TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell

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TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
FUS S B A L L
#7 | 2020

            TRA I N E R
            MAG A Z I N                   - m agazin   .de
                    s b a ll t r a i n e r
            www.fus

                                                              Innovationen, Trends
                                                                      und Startups

Sieben Fragen an…
                                                                   TRACKTICS
FUAT KILIC

                                                         Aus dem NLZ
                                                         MARCUS JAHN

Coach like…
GABRIEL IMRAN
TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
INHALT

                                              7. AUSGABE FUSSBALLTRAINER MAGAZIN

                                                 INHALTSVERZEICHNIS

1. E I N L E I T U N G                                                                                 3

2. 7 F R AG E N A N … F UAT K I L I C                                                                  4

3. R U B R I K T E C H N I K                                                                           6

4. F U S S B A L L U N D W I S S E N S C H A F T „ AG G R E S S I O N I M S P O R T “                 12

5. R U B R I K TA K T I K                                                                             14

6. P R O B L E M F E L D… „TO R H Ü T E R T R A I N I N G “                                           22

7. CO AC H L I K E … G A B R I E L I M R A N                                                          30

8. R U B R I K KO N D I T I O N                                                                       34

9. AU S D E M N L Z … M I T M A R C U S J A H N                                                       40

10. R U B R I K P S YC H E                                                                            42

11. I N N O VAT I O N E N , T R E N D S U N D S TA R T U P  T R AC K T I C S                        49

                                                   ZITAT DES MONATS

           „BEI DEN TOREN IST ES WIE BEIM KETCHUP. WENN ETWAS KOMMT,
                        KOMMT GLEICH ALLES AUF EINMAL.“

                                                                                        Cristiano Ronaldo

  2                                                  7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN
TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
D
          ie Messe ist gelesen. Die Bayern sind wied-
          er mal Meister. RB Leipzig hat die Schale ver-
          zockt. Genauso wie der BVB. Zu glauben, dass
          die Bayern auf der Zielgeraden schwächeln, ist
ungefähr so als würde man im Baumarkt eine Klobrille
kaufen, um besser sehen zu können. Aber das ist alles
sekundär. Schön ist doch, dass die Saison noch zu Ende
gespielt werden konnte. Und auch in der zweiten Liga
gibt es faustdicke Überraschungen: Die Arminia aus
Bielefeld krönt sich nach einer überragenden Saison
zum 2. Liga Meister. Der VfB Stuttgart geht mit hoch.
Und wer hat es in die Relegation geschafft? Heiden-
heim. Bitte was? Ja, man liest es hier nochmals: Der
HSV verspielt nach einer durchwachsenen Rückrunde
noch den Relegationsplatz. Nun kann man lachen und
spotten. Es wird leider erneut das ganze Ausmaß der
HSV Misere deutlich. Man darf gespannt sein, wie der
HSV sich in der kommenden Saison präsentieren wird.
Das DFB-Pokalfinale haben standesgemäß die Bayern
gewonnen. Und das gegen eine sich ordentlich ver-
kaufende Werkself aus Leverkusen, die leider kurz vor
Schluss nicht noch auf den Champions League Zug auf-
springen konnten. Aber dennoch muss man den Ver-
antwortlichen aus Leverkusen ein großes Kompliment
für die gelaufene Saison aussprechen. Ebenso sie den
Machern aus Gladbach. Mit tollem Fußball haben sie
sich den letzten Platz für die Champions League ge-
sichert. Mal sehen ob beide Teams die genommene
Entwicklung auch in der kommenden Saison fortführen
können. Dann wird man auch wissen, wie Werder Bre-
men die neue Saison anpackt und ob der erneute Ab-
stiegskampf ansteht. Wie hat Louis van Gaal immer
gesagt: Tod oder Gladiolen. Aber er hat auch gesagt:
Müller spielt immer. Zwei Weißheiten, die auch heute
noch volle Gültigkeit haben.

In diesem Sinne: Wir wünschen euch eine erholsame
Sommerpause.

Wie immer: Gesund bleiben!

Euer Fussballtrainer Magazin

                                             7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN   3
TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
SIEBEN FRAGEN AN... INTERVIEW

     SIEBEN FRAGEN AN…
     FUAT KILIC

1.                                                             2.
     LIEBER FUAT, WIE GEHT ES DIR                                            WAS HAT DICH SEINERZEIT
     IN DER AKTUELLEN PHASE, DIE                                             AN ALEMANNIA AACHEN GE-
     REGIONALLIGA WEST IST JA                                                REIZT?
AUCH ABGEBROCHEN WORDEN?                                        Ich hatte das Vergnügen bis dato fast ausschließlich
Danke der Nachfrage. Ich bin in erster Linie froh, dass         bei Traditionsvereinen arbeiten zu dürfen. Mein erster
wir mit meiner Familie sowie meinem näheren Umfeld              Schritt mit dem 1. FC Kaiserslautern, gefolgt vom MSV
und Verwandtschaft von dem Coronavirus verschont                Duisburg als Co-Trainer und in anderen Funktionen in
geblieben sind und es uns gesundheitlich gut geht.              der zweiten Bundesliga waren schon unvergesslich. Ich
Ich wünsche allen dass wir bald gemeinsam schnell-              bin den Vereinsverantwortlichen vom FC Saarbrücken
stmöglich wieder zur Normalität zurück finden. Es ist           sehr dankbar, dass Sie mir den Weg als Cheftrainer zu
natürlich sehr schade, dass über den längeren Zeitraum          arbeiten geebnet haben. Ich konnte dort schon meine
der Fußball in der Regionalliga ruht und auch die               Erfahrungen aus den Stationen zuvor sehr gut einbrin-
Maßnahme des Saisonabbruchs feststeht. Ich denke,               gen. Es war mir bewusst, dass sich Alemannia Aachen
es ist unter Berücksichtigung der momentanen Situa-             nicht groß von den genannten Vereinen unterscheiden
tion die einzig richtige Entscheidung. Es wäre für viele        wird. Von der Seite aus wusste ich schon, was auf mich
Regionalligisten wahrscheinlich nicht möglich gewesen,          zukommen wird. Die fantastischen Fans, das Stadion,
die Auflagen für die Geisterspiele zu erfüllen. Da auch         der Verein an sich hat mich sehr gereizt. Mir war klar,
von Stadt zu Stadt die Möglichkeit für ein Teamtraining         dass der Verein eine schwierige Phase durchmacht.
sehr stark zeitversetzt stattgefunden hat, wäre ein fair-       Ich musste erst einmal Ruhe in den Verein bringen. Ich
er Wettbewerb nicht möglich gewesen und zudem die               hätte mir bei meinen Amtsantritt nicht erträumt, dass
notwendigen Tests aus finanzieller Sicht für die Vereine        ich eine Insolvenz bei Aachen miterleben werde.
kaum tragbar.

 4                                            7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN
TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
SIEBEN FRAGEN AN... INTERVIEW

3.                                                              5.
      WIE WEHMÜTIG BIST DU, DASS                                       WIE SCHAFFT MAN ES TROTZ
      DIESE LANGE ZEIT NUN ZUE-                                        GERINGER FINANZIELLER MIT-
      NDE GEHT UND WIE GEHT ES                                         TEL IMMER WIEDER KONKUR-
FÜR DICH WEITER?                                                 RENZFÄHIG ZU SEIN?
Ich habe nach so einer langen Zeit den Verein in mein             Ich habe in den viereinhalb Jahren immer wieder das
Herz geschlossen. Es war eine sehr intensive, aber sehr          System und die Ausrichtung neu wählen müssen, um
schöne Zeit mit fantastischen Erlebnissen und unver-             es dem neuen Kader anzupassen. Jeder hat seine
gesslichen Momenten. Ich möchte diese nicht missen.              Spielphilosophie und die eigene Idee vom Fußball. Je-
Ich habe mich schon sehr früh zu 100 % mit diesem                doch bringt es nichts, wenn man etwas erzwingt und
Verein identifizieren können. Ich habe den Verein ge-            auf Teufel komm raus durch drücken möchte. Meiner
lebt. Leider ist es so gewesen, dass sich irgendwann             Meinung nach müssen wir Trainer uns in diesen Phasen
meine persönlichen Ziele und die Möglichkeiten im                wie ein chameleon anpassen können, unseren Ego zu-
Verein nicht mehr gedeckt haben. Nach diesen vierein-            rückstecken und im Sinne des Vereins handeln.

                                                                6.
halb Jahren hab ich den Entschluss gefasst, eine neue
Herausforderung wahrzunehmen. Wo sie dann final sein
wird, wird sich zeigen.
                                                                                  WAS MACHT EINEN GUTEN
                                                                                  TRAINER AUS?

