F - Corona-Station Allerheiligenberg - Hägendorf
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
info
H Ä G E N D O R F
02 ⁄ 20
29. Jahrgang
Corona-Station Zustand Food Truck
Allerheiligenberg Hägendörfer Wald Allerheiligenberg
Seite 6 Seite 10 Seite 16Inhalt
Unsere Themen
3 Neue Friedensrichterin
Bevölkerungsstatistik
4 Bericht aus dem Gemeinderat Einwohner am 01.03.2020 5158
+ Geburten 6
– Todesfälle 13
5 Serie: Instandsetzung
+ Zuzüge 185
6 Hallenbad – Wegzüge 133
Einwohner am 30.06.2020 5203
6 Corona-Station
Allerheiligenberg
8 Danke, Gritli Hänggi!
Zivilstandsnachrichten
01.03.2020 – 30.06.2020
9 Schule in Corona-Zeiten
10 Geburten
10 Zustand des Hägendörfer Conea Matei 04.02.2020
Waldes Tschan Melvyn 16.06.2020
Ryser Sina 29.06.2020
12 Hägendorf in Kanada
Heirat
Thüler Andres und Angela 24.03.2020
14 Nekrologe Graber Michael und Nicole 22.05.2020
Weisshaar Philippe
16 Food Truck Allerheiligenberg und Reber Janice 23.05.2020
16 Stäbler Michel und Nadine 23.05.2020
Mikschl Thomas und Melinda 04.06.2020
Fürst Jérôme und Sara 12.06.2020
Lüthi Denny und Michelle 20.06.2020
Impressum
INFO Hägendorf Nr. 2/2020 Todesfälle
Reimann-Frei Sonja 12.04.2020
Herausgeberin: Einwohnergemeinde Hägendorf
Auflage: 2250 Exemplare
Würsten Hans 07.05.2020
Redaktion: Karola Dirlam-Klüh, Andreas Heller, Anja Iseli, Ursula Lippuner, Bürgler Werner 13.05.2020
Monika Vögeli Angst-Kamber Urs 22.05.2020
Gastautorin: Jael Vögeli
Roschi-Moser Paula 24.05.2020
Layout: Nicole Darioli
Druck: Merkur Druck AG, Langenthal Flury-Holer Peter 04.06.2020
Titelbild: Monika Vögeli Altermatt Sujin 09.06.2020
Kontakt: Karola Dirlam, Fridgasse 15, 4614 Hägendorf
Müller-Bachmann Robert 12.06.2020
karola.dirlam@gmx.ch, 076 500 75 84
2Editorial
Liebe Hägendörferinnen und Hägendörfer
Das Jahr 2020 hat einen anderen Lauf ge- obwohl es zeitweise vielleicht so schien, ist das Leben
nommen als angenommen. Die ersten im Dorf natürlich nicht stehengeblieben. Und so
warmen Frühlingstage konnten nicht möchten wir Ihnen auch in dieser Ausgabe
wie gewohnt genossen werden, und wieder von Geschichten aus Hägendorf be-
wir mussten zahlreiche Einschränkun- richten.
gen in Kauf nehmen. Wir mussten
umdenken, umplanen und statt neue Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der
Eindrücke zu sammeln, mehr in Er- Lektüre der aktuellen Ausgabe des INFO
innerungen schwelgen. Eine solche Hägendorf und zahlreiche schöne Mo-
Ausnahmesituation fordert von uns, die mente, welche Sie geniessen und in guter Erin-
schönen Momente wieder mehr zu schät- nerung behalten können.
zen und auch Kleinigkeiten zu geniessen. Aber
Anja Iseli
Hägendorfs neue Friedensrichterin
Rita Christ wurde am 11. Mai 2020 vom Ge- Aufgabe der Friedensrichterin ist das Vermitteln
meinderat als Nachfolgerin von Theres in Zivilstreitigkeiten. Ziel einer Schlichtungsver-
Rüegsegger zur Friedensrichterin gewählt. handlung ist es, mit den Streitparteien eine
Die 68-jährige pensionierte Kauffrau, die einvernehmliche Lösung zu erarbeiten, die
immer in leitender Position in den Berei- den Gang an ein Gericht erspart. Sie ist
chen Finanzen und Personalwesen tätig unter anderem zuständig für Forderungs-
war, hatte im Verlauf ihres beruflichen klagen aus privaten und geschäftlichen
Werdegangs stets mit den verschiedensten Beziehungen, arbeitsrechtliche Streitigkei-
Menschen zu tun. «Dadurch habe ich mir eine ten, Erbteilungen, Testamentsanfechtungen
hohe Sozialkompetenz aneignen können», meint sowie Unterhalts- und Nachbarschaftsklagen.
sie. Zudem verfüge sie dank ihres juristischen Wissens-
durstes über einiges Vorwissen in diesem Gebiet, das sie Rita Christ ist in Hägendorf aufgewachsen und engagiert
bei der Behandlung von Problemen nutzbringend einsetzen sich in den verschiedensten Bereichen für die Gemeinde:
könne. «Ich kann mich sehr gut in Menschen hineinverset- Sie ist Mitglied und Aktuarin der Finanzkommission, Voll-
zen», erläutert Rita Christ. Schon des Öfteren habe sie im mitglied und Aktuarin im Wahlbüro sowie Präsidentin der
privaten Bereich bewiesen, dass sie deshalb für beide Par- SVP-Ortspartei.
teien akzeptable Lösungen finden kann.
Karola Dirlam
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 3Bericht aus dem Gemeinderat 30. März bis 29. Juni 2020
Allgegenwärtig – Covid-19
Die Gemeindegeschäfte wurden im zweiten Quartal 2020 wesentlich von der Corona-
Thematik beeinflusst. Sitzungen fanden online statt, die Schulen, die Verwaltung, Sport und
Kultur sahen sich noch nie dagewesenen Herausforderungen gegenüber. Es ist davon aus-
zugehen, dass die Pandemie die Welt nachhaltig verändert. Ganz sicher wird sie weit in
die nächsten Monate und Jahre hinein auf uns wirken.
