Bote Steinbach - Seniorenhaus ...
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Steinbach
Deutsches Rotes Kreuz
Bote
Hauszeitung für das DRK-Seniorenhaus Steinbach
Ausgabe 2/2020
Mit dem Alphorn gegen Corona
Seite 1
(Zum Bericht auf Seite 10)SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Liebe Leserinnen und Leser, rekturen kümmerte, aber auch immer wie-
der Artikel beisteuerte.
als das Redaktionsteam Anfang des Jahres
feststellt, dass in diesem Jahr die 75. Aus- Nicht nur bezogen auf den SteinbachBoten
gabe des SteinbachBoten anstehen würde, hat Corona einiges durcheinander ge-
konnten wir es selbst kaum glauben! 2001 bracht. So wird die 75. Ausgabe keinen wei-
fassten wir den Entschluss, eine eigene teren Rückblick auf die letzten 19 Jahre lie-
Heimzeitung zu erstellen. fern, sondern sich mit den letzten Monaten
und den damit verbundenen kleineren und
Im Jahr 2000 wurde das ehemalige „Alten-
größeren Geschichten befassen.
heim Haus Steinbach“ abgerissen, und wir
zogen mit Sack und Pack nach Bad Go- Dass sich das Leben in einer Pflegeeinrich-
desberg in die Wichterichstraße, sozusagen tung unter Corona deutlich von unserem
hinter die Godesburg. gewohnten Umgang miteinander unter-
scheidet, mussten wir alle erfahren. Erleben
Dort hatte uns die AWO ihr kurz zuvor ge-
konnten wir aber auch, wie das Miteinander
räumtes altes Heim zur Verfügung gestellt,
und die Einsicht in verordnete Maßnahmen
um die Übergangszeit bis zum Neueinzug
gewachsen sind. Wir bleiben zuversichtlich.
zu überbrücken. Wir waren sehr froh, in
überschaubarer Nähe zu unserem Standort
in Mehlem ein Gebäude nutzen zu können,
das für alle unsere damaligen Bewohnerin-
nen und Bewohner ausreichend Platz bot.
In dieser Zeit entstand dann die Idee, eine
eigene Heimzeitung zu erstellen. Mit einiger
Vorlaufzeit konnten wir dann unseren Le-
sern im September 2001 die erste Ausgabe
präsentieren. Seither haben wir es fast
ausnahmslos geschafft, unseren Leserin-
nen und Lesern quartalsmäßig eine Neu-
auflage anzubieten.
Im damaligen Editorial unserer ersten Aus-
gabe versprachen wir, mit unserer neuen
Hauszeitung über „Wissenswertes rund
ums Haus Steinbach“ zu berichten. Diesem
Grundsatz sind wir über all’ die Jahre treu
geblieben, und es gelang uns, den Leserin-
nen und Lesern interessante, spannende,
informative und lustige Geschichten anzu-
tragen. Unterstützt wurden wir durch ein
Team Ehrenamtlicher, das sich vor allem
Titelseite der 1. Ausgabe des
um das Layout und die notwendigen Kor-
SteinbachBoten, der damals noch
Der-Steinbach-Kurier hieß.
Seite 22/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Geburtstagsjubilare
Gleich zwei Jubilare mit 100 und so-
gar 102 Jahren bescherte uns das
Jahr 2020.
Am 18. 4. durfte Frau Proske den
100. Geburtstag feiern. Wie viele
Menschen, die in diesem Jahr und
besonders in den Anfangswochen
von Corona einen runden Geburtstag
feiern konnten, fiel die große Party
aus. Mitte April waren zudem die Be-
suchsbedingungen noch sehr stark Anna Klein
reglementiert, so dass lediglich eine
kleine Runde mit Sohn und Schwie- ständlich gab es auch einen Blu-
menstrauß von Heimgeschäftsführer
Matthias Walbröl.
Anna Klein zog 2002 mit der Eröff-
nung der neuen Einrichtung bei uns
ein und hatte sich schon im Rohbau
ihr neues Zuhause ausgesucht. Wir
kennen sie als ehemaliges Mitglied
des Bewohnerbeirates und sogar als
Beiratsvorsitzende, aber vor allem
kennen wir sie als fleißige und krea-
tive Malerin aus dem Mal- und Bas-
telkreis von Frau Werner. Hier hat sie
in unzähligen Bildern über viele Jah-
re hinweg gezeigt, welches Maltalent
in ihr steckt. Auch dieser Geburtstag
war durch Corona mit geprägt. Den-
noch konnte sie einen abwechs-
Hildegard Proske lungsreichen Tag bei ihrer Tochter
verbringen.
gertochter auf der Terrasse möglich
Der SteinbachBote gratuliert ganz
war. Wenigstens das Frühlingswetter
herzlich und wünscht alles Gute!
spielte an diesem Tag mit. Selbstver-
Seite 3SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Betriebsjubiläen
Auch in diesem Jahr findet wieder auch dem Ambiente der Einrichtung
eine ganze Reihe von Betriebsjubilä- sowie der Hausreinigung gilt ihr
en statt. Das Jubiläum von Frau Gür- wachsames Auge, und sie ist immer
ke fällt dabei besonders auf. Am 1. 8. schnell zur Stelle, wenn irgendwo
2020 gehörte sie dem Haus Stein- Not an der Frau ist. Nicht zuletzt ihr
bach 40 Jahre an. Fast unnötig zu großes Engagement bei der Dekora-
erwähnen, dass sie damit die dienst- tion und Durchführung von Festen
älteste Mitarbeiterin des Hauses ist. und Feiern findet immer wieder be-
sonderes Lob und Anerkennung.
Das Betriebsjubiläum von Frau Wal-
traud Zöller fiel ausgerechnet in die
Hoch-Corona-Zeit und konnte nicht
so gefeiert werden, wie es dem An-
lass gebührt hätte. Diesem 25-jähri-
gen Betriebsjubiläum gebührt eben-
falls besondere Beachtung. Zuletzt
meistens im Nachtdienst eingesetzt,
Herr Walbröl gratuliert Frau Gürke sorgt sie als examinierte Altenpflege-
rin mit für gute Pflege und Betreuung.
