Gemeinsam gegen den Krebs - Onkologisches Spitzenzentrum - Informationen aus dem UKE
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n ws Informationen aus dem UKE August/September 2016 Onkologisches Spitzenzentrum Gemeinsam gegen den Krebs UKE Athleticum Fit für Olympia Seite 20 Forschen für die NASA Heart in Space Seite 12
17. September 2016 von 15 bis 17 Uhr, Eppendorfer Park
2. Benefizlauf für das Kinder-UKE
Jeder Schritt ein Baustein!
Für Laufbegeisterte und Gemütlichjogger | Für Groß und Klein | Rahmenprogramm
für Kinder und Erwachsene | Das Startgeld geht zu 100 Prozent ans Kinder-UKE
Infos und Anmeldung: www.kinder-uke.de/benefizlauf
Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfEditorial
Foto: Felizitas Tomrlin
Liebe Leserinnen und Leser,
die Deutsche Krebshilfe macht es sich seit vielen Jah- gen wesentlich dazu bei, dass vielen Krebspatienten
ren zur Aufgabe, die Versorgung krebskranker Men- heute deutlich besser als noch vor einigen Jahren
schen grundlegend zu verbessern. Ein Schritt auf geholfen werden kann. Lesen Sie mehr über das
diesem Weg ist die Einrichtung von Onkologischen UCCH in unserer Titelgeschichte ab Seite 6.
Spitzenzentren, in denen Patienten auf höchstmög-
lichem Niveau behandelt werden. Das UKE ist seit Das Know-how und das große Engagement, mit
2009 eines von 13 Onkologischen Spitzenzentren in dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich
Deutschland – das einzige im gesamten norddeut- ihre Aufgaben – und oft noch einiges darüber hin-
schen Raum. Erneut ist es jetzt dem Team des Uni- aus – erfüllen, sind die Basis für unsere erfolgreiche
versitären Cancer Center Hamburg (UCCH) gelun- Arbeit im UKE. Gleichwohl konnten wir in der Ver-
gen, eine internationale Gutachterkommission von gangenheit nicht jeden Beschäftigten mit einem
der guten Arbeit hier im UKE zu überzeugen. festen Arbeitsvertrag ausstatten. Elternzeitvertre-
tungen oder begrenzte Drittmittelförderungen wer-
Zentrale Anlaufstellen für Krebspatienten, eine den auch künftig befristete Arbeitsverträge notwen-
interdisziplinäre Behandlung nach aktuellen wis- dig machen. Dennoch haben wir zusammen mit
senschaftlichen und medizinischen Standards, die unseren Personalvertretungen Wege gefunden, um
dauerhafte Einrichtung von interdisziplinären Kon- die Zahl befristeter Verträge weiter zu senken. Mehr
ferenzen, den sogenannten Tumorboards, innovati- dazu auf den Seiten 16 und 17.
ve Forschungsaktivitäten, eine adäquate psychoon-
kologische Versorgung und die Einbindung von Wie gut Stimmung und Zusammenhalt im UKE ins-
Selbsthilfeorganisationen – dies sind Grundvoraus- gesamt sind – das hat das Mitarbeiterfest im Juni
setzungen, um ein Onkologisches Spitzenzentrum eindrucksvoll unterstrichen. Programm und kulinari-
zu werden. Jede einzelne davon nehmen wir sehr sches Angebot haben überall für gute Laune gesorgt
ernst und verfolgen deren Einhaltung mit Akribie. und das Miteinander unter Kollegen weiter gestärkt.
Inzwischen sind mehr als 40 Kliniken und Institute Jetzt beginnen für viele von uns die Sommerferien.
des UKE im UCCH vereint. Die Ärzte, Pflegekräfte Im Namen des Vorstands wünsche ich allen Mitar-
und technischen Angestellten stellen Tag für Tag beiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien ei-
eindrucksvoll unter Beweis, wie erfolgreiche fach- nen erholsamen Urlaub.
und berufsgruppenübergreifende Zusammenar-
beit zum Wohle der Patienten funktionieren kann. Ihr
Eingebunden in dieses Netzwerk sind Kliniken und
niedergelassene Ärzte aus der Umgebung. Diese
vielfältigen Verflechtungen unterstreichen unsere
Position in der Metropolregion Hamburg und tra- Prof. Dr. Burkhard Göke
UKE news August/September 2016 3Inhalt
Inhalt
6 12
Gut versorgt: Patient Heinz-Dieter Eberhardt Auf nach Kalifornien: Ein UHZ-Team um
profitiert von der Interdisziplinarität im UCCH Prof. Dr. Sonja Schrepfer forscht für die NASA
18 20
Tolle Stimmung beim Mitarbeiterfest: Die Reiterin Janne Meyer im UKE Athleticum:
Samba-Trommler heizten so richtig ein Fit für die ganz großen Ziele
Titel Namen und Nachrichten
6 Vielfalt im UCCH: Starke Partner 26 Vorgestellt
9 Netzwerk: „Großer Mehrwert“ 27 Ausgezeichnet
10 So tickt das UCCH 28 Paper of the Month – Gefördert
29 Verabschiedet – Verstorben
Forschung
12 Einmal zum Mars und zurück Kurz gemeldet
14 Angst kann extrem belasten 30 Blumengruß
15 Leber hilft bei Nanotherapie 32 Biker spenden Blut
Foto: Claudia Ketels, Felizitas Tomrlin/beide UKE, Axel Kirchhof, UHZ, Erfolgsfaktor Familie 2016 (8)
33 Vorsicht vor Fahrraddiebstählen
Klinik 34 Rudern gegen Krebs
16 Befristungspolitik: Vorreiter sein
20 Gesund und fit für Olympia 3 Editorial
22 Patienten Wissen vermitteln 18 Innenansichten
29 Termine
30 Impressum
Die neue Kinderklinik
35 Serie: Persönlich gesehen
23 Kinder-UKE: Gelungenes Richtfest
24 Lernen als Perspektive
4 UKE news August/September 2016UKE INside: Erfolgsfaktor Familie 2016
Ausgezeichnet!
Das UKE hat Ende Juni den ersten Preis in der Kategorie Groß
unternehmen beim „Erfolgsfaktor Familie“ gewonnen. Mit
dem Wettbewerb zeichnete das Familienministerium die
familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands aus.
Die Bewerbungsphase für den Wettbewerb „Erfolgsfaktor
Familie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend startete Anfang des Jahres. Es folgte ein
Vor-Ort-Audit durch unabhängige Experten. Anschließend
wählte eine hochkarätig besetzte Jury aus Wirtschaft, Wissen-
schaft und Politik die Sieger aus. Bis zur Preisverleihung blieb
offen, wer den Wettbewerb für sich entscheiden sollte. Unter
den Teilnehmern waren weitere namhafte Unternehmen wie
Airbus oder Deutsche Telekom.
Besonders spannend wurde es Anfang Juni, als die Initia-
toren des Wettbewerbs im UKE einen Film über familien-
freundliche Maßnahmen wie etwa flexible Arbeitszeiten oder
Kinderbetreuung drehen ließen. Erst mit der Filmvorführung
am 28. Juni im Berliner Congress Center (bcc) wurde klar: Das
UKE hat den ersten Preis gewonnen. „Mit dem UKE zeichnen
wir ein vorbildliches Unternehmen der Gesundheitsbranche
aus, das zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
möglich ist“, hob Bundesfamilienministerin und Laudatorin
Manuela Schwesig in ihrer persönlichen Ansprache hervor.
„Die Auszeichnung ist eine große Ehre für alle, die sich für die
Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie starkmachen. Sie
zeigt einmal mehr, dass wir mit unserer Personalpolitik, bei der
Familienfreundlichkeit selbstverständlich zur Unternehmens-
kultur gehört, zukunftsfähig aufgestellt sind“, sagt UKE-Vor-
stand Joachim Prölß. „Die Kita UKE, die Ferien- sowie Notfall-
betreuung oder die Unterstützung von Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern mit pflegebedürftigen Angehörigen sind nur Bei-
spiele unseres familienfreundlichen Angebots. Mit weiteren
Initiativen wie etwa der Bezuschussung der Kleinkindbetreu-
ung kommen stetig neue Projekte dazu“, berichtet Michael
van Loo, Leiter GB PRO und Mitinitiator von UKE INside.
