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VTL
Ein erfolgreicher Tag für die Thurgauer Landwirtschaft
Im Kanton Thurgau fanden das letzte Wochenende viele Aktionen statt: der Tag der offenen Obst-
und Gemüsegärten sowie Aktionen der Agroberatungsvereine oder Obstbauringe. Das schöne
Wetter lockte viele Menschen nach draussen und es konnten viele tolle Gespräche und Diskussio
nen über die Landwirtschaft wie auch zu den beiden Agrar-Initiativen geführt werden.
Text: Daniel Thür/VTL, Bilder: zVg
Tag der offenen Obst- und Gemüsegärten am Samstag, 8. Mai 2021
«Ein gelungener Anlass»
«Wir freuten uns auf den Tag der offenen Obstgär- mer präziseren Prognosen, welche uns Produzenten
ten. Der Termin war für uns ideal, unsere Anlagen die Arbeit erleichtern.» Die Agrarinitiativen seien an
sind in der Blüte. Bei den Rundgängen interessierte den Rundgängen ein Thema gewesen, im Fokus
die Besucher besonders, wie wir die Gefahren des standen jedoch die Bemühungen der Produzenten
Frostes der vergangenen Wochen bewältigten. Wir um den reduzierten Mitteleinsatz mittels der Verwirr-
haben nur teilweise Frostschäden und werden von technik mit Dispensern, die Pheromone gegen den
grösseren Ausfällen verschont bleiben», sagte Stefan Apfelwickler ausbringen. Stefan Anderes zieht eine
Anderes aus Egnach. Mit Berufskollegen aus dem positive Bilanz zum Anlass, der das Ziel, den Dialog
Obstbau-Ring Egnach Ost ermöglichte er Besuchern zwischen Konsumenten und Produzenten zu för-
geführte Rundgänge durch seine Obstanlagen. «Die dern, erreicht habe.
Besucher liessen sich von den Eindrücken, insbeson-
dere der schönen Panoramalandschaft, inspirieren Stefan Anderes, Vorstandsmitglied Thurgauer
und interessierten sich z.B. für die Wetterstation und Obstverband (Ressort Werbung),
Digitalisierung. Wir schilderten die Vorzüge der im- Obstbaubetrieb in Buch bei Egnach
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Bettina Wieland stellte den Betrieb und Sortenversuche vor. Gerne degustierten die Besucher auch die
ersten Erdbeeren.
Teilnehmer-Betrieb «Pilgerhof» – Wieland Beeren, Märstetten
«Wir wollen mit Geschmack und ehrlichen Produkten
begeistern»
Text und Bilder: Isabelle Schwander degustation und richtete das Augenmerk der Besu-
cher auf die zahlreichen weiteren Beerenarten und
Am Tag der offenen Obstgärten zeigten Familie Wie- -versuche auf dem Familienbetrieb. «Es gibt den
land und weitere Beerenproduzenten, welche Mass- Versuch mit einer neuen Erdbeersorte mit Waldbeer
nahmen getroffen werden, um den Pflanzenschutz- aroma, auf die Sie, wie wir, gespannt sein dürfen.
mitteleinsatz so gering wie möglich zu halten. Die Suche nach Vielfalt bei Geschmack und Aromen
Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerli- hört bei uns nicht bei den Beeren auf», informierte
chen Temperaturen folgten viele Besucher der Tage Bettina Wieland.
