Regionale Standortentwicklungsstrategie - Chartset - Stand: 04. August 2020 - | Gemeinde Silvaplana
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Regionale Standortentwicklungsstrategie
Chartset
Stand: 04. August 2020
Hanser Consulting AG | www.hanserconsulting.ch | info@hanserconsulting.ch
Lagerstrasse 33, 8021 Zürich | Poststrasse 3, 7000 Chur | Bälliz 10, 3600 ThunImpressum
Auftraggeber Region Maloja
Bearbeitung Hanser Consulting AG, Peder Plaz und Brigitte Küng
Begleitgruppe Jenny Kolmar, Geschäftsführerin Region Maloja
Martin Aebli, Präsident Region Maloja
Andrea Gilli, Vertreter Plaiv
Adrian Ehrbar, Vertreter St. Moritz Tourismus
Christian Jott Jenny, Vertreter Gemeinde St. Moritz
Offenlegung von Quellen Die in diesem Dokument verwendeten Inhalte, Angaben und Quellen wurden mit grösster Sorgfalt zusammengestellt.
Die Ausführungen beruhen teilweise auf Annahmen, die auf Grund des zum Zeitpunkt der Auftragsbearbeitung
zugänglichen Materials für plausibel erachtet wurden.
Die verwendeten Quellen und wortwörtlichen Zitate werden offengelegt. Bei der Verwendung von theoretischen oder
wissenschaftlichen Konzepten, welche den gegenwärtigen Erkenntnissen der Wissenschaft entsprechen, wird zur
Wahrung der Lesbarkeit und Verständlichkeit auf eine explizite Quellenangabe verzichtet.
Gleichwohl kann Hanser Consulting AG für die Richtigkeit der gemachten Annahmen keine Haftung übernehmen.
Projektnummer 23018.02
Hanser Consulting AG Die Hanser Consulting AG ist eine Politik- und Unternehmensberatung in der Schweiz. Unser Fokus liegt einerseits auf
der Unterstützung von Unternehmen in Fragen der Strategieentwicklung und andererseits auf der Beratung der
Öffentlichen Hand und Verbände in wirtschaftspolitischen Fragestellungen.
Hanser Consulting AG 04.08.2020 2Inhaltsverzeichnis 1. Wirtschaft und Tourismus 5 2. Gesellschaft 25 3. Staat 33 4. Schlussfolgerung 39 Hanser Consulting AG 04.08.2020 4
1 Wirtschaft und Tourismus Beschäftigte Entwicklung Bergbahnen und Hotellerie Wohnungsbau Verkehr, Mobilität und Pendler Internetabdeckung Gesamtattraktivität Wirtschaftsregion Hanser Consulting AG 04.08.2020 5
1 Wirtschaft und Tourismus
Beschäftigungsentwicklung in der Region Maloja
Die Beschäftigung im Gastgewerbe hat im betrachteten Zeitraum um 10% abgenommen, jene im
Baugewerbe um fast 20%. Die regionale Beschäftigung ging daher zwischen 2011-17 um 5% zurück.
Beschäftigte (VZÄ) Gesamtentwicklung und ausgewählte Branchen
5'500
14'000
5'000
4'500
12'000
Entwicklung ausgewählte Branchen
4'000
10'000
Gesamtentwicklung
3'500
3'000 8'000
2'500
6'000
2'000
1'500 4'000
1'000
2'000
500
- -
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Achsentitel
Land- und Forstwirtschaft, Bergbau Baugewerbe Beherbergung & Gastronomie
Erziehung und Unterricht Gesundheits- und Sozialwesen Gesamtergebnis
Quelle: BFS
Hanser Consulting AG 04.08.2020 61 Wirtschaft und Tourismus
Beschäftigungsentwicklung im kantonalen Vergleich
Veränderung VZÄ in Graubünden zwischen 2011 und 2017 nach Region
Region Viamala 172 214
Region Surselva -187 45
Region Prättigau / Davos -181 32
Region Plessur 193 454
Region Moesa 391 233
Region Maloja -146 -676
Region Landquart 651 588
Region Imboden 3 131
2011 - 2015
Region Engiadina Bassa / Val Müstair -80 -121 2015 - 2017
Region Bernina 140 17
Region Albula 10 105
-1'000 -500 0 500 1'000 1'500
VZÄ
Quelle: Wirtschaftsforum Graubünden basierend auf BFS
Hanser Consulting AG 04.08.2020 71 Wirtschaft und Tourismus
Entwicklung Bergbahnen (1)
Die Entwicklung im Sommer zeigt eine hohe Stabilität auf tiefem Niveau. Aktuell entfallen lediglich
15% der Ersteintritte auf den Sommer. Das Wintergeschäft hat in den letzten 10 Jahren rund einen
Drittel der Ersteintritte eingebüsst.