Petition Tempo 30 Unter der Last der Pandemie wurden zufriedenstellend. Auch aus technischer
In der letzten Ausgabe haben wir da- zahlreiche Veranstaltungen (Gemein- Sicht will die Gemeinde vorsorgen.
von berichtet, dass der Rat auf eine deversammlung, Kulinarium, Chilbi, So hat der Rat Honorarkredite für das
Petition hin ein Fahrverbot im Boden- Bundesfeier) abgesagt oder verscho- Reservoir Spitzenrüti sowie das Stufen-
matt-Quartier diskutiert hat. Die Petition ben, die Hallen geschlossen und die pumpwerk Rickenbach gesprochen
schlug tatsächlich Tempo 30 vor, die Schliessung des Schwimmbades vor- und Aufträge erteilt.
Kommission für Planung, Umwelt und gezogen. Um die Bewohner des Se-
Verkehr sah das Fahrverbot als Al- niorenzentrums zu schützen, wurde Weitere Geschäfte
ternative. Der Rat hat das Fahrverbot das Durchgangsrecht vor dem Zent- ■ Der Schulcheck zeigte ein durch-
abgelehnt und die Prüfung von Tempo rum vorübergehend aufgehoben. Die wachsenes Bild, zeigt aber auch
30 – also die Ursprungsforderung der Gemeinde hat die erste Phase der auf, dass die von der Schulleitung
Petition – in Auftrag gegeben. Pandemie gut überstanden und einige und der Gemeinde angedachten
Einschränkungen wieder aufheben kön- Massnahmen in die richtige Richtung
Corona und die Gemeinde nen. Die Zukunft wird zeigen müssen, gehen.
Unter dem Eindruck von Corona muss- welches die wirtschaftlichen Folgen von ■ Die Überprüfung der Schulraumpla-
ten in der Gemeinde viele Prozesse Covid-19 sind. Neben Einnahmeausfäl- nung zeigte auf, dass die aktuelle
angepasst werden. Die Schule wurde len z.B. bei den Hallenvermietungen Anzahl Schulräume auf absehbare
auf Fernunterricht umgestellt, für den rechnet die Gemeinde auch mit Steu- Zeit genügen sollte.
Wiederbeginn des Präsenzunterrichts erausfällen für 2020 und eventuell die ■ Die Jahresrechnung 2019 schliesst
waren einige Sicherheitsmassnahmen Folgejahre. Um das Gewerbe im Dorf mit einem Plus von CHF 520‘000
nötig. Lehrpersonen und Schulleitung zu unterstützen, hat der Gemeinderat deutlich besser ab als budgetiert.
haben sich den zahlreichen Herausfor- auf Antrag der SP mit einer knappen ■ Die Kriminalitätsstatistik zeigt eine
derungen gestellt und so einen verhält- Mehrheit beschlossen, einen Hilfskredit Zunahme von Sachbeschädigungen
nismässig geordneten Unterricht ermög- zur Verfügung zu stellen, mit welchem und häuslicher Gewalt. Im Zusam-
licht. Die Gemeinde musste ebenfalls Härtefälle abgefedert werden sollen. menhang mit Sachbeschädigungen
weiter funktionieren. Auch hier waren konnten in einem Fall die Täter dank
umfangreiche risikomindernde Mass- Wasserversorgung Hinweisen aus der Bevölkerung er-
nahmen erforderlich. Offensichtliche Unter dem Eindruck von Corona ging mittelt werden.
Dinge, wie Gemeinderats- und Ge- das Thema der Wasserversorgung ■ Die Gemeinde wird dem Souverän
schäftsleitungssitzungen der Gemeinde etwas unter. Die zuletzt gemessenen eine neue EDV-Lösung für die Verwal-
via Internetlösungen, gehörten ebenso Werte an Chlorothalonil bestätigten die tung zum Entscheid vorlegen.
dazu wie weniger wahrnehmbare The- Vermutung, dass das Quellwasser un- ■ Aufgrund von Voten aus der Ge-
men, beispielsweise der Transport und belastet ist. Während der Zeit im Jahr, meindeversammlung prüft die Ge-
die Zusammenarbeit von Werkhofmitar- in der die Gemeinde kaum Grundwas- meinde einige Massnahmen zur
beitenden. ser bezieht, waren die Werte daher Verbesserung der Situation am
4Instandsetzung Hallenbad
Bürgergemeinde Hägendorf
Startschuss:
Einbürgerung von Schweize-
rinnen und Schweizern
Die Bürgergemeinde lädt die in Hägendorf Abbrucharbeiten
wohnhaften Schweizerinnen und Schwei-
zer, die das Bürgerrecht von Hägendorf
nicht besitzen, ein, Bürgerin oder Bürger Das Hallenbad in Hägendorf wird bis Oktober 2021 instand-
von Hägendorf zu werden. Sie würde sich gesetzt. Diese Instandsetzung begleiten wir in jedem INFO-
freuen, wenn möglichst viele ortsansässige Heft mit ein paar Bildern. Aktuell liefern wir Ihnen Impressionen
Schweizer Einwohnerinnen und Einwohner von den Abbrucharbeiten.
Bürger von Hägendorf würden. Anmel-
dungen können ab Mitte August 2020 bis
Mitte Oktober 2020 erfolgen. Wie alles in
der Schweiz muss auch eine Einbürgerung
gewisse gesetzliche Vorgaben erfüllen.
