Migrationsbericht 2019 Zentrale Ergebnisse - BAMF
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2 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Migrationsbericht 2019:
Die wichtigsten Trends der
Zu- und Abwanderung in Deutschland
Nettomigration geht weiter zurück derung in andere europäische Staaten gekennzeichnet.
So kamen 2019 66,4 % aller zugewanderten Personen
Nachdem die Zuwanderung nach Deutschland im Jahr aus einem anderen europäischen Land1, davon 51,1 %
2015 – insbesondere aufgrund der hohen Zahl von aus Staaten der EU und 15,3 % aus den übrigen euro-
Asylsuchenden – mit 2,1 Millionen Zuzügen und einer päischen Staaten. 13,7 % der Zugewanderten zogen
Nettomigration von 1,1 Millionen Personen einen aus einem asiatischen Staat zu. Lediglich 4,2 % kamen
Höchststand erreichte, ging sie in den vier Folgejahren aus afrikanischen Ländern nach Deutschland und
wieder zurück. 2019 wurden rund 1,6 Millionen Zu- 5,5 % aus Amerika, Australien und Ozeanien.2
züge und 1,2 Millionen Fortzüge erfasst. Im Vergleich
zum Vorjahr ist die Zuwanderung nach Deutschland Die Bedeutung der innereuropäischen Migration zeigt
damit um 1,7 % gesunken, die Abwanderung nahm ge- sich auch bei den Fortzügen: Auch hier war Europa die
genüber 2018 um 3,9 % zu. Resultat dieser Entwick- Hauptzielregion. Etwa zwei Drittel der abwandernden
lungen ist ein Wanderungssaldo von +327.060 Per-
sonen, ein etwas geringerer Wert als 2018 (+399.680
Personen). 1 Europäische Union und europäische Drittstaaten inklusive der
Türkei und der Russischen Föderation (beide werden in den
amtlichen Statistiken zu Europa gezählt).
Zwei Drittel aller Zuzüge aus europäischen 2 In diesem Abschnitt wird auf das Herkunfts- bzw. Zielland der
Staaten wandernden Personen abgestellt, nicht auf deren Staatsange-
hörigkeit. Somit können beispielsweise in der Zuwanderung aus
EU-Ländern auch Drittstaatsangehörige enthalten sein, die aus
Das Migrationsgeschehen nach Deutschland ist seit diesen Ländern nach Deutschland ziehen. Zur Migration von EU-
Jahren vor allem durch Zuwanderung aus bzw. Abwan- Staatsangehörigen siehe den Abschnitt „EU-Binnenmigration“.
Gesamtwanderungsgeschehen in den letzten fünf Jahren
Zuzüge Anteil ausländische Staatsangehörige: 86,4% Deutsche: 1.558.612
13,6%
2019
Fortzüge 78,1% 21,9% 1.231.552 Saldo: +327.060
Zuzüge 87,3% 12,7% 1.585.112
2018
Fortzüge 77,9% 22,1% 1.185.432 +399.680
Zuzüge 89,2% 10,8% 1.550.721
2017
Fortzüge 78,0% 22,0% 1.134.641 +416.080
Zuzüge 92,2% 7,8% 1.865.122
2016
Fortzüge 79,4% 20,6% 1.365.178 +499.944
Zuzüge 94,4% 5,6% 2.136.954
2015
Fortzüge 86,1% 13,9% 997.552 +1.139.402
insgesamt
Ausländische Staatsangehörige Deutsche
Quelle: Statistisches Bundesamt, WanderungsstatistikMigrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 3
Migration nach Herkunfts- und Zielgebieten im Jahr 2019
Unbekannt 10,1% Europa* 66,4% Unbekannt 17,0% Europa* 67,2%
Afrika
Amerika,
4,2%
Australien EU 51,1% EU 56,0%
& Ozeanien
5,5% Afrika
Amerika, 2,7%
Australien
& Ozeanien
Zuzüge 5,0% Fortzüge
2019: 2019:
Asien
1.558.612 1.231.552
13,7% Asien
7,9%
*Inkl. Türkei und Russische Föderation.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wanderungsstatistik
Personen zogen im Jahr 2019 aus Deutschland in ein Auch bei den Fortzügen waren im Jahr 2019 Rumä-
anderes europäisches Land (67,2 %), 56,0 % wanderten nien, Polen und Bulgarien die wichtigsten Ziele. Bei
in andere EU-Mitgliedstaaten. Der Anteil der Fortzüge diesen Ländern ist somit ein hohes Wanderungsvo-
nach Asien betrug 7,9 %, der Fortzüge nach Amerika, lumen feststellbar, d. h. es ziehen sowohl viele Men-
Australien und Ozeanien 5,0 %. Nach Afrika wanderten schen von dort nach Deutschland zu als auch wieder
lediglich 2,7 % der registrierten fortziehenden Perso- in diese Staaten fort. Der höchste positive Wande-
nen ab. rungssaldo im Jahr 2019 wurde gegenüber Rumänien
verzeichnet (+40.164). Mit deutlichem Abstand folgt
Rumänien stellte, wie bereits in den Jahren zuvor, 2019 Syrien mit +23.967 (nicht in der Grafik ersichtlich). Der
das Hauptherkunftsland von Zugewanderten (14,8 % positive Wanderungssaldo aus Syrien ist in den letzten
aller Zuzüge), gefolgt von Polen (8,4 %) und Bulgarien Jahren kontinuierlich zurückgegangen (2018: +28.814,
(5,3 %). Die weiteren quantitativ wichtigen Herkunfts- 2017: +49.123, 2016: +153.239).
