Einblicke Magazin der LEADER-Region Wachau-Dunkelsteinerwald - Nr. 1
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Nr. 1 | 2019
einblicke
Magazin der LEADER-Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Wachau
World Heritage Site
since 20002 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Unsere Regionen
8
Krems
6 7
10
9
5 11
4
12
1 Emmersdorf
2 Maria Laach
3 Aggsbach Markt
3 4 Spitz
2
5 Mühldorf
6 Weißenkirchen
13 7 Dürnstein
14
8 Krems
9 Furth
1 10 Mautern
11 Rossatz-Arnsdorf
15 12 Bergern
16 13 Schönbühel-Aggsbach
Melk 14 Dunkelsteinerwald
18 15 Neidling
17 16 Hafnerbach
St. Pölten 17 Haunoldstein
18 Melk
LEADER-Verein Verein Verein
Wachau- Welterbegemeinden ARGE
Dunkelsteinerwald Wachau Dunkelsteinerwald
Der Verein ist nach Vorgaben des Hier sind die 15 Gemeinden mit Flä- Als eine der ältesten Kleinregionen in
LEADER-Programms aufgebaut. Seine chenanteil am Welterbegebiet zu- NÖ wurde die ARGE Dunkelsteiner-
ordentlichen Mitglieder sind die 17 Ge- sammengeschlossen. Zu den Aufga- wald 1998 von acht Gemeinden ge-
meinden der Wachau und des Dunkel- ben zählen die Erhaltung, Pflege und gründet. Heute besteht der Verein
steinerwaldes, die regionalen Stifte Weiterentwicklung der Wachau, das aus sechs Gemeinden und Bevölke-
sowie Interessensgruppen aus der Zi- Management der UNESCO-Welterbe- rungsvertreterInnen. Seine Aufgabe
vilgesellschaft. Die Hauptaufgabe des stätte und die Umsetzung des Ma- ist die wirtschaftliche und touristische
Vereins ist die Umsetzung der Lokalen nagementplans. Bei Projekten im In- Weiterentwicklung des Dunkelsteiner-
Entwicklungsstrategie. Während das teresse der Mitglieder tritt der Verein waldes sowie die Sicherung eines at-
dafür eingerichtete Projektauswahl- als Projektträger auf. Das Personal des traktiven Lebensraums. Der Verein
gremium über die Verteilung von LEA- Welterbemanagements wird mit Un- tritt als Projektträger bei Projekten
DER-Fördermitteln entscheidet, sind terstützung des Bundes (Bundeskanz- im Interesse der Mitgliedsgemein-
die drei Mitarbeiterinnen für die Ab- leramt) und des Landes NÖ (Abteilung den auf. Personell wird er durch die
wicklung der Strategie verantwortlich. Kunst und Kultur) finanziert. LEADER-Geschäftsführung mitbetreut.
www.wachau-dunkelsteinerwald.at www.weltkulturerbe-wachau.at www.arge-dunkelsteinerwald.ateinblicke 2019 / 3
LEADER stärkt Region Regionale Kooperation
Ein Projekt steht oder fällt oftmals mit der Finanzie- als Chance
rung. Durch das LEADER-Programm der EU wird eine
Möglichkeit der finanziellen Unterstützung geboten, Die im Jahr 1998 gegründete Kleinregion Dunkelsteiner-
die bei uns in der Region Wachau-Dunkelsteinerwald wald zählt zu den ältesten in Niederösterreich. Ur-
sehr gut angenommen wird. Seit Beginn der Förder- sprung dieser interkommunalen Zusammenarbeit war
periode im Jahr 2014 sind bereits 50 geförderte Pro- die Idee, Wirtschaft, Kultur und Tourismus zu beleben
jekte umgesetzt worden bzw. befinden sich in Umset- und das Regionsbewusstsein zu stärken. Der Dunkel-
zung, und am Ende der Periode ist davon auszugehen, steinerwald ist nämlich alles andere als ein homo-
dass der Fördertopf zur Gänze ausgeschöpft sein gener und in sich abgrenzbarer Regionsabschnitt im
wird. Damit liegen wir im Vergleich zu anderen nie- Herzen Niederösterreichs. Trotz der Herausforderung
derösterreichischen LEADER-Regionen im Spitzenfeld. in der politischen Arbeit konnten in all den Jahren
zahlreiche gemeindeübergreifende Projekte gestar-
Mögen die beiden Teilregionen auf den ersten Blick tet und umgesetzt werden.
unterschiedlich wirken, sind ihre Herausforderungen
doch sehr ähnlich und spiegeln sich in der Lokalen Der Dunkelsteinerwald als Region ist längst kein
Entwicklungsstrategie wieder. Themen wie Abwan- » Mauerblümchen « mehr, sondern hat sich als eigen-
derung von Betrieben, Bevölkerungsrückgang oder ständige Marke einen Namen gemacht. Ein wichti-
die Sicherung der Grundversorgung spielen eine zen- ger Schritt dazu ist sicherlich die Zusammenarbeit
trale Rolle. Einerseits arbeiten die Gemeinden selbst in der LEADER-Region Wachau-Dunkelsteinerwald.
an möglichen Lösungsansätzen, andererseits ist auch Dadurch wurde es überhaupt erst möglich Personal-
die Bevölkerung gefragt. LEADER soll nicht nur hel- ressourcen für die Regionsarbeit aufzustellen. Ohne
fen Schwächen auszugleichen, sondern auch Stärken ständige Betreuung und die damit verbundene Wei-
weiter auszubauen. So können speziell in der Wachau terentwicklung von Visionen und Ideen gibt es kein
zahlreiche Tourismusprojekte zur Qualitätssicherung Weiterkommen – eine Aufgabe, die die Gemeinde-
und zur Diversifizierung des Angebotes unterstützt verwaltungen allein nicht bewältigen würden.
werden.
Die Zusammenarbeit der Region Wachau-Dunkel-
Eine zusätzliche Herausforderung in der Wachau steinerwald sehe ich als wertvolle Chance, können
stellt die Auszeichnung als UNESCO-Weltkulturerbe doch manche Themen nur in einer regionalen oder
dar. Vor allem in den Bereichen welterbeverträgliches überregionalen Kooperation gelöst werden. Diese
Bauen und Wertschöpfung durch Tourismus ist eine Regionszeitung soll Ihnen einen Überblick geben. Viel
gemeinsame Herangehensweise unumgänglich. Die Spaß beim Lesen!
Zusammenschau der aktuellen Projekte der Region
Wachau-Dunkelsteinerwald zeigt, dass wir auf dem Bürgermeister Franz Penz
richtigen Weg sind. Obmann ARGE Dunkelsteinerwald
Bürgermeister Dr. Andreas Nunzer, MA
Vorsitzender Welterbegemeinden Wachau &
LEADER-Verein Wachau-Dunkelsteinerwald
Soziales, Bildung & Identität Baukultur
Natur- & Landschaftsschutz Tourismus
Land- & Forstwirtschaft Wirtschaft
Mobilität & Energie Kunst & Kultur4 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
© Daniela
Matejschek
LEADER bringt EU-Gelder in die
Region Wachau-Dunkelsteinerwald
LEADER ist eine eigenständige Förderschiene inner- Fördermittel in der Höhe von 2,2 Mio. EUR Projekte mit
halb des europäischen Programmes der ländlichen einem Volumen von ca. 3 Mio. EUR umgesetzt werden.
Entwicklung. Die Fördergelder werden immer in sieben- Die laufende Förderperiode endet mit 2020 und die noch
jährigen Förderperioden vergeben. 17 Gemeinden haben vorhandenen Fördermittel sind derzeit bereits für Vorha-
sich erfolgreich für die laufende Periode 2014–2020 als ben reserviert. Vorliegendes Magazin gibt einen Einblick
LEADER-Verein Wachau-Dunkelsteinerwald um Förder- in die Vielfalt der LEADER-Projekte in der Wachau und im
gelder beworben. Dazu hat das Regionsmanagement Dunkelsteinerwald. Wir hoffen auf eine Fortsetzung als
unter Beteiligung von Bevölkerung und Interessensver- LEADER-Region, um auch weiterhin auf diese EU-Gelder
tretern eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) erarbei- für wichtige Impulse zurückgreifen zu können.
tet, in der gemeinsam die Ziele und relevanten Themen
für die Region definiert wurden. Mit der Ernennung zur
LEADER-Region bekamen wir ein Förderbudget von
3,15 Mio. EUR für Projekte und die personelle Betreuung
der Region zugeteilt.