Mit dem Beginn ihrer Ausbildung zur Auch sie kennt noch das alte Haus
Hauswirtschafterin begann ihr Wer- Steinbach und weiß um die veränder-
degang im damaligen Altenheim ten Arbeitsbedingungen und dass
Haus Steinbach. früher beispielsweise Zeit blieb, mit
Kein Wunder, dass sich die Arbeits- Bewohnern im Park spazieren zu ge-
bedingungen in dieser Zeit grundle- hen.
gend geändert haben. Nicht nur die Nicht zuletzt traf es in diesem Jahr
komplett neue Einrichtung, sondern auch Heimgeschäftsführer Matthias
auch die Arbeit an sich war großen Walbröl, der 30 Jahre Betriebszuge-
Veränderungen unterworfen. hörigkeit begehen konnte. 1990 als
Im neuen Haus liegt ihr Hauptein- Pflege-und Sozialdienstleiter gestar-
satzgebiet in der Wäscherei, die sie tet, übernahm er offiziell am 1.1.1994
perfekt zu managen versteht. Folge- die Einrichtungsleitung. Die Feier
richtig erzielt dieser Arbeitsbereich fand in kleinem Kreis und ebenfalls
bei den Kundenbefragungen stets unter Corona-Bedingungen statt.
höchste Zufriedenheitswerte. Aber
Seite 42/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Allen oben genannten Jubilaren, aber
auch den neun anderen Jubilaren
(Fünf Mitarbeiter mit zehn Jahren,
drei mit 15 Jahren sowie ein Mitarbei-
ter mit 20 Jahren) gilt der Glück-
wunsch des SteinbachBoten und si-
cherlich auch der unserer Leserinnen
und Leser!
Herr Walbröl
Eisenbahnwelt im Haus Steinbach
Bewohner und Mitarbeiter fragen Dann drehte sie sich zu ihm um und
sich, wozu das neue Metallgeländer fragte, ob er Modelleisenbahnen
auf der Terrasse vor dem Speisesaal mochte. Die Antwort war für den
da ist. Wird es bald eine Sonnenter- Mann aus Nordirland nicht einfach.
rasse für die Bewohner geben oder Aus zwei Gründen: Das Sammeln
gibt es eine Blumenausstellung? Das von Modelleisenbahnen ist in Nordir-
Rätsel löste sich langsam, als plötz- land nicht beliebt, und er befürchtete,
lich viele Eisenbahnschienen für eine dass er die Frau, in die er sich zu
Modelleisenbahn auf dem Dach zu verlieben begann, schnell abweisen
sehen waren. würde, wenn er gestand, ein leiden-
schaftlicher Modellbahn-Enthusiast
In naher Zukunft können Bewohner,
zu sein.
Besucher und Mitarbeiter Eisenbahn-
romantik im Haus Steinbach erleben. Also antwortete er mit einem zö-
Das verdanken sie David McBrien, gernden "Na ja, es geht“, und fragte:
der von Nordirland nach Deutschland "Gefällt es dir?". Anja antwortete:
gezogen ist und in vielen Umzugs- „Ja. Ich mag auch die kleinen Ge-
kartons eine Eisenbahnanlage für bäude.“ Herr McBrien war völlig
den Garten mitgebracht hat. überrascht, dass sich eine Frau für
solche Dinge interessiert. Zuerst
Alles begann Weihnachten 1986, als
kaufte er sehr kleine Eisenbahnob-
er seine Brieffreundin Anja in Bonn-
jekte und Gebäude, die er nur in
Muffendorf besuchte. Eines Abends
Deutschland bekommen konnte und
brachte sie ihn zu dem ehemaligen
die nicht viel Platz beanspruchten.
Spielwarengeschäft Puppenkönig in
Wie versprochen, baute Anja die
Bonn, wo sie ihm eine spektakuläre
Gebäude.Nachdem er 1989 Anja in
Modelleisenbahn im Fenster zeigte.
Seite 5SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Bad Godesberg geheiratet hatte, auszuleihen. „Ich möchte meine
entdeckte er das deutsche wetter- Freude an dieser Eisenbahn mit
feste Modell- anderen teilen“, sagt er. "Für mich
eisenbahnsystem für Gärten, das ist es immer entspannend, die Züge
größer ist als die üblichen Modellei- auf ihrer Reise zu beobachten.“
senbahnen. Er kaufte ein Starterpa-
Bei einem Besuch bei seiner
ket bei Puppenkönig und nahm es
Schwiegermutter, Frau Grotefend,
mit nach Nordirland.
im Haus Steinbach entdeckte Herr
Übrigens ist seine Frau die Tochter McBrien die Dachterrasse, die ge-
einer Bewohnerin im Haus Stein- nügend Platz für die Eisenbahn bie-
bach, Frau Grotefend, die auch ge- tet. Er fragte Herrn Walbröl, was er
holfen hat, die Sammlung aufzu- von der Idee halte, dort den Modell-
bauen. 1993 kaufte das Paar ein gartenzug aufzubauen. Herr
Haus mit einem großen Garten in Walbröl zögerte nicht lange.
Nordirland. Der Garten bot genü-
Die Vorbereitungen laufen seit die-
sem Sommer auf
Hochtouren. Dank ei-
ner Spende wurde zu-
nächst das Geländer
um die Terrasse ge-
baut, um die Sicherheit
der Bewohner zu ge-
währleisten. Jetzt plant
Herr McBrien Stück für
Stück das Schienen-
system - eine zeitauf-
David McBrien und Siegfried Steinhauer wändige Aufgabe. Der
Lokschuppen, der
gend Platz, um nach und nach eine
Stellwerkkasten, die Brücken, Tun-
riesige Eisenbahnanlage aufzubau-
nel und die hübschen historischen
en.
Bahnhöfe sind immer noch in Um-
Jetzt, nach dreißig Jahren, zieht zugskartons verpackt. Ebenso die
das Paar in eine Wohnung in Emily Dampflokomotive und die vie-
Deutschland. Und es stellte sich die len Eisenbahnwaggons. Es wird ei-
Frage, wo die Gartenmodellbahn nige Zeit dauern, bis die Modellgar-
künftig fahren soll? Herr McBrien tenbahn im Haus Steinbach ihre
will sie unter keinen Umständen Runde macht. Wir freuen uns dar-
verkaufen. Aber er kann sich gut auf!
vorstellen, sie für ein paar Jahre
Seite 62/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Wir forsten auf
Bei der regelmäßigen Kontrolle unse- Die Fäll-Aktion fand noch vor der
res Baumbestandes durch eine Schutzzeit im Februar statt, und be-
Fachfirma mussten wir feststellen, reits im Mai konnten wir die Neu-
dass einige Bäume Beschädigungen pflanzungen vornehmen. Wir ent-
aufwiesen, die ein Risiko für die schieden uns diesmal für einen Spitz-
ahorn, eine Vogelkirsche und eine
Elsbeere. Die Elsbeere ist mittlerwei-
le eine sehr seltene Baumart und
Elsbeere
Standsicherheit der Bäume darstell-
ten. Es handelt sich allesamt um
Bäume, die sich über viele Jahre am
Hang zur Rheinpromenade ausge- Vogelkirsche
breitet haben. Es ist immer bedauer-
lich, wenn Bäume entfernt werden wurde 2011 „Baum des Jahres“. Sie
müssen, aber auch in diesem Fall soll sehr schön wachsen, das Holz ist
war die Aktion nicht zu vermeiden. besonders edel und die Früchte ha-
Der in so einem Fall notwendige An- ben eine heilende Wirkung bei
trag beim Bonner Grünflächenamt Krankheiten im Magen-Darm-Be-
bestätigte dann auch, dass die Bäu- reich. Dass er auch als sehr bienen-
me ein Sicherheitsrisiko darstellen. freundlich gilt, hat uns letztlich über-
Seite 7SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
zeugt. Ach ja, der Baum soll bis zu
300 Jahre alt werden. Wenn das kei-
ne Investition in die Zukunft ist! Wir
wünschen allen Neuankömmlingen
gutes Gedeihen.
