-
(trotz aller berechtigten Kritik) dann sten anderer zu verschaffen, und die
ganz gut, wenn es rechtsstaatlicher Weltkonzerne können die Staaten
DONALD TRUMP IN ROETGEN? 9gegen einander ausspielen. Die Entwicklung wird immer unkontrollierbarer und auch gefährlicher. Demagogen mit gefährlichen Lösungen Die Menschen spüren das ganz unterschiedlich, und das Gefühl, hilflos nicht-steuerbaren Entwicklungen ausgesetzt zu sein, breitet sich aus. Die Menschen fangen an zu protestieren – und sich zu organisieren. Aber leider laufen sie auch immer häufiger Demagogen hinterher, die einfache Lösungen aus einer längst verblichenen Vergangenheit anbieten. Aber die Demagogen sind nicht einfach Demagogen, die keine Lösungen anbieten. Sie haben eine gefährliche Lösung: Renationalisierung der Interessenvertretung. Am weite- sten sind hier China oder Russland, und mancher glaubt, wir müssten densel- ben Weg gehen. Sie wollen die gesamtstaatliche wirtschaftliche, politische und notfalls auch militärische Macht des eigenen Landes einsetzen, weil sie glauben, nur so ihre Interessen durchsetzen könnten. Sie sind sogar bereit, dafür Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufs Spiel zu setzen. Polen oder Ungarn gehen diesen Weg schon. Le Pen in Frankreich will dafür die Mehr- heit der Franzosen gewinnen und fordert den Frexit, den Austritt Frankreichs 10 DONALD TRUMP IN ROETGEN?
aus der EU. Es ist nicht umsonst so, dass sich rechtsnationale Parteien bei
Putin besonders geschätzt und aufgehoben fühlen. Und Putin lacht sich ins
Fäustchen, wenn ihm der alte Imperator-Trick gelingt: Teile und herrsche.
Folgen der Globalisierung
Wir sind am Fuße einer großen ideologischen und praktischen Auseinander-
setzung: Wie wollen wir mit den unausweichlichen Folgen der Globalisie-
rung umgehen?
• Rückzug ins Nationale oder Erweiterung der internationale Zusam-
menarbeit und Vernetzung?
• „My Land First“ oder stärkerer internationaler Interessenausgleich?
• Interessen der Mächtigen über alles oder Rechtsstaatlichkeit und
Ausbau der international verbindlichen Rechtsstaatlichkeit?
• Hoffnung auf den „Starken Mann“ (oder die „starke Frau“) oder Stär-
kung nationaler und internationaler demokratischer Institutionen?
• Abschottung und Mauern Bauen oder Mitmenschlichkeit und inter-
nationale Hilfe?
Und was hat das mit Roetgen zu tun?
Es hat mit Roetgen zu tun, weil es in jedem Ort, also auch in Roetgen an-
fängt. In jedem Ort bilden sich Meinungen und Mehrheiten.
Wenn hier mehrere hundert Familien dabei helfen ein Haus für Menschen in
Not zu bauen, dann ist das ein klares Zeichen.
Wenn sich hier wieder mehr Menschen politisch organisieren und einmi-
schen, weil sie erkannt haben, dass Demokratie und gute Lebensbedingun-
gen nicht etwas ist, das uns frei Haus geliefert wird, sondern Engagement
der Bürger erfordert, dann ist das eine Antwort.
Wenn wir deutlich widersprechen, sobald fremdenfeindliche oder nationa-
listische Reden geschwungen werden, in der Kneipe, im Sportverein, bei der
Arbeit oder im nachbarschaftlichen Gespräch, dann ist das ein Beitrag.
Es liegt an uns, an jedem von uns, ob die Trumps, Le Pens oder Petrys dieser
Welt in Roetgen – auch bei den Landtag- und Bundestagswahlen - Einfluss
bekommen oder nicht.
Ein Kommentar von Bernhard Müller
DONALD TRUMP IN ROETGEN? 11DIE RÜCKKEHR DES WOLFS
170 Jahre lang hat es keine freilebenden Wölfe in Nordrhein-Westfalen
gegeben. Jetzt werden sie zurückkehren, von ganz alleine, ohne Zutun des
Menschen. NRW ist Wolfserwartungsland, und das Land bereitet sich auf die
Rückkehr des Wolfs vor mit einem Wolfsmanagementplan.
Bisher wurden einige Male einzelne Tiere in NRW beobachtet, aber keines
hat sich bislang hier niedergelassen. Experten rechnen aber fest damit, dass
sich der Wolf auch in NRW wieder ansiedeln wird, nachdem er bereits in
den ostdeutschen Ländern und Niedersachsen wieder heimisch wurde und
vor dort auch schon den einen oder anderen „Spaziergang“ durch Westfalen
gemacht hat.