Die Publikation mit den Aufnahmekriterien
erfolgt anfangs August 2020 im Gäuanzei-
ger sowie auf unserer Homepage. Besten
Dank für Ihr Interesse.
Freundliche Grüsse
Der Bürgergemeinderat
Bahnhof. Lärm, Littering und Parkver-
stössen soll – in Zusammenarbeit mit
der SBB und der Polizei – verstärkt
entgegengewirkt werden.
■ Der Rat hat eine eingegangene
Motion zum Thema Schottergärten
diskutiert und wird der Gemeindever-
sammlung vorschlagen, die Motion
als verbindlich zu erklären.
■ Aufgrund der Baustellensituation auf
der Oltner-/Solothurnerstrasse soll
in den ersten Wochen nach Schul-
anfang ein Schülerlotse eingesetzt
werden. Die Gemeinde bittet die
Eltern, den Schulweg vor und nach
Schulanfang mit den Kindern zu trai-
nieren.
Andreas Heller
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 5Allerheiligenberg
Corona-Station als Entlastung für alle
Alters- und Pflegeheime im ganzen
Kanton Solothurn
Wer hat es nicht gemerkt – auf dem
Allerheiligenberg tut sich etwas.
Genauer gesagt in der ehemaligen
Höhenklinik. In den vergangenen
Wochen und Monaten wurde dort
ein Zentrum für Alters- und Pflege-
heime aufgebaut – spezialisiert auf
Grenzsituationen wie zum Beispiel
den Höhepunkt der Covid 19-Welle
im April.
Andachtsraum
Im März erteilte der Regierungsrat des
Kantons Solothurn den Auftrag, eine zwei Abteilungen zu je acht Betten strophenerfahrungen aus dem In- und
solche Corona-Station als mögliche vorgesehen. Je nach Bedarf hätte das Ausland und als Kommandant der Re-
Entlastung der Alters- und Pflegeheime Angebot noch erweitert werden kön- gionalen Zivilschutzorganisation Thal-
zu führen. In einem ersten Rundgang nen. Auf dem Allerheiligenberg würden Gäu tatkräftig unterstützen. Während
wurde evaluiert, welche Kantonsliegen- jedoch keine Akutpatienten behandelt. rund sechs Wochen wurden durch den
schaft die Anforderungen am besten Zivilschutz knapp 180 Diensttage ge-
erfüllt. Im Gespräch war die Fridau in Einsatz innerhalb von 24 Stunden leistet.
Egerkingen und die Höhenklinik Aller- Zentrumsleiter Kurt Friedli verfügt als
heiligenberg. Die Höhenklinik war rein ehemaliger Leiter des Seniorenzentrums Doch anfangs war die Höhenklinik
von der Infrastruktur die bessere Wahl. Untergäu (SZU) über eine langjährige leer. Kein einziges Bett, keine Wäsche,
Erfahrung und ist im Kanton gut vernetzt. keine Möbel waren in den Räumen
Seitens des Departements des Innern, Auch hat er Greetje Meier, Fachperson vorzufinden. Sämtliche Utensilien, die
Amt für soziale Sicherheit, wurde die Pflege und Leiterin des SZU-Tagestreffes, Einrichtungsgegenstände, die Gerät-
strategische Leitung von Sandro Mül- als Stellvertreterin und Cornelia Hodel, schaften und noch vieles mehr bekam
ler, Abteilungsleiter, übernommen. Zum administrative Mitarbeiterin im SZU, man sehr kostengünstig von diversen Al-
Zentrumsleiter wurde Kurt Friedli er- zur weiteren administrativen Unterstüt- ters- und Pflegeheimen geschenkt oder
nannt, im Hochbauamt ist René Hess zung eingesetzt. «Eine solche Station, temporär ausgeliehen. Die Einrichtung
für das Projekt verantwortlich, im Zivil- wie sie auf dem AHB geplant wurde, der Administration wurde im gleichen
schutz Major Heinz Baumgartner und ist eine grosse Herausforderung», sagt Verfahren installiert, mehrheitlich vom
Benjamin Kuoni. Der Führungsstab traf Kurt Friedli. Viel Arbeit und Einsatz sei Kanton gesponsort, teils aber auch von
sich in der Akutzeit der Corona-Welle von jedem einzelnen gefordert worden. Privatpersonen. Weitere Einrichtung,
einmal wöchentlich zu einem Rapport. Major Heinz Baumgartner konnte mit die benötigt wurde, konnte vom Zivil-
Im ersten Schritt der Planung waren seinen langjährigen Militär- und Kata- schutz organisiert werden.
6Greetje Meier, Kurt Friedli und Cornelia Hodel
Arbeiten wie Reinigung und Transport, ger) in Olten. Für das Pflegepersonal als absehbar war, dass der Höhepunkt
die Führung der Küche und die Haus- wurde ein Pool eingerichtet, aus dem der Covid 19-Welle überschritten war,
wirtschaft wurden durch den Zivilschutz Pflegefachkräfte rekrutiert werden kön- wurde die Station schrittweise redu-
sichergestellt und übernommen. Die nen. Diese Mitarbeitenden wurden auf ziert. Der Kantonsarzt will jedoch, dass
ärztliche Leitung übernahm die Grup- Pikettbasis angestellt. So könnte, trotz sie einsatzbereit bleibt. Sie soll jeder-
penpraxis Ziegelfeld (Dr. Simon Heini- niedrigem Personalbudget, ein Einsatz zeit kurzfristig – innert Stunden – ihren
innert 24 Stunden sichergestellt wer- Betrieb aufnehmen können.
den. Die Pflegemitarbeitenden wurden
immer per Mail oder per Anruf auf dem Die Alters- und Pflegeheime im Kanton
Laufenden gehalten. Solothurn sind erleichtert, dass eine
solche Station in Betrieb genommen
Weiterhin jederzeit betriebsbereit werden könnte. Dies würde im Ernstfall
Da das Zentrum Allerheiligenberg als eine grosse Entlastung bedeuten. Bisher
temporäre Institution geplant ist, suchte war eine Inbetriebnahme jedoch nicht
man nach Lösungen für eine schlanke notwendig: Alle in Pflege- und Altershei-
Verwaltung. So konnte die Verwaltung men der Region wohnenden Corona-
– wie auch die personellen Einsätze Patienten konnten in ihrer Institution ge-
vor Ort – in Zusammenarbeit mit dem pflegt und betreut werden.