12'000'000
1'000'000
10'000'000
800'000
8'000'000
Ersteintritte Winter
600'000
6'000'000
Frequenzen
400'000
4'000'000
2'000'000 200'000
- -
2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19
Frequenzen Sommer Frequenzen Winter Ersteintritte Winter
Quelle: Hanser Consulting AG auf Basis von Geschäftsberichten der Engadin St. Moritz Mountains AG
Hanser Consulting AG 04.08.2020 81 Wirtschaft und Tourismus
Entwicklung Bergbahnen (2)
Das Wintersportgeschäft ist aufwändiger geworden. Bei deutlich tieferen Ersteintritten im Winter
und gleichbleibenden Frequenzen im Sommer konnte der Mitarbeiterbestand nicht gesenkt
werden.
800
1'800'000
700
1'600'000
600 1'400'000
500 1'200'000
Mitarbeiterbestand
Ersteintritte Winter
1'000'000
400
800'000
300
600'000
200
400'000
100
200'000
0 -
2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19
Mitarbeiterbestand Winter Mitarbeiterbestand Sommer Ersteintritte Winter
Quelle: Hanser Consulting AG auf Basis von Geschäftsberichten der Engadin St. Moritz Mountains AG
Hanser Consulting AG 04.08.2020 91 Wirtschaft und Tourismus
Logiernächte nach Gästeherkunft
Die Schweizer Gäste konnten gehalten werden. Die traditionellen Märkte Deutschland, Italien und
übriges Europa sind empfindlich zurückgegangen. Die USA und die übrigen Fernmärkte
verzeichnen starkes Wachstum.
2 000 000
1 800 000
1 600 000 +91%
+69%
1 400 000 -27%
-20%
Logiernächte
1 200 000 -46%
-69%
1 000 000
-41%
800 000
600 000
400 000
200 000
0
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Schweiz Deutschland Italien Belgien Vereinigtes Königreich
übriges Europa Vereinigte Staaten / USA Russland übrige Fernmärkte
Quelle: BFS 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 101 Wirtschaft und Tourismus
Auslastung Hotellerie und Saisonalität der Nachfrage nach Gästeherkunft
Die Schweiz und die traditionellen Märkte Deutschland, Italien und übriges Europa unterliegen
einer starken Saisonalität. Die Fernmärkte verzeichnen über das ganze Jahr eine relativ stabile
Nachfrage.
200 000 50%
150 000 40%
Logiernächte
30%
Auslastung
100 000
20%
50 000
10%
0 0%
Jan 19 Feb 19 Mär 19 Apr 19 Mai 19 Jun 19 Jul 19 Aug 19 Sep 19 Okt 19 Nov 19 Dez 19
Schweiz Deutschland Italien Belgien
Vereinigtes Königreich übriges Europa Vereinigte Staaten / USA Russland
übrige Fernmärkte Auslastung
Quelle: BFS 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 111 Wirtschaft und Tourismus
Vergleich mit Zermatt: Entwicklung der Logiernächte
Zermatt hat sich besser entwickelt als die Region Maloja
Zimmerauslastung 2018
Zermatt: 72%
Region Maloja: 55%
Hanser Consulting AG 04.08.2020 121 Wirtschaft und Tourismus Vergleich mit Zermatt: Veränderung der Logiernächte nach Gästeherkunft Die Region Maloja hat keine zusätzlichen Schweizer Gäste gewonnen, in Europa verloren und Asien nicht mitgemacht. Die jeweilige Wertschöpfungsqualität geht aus der Statistik nicht hervor. Hanser Consulting AG 04.08.2020 13
1 Wirtschaft und Tourismus
Aufenthaltsdauer pro Gast: Vergleich der Regionen
Die Aufenthaltsdauer pro Gast nimmt grundsätzlich ab. Nirgends in Graubünden bleiben Gäste
jedoch länger als in der Region Maloja.