Vereine, Gemeinden, Betriebe, Privatpersonen u. a. ha- Was ist LEADER?
ben die Möglichkeit, Projekte in den Bereichen regionale
Wertschöpfung, kulturelles Erbe und natürliche Ressour- LEADER ...
cen sowie Gemeinwohl einzubringen. Ein regionales
Projektauswahlgremium (eine Gruppe von 35 Gemein- ... steht für » Liaison Entre Actions de Développement de
de- und ZivilgesellschaftsvertreterInnen) beurteilt, ob l‘Economie Rurale «, auf Deutsch: » Verbindungen zwischen
die Projekte der Strategie entsprechen und ob dafür re- Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft «.
gionale Fördermittel aufgewendet werden sollen. Gibt es
hier eine positive Beurteilung, wird der Förderantrag bei … ist ein EU-Förderprogramm, kofinanziert durch Bundes- und
der verantwortlichen Landesstelle eingereicht. Dort wird Landesmittel.
dieser geprüft und genehmigt.
… soll Projekte von, mit und für die regionale Bevölkerung
Stand der Umsetzung unterstützen.
Bis Ende Oktober 2019 hat das Projektauswahlgremium … gibt es seit 1991 und seit dem österreichischen EU-Beitritt
50 Projekte positiv beurteilt. Insgesamt können so durch 1995 auch in Niederösterreich.einblicke 2019 / 5
Gemeinsame
Freizeit baut
Barrieren ab.
© Verein
Impulse Krems
Asyl- und Integrations- gesellschaftlichen Einrichtungen. Sie ermöglichen so Zugang
zu alltagsrelevanten Informationen, vermitteln als Sprach-
koordination Wachau- helfer und fördern ein positives Miteinander. Ein weiterer Be-
reich ist die Installierung von partizipativen wöchentlichen
Dunkelsteinerwald Gruppenangeboten im Bereich Handwerk, Kreatives und
Sport. Abgerundet wurde das Projekt mit Schulworkshops in
Im Herbst 2015 erreichten die ersten Flüchtlinge Krems. den NMS, wo sich die SchülerInnen Themen wie traditionelle
Ausgelöst von dem großen freiwilligen Engagement der Zi- Familienstrukturen, Selbstverständnis von Geschlechterrol-
vilgesellschaft sowie sichtbaren Bedarfen rief der Verein len, Werte, Ehre, Gesetze in Österreich etc. widmen. Beglei-
Impulse Krems eine » Koordination ehrenamtlicher Asylhil- tende Lehrerfortbildungen rund um das Thema Integration
fe « ins Leben. Im März 2016 konnte darauf aufbauend das geben Raum für Fragen, Erfahrungsaustausch und Perspek-
LEADER-Projekt » Asyl- und Integrationskoordination in der tivenwechsel. Netzwerkarbeit, Fachaustausch, Information
Region Wachau-Dunkelsteinerwald « gestartet werden. Ein von Ehrenamtlichen oder bewusstseinsbildende Maßnahmen
Team aus vier SozialarbeiterInnen begleitete rund 300 frei- waren weitere Punkte, um GEMEINSAM für die Integration
willige HelferInnen und installierte mit ihnen gemeinsam be- von zugewanderten Menschen mit zum Teil traumatischen
darfsgerechte Angebote. Information und Vernetzung, der Fluchterfahrungen zu sorgen.
Aufbau von freiwilligen Sprachförderkursen und Freizeit- bzw.
Beschäftigungsprojekten waren zentrale Inhalte. Die mehr- Wer: Verein Impulse Krems
sprachige Informationsbroschüre » Impulse fürs Miteinander- Wann: 2 Projekte 2016–2020 | Förderung: 70 %
leben « unterstützte die HelferInnen und diente als Grundlage Mit Unterstützung von Land, Bund und Europäischer
für Werteorientierungskurse. Gemeinsam verfassteb Asyl- Union (LEADER).
werberInnen und Ehrenamtliche ein multikulturelles Koch-
buch. Von März 2016 bis Februar 2018 wurden gesamt rund Manuela Leoni DSA
800 Asylsuchende in der Region bei der ersten Orientierung Geschäftsführerin Verein Impulse Krems
und beim Erlernen der deutschen Sprache von Freiwilligen
unterstützt. Anfang 2018 ist die Zahl der in den LEADER-Ge-
meinden lebenden AsylwerberInnen deutlich gesunken (ca.
300 Personen in Krems und weniger als 60 in Melk).
Verein Impulse Krems
Im LEADER-Fortsetzungsprojekt (März 2018 bis Februar 2020)
ist es eine große Herausforderung, nach der ersten Hilfswelle Der Verein Impulse Krems widmet sich als gemein-
weiter aufeinander zuzugehen, ein konstruktives Miteinan- nütziger Verein seit 1998 der offenen, niedrigschwelli-
der in den Gemeinden und Städten zu fördern sowie ersten gen Jugendarbeit und der Integrationsarbeit im Raum
Ausgrenzungsversuchen oder einem Aufbau von Parallelge- Krems. Er betreibt Einrichtungen der mobilen Jugend-
sellschaften keinen Raum zu geben. Aufgrund vorhandener arbeit, eine Jugendberatung, ein Jugendzentrum und
Angebote und Netzwerke wird ein Schwerpunkt in Krems die Fachstelle für Integration. Zudem ist der Verein
gesetzt und von dort aus bedarfsorientiert in der Region Herausgeber des Jugendmagazins » DasHelmut « und
gearbeitet. Ein wesentlicher Aufgabenbereich war die Ein- verwaltet die Aufgaben der städtischen Jugendko-
schulung von Integrations-Coaches. Fünf motivierte Asylbe- ordination, der Asylkoordination Krems und der Ju-
rechtigte bauen Brücken zwischen eigenen Landsleuten und gendintensivbetreuung.6 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Erstellung des Ma-
nagementplans.
© Welterbegemein-
den Wachau
Präsentation
des Management-
plans.
© Daniela
Matejschek
Welterbemanagement
Seit dem Jahr 2000 ist die Wachau in die Für die Wachau ist dies am 2. Dezember 2000 gesche-
UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Die UNESCO hen: Sie wird als eine fortbestehende Landschaft in die
(United Nations Educational, Scientific and Cultural Or- Liste der UNESCO-Welterbestätten eingetragen. Diese
ganization) ist die Bildungs-, Wissenschafts- und Kultur- besondere Einstufung bedeutet, dass in dieser Region
organisation der UNO. Sie wurde im Jahr 1945 gegründet, landschaftliche Entwicklungen weiterhin vorangehen
um aus den Verheerungen und Zerstörungen der bei- sollen und die Landschaft eine
den Weltkriege zu lernen, die Verständigung zwischen aktive Rolle in der modernen
den Völkern zu fördern und den Frieden zu sichern. Als Gesellschaft spielt. Gleichzeitig
in den 1960er-Jahren die jahrtausendealten Tempel von ist sie eng verbunden mit den
Abu Simbel durch den Bau eines Staudamms zu versin- traditionellen Lebens- und Wirt-
ken drohten, gab dies Anlass zu einer internationalen schaftsformen und ist Zeugnis Wachau
World Heritage Site
Rettungsaktion. Das erfolgreich beendete Projekt war ihrer Entwicklung, die sie über since 2000
gleichzeitig die Geburtsstunde der Idee des Weltkultur- die Zeit erfahren hat. Eine Eintra-
und Weltnaturerbes. gung in die Liste des Welterbes
ist mit keinerlei Gesetzes- oder Verordnungscharakter
Das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau verbunden, es werden keine neuen Kompetenzen ein-
Im Jahr 1972 wurde die Welterbekonvention von der geführt. Das bisherige Regelwerk auf bundes- und lan-
Generalkonferenz der UNESCO beschlossen, um jenes desgesetzlicher Ebene bleibt vollinhaltlich aufrecht. Seit
natürliche und kulturelle Erbe auszuwählen, das von der Eintragung vor knapp 20 Jahren haben sich die Rah-
außergewöhnlichem universellem Interesse und Wert für menbedingungen für Welterbestätten maßgeblich geän-
die gesamte Menschheit ist. Diese Orte sollten künftig dert. Nach den Richtlinien der UNESCO ist die Erstellung
mit dem Prädikat Welterbe ausgezeichnet und in einer eines Managementplans nun für jede Stätte zwingend.