zuvor auch in der Lokalpresse publizierten Einla-
dung «Hereinspaziert in den Beerengarten von Fa- Versuche und Innovationen
milie Wieland». Die Besucher erhielten in Kleingrup- Staunend begutachteten die Besucher auch den viel-
pen Einblicke in die moderne Beerenproduktion. An versprechenden Versuch mit Erdnüssen und erfuh-
jeweils einstündigen Führungen erfuhren sie von ren vom Anbauversuch von Bohnen der alten Sorte
Betriebsleiter Thomas Wieland beispielsweise, dass «Berner Landfrauen». Dabei handelt es sich um eine
im Folientunnel ab Mai bis November Beeren pro- spätreifende Berner Landsorte, die sich hervorra-
duziert werden können. An sieben Posten erwartete gend zum Garen, Dämpfen und Dörren eignet. Seit
die Besucher eine Fülle von Eindrücken und Infor- 2018 produziert Familie Wieland aus den Beeren der
mationen. Diese wurden von Anton Wieland (Vater zweiten Wahl ihre «Thurgauer Perlen»: So nennen
des Betriebsleiters) und einigen seiner Berufskolle- sie ihre Glacen, die sie in verschiedenen Aromen
gen und einer Mitarbeiterin des BBZ Arenenberg und Grössen produzieren. Das reine Fruchtaroma
vermittelt. So informierte Lukas Maurer, Landwirt, und die natürlichen Zutaten gelten als ihr Markenzei-
zum Auftakt zum Nutzen von Witterungsschutz, zum chen. Anton Wieland, der vor 53 Jahren mit dem
Einsatz feinmaschiger Netze als Schutz gegen die Erdbeeranbau auf dem Pilgerhof begann, gab Einbli-
Kirschessigfliege. Bettina Wieland lud zur Beeren cke in die Jungpflanzenproduktion. «Im Moment
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Noah Ammann informierte zu modernen Carole Werdenberg schilderte u.a. die Herausforde
Anbautechniken für die Beerenproduktion. rungen des Nützlingseinsatzes.
sind 15 Erdbeersorten im Anbau, wobei einige Sor die jedoch nur zum Einsatz kommen, wenn die na
ten erst noch eingehend getestet werden, bevor sie türlichen Mittel, z.B. die Verwirrtechnik und mechani
tatsächlich in den Handel kommen. Wir sind ständig sche Unkrautbekämpfung, den Kulturen nicht aus
am Testen bezüglich der Optimierung bei Aroma reichenden Schutz geben. Die Anwendung erfolgt
und Ertrag.» Ralph Gilg, Präsident Thurgauer Obst sehr gut überlegt und verantwortungsbewusst. Aus
verband, thematisierte die beiden Agrarinitiativen den Reihen der Besucher interessierte beispielswei
und sagte, die Produzenten wollen das Verständnis se, wie es sich bezüglich der Direktzahlungen verhält
der Bevölkerung abholen. Bei seiner Nachfrage in und wofür genau entschädigt wird, was Ralph Gilg
einer Besuchergruppe am Nachmittag, wer sich be detailliert beantwortete. Dass Erdbeeren in der Stel
reits eingehender mit den Initiativen auseinander lagenanlage nicht nur einen Witterungsschutz ge
gesetzt habe, waren dieses offensichtlich erst wenige niessen, sondern auch ökologische Vorteile haben,
Personen. darüber informierte Noah Ammann, Junglandwirt
aus Sommeri. Über den Nützlingseinsatz und des
PSM haben Feuerwehrfunktion sen Vorteile (keine Rückstände im Erntegut, keine
Thomas Wieland und Ralph Gilg appellierten an die Wartefristen, Integration in ein Resistenzmanage
Besucher, sich von den Initiativ-Texten nicht blenden ment, keine Phytotox an den Kulturen, angenehme
zu lassen. Sie bezeichneten den Einsatz von Pflan Anwendung) informierte Carole Werdenberg, Obst
zenschutzmitteln als «Feuerwehr, wenn es brennt», bauberaterin am BBZ Arenenberg.