UKE news August/September 2016 5Titel
Interdisziplinäre Vielfalt im UCCH
Starke
Partner
Das Hubertus Wald Tumorzentrum – Universitäres Cancer
Center Hamburg (UCCH) vereint die mit Krebs beschäftigten
Kliniken und Institute im UKE und arbeitet in der Metropol
region Hamburg mit vielen Partnern in Krankenversorgung
und Forschung zusammen. Ein Blick hinter die Kulissen.
Bei Heinz-Dieter Eberhardt (69) hat das UKE einen von Klinik zu Klinik wandern und alles immer wieder
großen Vertrauensvorschuss. „Bis vor drei Jahren bin neu erklären müssen, sondern die behandelnden
ich mit einem schweren Ohrenleiden im UKE behan- Ärzte- und Pflegeteams die fachübergreifende Ver-
delt worden. Die Therapie war sehr erfolgreich. Als sorgung untereinander besprechen und organisie-
dann 2015 die Diagnose Kehlkopfkrebs folgte, war ren“, erläutert Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Ärztlicher
sofort klar, dass ich nur ins UKE gehe“, erzählt der Direktor der II. Medizinischen Klinik und UCCH-Spre-
Flensburger. Eberhardt kommt ins Kopf-Hals-Tumor- cher. „Mittels elektronischer Patientenakte und
zentrum und wird in der Klinik für Hals-, Nasen- und regelmäßiger Treffen in unseren Tumorboards be-
Ohrenheilkunde (HNO) stationär aufgenommen. sprechen wir jede Krebserkrankung detailliert und
stimmen eine gemeinsame, auf neuesten wissen-
Das Kopf-Hals-Tumorzentrum ist eines von sechs schaftlichen Erkenntnissen beruhende Therapie ab.“
Organkrebszentren des UCCH. Hier werden insbe-
sondere Krebserkrankungen an Kehlkopf, Rachen, Untersuchungsergebnisse genau erklärt
Mundhöhle, Speicheldrüsen und Nase versorgt. Zu
diesem Zentrum im Zentrum gehören unter ande- Ein Vorgehen, von dem auch Heinz-Dieter Eberhardt
Fotos: Felizitas Tomrlin
rem HNO- und MKG-Klinik, Radiologie, Strahlenthe- profitiert hat. „Für mich war besonders wichtig, dass
rapie und Pathologie. „Wesentlich für Patienten im mir anfangs die Untersuchungsergebnisse und die
UCCH ist, dass sie im Verlauf ihrer Erkrankung nicht Behandlungsmöglichkeiten genau erklärt wurden.
6 UKE news August/September 2016Titel
Im Gespräch:
Patient Heinz-
Dieter Eberhardt
mit HNO-Ärztin
Dr. Chia-Jung
Busch (l.) und
Gesundheits- und
Krankenpflegerin
Sibylle Diefenthal
Es folgten eine Chemotherapie und eine kombinier-
te Chemo-Strahlentherapie. Alle Termine wurden
für mich organisiert, auch eine notwendige Herzun- Das Krebszentrum im UKE
tersuchung zwischendurch – ich musste mich um
Die Deutsche Krebshilfe hat das UCCH im Juli erneut
nichts kümmern und fühlte mich von Ärzten und
als einziges Onkologisches Spitzenzentrum in Nord-
Pflegekräften sehr gut versorgt.“
deutschland ausgezeichnet.
40 UKE-Einrichtungen sowie 11 Kliniken und 15 nie-
dergelassene Kooperationspartner aus der Metro-
polregion Hamburg gehören zum UCCH.
Rund 15 000 Patienten werden jährlich stationär
und ambulant versorgt.
Zum UCCH-Vorstand gehören: Prof. Haier, Prof. Boke-
meyer, Prof. Petersen (Strahlentherapie), Prof. Izbicki
(Chirurgie), Prof. Pantel (Tumorbiologie), Prof. Grae-
fen (Martini-Klinik), Dr. Engel (Hämatologisch-onko-
logische Praxis Altona).
Unter Leitung eines Radiologen tauschen sich Experten
verschiedener Kliniken und Institute im Tumorboard aus Weitere Infos unter: www.uke.de/ucch.
UKE news August/September 2016 7Titel
Nadine Meyer (l.) und Daniela Becker begrüßen Patienten Prof. Dr. Mascha Binder (l.) und Dr. Anna Brandt bei
und Angehörige in der Zentralen Anlaufstelle (CEP) der Fallbesprechung am Visitenwagen
Im Gespräch (v. l.): Priv.-Doz. Dr. Ittrich (Radiologie), Priv.-Doz. Erfolgreiche Forschung ist die Basis für neue, innovative
Dr. Witzel (Brustzentrum), Dr. Schafhausen (Onkologie) Therapiekonzepte
Forschung für den Fortschritt das breite Feld der Psychoonkologie. Die UCCH-Wis-
senschaftler in den verschiedenen Kliniken, Insti-
Die Krebsmedizin hat sich in den vergangenen 20 tuten und weiteren Einrichtungen innerhalb und
Jahren mit großer Geschwindigkeit entwickelt; Er- außerhalb des UKE sind dabei gut vernetzt, wie
gebnisse aus der Molekularbiologie und der Ge- Prof. Haier an einem Beispiel erklärt: „Die Forscher
nomforschung haben Einzug in die Klinik gefunden. können auf rund 50 gemeinschaftlich betriebene
Deutlich mehr Patienten als früher können heute Einrichtungen, sogenannte Core Facilities, zugrei-
dank einer individuell zugeschnittenen, personali- fen, in denen Biobanken und Gewebesammlungen,
sierten Behandlung erfolgreich behandelt und häu- Hochdurchsatztechnologien für molekulare und ge-
fig auch geheilt werden. „Um solche Fortschritte zu netische Untersuchungen sowie spezialisierte bild-
erzielen, ist intensive Forschung notwendig“, erläu- gebende Verfahren zur Verfügung stehen.“
Fotos: Felizitas Tomrlin/UKE (5), Axel Kirchhof
tert Prof. Dr. Jörg Haier, Direktor des UCCH. Diese
orientiere sich im UCCH an einem raschen Nutzen Neben der engen Verzahnung von Forschung und
für die Patienten sowie an den Bereichen Präventi- Klinik ist für Prof. Bokemeyer die fach- und be-
on und Früherkennung. Zu den onkologischen For- rufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit der
schungsschwerpunkten zählen unter anderem die Schlüssel zum Erfolg. „Einer der größten Fortschritte
Tumorzellstreuung und -metastasierung, Prostata- ist, dass die Krebsbehandlung interdisziplinär koor-
krebs, Leukämien und Lymphome, Hirntumore und diniert wird und dass damit alle Behandlungskon-
8 UKE news August/September 2016UCCH mit vielfältigen Vorteilen
„Großer Mehrwert“
Prof. Dr. Jörg Haier (l.) und Prof. Dr. Carsten Bokemeyer leiten Im großen Netzwerk UCCH gibt es noch viele wei
gemeinsam das Universitäre Krebszentrum UCCH tere kleinere Netzwerke – das ist der große Mehr
wert, sagen Prof. Haier und Prof. Bokemeyer.
Inwiefern trägt das UCCH zu einer besseren Patien
tenversorgung bei?
Prof. Dr. Jörg Haier, Direktor des UCCH: Im UCCH ha-
ben wir ein breites Spektrum an Interaktionen, zum
Beispiel bei der Abstimmung von Behandlungspfa-
den oder bei gemeinsamen Studien- oder Qualitäts-
management-Aktivitäten. Mit allen Partnern gibt es
sehr enge Übergabeschnittstellen, davon profitieren
Sind froh über den Behandlungsverlauf: Patient Heinz-Dieter die Patienten unmittelbar.