Liste erfasst werden. Mit der Unterzeichnung der Kon-
vention verpflichtet sich jedes Land dazu, die innerhalb Managementplan Welterbe Wachau
seiner Grenzen liegenden eingetragenen Denkmäler und Mit intensiver Einbeziehung und Beteiligung verschie-
Gebiete zu schützen und zu bewahren. Österreich trat denster InteressensvertreterInnen und BürgerInnen der
der Konvention 1992 bei und verzeichnet mittlerweile 10 Wachau sowie von Bund und Land wurde der Manage-
Welterbestätten. Damit eine Stätte in die Welterbeliste mentplan in einem mehrjährigen Prozess entwickelt. Bei Der Management-
aufgenommen wird, muss sie das Land, in der sie sich diversen Workshops und Treffen in der Region wurden plan steht auf der
befindet, für einen Eintrag nominieren. Internationale die Inhalte, unter der Leitung des Büros stadtland Dipl.- Homepage der
FachexpertInnen prüfen daraufhin, ob eine Aufnahme Ing. Sibylla Zech GmbH, gemeinsam erarbeitet und fest- Welterbegemein-
gerechtfertigt ist. Schließlich stimmt das Welterbekomi- gelegt. Ende März 2017 konnte der Plan in feierlichem den Wachau zum
tee, ein Gremium von 21 gewählten Staaten, darüber ab. Rahmen in Stift Göttweig der Öffentlichkeit präsentiert Download bereit.einblicke 2019 / 7
und von allen BürgermeisterInnen der 15 Welterbegemeinden unter- Dank unseres Naturexperten ist dieses Handlungsfeld bestens be-
zeichnet werden. Der Managementplan besitzt keine rechtliche Ver- treut (siehe Seite 12). Die Pflege und Bewirtschaftung der Kulturland-
bindlichkeit, vielmehr ist er als Strategieplan mit empfehlendem Cha- schaft ist zum Großteil dem Engagement der Wachauer Wein- und
rakter zu sehen. Er enthält Ziele und Maßnahmen zum Schutz und zur Obstbauern zu verdanken. Ihre Arbeit gewährleistet, dass Terrassen-
Erhaltung des außergewöhnlichen universellen Wertes, der Authenti- hänge und Trockenstein-
zität und der Integrität. mauern genützt, gepflegt Der Schlüssel für
und geschützt werden.
Außergewöhnlicher universeller Wert Die Maßnahmen zur Erhal- erfolgreiches
Der außergewöhnliche universelle Wert einer Welterbestätte ist die tung des Ortsbilds und die
Entscheidungsgrundlage für eine Verleihung des UNESCO-Titels und Steuerung einer nachhalti- Management ist
somit auch Herzstück des Managementplans. Zusammengefasst be- gen Siedlungsentwicklung
steht er für die Wachau aus zwei begründeten Kriterien (ii, vi) und werden aktuell in Form des die gesellschaftliche
den Erklärungen zur Authentizität und Integrität der Landschaft: Projekts » Leitbild Bauen
in der Wachau « erarbeitet Unterstützung.
» Die Wachau ist ein herausragendes Beispiel für eine in einem und umgesetzt (siehe Seite
Durchbruchstal gelegene Flusslandschaft, wo die materiellen 8). Im Bereich Tourismus haben wir mit unserem Büronachbarn, der
Zeugen ihrer langen geschichtlichen Entwicklung in einem be- Donau NÖ Tourismus GmbH, einen kompetenten Ansprechpartner für
merkenswerten Ausmaß erhalten geblieben sind. Die Architektur, diverse Projekte: von der Erhaltung und Pflege des Welterbesteigs bis
die menschlichen Siedlungen und die Landwirtschaft illustrieren zur Umsetzung notwendiger Schritte zum Thema Overtourism und
lebendig eine mittelalterliche Landschaftsform und ihre organi- Besucherstromlenkung an Wachauer Hotspots wie Dürnstein (siehe
sche und harmonische Entwicklung über die Jahrhunderte. « Seite 20). Projekte im Handlungsfeld Kommunikation und Bewusst-
seinsbildung werden nicht nur im Jahr des 20. Jubiläums Aufgabe des
Leitlinien und Handlungsfelder Managements sein (siehe Seite 10). Schließlich ist der Schlüssel für
Der Managementplan baut auf drei Säulen auf, welche die dynami- den Erfolg des Managements einer Welterbestätte die gesellschaft-
schen Funktionen widerspiegeln, die eine fortbestehende Kulturland- liche Unterstützung. Es ist besonders wichtig, der Bevölkerung be-
schaft ausmachen: wusst zu machen, dass das Welterbe ein äußerst fragiles
und nicht reproduzierbares Erbe ist. Für den Erhalt ist
• Welterbe erhalten und eine akkordierte, sensible und umsichtige Betrachtung
pflegen und Harmonisierung der Interessen gefordert. Daher
• Welterbe schützen wird eines unserer wesentlichen Anliegen weiterhin die
durch nützen breit gestreute Information zum Managementplan über
• Mein Welterbe: Werte Bildungseinrichtungen, Informationsveranstaltungen,
schätzen lernen Medien und Social-Media-Kanäle sein.