4
3
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer
(in Tagen)
2
1
0
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Region Bernina Region Engiadina Bassa/Val Müstair
Region Maloja Region Plessur
Region Prättigau/Davos Region Surselva
Graubünden
Quelle: BFS
Hanser Consulting AG 04.08.2020 141 Wirtschaft und Tourismus
Aufenthaltsdauer pro Gast: Vergleich Graubünden mit Wallis und Tirol
Die Aufenthaltsdauer pro Gast nimmt auch bei den Mitbewerbern stetig ab.
7
6
Durchschnittliche Aufenthaltsdauer
5
4
(in Tagen)
3
2
1
0
1995/96 1996/97 1997/98 1998/99 1999/00 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13
Tirol Winter Wallis Winter Südtirol Winter Graubünden Winter
Tirol Sommer Wallis Sommer Südtirol Sommer Graubünden Sommer
Quelle: Hanser Consulting AG
Hanser Consulting AG 04.08.2020 151 Wirtschaft und Tourismus Wohnungsbau Graubünden, Bündner Rheintal, Region Maloja Das Zweitwohnungsgesetz hat Spuren hinterlassen: In der Region Maloja entstehen weniger Wohnungen. Quelle: Wirtschaftsforum Graubünden basierend auf BFS Hanser Consulting AG 04.08.2020 16
1 Wirtschaft und Tourismus Erschwinglichkeit von Wohneigentum Eigentum in der Region Maloja ist überaus wertvoll. Nur die Städte Zürich, Genf und Lausanne können mithalten. Quelle: Credit Suisse: Schweizer Immobilienmarkt (2020) Hanser Consulting AG 04.08.2020 17
1 Wirtschaft und Tourismus Leerbestand von Wohneigentum Die Region Maloja hat schweizweit den höchsten Leerbestand von Wohneigentum, während die Städte Zürich, Genf und Lausanne wenig bis sehr wenig Leerbestand haben. Quellen: BfS, Credit Suisse: Schweizer Immobilienmarkt 2020, Meta-Sys AG, Geostat Hanser Consulting AG 04.08.2020 18
1 Wirtschaft und Tourismus
Verkehrsanbindung des Oberengadin nach Aussen
Das Oberengadin liegt von den Metropolitanräumen der Schweiz aus deutlich ausserhalb der
Pendlerdistanz von max. 60 Minuten Fahrzeit.
Erreichbarkeit der Kernstädte der Metropolitanräume im 2015 mit MIV (Daten BFS)
Quelle: Wirtschaftsforum Graubünden
191 Wirtschaft und Tourismus
Zu- und Wegpendler Region Maloja (2017)
St. Moritz als regionales Zentrum stellt einen grossen Arbeitsmarkt für Zupendler dar. Zusätzlich zu
den unten ersichtlichen inländischen Pendler kommen in der Region Maloja rund 3’000
Grenzgänger hinzu – fast die Hälfte davon arbeitet in St. Moritz.
2'000
Pendlersaldo Region Maloja
1'500
Wegpendler
1'000 Zupendler
Saldo
500
Anzahl Personen
0
-500
-1'000
Sils i.E.
Silvaplana
Madulain
Bever
Samedan
Bregaglia
St. Moritz
S-chanf
Pontresina
Zuoz
Celerina
La Punt-Chamues-ch
Quelle: Quellen: Credit Suisse, BFS, SBB, Meta-Sys AG
Hanser Consulting AG 04.08.2020 201 Wirtschaft und Tourismus
Verkehrsaufkommen Strassenverkehr (MIV)
Verkehrsknoten mit hohem Verkehrsauf- Verkehrsknoten mit hohem Verkehrsauf-
kommen übers ganze Jahr im Kanton GR kommen an Spitzentagen im Kanton GR
Total 2017 Spitzentage Verkehrsaufkommen 2017
8'000'000 25'000
7'000'000
20'000
6'000'000
5'000'000
Verkehrsaufkommen
15'000
Verkehrsaufkommen
4'000'000
3'000'000 10'000
2'000'000
5'000
1'000'000
0 0
Quelle: BVFD, Verkehrsfrequenzen
Hanser Consulting AG 04.08.2020 211 Wirtschaft und Tourismus
Flugverkehr
Der Flughafen Samedan zählt mehr gewerbliche Helikopterbewegungen als die meisten
anderen Schweizer Regionalflugplätze (2018).