Spitzahorn
Qi Gong in Eigenregie
„Wer rastet, der rostet!“ Davon ist klärte sich einverstanden und holte
Bewohnerin Frau Luther überzeugt ihre Mappe hervor, in der sie seit
und wollte wegen Corona nicht län- über 16 Jahren viele Übungen ge-
ger auf Qi Gong verzichten. Sie ver- sammelt hat. Einmal im Jahr besuch-
misste die sanften und gleichmäßi- te sie sogar für ein Wochenende ein
gen Übungen im Donnerstagskursus Kloster, um Qi Gong zu üben. „Für
bei der Heilpraktikerin und Qi Gong- mich ist es eine ganz neue Aufgabe,
Lehrerin Brigitte Schulte. „Die Bewe- mein Wissen weiterzugeben“, sagt
gungen helfen so gut zu entspannen“, Frau Graf.
sagt Frau Luther.
Seit April treffen sich die Damen je-
Sie wusste, dass Frau Graf auf ihrer den Morgen von halb zehn bis zehn
Etage langjährige Erfahrungen mit Uhr und tun Gutes für ihren Körper
der Übungsmethode aus China be- und Geist. Frau Span aus dem
sitzt und fragte sie, ob sie nicht Lust Dachgeschoss ist noch dazuge-
hätte, zwei bis drei Bewohnerinnen kommen. Es beginnt mit Übungen
im Qi Gong anzuleiten. Frau Graf er- zum Aufwärmen. Alle Übungen fin-
Seite 82/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
den im Sitzen statt. Die Damen klop- wegen sich rund und weich wie
fen zunächst ihren Körper mit den durch Wolken.
Händen von oben bis unten ab. So
„Bei den Qi-Gong-Übungen konzen-
werden die Muskeln gelockert, Blo-
triert man sein Denken auf den jewei-
ckaden gelöst, und ein leichtes Krib-
ligen Ablauf und nimmt durch tiefes
beln stellt sich ein.
Atmen eine Menge frische Luft auf“,
Es folgt die Übung „Die Brust öffnen“. erklärt Frau Graf. „Das entspannt und
Die Arme werden bis zur Brust geho- regt den Stoffwechsel an.“ Es folgen
ben. „Einatmen“, weist Frau Graf mit Übungen mit so schönen Titeln wie
sanfter Stimme an, „und jetzt auf „Den Affen abwehren“, „Wasser
Brusthöhe die Handflächen parallel schieben“, „Vor dem Meer
zueinander drehen und dann lang- verneigen“, „Den Ball prellen“ und
sam die Arme so weit wie möglich „Den Mond anblicken“. Schnell ist die
Die Morgenrunde
nach beiden Seiten hin öffnen, sin- halbstündige Bewegungsstunde vor-
ken lassen und ausatmen.“ Frau Lu- bei, und die drei Bewohnerinnen
ther schwärmt: „Das ist eine schöne starten entspannt und voller Energie
Bewegung, die ich ganz lange ma- in den Tag.
chen könnte.“ Die nächste Übung
heißt „Wolkenhände“. Die Arme be-
Seite 9SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Der Konzertsaal auf der Terrasse
Wegen Corona fanden seit März im
Haus Steinbach keine musikalischen
Veranstaltungen mehr statt. Aber im
Sommer konnte das Haus seine
große Terrasse als Konzertsaal nut-
zen und die Bewohner mit einem
bunten Kulturprogramm erfreuen.
Ehepaar Grebert
Theater gGmbH mit ihrem Projekt
„Musik in Seniorenheimen“. Von Mai
bis August organisierten sie gemein-
sam Gratiskonzerte in Altenheimen.
Finanziert wurde die Aktion mit
Spenden. Die Aktion brachte Ab-
Ehepaar Grebert wechslung in die Heime und half den
Künstlern, wieder vor Publikum zu
Möglich machte das die Bürgerstif- spielen und auch etwas Geld in Zei-
tung Bonn, die Bonner Stiftung Bon- ten der Corona-Pandemie zu verdie-
ner MusikLeben und die Brotfabrik nen.
Den Auftakt im Haus Steinbach
machte Sabrina Palm Irish Folk und
Partner. Und obschon der Sommer
schön warm und herrlich sonnig war,
konnten wir den Musikern einen ech-
ten Irischen Sommertag bei muckeli-
gen 16 Grad und Regen bieten.
Was tut man nicht alles, um die Mu-
siker bei Laune zu halten. Aber die
Stimmung war gut, und es wurde viel
geklatscht. Den Bewohnern machte
Autokonzert
dieses Konzert viel Spaß.
Seite 102/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Geschichte von Frau Potifar, die un-
gemein erfahren war in allen Liebes-
sachen, der Gatte aber, au contraire,
der war schon alt und konn't nicht
mehr. Zum Schluss des vergnügli-
chen Nachmittags gab es noch das
Rezept zum Russischen Salat von
Carl Valentin.
Bei all diesen ungewöhnlichen We-
gen,die innerhalb der Pandemie ein-
geschlagen werden, kam hier ein
wunderbares Projekt zustande. Ziel
war es, joblose Bonner Profi-Musike-
rinnen und -Musiker mit den Bonner
Altenheimen zusammenzubringen.
Eines kann man sagen, es hat gut
Kinder
funktioniert!
Markus Schimpp begeisterte sein
Publikum mit Schlagern der 1920er
und 1930er Jahre. Der Pianist im ro-
ten Samtjackett, mit roter Krawatte
und Einstecktuch, in schwarzen kur-
zen Hosen und spitzen, glänzend po-
lierten Schuhen brachte vor allem die
Bewohnerinnen zum Schmunzeln,
als er singend die Empfehlung gab:
“Nehm'n se 'n Alten, nehm se 'n Al-
ten! So 'nen alten, wohlbestallten, so
`n Beamten mit Pension - sehr be-
gehrt ist die Person.“
Die vorgetragenen Chansons von
Otto Reutter, Kurt Tucholsky und den
Comedian Harmonists waren mal pi-
kant-amüsant, mal salopp und voller
Temperament. Schimpp sang als
mordlüsterner Ehegatte "Ich fahr‘ mit
meiner Klara in die Sahara“ und die
Klavierkonzert
Seite 11SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Ein Dankeschön an Herrn Brink- Etwas ganz Besonderes wurde an
mann, der als Koordinator innerhalb einem wunderschönen sonnigen
der Bürgerstiftung Bonn in Koopera- Nachmittag dargeboten, das Alphorn!
tion mit der Brotfabrik tätig war, sel-
Herr Schönwald spielt schon seit ei-
ber Musiker ist und auch die Arbeit
nigen Jahren Alphorn, und selten hat
er so eine Kulisse zum Üben und
Spielen.