4.
                                                                              Neben der fachlichen Kompetenz ist ein of-
     WAS HABT IHR UNTER DEIN-                                    fener ehrlicher Umgang mit den Spielern unabdingbar.
     ER REGIE IN AACHEN ANDERS                                   Die Kunst ist es, die Mannschaft dahin zu bringen, dass
                                                                 sie dir blind vertraut und sich mit dem ganzen was man
     GEMACHT ALS VOR DEINEM                                      will, identifiziert.

                                                                7.
ENGAGEMENT?
 Es wäre nicht fair über die Arbeit von meinem Vorgänger                          WIE SOLLTE EIN TRAINER MIT
und den damals handelnden Personen zu urteilen. Das                               SEINER MANNSCHAFT UMGE-
steht mir nicht zu.
Es war natürlich wichtig, erst einmal über Ergebnisse
                                                                                  HEN?
und Kontinuität im sportlichen Bereich, Ruhe in den               Er sollte offen sein für Anregungen und Ideen seiner
Verein zu bekommen und das Vertrauen zu wieder-                  Spieler. Die Kommunikation und den regelmäßigen
zugewinnen. Die Insolvenz im zweiten Jahr hat vieles             Austausch mit seinen Spielern pflegen. Ich persönlich
ausgebremst und uns sehr stark zurückgeworfen. Wir               fordere es ein, dass ein Spieler mündig ist und Verant-
haben über sehr viele kreative Lösungen und Koorper-             wortung übernimmt. Ohne konstruktive Kritik kann sich
ationen, die wir eingegangen sind, dennoch sehr pro-             ein Spieler nicht weiter entwickeln und Fehler abstel-
fessionell arbeiten können. Wenn du kein Geld hast               len. Die Kritik darf nicht ins persönliche gehen. Ver-
und nicht die Qualität kaufen kannst, dann musst du auf          suchen die Spieler in Analysen der eigenen Leistung,
Kontinuität und Entwicklung setzen. Jedoch war nach              der Mannschaftsleistung und Gegner Vorbereitungen
jeder Saison der Aderlass so groß, dass wir immer wie-           und Sitzungen einzubeziehen. Der Spieler sollte das
der einen Neuanfang starten mussten und mit neuen                Gefühl bekommen, dass er jederzeit seine Bedenken
Teams in die jeweilige Saison gegangen sind. Mich                und Probleme ansprechen darf, sowie sich jederzeit ein-
macht es dennoch stolz, dass viele Spieler den Weg in            bringen kann.
die 3 Liga und höher geschafft haben.

ZUR PERSON:
Fuat Kilic hat Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln stud-
iert und ist Inhaber der Fußball-Lehrer-Lizenz. In den letzten 4,5 Jahren war er
als Cheftrainer und Sportdirektor in Personalunion bei Alemannia Aachen
beschäftigt. Vor dieser Zeit war er beim 1. FC Saarbrücken, MSV Duis-
burg, Kasimpasa Istanbul und dem 1. FC Kaiserslautern tätig.

                                               7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                      5
TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
RUBRIK TECHNIK

                                    RUBRIK
                                    TECHNIK

1       PASSKOMBINATION IN DER ZWEIERGRUPPE MIT TORABSCHLUSS (1)

DURCHFÜHRUNG                                                                    VARIANTEN
Die Spieler sind alle in Ballbesitz und verteilen sich auf zwei
                                                                                •   Organisation als Teamwettkampf: Wel-
Startpositionen. Vor den beiden Startpositionen ist eine große
                                                                                    ches Team erzielt zuerst 10/15/20 Tore?
Zone A markiert, in der die Spieler vorgegebene Technikaufga-
                                                                                •   Organisation als 1-gegen-1-Wettkampf:
ben absolvieren, um danach aus den zwei Schusszonen B und C
                                                                                    Welcher Spieler erzielt die meisten Tore?
zum Abschluss auf die Großtore A und B kommen. Die beiden
                                                                                •   Steigerung durch Präzisionsdruck (Ab-
Minitore C und D dienen als Wurfziele für die Torhüter nach ge-
                                                                                    schluss in Zone C und B mit dem ersten
haltenen Bällen. Die Spieler A und B dribbeln gleichzeitig in die
                                                                                    Ballkontakt).
Zone A (vgl. 1) und diagonal aufeinander zu (vgl. 2). Möglichst
                                                                                •   Ausführung einer Finte in Zone B/C (Kör-
zeitgleich spielen sie dem jeweiligen Gegenüber einen Pass in
                                                                                    pertäuschung/Übersteiger/Schusstäu-
den Lauf in Richtung Zone B und C (vgl. 3). Nach dem eigenen
                                                                                    schung).
Abspiel erlaufen sie den Steilpass (vgl. 4) und schießen auf die
                                                                                •   Vorgabe der Torschusstechnik (Spann-
Großtore A und B (vgl. 5). Wenn ein Torhüter einen Schuss fes-
                                                                                    stoß/Innenseite/links/rechts).
thalten kann, dann wirft er als Anschlussaktion den Ball in das
Minitor D oder C. Mit dem Abschluss in Zone B und C (vgl. 5)
starten die nächsten beiden Spieler (hier Spieler C und D) eine
neue Aktion.

    6                                        7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN
TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
RUBRIK TECHNIK

AUFTAKTAKTION
UND TORSCHUSS

2       PASSKOMBINATION IN DER ZWEIERGRUPPE MIT TORABSCHLUSS (2)

DURCHFÜHRUNG                                                                       VARIANTEN
Die Spieler sind alle in Ballbesitz und verteilen sich auf zwei Startpositionen.   •   Organisation als Teamwett-
Vor den beiden Startpositionen ist eine große Zone A markiert, in der die              kampf: Welches Team erzielt zu-
Spieler vorgegebene Technikaufgaben absolvieren, um danach aus den                     erst 10/15/20 Tore?
zwei Schusszonen B und C zum Abschluss auf die Großtore A und B kom-               •   Organisation        als     1-ge-
men. Die beiden Minitore C und D dienen als Wurfziele für die Torhüter                 gen-1-Wettkampf:         Welcher
nach gehaltenen Bällen. Die Spieler A und B dribbeln gleichzeitig in die               Spieler erzielt die meisten Tore?
Zone A (vgl. 1) und spielen möglichst zeitgleich einen diagonalen Pass zum         •   Steigerung durch Präzisions-
jeweiligen Gegenüber in die Zonen B und C (vgl. 2). Nach dem eigenen                   druck (Abschluss in Zone C und
Abspiel erlaufen sie den Steilpass (vgl. 3) und schießen auf die Großtore A            B mit dem ersten Ballkontakt).
und B (vgl. 4). Wenn ein Torhüter einen Schuss festhalten kann, dann wirft         •   Ausführung einer Finte in
er als Anschlussaktion den Ball in das Minitor D oder C. Mit dem Abschluss             Zone B/C (Körpertäuschung/
in Zone B und C (vgl. 4) starten die nächsten beiden Spieler (hier Spieler C           Übersteiger/Schusstäuschung).
und D) eine neue Aktion.                                                           •   Vorgabe der Torschusstechnik
                                                                                       (Spannstoß/Innenseite/links/
                                                                                       rechts).

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TRAINER FUSSBALL - SV Jagstzell
RUBRIK TECHNIK

3       PASSKOMBINATION IN DER ZWEIERGRUPPE MIT TORABSCHLUSS (3)

DURCHFÜHRUNG                                                      VARIANTEN
Die Spieler sind alle in Ballbesitz und verteilen sich auf        •    Organisation als Teamwettkampf: Welches Team
zwei Startpositionen. Vor den beiden Startpositionen                   erzielt zuerst 10/15/20 Tore?
ist eine große Zone A markiert, in der die Spieler vorge-         •    Organisation als 1-gegen-1-Wettkampf: Welcher
gebene Technikaufgaben absolvieren, um danach aus                      Spieler erzielt die meisten Tore?
den zwei Schusszonen B und C zum Abschluss auf die                •    Steigerung durch Präzisionsdruck (Abschluss in
Großtore A und B kommen. Die beiden Minitore C                         Zone C mit dem ersten Ballkontakt).
und D dienen als Wurfziele für die Torhüter nach ge-              •    Ausführung einer Finte in Zone B/C (Körpertäu-
haltenen Bällen. Die Spieler A und B dribbeln gleich-                  schung/Übersteiger/Schusstäuschung).
zeitig in die Zone A (vgl. 1). Der Spieler auf Startposi-         •    Vorgabe der Torschusstechnik (Spannstoß/Innen-
tion B (hier Spieler B) dribbelt diagonal in die Zone B                seite/links/rechts).
(vgl. 2) und schließt auf das Großtor A ab (vgl. 3).
Spieler A orientiert sich am Dribbling von Spieler B
und passt seinen Ball vor dem Spieler B (vgl. 4) in die
Zone C, um Spieler B im Rücken zu hinterlaufen (vgl. 5)
und den eigenen Ball aus der Zone C auf Großtor B
zu schießen (vgl. 6). Wenn ein Torhüter einen Schuss
festhalten kann, dann wirft er als Anschlussaktion den
Ball in das Minitor D oder C. Mit den Abschlüssen in
Zone B und C (vgl. 3/6) starten die nächsten beiden
Spieler (hier Spieler C und D) eine neue Aktion.