Eberhardt und seine Frau Waltraud Kruse-Eberhardt Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Sprecher des UCCH
und Ärztlicher Leiter des Onkologischen Zentrums:
Je mehr Leistungen wir Patienten anbieten können,
desto wichtiger sind wir als Partner der Kliniken in
zepte – also Strahlenbehandlung, medikamentöse Hamburg und Umgebung. Wir haben zum Beispiel
Therapie und Operation – in gemeinsamer Abstim- ein Netzwerk für türkischsprechende Patienten ein-
mung mit dem Patienten vorgenommen werden gerichtet. Die vielen kleinen Netzwerke im großen
und wir damit sehr gute Ergebnisse erzielen.“ Netzwerk UCCH sind der wesentliche Mehrwert.
Vertrauen ins UKE bestätigt Welche Bedeutung hat die Kooperation mit Selbst
hilfeeinrichtungen fürs UCCH?
Im März konnte die Behandlung von Heinz-Dieter
Eberhardt abgeschlossen werden. „Es ist zum Glück Prof. Haier: Die Zusammenarbeit ist seit langem
kein Tumor mehr nachweisbar. Ich bin oft noch ein sehr eng! Wir haben jetzt sogar zwei Patientenver-
bisschen heiser; aber das gibt sich innerhalb eines treter in die UCCH-Entscheidungsgremien aufge-
Jahres, haben mir die Ärzte versprochen.“ Sein Ver- nommen. Gemeinsam erarbeiten wir derzeit die
trauen ins UKE ist eindrücklich bestätigt worden. Broschüre „Selbsthilfe in der Krebsmedizin“.
Ehefrau Waltraud Kruse-Eberhardt freut sich, wie Prof. Bokemeyer: Wir wollen Patientenvertreter
gut es ihrem Mann wieder geht. „Ich bin so erleich- noch stärker als bisher in die Entwicklung von stan-
tert, hatte zwischendurch jeden Tag Todesangst. dardisierten Behandlungspfaden einbinden; sie
Jetzt fährt mein Mann wieder Fahrrad und macht achten dort etwa darauf, dass psychosoziale Be-
selbstständig seine Einkäufe – das ist wunderbar!“ gleitangebote ausreichend berücksichtigt werden.
UKE news August/September 2016 9Titel
„Die Therapie von Patienten „Früher legten in der Regel
mit Krebserkrankungen, ins- die Ärzte die Therapie einer
besondere des Magen-Darm- Erkrankung fest, der Patient
Traktes, erfordert die enge verhielt sich passiv. Mittler-
Zusammenarbeit und ge weile erfolgt die Entschei-
meinsame Betreuung durch dungsfindung immer öfter
verschiedene Fachrichtun- auf Augenhöhe. Ich freue
gen. Das UCCH bietet mir mich, dass wir mit der Wahl
den idealen Rahmen, um den Patienten das gesam- der Patientenvertreter in den Vorstandsrat des UCCH
te Spektrum an innovativen therapeutischen Optio- die Möglichkeit haben, uns gemeinsam für die opti-
nen in der besten Sequenz zu ermöglichen.“ male Versorgung der Patienten einzusetzen.“
Priv.-Doz. Dr. Alexander Stein, Ulrike Scharbau, Sprecherin der Selbsthilfegruppen
II. Medizinische Klinik innerhalb des UCCH
So tickt das UCCH
Jede der 300 Krebsarten erfordert eine bestimmte Behandlung, jede Patientin,
jeder Patient benötigt eine besondere Form der Zuwendung und Versorgung.
Stimmen aus dem UCCH zeigen, dass Kranken auf vielen Wegen geholfen wird.
„In meiner Arbeitsgruppe „Krebspatienten sind meist
führen wir zahlreiche For- auch mit psychischen He-
schungsprojekte durch mit rausforderungen konfron-
dem Ziel, neue Erkenntnisse tiert. Unsere psychoonkolo-
und therapeutische Ansätze gische Beratung, Angebote
für Krebspatienten zu ge- zur Krisenintervention und
winnen. Das erfordert eine Psychotherapie erreichen
enge Zusammenarbeit mit alle stationären und am-
klinisch tätigen Ärzten. Hierfür bietet das UCCH bulanten Bereiche des Cancer-Centers. Auf vielen
optimale Voraussetzungen. Vor allem die interdiszi- Stationen sind wir in die medizinisch-pflegerischen
plinären Tumorboards sind das perfekte Forum, um Teams integriert. Dabei achten wir im Rahmen des
geeignete Patienten für die Forschungsprojekte zu Programms „Children of Somatically Ill Parents – CO-
identifizieren. Auch das jährliche UCCH-Forschungs- SIP“ besonders auf minderjährige Kinder Krebskran-
retreat ist eine Veranstaltung, die viele Beteiligte zu- ker. Auch bieten wir in unserer psychoonkologischen
sammenbringt und bei der ich schon viele erfolgrei- Ambulanz spezifische Behandlungsmöglichkeiten
che gemeinsame Projekte beginnen konnte.“ für junge Patienten, Paare, Familien und Gruppen.“
Dr. Harriet Wikman, Dr. Frank Schulz-Kindermann,
Forscherin im Institut für Tumorbiologie Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie
10 UKE news August/September 2016Titel
„Für mich ist das UCCH eine „Das interdisziplinäre Setting
Erfolgsgeschichte. Die Be- am UCCH ermöglicht es uns,
handlung onkologischer im Rahmen der Peritoneal-
Patienten ist nicht möglich karzinose-Sprechstunde Pa-
ohne ein multiprofessio- tienten zu identifizieren, die
nelles, therapeutisches und trotz lokal fortgeschrittenem
pflegerisches Team. Unser Tumorstadium von einer
ganzheitliches Pflegever- Operation gefolgt von einer
ständnis wird im UCCH gelebt und es ist im Interes- Chemotherapiespülung, die direkt in die Bauchhöh-
se unserer Patientinnen, dass ich mich mit meinen le gegeben wird, potentiell profitieren können.“
Fachpflegenden dort einbringen kann.“
Karin Plock, Klinik für Gynäkologie, Priv.-Doz. Dr. Faik Uzunoglu,
Pflegerische Stationsleitung im Brustzentrum Klinik für Allgemein-, Viszeral-und Thoraxchirurgie
„In der Palliativmedizin küm- „Als niedergelassener Koope-
mert sich ein multiprofes rationspartner schätze ich
sionelles Team aus Ärzten, die enge Zusammenarbeit
Pflegenden, Psychoonkologen, mit den Kollegen im UKE. Als
Therapeuten, Sozialarbeitern UCCH-Kooperationspartner
und Seelsorgern ganzheitlich versorge ich unsere gemein-
um unheilbar kranke Patien samen Patienten wohnort-
ten und ihre Angehörigen. nah und kann diesen über
Dabei liegt der Blick nicht nur auf körperlichen das Netzwerk die bestmögliche Versorgung mit
Symptomen, sondern auch auf den psychosozialen innovativen Studien und verschiedenen Spezial-
und spirituellen Fragen und Herausforderungen.“ sprechstunden am UCCH bieten.“
Prof. Dr. Karin Oechsle, II. Medizinische Klinik, Priv.-Doz. Dr. Gunter Schuch,
Fotos: Dagmar Claußen (4), Claudia Ketels, Felizitas Tomrlin/alle UKE, Axel Kirchhof, foto-studio-krieger, www.zitzlaff.com
Ärztliche Leiterin der Palliativstation Hämatologisch-onkologische Praxis Altona (HOPA)
„Etwa 60 Prozent aller Tumorpatienten werden im Laufe ihrer
Erkrankung strahlentherapeutisch behandelt. Das Ambulanz-
zentrum und die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
bestrahlen zusammen pro Jahr rund 1850 neue Patienten. In den
vergangenen Jahren wurden alle Großgeräte der Strahlenthe-
rapie erneuert. Der zuletzt ausgetauschte Linearbeschleuniger
wurde im März dieses Jahres in Betrieb genommen. Damit ist
die Strahlentherapie im UKE eine der modernsten Einrichtun-
gen in Deutschland und auch in Europa. Zu den innovativen Techniken gehören zum Beispiel die bildgesteuerte
Strahlentherapie, die es erlaubt, vor jeder Bestrahlung die Lage des Patienten beziehungsweise des Tumors
exakt zu überprüfen, und die intensitätsmodulierte Radiotherapie, die es ermöglicht, die Dosisverteilung noch
besser an die Tumorausdehnung anzupassen und dabei das gesunde Gewebe maximal zu schonen.“
Prof. Dr. Cordula Petersen, Klinik für Strahlentherapie, und Priv.-Doz. Dr. Andreas Krüll, Ambulanzzentrum
UKE news August/September 2016 11Forschung
Kooperationsprojekt „Heart in Space“ zwischen UHZ und NASA
Einmal zum Mars und zurück
2018 startet das erste Astronautenteam zum Mars.