Markus Bathen,
Wolfsexperte des
NABU aus der
Lausitz, hat im
vergangenen Jahr
auf Einladung der
Grünen im Grünen
Zentrum in Aachen
einen spannen-
den Vortrag über
die Rückkehr des
Wolfs gehalten. Er
stellte anhand der
Aufzeichnungen
eines besenderten
Wolfs beispielhaft
eine nächtliche Laufrunde des Tieres vor, das ca. 40 km zurücklegte, und da-
bei keinerlei Berührungsängste mit menschengemachten Strukturen zeigte.
Sein Weg führte durch Wiesen und Feldern, vorbei an (geschützten) Schaf-
herden, über Dorfstraßen und entlang von Bahngleisen rund um einen See
und quer durch einen Braunkohletagebau... Dieses Beispiel macht deutlich,
dass der Wolf keine Schutzgebiete wie Nationalparks braucht. Er fühlt sich
wohl in der von Menschen genutzter Landschaft.
Markus Bathen zeigte auch, wie Schafhalter ihre Herden schützen können
12 DIE RÜCKKEHR DES WOLFSund dass Wölfe sehr lernfähig sind und gut geschützte Herden dann auch
meiden. Die Erfahrungen in der Lausitz zeigen, dass die Menschen wieder
lernen können, mit dem Wolf zu leben.
Dazu müssen wir sicher noch an unserem Wolfsbild arbeiten, das ja vor allem
von Märchen geprägt ist, die uns ein böses, hinterlistiges, menschenfres-
sendes Untier vorspiegeln. Dabei hat der Wolf mit Menschen nicht viel am
Hut, er ist eher scheu und nicht am Menschen Fressen interessiert. Und auch
andere Vorurteile erweisen sich bei näherem Hinschauen als falsch.
Wir sind gespannt, wann es der Wolf in die Eifel schafft. Wird er aus dem
Osten kommen und den Rhein überqueren? Denkbar ist auch eine Zuwande-
rung aus Süden, denn auch in Italien und Südfrankreich ist der Wolf auf dem
Vormarsch. Es ist gut, wenn wir darauf vorbereitet sind.
Christa Heners
Der Wolfsmanagementplan des LANUV
D as Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV)
hat im April den ersten Wolfsmanagementplan für NRW veröffentlicht.
An der Erarbeitung des Plans war die Arbeitsgruppe „Wolf in NRW“ beteiligt,
in der viele betroffene Institutionen vertreten sind. Der Managementplan ist
ein Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe in NRW. Er klärt
über Zuständigkeiten und Strukturen der mit dem Wolf befassten Behörden
in NRW auf, beschreibt das Monitoring, regelt den Umgang mit Wölfen mit
auffälligem Verhalten, den Schadensausgleich und die Präventionsmaßnah-
men für Nutztierhalter sowie den Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit. Aktuelle
Wolfsnachweise im März und April in verschiedenen Kreisen in NRW zeigen,
dass wir wieder lernen müssen, mit dem Wolf zu leben.
aus: Natur in NRW, 2/2016
DIE RÜCKKEHR DES WOLFS 13WIESO SOLLTE JEMAND
GRÜN WÄHLEN?
D ie Umfragewerte sind schlecht, das ist kein Geheimnis. Martin Schulz,
100%iger Parteivorsitzender und Hoffnungsträger aller Sozialdemo-
kraten, sorgt bei der SPD bundesweit für Aufwind und kostet uns GRÜNEN
Stimmen. Was also spricht DAFÜR, am 14. Mai GRÜN zu wählen?
Vieles, sage ich. Gut, ich bin nicht ganz objektiv, ich trete selber als Kandidat
für diese Wahl an. Aber eben diese Gründe, die mich zu dieser Entscheidung
bewogen haben, möchte ich Euch aufzeigen.
Ersteinmal bin ich überzeugt von der GRÜNEN Idee eines ökologischen,
gerechten und
sozialen NRW.
Deswegen bin ich
zu den GRÜNEN
gegangen und
deswegen mache
ich überhaupt
Politik. Ich
möchte erhal-
ten, was ich so
gerne mag, und
ausbauen, wovon
ich träume: eine
Gesellschaft mit
echter Chancen-
gleichheit, demokratisch, nachhaltig und gerecht. Das ist, worum es mir geht.
Wieso aber gerade jetzt GRÜN?
Weil die Gesellschaft uns braucht!
In öffentlichen Diskussionen, im Internet und in Stammtischrunden werden
Werte in Frage gestellt, die für mich so selbstverständlich sind wie das Salz
auf meinem veganen Tofurührei. Offene Grenzen werden angezweifelt, die
Aufnahme von Geflüchteten soll mit Obergrenzen reglementiert werden
und sogenannte Gefährder sollen ohne eine Verurteilung Fußfesseln tragen.