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RUBRIK TECHNIK

4       PASSKOMBINATION IN DER ZWEIERGRUPPE MIT TORABSCHLUSS (4)

DURCHFÜHRUNG                                                      VARIANTEN
Die Spieler sind alle in Ballbesitz und verteilen sich auf        •     Organisation als Teamwettkampf: Welches Team
zwei Startpositionen. Vor den beiden Startpositionen                    erzielt zuerst 10/15/20 Tore?
ist eine große Zone A markiert, in der die Spieler vorge-         •     Organisation als 1-gegen-1-Wettkampf: Welcher
gebene Technikaufgaben absolvieren, um danach aus                       Spieler erzielt die meisten Tore?
den zwei Schusszonen B und C zum Abschluss auf die                •     Steigerung durch Präzisionsdruck (Abschluss in
Großtore A und B kommen. Die beiden Minitore C und                      Zone C mit dem ersten Ballkontakt).
D dienen als Wurfziele für die Torhüter nach gehaltenen           •     Ausführung einer Finte in Zone B/C (Körpertäu-
Bällen. Die Spieler A und B dribbeln gleichzeitig in die                schung/Übersteiger/Schusstäuschung).
Zone A (vgl. 1). Spieler A passt seinen Ball diagonal in          •     Vorgabe der Torschusstechnik (Spannstoß/Innen-
den Lauf von Spieler B in die Zone C (vgl. 2). Spieler B                seite/links/rechts).
reagiert, passt seinen Ball quer zu Spieler A (vgl. 3), er-
läuft den Pass in Zone C (vgl. 4) und schließt aus der
Zone C auf Großtor B ab (vgl. 5). Spieler A verarbeitet
das Zuspiel von Spieler B (vgl. 6), dribbelt in Zone B
(vgl. 7) und schließt auf Großtor A ab (vgl. 8). Wenn ein
Torhüter einen Schuss festhalten kann, dann wirft er als
Anschlussaktion den Ball in das Minitor D oder C. Mit
dem Abschluss in Zone B und C (vgl. 5 und 8) starten
die nächsten beiden Spieler (hier Spieler C und D) eine
neue Aktion.

                                                7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                   9
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RUBRIK TECHNIK

5       PASSKOMBINATION MIT TORABSCHLUSS

DURCHFÜHRUNG                                                                      VARIANTEN
Die Spieler A, B, C und D verteilen sich auf vier Startpositionen. Spieler A      •   Vorgabe der Torschusstechnik
ist in Ballbesitz und spielt einen Doppelpass mit Spieler B (vgl. 1 und 2). Mit       (Spannstoß/Innenseite/links/
dem ersten Pass von Spieler A läuft Spieler C ohne Ball diagonal in Rich-             rechts).
tung Großtor A (vgl. 3). Spieler A passt in den Lauf von Spieler C (vgl. 4).      •   Ausführung einer Finte (Körper-
Spieler C verarbeitet das Zuspiel (vgl. 5) und schließt auf Großtor A ab              täuschung/Übersteiger/Schus-
(vgl. 6). Wenn der Torhüter einen Schuss festhalten kann, dann wirft er als           stäuschung) vor dem Schuss
Anschlussaktion den Ball in das Minitor B oder C. Spieler C sammelt den               (vgl. 5).
Ball und stellt sich auf den Startpositionen neu an. Spieler A bleibt nach sei-   •   Steigerung durch Präzisions-
nem letzten Pass (vgl. 4) auf seiner Startposition und wird zum Schützen des          druck (direkter Abschluss/Schuss
nächsten Durchlaufs. Dieser wird von Spieler E gestartet und beginnt mit              mit dem dritten Ballkontakt).
einem Doppelpass mit Spieler D (vgl. 7). Die Spieler starten abwechselnd          •   Steigerung durch halbhohe/
von den beiden Startpositionen mit Ballbesitz. Die Spieler B und D verblei-           hohe/druckvolle/schussähnliche
ben an ihren Startpositionen und agieren als feste Anspieler. Die Spieler B           Pässe (vgl. 4).
und D werden nach einiger Zeit gewechselt.

 10                                            7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN
RUBRIK TECHNIK

6       LAUFKOMBINATION MIT TORABSCHLUSS

DURCHFÜHRUNG                                                                         VARIANTEN
Die Spieler werden in zwei Teams eingeteilt (vgl. Team WEISS und GELB).              •   Organisation als Wettkampf:
Die Spieler von Team GELB schließen nach dem Pass- und Laufeinstieg                      Welcher/s Spieler/Team erzielt
immer auf Tor A ab und die Spieler von Team WEISS schließen nach ihren                   zuerst 5/10/15/20 Tore?
Einstiegen immer auf Tor B ab. Die Spieler verteilen sich an jeweils zwei            •   Organisation     als     Zweier-
Startpositionen. Alle Positionen sind mehrfach besetzt. Jeder Spieler an                 team-Wettkampf:         Welches
den Startpositionen A und E hat einen eigenen Spielball. Die beiden Teams                Zweierteam      erzielt   zuerst
trainieren zeitgleich. Spieler A passt den Ball zu Spieler B (vgl. 1) und um-            5/10/15 Tore?
läuft die beiden Slalomstangen (vgl. 2), erhält den Rückpass von Spieler B           •   Variation der Laufaufgaben
(vgl. 3), verarbeitet das Zuspiel (vgl. 4) und schließt auf das Tor B ab (vgl. 5).       (vgl. 2 und 7).
Mit dem Schuss von Spieler A (vgl. 5) starten die Spieler C und D neue
Aktionen. Spieler A und B tauschen nach ihrem Durchgang ihre Startposi-
tionen. Zeitgleich zum Ablauf von Team WEISS startet Team GELB. Spiel-
er E passt den Ball zu Spieler F (vgl. 6) und umläuft die beiden Slalomstan-
gen (vgl. 7), erhält den Rückpass von Spieler B (vgl. 8) und schließt direkt
auf das Tor A ab (vgl. 9). Mit dem Schuss von Spieler E (vgl. 9) starten
die Spieler G und H neue Aktionen. Spieler E und F tauschen nach ihrem
Durchgang ihre Startpositionen. Die Aufgaben der Gruppen werden nach
einiger Zeit gewechselt.

                                                 7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                     11
FUSSBALL & WISSENSCHAFT

Fußball und Wissenschaft
AGGRESSION IM SPORT

EXPLIZITE AGGRESSION                                          Herabsetzung des Gegenspielers, Mitspielers oder
Der Zweck einer solchen Handlung ist explizit die per-        Schiedrichters zum Ziel haben.
sonale Schädigung eines Sportlers (Gegners), Gegen-           Symbolische Aggressionen, die z. B. in Form des Dro-
spielers oder Schiedsrichters (evtl. aber auch von Zus-       hens mit der Faust oder dem Schläger, aber auch in
chauern, Trainern etc).                                       Form von abfälligen Handbewegungen, Gesten und
Solche Handlungen können innerhalb, aber auch außer-          Gebärden als symbolisch körperliche bzw. verbale Ag-
halb des sportlichen Wettkampfs stattfinden, z.B. nach        gressionen zu verstehen sind.
einem Spiel.                                                  Gabler hat bei einer Untersuchung folgende Häu-
                                                              figkeitsverteilung von „Fouls“herausgefunden:
INSTRUMENTELLE AGGRESSION
                                                              aggressiv 15% - nicht-aggressiv 85 % - explizit aggres-
Aggressionen treten jedoch im Sport nicht nur deshalb
                                                              sive Fouls 2 % - instrumetell 13 %
auf, weil das oberste Ziel der aggressiven Handlung die
personale Schädigung des Gegners ist (explizite Ag-           Je wichtiger ein Spiel ist, desto verstärkt tritt aggres-
gression), sondern weil die aggressive Handlung zum           sives Verhalten auf.
Zweck der Leistungsverbesserung eingesetzt und die
hierbei mögliche Schädigung des Gegners zugunsten             Von aggressiver Handlung kann im Gegensatz zu ein-
des übergeordneten Leistungsziels in Kauf genommen            er erlaubten, leistungsbezogenen Handlung auch nur
wird.                                                         gesprochen werden, wenn