Alters- und Pflegeheim St. Martin in
Olten umgesetzt werden. Die Covid
19-Station auf dem Allerheiligenberg ist M onika Vö g eli
momentan (Stand Juni 2020) innert 48
Gang in der Corona-Station Stunden einsatzbereit. Ab Mitte Mai,
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 7Ein grosses Dankeschön
Der Name Gritli Hänggi
steht für 18 Jahre Mittagstisch
Am Mittwoch, 3. August 2002, fand unter Führung von Gritli Hänggi und der Mithilfe von
acht Helferinnen der erste Mittagstisch für Senioren mit 23 Gästen statt. 18 Jahre lang be-
kochte sie ihre betagten Gäste einmal im Monat im katholischen Pfarreizentrum. Kurz vor
der Coronakrise organisierte Gritli Hänggi den Mittagstisch zum letzten Mal. Ein Rückblick
und ein Dankeschön.
ersten Gang. Abgerundet wurde das
Essen mit einem feinen Dessert, das die
Seniorinnen und Senioren immer be-
sonders genossen.
Immer frisch und saisonal
Gritli hat immer saisonal gekocht und
verstand zu motivieren. Mit wenigen
Ausnahmen wurde alles aus frischen
Zutaten zubereitet. Das gab immer
viel zu tun, es brauchte viele fleissige
Gritli Hänggi (links) mit einigen Frauen aus ihrem Mittagstisch-Team. Hände zum Rüsten. Jeweils donners-
tags vor dem nächsten Mittagstisch
Der Mittagstisch für Senioren wurde zu nahm sie die Hilfe des Teams in kam das ganze Team zu einer Sitzung
2002 von der katholischen Frauen- Anspruch. Das erste Mittagstisch-Team zusammen, um das nächste Menü zu
gemeinschaft und dem reformierten war international: Holland, Mexiko, besprechen. Ab 19. August 2020 soll
Frauenverein ins Leben gerufen, als Deutschland und Österreich waren mit der Mittagstisch wieder stattfinden.
das katholische Gemeindezentrum ge- je einer fleissigen Helferin vertreten. Monika Flückiger aus Rickenbach wird
baut wurde. Dort gibt es einen grossen Mittlerweile sind auch noch Italien und die Nachfolge von Gritli Hänggi an-
Mehrzweckraum mit einer grossen Kü- verschiedene Regionen der Schweiz treten.
che, wo etwa 80 Gäste bekocht wer- vertreten. Das aktuelle Team besteht
den können. Die Stiftung für ein glückli- aus 13 Helferinnen. Ursula Lippuner
ches Alter übernahm die Defizitgarantie
und lieh das Startkapital. Beides wurde Es gab Standardmenüs wie zum Bei-
nie beansprucht – obwohl ein Menü spiel das Fasnachtsmenü, das immer
nur neun Franken kostet, war der Mit- aus Mehlsuppe, Älplermagronen und
tagstisch von Anfang an selbsttragend. Apfelmus bestand. Das Weihnachts-
menü begann immer mit einer Solothur-
Internationales Mittagstisch-Team ner Weinsuppe, dann folgten meistens
Gritli Hänggi leitete die Mittagstisch- ein Igelibraten mit feinen Zutaten und
Gruppe von der ersten Stunde an. Sie natürlich ein feines Dessert und Weih-
plante über all die Jahre mit viel Ge- nachtschrömli. Im Sommer begann das
schick und Ideen die Menüs, erledigte Menü mit einem leckeren gemischten
den Einkauf meistens alleine, ab und Salat, im Winter gab es Suppe als
8Immer noch anders als normal
Schule in Corona-Zeiten
Am 11. Mai 2020 startete der Präsenzunterricht an den
obligatorischen Schulen wieder. Auch für die Hägendör-
fer Schülerinnen und Schüler war es der erste Schultag
nach dem Homeschooling. Eine von ihnen ist Jael Vö-
geli. Sie besucht die 6. Klasse der Primarschule. In einem
kurzen Erfahrungsbericht erzählt sie vom Schulalltag in
Corona-Zeiten.
Ist froh, wieder in die Schule gehen
zu dürfen: Jael Vögeli
Endlich wieder in die Schule. Nach ist angeschrieben, auf welchem Weg meine Eindrücke begleiteten mich noch
acht Wochen lernen zuhause. Ich man hinauf und hinunter gehen darf. in die Nacht hinein. Ich bin weiterhin
gehe mit gemischten Gefühlen hin. Ir- Wenn man in die Pause oder nach offen für Neues. Trotzdem hoffe ich,
gendwie glücklich, dass ich wieder in Hause geht, muss man einen anderen dass sich die Situation bald ändert und
die Schule darf, aber auch gespannt, Ausgang benutzen als beim Kommen wieder normal Schule stattfinden kann.
wie es sein wird. Etwas, was ich sehr vor Schulbeginn. Und am Morgen darf
vermisst habe, sind meine Schulkame- man das Schulhaus bereits zehn Minu- J a el Vö g eli
raden. Nun darf ich sie wiedersehen. ten früher als sonst betreten.