Gewerblicher Flugverkehr: Linien- und Charterverkehr, Transportflüge, Rettungsflüge,
Rundflüge (erwerbsmässig)
Nicht gewerblicher Flugverkehr: Rundflüge (nicht erwerbsmässig), Sportflüge,
Schulungen, Segelflüge etc.
Quellen: BFS, BAZL – Luftverkehr, Zivilluftfahrtstatistik (AVIA_ZL)
Hanser Consulting AG 04.08.2020 221 Wirtschaft und Tourismus Breitbandabdeckung Die Breitbandabdeckung in der Region Maloja ist aktuell relativ schwach. Dies äussert sich in schwachen Download- und Uploadkapazitäten Verfügbare Glasfaseranschlüsse: Die Region Maloja und das Bündner Rheintal im Vergleich Quelle: BAKOM (Breitbandatlass) / Stand: Juni 2020 Hanser Consulting AG 04.08.2020 23
1 Wirtschaft und Tourismus Attraktivität der Wirtschaftsregionen im Vergleich Das Oberengadin weist eine hohe steuerliche Attraktivität für natürliche Personen auf. Punkto Erreichbarkeit kann die Region aber nicht mit urbanen Gebieten der Schweiz mithalten. Quelle: TaxWare, Credit Suisse: Standortqualitätsindex SQI (2019) Hanser Consulting AG 04.08.2020 24
2 Gesellschaft Bevölkerungsentwicklung & Demografie Zu- und Abwanderung Zweitwohnungsanteil Hanser Consulting AG 04.08.2020 25
2 Gesellschaft
Bevölkerungsverteilung auf die Gemeinden
2018 lebten 18’259 Personen in der Region Maloja, 55% davon in den Gemeinden St. Moritz,
Samedan und Pontresina.
8% 3%
8%
6% 1%
4%
6%
4% Pontresina 12%
4%
Samedan
St. Moritz 16%
27%
55% der Bevölkerung
Bever Celerina Madulain La Punt-Chamues-ch
Pontresina Samedan St. Moritz S-chanf
Sils i.E. Silvaplana Zuoz Bregaglia
Quelle: BFS 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 262 Gesellschaft
Bevölkerungsentwicklung
Gemäss Bevölkerungsszenarien des Bundes wird mit einer stagnierenden bis leicht steigenden
Bevölkerung gerechnet. Die Ausländerquote ist mit rund 30% deutlich über dem CH Durchschnitt.
22'000 100%
90%
20'000
80%
70%
18'000
60%
16'000 50%
40%
14'000
30%
20%
12'000
10%
10'000 0%
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030
Total Region Maloja
Bevölkerungsprognose Referenz (hochgerechnet Zahlen GR)
Bevölkerungsprognose GR hoch (hochgerechnet Zahlen GR)
Bevölkerungsprognose GR tief (hochgerechnet Zahlen GR)
Ausländerquote
Fruchtbarkeitsrate (angenäherte Berechnung bei einer mittleren Lebensdauer von 80 Jahren in % ausgedrückt; Reproduktionsniveau = 21%)
Quelle: BFS 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 272 Gesellschaft
Ständige Wohnbevölkerung in der Region Maloja
Die ständige Wohnbevölkerung hat seit 2010 um 2% abgenommen.
20'000 -2%
18'000
1310 1319 1277 1214 1244 1250 1214
16'000 1207 1186
978 1006 1012 1067 1067 1086 1054 1117 1111
14'000
12'000
5202 5206 5147 5149 5233 5067 5084 4994 4928
10'000
8'000
6'000
4'000
1994 2008 2080 2115 2161 2166 2197 2195 2162
2'000
0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Bever Celerina Madulain Pontresina La Punt-Chamues-ch Samedan St. Moritz S-chanf Sils i.E. Silvaplana Zuoz Bregaglia
St. Moritz Samedan Pontresina
Quelle: BFS 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 282 Gesellschaft
Region Maloja: Karriere- und ausbildungsbedingte Abwanderung
Wegen Ausbildung und Karriere wandern junge Einheimische ab. Anders als in anderen
Bergregionen ist kaum Rückmigration bei den höheren Altersklassen (Pensionäre) festzustellen.