Instrumentelle Aggressionen sind (im Vergleich zu den
                                                              •    sie im Rahmen einer sozialen Interaktion stattfindet
expliziten Aggressionen) als das zentrale Problem des
                                                              •    Normen verletzt (bzw. verbindliche Normen existie-
Sports anzusehen. Beispiele: das rücksichtslose Hine-
                                                                   ren)
ingrätschen beim Fußball, das Anziehen des Knies bei
                                                              •    sich die Normabweichung auf eine personale Schä-
Sprungwurf oder das sogenannte taktische Foul. Train-              digung (physischer oder psychischer Schmerz) be-
er, aber auch Mitspieler oder Zuschauer erwarten zum               zieht
Teil eine solche Spielweise.
                                                              1 DIE FRUSTRATIONS – AGGRESSIONS-
Gleiche Handlungen sind aber unterschiedlich zu be-
werten, je nachdem, in welchem normativen Rahmen              THEORIE
sie stattfinden: Stoßen und Festhalten haben im Rug-          Unter Frustration verstehen wir ein Erlebnis der Enttäu-
by oder Ringen eine andere Bedeutung als im Basket-           schung, der Nichtbefriedigung bzw. Störung einer ziel-
ballspiel; das gleiche gilt für das „Body-check“ beim         gerichteten Aktivität.
Fußball im Vergleich zum Eishockey und ein Schlag ins
Gesicht ist bei einem Sportspiel anders zu bewerten als       Als Aggression gilt jede Verhaltenssequenz, welche auf
beim Boxen.                                                   die Schädigung bzw. Verletzung eines Mitmenschen/
                                                              Sportlers abzielt.
WEITERE UNTERSCHEIDUNGEN AGGRESSIV-
                                                              Die Grundannahmen der Frustrations-Aggressionsthe-
ER HANDLUNGEN IM SPORT
                                                              orie lauten: Jede Aggression ist eine Folge von Frus-
Körperlichen Aggressionen, die mit den verschiedenen          tration und jede Frustration führt zu einer Aggression.
Körperteilen, vor allem mit den Armen und Beinen,             So stellt z.B. eine Untersuchung im Sport fest, dass die
aber auch mit Hilfe der Sportgeräte verübt werden.            Verlierer doppelt so oft in aggressiver Weise gegen
                                                              die Spielregeln verstoßen wie die Gewinner. Mögli-
Verbale Aggressionen, die in Form von abfälligen Be-          cherweise spielen dabei aber auch andere gründe eine
merkungen, Fluchen und Drohungen eine persönliche             Rolle.

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FUSSBALL & WISSENSCHAFT

Frustrationen erhöhen den Erregungszustand eines                3. LERN- UND SOZIALISATIONSTHEORE-
Menschen, was sich auch physiologisch nachweisen                TISCHE AUFFASSUNGEN ZUR AGGRESSION
lässt. Dieser Erregungszustand kann u. a. durch aggres-
sives Verhalten in den Normalbereich zurückgeführt              Aus pädagogisch-psychologischer und aus soziolo-
werden. Die dabei subjektiv spürbare Erleichterung hat          gischer Sicht ist die Auffassung von Bedeutung, dass
zur Folge, dass in ähnlichen Situationen entsprechende          aggressives Verhalten das Ergebnis eines Lern- und So-
Reaktionen wiederholt werden, um diesen Zustand der             zialialisationsprozesses darstellt. Aggressionen werden,
Erleichterung wieder zu errreichen.                             wie fast alle komplizierten menschlichen Verhaltens-
                                                                weisen, erlernt (z.B. durch Verstärkung aggressiver Ver-
Experimente haben ergeben, dass der durch die Frus-             haltensweisen oder Lernen am Modell).
tration entstehende Erregungszustand auch anders als
durch Aggression abgebaut werden kann (Gespräche,               So kann ein Kind z. B. lernen, dass aggressives Verh-
Lachen etc). Eine Erregung, selbst wenn sie als Wut             alten häufig zum Erfolg führt oder das aggressive Mod-
erlebt wird, führt nur dann zu einer Aggression, wenn           ell einer Erziehungsperson zeigt dem Kind eine derar-
ein besonderes Objekt oder ein Sachverhalt vorhanden            tige Verhaltensweise. Aggressive Handlungen, die in
sind, welche durch besondere Reize die Aggression               einem Wettkampfspiel zum Erfolg führen, werden mit
provozieren. Läßt sich z. B. der angefeindete Schieds-          größerer Wahrscheinlichtkeit erneut auftreten.
richter nicht mehr sehen, verliert sich der Affekt in der
                                                                Untersuchungen zeigen, dass schon Kinder zu aggres-
Menge sehr rasch.
                                                                siven Handlungen im Sport angeleitet werden, um den
Häufig wird dem Sport eine aggressive Funktion zug-             Erfolg einer Mannschaft zu erhöhen. Ein Fußballspieler
eschrieben, die ihm nach diesen Ausführungen nicht              lernt sehr schnell, dass „hartes Einsteigen“ sehr erfol-
zukommt. Z. B. löste ein Fußballspiel zwischen El Salva-        greich sein kann. Die Bekräftigung, die im Zurückwe-
dor und Honduras vor der Weltmeisterschaft 1970 ein-            ichen des Gegners oder im Lob des Trainers zum Aus-
en Krieg mit mehreren Tausend Toten aus, Randale von            druck kommt, verstärkt die aggressive Verhaltensweise.
Hooligans am Rande von Sportveranstaltungen wird oft            Sie wird in ähnlicher Situation wiederholt werden.
mit dieser Theorie erklärt.

2. DAS TRIEBMODELL DER AGGRESSION
Die Verarbeitungsmechanismen des Aggressions-
triebs liegen nach dieser Theorie im Unbewussten.
Aggressive Verhaltensweisen werden von einem
angeborenen Aggressionstrieb bzw. -instinkt
bewirkt, Aggressionstau und -entladung fin-
den ständig statt. Der Sport stellt nach dies-
er Auffassung ein günstiges Ventil für ges-
taute Aggressionen dar, weil seine Regeln
und Normen es erlauben, dass diese ges-
tauten Aggressionen im Rahmen eines rit-
ualisierten Konkurrenzverhaltens abgebaut
werden können bzw. in (relativ) ungefährli-
che Bahnen gelenkt werden können.

Sowohl bei S. Freud als auch bei K. Lorenz
wird dem Sport die Funktion der Aggres-
sionsbefriedigung in sozial ungefährlicher
Weise zugesprochen.

Kritiker bemängeln jedoch den unzureichenden
Nachweis eines Aggressionstriebes, wie ihn die Psy-
choanalyse bzw. Vertreter der Verhaltensforschung an-
nehmen.

                                              7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                       13
RUBRIK TAKTIK
                                                MENSCHEN  INTERVIEW

RUBRIK
TAKTIK

                                                                                1     2 GEGEN 2 AUF
                                                                                      GERADE LINIEN UND
                                                                                      MINITORE

DURCHFÜHRUNG                                                                          VARIANTEN
Die Spieler werden in zwei Teams eingeteilt (vgl. Team BLAU und GRAU). Das            •   Vorgabe der Torschus-
Spielfeld ist von vier Minitoren gerahmt (vgl. Minitore A, B, C und D). Auf dem           stechnik auf die Minitore
Spielfeld sind zusätzlich vier Linien markiert (vgl. Linien A, B, C und D). Dabei         (direkter Abschluss/Voll-
ist jede Linie einem Minitor zugeordnet (z. B. Linie A und Minitor A). Die Spieler        spann/Innenseite).
verteilen sich auf vier Startpositionen neben den Minitoren (vgl. Spieler A, B, C     •   Zuordnung der Linien zu
und D). Dabei positionieren sich die Teampartner jeweils diagonal gegenüber               den Minitoren (z. B. das
(vgl. A/B und C/D). Der Trainer bringt einen Ball ins Spiel (vgl. 1). Mit dem Ball-       Bespielen der Linie A
kontakt durch den Trainer startet sowohl Team BLAU (vgl. 2) als auch Team GRAU            öffnet Minitor A).
(vgl. 3) ins Feld. Die Teams spielen im 2 gegen 2. Der neutrale Spieler E kann im     •   Varianten im Bespielen
2 gegen 2 plus 1 hinzugezogen werden und dem jeweils ballbesitzende Team zu               der Linien (Dribbling/
einer Überzahl verhelfen. Um einen Treffer in ein Minitor erzielen zu können, muss        Pass/Lupfer/Mitnahme
das ballbesitzende Team zuvor eine Linie bespielt haben. Sobald ein Treffer in ein        erster Kontakt).
Minitor erzielt wird oder der Ball das Spielfeld verlässt, bringt der Trainer einen   •   Voraussetzung zum Spiel
neuen Spielball ins Spiel (vgl. 1). Die Spieler wechseln nach jedem Durchgang auf         auf die Minitore (Bespie-
eine andere Startposition.                                                                len von 2/3/4 Linien).