länder 2019 waren Italien, die Türkei, Kroatien, Indien,
Ungarn, die Vereinigten Staaten und Serbien. Damit
sind sechs der zehn Hauptherkunftsländer von Mig-
rantinnen und Migranten des Jahres 2019 EU-Staaten.
Deutlich rückläufige Zuwanderungszahlen wurden für
die Hauptherkunftsländer von Schutzsuchenden ver-
zeichnet. Während Syrien in der Reihenfolge der zu-
gangsstärksten Herkunftsländer im gesamten Migrati-
onsgeschehen 2017 noch den sechsten Rang belegte,
zählt es seit 2018 nicht mehr zu den zehn quantitativ
wichtigsten Herkunftsländern. 2019 gingen die Zu-
wanderungszahlen aus Syrien weiter zurück, im Ver-
gleich zum Vorjahr um 17,1 %, ebenso in Bezug auf
den Irak (-26,4 %) und den Iran (-18,2 %).4 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Migration nach den häufigsten Herkunfts- und Zielländern im Jahr 2019
Zu- und Fortzüge
230.096
Rumänien 189.932
+40.164
130.689
Polen 130.440 +249
83.218
Bulgarien 63.321 +19.897
62.708
Italien 45.136 +17.572
51.610
Türkei 30.506 +21.104
42.556
Kroatien 27.706 +14.850
36.004
Indien 15.898 +20.106
34.965 -2.394
Ungarn 37.359
29.945
Vereinigte Staaten 26.611 +3.334
28.903
Serbien 18.349 +10.554 Zuzüge Fortzüge
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wanderungsstatistik
Überblick über die einzelnen EU-Binnenmigration:
Zuwanderungsgruppen Positiver Wanderungssaldo sinkt
Das Zuwanderungsgeschehen nach Deutschland hat Ein genauerer Blick auf die Zu- und Fortzüge von EU-
sich seit 2015 sowohl hinsichtlich seines Umfangs als Staatsangehörigen (ohne deutsche Staatsangehörige)
auch in seiner Zusammensetzung stark verändert. Wie im Jahr 2019 zeigt: Die Zahl der Zuzüge ist mit 748.994
bereits dargestellt, ist die Migration vor allem durch im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 % zurückgegangen
Zuwanderung aus bzw. Abwanderung in andere eu- (2018: 792.796). Ein Rückgang der Zuzugszahlen im
ropäische Staaten gekennzeichnet. 2019 machten Jahr 2019 wurde insbesondere bei Staatsangehörigen
EU-Staatsangehörige 51,1 % der Zuwanderung nach aus Ungarn (-16,4 %) und Kroatien (-16,2%) verzeich-
Deutschland aus. Die humanitäre Migration ist zwi- net. Der Anteil von ausländischen EU-Staatsangehöri-
schen 2018 und 2019 erneut zurückgegangen: Wäh- gen an der Gesamtzuwanderung betrug damit 48,1 %
rend im Jahr 2018 161.931 Asylerstanträge entgegen- (2018: 50,0 %).