Bildung und
Erwerbstätigkeit
Resultat:
Schrumpfung der Bevölkerung
Quelle: Hanser Consulting AG
Hanser Consulting AG 04.08.2020 292 Gesellschaft
Zum Vergleich: Typisches Muster vieler Bergregionen
Abwanderung der Jungen und Erwerbstätigen. Teilweise Kompensation durch ausländische
Arbeitskräfte (in wertschöpfungsschwächeren Branchen). Teilweise Einwanderung im Alter
Arbeitsplätze
mit tiefer Alterswohnen
Wert-
schöpfung
Bildung und
Erwerbstätig-
keit
Resultat:
Wenig wirtschaftliche Dynamik
Ausgeprägter Altersquotient
Quelle: Hanser Consulting AG
Hanser Consulting AG 04.08.2020 302 Gesellschaft
Bevölkerungsentwicklung in Graubünden
Die Menschen werden älter, der Anteil an Pensionären nimmt deutlich zu.
18'000
16'000
14'000
12'000
10'000
8'000
6'000 2015 2045
4'000
2'000
65+ 65+
0
0-4 5-9 10-14 15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59 60-64 65-69 70-74 75-79 80-84 85-89 90-94 95-99 100
Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre Jahre
oder
mehr
2020 2030 2045
Quelle: BFS 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 312 Gesellschaft
Zweitwohnungen
Ort ZW- Anzahl ZW
Anteil
Bregaglia 64.3% 1’313
Sils i.E. 70.6% 830
Pontresina 56.6% 1'309
Samedan 47.7% 1'313
Silvaplana 72.6% 1‘803
St.Moritz 56.1% 3'137
Celerina 68.0% 1'655
Bever 53.8% 344
Madulain 78.0% 336
La Punt Chamues-ch 70.8% 851
Zuoz 66.3% 1'051
S-chanf 40.3% 225
TOTAL Region 62.1% 14'167
Quelle: Bundesamt für Raumentwicklung ARE
Hanser Consulting AG 04.08.2020 323 Staat Steuerliche Situation Leistungsfähigkeit der Region Hanser Consulting AG 04.08.2020 33
3 Staat Steuerbelastung im kantonalen Vergleich Graubünden mit relativ tiefer Steuerbelastung für natürliche Personen. Entwicklung der Steuerbelastung 2018 – 2019, Belastung der natürlichen (Einkommens- und Vermögenssteuern) und juristischen Personen (Gewinn- und Kapitalsteuern), synthetische Indizes, CHF = 100 Quelle: TaxWare, Credit Suisse (2019)
3 Staat
Steuerwettbewerb in der Region Maloja
Die Region Maloja ist für natürliche Personen – auch im schweizweiten Vergleich – steuerlich sehr
attraktiv.
Liegenschaftssteuer Zweitwohnungs- Privathaushalte
Promille Steuerfuss Anteil Zweitwohnungen (Erstwohnungen)
Bregaglia 1.25 80 64.3% 1'313 730
Sils i.E. 1 80 70.6% 830 346
Pontresina 1.32 85 56.6% 1'309 1'002
Samedan 1.5 95 47.7% 1'313 1'448
Silvaplana 1.25 62 72.6% 1'803 680
St. Moritz 0.5 60 56.1% 3'137 2'457
Celerina 0.75 50 68.0% 1'655 779
Bever 1.25 70 53.8% 344 296
Madulain 1 85 78.0% 336 95
La Punt Chamues-Ch 1 67.5 70.8% 851 351
Zuoz 1.5 75 66.3% 1'051 534
S-chanf 1 65 40.3% 225 330
Total 62.1% 14'167 9'048
Quelle: Amt für Gemeinden Graubünden / Stand: 2020
Hanser Consulting AG 04.08.2020 353 Staat
Steuereinnahmen
Direkte Steuern natürlicher Personen sowie direkte Steuern übrige machen einen Grossteil der
Steuereinnahmen aus.