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RUBRIK TAKTIK
                                                 MENSCHEN  INTERVIEW

KREATIVITÄT UND
HANDLUNGSSCHNELLIGKEIT

                                                                                       2       2 GEGEN 2 AUF
                                                                                               DIAGONALE LINIEN
                                                                                               UND MINITORE

DURCHFÜHRUNG                                                                  VARIANTEN
Die Spieler werden in zwei Teams eingeteilt (vgl. Team BLAU                   •   Öffnung des nahen Minitores (z. B. Be-
und GRAU). Das Spielfeld ist von vier Minitoren gerahmt                           spielen der Linie A ermöglicht das Spiel
(vgl. Minitore A, B, C und D). Auf dem Spielfeld sind zusätzlich                  auf Minitor C).
vier Linien markiert (vgl. Linien A, B, C und D). Dabei ist jede              •   Öffnung des entfernten Minitores (z. B.
Linie einem Minitor zugeordnet (z. B. Linie A und Minitor A).                     Bespielen der Linie A eröffnet das Spiel
Die Spieler verteilen sich auf vier Startpositionen zwischen den                  auf Minitor A).
Minitoren (vgl. Spieler A, B, C und D). Dabei positionieren sich              •   Öffnung der seitlichen Minitore (z. B. Be-
die Teampartner jeweils gegenüber (vgl. A/B und C/D). Der                         spielen der Linie A eröffnet das Spiel auf
Trainer bringt einen Ball ins Spiel (vgl. 1). Mit dem Ballkontakt                 die Minitore B/D).
durch den Trainer startet sowohl Team BLAU (vgl. 2) als auch                  •   Öffnung der fernen Minitore (z. B. Bespie-
Team GRAU (vgl. 3) ins Feld. Die Teams spielen im 2 gegen 2.                      len der Linie A eröffnet das Spiel auf die
Der neutrale Spieler E kann im 2 gegen 2 plus 1 hinzugezogen                      Minitore A/B/D).
werden und dem jeweils ballbesitzenden Team zu einer Über-
zahl verhelfen. Um einen Treffer in ein Minitor erzielen zu kön-
nen, muss das ballbesitzende Team zuvor eine Linie bespielt
haben. Sobald ein Treffer in ein Minitor erzielt wird oder der Ball
das Spielfeld verlässt, bringt der Trainer einen neuen Spielball
ins Spiel (vgl. 1). Die Spieler wechseln nach jedem Durchgang
auf eine andere Startposition.

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                                                                                           2 PLUS 1 GEGEN 2 NACH

                                                                                           FELDERWECHSEL

DURCHFÜHRUNG                                                    VARIANTEN
Das Spielfeld ist in zwei Bereiche eingeteilt (vgl. Zone A      •    Vorgabe der Passtechnik (vgl. 1/3) bei Anspiel Au-
und B). Team BLAU agiert gemeinsam mit den Spiel-                    ßenspieler/Pass über Mittellinie (direktes Spiel).
ern B und E gegen Team ROT. Die Spieler B und E sind            •    Ermöglichung des Spiels auf die Minitore nach ei-
dabei an den Stirnseiten der Felder A und B positioniert             ner Balleroberung für das Team in Unterzahl.
und die Spieler A/C und D/F sind auf die Spielfeldbere-         •    Begrenzung der maximalen Ballkontakte (z. B. 4/3/2
iche A und B beschränkt. Die Spieler A und C dürfen die              Kontakte oder direktes Spiel) für die Überzahl.
Zone A nicht verlassen und die Spieler D und F dürfen
sich nur in der Zone B bewegen. Die in Unterzahl agie-
renden Spieler G und H dürfen sich frei bewegen. Das
in Überzahl und mit Ballbesitz agierende Team BLAU
spielt auf Ballhalten und darf die Außenspieler B und
E in ihre Passkombinationen einbeziehen (vgl. 1 und 2).
Team BLAU zielt darauf ab, von Anspieler zu Anspieler
zu kombinieren (ein Punkt) und dabei entsprechend die
Mittellinie zu überspielen (vgl. 3), ohne dass die Spieler
ihre Zonen verlassen. Team ROT versucht, die Anspiele
auf die Außenspieler sowie Pässe über die Mittellinie
zu verhindern und darf dabei in beiden Spielfeldzonen
agieren (vgl. 4). Sobald ein Spieler von Team ROT den
Spielball berührt oder der Ball das Spielfeld verlässt,
bringt der Trainer einen neuen Spielball ins Spiel. Das
Team in Unterzahl wird regelmäßig gewechselt.

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                                                MENSCHEN  INTERVIEW

                                                                                    4       3 GEGEN 3 PLUS 4
                                                                                            AUF ZONEN

DURCHFÜHRUNG                                                    PUNKTEWERTUNG
Das Spielfeld besteht aus einem zentralen Spielfeld             •    Ein Punkt: Pass über zwei Linien der Raute (vgl. 3)
(Das Spielfeld ist in mehrere Zonen aufgeteilt. Innerhalb            und Ballmitnahme (vgl. 4).
der zentralen Spielzone befindet sich eine mittig aus-          •    Zwei Punkte: Pass über zwei Linien der Raute (vgl. 3)
gerichtete Raute (vgl. Zone E). Die zentrale Spielzone               und Pass auf einen Außenspieler (vgl. 4).
ist in den Eckbereichen zudem von vier dreieckigen
Feldern begrenzt (vgl. Zonen A, B, C und D). Zwischen
den Eckzonen A, B, C und D positionieren sich außer-
halb der zentralen Spielzone vier neutrale Spieler
(vgl. Außenspieler G, H, I und J). Die Spieler werden
in zwei Teams eingeteilt (vgl. Team ROT und BLAU).
Die Teams spielen zunächst auf Ballhalten (vgl. 1) und
können dabei die Außenspieler im Doppelpass oder im
Spiel über den Dritten (vgl. 2) einbeziehen. Nach einem
erfolgreichen Einbezug eines Außenspielers (vgl. 2) darf
die zentrale Raute E bespielt werden (vgl. 3). Das Be-
spielen der Raute muss durch eine vorgegebene An-
schlussaktion (vgl. 4) abgeschlossen werden. Das erfol-
greiche Bespielen der zentralen Raute E führt zu einem
Punktgewinn. Vor dem erneuten Spiel auf die zentrale
Raute E muss zunächst wieder ein Außenspieler ang-
espielt worden sein. Die Schwierigkeit wird erhöht, in-
dem Läufe ohne Ball durch die zentrale Raute verboten
werden. Zudem kann eine Pressingmöglichkeit eröffnet
werden, indem das ballbesitzende Team zu einem drei
Sekunden langen Ballaufenthalt gezwungen wird, falls
der Ball in eine der Eckzonen läuft.

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                                                                                           3 PLUS 1 GEGEN 3 AUF
                                                                                           3 PLUS 1 GEGEN 3 NACH
                                                                                           FELDERWECHSEL

DURCHFÜHRUNG                                                    VARIANTEN
Das Spielfeld ist in zwei Bereiche eingeteilt (vgl. Zone A      •    Steigerung (vgl. 3) durch Vorgabe der Passtechnik
und B). In jeder Zone ist ein neutraler Spieler position-            (direktes Spiel) zum Felderwechsel.
iert (vgl. Spieler J und K). Diese neutralen Spieler dür-       •    Steigerung (vgl. 3) durch Vorgabe des Ballempfän-
fen ihre Zonen nicht verlassen. Alle anderen Spieler                 gers (Spieler K/J) zum Felderwechsel.
sind in drei Teams eingeteilt (vgl. Team ROT, BLAU und
GELB). Die Teams ROT und BLAU agieren zunächst in
Ballbesitz und dürfen dabei ihre Zonen nicht verlassen.
Team ROT agiert in Feld A und Team BLAU agiert in
Feld B. Team GELB agiert zunächst in der Defensive
und versucht, den Spielball zu berühren bzw. zu er-
obern. Team ROT versucht, den Ball in den eigenen
Reihen zu halten (vgl. 1), darf dabei den neutralen
Spieler J einbeziehen (vgl. 2) und hat die Möglichkeit,
Pässe in die andere Spielfeldhälfte zu spielen (vgl. 3).
Team BLAU spielt nach Ballerhalt ebenfalls auf Ball-
halten (vgl. 4) und kann den neutralen Spieler K mit
einbeziehen (vgl. 5). Nach einem Felderwechsel (vgl. 3)
wechselt Team GELB geschlossen in das gegenüber-
liegende Feld B und versucht, dort eine Balleroberung
zu realisieren. Sobald das Team in Unterzahl den Ball
erfolgreich erobert oder berührt hat, bringt der Trainer
einen neuen Ball in der anderen Spielfeldzone ins Spiel
und das Team, welches zuvor den Fehler zum Ballver-
lust begangen hat, wechselt in die Defensive und läuft
entsprechend in das andere Feld.