Prof. Dr. Sonja Schrepfer vom Universitären Herz
zentrum erhielt von der NASA einen Forschungsauf
trag, in dem der Einfluss der Schwerelosigkeit auf
das kardiovaskuläre System untersucht wird.
Einmal den roten Planten umrunden – mit der
Marsmission der NASA geht ein lang ersehnter
Menschheitstraum in Erfüllung. Zwei Astronauten Seit Dezember arbeiten die UHZ-Forscher im NASA-Labor
werden in einer kleinen Kapsel Richtung roter Pla-
net fliegen und knapp drei Jahre unterwegs sein.
Nie zuvor haben Menschen so viel Zeit im All ver-
bracht. „Welche gesundheitlichen Konsequenzen
die Schwerelosigkeit für das Gefäßsystem der As-
tronauten bedeutet, ist bisher kaum erforscht“, er-
klärt Prof. Schrepfer, Leiterin des mit 750 000 Dollar
dotierten Forschungsprojekts „Heart in Space“ und
des TSI-Labors im UHZ. Acht Wissenschaftler aus
Medizin, Biotechnologie, Space Medicine, Physik
und Biologie sind nun bei der NASA in San Francisco Arbeitsplatz mit Ausblick: Seine Mittagspause verbringt das
im Einsatz, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. „Heart in Space“-Team gern unter der Golden Gate Bridge
Fotos: UHZ
12 UKE news August/September 2016Forschung
Auf dem richtigen Weg Prof. Sonja Schrepfer im Gespräch
Die Vermutung der Wissenschaftler: Permanente Neuland betreten
Gravitation wirkt sich negativ auf Herz und Gefäße
aus und kann Erkrankungen wie Schlaganfälle und Unbekannte Felder zu erforschen
Herzinfarkte begünstigen. Um dies zu überprüfen, – das macht für Prof. Dr. Sonja
führten sie zunächst spezielle Zellkulturexperimen- Schrepfer die besondere Faszina-
te durch, in denen menschliche Muskelzellen aus tion des Projekts „Heart in Space“
Herzgefäßen in künstliche Schwerelosigkeit ver- aus, für das sie sich begeistert.
setzt werden. Das Ergebnis: Die Zellen veränderten
ihr Stadium so, dass sie sich rasant vermehrten und Frau Prof. Schrepfer, wie kommt eine Hamburger
nicht den natürlichen Zelltod starben, um neuen Wissenschaftlerin zur NASA nach San Francisco?
Zellen Platz zu machen. Dadurch verengte sich der
Gefäßquerschnitt und es drohte eine Gefäßstenose. Prof. Schrepfer: „Bei einem Ausflug ins Space Cen-
ter Houston bin ich erstmals auf die geplante NA-
Ihre Erkenntnisse aus der Simulation wollen die For- SA-Mission aufmerksam geworden. Auf dem Heim-
scher jetzt in Modellversuchen validieren. Hierfür flug hat mich das Thema nicht losgelassen, sodass
nutzen sie Gewebeproben von Mäusen, die bereits ich mit meinem Mann Tobias Deuse, Professor in der
einen Monat auf der Internationalen Raumstati- Klinik für Herzchirurgie, kurzerhand die Studienidee
on ISS in Schwerelosigkeit verbracht haben. Auch entwickelte. Dass wir unter so vielen Bewerbern tat-
an möglichen Therapien wird bereits intensiv ge- sächlich den Zuschlag für den Grant erhielten, hat
forscht. Prof. Schrepfer und ihr Team am Universi- mich und das gesamte Team unglaublich gefreut.“
tären Herzzentrum haben ein Molekül identifiziert,
das den Prozess des Gefäßverschlusses aufhalten Seit wann sind Sie im NASA-Labor und worin be-
könnte. Mit einer klinischen Studie wollen sie noch steht Ihr Auftrag?
in diesem Jahr prüfen, ob sich der Therapieansatz
auch für Menschen eignet. Prof. Schrepfer: „Wir sind seit Dezember 2015 mit
insgesamt vier Mitarbeitern aus Hamburg hier. Un-
sere Untersuchungen zielen zunächst darauf ab zu
schauen, ob sich Gefäße durch Schwerelosigkeit so
verändern können, dass dies bei den Astronauten
Daumen hoch: zu gesundheitlichen Problemen führt. Dabei haben
Insgesamt wir Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder
vier UHZ-
den Verschluss von Beinarterien besonders im Blick.“
Wissenschaftler
haben Prof. Sonja
Schrepfer (3. v. r.) ins Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?
NASA-Labor in San
Francisco begleitet.
Prof. Schrepfer: „Durch den Grant haben wir die
In dem Projekt
„Heart in Space“ einmalige Chance erhalten, ein völlig unentdecktes
kommen auch Feld zu erforschen. Hierfür kooperieren wir eng mit
Labormethoden der University of California San Francisco (UCSF).
zum Einsatz, die
Von unserer Arbeit erhoffen wir uns auch, die Me-
ihr TSI-Lab-Team
im Universitären chanismen, die zu Gefäßstenosen führen, weiter zu
Herzzentrum entschlüsseln, um so neue Therapieansätze für die
entwickelt hat Menschen auf der Erde entwickeln zu können.“
UKE news August/September 2016 13Forschung
Von der DFG geförderte Neurowissenschaftler
aus dem UKE (v. l.): Dr. Jan Haaker,
Prof. Dr. Christian Büchel, Dr. Tina Lonsdorf
Funktionelle Magnetresonanztomographie
macht Hirnaktivitäten sichtbar, die eventuell
wichtig für die Entstehung der Krankheit sind
Forscher untersuchen Mechanismen der Erkrankung
Angst kann extrem belasten
Das Gefühl von Angst ist ein überlebenswichtiger Verhaltensregulator. Wenn jedoch eine Störung des Mecha
nismus vorliegt, kann für die Betroffenen die Angst extrem belastend sein. In einem überregionalen Sonder
forschungsbereich geht auch ein Wissenschaftler-Team des UKE dem Phänomen auf den Grund.
Zusammen mit den Universitäten Münster, Würz- generalisierung. Im Fokus steht dabei die Erfor-
burg und Mainz werden am UKE im Sonder- schung der zeitlichen Dynamik sowie des Einflusses
forschungsbereich (SFB TRR 58) „Furcht, Angst, situativer Faktoren, zum Beispiel mit Hilfe funktio-
Angsterkrankungen“ seit 2008 grundlegende Me- neller Magnetresonanztomographie (fMRT). Dr. Tina
chanismen von Angst untersucht. Jetzt hat die Lonsdorf beschäftigt sich in einer Studie mit dem
Deutsche Forschungsgemeinschaft eine weitere Einfluss von negativen Lebensereignissen und Trau-
Förderperiode bewilligt. Die am SFB beteiligten Uni- mata auf plastische Veränderungen in Hirnstruktur
versitäten erhalten bis Juli 2020 insgesamt 13,9 Mil- und -funktion. Ein experimentelles Modell zur Er-
lionen Euro, die verschiedenen Teilprojekte am UKE forschung des klinischen Rückfalls bei Angstpatien-
werden mit rund 1,3 Millionen Euro gefördert. ten stellt dabei den Kern der Untersuchung dar. Dr.