Er erklärte den Zuschauern, dass
das Alphorn ein Naturinstrument ist
und somit auch nur Naturtöne mach-
bar sind. Er spiele üblicherweise die
traditionelle schweizer Alphornweise.
Das hatte schon seine ganz eigene
Romantik mit dem Blick auf den Pe-
tersberg!
Konzert
mit Senioren gut kennt. So passte
alles gut zusammen..
Aber auch von anderen wurde unser
Konzertsaal genutzt!
Ganz am Anfang der Corona-Phase
kamen die Bönnsche Pänz über den
Festausschuss Bonner Karneval
e.V., geleitet von Joe Tillmann. Die-
ses Konzert konnte auch nur stattfin-
den, da alle drei Kinder aus einer
Familie stammten und so zusammen
singen durften. Denn sicher wissen
auch Sie, dass Chöre seit März nicht Ziehharmonika
miteinander singen dürfen.
Klassiker wie Herr Arenz am Klavier,
Auch der eben genannte Herr Georg natürlich mit Kuchen und Cafe für die
Brinkmann hat ein Mitsingkonzert auf Bewohner, konnten diesen Konzert-
der Terrasse geboten, wie auch das saal genauso nutzen, wie die
Ehepaar Grebert. Einige kennen das Rhubarbs, ein Jass A cappella Chor,
Ehepaar von den Dia- Vorträgen. der an einem grauen Oktobertag
Diesmal kam es mit der Trompete. auftrat.
Seite 122/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Videotelefonie, WhatsApp oder Skype?
Was um alles in der Welt ist das Auch wenn mittlerweile wieder Besu-
denn? Es ist eine Möglichkeit, mit che möglich sind, wenn auch einge-
seinem Angehörigen zu telefonieren schränkt, möchte ich diesen Artikel
und ihn gleichzeitig zu sehen. In den nutzen, um Sie nochmals zu ermuti-
Zeiten zu Beginn der Corona-Krise gen, dieses Angebot zu nutzen.
hatten wir die Möglichkeit, dass uns
Videoanrufe bieten ganz vielfältige
drei Smartphones zur Verfügung ge-
Möglichkeiten: Sie können ihr Umfeld
stellt wurden.
zeigen, die neuen Pflanzen, die im
Ende April hatten wir die Angehöri- Garten wachsen, oder Blumen, die
gen und auch die Bewohner per auf dem Balkon blühen. Vielleicht
Rundbrief über die Möglichkeit von haben Sie Haustiere, die unsere Be-
Videoanrufen über WhatsApp oder wohner und Bewohnerinnen gerne
Skype informiert. Wir freuten uns mal wieder begrüßen würden? Oder
sehr, dass einige Angehörige diese es steht bald ein Familienessen an,
Möglichkeiten nutzen wollten und zu dem Sie ihre Angehörigen und
Kontakt suchten. Sicher war dies zu Freunde aus dem Seniorenhaus
Anfang etwas schwer, und nicht alles gerne eingeladen hätten? Anrufe
funktionierte. Aber gerade dort, wo oder aufgenommene Videos, die Sie
die Angehörigen weiter weg wohn- uns schicken, ermöglichen es unse-
ten, ob nun im Ausland oder einfach ren Bewohnern und Bewohnerinnen,
in einem anderen Bundesland oder ihnen ein Stück näher zu sein in ei-
einfach nicht um die Ecke, bot dies ner Zeit, in der Distanz der wichtigste
eine schöne Möglichkeit, sich in Zei- Schutz ist.
ten, in denen der Abstand das Wich-
Ein Smartphone oder ein anderes
tigste war, diesen virtuell zu überbrü-
mobiles Endgerät, das über Whats-
cken.
App oder Skype verfügt, reicht völlig
Wie Sie sich sicher erinnern, war bis aus, damit sie mit uns/Ihrem Angehö-
zum Muttertag kein Besuch möglich, rigen Kontakt aufnehmen können.
und so konnten jetzt virtuelle Besu- Bitte schicken Sie einfach eine Mail
che ermöglicht werden. Die Mitarbei- an Frau Suchan, hier können Zeit-
ter der Alltagsbegleitung halfen den korridore vereinbart werden. Wenn
Bewohnern bei dieser Form der Sie einen kleinen Film schicken wol-
Kommunikation. len, teilen wir Ihnen die jeweilige
Nummer mit.
Fortsetzung Seite 18 unten
Seite 13SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Betriebliche Gesundheitsfürsorge im DRK-Seniorenhaus Steinbach
– dieses Mal:
Back-Check
Im Rahmen der betrieblichen Ge- beitet, in jedem Bereich kann es zu
sundheitsfürsorge im DRK-Senio- Belastungen des Rückens kommen.
renhaus Steinbach fand im März
Die Mitarbeiter*innen konnten sich
2020 für die Mitarbeiter*innen ein er-
für eine viertelstündige Behandlung
neuter Termin, der sogenannte Back-
anmelden. Dabei wurden sie stehend
Check statt. Mit der DAK-Kranken-
in ein Gerät eingespannt, mit dem
kasse konnte eine Vereinbarung zu
man die Maximalkraftwerte und das
einem Besuch im Haus getroffen
Kräfteverhältnis zwischen Bauch-
werden.
und Rückenmuskulatur in Abhängig-
Für alle Kolleg*innen von jeder Abtei- keit von Größe, Geschlecht etc.
lung des Hauses war dies ein inter- messen konnte. Jeder sollte mit aller
essanter Termin, denn egal, ob man Kraft abwechselnd den Rücken, die
in der Pflege, Hauswirtschaft, Haus- Arme und den Bauch in verschiede-
technik, im sozialen Dienst/Alltags- ne Richtungen bewegen.
begleitung oder der Verwaltung ar-
Die dabei gemessenen Werte gaben
Auskunft über den aktuellen Zustand
der Muskulatur, mögliche Kraftdefizi-
te und ein eventuell ungünstiges
Verhältnis von Bauch- und Rücken-
muskulatur. Die Mitarbeiter der Kran-
kenkasse erstellten eine kurze indi-
viduelle Beurteilung, in der jeder auf
seine persönliche Rückengesundheit
hingewiesen wurde und gegebenen-
falls Anstöße zu einer Verhaltensän-
derung bekam.
Auch bei diesem Termin konnte jeder
wieder etwas über sich lernen und
bekam vielleicht sogar neue Informa-
tionen, um das gesundheitliche
Djorde Antic wird „vermessen“ Wohlbefinden zu garantieren.
Seite 142/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Karneval 2020
Man glaubt es kaum, es gab eine In diesem Jahr führte Frau Flink
Zeit ohne Besuchsbeschränkungen, durch das Programm. Durch ihre ak-
ohne tägliches Fiebermessen, ohne tive Zeit im Godesberger Karneval
geschlossenes Rheincafé, und das kannte sie viele der Teilnehmer, sie
Thema Corona war scheinbar weit hatte Wort wörtlich den Hut auf!
weg!