Diese Forderungen darf man äußern, aber man greift damit alles an, wofür
die GRÜNEN und wofür ich stehe. Offene Grenzen anzweifeln, bedeutet Eu-
ropa aufzugeben, Geflüchtete ohne Verfahren abzuweisen bedeutet, verant-
14 WARUM GRÜN WÄHLEN?wortungslos Menschen in den Tod zu schicken. Und Gefährdern Fußfesseln
anzulegen, ohne dass sie verurteilt sind, bedeutet den Unschuldsgrundsatz
über Bord zu werfen.
Freiheit verteidigen!
Die AfD hat die GRÜNEN intern als ihren Hauptgegner bezeichnet und ich
verstehe warum, aber es ist ein Kompliment wenn ein Haufen rückwärts-
gewandter weißer Rechtpopulist*innen sich einem selbst feindlich gegen-
überstellt. Das zeigt, die GRÜNEN fahren den richtigen Kurs, denn wir sind
Vielfalt! Ich verteidige die Freiheit, rechtsstaatliche Grundsätze und offene
Grenzen nicht aus politischer Taktik, aus Langeweile oder weil ich glaube,
dass es gut ankommt. Ich stelle mich diesen Forderungen nach mehr Ab-
schottung, Hass und Repression entgegen, weil sie mich in meinen Werten
und in meiner Lebensvorstellung angreifen, und aus diesen Gründen tun das
alle GRÜNEN! Ich bin 1996 geboren, mein erstes Taschengeld gab es in Euro,
Süßigkeiten konnte man gut in Belgien kaufen und zum Shoppen fährt man
auch mal nach Maastricht.
Das gebe ich nicht wieder her!
Das ist selbstverständlich für mich und das gebe ich nicht wieder her. Des-
wegen werde ich mir in den nächsten Wochen die Füße wund laufen, um
an möglichst vielen Haustüren zu klingeln und meine
GRÜNE Vorstellung einer gerechten Welt zu den Men-
schen zu bringen.
Jetzt bin ich nicht die GRÜNE Partei, sondern nur einer
von vielen. Ich kann nicht die Idee der ganzen Partei
zusammenfassen, aber meine Idee, und die ist GRÜN.
Fortschritt, Freiheit und Artenvielfalt gibt es in diesen
schwierigen Zeiten am ehesten mit GRÜN. Und alle, die
sich der aktuellen Entwicklung von Hass und Hetze
entgegen stellen möchten, haben mit den GRÜNEN
jemanden, der für sie spricht und die offene, freie und
gerechte Gesellschaft als höchstes Gut verteidigt.
Deswegen am
Lukas Benner
WARUM GRÜN WÄHLEN? 1516
17
HAUSHALT 2017 -
NICHTS HAT SICH VERBESSERT
T rotz aller Diskussion über neue
Ansätze in der Haushaltsplanung
hat sich in der Haushaltsplanung
Der Bürgermeister hält das grund-
sätzlich für sinnvoll, will es aber un-
verständlicherweise nicht umsetzen.
der Gemeindeverwaltung eigentlich Wir Grüne sind aber der Meinung,
nichts geändert. Die Große Koalition dass dies unbedingt geschehen
von SPD und CDU beschließt massi- muss. Um einen Schritt in die
ve Steuererhöhungen, bevor irgen- Richtung einer solchen Planung zu
deine Haushaltsplanung gemacht machen, haben wir den Haushalts-
wird. Und die Haushaltsplanung entwurf 2017 analysiert:
läuft wie eh und je: Der/die einzelne
Die erste Frage ist: Ha-
ben wir eigentlich mehr
oder weniger Geld als in
den Vorjahren?
Einzige verlässliche Orientierung
ist hier für uns das Ergebnis
2015 im Vergleich zur Planung
2017: Obwohl die Einnahmen
nicht zuletzt durch die ständigen
Gemeindesteuererhöhungen um
16,6 % auf 16.874.482.-€ steigen,
stagnieren die Mittel, die Roetgen
Sachgebietsverantwortliche ent- zur Verfügung stehen, bei 7.020.132.-
scheidet über die notwendige Mit- € (+0,3 %). Dies liegt an den immer
telanmeldung, und das wird kumu- höheren Umlagen, die Roetgen zu
liert. Da ist es wenig verwunderlich, zahlen hat.
dass die Lücke im Haushalt nicht
geringer wird und neue Steuererhö-
hungen schon programmiert sind. Die zweite Frage: Was ist
Hier fehlt das Prinzip: Wir können die Konsequenz, die wir für
nicht mehr Geld ausgeben, als wir den Haushalt 2017 ziehen
einnehmen. Wenn doch, muss es sehr müssen, und wie ist die
gut begründet und absolut unver- reale Planung?
meidlich sein. Bekannt ist diese Art
der Planung als Top-down-Planung.