Jan Haaker erforscht in einem weiteren Teilprojekt
Fotos: Felizitas Tomrlin/UKE (2), Axel Kirchhof
Inhaltlich beschäftigt sich der SFB vor allem mit den Einfluss des dopaminergen und Endocannabi-
dem Wechselspiel von genetischer Veranlagung, noid-Systems auf Furcht-relevante Lernmechanis-
Umwelteinflüssen und Stresserfahrungen bei Men- men. Zusätzlich werden in einem standortübergrei-
schen mit Angsterkrankungen. In einem Teilprojekt fenden Projekt 1500 Erwachsene untersucht; hier
untersucht Prof. Dr. Christian Büchel, Direktor des wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie sich
Instituts für Systemische Neurowissenschaften, die negative Lebensereignisse und Traumata sowie ge-
Mechanismen und neuronalen Korrelate von Furcht- netische Faktoren auf Furcht und Angst auswirken.
14 UKE news August/September 2016Forschung
14 Millionen Euro Startgeld für neuen Behandlungsansatz
Leber hilft bei Nanotherapie
Spezielle Leberzellen können künftig helfen, Auto zenden Tregs bevorzugt in der Leber gebildet wer-
immunerkrankungen besser als bisher zu behan den. Dabei spielen die Endothelzellen in der Leber
deln: Ein neuer Therapieansatz aus dem Sonderfor die entscheidende Rolle, indem sie entzündungsför-
schungsbereich 841 „Leberentzündung“ hat den dernde T-Zellen zu entzündungshemmenden Tregs
Sprung aus der Grundlagenforschung geschafft. umprogrammieren. Durch diesen Befund wurde
es möglich, einen neuar-
tigen Behandlungsansatz
zur gezielten Therapie von
Autoimmunkrankheiten –
auch außerhalb der Leber –
zu entwickeln.
Wirksames Therapieprinzip
Dabei werden krankheits-
auslösende Eiweiße mit Hilfe
von Nanopartikeln selektiv
in die Leberendothelzellen
eingeschleust. Kommen
T-Zellen dann in der Leber
mit solch Eiweiß-beladenen
Entwickeln Therapieansatz gegen Autoimmunerkrankungen Endothelzellen in Kontakt,
(v. l.): Prof. Dr. Johannes Herkel, Prof. Dr. Jörg Heeren, werden sie zu Tregs pro-
Dr. Antonella Carambia, Prof. Dr. Dr. Peter Nielsen
grammiert, die die Autoim-
munerkrankung spezifisch
unterdrücken können. Dass
Multiple Sklerose schädigt die Nerven, Schuppen- dieses neuartige Prinzip hochwirksam ist, wiesen
flechte die Haut und entzündliches Rheuma die die Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs
Gelenke – bei Autoimmunkrankheiten erkennt das bereits im Modell an einer der Multiplen Sklerose
Immunsystem körpereigenes Gewebe irrtümlich ähnlichen Erkrankung nach.
als zu bekämpfenden Fremdkörper. Dies löst schwe-
re Entzündungsreaktionen aus, die zu Schäden an Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und
den betroffenen Organen führen. In einem gesun- Forschung (BMBF) wird nun beim Menschen die Si-
den Organismus können sogenannte regulatorische cherheit des neuartigen Behandlungsansatzes ge-
T-Zellen (Tregs) zu starke Aktivitäten des Immunsys- testet. Ein Konsortium internationaler Kapitalgeber
tems abschwächen und so die Entstehung von Au- fand diesen Therapieansatz so überzeugend, dass
toimmunerkrankungen verhindern. es 14 Millionen Euro an Wagniskapital bereitstellte.
Hiermit wurde nun die Topas Therapeutics GmbH
Die SFB-841-Wissenschaftler um Prof. Dr. Johannes gegründet, welche die Nanotherapie für andere Er-
Herkel haben herausgefunden, dass solche schüt- krankungen weiterentwickeln soll.
UKE news August/September 2016 15Klinik
UKE INside: Neue Grundsätze zur Befristungspolitik
Vorreiter sein
Im Juli hat der Vorstand neue Regeln zur Befristungspolitik verabschiedet – ein
Novum mit vielen Vorteilen und viel Potential, finden Personalleiter Michael van Loo
sowie die Personalräte Dr. Jürgen Altenhoff und Michael Schüler.
Warum ist das Thema Befristung gerade jetzt stimmungsrecht. Das gemeinsam verabschiedete
aktuell? Regelwerk ist eine gute Initiative, die mehr Pla-
nungssicherheit in das Leben der Mitarbeiter bringt.
van Loo: Wir wollen Vorreiter und ein attraktiver Ar-
beitgeber sein. Dazu gehört es auch, dass die Befris-
tung von Arbeitsverträgen nicht die Regel, sondern „Das Regelwerk bringt
die Ausnahme ist. Planungssicherheit
Altenhoff: Die Politik reagiert auf den höheren Wett- in das Leben der
bewerb um qualifizierte Kräfte und hat ihre Gesetze Mitarbeiter.“
novelliert, so auch das für unsere Wissenschaftle- Michael Schüler,
rinnen und Wissenschaftler maßgebliche Wissen- Personalrat nwP
schaftszeitvertragsgesetz.
Schüler: Bei nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeitern wird künftig nur noch aus ei- van Loo: Sie sind eine verbindliche Grundlage und
waren ausschlaggebend für die schnellen Verbesse-
rungen, die wir gemeinsam mit dem Vorstand rea-
„Wir können jetzt noch lisieren konnten. Vor allem erinnern sie Führungs-
größere Kontinuität in kräfte an ihre Fürsorgepflicht für den Mitarbeiter.
der Krankenversorgung Altenhoff: Das kann ich nur unterschreiben. Und
gewährleisten.“ wir können jetzt eine noch größere Kontinuität in
Dr. Jürgen Altenhoff, der Krankenversorgung gewährleisten – indem wir
Personalrat wP etwa Ärzte nicht mehr nur für ein oder zwei Jahre,
sondern für die Dauer ihrer Qualifizierung beschäf-
tigen können.
nem Sachgrund, etwa wegen Elternzeit oder für die
Projektdauer, befristet. Sachgrundlose Befristungen Wer profitiert am stärksten von den Neuerungen?
nehmen wir nicht mehr vor.
Altenhoff: Wissenschaftler können Projekte zu Ende
Was bedeuten die neuen Gesetze konkret für das bringen, auch wenn die Gewährung der Drittmittel
UKE, können Sie Beispiele nennen? noch unklar ist. Und: Schwerbehinderte und ältere
Fotos: Axel Kirchhof
Kollegen stehen jetzt nicht mehr vor der Arbeitslo-
Schüler: Wir waren grundsätzlich gegen die andau- sigkeit, weil auch ihre Verträge dauerhafter ange-
ernde Befristung, hatten aber bisher kein Mitbe- legt sind.
16 UKE news August/September 2016Klinik
Die neuen Grundsätze
zur Befristungspolitik
sind im QM-Handbuch
des GB PRO im Intranet
nachzulesen
Schüler: Ich kenne eine Kollegin, die seit 27 Jahren bereich einen bestimmten Ansprechpartner haben
im UKE ist – immer nur befristet. Mit einem unbe- und sich die Führungskraft für sie oder ihn verant-
fristeten Vertrag wäre sie längst unkündbar. Solche wortlich fühlen.
schädlichen Arbeitsverhältnisse haben wir künftig
nicht mehr. Wie lautet Ihr persönliches Fazit zum Thema Be
van Loo: Wir alle profitieren davon, und zwar ohne fristungspolitik?
dass wir an kontinuierlicher Erneuerung einbüßen.
Diese erreichen wir allein durch Fluktuation. Ne- van Loo: Die Grundsätze der Befristung kehren sich
benbei: Je dauerhafter die Verträge, desto geringer um. Damit werden wir die Quote von 30 Prozent Be-
unser administrativer Aufwand. Genaueres wird fristungen noch weiter senken können.
unsere Evaluation anhand von Kennzahlen zeigen.