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                                                 MENSCHEN  INTERVIEW

                                                                                  6        4 GEGEN 4 AUF
                                                                                           ZENTRALE FARBFELDER
                                                                                           UND ZUGEORDNETE
                                                                                           MINITORE

DURCHFÜHRUNG
Das Spielfeld ist von vier Minitoren gerahmt. Im Zentrum des Felds befinden sich mehrere Linien, die durch Mark-
ierungshütchen positioniert sind. Im Zentrum sind die beiden Linien A und B positioniert. An den Linien A und
B sind vier farbige Linien angeschlossen (vgl. Linien ROT, GRÜN, WEISS und BLAU). Jede Linie entspricht einem
Minitor, welches mit der gleichen Farbe markiert ist und sich immer diagonal entfernt befindet (vgl. Minitore ROT,
GRÜN, WEISS und BLAU). Die Spieler sind in zwei Teams eingeteilt (vgl. Team BLAU und Team ROT). Der neu-
trale Spieler I kann dem jeweils ballbesitzenden Team zu einer Überzahl verhelfen. Das ballbesitzende Team (hier
Team BLAU) spielt zunächst auf Ballhalten und versucht, die verschiedenen Linien mit einem Pass zu bespielen
(vgl. 1). Nachdem eine der Linien erfolgreich bespielt wurde, beginnt sofort das Spiel auf die Minitore (vgl. 2).
Gemäß den zuvor bespielten Linien kann sich das Team für einen Angriff auf das farbig gleich markierte Minitor
ausrichten (hier Minitor BLAU) und nach weiteren Passoptionen (vgl. 3 und 4) einen Treffer erzielen (vgl. 5). Nach
einem erfolgreichen Pass über eine Linie (vgl. 1) können auch weitere Linien bespielt (vgl. 4) und dadurch weitere
Minitore geöffnet werden. Nach einer Balleroberung schließt sich immer wieder eine erneute Spielsituation auf die
Linien an. Sobald ein Treffer erzielt wird oder der Ball das Spielfeld verlässt, bringt der Trainer einen neuen Spielball
ins Spiel (vgl. 6). Wenn die Linie A mit einem Pass bespielt wird, öffnen sich die Minitore BLAU und ROT. Wenn die
Linie B mit einem Pass bespielt wird, öffnen sich die Minitore WEISS und GRÜN. Wenn eine der Linien A und B im
Dribbling bespielt wird, öffnen sich alle vier Minitore.

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MENSCHEN INTERVIEW

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                                               INTERVIEW

    BESTSELLER:
    SPIELINTELLIGENZ ALTERSGERECHT TRAINIEREN

                                                                                             Horst Wein
                                                                                             SPIELINTELLIGENZ IM FUSSBALL
                                                                                             Kindgemäß trainieren

                                                                                             Spielintelligenz im Fußball - kindgemäß trainieren zeigt eindrucksvoll,
                                                                                             wie das komplizierte Fußballspiel mit einem altersgerechten und spielo-
                                                                                             rientierten Training in vier verschiedenen Entwicklungsstufen und einem
                                                                                             neuen Wettspielmenü, das auch die Spielintelligenz Schritt für Schritt för-
                                                                                             dert, perfekt an die geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Kinder und
                                                                                             Jugendlichen angepasst werden kann. In Horst Weins international aner-
                                                                                             kanntem Fußballentwicklungsmodell geht das motorische Lernen Hand
                                                                                             in Hand mit dem kognitiven Lernen. Jeder Spieler lernt, das Spiel ab dem
                                                                                             Alter von 8 Jahren richtig zu „lesen“, dank der Bedeutung, die der Au-
                                                                                             tor der Wahrnehmungsfähigkeit und der Entscheidungsfindung in allen
                                                                                             seinen altersspezifischen Programmen einräumt. Anstatt zu instruieren,
                                                                                             wird hier stimuliert und anstatt Lösungen zu geben, werden die Trainer
                                                                                             dazu animiert, Probleme zu präsentieren. Dieses reich illustrierte Hand-
                                                                                             buch ist bereits ein Bestseller in englischer und in spanischer Sprache.

424 Seiten                                    978-3-89899-946-5
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5. Auflage Februar 2018

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                                                                   Preisänderungen vorbehalten und Preisangaben ohne Gewähr! Foto: ©Dirima/stock.adobe.com
PROBLEMFELD

1       WARM-UP (1)DURCHFÜHRUNG

#1 LAUF-ABC                                                     #3 LANGE PÄSSE MIT SEITLICHER BALLMIT-
                                                                NAHME
Torhüter A beginnt und läuft mit verschiedenen Bewe-
gungsaufgaben zum zweiten Hütchen (vgl. 1), dreht sich          Die Torhüter A und B spielen sich über eine lange Distanz
und rollt den Ball (abwechselnd mit links und rechts) zu-       Pässe zu (vgl. 1). Jeder Ball wird zur Seite (weg vom Tor)
rück zum Torhüter B (vgl. 2). Bewegungsaufgaben: Hop-           verarbeitet (vgl. 2) und zum Partner zurückgepasst (vgl.
serlauf rückwärts (vgl. A) und den Ball um die Hüften           3). Aufgaben: Den Pass abwechselnd mit der Innenseite
kreisen, Sidestep und den Ball um die Hüften kreisen            (links/rechts) und Außenseite (links/rechts) verarbeiten.
(vgl. A‘), Ball nach vorne hochwerfen und im Sprungwurf
fangen (vgl. A‘‘‘).                                             #4 UMSCHALTEN
                                                                Die Torhüter spielen sich den Ball hin und her. Dabei wie-
#2 BEINARBEIT UND KURZE PÄSSE                                   derholen sich immer folgende Techniken: Volleyschuss
Die Torhüter A und B stehen sich gegenüber und spiel-           (vgl. 1), Abwurf (vgl. 2) und Dropkick. Variante: Weitere
en sich den Ball hin und her (vgl. 1). Dabei sind sie mit       Aufgaben in die Reihenfolge integrieren.
tippelnden Schritten auf den Fußballen stets in Bewe-
gung. Aufgaben: direkte Pässe (links/rechts), Pässe mit
der Sohle, Annahme links (rechts) und Pass rechts (links),
Annahme mit der Außenseite (links/rechts) und Pass mit
der Innenseite (links/rechts).

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PROBLEMFELD

PROBLEMFELD…
TORHÜTERTRAINING

2       WARM-UP (2)

DURCHFÜHRUNG
Die Feldspieler (vgl. Team WEISS) dribbeln jeder mit einem Ball frei im Feld. Die Torhüter (vgl. A und B) bewegen
sich ebenfalls frei im Feld. Die Torhüter fordern entweder kurze, druckvolle Schüsse (vgl. A) oder hohe und lange
Flugbälle (vgl. B), indem sie den Namen des ballführenden Spielers rufen.

COACHING
•   Kontrolle und Korrektur der Torhütertechniken.
•   Absichern von flachen Schüssen mit tief gebeugtem Knie hinter den Händen.
•   Einbeiniger Absprung/Körperschutz mit angewinkeltem Bein.
•   Fangen der Bälle am höchstmöglichen Punkt.

VARIANTE
Nach dem Abspiel des Feldspielers (vgl. 2) setzt sich der Passgeber sofort ab (vgl. 3). Der Torhüter (vgl. A) rollt oder
wirft den Ball getimt in den Lauf des Mitspielers (vgl. 4). Der Feldspieler verarbeitet (vgl. 5) und schließt auf ein Minitor
ab (vgl. 6).

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PROBLEMFELD

3        WARM-UP (3)

DURCHFÜHRUNG
Team WEISS (vgl. A) spielt mit dem Torhüter T1 gegen das Team ROT (vgl. B) mit dem Torhüter T2. Die Teams
spielen sich den Ball so oft wie möglich mit der Hand zu (vgl. 1), ohne dass dabei ein gegnerischer Spieler den Ball
abfängt oder der Ball den Boden berührt (Ballbesitzwechsel). Ziel ist es, acht Pässe in Folge zu spielen (ein Punkt).
Nach den ersten acht Pässen kann durch weitere acht Pässe ein zweiter Punkt erzielt werden (usw.). Alternativ kann
der Torhüter des Teams durch Abwurf oder Abrollen in ein Minitor einen Treffer erzielen (zwei Punkte). Nach Ab-
schluss auf ein Minitor bringt der Trainer einen neuen Ball ins Spiel.

VARIANTEN

•    Variation der Pass- und Abschlusstechnik: Spiel mit Ball am Fuß.
•    Variation des Spiels mit Ball am Fuß: Pflicht/Möglichkeit des Handeinsatzes der Torhüter.