18 HAUSHALT 2017Es sollte, wenn irgend möglich, nicht mehr ausgegeben werden, als 2015!
Obwohl die Nettoeinnahmen (also Steuern und Zuwendungen minus Umla-
gen) gleich hoch sind wie 2015, werden erhebliche Mehrausgaben geplant:
• So steigen die Personalausgaben ohne Aufwendungen für Asylbewerber
um 10,9%, das ist deutlich mehr als die Tarifsteigerungen von 2015 bis
2017 (4,75 %)
• Zusätzlich werden Aufgaben dauerhaft nach außen vergeben (für mind.
40.000.-€ pro Jahr) und damit indirekt eine zusätzliche Vollzeitstelle
geschaffen.
• Unser Vorschlag, wenigstens die Sachkosten auf dem Niveau von
2015 zu deckeln, wurde abgelehnt. Die Sachkosten steigen um 9,7 %.
Besonders auffällig ist die Steigerung externer Dienstleistungen um 66
% (jeweils ohne Ausgaben für Asylbewerber)
Die Dritte
Frage: Welche
Rolle spielen
die Umlagen,
die die Ge-
meinde Roet-
gen an Region,
Land und Bund
zu zahlen hat?
Wenn wir die Steuer-
einnahmen betrach-
ten und uns die Ent-
wicklung der Quote
anschauen, was
davon in der Gemeinde Roetgen bleibt, dann fällt sofort auf: Nur 32% der in
Roetgen erhobenen Steuern und allgemeinen Finanzzuweisungen bleiben in
Roetgen. Die Ursache ist, dass Grundsteuer, Gewerbesteuer, Einkommens- und
Umsatzsteueranteil die Grundlage für die sogenannte Steuerkraftmesszahl
sind, nach der die Umlagen berechnet werden. Von diesen Steuern bleiben
sogar nur 25 % bei uns in Roetgen.
Es ist also wenig sinnvoll, wenn der Bürgermeister und die Große Koalition
in erster Linie auf höhere Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuer setzen.
Nur die Hundesteuer, die Zweitwohnungssteuer, die Vergnügungssteuer und
vor allem alle anderen Einkünfte (z.B. aus dem Holzverkauf und Pachtein-
nahmen) bleiben zu 100 % bei uns. Auch alle Kosteneinsparungen bleiben zu
100 % bei uns.
HAUSHALT 2017 19Die vierte Frage: Was könnte außer Kostendeckelung
noch getan werden, um den Haushalt zu verbessern?
1. Reduzierung des Verlustes des Bauhofs
Der Baubetriebshof macht einen Verlust von 124.465 Euro, das sind
162% mehr Verlust als 2015. Dies ist umso unverständlicher, da
der Verrechnungssatz für die interne Leistungsverrechnung bei 45
€ liegt, ein Satz, mit dem jeder Handwerksbetrieb zurechtkommt.
Wir fordern, dass alles dafür getan wird, dass der Baubetriebshof
sich endlich rechnet! Wir sehen hier keine Anstrengungen, eher das
Gegenteil.
2. Umsetzung der Vorschläge der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA)
Die GPA hat schon 2012 43 Maßnahmen zur Haushaltsentlastung
vorgeschlagen. Umgesetzt wurden eigentlich nur die Steuerer-
höhungen. 36 Maßnahmen wurden noch nicht einmal angepackt.
Es mag sein, dass die eine oder andere Maßnahme nichts bringt.
Insgesamt zeigt sich aber die mangelnde Bereitschaft, die Kosten zu
reduzieren.
3. Erhöhung des Ertrags unserer Forstwirtschaft:
Wir kritisieren schon lange, und haben im Detail bewiesen (und
es ist bis heute nicht widerlegt worden), dass Roetgen mit seiner
Forstwirtschaft im Vergleich zu anderen Kommunalwäldern in NRW
deutlich zu wenig Ertrag erwirtschaftet. Dies ist auch in 2017 so. Die
Holzwirtschaft macht schon wieder Verlust. Vergleichbare kommu-
nale machen da einen Gewinn von 100.000 € p.a. Dies ist deshalb
so misslich, weil diese zu 100 % in Roetgen blieben. Sie sind für
unseren Gemeindehaushalt so viel wert sind wie ca. 400.000 €
Gewerbesteuer- oder Grundsteuereinnahmen, die nur zu 25 % bei
uns bleiben.
Es ist für uns unverständlich, dass der Forstwirtschaftsplan schon
vorab im November ohne Rücksicht auf die Haushaltslage beschlos-
sen wird.
4. Energiekosten
Auch hier bewegt sich nichts: Roetgen gibt fast 400.000 € für
Energie (Heizung und Strom) pro Jahr aus. Wir haben letztes Jahr
schon vorgeschlagen, einen Klimaschutzmanager – zu 90 % finan-
ziert durch den Bund – einzustellen und mit ihm konkrete Pläne zur
drastischen Reduzierung der Energiekosten umzusetzen, Maßneh-
men, die dann wieder vom Bund gefördert werden. Auch dies wurde
erneut abgelehnt.
