Gemeinsam Wildnis stiften - Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und Kronospan
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Impressum Stiftung Naturlandschaften Brandenburg Schulstraße 6, 14482 Potsdam Fon: 03 31 / 740 93 22, Fax: 03 31 / 740 93 23 Mail: info@stiftung-nlb.de www.stiftung-nlb.de KRONOSPAN GmbH Leopoldstaler Straße 195, 32839 Steinheim-Sandebeck Fon: 052 38 / 984-0, Fax: 052 38 / 984-2 00 Mail: kronospan.sa@kronospan.de www.kronospan.de Konzept und Text: Anika Niebrügge Gestaltung: eckedesign Fotos: Bernd Cegielka, Norbert Guthier / ZGF, Roland Hennig, Hubertus Meckelmann, Naturwacht Brandenburg, Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Jens Teubner, Rainer Zelinski Grafiken: IUS Weibel & Ness Potsdam 2010
Liebe Leserinnen und Leser,
Naturschutz ist kein Luxus, sondern eine existenziell wichtige Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und Kronospan
Aufgabe. Dies wird vor dem Hintergrund der Herausforderungen, setzen sich gemeinsam dafür ein, dass letzte Naturoasen in
die Klimawandel und Artensterben an uns stellen, immer deutlicher. Brandenburg erhalten bleiben und vernetzt werden. In unserer
In Deutschland sind fast 3/4 der natürlichen Lebensräume, 1/ 3 versiegelten und von Straßen und Siedlungen zerschnittenen
der Tierarten und 1/4 der Pflanzenarten gefährdet. Der Verlust an Kulturlandschaft brauchen wir Rückzugsräume für Tiere und
Biodiversität ist für viele Menschen ein schwer fassbares Problem, Pflanzen: große Gebiete in denen sich die Natur frei entwickeln
dennoch ist er genau so ernst zu nehmen wie der Klimawandel. und ganz aus sich selbst heraus stabile, weil wandlungsfähige
Schon jetzt ist er kein abstraktes Phänomen mehr, das sich durch Ökosysteme bilden kann.
schmelzende Polkappen weit weg von uns abspielt. Die Auswir- Wir stellen Ihnen unser Engagement auf den folgenden Seiten
kungen des Klimawandels werden längst auch vor unserer Haustür vor, möchten Sie inspirieren und zur Beteiligung anregen.
deutlich: die Lebensräume von Tieren und Pflanzen verschieben Fassen auch Sie Mut sich zu engagieren, denn jeder Schritt zählt!
sich, oder verschwinden ganz und mit ihnen auch die Arten.
Es gilt sich auf diese Veränderungen vorzubereiten, um ihnen
gewachsen zu sein. Hierfür sind Mut und neue Ideen gefragt, von
staatlicher Seite aber auch aus privater Initiative. Peter Kaindl Hubertus Meckelmann
3Gemeinsam
Nachbarn mit ihren Natur- Im Mai 2000 wurde vom Land Brandenburg, der Die militärische Nutzung hat tiefe Wunden in
schutzflächen: Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, dem Natur- diesen Landschaften zurückgelassen, aber auch
Stiftung Naturlandschaften schutzbund Deutschland, der Umweltstiftung dazu geführt, dass weiträumige Gebiete unbe-
Brandenburg und Kronospan. WWF Deutschland, dem Landschafts-Förderverein siedelt blieben und heute nicht von Straßen
Nuthe-Nieplitz-Niederung und einer Privatperson zerschnitten sind. Größtenteils ungestört von
die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ge- wirtschaftlichen Eingriffen konnten sich hier
gründet. Sie hat nach dem Abzug der Sowjetarmee Wälder, Feuchtwiesen und Moore sowie Heide-
die Chance ergriffen, insgesamt rund 12.000 ha und Dünenlandschaften entwickeln.
Flächen auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Naturschutz und friedliche Nachnutzung von
Jüterbog, Heidehof und Lieberose dauerhaft für den Truppenübungsplätzen ist auch Ziel von
Naturschutz zu sichern. Kronospan.
4Kronospan ist „Nachbar“ der Stiftung Naturland-
schaften Brandenburg und besitzt insgesamt rund
7.500 ha Flächen auf den ehemaligen Truppen
übungsplätzen Heidehof, Lieberose und Wünsdorf.
Für den weltweit führenden Hersteller von Holzwerk-
stoffen ist Holz nicht nur wirtschaftlich ein wertvolles
Gut. Kronospan engagiert sich für nachhaltige Wald-
nutzung und arbeitet gemeinsam mit der Stiftung
Naturlandschaften Brandenburg daran, den Lebens-
raum Wald für wandernde Wildtiere zu vernetzen.