Das Weiberfasnachtsfrühstück gab
Vier Wochen vor dem Besuchsver- es dann schon eine Woche später.
bot für Pflegeeinrichtungen, am Bei einem ausgiebigen Frühstück
12.2.2020, fand unsere diesjährige wurde geschunkelt und gelacht und
Karnevalsfeier statt. In diesem Jahr die eine oder andere Krawatte ab-
stand die Feier unter dem Motto geschnitten! Musikalisch wurde die-
„Flower Power“. se Veranstaltung durch unseren eh-
renamtlichen Mitarbeiter Herrn
Es war eine schöne, bunte Feier,
Secunde begleitet.
und die Stimmung war gut, es wurde
viel geklatscht und gesungen.
links: Die fleißigen Helfer
unten:
Godesberger Prinzenpaar
Seite 15SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Lannesdorfer Kinderprinzenpaar
Weiberfasnacht
Seite 162/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Die Familie Coronus,
eine Geschichte unserer Bewohnerin Frau Grotefend
An einem Vorfrühlingstag gingen Vi- bekam einen Lachanfall, dass ihm
rus Corona und Virus Coronus mit die Tränen über die Bäckchen liefen.
ihren Kindern am Rhein spazieren. Er erklärte seiner Frau Corona: „Die
Für diesen Ausflug hatten sie sich Menschen schließen den Park und
fein gemacht. Jeder trug seine meinen somit, wir kommen nicht rein.
schönste Krone, und sie bewegten Die Menschen sind so groß und ha-
sich sehr langsam, nach Virenart. Die ben ein Gehirn und eine Schulbil-
Kinder waren etwas quengelig, wie dung, und damit meinen sie, sie
Kinder eben manchmal so sind. Sie könnten die Welt nach ihren Ideen
Foto: Werner Krüper
waren auch hungrig. Nach einiger verändern.“ Während der Vater rede-
Zeit kamen sie an ein geschlossenes te, mussten die Kinder wieder beru-
Tor. Das war der Einlass zum Park higt werden. Der Vater wandte sich
vom Haus Steinbach. Vater Coronus mit einem verschmitzten Lächeln
Seite 17SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
wieder seiner Frau zu: „Liebe Coro- schen mit verschiedenen Schwä-
na, wir sind klein und unscheinbar, chen, und dann gibt es dort noch vie-
aber wir tragen ein großes Geheim- le nette, helfende Menschen aus vie-
nis in uns, womit wir die ganze Welt len Ländern dieser Erde. Als die Kin-
verändern, beherrschen und unsere der sich orientiert hatten, stürzten sie
Macht zeigen können. Die menschli- sich auf die appetitlichsten Futter-
che Spezies weiß nämlich nicht, wie quellen. Als die Familie wohlversorgt
und auf welche Art wir reisen.“ Vater war, meinte die Mutter: „Jetzt müs-
Coronus ermahnte seine Kinder wie- sen wir uns von den Anstrengungen
der und beruhigte sie mit dem Hin- erholen, damit wir nicht krank wer-
weis, „der Weg ist nicht mehr weit. den.“ Auf einmal schrie der Vater auf:
Wir wandern jetzt durch den Park “Vorsicht Kinder! Desinfektionsmittel!“
des Hauses Steinbach bis zum Café. Doch für die Kinder war es zu spät.
Da gibt es eine Tür mit Ritzen, da Sie wurden einfach überrollt!
schlüpfen wir durch, und alsbald sind
Die Vireneltern - voller Trauer, aber
wir an der Rezeption! Da werdet ihr
auch mit Stolz - berichteten ihren
staunen, wie viele alte Menschen
Konkurrenten, den Einzellern, Amö-
dort sitzen mit einem schwachen
ben und Bazillen, von ihrer Macht in
Immunsystem. Da könnt ihr leben
der Welt. Danach waren die Eheleute
wie Gott in Frankreich, und die Men-
Coronus so erschöpft, dass sie sich
schen merken es anfangs gar nicht.“
in eine andere Daseinsebene bega-
Die Virenkinder waren sehr erfreut
ben.
und erkundeten das ganze Areal. Im
Haus Steinbach leben viele Men-
Fortsetzung von Seite 13 „Videotelefonie …“
Bilder und Filme werden ausschließ- Wir freuen uns auf Ihre Kontaktauf-
lich den Bewohnern gezeigt, an die nahme und hoffen, dass wir gemein-
sie gerichtet sind, und datenschutz- sam alternative Wege finden, die Sie
technisch streng vertraulich behan- unseren Bewohnern und Bewohne-
delt rinnen nahe sein lässt.
Seite 182/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
15 Fragen - Interview mit Frau Ursula Witte
Für das neue Interview „15 Fragen“ Später habe ich dann bei einem Auf-
stellte sich Frau Ursula Witte unse- enthalt bei den Jugendfestspielen in
ren Fragen: Berlin 1952 meinen Mann kennenge-
lernt. Er war aus Westdeutschland.
1. Seit wann wohnen Sie im DRK-
Da wir heiraten wollten, bin ich über
Seniorenhaus Steinbach?
das Flüchtlingslager in Berlin nach
Ich wohne seit Mai 2019 im DRK- Bonn gekommen. Nach der Hochzeit
Seniorenhaus Steinbach. habe ich noch einige Zeit in einer
2. Als Kind wollte ich gerne werden Arztpraxis und einem Röntgeninstitut
…? gearbeitet.
Ich habe mich schon als Kind sehr Mein Mann war Historiker und Ger-
für Medizin interessiert. Ich wollte manist und beim Auswärtigen Amt
sehr gerne Ärztin werden. beschäftigt, machte viele Auslands-
3. Was haben Sie tatsächlich beruf-
lich gemacht?
Ich bin in Berlin geboren und habe
auch dort meine Kindheit bis 1943
verbracht. Im Krieg wurden wir Kin-
der nach Thüringen geschickt.
Ich habe in der DDR Abitur gemacht
und wollte dann gerne zur Universität
nach Jena gehen und dort Medizin
studieren. Leider ist meine Bewer-
Herr Gebel und Frau Witte
bung abgelehnt worden. Als Grund
wurde angegeben, dass mein Vater reisen, und schließlich zogen wir mit
kein Bauer oder Arbeiter sei. Er ar- der Familie erst nach Kairo und spä-
beitete als Außenhandelskaufmann, ter nach Genf.
unter anderem in China. 4. Welche Eigenschaften mögen Sie
Also habe ich mir viel Wissen selbst an sich gerne?
angeeignet und schließlich als medi- ./.
zinisch-technische Assistentin in un-
5. Was gefällt Ihnen an sich nicht?
serer Hausarztpraxis gearbeitet, vor
allem im Labor und beim Röntgen. ./.