genommen wurden, ging die Zahl im Jahr 2019 auf
142.509 zurück (-12,0 %). Relativ konstant ist dagegen Die Zahl der Fortzüge von EU-Staatsangehörigen aus
der Familiennachzug: Zum Zwecke der Familienzu- Deutschland ist im Jahr 2019 gestiegen und summierte
sammenführung wurden im Jahr 2019 96.633 Aufent- sich auf 636.479 (+7,8 %, 2018: 590.443 Fortzüge). Der
haltstitel erteilt (2018: 97.129). 110.974 ausländische Anteil von ausländischen EU-Staatsangehörigen an der
Studierende (Bildungsausländerinnen und Bildungs- Gesamtabwanderung stieg von 49,8 % im Jahr 2018
ausländer) haben ein Studium an einer deutschen auf 51,7 % im Jahr 2019. Insgesamt betrug damit der
Hochschule aufgenommen, etwas mehr als im Jahr positive Wanderungssaldo der EU-Bürgerinnen und
zuvor (109.995). 64.219 Drittstaatsangehörige haben –Bürger +112.515; er ist im Vergleich zum Vorjahr
im Jahr 2019 einen Aufenthaltstitel für eine Erwerbs- deutlich gesunken (2018: +202.353)
tätigkeit erhalten, hier gab es einen etwas deutlicheren
Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2018: 60.857) als bei
den Studierenden.Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 5
Die wichtigsten Migrationsgruppen im Jahr 2019
Bildungs
ausländer/-
Asylerst in (Studien
anfänger/-
anträge in)
142.509 110.974
EU-Binnenmigration Erwerbs
migration
748.994 Familiennachzug nach §§ 18-21
AufenthG
96.633 64.219
Eine Addition der Zuwanderergruppen zu einer Gesamtsumme ist aufgrund unterschiedlicher Erhebungskriterien (z. B. Fall- vs. Personenstatis-
tik) und Doppelzählungen (z. B. EU-Binnenmigration und saisonale Arbeitskräfte aus EU-Staaten) nicht möglich.
Quelle: Statistisches Bundesamt, BAMF, Ausländerzentralregister
Zuzüge und Fortzüge von EU-Staatsangehörigen nach Deutschland in den Jahren 2018 und 2019
2019 Insgesamt
Zuzüge 32,7% 17,2% 11,7% 6,7% 6,5% 25,3% 748.994
Saldo
Fortzüge 31,2% 19,9% 10,4% 6,6% 4,8% 27,1% 636.479
+112.515
2018
Zuzüge 31,8% 18,1% 10,8% 6,7% 7,3% 25,3% 792.796
Saldo
Fortzüge 31,1% 20,9% 10,0% 6,4% 4,9% 26,7% 590.443
+202.353
Rumänien Polen Bulgarien Italien Kroatien Sonstige EU-Staatsangehörigkeiten
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wanderungsstatistik6 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Migration von Drittstaatsangehörigen: Erwerbs- Mehr Fachkräftezuwanderung aus Nicht-EU-
und Bildungsmigration gewinnen an Bedeutung Staaten
Die Migration aus Drittstaaten ist weiterhin im Wan- Deutschland verzeichnet seit Jahren einen kontinuier-
del. Deutlich wird dies insbesondere anhand der Zu- lichen Anstieg der Zuwanderung von Fachkräften aus
sammensetzung der Zuwanderung nach Aufenthalts- Drittstaaten. 2019 sind insgesamt 64.219 Drittstaats-
titeln, die sich aus dem Ausländerzentralregister (AZR) angehörige nach Deutschland zugezogen, die einen
ablesen lässt. Während in den Jahren 2015 und 2016 Aufenthaltstitel zur Erwerbszwecken nach den §§ 18
noch rund 30 % der Zugewanderten einen Aufent- bis 21 AufenthG a.F. erhielten. Bei den meisten Be-
haltstitel aus humanitären Gründen oder eine Aufent- schäftigten aus Drittstaaten handelt es sich um qua-
haltsgestattung zur Durchführung von Asylverfahren lifizierte bzw. hochqualifizierte Fachkräfte (61,3 %;
erhielten, hat sich dieser Anteil im Jahr 2019 mehr als umfasst qualifizierte Beschäftigung, Blaue Karte EU,
halbiert (14,2 %). Eine gegenläufige Entwicklung ist im Forschende, Hochqualifizierte sowie Selbständige und
Bereich der Erwerbsmigration zu beobachten: Wäh- Inhaberinnen und Inhaber einer ICT-Karte).
rend im Jahr 2015 nur 3,4 % der zugewanderten Dritt-
staatsangehörigen einen Aufenthaltstitel zur Erwerbs- Bei der Fachkräftezuwanderung hat insbesondere die
tätigkeit erhielten, hat sich dieser Anteil 2019 mehr als Blaue Karte EU als Aufenthaltstitel für Hochqualifi-
verdreifacht (12,0 %). Auch der Anteil der zum Zweck zierte stark an Bedeutung gewonnen. Seit 2015 ist je-
eines Studiums zugewanderten Drittstaatsangehörigen doch auch die Zuwanderung von Drittstaatsangehöri-
ist gestiegen und hat sich seit 2015 (4,5 %) auf 8,8 % gen, die eine Beschäftigung aufgenommen haben, die
im Jahr 2019 nahezu verdoppelt. keine qualifizierte Berufsausbildung erfordert, deutlich
angestiegen. Dabei spielen insbesondere die Westbal-
kanstaaten eine wichtige Rolle.