Für die Wachau bedeutet
das vor allem die Aufrecht-
erhaltung des Weinbaus,
die laufende Benützung
und Sanierung der Bausubs- © Welterbegemeinden Wachau
tanz, die laufende Pflege der
Naturschutzflächen und ge-
nerell ein handlungsfähiges
Maß an Bevölkerung in der Region, die die Pflege der Kulturlandschaft Wir sind nicht mehr
mit Freude und Motivation übernimmt und sich deren Besonderheit
bewusst ist. Bereits vor der Erarbeitung des Managementplans haben Arbeitskreis Wachau
sich die folgenden sechs Bereiche als wesentliche Handlungsfelder
für das Welterbe Wachau herausentwickelt: 1972 wurde der Arbeitskreis zum Schutz der Wachau von
der Wachauer Bevölkerung im Rahmen des Widerstands
• Natur- und Landschaftsschutz gegen das Donaukraftwerk gegründet. Zivilgesellschaftlich
• Ortsbild, Baukultur, nachhaltiges Siedlungswesen getragen, konnten in den folgenden Jahrzehnten weitere
• Land- und Forstwirtschaft, Bewirtschaftung und Pflege der Kul- wichtige Ziele für die Wachau erreicht werden. Durch den
turlandschaft Einstieg der Gemeinden wurde der Arbeitskreis Wachau in
• Tourismus im Welterbe den 2000er-Jahren eine wichtige Institution, um die Wachau
• Kunst und Kultur, Handwerk, Wissenschaft und Forschung durch gemeinsame Regionalentwicklung zu stärken. Im Jahr
• Zusammenleben, Identität, Bewusstsein, Kommunikation 2018 wurde der Arbeitskreis Wachau wieder in die Hände
der Zivilgesellschaft übertragen. Die Gemeinden der Welter-
Projekte des Welterbemanagements, die durch den Verein Welterbe- beregion – vertreten durch die BürgermeisterInnen – treten
gemeinden oder die Arbeitskreis Wachau Dunkelsteinerwald Regio- nunmehr als Verein Welterbegemeinden Wachau auf. Der
nalentwicklungs GmbH umgesetzt werden, haben immer inhaltlichen Name der Arbeitskreis Wachau Dunkelsteinerwald Regio-
Bezug zu einem oder mehreren Handlungsfeldern. Der Management- nalentwicklungs GmbH als wirtschaftliche Trägerorganisa-
plan dient dafür als Leitfaden und Strategiehandbuch. Natur- und tion der Regionsgemeinden, stammt noch aus der gemein-
Landschaftsschutz wurden in der Wachau von jeher großgeschrieben. samen Zeit.8 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
© Welterbe-
gemeinden Wachau
Bauen im Weltkulturerbe Wachau
Identität durch Architektur, Städtebau und Landschaft. Sie spielt nicht nur im architektonischen, sondern auch im
Bauen und Architektur sind für Welterbestätten wichtige städtebaulichen Maßstab eine zentrale Rolle und prägt
und deshalb oftmals heikle Themen. Im schlimmsten Fall das Image der Region genauso wie die Lebensqualität
bringt eine Bausünde so manche Stätte auf die rote Lis- und das Wohlbefinden von BewohnerInnen und Besu-
te oder kostet sie gar den UNESCO-Welterbetitel. Auch cherInnen. Sowohl die Umsetzung der oben genannten
in der Wachau gaben verschiedenste bauliche Entwick- Punkte als auch die Errich-
lungen bereits Anlass zu kontroversen Diskussionen und tung diverser umstrittener Vorgaben oder Richt-
medialer Aufmerksamkeit. Nicht umsonst sind Siedlungs- Bauwerke haben die Aus-
erweiterung, Ortsbildentwicklung und Baukultur ein we- arbeitung eines Bauleit- linien, wie man
sentliches Handlungsfeld des Managementplans. bildes immer dringlicher
gemacht. Daher gab der » welterbeverträg-
Vorgaben oder Richtlinien, wie man » welterbeverträg- Verein Welterbegemein-
lich « baut, gibt es bislang nicht. Auch was die wachau- den Wachau, bestehend lich « baut, gibt es
typischen Attribute sind, die den außergewöhnlichen aus den 15 Gemeinden der
universellen Wert der Wachau ausmachen, war bisher Welterberegion, im Som- bislang nicht.
nicht klar definiert. Im Bewusstsein dieses Mankos wur- mer 2018 die Erstellung
den bereits im Zuge der Erarbeitung des Management- eines Leitbildes in Auftrag. Nach der Ausschreibung des
plans Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines Auftrags und des darauffolgenden Hearings wurden für
» Leitbildes für das Bauen im Weltkulturerbe Wachau « das Projekt zwei Experten für Baukultur, Heritage Impact
abgesteckt : Assessment, Welterbemanagement sowie Schutzzonen
und Denkmalpflege, Prof. Cristian Abrihan (Wien) und
• Beibehaltung kompakter Siedlungsformen sowie Prof. Michael Kloos (Aachen), beide Professoren im Stu-
Ablesbarkeit der Siedlungsgrenzen in der Landschaft diengang Baukulturerbe an der Hochschule RheinMain/
• Bewahrung des baukulturellen Erbes durch Pflege Wiesbaden, beauftragt.
der großen Zahl an bedeutenden Bau- und Kunst-
denkmälern In einem Beteiligungsprozess
• Diskussion und Weiterentwicklung der Instrumente mit entsprechender Einbindung
und Verfahren zur Verbesserung der Qualität von ExpertInnen sowie der lo-
baulicher Maßnahmen im Hinblick auf die besonde- kalen Bevölkerung soll ein Inst-
ren Anforderungen des Welterbes rument erarbeitet werden, das
impulsgebend für einen dauer-
Eine qualitätsvolle Baukultur ist ein wesentlicher Be- haften baukulturellen Dialog ist.
standteil zur Erhaltung des Welterbetitels der Wachau. Kloos und Abrihan planen deneinblicke 2019 / 9
Leitbildentwicklungsprozess in den folgenden fünf Ebenen sukzessi-
ve zu konturieren und zu schärfen:
Informelle Ebene: Zum Auftakt werden vertrauliche Vieraugenge-
spräche mit Schlüsselpersonen geführt, um eine erste Orientierung
zu bekommen sowie Spannungen und Gemeinsamkeiten auszuloten.
Inhaltliche Ebene: Bestehende Instrumente werden dokumentiert,
wie zum Beispiel die Wachauzonen. Ebenso sollen Case Studies ba-
sierend auf Planungsgrundlagen und Ergebnissen der Schlüsselperso-
nengespräche zu relevanten Themen wie Ortskern, Siedlungsränder,
Sichtachsen, Infrastruktur etc. erarbeitet werden.
Feedback-Ebene: Die Einrichtung einer Steuerungsgruppe, beste-
hend aus BürgermeisterInnen, GemeindevertreterInnen, Mitgliedern Bürgermeister Nunzer begrüßte die Studieren-
des Arbeitskreises zum Schutz der Wachau sowie Fachleuten aus den den in Spitz. © Welterbegemeinden Wachau
Gebietsbauämtern und ICOMOS Austria, soll den Fachdialog ermög-
lichen und aufrechterhalten. Planungsworkshop
Dialog-Ebene: Workshops zum Thema Baukultur in verschiedenen
Runden, zum Beispiel mit BürgermeisterInnen, RaumplanerInnen und der TU Wien
Sachverständigen sowie der allgemeinen interessierten Bevölkerung.
Digitale Ebene: In der Ergebnisphase könnte diese Ebene die Dia- Zwei leer stehende Gebäude in Spitz – die Alte
log-Ebene optimal ergänzen und über eine Internet-Plattform einen Mühle und das Punzhaus – waren im Sommerse-
leichten Zugriff auf Informationen und Prozessabläufe ermöglichen. mester 2019 Planungsgegenstände für eine Grup-
pe von ArchitekturstudentInnen der Technischen
Bis Ende November dieses Jahres sind die ersten drei Arbeitsschritte Universität Wien. Oftmals bereiten leer stehende
bereits absolviert. Gebäude den Gemeinden Kopfzerbrechen. Im Rah-
men des LEADER-Kooperationsprojektes » Diplom-
Mit Unterstützung von Land (Abteilung Kunst und Kultur) und arbeitsbörse Regionalentwicklung « ist es gelungen,
Bund (Bundeskanzleramt). eine Kooperation mit der TU Wien aufzubauen. Nach
Ternitz und Retz war im Sommersemester 2019 die
Gemeinde Spitz Gegenstand des Planungsworkshops.
Architekturstudierende haben unter der Leitung von
Bob Martens die Leerstände Alte Mühle und Punz-
haus unter die Lupe genommen, um neue Nutzungs-
ideen zu entwickeln. Da sich beide Objekte im Welt-
kulturerbe Wachau befinden, sollte die Umgebung
bei den Entwürfen berücksichtigt werden. Teil der
Aufgabenstellung war nicht nur eine neue Nutzung
zu finden, sondern auch den Denkmalschutz sowie
das Thema Bauen im Welterbe in den Entwürfen ent-
sprechend zu berücksichtigen.
Die Bürgermeister Nunzer und Polz stehen Rede Die präsentierten Ideen reichten vom Hotel und Res-
und Antwort. © Welterbegemeinden Wachau taurant über Bücherei, Coworking Space und ein Klet-
terzentrum bis hin zu Wohnungen und betreutem
Bestandsaufnahme Wohnen. Auch wenn nicht alle Entwürfe für eine Um-
setzung infrage kommen, lieferten die Studierenden
Spitz und Rossatz einen neuen Blickwinkel und vor allem neue Inspira-
tionen für beide Objekte.