Es ist ein schönes Gefühl, wieder ein
bisschen Normalität in den Alltag zu
bekommen. Das Wichtigste ist,
dass es wieder weiter geht
In der Schule gibt es nun Regeln zu be- Es ist ein spezielles Gefühl, so zur
achten. Hat man eine Frage an die Leh- Schule zu gehen. Alles ist anders als
rerin, muss man ein Namensschild an vor dem Lockdown. Der erste Schultag
die Magnetwand hängen. Dann geht war für mich sehr eindrücklich. So viele
es schön der Reihe nach: Der Schüler Kleinigkeiten, auf die man achten muss,
oder die Schülerin, dessen Schild zuun- neue Regeln, die man befolgen muss.
terst an dieser Wand hängt, darf sich Der neue Schulalltag hat nichts mit
auf den Stuhl zu der Lehrerin setzen. demjenigen vor der Corona-Pandemie
Die Lehrerin ist jedoch durch eine Glas- zu tun, als wir noch unbeschwert zur
wand getrennt von uns Schülern. Auch Schule gingen. Aber das Wichtigste für
die Pause ist immer verschieden – die mich ist, dass es trotz all den Regeln
Uhrzeit wechselt, und der Pausenplatz irgendwie wieder weiter geht.
ist in drei Bereiche unterteilt. Immer
drei Klassen dürfen zusammen Pause Nach dem ersten speziellen Schultag
machen, sich jedoch nur getrennt von- ging ich wieder nach Hause. Natür- Plexiglasscheibe am Lehrerpult und ge-
einander aufhalten. Im Schulhausgang lich hatte ich sehr viel zu erzählen, und trennte Bereiche auf dem Pausenplatz
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 9Zustand: kritisch
Über die Zukunft
des Hägendörfer Waldes
Als kritisch bezeichnet Revierförster Jakob Römer den Zustand des Hägendörfer
Waldes. Gemeinsam mit Ruedi Studer, dem Präsidenten der Bürgergemeinde
Hägendorf, erzählt er mir in einem Gespräch im Forstwerkgebäude an der
Allerheiligenstrasse und vor Ort im Wald, wieso dies so ist und was dagegen
getan wird.
«Wegen der übermässigen Trockenheit ein Sicherheitsrisiko dar, weil sie auf
gehen einige Waldbestände in einem Strassen und Wege fallen könnten und
Ausmass kaputt, das grösser ist als für das Forstpersonal gefährlich sind.
sonst», berichtet Römer. Dazu komme, Werden wir dann irgendwann viel we-
dass der Borkenkäferbefall bei der niger Wald haben? Jakob Römer be-
Fichte nach dem Sturm Burglind Anfang ruhigt: Insgesamt gesehen werde nicht
2018 stark zugenommen habe. Regel- mehr gefällt als sonst. Und: «Wald ver-
mässig kontrolliert Jakob Römer den schwindet nicht so schnell. Es wächst
rund 570 Hektar grossen Hägendör- immer etwas nach.» Zudem gelte in
fer Wald. Will man den Borkenkäfer der Waldbewirtschaftung der so ge-
bekämpfen, müssen befallene Bäume nannte nachhaltige Hiebsatz: «Der
zum richtigen Zeitpunkt gefällt werden. Förster darf nicht mehr Holz aus dem
Der Borkenkäfer niste sich in der Rinde Wald herausnehmen als nachwächst.»
ein und zerstöre leitende Gefässe, er- Im über 1000 Hektar grossen Gebiet,
klärt der Revierförster. Verliert der be- welches vom Forstbetrieb Untergäu
fallene Baum gar seine Rinde, trocknet bewirtschaftet wird und zu dem auch
das Holz schnell aus, kann rissig wer- die Waldflächen in Rickenbach und Sicherheitsarbeiten am Rossloch: Alte
den und verfärbt sich wegen des Sau- Wangen bei Olten gehören, sind dies Bäume müssen gefällt werden, weil
erstoffmangels oft blau. Vor allem aus 6500 Kubikmeter Holz pro Jahr. sie drohen umzufallen.
ästhetischen Gründen wird dadurch die
Nutzbarkeit stark reduziert. «Zum Glück Wichtig sei es, «die Natur schaffen bei Hochwasser, Rutschungen, Lawi-
können wir einiges davon in unseren zu lassen», ist Römer überzeugt. Man nen und Steinschlag, eine Nutzfunktion
Holzschnitzelheizungen verbrennen. setze auf die so genannte Naturverjün- – Stichwort Holz – und eine Wohl-
Von Schädlingen befallenes Holz muss gung: Eine möglichst hohe Anzahl an fahrtsfunktion», erzählt der Revierförster.
so schnell wie möglich raus aus dem verschiedenen, heimischen Baumarten
Wald, um eine weitere Verbreitung ein- soll eigenständig nachwachsen. Das Artenvielfalt, Nachhaltigkeit und
zudämmen», erklärt Ruedi Studer. sei wichtig für einen gesunden, starken Naturnähe fördern
und klimafitten Wald, der all seine Leis- Um die Naturverjüngung zu fördern,
Die Natur schaffen lassen tungen erbringen kann. «Der Wald ist muss den nachwachsenden Bäumen
Auch viele Bäume, die durch das nicht nur Sauerstoffproduzent und Was- durch Fällungen grösserer Bäume ge-
warme und trockene Klima geschädigt serspeicher. Er trägt auch zur Trinkwas- nug Licht verschafft werden. Wegen
sind, müssen gefällt werden. Sie stellen serqualität bei, hat eine Schutzfunktion des Klimawandels werde man in den
10kommenden Jahren jedoch wahrschein- Schicht wachsen im Waldgebiet des Wald ist kein Allgemeingut
lich Bäume nachpflanzen müssen, die Forstreviers Untergäu vor allem Buchen. «Die Wirtschaftlichkeit des Waldes
Hitze und Trockenheit besser vertragen. Dies ist die natürliche Hauptbaumart nimmt ab. Forstwirtschaft ist kaum mehr
«Traubeneichen, Linden, Nuss- und unseres Waldes. Zusammen mit der rentabel», erklärt der Bürgergemeinde-
Kirschbäume sind standortgerecht und Fichte ist diese Baumart die grosse Ver- präsident. Dies mache ein Umdenken
resistenter», weiss der Förster. Auf dem liererin in Zeiten des Klimawandels. nötig: «Die Schutz- und die Wohlfahrts-
kalkhaltigen Boden mit geringer Humus- funktion des Waldes werden immer
Dem Hägendörfer Wald komme das wichtiger», weiss Jakob Römer. «Wir
Wissen eines professionellen Försters müssen den Wald erhalten, um unser
sehr zugute, ist Ruedi Studer überzeugt. Trinkwasser zu sichern, unsere Luft zu
Seit Anfang der 1960er Jahre seien in säubern und uns vor Naturkatastrophen
Hägendorf professionelle Förster im zu schützen, aber auch, damit die
Einsatz. So sei Jungwald geschaffen breite Öffentlichkeit ihn nutzen kann.»