Zuzüge von Drittstaatsangehörigen nach Aufenthaltstiteln
2019 3,9% 10,3% 3,8% 12,0% 8,8% 18,1% 4,1% 37,1%
2018 4,9% 11,5% 3,9% 11,6% 9,2% 18,5% 4,0% 33,9%
2017 6,6% 11,4% 3,8% 11,2% 8,2% 21,1% 3,6% 32,7%
2016 9,6% 19,7% 7,6% 6,8% 15,7% 33,6%
2015 8,2% 23,8% 5,2% 3,4% 4,5% 7,3% 45,0%
Humanitäre Gründe Aufenthaltsgestattung
Duldung Erwerbstätigkeit
Studium Sprachkurs/Schulbesuch/sonstige Ausbildung
Familiäre Gründe Unbefristete Aufenthaltstitel
Sonstiges*
* Darunter fallen unter anderem Personen, die einen sonstigen Aufenthaltstitel innehaben, die einen Aufenthaltstitel beantragt haben oder vom
Erfordernis eines Aufenthaltstitels befreit sind.
Anmerkung: Werte unter 3 % werden nicht ausgewiesen.
Quelle: AusländerzentralregisterMigrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 7
Erwerbsmigration aus Nicht-EU-Staaten (erteilte Aufenthaltserlaubnisse bei Einreise in 2019)
Keine (formal) qualifizierte Beschäftigung 38,7% davon weiblich: 24,0% 33,2% Qualifizierte Beschäftigung
Erwerbsmigration 2019:
64.219
33,6%
18,9% 42,9%
24,5%
39,9%
2,3% 20,5% Blaue Karte EU
ICT-Karte
2,3%
Selbständige 3,1%
Forschende & Hochqualifizierte
Quelle: Ausländerzentralregister
Deutschland bleibt ein attraktives Ziel für Studierende aus China bilden – wie schon seit 2006
internationale Studierende - die wichtigste Gruppe der Bildungsausländerinnen
und Bildungsausländer, die im Jahr 2019 ein Studium
Deutschland zählt zu den weltweit attraktivsten Ziel- in Deutschland aufgenommen haben (11.587 Studie-
ländern für ausländische Studierende. Die Zahl der Bil- rende, Anteil 10,4 %). Die zweitstärkste Gruppe stell-
dungsausländerinnen und Bildungsausländer, die ein ten Studierende aus Indien (9.785 Studierende, 8,8 %),
Studium in Deutschland aufgenommen haben, ist im gefolgt von Italien (4.874 Studierende, 4,4 %). Nach-
Jahr 2019 (Sommersemester 2019 und Wintersemes- dem Studierende aus Syrien im Vorjahr noch die dritt-
ter 2019/2020) erneut angestiegen. Insgesamt haben größte Gruppe bildeten (2018: 5.783), sind sie im Jahr
110.974 Studierende mit ausländischer Hochschulzu- 2019 mit 4.744 bzw. 4,3 % nun die viertgrößte Gruppe
gangsberechtigung ein Studium an einer deutschen der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer im
Hochschule aufgenommen (2018: 109.995). Damit ersten Hochschulsemester.
wurde im Jahr 2019 die bislang höchste Zahl an Bil-
dungsausländerinnen und Bildungsausländer unter
den Erstsemestern verzeichnet.8 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer im ersten Hochschulsemester nach den häufigsten Staatsangehörigkeiten
(Sommersemester 2019 und Wintersemester 2019/2020)
Insgesamt: 110.974
10,4% 8,8% 4,3% 3,9% 3,6% 42,4% 4,4% 3,8%3,1% 11,0%
Drittstaaten:
73,5 %
China Indien Syrien Vereinigte Staaten Türkei Sonstige Drittstaaten
Italien Frankreich Spanien Österreich Polen Sonstige EU-Länder
Top 10 Drittstaaten Top 10 EU
Anteil Frauen Anteil Frauen
China 11.587 51,4% Italien 4.874 58,8%
Indien 9.785 27,8% Frankreich 4.225 57,8%
Syrien 4.744 22,5% Spanien 3.466 56,2%
Vereinigte
4.300 51,9% Österreich 3.210 55,2%
Staaten
Türkei 4.048 49,0% Polen 1.501 65,6%
Korea 3.130 69,9% Luxemburg 1.187 55,7%
Russische Vereinigtes 52,3%
3.079 69,0% 1.159
Föderation Königreich
Iran 2.429 51,8% 59,5%
Bulgarien 998
Ägypten 1.837 27,0% Griechenland 996 58,8%
Brasilien 1.774 50,6% Rumänien 950 61,6%
weiblich männlich weiblich männlich
Quelle: Statistisches Bundesamt
Anmerkung: Werte unter 3 % werden nicht ausgewiesen.