20 HAUSHALT 20175. Windkraft:
Längst hätte die Gemeinde Roetgen an der Himmelsleiter minde-
stens drei Windkraftanlagen (WKA) aufstellen können. Mit jeder
WKA hätte die Gemeinde Roetgen Pachteinnahmen von ca. 50.000
€ pro Jahr generieren können, die zu 100 % bei Roetgen bleiben.
Viele Kommunen haben dies längst erkannt. Spätestens dann, wenn
Aachen im Münsterwald seine WKA errichtet, gibt es keinen Grund
mehr, warum Roetgen das nicht auch machen sollte.
Nur wenn der Gemeinderat alles dafür tut, Kosten zu sparen und zusätzliche
Einnahmequellen zu erschließen, wird auch jeder Bürger verstehen, dass sein
Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens wichtig und sinnvoll ist.
Der Koalition von SPD/CDU fällt wie in all den Jahren vorher nur die immer
höhere Belastung der Bürger und Unternehmen durch immer höhere Steu-
ern ein. Das ist zu bequem. Steuererhöhungen können nur das letzte Mittel
sein, wenn alle anderen Maßnahmen nicht ausreichen oder unabwendbare
Aufgaben uns dazu zwingen, sonst verliert der Gemeinderat die Akzeptanz
der Bürger. Wir fordern hier eine grundlegende Umkehr! Solange dies nicht
der Fall ist, können wir weder dem Haushalt 2017 und schon gar nicht dem
Haushaltssicherungskonzept mit seinen weiteren Steuererhöhungen zustim-
men.
Bernhard Müller
HAUSHALT 2017 21BLÜTEN, BLÜTEN, BLÜTEN ...
D rei Dinge braucht der Mann:
Feuer, Pfeife, Stanwell! Und was
braucht ein Insekt zum Leben?
Stummer Frühling
Dabei haben Insekten wichtige
Funktionen bei der
Aufrechterhaltung
unserer Ökosysteme.
Sie halten Ordnung,
indem sie z.B. Aas und
totes Pflanzenma-
terial vertilgen. Sie
regulieren das Gle-
ichgewicht zwischen
sog. „Schädlingen“
und „Nützlingen“. Sie
stehen am Anfang der
Nahrungskette, werden
von anderen Insekten,
Das Bienensterben wird häufig in Vögeln, Fröschen, Eidechsen und
den Medien thematisiert. Nun hat vielen anderen kleineren Tieren
der NABU auch noch festgestellt, gefressen, die dann wiederum Beute
dass der Bestand an Insekten in für Störche, Greifvögel, Eulen, Füchse,
Deutschland insgesamt in den Marder und andere Jäger sind. Der
letzten Jahrzehnten dramatisch „stumme Frühling“, der uns nach den
zurückgegangen ist. Von 80% Verlust jüngsten Vogelzählungen prophe-
ist die Rede. Damit ist jetzt nicht das zeit wurde, hat auch viel mit dem
Aussterben einzelner Arten gemeint, Verschwinden der Insekten zu tun.
sondern der Verlust an „Biomasse“ Insekten dienen übrigens auch als
bei den Insekten. Der Mensch hat menschliche Nahrung, und man-
seine Umwelt so stark verändert, che Forscher sehen hier ein großes
dass hier kaum noch Insekten leben Potenzial für die Versorgung der
können! Das sind diese kleinen Bevölkerung mit hochwertigem Ei-
sechsbeinigen Tiere, die – bis auf weiß. Und sie sind als Bestäuber für
wenige Arten – eher keine Sympa- die Pflanzenwelt und damit auch für
thien gewinnen konnten und denen die meisten unseren Nahrungs- und
man für gewöhnlich weder Aufmerk- Nutzpflanzen absolut unentbehrlich.
samkeit noch Bedeutung beimisst.
22 BLÜTEN, BLÜTEN, BLÜTENErst stirbt die Biene, dann immer weniger Überlebenschancen
stirbt der Mensch. haben. Im neuen Landesnatur-
schutzgesetz haben die GRÜNEN in
„Wenn die Biene von der Erde NRW einige wichtige Maßnahmen
verschwindet, dann hat der Mensch festschreiben können, mit denen
nur noch vier Jahre zu leben“, sagte schwindende Lebensräume für die
einst Albert Einstein. In China gibt heimische Faune und Flora erhalten
es bereits Landstriche, in denen und verbessert werden sollen.
die Bestäubung der Mandel- und
Obstbäume von Menschenhand Sag mir, wo die Blumen
erfolgt, weil es keine Bienen oder sind...