Seite 19SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
6. Haben Sie ein Lebensmotto? Mann, Kind und Dackel Justus in
Kairo. Mein Mann begann dort seine
Bleib´ gesund und werde nicht so alt.
Tätigkeit als stellvertretender Bot-
7. Welche Hobbys haben Sie? schafter und ist mit der Familie dort-
Ich bin sehr gerne in meinem Zim- hin umgezogen. Das fremde Land,
mer und lese oder höre klassische die Hitze, der wunderbare Empfang
Musik. Außerdem treffe ich mich durch die sehr freundlichen und
auch gerne mit anderen hilfsbereiten Menschen und der Ein-
Bewohner*innen und unterhalte zug in ein sehr schönes Haus, daran
mich. erinnere ich mich gerne zurück.
Früher sind wir gerne in die Oper, in 11. Gibt es eine Persönlichkeit aktu-
Konzerte und in Museen gegangen. ell oder in der Geschichte, die Sie
gerne kennengelernt hätten ?
Ich habe gerne gestickt und ge-
strickt, das geht heute leider nicht Ich würde gerne den Dirigenten Kent
mehr. Nagano, den ich bereits einmal ge-
troffen habe, noch einmal treffen.
Wir hatten eine sehr große Terrasse
Mein Mann war einer von drei Grün-
mit vielen Blumen, die mochte ich
dungsmitgliedern der „Bürger für
auch sehr. Blumen und Natur sind
Beethoven“ und am Beethovenfest
mir sehr wichtig. Ich genieße mo-
beteiligt. In diesem Zusammenhang
mentan den schönen Ausblick mit
habe ich Herrn Nagano kennenge-
dem großen Baum vor meinem
lernt, da wir die teilnehmenden Musi-
Fenster, den gelben Blättern und
ker bzw. Dirigenten immer zu uns
dem Rhein. Bei Sonnenschein leuch-
eingeladen haben. Ich finde es toll,
tet alles sehr schön.
wie er die Jugend zum Musizieren
8. Worüber können Sie lachen? bringt und was er alles beruflich er-
Ich lache sehr gerne. Am liebsten in reicht hat. Er ist eine beeindruckende
Gesellschaft von anderen. Persönlichkeit.
9. Was können Sie nicht leiden? 12. Welches ist Ihr Lieblingstier?
Ich kann Stress nicht leiden. Der Dackel ist mein Lieblingstier. Wir
hatten alle, ob Rauhaar-, Kurzhaar-
10. Was war Ihr schönster Urlaub / oder Langhaardackel. Einmal Dackel
das schönste Ereignis bisher in Ih- - immer Dackel.
rem Leben?
13. Warum haben Sie sich für das
Es gab viele Ereignisse, an die ich
DRK-Seniorenhaus Steinbach ent-
mich gerne zurück erinnere. Ein tol- schieden?
les Erlebnis war die Ankunft mit
Seite 202/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Ich kannte das alte Haus Steinbach Es war schon sehr arg, dass nie-
schon, da meine Mutter dort gelebt mand zu Besuch kommen durfte.
hat. Sie hat auch ehrenamtlich an Aber das Gute war, dass wir schönes
der Rezeption gearbeitet. Ich habe Wetter hatten und uns im Garten und
auch im ehrenamtlichen Besuchs- auf der Terrasse aufhalten konnten.
dienst gearbeitet. Hier konnte man sich mit anderen
unterhalten und austauschen.
Nach dem Tod meines Mannes 2019
war unsere Wohnung für mich zu Mit der Familie und Freunden habe
groß und ich konnte dort nicht blei- ich viel telefoniert, das ging ganz gut.
ben. Mein Sohn wohnt in Berlin, also Aber ein persönlicher Besuch ist na-
bin ich das DRK-Seniorenhaus türlich immer schöner.
Steinbach umgezogen.
14. Sind Ihre Erwartungen erfüllt
worden?
Ja, meine Erwartungen sind erfüllt
worden. Ich fühle mich wohl, wir ha-
ben eine gute Gemeinschaft. Alle
helfen sich gegenseitig. Es gibt viele
Angebote, die man bei Interesse
warnehmen kann, wie Singen, Ma-
len, Zeitungsrunde, Gymnastik etc.
Ich besuche auch gerne einige bett-
lägerige Bewohner*innen in ihren
Zimmern, um mich mit ihnen zu un-
terhalten, quasi ein inoffizieller “Be-
suchsdienst”.
15. Haben Sie besondere Wünsche
an das Haus ?
Ich wünsche mir, dass keiner an Co-
rona erkrankt und alle gesund blei-
ben.
Aus aktuellem Anlass: Wie haben Sie
den Sommer in der Corona-Zeit ver- Feigenbaum
bracht, wie ist es Ihnen mit dem Be-
suchsverbot ergangen?
Seite 21SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Hochbeet
Schon seit 2005 gab es am Quell- alte Hochbeet und auch die beiden
stein Hochbeete, damals noch durch Pflanztische wurden aufgelöst.
ehrenamtliche Helfer zusammenge-
Das Beet bietet Möglichkeiten zum
baut, dann immer mal wieder geflickt
Gärtnern, im Augenblick allerdings
und schließlich innerhalb eines „So-
eher zum Unkraut Jäten. Der Laven-
cial Day“ der DHL neu gebaut. Aber
del hat sich ausgebreitet, und auch
auch das ist schon ein paar Jahre
die Katzenminze und der Eukalyptus
her.
fühlen sich wohl.
Nun gab es nichts mehr zu retten!
Im nächsten Frühjahr können sicher
Im Sommer wurde dann ein ganz
noch ein paar Kräuter dazu kommen.
neues Hochbeet angeschafft. Das
SteinbachBote
Hauszeitung für das DRK-Seniorenhaus Lektorat:
Steinbach.
Erscheint vier Mal jährlich. Hans Peter Forsbach
Abgabe kostenlos an Bewohner des
DRK-Seniorenhauses Steinbach und de- An dieser Ausgabe wirkten mit:
ren Angehörige (solange Vorrat reicht).
Barbara Dreifert
Redaktion:
Astrid Asbach Fotos:
Irina Suchan DRK-Seniorenhaus Steinbach
Matthias Walbröl (soweit nicht anders gekennzeichnet)
Satz und Layout: Unsere Webseite:
Dieter Gontrum DRK-Seniorenhaus-Steinbach.de
Seite 222/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Interview mit
Heimgeschäftsführer Matthias Walbröl
Der SteinbachBote sprach am immer sehr gut begleitet. Wir müs-
21.10.2020 mit Heimgeschäftsführer sen aber weiterhin achtsam bleiben,
Matthias Walbröl zur aktuellen Situa- und die AHA-Regeln (Abstand - Hy-
tion. gienemaßnahmen - Alltagsmaske)
kennen mittlerweile alle.