…das heißt, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertre „Wir erinnern die
ter sind sich in diesen Fragen einig? Führungskräfte an die
Fürsorgepflicht für ihre
Altenhoff: Die Arbeitgeberseite ist derzeit in Zug- Mitarbeiter.“
zwang. Wenn wir keine attraktiven Bedingungen Michael van Loo, Ge
schaffen, gehen qualifizierte Bewerber zu anderen schäftsbereichsleiter PRO
Arbeitgebern.
Schüler: Ich würde mir noch weitere Verbesse-
rungen wünschen. Für einige Berufsgruppen Altenhoff: Wir sind nicht grundsätzlich gegen Be-
bieten sich Pools nach dem Vorbild der Pflege- fristung, aber gegen kurzzeitige Befristungen.
pools an. Fällt irgendwo Bedarf weg, kann der- Schüler: Wir sollten nächste Schritte einleiten: Labor-
jenige kurzfristig woanders eingesetzt werden. assistenten etwa sollten wir von einer Befristung
van Loo: Finanzielle Absicherung ist das eine, dar- für die Dauer von bewilligten Drittmitteln ausneh-
über hinaus sollten Mitarbeiter in ihrem Arbeits- men und unabhängig davon wechselnd einsetzen.
UKE news August/September 2016 17Innenansichten
Mitarbeiterfest
Das UKE in Bewegung
Mehrere Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierten bis
in den späten Abend. Die Angebote, vom Kletterturm über Live
musik bis zum Buffet, wurden gut angenommen und auch ein
zelne Regenschauer taten der Stimmung keinen Abbruch.
Insgesamt sechs Tonnen Lebensmittel, vier Kühl-LKW für die
Getränke und 150 Servicekräfte der Klinikgastronomie Eppen-
dorf (KGE) standen für das Mitarbeiterfest bereit – und sie
wurden gebraucht. Trotz des anfangs wechselhaften Wetters
mit einzelnen Schauern kamen mehrere Tausend Mitarbeiter,
Ehemalige sowie Studierende zum Fest, um, getreu dem Motto
„Das UKE in Bewegung“, zu tanzen, zu klettern und zu feiern.
Prof. Dr. Burkhard Göke, Vorstandsvorsitzender des UKE, wünschte
allen Gästen viel Spaß. Dafür gab es reichlich Gelegenheit, ob an
der Kletterwand, beim Torwandschießen oder in den aufgestell-
ten Fotoautomaten. Die Stimmung war gut – und wurde von
der Mitarbeiterband Banda SambUKEira, der Hamburger Ärzte
Big Band Jazzkulap sowie Tanzmusik von DJ Stephan Buchhorn
noch weiter angeheizt. Wer es etwas ruhiger mochte, konnte am
Glücksrad von UKE INside drehen, die Arbeit der Scherenschnitt-
künstler bewundern oder sich an Ständen über verschiedene
Angebote des UKE informieren. Bis in den späten Abend machten
die Besucher dem Motto des Festes alle Ehre.
An vielen Ständen
konnten sich die
Besucher informieren,
beispielsweise über
die Akademie für Bildung
und Karriere (ABK)
Am Buffet wie auch an zahlreichen Grill-, Getränke-
und Eisständen war für das leibliche Wohl der
Besucher gesorgt
18 UKE news August/September 2016Wer schwindel-
frei ist, konnte sich
an der Kletterwand
ausprobieren
Die Banda
SambUKEira heizte
mit südamerikanischen
Rhythmen ordentlich ein
Trotz des
anfangs
unbeständigen
Wetters war die
Stimmung ausgezeichnet
Begrüßt
wurden die
Mitarbeiter vom
Vorstandsvorsitzenden
Prof. Dr. Burkhard Göke
Glückliche Gewinner:
Joachim Prölß (l.),
Direktor für Patienten-
und Pflegemanagement,
überreichte die Preise
des Gewinnspiels
Mit
Musik
und Sport:
Gelegenheiten
zum Bewegen gab
es reichlich
Dem UKE
weiterhin
verbunden: Das
Ehemaligentreffen
fand ebenfalls auf dem
Festgelände statt
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FoKlinik
Kooperation von Athleticum und DOSB
Gesund und fit für Olympia
Seit 2015 ist das UKE Athleticum Sportmedizini Dr. Julia Schmidt
sches Untersuchungszentrum des Deutschen Olym (r.) betreut
Kadersportler wie
pischen Sportbundes (DOSB). Alle Bundeskader
Janne Meyer
sportler können hier ihre Grunduntersuchung
absolvieren, um fit in die Olympiade zu starten.
Eigentlich verbringt Springreiterin Janne Friederike
Meyer täglich sechs Stunden auf dem Pferd. Heute Ihr Körper ist
schwingt sich die vierfache Deutsche Meisterin im ihr Kapital: Als
Profireiterin
UKE Athleticum in den Sattel eines Fahrradergome-
hat Janne Meyer
ters, um die Belastbarkeit ihres Herzens zu testen. ihre Gesundheit
Die Übung gehört zu einer Reihe von Untersuchun- stets im Blick
gen, die der DOSB Bundeskadersportlern einmal
jährlich vorschreibt. „Unser Körper ist unser Kapital.
Daher ist der Gesundheitscheck für Profisportler so
wichtig, um Probleme frühzeitig aufzuspüren“, sagt
Meyer, die seit ihrem fünften Lebensjahr reitet. Drei
Stunden lang lässt sich die 35-Jährige von Kopf bis Auf dem
Ergometer wird
Fuß durchchecken. Sie wird unter anderem ortho- die Belastbarkeit
pädisch untersucht, gemessen und gewogen, un- ihres Herzens
terzieht sich einem Lungenfunktionstest und erhält geprüft
einen Herzultraschall. „Die Untersuchungsinhalte
sind der Belastungsintensität des jeweiligen Sports
angepasst“, erklärt Dr. Julia Schmidt, Fachärztin für
Prof. Dr. Karsten
Orthopädie und Unfallchirurgie im UKE Athleticum. Sydow (UHZ)
So werde sichergestellt, dass auf typische Verletzun- erläutert die
gen oder Verschleißerscheinungen, die mit einer be- Ergebnisse des
Herzultraschalls
stimmten Sportart einhergehen, geachtet wird.
Neben den A-, B- und C-Kadern aller Disziplinen inte-
griert das Athleticum im Rahmen der DOSB-Koope-
ration auch den Deutschen Behindertensportbund
(DBS) und bietet Paraathleten medizinische Grund-
untersuchungen an. „Um eine aussagekräftige Leis-
tungsdiagnostik bei Sportlern mit Einschränkungen
durchzuführen, haben wir ein spezielles Handergo
meter angeschafft“, sagt Dr. Schmidt. Auch die In-
nenausstattung von Aufzügen über sanitäre An-
20 UKE news August/September 2016Klinik
Problem, wo sich die Einheiten stark auf das Pferd
konzentrierten. Damit Reiter zukünftig sicherer im
Sattel sitzen, hat Dr. Schmidt im Athleticum eine
Spezialsprechstunde ins Leben gerufen, in der sie
akute und chronische Sportverletzungen behandelt,
aber auch individuelle Bewegungstherapien für Rei-
ter anbietet. „Bei uns sind Diagnostik, Physiothera-
pie und sportwissenschaftliche Leistungstherapie
unter einem Dach, wodurch wir eine optimale Rund-
umversorgung anbieten können“, sagt Dr. Schmidt.
Wie wichtig es ist, neben der Hauptsportart eine
lagen bis zur Flurbreite ist behindertengerecht ausgleichende Aktivität auszuüben, weiß auch Jan-
gestaltet. Seither waren bereits Rollstuhl-Fechter, ne Meyer. „Seit einem Bandscheibenvorfall vor zwei
Para-Reiter und -Basketballer zur Belastungsunter- Jahren mache ich täglich kräftigende Übungen, um
suchung im Athleticum. die Bauchmuskulatur zu stärken und damit den
Rücken zu entlasten“, erklärt sie. Die neue Spezial-
Prävention ist Trumpf sprechstunde im Athleticum sei eine wichtige An-
laufstelle für Reiter, um bei gesundheitlichen Pro-
Um seinen Sport möglichst lange und gesund aus- blemen fachkundige Hilfe einzuholen.