worden, auf dem nun zukunftsorientiert Dass die Anforderungen der Bevölke-
aufgebaut werden könne. «Schliesslich rung immer grösser werden, sei vor
kommt das, was wir jetzt machen, erst allem durch die vermehrte Nutzung
in der überüberübernächsten Genera- während der Corona-Zeit deutlich ge-
tion zum Tragen. Vom jungen Baum bis worden. Vielfach fehle bei den Leuten
zu seiner Nutzung kann es bis zu 120 jedoch das Verständnis dafür, dass der
Jahre dauern.» Deshalb arbeiten die Wald kein Allgemeingut ist, beklagt
Reviergemeinden des Waldes, Revier- Ruedi Studer. So sei im Forstbetrieb ein
förster Römer, die Kreisförsterin und die Konflikt vorgezeichnet, der in Zukunft
Betriebskommission heute bereits ge- immer bedeutender werden wird: der
meinsam an der Strategie Wald 2100. zwischen der Nutz- und Schutzfunktion
Strukturreiche und vielfältige Waldbe- des Waldes und dem allgemeinen
stände, Nachhaltigkeit und Naturnähe Wohlfahrtsgedanken.
seien Stichpunkte, die verdeutlichen, in
welche Richtung es gehen soll. Karola Dirlam
Revierförster Jakob Römer
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 11Mit der Heimat verbunden
Was die Bilder von Louis Moser
mit Kanada zu tun haben
Der Okanagan See
Die heutige Welt ist schnelllebig, vernetzt, «online». Die erste Jahreshälfte hat uns gezeigt,
wie einfach und rasch wir unseren Alltag auf einem digitalen Standbein aufbauen können.
Home Office, Home Schooling, Online Shopping, Video Calls – all das hat uns weiterhin
mit unseren Arbeitskollegen, Schulfreunden oder Familien verbunden. Doch auch das Ana-
loge, Materielle kann uns mit einem Ort oder einer Person verbinden und uns eine Beschäf-
tigung geben in Zeiten wie diesen.
Wir haben Ihnen, liebe Hägendörfe- nern am Lake Okanagan in Kanada, dete Sängerin, kennen und gründete
rinnen und Hägendörfer, in der letzten ein dreizehnjähriges Mädchen wohnt, mit ihr eine Familie. Seine ältere Toch-
INFO-Ausgabe die wunderbaren Bilder welches unser Dorf ebenso künstlerisch ter Ella zeichnet leidenschaftlich. Ein
des Malers Louis Moser vorgestellt, der darzustellen vermag: Louis’ Urgross- Talent, welches sie als einzige in der
seine Heimat mit Ölfarben widergab. nichte Ella Roth. Ihr Vater, Patrick Roth, Familie von ihrem Urgrossonkel geerbt
Seine Verbundenheit zu Hägendorf ist hat Hägendorf nach seiner Lehre im hat.
in seinen Bildern unverkennbar. Überra- Jahr 2000 verlassen, um seinem Traum
schend allerdings ist, dass in Kelowna, nachzugehen, in Kanada zu leben. Er Durch die Corona-Situation, welche
einer Stadt von fast 120‘000 Einwoh- lernte seine Frau Mimi, eine ausgebil- auch Kanada nicht verschonte, konnte
12Ella Roth beim konzentrierten Malen
Ella nicht mehr wie gewohnt ihrem Alltag nachge-
hen, und so kam ihr Grossvater in Hägendorf, Jürg
Roth, auf eine schöne Idee: Ella könne die Bilder
von Louis nachmalen. Die durch ihren Urgrosson-
kel zur Leinwand gebrachten Motive malte Ella
also in stundenlanger Arbeit mit Buntstiften nach
und kam so dem Dorf näher, in dem sie durch Der Chambersberg
ihren Vater ihre Wurzeln hat. Besonders das Bild
vom Mühlerain gefällt ihr gut, da dort auch ihre
Ururgrossmutter Rosa Moser-Studer aufgewachsen
ist. Mittlerweile hat sie zudem den Chambersberg
abgemalt, denn Landschaften und Gebäude
zeichnet sie am liebsten. Für ihren Vater hat sie
vor einiger Zeit auch die römisch-katholische Kir-
che abgebildet. Diese hängt jetzt bei Patrick Roth
im Büro, sodass er immer ein Stück Heimat im
Blickwinkel hat.
Und so, liebe Hägendörferinnen und Hägendör-
fer, finden wir den Bezug zu unserem Dorf, unserer
Heimat und unseren Wurzeln eben nicht nur via
Video-Calls, Face-Time und WhatsApp. Sondern
wir finden sie, wenn wir uns die Zeit nehmen, ge- Der Mühlerain
nauer hinzuschauen und unser Dorf mit den Au-
gen eines Anderen zu sehen.