Im Mai 2019 setzten sich Studierende des Stu-
diengangs » Baukulturerbe « der Hochschule Ausgewählte Entwürfe findet man unter:
RheinMain aus Deutschland intensiv mit den Or- raumsim.tuwien.ac.at/_design_studio/ss19
ten Spitz und Rossatz auseinander. Im Rahmen des
Workshops » Bewerten und Entwickeln « wurden die
historischen Ortskerne und das nähere Umfeld genau
analysiert. Dabei wurde insbesondere auf die Bau-
weise der Gebäude eingegangen und immer wieder-
kehrende Elemente wurden herausgearbeitet. Auch
die Sichtachsen sowie markante Punkte, wie bei-
spielsweise Kirchen, wurden näher beleuchtet.
Die Ergebnisse der Studierenden werden in das aktu-
elle Projekt » Leitbild für das Bauen im Welterbe Wa-
chau « integriert. Besichtigung der Alten Mühle.
© Welterbegemeinden Wachau10 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Kinder er-
kunden ihre
Heimat.
© waldge-
schmack.com
Bewusstseinsbildung
Vorbereitungen 20 Jahre Weltkulturerbe
Weltkulturerbe Wachau Nächstes Jahr wird das 20-jährige Jubiläum des Weltkultur-
erbes Wachau gefeiert. Aus diesem Anlass wird gerade an
Die Wachau trägt seit dem Jahr 2000 als fortbestehende einem Konzept gearbeitet, das alle Gemeinden in die Feier-
Kulturlandschaft das Prädikat UNESCO-Weltkulturerbe. lichkeiten einbindet. Ein wesentlicher Inhalt sind nachhaltige,
Basis dieser Auszeichnung waren und sind die landschaft- bewusstseinsbildende Maßnahmen für die Bevölkerung, um
lichen und kulturellen Besonderheiten der Wachau. Als Be- die Identifikation mit dem Welterbe Wachau zu stärken. Als
wohnerIn der Wachau hat man diese Vielfalt immer vor Au- gemeinsames Merkmal sollen alle diese Aktivitäten unter
gen. Dennoch, oder gerade deshalb, wird sie oft als alltäglich dem unten stehenden Logo gesammelt werden.
und selbstverständlich wahrgenommen. Im Rahmen eines
LEADER-geförderten Projektes soll die Einzigartigkeit aufge- Nähre Informationen werden laufend auf der Homepage ver-
zeigt und das Bewusstsein für die Kulturlandschaft gestärkt öffentlicht: www.weltkulturerbe-wachau.at
werden, denn man schützt nur, was man schätzt.
Wer: Welterbegemeinden Wachau
Schulführungen Wann: 03/19-12/20 | Förderung: 70 %
Für eine Klasse aus jeder Volksschule in den Welterbege- Mit Unterstützung von Land und Europäi-
meinden Wachau gab es dieses Jahr eine kostenlose Führung scher Union (LEADER).
zum Thema » Wachau = Europadiplomgebiet und Welterbe «.
Unter der fachkundigen Leitung von Waldpädagogin Mag.
Stefanie Kratzer entdeckten die Kinder die Besonderheiten
der Fluss- und Kulturlandschaft. Ausgestattet mit Becherlu-
pe, Kinderfernglas und einem eigens für die Führungen ent-
wickelten » Wachau-Heft « konnte alles genau beobachtet Vorschau 2020
und dokumentiert werden. Die Begeisterung und Freude der
SchülerInnen während der Entdeckungstour bestätigt unsere 29.2.2020 Start in das Jubiläumsjahr mit dem
Herangehensweise. 1. Wachauforum in Krems
Welterbe-Quartett FOTOS GESUCHT! Wachau damals und heute
Um die kulturelle und naturräumliche Vielfalt der Wachau 1972 wurde die Welterbekonvention beschlossen. Im
kompakt und spielerisch zu vermitteln, wird derzeit ein Rahmen des Wachauforums möchten wir zeigen, wie
Welterbe-Spielkarten-Quartett entwickelt. Zum einen wird sich die Kulturlandschaft seit dieser Zeit verändert
dadurch ein attraktiver Merchandising-Artikel geschaffen hat. Gesucht sind nicht nur Ortsbilder, sondern auch
und zum anderen Wissenswertes zu den einzelnen Objekten Landschaftsaufnahmen.
weitergegeben. Während die Inhalte vom Welterbemanage-
ment aufbereitet werden, stammen das Design und die Illus- Sie haben solche Fotos? Dann schicken Sie uns diese
trationen von zwei Studentinnen der New Design University mit dem Aufnahmedatum an:
St. Pölten. office@wachau-dunkelsteinerwald.ateinblicke 2019 / 11
alle Fotos © Josef
Salomon
BürgermeisterIn-
nen der Welterbe-
gemeinden.
25 Jahre Europadiplom
Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums dieser europäischen europäischer Bedeu-
Naturschutz-Auszeichnung luden die Welterbege- tung vergeben. Das
meinden Wachau im September WegbegleiterInnen, Donautal zwischen
PartnerInnen und UnterstützerInnen zu einem Fest- Melk und Krems ist
akt in das Stift Dürnstein. Neben der Begrüßung des ein solches naturna-
Vorsitzenden der Welterbegemeinden Wachau, Bgm. hes schützenswer-
Dr. Andreas Nunzer, MA, hielt der Historiker und Autor tes Gebiet. Wesent-
Dr. Philipp Blom eine bemerkenswerte Festrede, die hu- liche Merkmale sind
morvoll zum Nachdenken anregte. Ebenfalls Teil des Fest- die frei fließende
aktes war die Ansprache des internationalen Gastes Dr. Donau sowie die Trockenrasen-
Jan Plesnik (Vorsitzender der Fachgruppe Europäisches flächen, Trockensteinmauern und Festredner Dr. Blom und Dr. Plesnik.
Naturschutzdiplom), gefolgt von den Grußworten des Weinterrassen an den Hängen.
NÖ Landtagspräsidenten Mag. Karl Wilfing. Ein Höhe- Die Wiederverleihung der Aus-
punkt des Abends war die Präsentation des Kurzfilms zeichnung erfolgt alle 10 Jahre.
über das Engagement der Bevölkerung zur Erhaltung ih-
rer Wachau – dem Grundstein für die Auszeichnung mit Die letzte Bereisung der Wach-
dem Europäischen Naturschutzdiplom. Auf der Home- au durch einen Experten fand im
page der Welterbegemeinden Wachau ist der Film ver- Jahr 2018 mit Dr. Peter Skoberne
fügbar. aus Slowenien statt. Seine Auf-
gabe war es, die Wachau genau
Im Jahr 1972 begann das Engagement zur Rettung der zu begutachten, die Bedingung
einzigartigen Kulturlandschaft in der Wachau. Zu die- en (keine neuen Pläne für ein
ser Zeit wurden konkrete Pläne für die Errichtung eines Wasserkraftwerk) und Hand-
Wasserkraftwerkes in der Wachau diskutiert. Die Reali- lungsempfehlungen seit der
sierung dieses Projektes hätte viele negative Folgen für letzten Verleihung abzuwägen
die Kulturlandschaft und ihre BewohnerInnen mit sich und neu zu beurteilen. Schluss-
gebracht. Zum einen wären durch das Aufstauen der endlich verfasste er einen Bericht
Donau auf beiden Seiten Staudämme in einer Höhe von zur Vorlage bei der Ministerrats-
4 bis 6 m nötig gewesen, und zum anderen hätte sich sitzung des Europarates, bei der Landtagspräsident Mag. Karl Wilfing.
das Klima durch die veränderte Fließgeschwindigkeit der über die Verlängerung entschie-
Donau massiv verändert. An einen Weinbau, wie wir ihn den wurde. Zur Freude aller Be-
heute noch immer kennen, wäre nicht mehr zu denken teiligten fiel die Entscheidung
gewesen. Um den Bau dieses Donaukraftwerkes zu ver- positiv aus, und die Wachau darf
hindern, trat die Bevölkerung als neu gegründeter Ver- auch für die nächsten 10 Jahre
ein » Arbeitskreis zum Schutz der Wachau « in Aktion und das Prädikat » Europäisches Na-
startete Protestaktionen. Ihrem Engagement ist es zu turschutzdiplom « tragen.
verdanken, dass die Pläne nicht umgesetzt wurden und
der Wachau im Jahr 1994 das Europäische Naturschutz-
diplom verliehen wurde.