üben zu können, kommt es auf das richtige Training
an. Auch dafür sensibilisieren die Ärzte Athleten Den Untersuchungsmarathon im Athleticum hat Jan-
im Rahmen der Grunduntersuchungen. „Nur wer ne Meyer erfolgreich bestanden. Jetzt trainiert sie
gezielt Muskeln aufbaut, beugt Verschleißerschei- wieder auf dem Pferderücken, um sich ihren Traum
nungen durch einseitige Belastungen vor“, erläutert zu erfüllen: einmal bei Olympischen Sommerspielen
Dr. Schmidt. Dies sei besonders in der Reiterei ein mit ihrem Pferd an den Start zu gehen.
Janne Meyer auf
dem sprungstarken
Wallach Goja, hier
beim Derby in
Hamburg 2015
Fotos: Claudia Ketels/UKE (4), Jendrik Rehpenning
UKE news August/September 2016 21Klinik
Erste Fachpflegekräfte für Transplantationsmedizin im UKE
Patienten Wissen vermitteln
Transplantationsmedizin ist ein hoch spezialisierter
Bereich. Die ersten Pflegekräfte im UKE haben ihre
Fachweiterbildung zur „Transplantationsnurse“ ab
geschlossen. Dabei haben sie nicht nur persönlich
dazugelernt, sondern auch eine in dieser Form ein
zigartige Patientenschulung entwickelt.
Gesa Pamperin und Britta Nehls haben es geschafft:
Sie sind die ersten Fachpflegekräfte für Transplan-
tationsmedizin im UKE. „Die zweieinhalbjährige
Fortbildung war sehr spannend. Obwohl wir beide
jeweils mehr als 20 Jahre in der Transplantations-
medizin arbeiten, konnten wir Wertvolles lernen,
beispielsweise zu den spezifischen Krankheitsbil-
dern der Organgruppen oder den rechtlichen Hin-
tergründen“, sagt Britta Nehls, Pflegerische Leiterin
der Station 3G, III. Medizinische Klinik. „Unsere Er-
fahrungen können wir in die Teams einbringen und
den Patienten gezielter begleiten und für sein Leben Gesa Pamperin (l.) und Britta Nehls sind die ersten beiden
nach der Transplantation schulen“, ergänzt Kollegin Fachpflegekräfte für Transplantationsmedizin im UKE
Gesa Pamperin aus der Lebertransplantationsam-
bulanz, die zudem Vorsitzende des Arbeitskreises
Transplantationspflege ist. Während des Kurses ha- Ähnliches entwickeln“, sagt Nehls. Aktuell nehmen
ben die beiden durch Hospitationen auch Einblicke zwei weitere Pflegekräfte des UKE an dem Kurs teil.
in andere Häuser und Bereiche bekommen.
Im Juni haben auch vier Ärzte aus den Bereichen
Ihre Abschlussarbeit beschäftigte sich mit der Pa- Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie eine spezi-
tientenschulung. „Wir haben dafür Broschüren elle Weiterbildung im Bereich Transplantationsme-
entwickelt, die Patienten und deren Angehörigen dizin begonnen. In den kommenden zwei Jahren be-
wichtige Aspekte nach einer Transplantation er- schäftigen sie sich nach einem eigens entwickelten
läutern, wie beispielsweise die richtige Ernährung“, Curriculum mit Indikation und Nachsorge sowie den
sagt Pamperin. Die Broschüren wurden zusammen gesetzlichen und ethischen Aspekten. Jeder Teilneh-
mit einem Ärzteteam auf den aktuellsten wissen- mer hat zwei Mentoren aus unterschiedlichen Fach-
schaftlichen Stand gebracht. „Diese interprofessio- bereichen an seiner Seite, was die interdisziplinäre
nelle Kooperation ist etwas Besonderes. Nachdem Vernetzung fördert. „Diese strukturierte Form der
Kursteilnehmer aus anderen Kliniken unsere Hefte Fortbildung ist bundesweit einmalig“, erläutert
gesehen haben, wollen sie jetzt für ihre Patienten Transplantationschirurgin Prof. Dr. Martina Koch.
22 UKE news August/September 2016Die neue Kinderklinik
Kinder-UKE: Nächster Meilenstein
Die prächtig
Gelungenes geschmückte und mit
Stofftieren versehene
Richtkrone wurde
Richtfest
von einem Kran nach
oben gezogen
Ein mächtiger Rohbau, eine ganz besondere Richt
krone und 350 kleine und große Gäste – das war die
Kulisse für ein gelungenes Richtfest. Schulterklopfen von den
„Großen“: Die Kinder aus
der UKE-Kita machten
das Richtfest zu einem
Prof. Dr. Burkhard Göke, Ärztlicher Direktor und besonderen Fest
UKE-Vorstandsvorsitzender, dankte insbesondere
den Architekten, Ingenieuren, Handwerkern und
dem Generalunternehmer Züblin für die bisher ge-
leistete Arbeit sowie allen Freunden und Förderern
für die Unterstützung des Kinder-UKE. Wissen- Polier und
schaftssenatorin Katharina Fegebank begrüßte vor Zimmermannsleute
gaben dem Neubau
allem, dass auch den Bedürfnissen der Eltern in der
ihren Segen, um
neuen Kinderklinik Rechnung getragen wird. das Haus vor Schäden
zu bewahren
Die Richtkrone war mit Kuscheltieren und anderem
Spielzeug geschmückt. Während sie mit dem Kran
nach oben gezogen wurde, segnete der Polier mit
einem Richtspruch das Haus, um es vor Schaden zu
bewahren und seine Bewohner zu schützen.
Fotos: Claudia Ketels (3), Felizitas Tomrlin/beide UKE, Axel Kirchhof
Ausgelassene Stimmung bei den Kindern der UKE-Kita und den Freunden und Förderern der neuen Kinderklinik
UKE news August/September 2016 23Die neue Kinderklinik
Krankenhausschule im UKE
Lernen als
Perspektive
Alle freuen sich aufs neue Kinder-UKE. Doch bereits
in der jetzigen Klinik wird alles getan, um junge Pa
tienten rundum zu versorgen. Dazu zählt auch der
Unterricht am Krankenhausbett, der für Schüler
aller Altersgruppen und Stationen täglich stattfindet.
Lars ist ein aufgeweckter Junge und immer für ei-
nen Spaß zu haben. Beim Fußball spielen steht der
Elfjährige für sein Leben gern im Tor. In der Schule
gehören Mathe und Sport zu seinen Lieblingsfä-
chern. Er freut sich auf die anstehenden großen Fe-
rien und darauf, im nächsten Schuljahr das Gymna-
sium zu besuchen – bis ein Röntgenbild nach einem
harmlosen Tritt gegen das Schienbein im Juli 2015
eine schwerwiegende Diagnose ans Licht bringt:
Osteosarkom, ein bösartiger Knochentumor, der die Am Stoff bleiben: Krankenhauslehrerin Margret McGonagle (r.)
Knochensubstanz allmählich zerstört. Lars kommt unterstützt Lars vor allem in Mathematik und Englisch
in die Kinderklinik des UKE, erhält Chemotherapien
und eine Lungenoperation. Im Uniklinikum Münster
entnehmen ihm Chirurgen 24 Zentimeter des befal- und auf vielfältige Weise gemäß ihrer Möglichkeiten
lenen Schienbeinknochens. „Schwer war für mich, zu begleiten“, sagt McGonagle, die seit neun Jahren
dass plötzlich die Schule, meine Freunde und Hob- als Pädagogin im UKE arbeitet. Manche Schüler ver-
bys einfach weg waren“, erinnert sich Lars. Doch er folgten konkrete Lernziele, während es bei anderen
kämpft: gegen den Krebs und dafür, auch schulisch eher darum gehe, sie von ihrer Krankheit abzulen-
am Ball zu bleiben. ken und Perspektiven aufzuzeigen.