andere bestäubende Insekten
mehr dort gibt. Das ist eine höchst Hier in Roetgen haben wir zwar
alarmierende Vorstellung, denn die keine Ackerwirtschaft und unsere
Bestäubungsleistung der Insek- Hecken sind einigermaßen ges-
tenwelt hat einen enormen volk- chützt. Aber die Blumen meiner
swirtschaftlichen Wert und lässt sich Kindheit sind von den Wiesen
nicht ersetzen. Es ist also höchste verschwunden. Die Wirtschaftsweise
Zeit, sich mit dem Thema Insekten- hat sich auch hier stark verändert.
schutz zu befassen. Die „Treckermusik“ mit dem rhyth-
mischen Stampfen der Heuballen-
Verlust an Lebensraum presse hört man nicht mehr. Häufig-
und Nahrung es Mähen und Düngen der Wiesen
zur Gewinnung von Silage machen
Für den Rückgang der Insekten den Wiesenblumen den Garaus.
werden verschiedene Ursachen Sie schaffen es in der kurzen Zeit
genannt. Die Industrialisierung der zwischen zwei Mahden nicht mehr,
Landwirtschaft und der Verlust an auszublühen und Samen anzusetzen,
Lebensraum und Nahrungsangebot um so für ihren Arterhalt zu sorgen.
gehen dabei Hand in Hand. Das Außerdem fühlen sich viele Arten in
Verschwinden der Feldgehölze im den nährstoffreichen, überdüngten
Zuge der Flurbereinigung, das Trock- Böden nicht mehr wohl. Das Fa-
enlegen von Feuchtbiotopen, der tale daran ist, dass diese Blumen
Einsatz von Ackergiften wie Glypho- nicht nur mir fehlen, sondern vor
sat, Neonicotinoiden und anderen allem auch der Insektenwelt, deren
Pestiziden, der massive Einsatz von Nahrungsgrundlage sie sind.
Kunstdünger und Gülle, die Um-
wandlung von Wiesenland in Ack- Stadtbienen
erfläche und Flächenversiegelung
durch Bebauung... all das führt dazu, Aber es gibt ein weiteres Phänomen:
dass Schmetterlinge, Bienen und Co. Bienen auf der Pariser Oper und auf
BLÜTEN, BLÜTEN, BLÜTEN 23Berliner Hoteldächern. In vielen Städten gibt es inzwischen „Stadtbienen“.
Aber nicht nur Honigbienen, auch manche andere Insektenart fühlt sich im
Siedlungsbereich sichtlich wohler als in der aus- und aufgeräumten Land-
schaft. Das bietet Chancen! Mit der bewussten Gestaltung der Grünflächen
in den Orten mit einheimischen Wiesenblumen, Wildstauden und Sträuchern
können wir schon viel für die Insekten tun. Gerade die einheimische Wildflo-
ra bietet auch hoch spezialisierten Arten Nahrung, im Gegensatz zu Exoten,
die nur den Generalisten wie Honigbiene und Hummel etwas zu bieten
haben.
Naturerlebnis im eigenen Garten
Öffentliche Grünflächen eigenen sich dafür genau so wie Firmengelände.
Auf Schulhöfen und Außenbereichen für Kindergärten können sogar ganze
Naturerlebnisspielräume angelegt werden, mit einem großen Nutzen für un-
sere Kinder und für die Insekten und andere Tiere. Eine große Rolle spielen
auch die privaten Hausgärten. Von der Integration einiger Wildstauden in die
Pflanzungen, über die Anlage spezieller Biotope (Trockenmauer, Teich, Blu-
menwiese u.ä.) oder Wildbienennisthilfen bis hin zur kompletten Umgestal-
tung in einen Naturerlebnisgarten gibt es viele Möglichkeiten, die heimische
Tierwelt zu unterstützen. Spannende Naturbeobachtungen und tiefe Ein-
blicke in das Netzwerk des Lebens sind dabei garantiert. Aber Vorsicht, wer
sich darauf einlässt, erhält Lernstoff für den Rest seines Lebens!
Christa Heners
Eine Mauerbiene schlüpft...
24 BLÜTEN, BLÜTEN, BLÜTENRAUS AUS DER KOHLE
A m 14. Mai wird der Landtag in NRW neu gewählt. Viele Wahlberechtigte
werden sich die Frage stellen, warum sie diesmal die Grünen wählen
sollen.
Der wichtigste Grund für mich persönlich, den Grünen meine Stimme zu ge-
ben, ist der Kampf gegen den Klimawandel. Das bedeutet in unserer Region
vor allem das Ende der Kohleverstromung und des Braunkohletagebaus. Die
grüne Partei setzt sich nachdrücklich gegen den Braunkohletagebau ein.
Insbesondere ist hier MdL Gudrun Zentis aus Nideggen zu nennen, die sich
in zahlreichen Ausschüssen des Landtags und der Region für dieses Thema
engagiert. Auf
allen Ebenen
ist sie aktiv. Sie
spricht mit den
Waldbesetzern
am Hamba-
cher Forst,
unterstützt das
bürgerschaft-
liche Enga-
gement und
ist an vielen
Aktionen und
Demonstratio-
nen gegen den
Braunkohleta-
gebau vor Ort
beteiligt.