SteinbachBote: Sieben Monate Co-
rona, wie schätzen Sie die Situation SteinbachBote: Es ist schön, dass
ein: die Bewohner wieder Besuch be-
kommen können. Im Moment sind es
Walbröl: Corona hat uns allen viel
vier Besucher am Tag. Somit zwei-
mal zwei Besucher.
Ist davon auszuge-
hen, dass dies so
bleibt? Was müssen
die Besucher beach-
ten?
Walbröl: Diese Rege-
lung sieht die aktuelle
Coronaschutzverord-
nung so vor. Sobald
sich Änderungen er-
geben, werden wir sie
- wie gewohnt - direkt
mitteilen. Für den Be-
Testung der Mitarbeiter such ist der Mund-
schutz vorgeschrie-
abverlangt. Ich kann mich nur bei ben. Außerdem müssen der Frage-
unseren Bewohnerinnen und Be- bogen zum allgemeinen Befinden
wohnern sowie den Angehörigen be-
ausgefüllt und Temperatur gemessen
danken, dass sie uns auf diesem werden. Die AHA-Regeln gelten
Weg vertrauensvoll gefolgt sind. Die selbstverständlich bei uns auch. Da
Gefahr nimmt jetzt wieder mehr zu, appellieren wir an unsere Besucher,
und wir versuchen, mit Maßnahmen diese strikt einzuhalten und wahr-
dagegen zu steuern. Dabei werden heitsgemäße Angaben zu machen.
wir vom Bonner Gesundheitsamt
Seite 23SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
SteinbachBote: Wie kann ein Be- jahrzehntelange Tradition. Mit dem
wohner Geburtstag feiern? Umzug ins neue Haus haben wir
Walbröl: Aktuell kann das außer im diese nach und nach auch für Ange-
Zimmer noch im Wintergarten oder hörige geöffnet. Sie ist der Höhe-
im kleinen Veranstaltungsraum statt- punkt der gemeinsamen Feste und
finden. Aber auch in dem Fall gelten Feiern in unserem Haus. Von daher
die vorher genannten Beschränkun- schmerzt es besonders, dass wir
gen. auch hier umdenken müssen. Aktuell
planen wir an Heiligabend drei
SteinbachBote: Müssen sich die gleichzeitige Feiern in den Wohnbe-
Therapeuten anmelden? Gibt es hier reichen, die ohne Beteiligung von
besondere Uhrzeiten?
Angehörigen stattfinden müssen.
Walbröl: Nein, eine Anmeldung ist Aber auch hier gilt der Vorbehalt,
nicht (mehr) notwendig. Dass wissen dass sich immer Änderungen erge-
die Therapeuten auch. Die Uhrzeiten ben können.
richten sich nach den Besuchszeiten.
Denn nur in diesem Zeitraum können
wir den ordnungsgemäßen Zugang
ermöglichen. Aber auch darauf ha-
ben sich alle gut eingestellt.
SteinbachBote: Das sehr beliebte
Rheincafé ist nun seit März für die
Besucher nicht geöffnet. Gehen Sie
davon aus, dass dies wieder geöffnet
werden kann?
Walbröl: Das wollen wir doch sehr
hoffen. Das Rheincafé ist für unsere
Bewohner, aber auch für unsere ex-
ternen Gäste sehr wichtig. Einen
Zeitpunkt zu nennen, wann wir es
wieder richtig nutzen können, wäre
unseriös. Auch hier ist leider Geduld
gefragt.
SteinbachBote: Können Sie schon
absehen, ob es eine Weihnachtsfeier
geben wird?
Corona-Hinweis vor dem Eingang
Walbröl: Die gemeinsame Weih-
nachtsfeier im Haus Steinbach hat
Seite 242/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Lockdown in Europa -
ein Erfahrungsbericht von Frau Trolic´-Rohde
Wie das gesundheitspolitische Welt- rung arbeitete bis auf weiteres im
geschehen das eigene Leben durch- Home-Office.
einander bringen kann, erlebte in
Auch in Bosnien war das Corona-Vi-
diesem Jahr Frau Maja Trolic´-Roh-
rus sehr aktiv. Dies bedeutete für
de, unsere stellvertretende Küchen-
Frau Trolic´-Rohde, dass sie sich di-
chefin.
rekt nach der Ankunft erst einmal 14
Sie hatte im Frühjahr vom 17.3. bis Tage in Selbstisolation begeben
26.3.2020 Urlaub eingereicht, um ih- musste. Einen Tag nach ihrer An-
ren Eltern in ihrem Geburtsland Bos- kunft wurde der Flughafen Sarajevo
nien in einer gesundheitlichen Notla- geschlossen, die Rückreise mit dem
ge beizustehen. Da sich die Lage bereits gebuchten und bezahlten
noch einmal verschlechterte, bat die Flugticket war plötzlich gefährdet.
Familie sie, doch noch etwas früher Schließlich wurde auch noch eine
zu kommen, und so flog Frau Trolic´- Ausgangssperre verhängt, und alle
Rohde am 10.3.2020 vom Flughafen Personen unter 18 und über 65 Jah-
Köln-Bonn nach Sarajevo in Bosni- ren durften sich nicht mehr in der Öf-
en, um ihren Urlaub in der Wohnung fentlichkeit aufhalten. Eine bereits
der Eltern in Mostar zu verbringen. engagierte Pflegerin für die Eltern
konnte ihren Dienst nicht antreten,
Das Corona-Virus war in dieser Zeit
da diese wegen ihres Alters in die
schon auf dem Vormarsch. Plötzlich
Gruppe der schutzbedürftigen Per-
ging alles ganz schnell. Ab dem
sonen fiel.
15.3.2020 gab es einen Besuchs-
stopp in Seniorenheimen, ab dem Frau Trolic´-Rohde konnte die ge-
16.3.2020 wurden in NRW die Schu- plante Rückreise am 26.3.2020 nicht
len geschlossen, und in Deutschland antreten, der Flughafen in Sarajevo
traten Einreisebeschränkungen zu war geschlossen, ebenso wie die
einigen Nachbarländern, unter ande- deutsche Grenze und die deutschen
rem Frankreich, Schweiz und Öster- Flughäfen. Nun versuchte sie mit
reich, in Kraft. Ab dem 23.3.2020 Unterstützung ihres Bruders und
gab es in Deutschland den soge- dessen Familie einerseits, ihren El-
nannten Lockdown, das heißt, alle tern zu helfen und deren Pflege zu
Geschäfte bis auf Lebensmittelge- organisieren und andererseits einen
schäfte und Apotheken wurden ge- Weg zurück nach Bonn zu finden.