Asylerstantragszahlen gehen weiter zurück Die Entwicklung der Fluchtmigration nach Deutsch-
land war über die Jahre hinweg immer ein Spiegel
Nach dem Höchststand von Asylerstanträgen im Jahr der weltweiten Krisen und Konflikte. Seit 2014 be-
2016 (722.370) gab es bereits 2017 (198.317) und 2018 legt Syrien in der Reihenfolge der zugangsstärksten
(161.931) deutliche Rückgänge. Dieser Trend hat sich Staatsangehörigkeiten den ersten Rang. 2019 wur-
auch im Jahr 2019 fortgesetzt: Insgesamt 142.509 den insgesamt 39.270 Asylerstanträge von syrischen
Menschen haben einen Asylerstantrag gestellt (-12,0 Staatsangehörigen gestellt, dies entspricht einem
% im Vergleich zu 2018). Davon entfielen 31.415 An- Anteil von 27,6 %. Im Vergleich zum Vorjahr war ein
träge (22,0 %) auf in Deutschland geborene Kinder Rückgang der Erstanträge von syrischen Staatsangehö-
im Alter von unter einem Jahr. Die Zahl der Erstan- rigen um 11,1 % zu verzeichnen (2018: 44.167 Erstan-
tragstellenden fiel damit wieder unter das Niveau von träge). Mit 13.742 Asylerstanträgen und einem Anteil
2014 (173.072). von 9,6 % war der Irak das zweitstärkste Herkunfts-
land im Jahr 2019. Auch die Antragszahlen von iraki-Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 9
Asylerstanträge nach den zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten im Jahr 2019
Veränderung in %
39.270 -11,1%
Syrien
44.167
Sonstige Staats- 26,4% 13.742 -15,9%
Irak
angehörigkeiten 27,6% Syrien 16.333
Türkei 10.784 +6,1%
10.160
9.522 -4,2%
2019 Afghanistan
9.942
Gesamtzahl:
142.509 9.070 -10,8%
Georgien 2,3% Nigeria
10.168
Eritrea 2,5%
Somalia 2,5% Iran 8.407 -22,6%
9,6% Irak 10.857
Ungeklärt 2,6%
Iran 5,9% 3.727 -11,7%
7,6% Türkei Ungeklärt
4.220
Nigeria 6,4%
3.572 -29,6%
6,7% Afghanistan Somalia
5.073
Eritrea 3.520 -36,8%
5.571
3.329 -11,6%
Georgien
3.764
2019 2018
Quelle: BAMF
schen Staatsangehörigen sind im Vergleich zum Vor- Deutschland erteilt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die
jahr um 15,9 % zurückgegangen (2018: 16.333). Einzig Zahl dieser Aufenthaltserlaubnisse um 0,5 % (2018:
die Türkei weist als drittstärkstes Herkunftsland einen 97.129).
leichten Zuwachs auf: 2019 haben 10.784 türkische
Staatsangehörige einen Asylerstantrag (Anteil: 7,6 %) Seit 2015 ist Syrien Hauptstaatsangehörigkeit im Rah-
gestellt, 2018 waren es noch 10.160 (+6,1 %). men des Familiennachzugs. Diese Entwicklung steht
im Zusammenhang mit der gestiegenen Migration zu
Die Zusammensetzung der zehn zugangsstärksten anerkannten Schutzberechtigten aus diesem Land. Im
Staatsangehörigkeiten hat sich zwischen 2018 und Jahr 2019 sind 12.790 syrische Familienangehörige
2019 nicht wesentlich verändert. Im Jahr 2019 gehörte eingereist, dies entspricht einem Rückgang um 10,9 %.
die Russische Föderation nicht mehr zu den zehn häu- Weitere wichtige Herkunftsländer des Familiennach-
figsten Staatsangehörigkeiten, dafür nun Georgien. Mit zugs sind die Türkei, Kosovo und Indien. Bei etwas
der Türkei ist ein europäischer Staat in der Liste der mehr als der Hälfte (55,9 %) der erteilten Aufenthalts-
zehn Hauptstaatsangehörigkeiten vertreten. Den größ- erlaubnisse handelt es sich um den Nachzug von Ehe-
ten prozentualen Rückgang gegenüber dem Vorjahr partnerinnen und Ehepartnern, bei einem guten Drittel
weist im Jahr 2019 Eritrea mit 36,8 % weniger Asyler- (36,9 %) um minderjährige Kinder.
stanträgen auf.