Braunkohle
wird im rheinischen Revier schon seit vielen Jahrzehnten im Tagebau gewon-
nen. Je größer und tiefer die Löcher desto größer werden auch die Probleme,
die damit einhergehen. Die Tagebaue können als größtmöglichen Eingriff in
Natur, Landschaft und soziale Strukturen bezeichnet werden.
RAUS AUS DER KOHLE 25Die Braunkohleverstromung hat nicht nur lokal und regional sondern welt-
weit schwerwiegende Folgen für die Umwelt:
• Lokale Folgen: Vollständige Zerstörung der betroffenen Gebiete
• Regionale Folgen: Grundwasserabsenkung und Feinstaubbelastung
• Langfristige regionale Folgen: z.B. Versauerung des Grundwassers
• Weltweite Folgen: Erderwärmung durch Ausstoß von CO2 als
Hauptverursacher des Klimawandels
Zur Erreichung der Klimaziele ist meiner Meinung nach ein Ausstieg aus der
Braunkohleverstromung unumgänglich! Die deutschen Braunkohlekraftwerke
gehören zu den schmutzigsten in Europa. Zu den fünf Kraftwerken in Europa
mit den höchsten CO2 Emissionen zählen drei Kraftwerke in NRW: Neurath,
Niederaußem und Weisweiler.
Holzweiler ist gerettet
Erste Erfolge
konnten mit
einer Verkleine-
rung des Tage-
baus Garzweiler
II erreicht wer-
den. Erstmalig
wurden Flächen
gegen den Willen
des Tagebaube-
treibers durch
die Landesre-
gierung zurück
genommen. Das
Dorf Holzwei-
ler mit einigen
umgebenden
Weilern bleibt
erhalten. Das ist
auf keinen Fall
ausreichend. Weitere Dörfer und Flächen müssen gerettet werden und der
Kohleausstieg muss möglichst schnell vollzogen werden!
26 RAUS AUS DER KOHLEStrukturwandel vorantreiben
Frühzeitige Planungen für einen sozial verträglichen Strukturwandel müssen
eingeleitet werden. Es ist unverantwortlich von SPD und RWE, Arbeitneh-
mern zu suggerieren, dass die Arbeitsplätze im Tagebau bestehen bleiben.
Je später man sich damit befasst, desto schwieriger wird es, wegbrechende
Arbeitsplätze durch neue Strukturen zu ersetzen. Auch hier sind die Grünen
die treibende Kraft, die z.B. gemeinsam mit Hochschulen Konzepte für die
Entwicklung der Region nach der Kohle erarbeiten.
Warum geht trotz grüner Regierungsbeteiligung der
Ausstieg nicht schneller?
Die grüne Partei ist in NRW in einer Koalition mit der Kohle Partei SPD.
Kompromisse sind gerade auf dem Gebiet des Kohleausstiegs schwer zu fin-
den, weil die Interessenlagen so unterschiedlich sind. Erste Erfolge wurden
schwer erkämpft, aber sie erscheinen vielen trotzdem zu wenig. Aus meiner
Sicht dürfen die erreichten Kompromisse nicht unterbewertet werden. Für
direkt Betroffene, z.B. den ca. 1500 Bürgern von Holzweiler, ist die Wirkung
extrem groß.
Am 14. Mai die Grünen wählen und damit die Arbeit von Gudrun Zentis un-
terstützen
Wenn Sie das Thema „Raus aus der Kohle“ wichtig finden, dann bitte ich Sie,
bei der kommenden Landtagswahl Ihre Stimme den Grünen zu geben. Damit
Gudrun Zentis weiterhin im Landtag vertreten ist und sich für dieses Thema
einsetzen kann, brauchen die Grünen ein zweistelliges Ergebnis!