schlossen, der Großteil der Bevölke-
Seite 25SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Sie kontaktierte ihre Vorgesetzten tig erfolgreich, nur um dann 60 Minu-
Herr Biedermann und Herr Gebel, ten später annulliert zu werden. Der
um Fehlzeiten durch Urlaubstage 360-€-Flugpreis wurde leider bis
auszugleichen. Arbeitsvertrag und heute auch nach vielen Mails und ei-
Bescheinigungen über ihre Tätigkeit ner Nachfrage bei einer Rechtsbera-
im DRK-Seniorenhaus Steinbach tung nicht erstattet mit der Begrün-
wurden per Mail zur Verfügung ge- dung, das Ticket sei außerhalb der
stellt. Sie schrieb die deutsche Bot- EU gekauft worden.
schaft in Sarajevo an, um sich nach
Ende Mai gab es die Info des Flug-
möglichen Rückholaktionen zu er-
hafens Sarajevo, dass Anfang Juni
kundigen, leider erfolglos.
wieder geöffnet werden sollte. Wie-
Es fuhren keine Fernbusse, keine der kaufte sie online bei Eurowings
Bahnen, die Flughäfen waren ge- ein Flugticket. Das Geld wurde ab-
schlossen. Selbst wenn es eine Mög- gebucht. Da die Situation aber immer
lichkeit gegeben hätte, über die Adria noch sehr verwirrend war und der
per Schiff Richtung Italien zu gelan- Flug auf der Fluginformationsseite
gen, wäre sie auch hier in einem des Flughafens nicht zu finden war,
Land mit einem Lockdown gestran- fragte sie telefonisch beim Flughafen
det. Der Weg mit einem Auto stand nach. Hier konnte man keine sichere
auch nicht zur Verfügung. Nach Zusage machen, ob denn der Flug
Deutschland hätte man durch Kroati- nun starten würde oder nicht. Nach
en, Slowenien und Österreich fahren dieser Aussage wollte sich Frau Tro-
müssen, jedes Land mit eigenen Co- lic´-Rohde sicherheitshalber doch
rona-Regeln und in der Regel mit noch um einen Alternativplan küm-
geschlossenen Grenzen. Dazu kam mern. Wir recht sie mit dieser Vorge-
die bosnische Regel, dass man sich hensweise hatte, bestätigte sich
nicht mit Personen aus „fremden“ dann auch, der Flug fand nicht statt.
Haushalten in einem Auto bewegen Immerhin gab es eine Erstattung der
durfte. Außerdem durfte in den Mo- Fluglinie in Form eines Gutscheins.
naten März und April 2020 der
Schließlich wurden ebenfalls zu
Wohnort in Bosnien nicht verlassen
Ende Mai 2020 die Grenzen wieder
werden. Die Situation war vertrackt.
geöffnet und die Ausgangssperre
Am 18.5.2020 schließlich wurde die aufgehoben. Nun wurde Frau Trolic´-
Corona-Lage besser, und Frau Tro- Rohde sehr kreativ: Da ein Flug vom
lic´-Rohde kaufte online ein Flugti- Flughafen Sarajevo nicht möglich
cket von Sarajevo über München war, buchte sie ein Flugticket vom
nach Köln. Die Buchung war kurzzei- Flughafen Zagreb im Nachbarland
Seite 262/2020 DRK-Seniorenhaus Steinbach SteinbachBote
Kroatien zum Flughafen Köln-Bonn. land gestattet wurden, sondern nur
Dazu bestellte sie ein Taxi für 250 €, diejenigen reisen durften, die einen
das sie von Mostar in Bosnien nach wichtigen Grund angeben konnten.
Zagreb in Kroatien - mit dem Auto
In Deutschland angekommen, begab
537 Kilometer - bringen sollte.
sich Frau Trolic´-Rohde erneut 14
Dieser Plan funktionierte, am Tage in Selbstisolation. Auch dies
31.5.2020 gelangte sie mit dem Taxi hatte sie schon von Bosnien aus mit
nach Zagreb, am 1.6.2020 startete dem Gesundheitsamt in Bonn per
planmäßig das Flugzeug nach Köln- Mail geklärt.
Bonn. Vor dem Start des Fluges be-
Endlich dann, nach drei langen Mo-
währte sich sogar noch die Zusen-
naten, konnte sie ihre Tätigkeit im
dung von Arbeitsvertrag und Be-
DRK-Seniorenhaus Steinbach wie-
scheinigung über ihre Tätigkeit, da
der aufnehmen.
keine Urlaubsreisen nach Deutsch-
Quelle: Google Maps
Seite 27SteinbachBote DRK-Seniorenhaus Steinbach 2/2020
Corona - eine Chronologie
13.3.2020: Fast aus heiterem Him- 4.5.2020: Das Robert-Koch-Institut
mel wurde ein Besuchsstopp für Al- empfiehlt die tägliche Überwachung
ten- und Pflegeheime verfügt. Es der Symptome bei Mitarbeitern.
wurde ein Betretungsverbot erlas-
6.5.2020: Minister Laumann kündigt
sen, von dem nur Mitarbeiter und
neue Besuchsregelungen an.
dringende Arztkontakte ausgenom-
men waren. 10.5.2020: Der 1. Besuchstag nach
fast zwei Monaten. Besuche sind
20.3.2020: Lockerung des Besuchs-
nach Anmeldung möglichen und fin-
verbotes: jeweils pro Bewohner ein
den unter Quarantänebedingungen
Besucher für eine Stunde am Tag.
im Wintergarten statt.
27.3.2020: Ein Mitarbeiter wird posi-
13.5.2020: Fußpflege kann unter
tiv getestet: Identifizierung der Kon-
strengen Bedingungen wieder statt-
taktpersonen, Quarantäne für eine
finden.
Wohngruppe im Dachgeschoss bis
4.4.2020. Die Bewohner werden ne- 18.5.2020: Ergotherapie und Kran-
gativ getestet. kengymnastik können unter strengen
Bedingungen wieder stattfinden.
2.4.2020: Alle Mitarbeiter werden ge-
testet. 4.6.2020: Friseur kann unter stren-
gen Bedingungen wieder stattfinden.
3.4.2020: Ein positiv getesteter Mit-
arbeiter (ohne Symptome) wird er- 17.6.2020: Die Corona-Allgemeinver-
kannt. Identifizierung der Kontakt- fügung Pflege erlaubt u.a. Spazier-
personen und Quarantäne für den gänge.
Mitarbeiter und drei Bewohner.
1.7.2020: Die Corona-Allgemeinver-
6.4.2020: Die Corona-Schutzverord- fügung Pflege erlaubt wieder Zim-
nung regelt u.a. den Umgang mit in- merbesuche und längere Ausgänge.
fizierten Menschen und die tägliche 15.7.2020: Isolationsbedingungen für
Überwachung der Symptome bei den neue Bewohner und Rückkehrer aus
Bewohnern.
dem Krankenhaus lockern sich. „Nur“
29.4.2020: Die Corona-Allgemeinver- noch 7 Tage Isolation und zweimali-
fügung Pflege regelt u.a. den Um- ge Testungen.
gang mit Neuaufnahmen, vorge-
schriebenen Testungen bei Sympto-
matik und nach Krankenhausaufent-
halt.
Seite 28Sie können auch lesen