Leichter Rückgang des Familiennachzugs von
Drittstaatsangehörigen
Der Familiennachzug zeigt nur eine geringfügige Ver-
änderung im Vergleich zum Vorjahr: Im Jahr 2019
wurde insgesamt 96.633 Drittstaatsangehörigen aus
familiären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis in10 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Migration aus familiären Gründen (erteilte Aufenthaltserlaubnisse) nach den zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten im Jahr
2019
Sonstige Staatsangehörigkeiten Syrien 13,2%
37,5%
Türkei 9,0%
Syrien 34,3% 4,1% 53,6% 5,4%
Türkei 13,7% 22,2% 23,4% 8,8% 19,9% 11,6%
Kosovo 5,0% 5,1% 37,3%
2019
4,0% 46,6%
Insgesamt:
Indien 53,9% 96.633 4,9% Kosovo
36,7% 8,1%
Bosnien und Herzegowina 38,6% 9,1% 46,1%
Russische Föderation 36,8% 6,2% 18,5% 27,5% 8,1%
Indien 7,7%
Vereinigte Staaten 11,7% 17,7% 20,0% 6,7% 34,6% 8,7%
Mazedonien
Albanien 2,2%
3,3% 30,7% 10,9% 49,9%
China 2,3% Bosnien und Herzegowina 4,6%
Ukraine
Serbien* 2,4% 39,5% 5,8% 18,8% 3,2% 26,8% 5,8%
Russische Föderation 4,3%
Ukraine 2,7%
Serbien* 5,0% 3,3% 27,6% 11,6% 41,4%
Albanien 2,9% Vereinigte Staaten 10,5% 2,9%
Insgesamt 13,9% 7,6% 29,1% 5,3% 36,9% 6,7%
Ehepartnerinnen zu deutschen Staatsangehörigen Ehepartner zu deutschen Staatsangehörigen
Ehepartnerinnen zu ausländischen Staatsangehörigen Ehepartner zu ausländischen Staatsangehörigen
Kindernachzug Elternnachzug
Sonstige Familienangehörige
* inkl. ehem. Serbien und Montenegro
Anmerkung: Werte unter 3 % werden nicht ausgewiesen.
Quelle: Ausländerzentralregister
Zuzug von Spätaussiedlerinnen und Abwanderung aus Deutschland
Spätaussiedlern auf konstantem Niveau
Bei einem Anstieg der Zuwanderung verlassen mit
Nach einem kontinuierlichen Rückgang von 2001 einer zeitlichen Verzögerung auch vermehrt ausländi-
(rund 98.500 Personen) bis 2012 (rund 1.800 Personen) sche Staatsangehörige Deutschland, wie die Entwick-
konnte in den Folgejahren auch bei der Zuwanderung lung seit 2010 zeigt. Bis 2012 waren die Fortzüge re-
von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern und ihrer lativ konstant, danach stieg ihre Anzahl, bis sie im Jahr
Familienangehörigen ein leichter Wiederanstieg regis- 2016 den vorläufigen Höhepunkt erreichte. Insgesamt
triert werden, bedingt durch gesetzliche Änderungen, zogen zwischen 2010 und 2019 12,8 Millionen auslän-
die vor allem die Familienzusammenführung erleich- dische Staatsangehörige nach Deutschland. Im glei-
terten. Im Jahr 2019 wurden 7.155 Personen als Spät- chen Zeitraum verließen aber auch 7,8 Millionen das
aussiedlerinnen bzw. Spätaussiedler inkl. ihrer Famili- Staatsgebiet wieder.
enangehörigen registriert. Dies entspricht annähernd
dem Niveau des Vorjahres (2018: 7.126 Personen).Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 11
Zu- und Fortzüge von ausländischen Staatsangehörigen nach und aus Deutschland seit 2010*
2.200.000
1.700.000
1.200.000 1.156.962
700.000 635.308
576.924
498.558
450.464 460.000
387.149 384.685
302.858
200.000 153.925
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
-300.000
Zuzüge von ausländischen Staatsangehörigen Fortzüge von ausländischen Staatsangehörigen
Wanderungssaldo von ausländischen Staatsangehörigen
* Die Ergebnisse ab dem Berichtsjahr 2016 sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur bedingt mit den
Vorjahreswerten vergleichbar. Die Genauigkeit der Ergebnisse ist aufgrund von Unstimmigkeiten in Zusammenhang mit der melderechtlichen
Behandlung von Schutzsuchenden eingeschränkt. Ausführliche Informationen dazu befinden sich auf der Internetseite des Statistischen Bun-
desamtes zu Wanderungen.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wanderungsstatistik
Im Jahr 2019 wurden 961.258 Fortzüge von ausländi- Fortzüge). Somit beträgt der Wanderungssaldo deut-
schen Staatsangehörigen (2018: 923.581) registriert. scher Staatsangehöriger im Jahr 2019 -63.660. Belieb-
Im gleichen Zeitraum gab es 1.345.943 Zuzüge. Der teste Zielländer von abwandernden deutschen Staats-
Wanderungssaldo der ausländischen Personen betrug angehörigen waren 2019 die Schweiz, Österreich und
damit +384.685 und sank im Vergleich zum Jahr 2018 die Vereinigten Staaten.