Kernbotschaft zum Pflanzenschutz:
So wenig wie möglich, so viel wie nötig
«Die Rückmeldungen der Besucher waren sehr posi Initiativen wurden erwähnt: Uns war aber ebenso
tiv. Sie waren erstaunt, wie arbeitsintensiv unsere wichtig, die Besucher über den Obstbau zu informie
Kulturen sind. Leider hielt sich die Besucherzahl in ren.» So erfuhren die Besucher beispielsweise, dass
Grenzen», sagte Philipp Engel. An vier Posten infor rund 120 Bauern im Thurgau Beeren pflanzen, und
mierte er – abwechselnd mit vier Berufskollegen – dies auf kontrollierter und umweltfreundlicher Basis
die Konsumenten zu Themen wie Witterungsschutz und nachhaltigem Anbau.
(Einnetzung), Pflanzenschutz, Maschineneinsatz
und Düngung. Er und seine Berufskollegen erläuter Philipp Engel, Präsident Vereinigung Thurgauer
ten, wie die Obstbauern ihre Produkte schützen und Beerenpflanzer, Obst- und Beerenbetrieb «Engel’s
was es dabei zu beachten gelte. «Die beiden Agrar- Früchtehof», Mammern
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Abstimmungskampf gegen die extremen
Agrarinitiativen
Um mit der Bevölkerung persönlich in Kontakt zu der Passanten und Passantinnen nahm sich Zeit, um
kommen, startete der Agroberatungsverein Güttingen an genauere und vertieftere Informationen zu den
und Umgebung letzten Freitag in Uttwil mit einer mo- Abstimmungsvorlagen zu kommen. Dadurch konnte
bilen Standaktion. Exakt zu diesem Zeitpunkt wechsel- der Kontext durch die Berufsleute, die direkt an der
te das Wetter und die Sonne begann zu scheinen. Basis tätig sind, glaubwürdig aufgezeigt werden. Eine
Beim Zentrumsplatz diskutierten vier regionale Bäue- gelungene Aktion mit vielen positiven Eindrücken war
rinnen und Bauern mit Interessierten. Die Mehrheit das Ergebnis, und weitere Anlässe folgen:
−− Freitag, 14. Mai, 16.00 bis 19.00 Uhr, −− Samstag, 22. Mai, 15.00 bis 18.00 Uhr,
Landi Altnau Güttingen Seeradweg
−− Samstag, 15. Mai, 10.00 bis 14.00 Uhr, −− Freitag, 28. Mai, 17.00 bis 20.00 Uhr,
Volg Altnau Hafen Altnau
−− Samstag, 15. Mai, 14.30 bis 18.00 Uhr, −− Samstag, 29. Mai, 10.00 bis 14.00 Uhr,
Hafen Altnau Landi Altnau
−− Freitag, 21. Mai, 16.00 bis 19.00 Uhr, −− Samstag, 29. Mai, 14.30 bis 18.00 Uhr,
Coop Güttingen Sunnehüsli Güttingen
−− Samstag, 22. Mai, 10.00 bis 14.00 Uhr,
Gemeindeverwaltung Uttwil
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Helfer an der Standaktion Uttwil.
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Landi Verkaufsstelle
in Eschenz.
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Standort CEHA, Kreuzlingen.
Standort Karussell, Kreuzlingen.
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Sämannsbrunnen, Frauenfeld.
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Landi, Hüttwilen.
Napoleonturm, Wäldi.
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Landi, Hörhausen.
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Landi, Berg.
Landi, Ermatingen.
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AUS UNSEREM LESERKREIS
Urs Weber als Berufsrichter – die richtige Wahl
Menschliche und fachliche Kompetenzen sind ent- werden kann. Urs Weber bringt ein grosses Mass an
scheidend für die Tätigkeit als Berufsrichter. Durch Berufserfahrung und Fachkompetenz mit und erfüllt
seine Berufserfahrung u.a. als Grenzwächter und als die Anforderungen zu 100 %.
Rechtsanwalt ist er es gewohnt, auch in schwierigen Ich wähle aus Überzeugung am 13. Juni 2021
Situationen überlegt und konsequent zu handeln. Es Urs Weber als Berufsrichter für den Bezirk Wein-
liegt in seinem Bestreben, zwischen den zerstritte- felden.
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