Anja Iseli
Ella (links) mit ihrem Vater Patrick, ihrer Mutter Die katholische Kirche Hägendorf
Mimi und ihrer Schwester Alina
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 13Wir gedenken
Paula Roschi-Moser
14.1.1920 – 24.5.2020
Abschrift der Rede, die Paula Roschis älteste nen einem neuen Verwendungszweck zugeführt.
Enkelin an der Trauerfeier gehalten hat: Mangels Kleingeld wurde im Eggberg lange
Zeit alles verwertet, es wurde gebrannt, ge-
Am 24. Mai 2020 ist nach mehr als räuchert, eingemacht, gelagert. Hier wurden
hundert Jahren ein interessantes, erfülltes lustige Übungen des Samaritervereins oft
Leben einer starken Frau zu Ende gegan- erst in den frühen Morgenstunden beendet,
gen. Wir denken heute an wichtige Statio- und trotzdem mussten die Buben weder auf
nen ihres Lebens, beleben Anekdoten geputzte Schuhe noch auf‘s Frühstück
und erinnern uns an Erlebtes. verzichten.
Paula Roschi an ihrem 100. Geburtstag
Grosi ist am 14. Januar 1920 als Wir erinnern uns aber auch an materiell
zweite Tochter von Alwin Moser und Marie Ackermann im etwas bessere Zeiten. An Reisen mit der EKO in Nachbar-
Eggberg zur Welt gekommem. Mit ihren Schwestern Rösi, länder, oder nach Skandinavien und Russland, an Anschaf-
Marthi, Idi, Trudi und Bethi hat Grosi, gemessen an der fungen wie das erste Moped «d‘Augusta» oder den später
heutigen Zeit, eine harte, aber glückliche Jugend verbracht. so legendären, bescheiden in beige gehaltenen Opel Ka-
Stolz war Grosi auf ihre Lehre als Damenschneiderin, die es dett. Wir erinnern uns auch gerne an Grosis exzellentes
nach der obligatorischen Schulzeit in Kappel absolvieren Gedächtnis, an ihr breites Allgemeinwissen und ihr unbän-
durfte. Obwohl die Arbeitsbedingungen bei «Ei, Ei, Kleider diges Verlangen nach Neuigkeiten aus aller Welt. Grosi
Frei» nicht über alle Zweifel erhaben waren und der Arbeits- hat sehr viel gelesen, sämtliche Kreuzworträtsel gelöst und
weg nach Lausen fast unmenschlich war, war Grosi froh, bei jeder Gelegenheit ihren Atlas studiert. Ihr ganzer Stolz
überhaupt Arbeit zu haben. Nach der Heirat 1947 mit war ihre Familie, ihre Buben, Schwiegertöchter, Gross- und
Karl Roschi wurden die Rollen neu verteilt – in das damals Urgrosskinder. Jetzt gibt es unser Grosi nicht mehr. Keine
klassische Modell, Frau Innen-, Mann Aussendepartement. Familienfeste, keine spontanen Besuche, keine guten Ge-
Schnell kam der erste Sohn Karl zur Welt, vier Jahre später spräche auf dem Bänkli oder «of dr Chouscht». Es gibt
folgte Ruedi und im folgenden Jahr die Zwillinge Heini und nie mehr «Grosi-Spaghetti», «Chriesibape», oder «Haschi».
Hugo. Dass Hugo anderthalbjährig an plötzlichem Kinds- Wir können nie mehr «Hei go». Der Eggberg steht nach
tod starb, machte Grosi lange Zeit schwer zu schaffen und über 200 Jahren leer.
begleitete sie bis ans Lebensende.
Grosi, wir nehmen jetzt schweren Herzens, aber in Dank-
Wir erinnern uns aber auch an viele schöne, an glückliche barkeit Abschied. Du warst immer für uns da, du warst für
Momente in Grosis Leben. Der Eggberg, das Daheim der alles offen, du warst tolerant, du hast mit uns diskutiert, du
«Hannese-Meitschi», war ihr Juwel. Hier hat sich alles, was hast uns angewiesen und immer sehr aufmerksam zuge-
ihr wichtig war, abgespielt. Hier hat sich die Familie zur hört. Wir sind froh, dass es dich gab und wir dich so lange
«Metzgete», zum «chrampfe», zu Familienfesten getroffen. haben durften. Wir werden dich immer in guter Erinnerung
Hier wurde heftig diskutiert, gelacht, ein Jass geklopft und in unseren Herzen tragen.
an traurigen Tagen geweint. Hier wurde dank Grosis Kre-
ativität und ihrem handwerklichen Geschick so manches
alte Kleidungsstück nach mühseligem, vorsichtigem Auftren-
14Peter Haller-Staubli Robert Müller
17.10.1934 – 19.2.2020 29.9.1930 – 12.6.2020
Peter Haller wurde am Robert Müller wurde am
17. Oktober 1934 in 29. September 1930
Olten als einziges in Baar im Zugerland
Kind von Gottlieb geboren und genoss
und Lina Haller- seine Jugendzeit.