(+460.000) um 16,4 %.
Der Wanderungssaldo deutscher Staatsangehöriger3
ist hingegen seit 2010 durchgehend negativ. Deut-
sche Staatsangehörige waren im Jahr 2019 nach ru-
mänischen Staatsangehörigen4 zwar die zweitgrößte
Zuwanderungsgruppe (206.634 Zuzüge), gleichzeitig
wurde mit 270.294 Fortzügen ein leichter Anstieg ge-
genüber dem Vorjahr registriert (+3,2 %, 2018: 261.851
3 Unter Herausrechnung der im vertriebenenrechtlichen Verfah-
ren aufgenommenen Personen, die in der Zuzugsstatistik als
Zuzüge von Deutschen registriert werden.
4 Ohne Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler.12 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Zu- und Fortzüge von deutschen Staatsangehörigen nach und aus Deutschland seit 2010*
2.200.000
1.700.000
1.200.000
700.000
200.000
-28.302 -25.357 -19.742 -24.017 -30.656 -22.308
-88.247 -66.182 -63.660
-140.492
-300.000
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Zuzüge von deutschen Staatsangehörigen (ohne Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler)
Fortzüge von deutschen Staatsangehörigen
Wanderungssaldo von deutschen Staatsangehörigen
* Die Ergebnisse ab dem Berichtsjahr 2016 sind aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen nur bedingt mit den
Vorjahreswerten vergleichbar. Die Genauigkeit der Ergebnisse ist aufgrund von Unstimmigkeiten in Zusammenhang mit der melderechtlichen
Behandlung von Schutzsuchenden eingeschränkt. Ausführliche Informationen dazu befinden sich auf der Internetseite des Statistischen Bun-
desamtes zu Wanderungen.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Wanderungsstatistik
Deutschland im europäischen Vergleich Zielland
Nummer eins von längerfristiger Zuwanderung
Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass Deutsch-
land weiterhin ein Hauptzielland von Migration ist.
Unter den EU-Staaten hatte 2018 Deutschland die
höchste längerfristige Zuwanderung zu verzeichnen
(893.886 Zuzüge).5 Bei Fortzügen von 540.415 Perso-
nen im Jahr 2018 ergab sich für Deutschland ein Wan-
derungsüberschuss von +353.471 (2017: +356.409).
Hohe Zuwanderungszahlen weisen auch das Verei-
nigte Königreich, Spanien, Frankreich und Italien auf.
5 „Längerfristig“ bedeutet, dass die (beabsichtige) Aufenthalts-
dauer der zuwandernden Person mindestens ein Jahr beträgt.
Die europäisch vergleichbaren Daten liegen immer mit ca. zwei
Jahren Verzögerung vor, so dass hier nur auf die Werte von 2018
eingegangen werden kann.Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 13
Zu- und Fortzüge (nach UN-Definition) im Jahr 2018 nach den häufigsten Zielländern in der EU
893.886
Deutschland
540.415
643.684
Spanien
309.526
603.953
Vereinigtes Königreich
344.347
386.911
Frankreich
341.421
332.324
Italien
156.960
214.083
Polen
189.794
194.306
Niederlande
109.635
172.578
Rumänien
231.661
137.860
Belgien
88.935
132.602
Schweden Zuzüge
46.981
Fortzüge
Quelle: Eurostat (migr_imm1ctz/migr_emi1ctz, Abfragestand: 01.09.2020)
Bei einem Vergleich der Zuwanderungszahlen der ein- Irreguläre Migration weiter leicht rückläufig
zelnen EU-Staaten im Verhältnis zur jeweiligen Bevöl-
kerungsgröße zeigt sich für 2018, dass neben Malta Ausländische Staatsangehörige, die bei der unerlaub-
mit 55,6 Zugewanderten je 1.000 Einwohnerinnen und ten Einreise durch die Bundespolizei oder von anderen
Einwohner auch Luxemburg (40,9) und Zypern (27,1) mit der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschrei-
relativ gesehen hohe Zuzugszahlen zu verzeichnen tenden Verkehrs beauftragten Behörden festgestellt
hatten. Die Zuwanderungsquote Deutschlands liegt werden, gehen in die Statistik der Bundespolizei ein.
beim Vergleich der EU-Staaten dagegen mit 10,8 Zu- 2019 gab es insgesamt 40.610 solcher Feststellungen.