Steuereinnahmen pro Gemeinde 2018, in Prozent
100% 1%
10% 7% 7% 7% 8% 7% 10% 8%
7% 11% 12% 12%
90% 2% 6% 4%
4% 3% 10% 6% 7% 8% 3%
13% 5% 11% 8% 1%
80% 7% 7% 6% 8%
6% 11% 9% 7%
30% 7% 10% 8%
70% 9% 8% 4%
16% 12%
22%
20% 6% 24% 2%
60% 4% 21%
4% 22% 24% 29%
26%
50% 3% 3%
16% 6% 28%
4%
40% 8%
7% 5%
36%
2% 61%
30% 57%
50% 48%
20% 40% 42% 43%
1% 34% 38% 37%
31%
10% 18%
0%
Bregaglia Sils i.E. Pontresina Samedan Silvaplana St.Moritz Celerina Bever Madulain La Punt Zuoz S-chanf
Chamues-Ch
Direkte Steuern nat. Personen Direkte Steuern jur. Personen direkte Steuern übrige Liegenschaftssteuern
Vermögensgewinnsteuern Vermögensverkehrsteuern Erbschafts-/ Schenkungs- Tourismusabgaben, Besitz-/ Aufwand-
steuern steuern
Quelle: Amt für Gemeinden Graubünden
Hanser Consulting AG 04.08.2020 363 Staat
Steuereinnahmen
Die Gemeinde St. Moritz steuert rund einen Drittel an die gesamten Steuereinnahmen der Region
Maloja bei.
Steuereinnahmen absolut pro Gemeinde 2018, in CHF
80'000'000
70'000'000
60'000'000
50'000'000
40'000'000
30'000'000
20'000'000
10'000'000
-
Bregaglia Sils i.E. Pontresina Samedan Silvaplana St.Moritz Celerina Bever Madulain La Punt Zuoz S-chanf
Chamues-Ch
Direkte Steuern nat. Personen Direkte Steuern jur. Personen direkte Steuern übrige Liegenschaftssteuern
Vermögensgewinnsteuern Vermögensverkehrsteuern Erbschafts-/ Schenkungs- Tourismusabgaben, Besitz-/ Aufwand-
steuern steuern
Quelle: Amt für Gemeinden Graubünden
Hanser Consulting AG 04.08.2020 373 Staat Leistungsfähigkeit der Bündner Regionen 2010 Quelle: Wirtschaftsforum Graubünden Hanser Consulting 04.08.2020 38
4 Schlussfolgerungen Hanser Consulting AG 04.08.2020 39
4 Schlussfolgerung
Schlussfolgerungen auf einen Blick
Bevölkerung schrumpft
Die ansässige Bevölkerung in der Region schrumpft. Dies wird sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken, wenn der
1 Trend nicht durch Zuwanderung gebrochen werden kann. Auch die in anderen Bergregionen beobachtbare
Rückmigration von Pensionären findet in der Region Maloja (noch) nicht statt.
Verkehrstechnische Erschliessung
Die vergleichsweise schlechte Erreichbarkeit der Region ist zugleich Fluch und Segen: Fluch, weil der Arbeitsmarkt im
2 Oberengadin etwas isoliert dasteht. Segen, weil der Tourismus von mehr Aufenthaltsgästen und einer längeren
Aufenthaltsdauer profitiert.
Steuerpolitik
3 Die Steuerpolitik ist für die Ansiedlung von Firmen wie auch für Zuzüger entscheidend. Die Region ist heute für
natürliche Personen im schweizweiten Vergleich bereits attraktiv und finanziell vergleichsweise leistungsfähig.
Tourismus als wichtigstes Standbein
Der Tourismus ist das wichtigste volkswirtschaftliches Standbein. Die rückläufigen Ersteintrittszahlen bei den
4 Bergbahnen und die nach wie vor nicht zurückgewonnenen Gäste aus den europäischen Stammmärkten sind
Herausforderungen. Der Fokus auf die wachstumsstarken Fernmärkte kann ein möglicher Fokus sein.
Sommertourismus
5 Noch konzentriert sich der Grossteil der Frequenzen der Bergbahnen auf den Winter und die Auslastung in der Hotellerie
ist ebenfalls in der Wintersaison höher. Der Sommer birgt – auch vor dem Hintergrund des Klimawandels – Potenzial, um
ganzjährig eine bessere Auslastung zu erzielen.
Zweitwohner
6 Alle Gemeinden der Region weisen deutlich über 20% Zweitwohungen auf. Damit machen die „Teilzeiteinwohner“ in
vielen Gemeinden einen beachtlichen Teil der Bevölkerung aus.
Hanser Consulting AG 04.08.2020 40Sie können auch lesen