Kamber geboren. Später zog die Fa-
Seine obligatorische milie ins ländliche
Schulzeit absolvierte Hägendorf auf den
er in Olten. Neben seinem frisch erworbenen kleinen
Eltern- haus war der Stadtbauernhof Bau- ernhof im Eggberg. Nach der
– dort half er gerne bei anfallenden Arbeiten. So ent- Schreinerlehre in Olten und zwei Stellen in Hägendorf
wickelte sich seine Liebe zu Kaninchen – sie wurden fand er 1957 seine Traumstelle. Er wurde Schulhaus-
sein grosses Hobby. Nach der Schulzeit absolvierte Abwart. 1955 vermählte er sich mit Lydia Bachmann
er eine Lehre als Buchbinder, später bildete er sich aus Rickenbach. Dieser Ehe entsprossen Marlise und
zum Versicherungskaufmann weiter. Diesen Beruf übte Pius. Die Schulhaus-Abwart-Familie war bis 1967 im
er über 25 Jahre mit viel Freude aus. Die letzten zehn Schulhaus Oberdorf und anschliessend bis 1995 im
Jahre seines Erwerbslebens arbeitete Peter als Sekretär neuen Schulhaus Thalacker zu Hause. Röbis Herz und
in der Staatskanzlei in Solothurn. Grosse Freude hatte seine Ohren waren offen für alle. Er war eine Persön-
Peter seit frühester Jugend an der Blasmusik. Über die lichkeit mit natürlicher Autorität und stand Jung und Alt
Jugendmusik und die Eisenbahnermusik Olten kam er jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Nahezu drei Jahr-
als Aktivmitglied zur MG Hägendorf und MG Starr- zehnte war er in der Musikgesellschaft, drei Jahrzehnte
kirch-Wil. So verwundert es nicht, dass Peter seine in der Feuerwehr, wovon zehn Jahre als Kommandant,
spätere Ehefrau Johanna bei einem Musikanlass ken- gut zwei Dekaden im Männerchor und unzählige Jahre
nenlernte. Sie heirateten 1960 und lebten vorerst im beim Ornithologischen Verein, wovon über viele Jahre
Mehrfamilienhaus seiner Eltern in Olten. 1963 kam ihr Präsident. Auch den Schützen blieb er treu bis ins hohe
Sohn Thomas zur Welt, es folgten Pirmin (1966) und Alter. Wenn es gesellig wurde, war er besonders gern
Beat (1970). Die junge Familie wollte lieber in einem dabei, und mit seinem Humor sowie seinem Schalk ver-
dörflichen Umfeld wohnen, und da Peter seit seiner mochte er uns mit träfen Sprüchen oft zu erhellen. Röbis
Kindheit durch Besuche bei Cousins und Cousine eine Lebensabend war durch vielfältige Aktivitäten geprägt,
gute Beziehung zu Hägendorf hatte, erbaute sich die sei es mit Spaziergängen, Jassrunden, handwerklichen
junge Familie 1968 ein Eigenheim am Rolliring. Peter Arbeiten und vor allem seiner Passion als Ehemann,
erfreute sich stets einer guten Gesundheit. Mit zuneh- Vater, Grossvater, Urgrossvater, Freund und Kollege.
mendem Alter musste er aber trotzdem seine geliebten Nach einem kurzen Spitalaufenthalt durfte er am 12.
Hobbys aufgeben. Er hatte das Glück, zusammen mit Juni 2020 zu seinem Schöpfer heimkehren; kurz vor
seiner Frau bis kurz vor seinem Tod im eigenen Haus der Eisernen Hochzeit und seinem 90. Geburtstag. Ein
leben zu dürfen. Nach einem kurzen Spitalaufenthalt toleranter, guter und edler Mensch ist nicht mehr unter
wegen eines kleinen Eingriffs verstarb er unerwartet uns. Dankbar für sein lebenslanges Wirken bewahren
zwei Tage vor dem Spitalaustritt. wir ihm ein ehrendes Andenken.
INFO Hägendorf | Ausgabe 02/2020 15Shiggy's Eat and More
Food Truck begeistert
auf dem Allerheiligenberg
Roman Schild ist ehemaliger Eishockeyspieler beim EHC
Olten und besitzt seit letztem Jahr einen Food Truck. Nach
genau so einem Food Truck suchte die Familie von der
Bergwirtschaft Allerheiligenberg, um das Sommergeschäft
auf dem Berg zu ergänzen. Roman Schild nahm sich dieser
Aufgabe an und startete nach dem Lockdown die Sommer-
saison auf dem Allerheiligenberg.
Mit seinem Konzept hat er den Nagel Samstag und Sonntag bei schönem
auf den Kopf getroffen: Gleich der erste Wetter geöffnet
sonnige Tag bescherte Roman Schild Es ist ein Ankommen, wenn man eine
und seinem Team einen erfolgreichen Wanderung durch die Schlucht unter-
Tag. Sie wurden von den Ausflüglern, nommen hat. Es ist einladend und voller
Bikern und Wanderern fast überrannt. Eindrücke, mit diesem wunderschönen
Sie starteten mit einem Kühlschrank Ausblick über das ganze Mittelland.
und einer Verkaufstheke, was sich aber Shiggy’s Eat and More Truck belebt
schnell als zu wenig herausstellte. Des- unseren Hausberg. Jeden Samstag und
halb stockten sie auf und führen nun Sonntag bei schönem Wetter hat er für
einen Food Truck, einen Getränkewa- die vielen Ausflügler, Wanderer und Fa-
gen und einen zweiten Verkaufsstand in milien geöffnet. Kulinarisch fehlt es an
einem gemütlichen Ambiente mit vielen nichts: Es gibt verschiedene Burger –
Sitzmöglichkeiten und Begegnungszo- besonders bekannt ist der Crispy-Beef-
nen. Die Gartenwirtschaft wurde im Burger –, Fitnessteller, Pommes und Eis.
Verlauf des Starts nochmals vergrössert:
Sitzgelegenheiten finden sich nun auch Shiggy’s Eat and More verweilt sicher
auf umgebauten Paletten, in kleinen Ni- noch bis Ende September auf dem Al-
schen oder mit bester Aussicht. lerheiligenberg, vielleicht auch noch im
Oktober.
M onika Vö g eliSie können auch lesen