Claudia Ellenbeck
RAUS AUS DER KOHLE 27Wir wollen gemeinsam mit den Atomkraftgegner*innen aus der Region ein Zeichen gegen Tihange setzen und weiter für die Abschaltung der maroden Reaktoren kämpfen, diesmal mit einer Fahrrad-Sternfahrt. Dafür brauchen wir am 7. Mai Ihre Unterstützung! Geplant ist, aus fünf Richtungen - Vaals, Herzogenrath, Baesweiler, Eifel und Eupen - zeitgleich gegen 14 Uhr am Grabenring in Aachen anzukommen, diesen zu umrunden. Um 15 Uhr gibt es am Elisenbrunnen eine Abschlusskundgebung u.a. mit Umweltminister Johannes Remmel und Musikprogramm. Der „Eifel-Ast“ der Sternfahrt startet in Konzen am Bahnhof. Treffpunkt in Roetgen ist die Wanderstation, um 11.25 Uhr fahren wir von dort weiter Richtung Walheim. Für die Rückfahrt ab Aachen wollen wir einen Fahrradtransport organisieren. Bei Interesse bitten wir um Anmeldung unter kv@gruene-region-aachen.de Fahrradscheiben als Protestzeichen Wir wollen sichtbar sein, wenn die radelnden Demonstrant*innen in Aachen am Grabenring zusammentreffen und diesen gemeinsam umrunden. Als Ausdruck des Protestes wird es auffällige Fahrradscheiben mit der Aufschrift „Tour Becquerel“ geben. Die Fahrradscheiben sind in Roetgen in der Speisekammer, Bundesstr. 23a, erhältlich sowie beim Grünen Ortsverband (Kontakt siehe Impressum). Ein Set kostet 3,- Euro, es besteht aus zwei Scheiben incl. Montageanleitung und Befestigungsmaterial. Alle weitere Infos finden Sie unter tihange-abschalten.eu 28 FAHRRADDEMO
ANKÜNDIGUNG PFLANZENBÖRSE
6. Mai: Pflanzen- und Gartenbörse des Roetgener Gar-
tentreffs
A m Samstag, dem 6. Mai 2017, findet in der Zeit von 14.00 bis 17.00 Uhr
die nächste Pflanzen- und Gartenbörse des Roetgener Gartentreffs am
evangelischen Gemeindehaus, Rosentalstraße 12 in Roetgen statt. Tauschen
und Verschenken, Kaufen und Verkaufen, Klönen und Fachsimpeln an der
Kaffee- und Kuchentheke: an diesem Nachmittag ist für jede Gartenfreundin
und jeden Gartenfreud etwas dabei.
Jeder darf mitmachen,
wobei zu beachten ist, dass dieser Markt nicht gewerblich orientiert ist. Sie
können alles rund um den Garten anbieten, Pflanzen, Staudenableger, Säm-
linge, Saatgut, eigene Gartenerzeugnisse oder Garten-Flohmarktartikel. Die
Teilnahme ist kostenlos, Tische für die Präsentation der Angebote bitte selber
mitbringen.
Der Gartentreff sammelt Spenden für die Umgestaltung des Patenbeetes
am Roetgener
Markt. Hier
soll ein dauer-
haftes Stau-
denensemble
entstehen aus
einheimischen
Wildpflanzen
und geeig-
neten Prärie-
stauden.
Kontakt:
gartentreff.
roetgen@
yahoo.de
TAUSCHBÖRSE 29SCHNELLES INTERNET
IN ROETGEN
D er Roetgener Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung am 28. März 2017
einen Kooperationsvertrages mit der „Deutschen Glasfaser“ beschlossen.
Sobald 40% der Haushalte pro Ausbaugebiet einen entsprechenden Vorver-
trag mit der Deutschen Glasfaser abschließen, wird sie für 97% der Haus-
halte Glasfaser bis in jedes Haus verfügbar machen.
Wir GRÜNE begrüßen dieses Vorhaben, denn damit bekommen wir in Roet-
gen eine sehr leistungsstarkes und zukunftsfähiges Netz, das auch höheren
gewerblichen und privaten Ansprüchen genügt.
Hier sind die Ausbaupläne für Roetgen, Rott und
Mulartshütte.
Roetgen Süd
Extra Gebiete: Ausbau wenn angrenzend am AG>40% und 100% Verträge, wenn nicht angrenzend: separate Entscheidung
Neubau: wird vorbereitet falls angrenzendes AG>40%
Ausbaugebiet: Ausbau bei>40%
30 SCHNELLES INTERNETRott
Extra Gebiete: Ausbau wenn angrenzend am AG>40% und 100% Verträge, wenn nicht angrenzend: separate Entscheidung
Neubau: wird vorbereitet falls angrenzendes AG>40%
Ausbaugebiet: Ausbau bei>40%
Mulartshütte
Extra Gebiete: Ausbau wenn angrenzend am AG>40% und 100% Verträge, wenn nicht angrenzend: separate Entscheidung
Neubau: wird vorbereitet falls angrenzendes AG>40%
Ausbaugebiet: Ausbau bei>40%
SCHNELLES INTERNET 31N achdem Martin Schulz am 7. September 2015 das Roetgener
Bahnhofgelände besucht hatte, überlegt die Roetgener SPD,
wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, die Bahnhofstraße in
„Martin-Schulz-Straße“ umzubenennen.
Ein andere Anregung soll aus der Straße eine Art „Walk of Fame“
zu machen, wobei der erste Stern für Martin Schulz reserviert sein
soll. Weitere Sterne sind reserviert für Politiker, die auch schon mal
versprochen hatten, sich um das hässliche Gelände zu kümmern.
WIEDER MAL DAS ALLERLETZTESie können auch lesen