5Natur
Moore sind CO2-Speicher Auf dem Großteil ihrer Flächen lässt die Stiftung Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg leistet
und bieten Lebenraum für Naturlandschaften Brandenburg schon jetzt der einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels.
bedrohte Arten wie z. B. Naturentwicklung freien Lauf. Es wachsen wilde Grundlage für das Handeln der Stiftung sind die von
den Sonnentau. Wälder heran, die unsere Enkelkinder einmal der internationalen Naturschutzorganisation IUCN
bestaunen werden. Wildnis ist Schatzkammer für festgeschriebenen Kriterien für Wildnisschutz.
Biodiversität und Evolution und liefert als Vergleichs-
größe wertvolle Grundlagen für die Forschung. Bis Kronospan hat sich auf den eigenen Flächen die
zum Jahr 2020 sollen zwei Prozent der Landfläche nachhaltige Forstwirtschaft zum Ziel gesetzt. In
Deutschlands Wildnis sein, das fordert die vom Teilbereichen kann sich auch dort Wildnis ent-
Bundeskabinett im November 2007 beschlossene wickeln.
„Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“.
6Von den Konzepten, die Kronospan und die Stif-
tung verfolgen, profitieren seltene Arten wie z. B.
Seeadler, Fischotter und Bechsteinfledermaus.
Wertvolle alte Bäume und Totholz werden in den
Wäldern belassen und bieten eine Lebensgrund-
lage z. B. für Pilze, Moose, Spechte und zahlreiche
Käferarten. Ehemalige Bunkeranlagen wurden als
Fledermausquartiere aufgewertet.
7Vernetzen
Ist auf die Vernetzung seines Die Flächen der Stiftung Naturlandschaften Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat
Lebensraums angewiesen: Brandenburg und Kronospan sind Naturoasen in ein Projekt ins Leben gerufen, das naturnahe Wald-
der Rothirsch. der besiedelten und von Straßen zerschnittenen und Gewässerlebensräume miteinander verbindet:
Kulturlandschaft. Diese wertvollen „Trittsteinbio- „Ökologischer Korridor Südbrandenburg“ heißt das
tope“ gilt es zu vernetzen, denn Wildtiere wie innovative Modellvorhaben, das von der Deutschen
Rothirsch, Fischotter und Biber sind für ihr Bundesstiftung Umwelt anschubfinanziert wurde.
Überleben auf weiträumige Gebiete angewiesen. Langfristig soll ein ökologisches Netz entstehen,
Straßen und Bahntrassen schränken Wanderungen das von der Landesgrenze Sachsen-Anhalts bis zur
zwischen Lebensräumen ein oder verhindern deutsch-polnischen Staatsgrenze reicht.
sie ganz, hohe Wildunfallzahlen und fehlender Natur vernetzen kann nur, wer auch Menschen zu-
genetischer Austausch sind die Folge. sammenbringt und in ihrem Engagement bestärkt.
8Die Wildniskonferenz 2010 der Stiftung Natur- landschaften Brandenburg bietet ein wichtiges Forum für Austausch und Kooperation zum Thema Wildnisschutz. Kronospan unterstützt die Veranstaltung.
Erforschen
Spannende Entdeckungen Der Klimawandel ist eine der größten Heraus- Waldentwicklung, Anpassung und Entwicklung
in der Natur. forderungen unserer Zeit. Schon jetzt ist zu be- von Tierpopulationen oder ganzen Landschaften
obachten, wie sich die Lebensräume vieler Arten liefern.
verschieben. Um auf die einschneidenden Ver- Auf den Flächen der Stiftung Naturlandschaften
änderungen vorbereitet zu sein und reagieren zu Brandenburg und von Kronospan finden bereits
können, benötigen wir dringend Wissen darüber, Monitoringprojekte zu bestimmten Tier- und
wie sich Ökosysteme auf den Klimawandel ein- Pflanzenarten statt. Ein spannendes Forschungsfeld
stellen. Große Gebiete, in denen sich die Natur ist die Rückkehr eines der seltensten Säugetiere
frei entwickelt, bieten eine einzigartige Chance Deutschlands: Mit Fotofallen und geschulten Be-
dazu. Diese Wildnisgebiete können als Referenz- obachtern wird die Präsenz von Wölfen auf den
flächen dienen und wichtige Erkenntnisse über Stiftungsflächen Jüterbog untersucht.
10Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg willkommen und sollen schrittweise aufgebaut Naturwacht-Ranger beim
betreut Forschungsarbeiten und beteiligt sich mit werden. Vermessen von Wolfsspuren auf
Exkursionsangeboten an der Ausbildung von Auch die Flächen von Kronospan bieten Lebens- den Stiftungsflächen Jüterbog.
Studenten. Für Dissertationsvorhaben, Bachelor-, raum für viele bedrohte Arten, deren Entwicklung
Diplom- und Masterarbeiten bietet die Stiftung es zu beobachten gilt. Kronospan nimmt diese
ein breites Spektrum an Themen an. Foschungs- Verantwortung an und unterstützt unter anderem
felder sind z. B. Sukzessionsmonitoring, Wieder- das Fischotter- und Fledermausmonitoring des
vernässung und Moorentwicklung oder Biotop- Landesumweltamtes Brandenburg.
vernetzung.