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PROBLEMFELD

4       BEINARBEIT (ANSCHLUSSAKTION)

DURCHFÜHRUNG
Im Folgenden werden vier verschiedene Übungen vorgestellt. An jeder Station startet der Torhüter am Starthütch-
en (vgl. ROTE Markierungshütchen). Er beginnt mit einer vorgegebenen Bewegungsaufgabe (vgl. 1) und erhält
im Anschluss einen flachen (vgl. #1 und #2) oder halbhohen (vgl. #3 und #4) Schuss durch den Trainer oder einen
zweiten Torhüter (vgl. 2).

COACHING
Die Bewegungsaufgaben sollten schnell, aber korrekt ausgeführt werden. Dabei sollte der Torhüter nur kurze
Kontaktzeiten am Boden haben. Es ist sinnvoll, eher auf dem Fußballen zu arbeiten und mit einem tiefen Körper-
schwerpunkt zu trainieren.

VARIANTEN
#1: Vorgabe der Sprungtechnik über die Hürden (Einbeinsprünge/Schlusssprünge).

#2: Vorgabe der Sprungtechnik über die Hürden (schnelles/reaktives Abstoßen).

#3: Vorgabe der Schrittfolgen an der Koordinationsleiter.

#4: Vorgabe der Schrittfolgen und Sprungtechniken an den Koordinationsreifen.

                                            7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                25
PROBLEMFELD

5        BEINARBEIT (FLACHE BÄLLE) (1)

DURCHFÜHRUNG
Torhüter A steht mit dem Rücken zum Spielfeld auf der Torlinie. Auf ein Trainersignal („START“) geht er in die Knie
und springt explosiv hoch und berührt mit seinen Händen die Latte (vgl. 1). Direkt im Anschluss bewegt er sich
im tiefen Sidestep zum Pfosten und berührt diesen (vgl. 2). Anschließend dreht er sich (vgl. 3) und erhält von To-
rhüter B (oder dem Trainer) einen flachen Schuss in die untere Ecke (vgl. A‘‘). Aufgabenwechsel der beiden Torhüter
nach fünf Schüssen. Nach einigen Übungsdurchläufen wird die Laufrichtung (vgl. 2) gewechselt.

VARIANTEN

•    Variation/Veränderung der Startposition: Stehen/Sitzen/Liegen/Hocken.
•    Variation/Veränderung des Laufstils: Hinken/Schlusssprünge (vgl. 2).
•    Variation/Veränderung der Zuspiele durch Spieler B (z. B. halbhohe und hohe Schüsse).
•    Hinzufügen von Umschaltaktionen durch weitere Schüsse.

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PROBLEMFELD

6       BEINARBEIT (FLACHE BÄLLE) (2)

DURCHFÜHRUNG
Torhüter A steht auf der Torlinie und startet mit einem kurzen Sprint zur ersten Hürde. Er springt in Schlusssprün-
gen über die Hürde und direkt wieder zurück (vgl. 1). Anschließend läuft er im tiefen Sidestep (Blick in das Feld
zu Torhüter B) zur anderen Hürde und überspringt auch diese (vgl. 2). Danach überquert er die Stangen in einer
vorgegebenen Laufübung (vgl. 3). Er tritt weiter vor und muss den Schuss von Torhüter B abwehren (vgl. 4).

VARIANTEN

•   Variation/Veränderung des Laufstils: tiefer Sidestep (vgl. Laufweg zu 1 und 2).
•   Hinzufügen einer Umschaltaktion nach dem Ballhalten: Abwurf in ein Minitor (vgl. A‘).
•   Hinzufügen einer Umschaltaktion: hoher Zuwurf von C oder T und Abwurf in ein Minitor.
•   Organisation als Wettkampf:
    Welcher Torhüter schafft in drei Minuten die meisten Treffer in das Minitor?
    Wechsel der trainierenden Torhütern nach fünf Treffern in das Minitor.

                                             7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                   27
PROBLEMFELD

7        BEINARBEIT (FLACHE BÄLLE) (3)

DURCHFÜHRUNG
Torhüter A springt im Schlusssprung über die Hürde (vgl. 1) und erhält einen flachen Schuss in die Torecke (vgl. 2).
Nach der Parade (vgl. A‘) orientiert sich der Torhüter schnell zurück zur Hürde und krabbelt bzw. taucht unter der
Hürde hindurch (vgl. 3). Anschließend erhält er einen weiteren Schuss in die andere Torecke (vgl. 4).

COACHING
•    Abwehren nach außen/Parieren nach vorne/Vermeidung von rückwärtigem Fallen.
•    Aufrechterhaltung einer nach vorne gerichteten Blickrichtung beim Sprung und Tauchen.

VARIANTEN
•    Hinzufügen weiterer Sprünge: dreifacher Schlusssprung (vor/zurück/vor).
•    Variation/Veränderung der Zuspiele (z. B. halbhohe und hohe Schüsse).

28                                           7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN
Fussball
                                  Durch Spielen zum Taktikfuchs

                                  Taktik im Fußball theoretisch und praktisch verständlich
                                  zu vermitteln, ist nicht leicht. Der Bedarf an guten Lehr-
                                  werken ist deshalb in diesem Bereich überaus groß.

                                  Das im Buch beschriebene, dreistufige Spielreihenmo-
                                  dell ist ein ganz neuer Ansatz und wendet sich gezielt an
                                  Lehrer und Vereinstrainer. Entsprechend des Alters- und
                                  Leistungsniveaus der zu trainierenden Gruppe werden
                                  zahlreiche Spielformen zu diversen taktischen Inhalten
                                  angeboten, wobei unterschiedliche Rahmenbedingungen
                                  gezielt Berücksichtigung finden.

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MENSCHEN INTERVIEW

COAC H L I K E …
      R I E L IMR A N
 -GAB
WIE FINDE ICH MEINE EIGENE TRAINERPHILOSOPHIE?
VERSUCH EINES LEITFADENS

Die Trainer aller Spiel- und Altersklassen sind täglich          Zuallererst ist es sinnvoll die Arbeitsbereiche bzw. Ein-
neuen Herausforderungen ausgesetzt. Für gewöhnlich               satzfelder des jeweiligen Trainers festzulegen. Diese
tuen sich jeden Tag eine oder mehrere neue Aufga-                können sich unterscheiden, beispielsweise zwischen
ben auf, die eine Entscheidung des Trainers erfordern.           denen des Cheftrainerpostens und denen des Co-Train-
Nach getroffener Entscheidung stellt sich häufig die             ers-Videoanalyse. Für den vorliegenden Versuch eines
Frage, war es die richtige Entscheidung? Im Sinne des            Leitfadens wird die Arbeit eines Cheftrainers zugrunde
Spielers, des (Funktions-)Teams und auch für mich als            gelegt. In diesem Beispiel werden einem Trainer, wie
Trainer? Kern dieser Fragestellung impliziert, dass man          gewöhnlich, die Kompetenzen über alle operativen
seinen Spieler, sein Team und auch sich selber kennt.            Entscheidungen in Bezug auf die Spieler und das Funk-
Wahrscheinlich würde sich so ziemlich jeder Trainer              tionsteam vom Verein zugesprochen. Kompetenz darf
bei der Antwort auf diese Frage mit einem schnellen              hier nicht nur als disziplinarische Bemächtigung durch
Ja wiederfinden, doch kennt man sich und seine Arbeit            den Verein verstanden werden. Kompetenz wird im vor-
wirklich dermaßen gut? Oder handelt man nicht doch               liegenden Leitfaden ebenso als Fähigkeit des Trainers
oft vorschnell bzw. emotionsgeleitet und fragt sich den-         verstanden, in diesen Einsatzfeldern sein Wissen situ-
noch, ob es richtig war? Aus eigener Erfahrung kann              ationsgerecht zur Anwendung bringen zu können. Um
ich berichten, dass man häufig Entscheidungen rein               jeden Trainer bei der Entwicklung seiner eigenen Train-
aus Gewohnheit oder Emotionen getroffen und diese                erphilosophie die Freiheit zu lassen, seinen eigenen
kurze Zeit später bereut hat. Gleichermaßen habe ich             Weg zu finden, sollen zunächst nur 3 Kernkompetenzen
Entscheidungen getroffen und diese anfangs als nicht             benannt werden, die eine grundlegende (Gedanken-)
besonders wichtig eingestuft, deren Konsequenzen                 Struktur geben, in der jeder Trainer seine Arbeit (Ein-
im Nachhinein aber, als Teil eines großen Ganzen er-             satzfelder) wiederfinden kann (Peters, 2012):
schienen und sich in vielen weiteren Bereichen meiner
Arbeit mit dem Team auswirkten. Daraus eröffnet sich
die Frage, ob man dieser Problematik nicht vorbeugen                1. Ich-Kompetenz
kann. Die Antwort darauf könnte das Entwickeln und                  2. Du-Kompetenz
vor allem Verinnerlichen einer eigenen Trainerphiloso-              3. Fachkompetenz
phie sein. Diese reduziert sich nicht allein auf die eigene
Spielidee, die üblicherweise häufig mit dem Begriff der          Es gilt bei der Entwicklung seiner eigenen Trainer-
Trainerphilosophie gleichgestellt wird. Trainerphiloso-          philosophie darum, seine eigenen Gedanken, Neigun-
phie soll vielmehr stellvertretend für die gesamte Arbeits-      gen, sowie Stärken und Schwächen kennenzulernen
weise des Trainers stehen, wie er mit sämtlichen Her-            und diese zu strukturieren. Um dieses Brainstorming
ausforderungen seines Berufes umgeht, unter anderem              in eine Struktur zu bringen und seine Gedanken und
mit der Betreuung von Spielern, der Trainingsgestal-             Ideen zielgerichtet (zusammen) zu führen, bietet es sich
tung als auch dem Entwickeln einer Spielidee. Trainer-           an, mit Leitfragen zu arbeiten. So stellen sich bei den
philosophie, gedacht als Orientierung und Stütze für             Kernkompetenzen jeweils folgende Fragen:
den Trainer selbst und sein gesamtes Arbeitsumfeld,
um einen geregelten roten Faden in der gemeinsamen
Arbeit zu haben. Nachdem in aller Kürze die Vorteile
einer eigenen Trainerphilosophie angeführt wurden,
soll im Folgenden ein Leitfaden zur Entwicklung dieser
vorgestellt werden.