Unterstützung erhält Lars durch die Krankenhaus- Gezielt unterstützen
lehrerinnen des UKE. Margret McGonagle und Anne
Schweers von der Schulbehörde Hamburg (Bildungs- Gerade Patienten, die wegen einer langwierigen
und Beratungszentrum Pädagogik bei Krankheit/ oder chronischen Erkrankung immer wieder aus
Autismus) unterrichten Kinder und Jugendliche al- ihrem Schulalltag gerissen werden, sind auf Kran-
ler Altersgruppen und Stationen direkt am Kranken- kenhausunterricht angewiesen. „Unsere Aufgabe ist
hausbett. „Uns ist es wichtig, die Schüler individuell es, die Kinder und Jugendlichen in allen Lebensbe-
24 UKE news August/September 2016Die neue Kinderklinik
Fundsachenversteigerung des Hamburg Airport
Prof. Dr. Ania Muntau
und Mona Meister,
Für das Kinder-UKE
Leiterin des BBZ der
Schulbehörde, sprechen Dr. Rainer Süßenguth
regelmäßig über Abläufe (2. v. l.) freut sich über
und Inhalte des den Spendenscheck in
Krankenhausunterrichts Höhe von 7000 Euro
reichen zu unterstützen. Dazu gehört die Medizin, Jedes Jahr versteigert der Airport Hamburg
aber auch, ihnen die besten Bildungschancen mit- nach dreimonatiger Aufbewahrungsfrist
zugeben“, betont Klinikdirektorin Prof. Dr. Ania C. Fundstücke für einen guten Zweck. In diesem
Muntau. Wer beschult wird, richtet sich nach dem Jahr geht der Erlös in Höhe von 7000 Euro an
Gesundheitszustand, was die Lehrerinnen direkt das Kinder-UKE. Dr. Rainer Süßenguth, Leiter
über die Stationen erfahren oder aus eigenen Besu- der Stabsstelle Fördererbetreuung, bedankte
chen. „Eine Herausforderung besteht für uns darin, sich bei allen Airport-Mitarbeitern für die tolle
sich auf viele verschiedene Altersgruppen und Fä- Aktion und die Spende, mit der das UKE dem
cher einzustellen“, erklärt Anne Schweers, seit drei Ziel, eine moderne Kinderklinik für Hamburg zu
Jahren Pädagogin im UKE. Gleichzeitig ist viel Fein-
bauen, wieder ein Stück nähergekommen sei.
gefühl gefragt. „Wenn es einem Kind schlecht geht,
können wir nicht nur am Lehrplan arbeiten, sondern
nutzen eigene Unterrichtsmaterialien zur Motiva-
tion“, so McGonagle. Doch der größte Motivations-
schub für die Kinder kommt aus dem eigenen Klas-
senverband. Um diesen Kontakt zu ermöglichen, hat
das UKE im letzten Jahr das Pilotprojekt „Virtuelles
Klassenzimmer“ gestartet. Über eine Liveschaltung
können die Schüler den Unterricht der eigenen Klas-
„ Ich freue mich auf die
se direkt am Bildschirm verfolgen. „Auf virtuellem
Wege etwas Unterrichtsluft zu schnuppern und
neue Kinderklinik, weil uns
dort Schulräume zur Verfügung
Fotos: Claudia Ketels/UKE (3), Michael Penner, Luis Louro, Fotolia
sich selbst beteiligen zu können, hat vielen Patien-
ten Auftrieb gegeben“, so Prof. Muntau. stehen werden, in denen Schüler
frei vom medizinischen Umfeld
Auch Lars hat während seiner Krankheit am meisten
und von negativen Emotionen
den Schulalltag vermisst. Nun freut er sich darauf,
nach den Sommerferien dank Krankenhausschule
lernen, arbeiten und sich mit
und Hausunterricht direkt in die sechste Klasse ge- einander austauschen können.“
hen zu können. Was er kaum erwarten kann? „Mal Anne Schweers, Krankenhauslehrerin des
wieder einen Stadtbummel zu machen“, sagt Lars Bildungs- und Beratungszentrums (BBZ)
und hofft, den bald sogar ohne Krücken zu schaffen. Pädagogik bei Krankheit/AutismusNamen und Nachrichten
vorgestellt Priv.-Doz. Dr. Levente Kriston, Institut und Poliklinik
für Medizinische Psychologie, für das Fach Medizini-
sche Psychologie und Psychologische Methodenlehre.
Neue Aufgaben
Priv.-Doz. Dr. Katrin Schröder, Klinik für Psychiatrie
Prof. Dr. Simone Kühn, Klinik für Psychiatrie und Psy- und Psychotherapie, für das Fach Psychiatrie und
chotherapie, ist zum 1. Juni auf die W3-Heisenberg- Psychotherapie.
Professur für Neuronale Plastizität in der Therapie
Priv.-Doz. Dr. Faik Güntac Uzunoglu, Klinik für All-
psychischer Störungen berufen worden.
gemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, für das Fach
Priv.-Doz. Dr. Jun Oh, Klinik für Kinder- und Jugend- Allgemeinchirurgie.
medizin, hat zum 1. Juli die Leitung der Abteilung
Priv.-Doz. Dr. Alexander Volk, Institut für Humange-
Pädiatrische Nephrologie und des KfH-Nierenzen-
netik, für das Fach Humangenetik.
trums für Kinder und Jugendliche übernommen. Er
tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Markus Kemper an, Priv.-Doz. Dr. Birgit Wulff, Institut für Rechtsmedizin,
der das UKE zum 30. Juni verlassen hat. für das Fach Versorgungsforschung.
Neu im UKE Jubiläum
Prof. Dr. Yvonne Nestoriuc, Institut für psychosomati- 40 Jahre
sche Medizin und Psychotherapie, hat zum 1. Juni die
Anne Agbobly, Gesundheits- und Krankenpflegerin
W2-Stiftungsprofessur für Psychosomatische The-
in der Zentralen OP-Organisation (ZOO), hat am 1.
rapie- und Versorgungsforschung angetreten. Sie
August ihr 40-jähriges Dienstjubiläum im UKE ge-
war zuletzt Juniorprofessorin für Klinische Psycholo-
feiert.
gie und Psychotherapie an der Universität Hamburg.
Ingeborg Haase-Schüßler, Sekretärin in der Klinik für
Ernennung zum Professor/
Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, hat
zur Professorin gemäß §17
am 1. Juli ihr 40-jähriges Dienstjubiläum gefeiert.
Prof. Dr. Anne Karow, Klinik für Psychiatrie und Psy-
Menesa Kreko, Pharmazeutisch-Kaufmännische An-
chotherapie.
gestellte in der Krankenhausapotheke, feierte am 29.
Lehrbefugnis erteilt und Juni ihr 40-jähriges Dienstjubiläum.
zum Privatdozenten ernannt
Susanne Scheibner, Assistentin im Labor für Strah-
Priv.-Doz. Dr. Dr. Benedicta Beck-Broichsitter, Klinik lenbiologie und Experimentelle Radioonkologie, hat
für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, für das am 1. Juni ihr 40-jähriges Dienstjubiläum gefeiert.
Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
25 Jahre
Priv.-Doz. Dr. Andreas Becker, Klinik für Urologie, für
Ali Alisan, Klinik Facility-Management Eppendorf
das Fach Urologie.
(KFE).
Priv.-Doz. Dr. Till Rasmus Burkhardt, Klinik für Neu-
Michael Dill, Klinik Facility-Management (KFE).
rochirurgie, für das Fach Neurochirurgie.
Candan Eren, Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachheil-
Priv.-Doz. Dr. Georg Cachovan, Poliklinik für Zahner-
kunde.
haltung und Präventive Zahnheilkunde, für das Fach
Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Cordula Hamann, Institut für Transfusionsmedizin.
Priv.-Doz. Dr. Cüneyt Demiralay, Klinik für Psychia Bettina Hass, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und
trie, für das Fach Psychiatrie und Psychotherapie. Thoraxchirurgie.
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