Mit Unterstützung von Land
Diese besondere Auszeichnung des Europarates in Straß- (Abteilung Kunst und Kultur)
burg wird für natürliche oder naturnahe Gebiete von und Bund (Bundeskanzleramt).12 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Errichtung
von Amphibien-
tümpeln.
© Welterbegemein-
den Wachau
Renaturierung der
Pritzenau.
© Markus Haslinger
Naturschutz in der Wachau
Drei LIFE-Natur-Projekte gab es bisher in der Wach- men der aufwendigen Gewässerprojekte starteten im Neophyt: gebiets-
au. Den Anfang machte 2003 LIFE Wachau, wo es um Herbst 2019. fremde Pflanze; als
Trockenrasen, Nebenarme (Rossatz, Aggsbach Dorf und invasiv bezeichnet,
Grimsing) und Naturwald ging. Die Fortsetzung war 2009 wenn sie einhei-
Das Projekt LIFE+ Mostviertel-Wachau mit drei weite- Terrestrische Projekte mische Pflanzen
ren Donau-Nebenarmen in Schallemmersdorf, Schön- verdrängt.
bühel und Frauengärten. Seit 2015 bis Ende 2020 läuft Die terrestrischen Maßnahmen im Auwald werden
das LIFE+ Projekt Auenwildnis Wachau mit folgenden vom Verein Welterbegemeinden Wachau abgewickelt:
Maßnahmen: 20.000 Neophyten wie Eschenahorn, Robinie und Götter-
baum wurden auf über 25 ha öffentlichen Auwaldflächen
• Neuer Schopperstatt-Nebenarm und in Rossatz, Rührsdorf und Schönbühel geringelt. Etwa
Überströmstrecke Pritzenau 5.000 heimische Schwarzpappeln wurden nachgepflanzt,
• Auwaldpflanzungen auf 15,5 ha mit Schwarzpappeln denn laut aktuellem Schwarzpappel-Inventar gibt es in
und anderen heimischen Gehölzen der gesamten Wachau nur mehr etwa 600 Bäume. Jähr-
• Entfernen standortfremder Neophyten lich finden auch Bepflanzungsaktionen mit SchülerInnen
• Ausweisung neuer Naturschutzgebiete Donauinseln statt. Für den Seeadler und Schwarzstorch hat BirdLife
Schönbühel und Pritzenau fünf Nisthilfen in der Donauau und in ungestörten Hang-
• Erstellung eines Schwarzpappel-Inventars wäldern aufgehängt.
und Altbaum-Nutzungsverzicht Nisthilfen sollen
• Amphibienschutzkonzept und Errichtung den Seeadler
von mindestens 20 Laichgewässern Amphibienprojekte in die Wachau
• Errichtung von Seeadlernisthilfen locken.
Ein Schwerpunkt im LIFE+ Projekt Auenwildnis Wach- © Wolfgang
au liegt auf Artenschutzmaßnahmen für Amphibien Trimmel
Gewässerprojekte mit besonderem Fokus auf die
europaweit gefährdeten Arten
Die Gewässerprojekte liegen in der Verantwortung der Kammmolch und Gelbbauch-
viadonau. Wichtigste Maßnahme ist ein 1,4 km langer unke. Schulprojekte von Volks-
neuer Schopperstatt-Nebenarm bei Rossatz. Neben schule bis Oberstufe sollen das
Brücken sind Uferabflachungen und eine Überström- Bewusstsein für Lurche wecken.
strecke zur Dynamisierung des bestehenden Nebenarms Herpetologe Mag. Axel Schmidt
Rossatz-Rührsdorf vorgesehen. Die baulichen Maßnah- begeisterte die SchülerInneneinblicke 2019 / 13
mit einer Schulstunde für das Thema, bevor bei einer
Exkursion zu Amphibiengewässern Frösche, Kröten
und Molche sowie deren Laich beobachtet wurden.
In der Wachau hat Schmidt die leider rückläufigen
Amphibienbestände erfasst und ein Amphibien-
schutzkonzept für die Wachau erstellt. Als wichtige
Umsetzungsmaßnahmen wurden bisher 40 Tümpel
gebaggert, die als Amphibienlaichgewässer dienen
sollen. Tatsächlich wurden bereits acht Amphibien-
arten, darunter Springfrosch, Erdkröte, Bergmolch,
Teichmolch und sogar vereinzelt Kammmolch und Freiwillige im Einsatz auf den Wachauer Trocken-
Gelbbauchunke, in den Tümpeln gesichtet. rasen. © Welterbegemeinden Wachau
Wer: viadonau unter Beteiligung von Welterbege- Freiwillige schwitzen
meinden Wachau, Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf,
NÖ Landesfischereiverband, NÖ Landesregierung, für die Natur
BMLFUW und Österreichische Fischereigesellschaft
Wann: 2015–2020 | Förderung: 50 % EU Seit 2010 arbeiten im Sommer internationale Ju-
gendliche aus bisher rund 30 Ländern freiwillig auf
Trockenrasen und wertvollen Orchideenwiesen
in der Wachau. Die Helfer bewerben sich über die
Alpenvereinsjugend oder die Freiwilligenorganisation
SCI. Es wird gemäht, gerecht und entbuscht. Kost und
Logis der freiwilligen Helfer wird über zwei Projekte
finanziert:
Welterbe-Volunteers Wachau-Mittelrheintal ist
ein LEADER-Projekt gemeinsam mit der Welterbe-
region Oberes Mittelrheintal und widmet sich der
Kulturlandschaftspflege. Eine Woche pflegen die Frei-
willigen bei uns Trockenrasen, die zweite Woche sind
Pflegemaßnahmen zum Schutz wertvoller Tier- sie beim Trockensteinmauerbau am Rhein im Einsatz.
und Pflanzenarten. © Welterbegemeinden Wachau Heuer waren 12 Jugendliche aus Österreich, Deutsch-
land, Russland, Slowenien, Taiwan und Vietnam dabei.
Schutzgebietsbetreuung Durch den Austausch der beiden Welterberegionen
wird auch die Partnerschaft vertieft.
Wachau
Big Five Volunteer ist ein Kooperationsprojekt mit
Im Rahmen dieses Projektes werden in Zusammen- dem Nationalpark Donau-Auen, Nationalpark Thaya-
arbeit mit der eNu und der Abteilung Naturschutz tal, Biosphärenpark Wienerwald und Wildnisgebiet
die bedeutendsten Trockenrasen in der Wachau Dürrenstein. Hier finden jährlich drei Freiwilligen-
gepflegt. Konkret geht es dabei um 10 Einzelflächen, camps von jeweils zwei Partnern statt. Heuer arbeite-
großteils Naturdenkmäler wie Setzberg, Hinterhaus, ten 13 Volunteers eine Woche in der Wachau und eine
Höhereck, Vogelsang, St. Michael West und andere in Woche im Nationalpark Donau-Auen. Nächstes Jahr
den Gemeinden Dürnstein, Spitz und Weißenkirchen. findet das gemeinsame Camp mit dem Nationalpark
Diese Trockenrasen mit einer Gesamtfläche von ca. Thayatal statt. Der Fokus liegt hier auf biotopverbes-
10 ha werden jährlich von Landschaftspflegefirmen sernden Maßnahmen.
gepflegt (Mahd und Rechen). Zusätzlich werden Maß-
nahmen zur Bekämpfung von Neophyten im Bereich Besonders auf den steilen Wachauer Trockenrasen ist
der Trockenrasen durchgeführt. Die begleitende Öf- das Mähen und Rechen Schwerstarbeit bei größter
fentlichkeitsarbeit umfasst neben Presseartikeln auch Hitze im Juli und August. Auch Blasen und Wespensti-
Schuleinsätze und Exkursionen. Der Schutzgebietsbe- che gehören dazu. In Zukunft soll wieder verstärkt in
treuer Hannes Seehofer fungiert auch als Ansprech- der Region mit dem Naturpark Jauerling zusammen-
person für Gemeinden und Anrainer und koordiniert gearbeitet werden.
weitere Pflegemaßnahmen.