 30                                            7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN
COACH LIKE... GABRIEL IMRAN

1. Ich-Kompetenz:                                            1. Ich-Kompetenz:
• Was ist mein Ziel, meine Vision als Trainer und was        • Mein Ziel ist es Spieler in ihrer Spielfähigkeit und
   ist mir wichtig?                                             Kreativität zu entwickeln. Mir ist der Spieler, mit
                                                                seinen Befindlichkeiten wichtig
•   Was sind meine eigenen Stärken und was sind mei-
    ne Schwächen?                                            •    Stärken: Kommunikation und Empathie, praktische
                                                                  Anleitung und Coaching/Schwächen: Theoretische
Führt zu:                                                         Trainingsplanung, Videoanalyse

2. Du-Kompetenz:                                             2. Du-Kompetenz:
• Wie vermittle ich meine Botschaften (Inhalte, Werte        • Der methodisch-didaktische Aufbau meiner Arbeit
   und Normen)?                                                 zielt darauf ab, dass die Spieler zunächst eigene
                                                                Erfahrungen auf dem Platz in offenen Aufgaben-
•   Wie begleite bzw. führe ich meine Spieler, meine            stellungen      sammeln                  können,
    Mannschaft, mein Funktions-team?                            bevor wir sie spe-
                                                                zifisch in Form von
Führt zu und wird abgerundet durch:                             Videoanalysen
                                                                etc. nachberei-
3. Fachkompetenz:                                               ten
• Wie möchte ich spielen lassen (Spielidee)?

•   Wie möchte ich meine Spielidee trainieren lassen
    (Trainingsidee)?

Dieser Leitfaden ist so
strukturiert, dass die
einzelnen      Kompe-
tenzbereiche aufein-
ander aufbauen und
eine Struktur gege-
ben werden soll, die
vom einen zwangs-
läufig zum anderen
führt, sowie ineinan-
dergreift.    Beginnend
mit der Frage nach dem
eigenen Ziel, bestimmt der
Trainer gleichzeitig durch seine
Antwort darauf, wie er führen will und
auch welche Spielidee er verfolgt. Wenn
es beispielweise sein Ziel ist, vorrangig die
Spielfähigkeit seiner Spieler zu entwickeln
und eine verschworene Einheit zu formen, wird
er eher einen transformationalen Führungsstil an
den Tag legen, bei dem er die Spieler da abholt
wo sie sind, auf ihre Bedürfnisse eingeht und eine
offensive Spielidee trainieren lässt, in der Freiräume
für Kreativität und eigene Entscheidungen der Spieler
möglich sind (Hermann & Mayer, 2016). Beispiel:

                                           7/2020 | FUSSBALLTRAINER MAGAZIN                                     31
MENSCHEN INTERVIEW

•    Ich begleite meine Spieler und hole sie da ab, wo           werden, in der es beispielsweise
     sie gerade jetzt stehen und gehe somit vielmehr in-         das Ziel des Trainers ist, vorran-
     dividuell auf sie ein, als dass ich durch strikte und       gig Ergebnisse einzufahren und
     zeitbeständige Vorgaben von oben herab führe                ihm seine Außendarstellung und
     (beispielsweise tadle ich sie nicht bei jedem Fehler,       sein Ego am wichtigsten sind. So
     da sie sonst den Mut zu kreativen Entscheidungen            würde er seine Inhalte durch direkte
     verlieren). Ich achte auf einen intensiven Austausch        Vorgaben an die Spieler vermitteln und ihnen
     im Trainerteam und hole mir Co-Trainer an die Seite,        nicht die Möglichkeit geben eigene Wege zu finden,
     die meine Schwächen ausfüllen können und gebe               da ihm die genaue Umsetzung seiner Vorstellungen
     dabei den Kompetenzbereich der Trainingsplanung             wichtig ist. So führt er sowohl seine Mannschaft, als
     und Videoanalyse in die Hände meiner Co-Trainer,            auch sein Funktionsteam autoritär und ohne größeres
     die mir ihre Ideen und ihre Expertise näherbringen          Mitspracherecht. Die Spielidee wirkt dadurch strikt
                                                                 strukturiert, Spieler handeln fast ausschließlich nur nach
               3. Fachkompetenz:                                 Anweisungen. Das Training ist gespickt mit klaren Han-
                              • Die Spielidee ist von            dlungsanweisungen und Fehler bzw. Abweichungen
                              einer offensiven Aus-              von den Trainervorgaben werden direkt angesprochen
                              richtung gekennzeich-              und getadelt.
                              net und ermöglicht mit
                             vielen Freiräumen den               Durch diesen Leitfaden ist eine Trainerphilosophie
                            Spielern ihre Kreativität            auch auf ihre Schlüssigkeit, sprich die Kongruenz ihrer
                           auszuleben und mutig nach             einzelnen Kompetenzen und damit auf ihre Erfolg-
                           vorne zu spielen                      swahrscheinlichkeit prüfbar. So kann man sich keine
                                                                 mutigen, selbstbewussten Spieler wünschen, wenn
                             •     Die Trainingsidee ist         man sich stets selber als Trainer in den Fokus rückt und
                             daher mit vielen offenen            den Spielern keine Entscheidungsmöglichkeiten gibt.
                           Spielformen und wenigen               Genauso kann man bei seiner Spielanalyse vorgehen.
                         Vorgaben gefüllt, sodass Frei-          Wenn es zum Beispiel dem eigenen Spiel an Kreativität
                       raum für Kreativität genutzt wer-         mangelt, können die Fragen des Leitfadens rückwärts
                       den kann, sich so infolgedessen           durchlaufen werden und die Ursache nicht in der Fach-,
                          die Spielintelligenz entwickelt        sondern evtl. in der Du-Kompetenz, bei der Vermittlung
                              und die Spieler sich auch          der Inhalte und der Führung von Spielern zu finden
                                  im Training mit den ei-        sein. Wenn hier autoritär geführt und die
                                     genen Bedürfnissen          methodisch-didaktische Vermittlung von Inhalten nur
                                      abgeholt fühlen            Vorgaben und keine eigenständigen Entscheidungen
                                                                   der Spieler vorsehen, eine Trainingsidee ohne
                                                                       freie Spielformen, stattdessen mit in sich ges-
                                                                        chlossenen Übungsformen stattfindet, kann
                                                                       infolgedessen auch kein Kreatives Spiel voraus-
                                                                     gesetzt werden. So entscheidet sich der Erfolg ein-
                                                                   er Trainerphilosophie dadurch, dass ein Rädchen ins
                                                                 andere greift und ein sich unterstützendes, schlüssiges
                                                                 System entsteht.

                                                                 Erst dann kann von einer klaren Trainerphilosophie
                                                                 gesprochen werden, die sich lohnt, da sie nicht nur
                                                                 dem Trainer selbst, sondern auch den Spielern, Train-
                                                                 erkollegen und dem weiteren Umfeld feste Orien-
                                               A l t e r-        tierung geben kann. Doch die Umsetzung dieser drei
                                             nativ kann          Kern-Kompetenzen setzt für den jeweiligen Trainer
                                         auch eine zum           mit der jeweiligen Trainerphilosophie Fähigkeiten, At-
                                      obigen Beispiel            tribute etc. voraus, die man sich nicht von heute auf
                                gegensätzliche Trainer-          morgen aneignet. Vielmehr ist es ein stetiger Entwick-
                                philosophie entwickelt           lungsprozess, der dafür sorgt, dass man sich täglich

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