Forschungspartnerschaften mit Universitäten,
Instituten und Hochschulen sind herzlich
11Erlebbar machen
Wanderwege und geführte Natur in ihrer Schönheit und Faszination erlebbar Regionale Wandervereine bieten geführte Exkur-
Exkursionen laden zum Natur- zu machen, haben sich die Stiftung Naturland- sionen an. Die Stiftung Naturlandschaften
erleben ein. schaften Brandenburg und Kronospan gemeinsam Brandenburg errichtet in ausgewählten Bereichen
zum Ziel gesetzt. Naturerlebnis ist eine wichtige ihrer Flächen Wanderwege, Picknick- und Aus-
Quelle der Erholung und Lebensqualität und damit sichtspunkte. Das geschieht mit hohem finanzi-
auch ein bedeutender Faktor für die touristische ellem Aufwand, denn die Wege müssen zuvor von
Entwicklung einer Region. Die Begegnung mit Altlasten saniert werden. Mehr als 20 km Wander-
der Natur berührt uns emotional und fördert das wegenetz auf den Stiftungsflächen Jüterbog sind
Bewusstsein für ihren Schutz. Die Flächen von bereits fertiggestellt und laden dazu ein, das Gebiet
Kronospan sind zum Teil bereits über Wanderwege auf eigene Faust zu erkunden. Die Wege führen
erlebbar, z. B. am kleinen und großen Möggelinsee vorbei an vielfältigen Landschaften: schönen
bei Wünsdorf. Wiesen, typischen Kiefernwäldern und naturnahen
12Wildnisentwicklungszonen. Entlang des Weges Geführte Wanderungen und Radtouren bieten Mit viel Glück auf den Stiftungs-
informieren Schautafeln über Interessantes, wie z. B. spannende Einblicke in Landschaftsteile, die flächen Lieberose zu beobachten:
die natürliche Entwicklung von Waldbeständen, normalerweise nicht zugänglich sind. „Wüsten- der Raufußkauz.
die Lebensweise von Libellen oder die Geschichte wanderung“, „Erlebnis Ginsterblüte“, „Wildtieren
eines verlassenen Dorfes. An der „schönen Aus- auf der Spur“– so und ähnlich heißen die Ex-
sicht“ am Keilberg lädt ein Picknickplatz mit Pano- kursionen, die die Stiftung Naturlandschaften
ramablick zum Verweilen ein. Um einen Überblick Brandenburg zusammen mit Naturwächtern,
über die Weite der Flächen zu ermöglichen, hat Botanikern, Revierförstern und ehrenamtlichen
die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg eine Experten anbietet.
Aussichtstribüne auf den Stiftungsflächen Heidehof
hergerichtet, auf den Stiftungsflächen Lieberose ist
der Bau eines Turmes geplant.
13In die Zukunft schauen
Der Wolf, eines der seltesten Naturschutz auf ehemaligen Truppenübungsplätzen 12.000 ha Flächen dauerhaft für den Naturschutz
Säugetiere Deutschlands, wird in ist eine Investition in die Zukunft. Die großen un- sichern, weitere Flächenkäufe werden angestrebt.
Brandenburg wieder heimisch. zerschnittenen Gebiete bieten Raum für biologische Schritt für Schritt wird das Biotopverbundprojekt
Vielfalt und sichern Lebensqualität und Naturer- „Ökologischer Korridor Südbrandenburg“ realisiert,
lebnis auch für nachfolgende Generationen. Hier zu den ersten Umsetzungsmaßnahmen gehören
können Ökosysteme mit funktionierenden Räuber- die Renaturierung des Pfefferfließes auf den Stif-
Beute-Beziehungen entstehen. Der Wolf, eines tungsflächen Jüterbog und Moorerhaltungsprojekte
der seltensten Säugetiere Deutschlands, kehrt in bei Lieberose. Der Bau von Grünbrücken und die
diese Gebiete zurück. Dank ihrer Mitstifter und der Aufwertung bestehender Straßenquerungen als
Unterstützung von Förderern wie Kronospan konnte Wildtierübergänge sind geplant.
die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg bereits
14Die Stiftungsflächen Lieberose bergen große Chan- Beschwingt in die Zukunft
cen für Naturschutz und Regionalentwicklung: starten – Seeadler auf den
nach und nach werden spannende Wanderwege Stiftungsflächen Lieberose.
und Erlebnispfade geschaffen und an ausgewählten
Punkten Aussichtstürme errichtet.
Eine groß angelegte Internationale Naturausstellung
ist für die Region geplant. Gemeinsam mit der
Stiftung Naturlandschaften Brandenburg setzt sich
Kronospan dafür ein, dass ein Teil des Gebietes
einmal als Nationalpark ausgewiesen wird.
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