Wer: Welterbegemeinden Wachau | Wann: 2 Projek-
Wer: Welterbegemeinden Wachau | Wann: 2018–2020 te 2019–2020 | Förderung: 80 % / 100 %
Ein von Land NÖ und EU gefördertes Projekt zur Mit Unterstützung von Bund und Europäischer
Schutzgebietsbetreuung im Schutzgebietsnetz- Union (LEADER) bzw. Land und Europäischer
werk NÖ. Union.14 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Großartiges Wanderangebot
Egal ob als sportliche Herausforderung oder als be- Etappen im Süden der Region. Diese Fülle an Wanderwe-
ruflicher Ausgleich, Wandern erlebt einen wahren gen impliziert aber gleichzeitig auch große Herausforde-
Aufschwung und hat sich wieder zu einer beliebten rungen hinsichtlich Wartungs- und Markierungsbedarf
Freizeitbeschäftigung entwickelt. Die Wachau, der und fordert eine laufende Weiterentwicklung des Ange-
Jauerling und der Dunkelsteinerwald haben in den letzten bots. Bezüglich Wartung und Markierung gibt es in der
Jahren ein attraktives Wanderangebot abseits der alpi- Region unterschiedliche Herangehensweisen. Während
nen Regionen geschaffen. Insbesondere mit dem 2010 er- im Dunkelsteinerwald die Gemeinden mit der Wartung
öffneten Welterbesteig entstand ein neues touristisches betraut sind, kooperieren am Jauerling Gemeinden und
Highlight. 14 Etappen unterschiedlichen Schwierigkeits- Zivildiener der Naturparkverwaltung. Die Wartung und
grades verbinden 13 Gemeinden in der Welterberegion Markierung des Welterbesteigs erfolgt wiederum durch
und führen zu den schönsten Plätzen. Ergänzung findet externe Firmen.
der Welterbesteig mit der Jauerling-Runde, die mit ihren
sieben Etappen durch den Naturpark Jauerling-Wachau Den Stellenwert des Themas für die Region spiegeln
führt, und der Dunkelsteinerwald-Runde mit ihren neun auch die folgenden Projekte wider.
Weiterentwicklung
Welterbesteig Wachau
Inszenierung und Wegewartung für tet. Dabei geht es um ausgewählte Plät-
den erfolgreichsten Wanderweg der ze entlang des Wanderweges, die einen
Region. Der Welterbesteig ist eines der besonderen Blickwinkel auf das Welt-
touristischen Leuchtturmangebote der erbe Wachau und seine Einzigartigkeit
Wachau und wird jährlich von Tausen- ermöglichen. Die Umsetzung der Möb-
den Menschen jährlich begangen. Da- lierung und Inszenierungen soll in einem
mit das auch so bleibt, wird der Bedarf weiteren Projekt erfolgen.
an Sitzmöbeln und Rastplätzen erhoben
und eine laufende Betreuung der Wege Wer: Donau Niederösterreich Tourismus
sichergestellt. GmbH
Wann: 07/19–06/22 | Förderung: 70 %
Wandern am Welterbesteig. Zusätzlich wird für die nächsten Jahre Mit Unterstützung von Land und
© NÖ Werbung/Robert Herbst ein Konzept zur Attraktivierung erarbei- Europäischer Union (LEADER).einblicke 2019 / 15
© Dr. Franz
Hauleitner
Wegemarkierung wird erneuert.
© Naturpark Jauerling-Wachau
Mit Schild und Farbe
Wandern im Dunkelsteinerwald. Freiwilliges Umweltjahr am Wanderwegenetz im
© Daniela Matejschek Naturpark. Der Naturpark Jauerling-Wachau ver-
fügt über ein großes Wanderwegenetz – insgesamt
Geheimtipp 350 km. Die zwei bekanntesten Wege sind die Jauer-
ling-Runde, die den höchsten Berg am Dach der Do-
Dunkelsteinerwald nau umrundet, sowie der abwechslungsreiche Welt-
erbesteig Wachau, der den Naturpark durchquert. Es
Dunkelsteinerwald-Runde, Jakobsweg und zahl- ist eine große Herausforderung, dieses Wegenetz zu
reiche kleine Rundwanderwege warten darauf, warten. Seit 2018 hat das Naturparkteam Verstärkung
entdeckt zu werden. Die neue Wanderkarte hilft da- bei der Beschilderung der Wege: Zivildiener küm-
bei, die Orientierung nicht zu verlieren. mern sich im Rahmen eines Freiwilligen Umweltjahrs
um den Austausch von Schildern, die Erneuerung von
Der Dunkelsteinerwald steht in touristischer Hinsicht Markierungen und um die Optimierung des Leitsys-
im Schatten der Wachau. In den letzten Jahren ist es tems. Die Zivildiener unterstützen auch die Gemein-
allerdings gelungen, mit dem Wanderwegenetz der den bei Pflegearbeiten an den Wegen.
Dunkelsteinerwald-Runde den Dunkelsteinerwald als
Wanderdestination zu positionieren. Zwischen den Mathilde Stallegger, MSc
Städten Krems, Melk und St. Pölten gelegen, sind Geschäftsführerin Naturpark Jauerling-Wachau
die Wanderwege im Dunkelsteinerwald nicht nur
für TouristInnen interessant, ihnen kommt auch eine
Naherholungsfunktion zu. Nicht zuletzt können Syn-
ergien mit dem Welterbesteig Wachau und der Jauer-
ling-Runde genützt werden. Mit den Stiften Melk und
Göttweig am Rand und dem Kloster Maria Langegg » Ich liebe es, in der Na-
mitten im Dunkelsteinerwald erfreut sich dieser auch
immer größerer Beliebtheit bei Pilgern. tur zu arbeiten. «
Trotz digitaler Ressourcen kommt der klassischen Die Natur als Großraumbüro. Als Fischer und Jäger
Wanderkarte nach wie vor eine große Bedeutung bei bin ich seit meiner Kindheit sehr naturverbunden.
Wandernden zu, weshalb eine aktualisierte Karte für Durch das Freiwillige Umweltjahr habe ich die Mög-
die Wanderregion der Dunkelsteinerwald-Runde un- lichkeit, viel Zeit draußen in der Natur zu verbringen,
erlässlich ist. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden dabei etwas Gutes für die Natur zu tun und erste be-
des Dunkelsteinerwaldes wurde die Wanderkarte auf rufliche Erfahrungen zu sammeln. Neben der Pflege
den neuesten Stand gebracht und in einer Auflage von Magerwiesen und Trockenrasen, die landwirt-
von 30.000 Stück produziert. Die Wanderkarte ist auf schaftlich nicht mehr genutzt werden, freue ich mich
den Gemeindeämtern erhältlich oder kann über die über meine Aufgabe im Wanderwegemanagement,
Destination Mostviertel angefordert werden. damit Einheimische und Gäste den Naturpark von sei-
ner schönsten Seite entdecken
Wer: Arbeitskreis Wachau Dunkelsteinerwald Regio- können.
nalentwicklungs GmbH
Wann: 06/18–01/19 | Förderung: 70 % Stephan Blazek
Mit Unterstützung von Land, Bund und Europäi- Zivildiener,
scher Union (LEADER). Naturpark Jauerling-Wachau16 / Region Wachau-Dunkelsteinerwald
Historischer Orts-
kern. © Daniela
Matejschek
Kartause Aggsbach.