gewanderten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner Dies entspricht einem Rückgang um 4,4 % im Ver-
im Mittelfeld. gleich zum Vorjahrjahreszeitraum (2018: 42.478).14 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Feststellungen von unerlaubt eingereisten ausländischen Personen an den bundesdeutschen Grenzen von 2010 bis 2019
217.237
111.843
57.092
50.154
42.478 40.610
32.533
21.156 25.670
17.831
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Quelle: Bundespolizei
Kommen ausländische Staatsangehörige einer beste- Bevölkerung mit Migrationshintergrund in
henden vollziehbaren Ausreiseverpflichtung nicht frei- Deutschland macht ein Viertel der Bevölkerung
willig nach, so setzt das Verfahren der Abschiebung aus
ein. Im Jahr 2019 wurden 22.097 Abschiebungen voll-
zogen (2018: 23.617). Die Zahl geht seit dem Höchst- 2019 hatten nach Zahlen des Mikrozensus 21,2 Milli-
stand in 2016 (25.375) leicht zurück, nachdem sie im onen Menschen in Deutschland einen Migrationshin-
Jahr 2015 im Vergleich zu 2014 stark gestiegen war tergrund, was 26,0 % der Bevölkerung in deutschen
(+91,9 %). Die Abschiebungen 2019 beinhalten auch Privathaushalten entspricht. Nach der Definition des
8.423 Überstellungen in andere EU- bzw. Schengen- Statistischen Bundesamtes sind damit Personen um-
Mitgliedstaaten im Rahmen des Dublin-Verfahrens. fasst, „wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil
Dies entspricht 38,1 % der Gesamtzahl der Abschie- die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt
bungen. Von den im Jahr 2019 stattgefundenen Ab- besitzen.“ Mehr als die Hälfte der Menschen mit Mi-
schiebungen entfielen 1.604 auf albanische, 1.432 auf grationshintergrund in Deutschland sind deutsche
nigerianische, 1.242 auf georgische, 1.152 auf russische Staatsangehörige (52,4 %), fast zwei Drittel (64,4 %)
und 1.038 auf serbische Staatsangehörige. sind selbst zugewandert, während ein gutes Drittel
(35,6 %) bereits in Deutschland geboren wurde.Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse 15
Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland im Jahr 2019
Ohne eigene Migrationserfahrung:
Adoptierte, Eingebürgerte
und als Deutsche Geborene 28,2%
Deutsche
Ohne 52,4%
Migrationshintergrund
Mit eigener Migrationserfahrung:
Mit Adoptierte, Eingebürgerte,
60,6 Mio. 74,0% Spätaussiedlerinnen und
Migrations-
hintergrund Spätaussiedler und als Deutsche
Bevölkerung Geborene 24,1%
insgesamt
21,2 Mio. 26,0%
81,8 Mio.
Ohne eigene Migrationserfahrung 7,4%
Ausländische Mit eigener Migrationserfahrung 40,3%
Staatsangehörige
47,6%
Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus
Im Mikrozensus werden die Herkunftsgruppen der Selbst zugewanderte Personen leben im Durchschnitt
Bevölkerung mit Migrationshintergrund durch das seit rund 21 Jahren in Deutschland, gut ein Drit-
Geburtsland der Befragten bzw. ihrer Eltern abge- tel (35,5 %) aber auch weniger als zehn Jahre. Dies
leitet, sofern die Befragten selbst schon in Deutsch- spiegelt insbesondere die starke Fluchtzuwanderung
land geboren sind. Die Ergebnisse des Mikrozensus 2015/2016 wider.
2019 zeigen, dass mehr als ein Drittel der Personen
mit Migrationshintergrund aus EU-Staaten und knapp
ein weiteres Drittel aus anderen europäischen Staa-
ten kommt. Das restliche Drittel bilden Personen aus
unterschiedlichen Ländern außerhalb Europas. Bezo-
gen auf die wichtigsten „Geburtsländer“ sind die rund
2,8 Millionen Menschen mit türkischem Migrations-
hintergrund die größte Gruppe.16 Migrationsbericht 2019: Zentrale Ergebnisse
Bevölkerung mit Migrationshintergrund nach Geburtsregionen1 in Deutschland 2019
Unbestimmt/ ohne Angabe 5,9%
Amerika, Australien
und Ozeanien 2,9% Anzahl in Tsd.
Europa*
64,9%
Afrika Europa* 13.789
4,7%
Asien 4.600
EU-Staaten: 35,2%
Gesamtzahl Afrika 988
Asien
21,7% 2019:
21,246 Mio.
Amerika,
Australien und 613
Ozeanien
Unbestimmt/
1.255
ohne Angabe
*Inkl. Türkei und die Russische Föderation
1) Dargestellt ist die eigene Geburtsregion oder bei Geburt in Deutschland die Geburtsregion der Eltern.
Quelle: Statistisches Bundesamt, MikrozensusImpressum
Herausgeber:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
90343 Nürnberg
Stand:
12/2020
Gestaltung:
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Bildnachweis:
Titel: iStock/Kasia Biel
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