© Daniela Matejschek
Die sanfte Seite der Wachau
LEADER-Projekt stärkt die kulturelle und touristische näherzubringen, wurden gemeinsam mit den Tourismus-
Positionierung des Wachauer Südufers. Wanderbe- betrieben und Gemeindevertretern in jeder Gemeinde
gleiter führen über die schönsten Abschnitte des Welt- im Rahmen von Workshops die jeweiligen touristischen
erbesteigs Wachau am südlichen Donauufer und geben Schwerpunktsetzungen erarbeitet. Die Ergebnisse wur-
einen Einblick in diese einmalige Natur- und Kulturland- den unter anderem mit Fotografien bebildert und in
schaft. Einheimische MusikerInnen und musikalische Gäs- einen neuen Süduferfolder eingepflegt. Ein spezifisches
te sorgen entlang der Routen für abwechslungsreichen Angebotsblatt für jede Gemeinde fasst die Ausflugsziele
Kulturgenuss und die Museen und Kirchen öffnen ihre Tü- und touristischen Angebote der eigenen Gemeinde zu-
ren für spezielle Führungsangebote: Das Herbstwandern sammen und gibt einen Überblick über die wichtigsten
als viertägiges Event Anfang Oktober 2019 bildete den touristischen Ziele in den vier Nachbargemeinden.
Abschluss des dreijährigen Projektes Kulturtouristische
Strategieentwicklung Wachauer Südufer.
Mehr Kultur am Südufer
Unsere Region befasst sich schon seit Langem mit der
Frage der Entzerrung von Touristenströmen im Welt- Teil des Projekts war auch die kulturelle Belebung des
erbegebiet. Wie schafft man es, TouristInnen weg von Südufers. Neben der Vernetzung und Stärkung der Mu-
den Hotspots hin zu Geheimtipps zu locken? Ein Ansatz- seen, die seit 2018 gemeinsam mit dem Stift Göttweig
punkt ist die gezielte Bewerbung der » Schätze « am we- im Rahmen der Kulturblüte die Saisoneröffnung bege-
niger frequentierten Südufer der Wachau. Mit dem Stift hen, konnten weitere Projekte mit Unterstützung der
Göttweig und der Ruine Aggstein befinden sich dort Kulturabteilung des Landes NÖ umgesetzt werden: Das
zwei Top-Ausflugsziele Niederösterreichs. Neben diesen Festival Kunst in der Kartause in Aggsbach Dorf wurde
beiden touristischen Highlights gibt es in den Gemein- auf neue Beine gestellt, das Wallfahrtsmuseum Maria
den Schönbühel-Aggsbach, Rossatz-Arnsdorf, Bergern Langegg gezielter positioniert und die Neugestaltung
im Dunkelsteinerwald, Mautern an der Donau und Furth des Aussichtsturms am Seekopf hat durch einen Archi-
bei Göttweig eine Vielzahl weiterer Sehenswürdigkeiten, tekturwettbewerb an gestalterischer Qualität gewon-
so zum Beispiel das Wallfahrtsmuseum in Maria Langegg nen. Mit dem Projekt wurden in den letzten Jahren nicht
mit der spätbarocken Servitenbibliothek, das Römermu- nur kulturtouristische Impulse gesetzt, sondern es wurde
seum in Mautern, wo die Funde des Kastells Favianus zu auch das Bewusstsein in der Region für Schönheiten und
bewundern sind, oder die Kartause Aggsbach mit neu Besonderheiten des Wachauer Südufers gestärkt. Diese
gestaltetem Kartäusermuseum und Meditationsgarten Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung wird auch in Zu-
gleich neben der Hammerschmiede Pehn. Auch viele se- kunft wichtig sein, um Gästen in der Wachau das vielfäl-
henswerte Sakralbauten laden zu einem Besuch ein, wie tige Angebot auf beiden Uferseiten der Wachau näher-
zum Beispiel die auf einem römischen Burgus errichtete bringen zu können.
Kirche St. Lorenz, die Kirche von Klein Wien oder das
Kloster Schönbühel mit Betlehemgrotte und einer Altane, Wer: Arbeitskreis Wachau Dunkelsteinerwald Regionalent- Martin Vogg
von der man einen der schönsten Ausblicke der Wachau wicklungs GmbH | Wann: 07/16–12/19 | Förderung: 70 % Projektleiter
genießen kann. Um den Gästen dieses attraktive kultur- Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union
touristische Angebot abseits der touristischen Ströme (LEADER).einblicke 2019 / 17
Trachtenmoden-
schau begeistert
die BesucherInnen.
© 2019 Fotostudio
MACHER e.U.
Regionale Vielfalt im Dunkelsteinerwald
Die dritte Dunkelsteiner Erlebnisschau führte nach Haunoldstein. Trachtenmodenschau des Lagerhauses Mostviertel Mitte. Unter dem
Betriebe der ARGE Dunkelsteinerwald-Gemeinden sowie aus Loos- Motto » Zu Zeiten des Mittelalters – Lasset die Spiele beginnen « war-
dorf, Markersdorf-Haindorf und St. Margarethen präsentierten sich tete für Kinder eine Burgarena mit Spiel und Spaß.
am 27. und 28. April 2019 rund um das Haunoldsteiner Gemeindeamt.
Dort wurde mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeindemitarbeite- Wer: Arbeitskreis Wachau Dunkelsteiner-
rInnen die Infrastruktur für die Wirtschaftsschau bereitgestellt. Bei wald Regionalentwicklungs GmbH
der Eröffnung sorgte die Sportunion Haunoldstein für einen festli- Wann: 12/18–12/19 | Förderung: 50 %
chen Rahmen. Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft hoben bei ihren Mit Unterstützung von Land und Europäischer Union (LEADER).
Begrüßungsworten das Potenzial der Region Dunkelsteinerwald so-
wie die große Bedeutung von Klein- und Mittelunternehmen hervor.
Gleichzeitig wurde auch betont, dass Herausforderungen durch eine
gute Zusammenarbeit innerhalb der Region und mit überregionalen
Organisationen gemeistert werden können. Im Anschluss konnten » Wir nutzen regionale
die insgesamt 34 AusstellerInnen besucht werden. Dabei zeigte sich
die große Bandbreite an Betrieben in der Region: Von Raumausstat- Initiativen. «
tern und Juwelieren, über Fotografen bis hin zu Veranstaltungstech-
nik und Sicherheit wurde den BesucherInnen eine Vielfalt an Betrie- Mit der DUFTBOX nehmen wir gerne an regionalen
ben geboten. Aber auch kulinarisch wurden die Gäste von heimischen Veranstaltungen teil, um unsere Produkte zu prä-
Unternehmen verwöhnt. sentieren. Die sehr gut organisierte Dunkelsteiner-
wald Erlebnisschau gibt den UnternehmerInnen die
Um die nötige Infrastruktur und das Rahmenprogramm bereitzu- Möglichkeit, in der Region bekannter zu werden und
stellen, wurde die Veranstaltung mithilfe einer LEADER-Förderung kommt unserer Idee des » Offline-Shops « sehr entge-
realisiert. Angelehnt an das Kleinregionale Entwicklungskonzept der gen. Diese Veranstaltung bringt uns in direkten Kon-
Region, wurde ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm gebo- takt mit bestehenden und auch zukünftigen Kunden,
ten: ein praxisorientierter Vortrag zum Thema » Gesunde Wirbelsäu- ebenso mit anderen regionalen UnternehmerInnen.
le im Alltag – Bewegung hält den Rücken fit « mit alltagstauglichen Der alle drei Jahre wechselnde Standort führt uns in
Übungsbeispielen, Mitarbeiter von Riz-Up (Gründerservice-Bera- immer neue Teile der Region.
tung) standen JungunternehmerInnen mit Rat und Tat zur Seite und
die Energie- und Umweltagentur gab Tipps für einen umweltfreund- Barbara und Jürgen Lechner
lichen Alltag. Während HobbygärtnerInnen beim Gartenmobil von Geschäftsführer der Duftbox
Natur im Garten auf ihre Kosten kamen, lernten Naturbegeisterte
bei einer waldpädagogischen Führung zur Pielach über dieses Öko-
system. Musikalisch startete der Sonntag mit einem Frühschoppen
der Polkapartie der Musikkapelle Mauer. Ein Highlight war gewiss dieSie können auch lesen