DIGITALE ZIVILCOURAGE - DABEI ...
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
DIGITALE ZIVILCOURAGE Das Internet und die sozialen Medien bieten viele Chancen. Es gibt aber auch Schattenseiten wie Hass und Falschnachrichten, die unser Zusammenleben gefährden. Was kann jeder Einzelne tun? Und kann man Zivilcourage lernen? #DABEI-Geschichten - eine Initiative der Deutschen Telekom AG Moderationsunterlagen für einen Workshop (ca. 45 Minuten)
Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
IMPRESSUM
HERAUSGEBER
#DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
Barbara Costanzo,
Vice President Group Social Engagement
Friedrich-Ebert-Allee 140, 53113 Bonn
WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN
https://dabei-geschichten.telekom.com/themen/digitale-zivilcourage/
STAND
30.04.2021
STATUS
veröffentlicht
KONTAKT
engagement-bonn@telekom.de
2Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
HINWEISE ZUM LEITFADEN
Im Verlauf dieses Workshops wird das Thema „Digitale Zur Durchführung dieses Workshops
Zivilcourage“ näher beleuchtet. Die Teilnehmer sollen benötigen Sie:
verstehen, um was es geht, warum es wichtig ist, aktiv
zu werden und was jeder Einzelne tun kann. · ein Laptop oder Endgerät, mit dem Sie im
Internet die Bilder zum Workshop sowie Links
Die Kernaussagen des Workshops sind deshalb: und Filme zeigen können
1. Das Netz braucht Widerstand, damit wir nach · einen Beamer oder Bildschirm, der mit dem
demokratischen Spielregeln zusammenleben Endgerät verbunden ist
können. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass
Menschen verletzt werden und nicht mehr · Internetzugang bzw. WLAN
wissen, was wahr und was fake ist.
Weitere Hinweise:
2. Hass im Netz nimmt zu und wird sich auch von Die Bildseiten des Moduls zeigen sich am besten,
selbst nicht reduzieren. wenn Sie den Vollbildmodus einstellen. Dies können
Sie bei fast allen Internet-Browsern über die Einstellun-
3. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte wie z.B. gen erreichen.
Gesetze, Gegenrede, Melden und Solidarität
zeigen. Auf den Bildseiten finden Sie Links z.B. zu Audio-
dateien. Beim Anklicken öffnet sich in der Regel ein
4. Jeder kann etwas tun, um sich gegen neues Fenster. Um zurück zum Modul zu gelangen,
Ausgrenzung und für Demokratie einzusetzen! müssen Sie das Fenster wieder wechseln und ggf.
den Vollbildmodus neu aktivieren.
Die folgende Unterlage soll Sie als Moderator unter-
stützen auch dann einen Workshop durchzuführen, Auf einigen Bildseiten sind weiterführende Links
wenn Sie selbst noch keine umfangreiche Modera- hinterlegt. Diese sind nicht für die Präsentation im
tionserfahrung besitzen oder sich nicht als Experte im Workshop, sondern für die Teilnehmer gedacht,
Thema fühlen. Es gibt auch Leitfäden für kürzere und um im Nachgang die Inhalte zu vertiefen.
längere Workshops in den Versionen 25 min und 90
min und in einfacher Sprache. Unter Downloads finden Sie eine Vorlage für die
Einladung der Teilnehmer sowie einen Emailentwurf,
Unter der Überschrift “ABLAUF” finden Sie Hinweise den Sie nach dem Workshop mit dem Link zum
zum empfohlenen Vorgehen zu jedem einzelnen Bild. Modul versenden können.
Unter “SPRECHTEXT” gibt es jeweils einen Vorschlag Viel Erfolg!
zu dem, was Sie als Moderator sagen bzw. fragen
könnten.
Unter “ZUSÄTZLICHE HINWEISE” finden Sie ggf.
weitere Hintergrundinfos, die Ihnen bei Ihrer Vor-
bereitung helfen sollen.
3Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
2 MIN
BILD 1 DIGITALE ZIVILCOURAGE
SPRECHTEXT “Herzlich willkommen zum Workshop Digitale Zivilcourage!”
(eigene Vorstellung und Grund für den Workshop)
In den nächsten 45 Minuten werden das unsere Themen sein:
· Das Internet und die sozialen Medien bieten viele Chancen.
· Es gibt auch Schattenseiten wie Hass und Falschnachrichten,
die sogenannten Fake News, die unser Zusammenleben gefährden.
· Was kann jeder von uns tun?
· Kann man Zivilcourage lernen?
Cybermobbing ist ein ernstzunehmendes Problem, dass vor allem Menschen unter
25 Jahren betrifft. Trotzdem werden wir heute den Schwerpunkt auf das Thema
Hate Speech richten. Während Cybermobbing vor allem auf Einzelpersonen gerichtet
ist und häufig aus dem direkten Umfeld kommt, geht es bei Hate Speech um strate-
gisch eingesetzten Hass. Hier geht es um das Manipulieren von Meinungen und
Menschen oder das Ausgrenzen ganzer Gruppen. Und damit besteht auch ein
Zusammenhang zwischen Hate Speech und Demokratie.
Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass wir aktuell einen Rechtsruck in der
Gesellschaft erfahren. Und dies leider in vielen Ländern auf der Welt. Nur 48% der
Deutschen bezeichnen sich als überzeugte Demokraten - in Ungarn sind es gerade
mal 18%.
Fake News haben Meinungsmache zum Ziel und Meinungsmache führt oft
zu Hass und Ausgrenzung.
4Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 2 WAS WÄRE EIN NETZ OHNE WIDERSTAND?
ABLAUF Folientitel kurz als Frage stellen und anschließend die Audiodatei abspielen.
Hier werden Lautsprecher benötigt.
Die Audiospur dauert ca. 2 Minuten.
Ein Testlauf vor dem Workshop wird empfohlen.
Empfehlung: Hören Sie sich die Aufzeichnung
vor dem Workshop an. Es handelt sich um eine Dystopie: Eine imaginäre Nachricht-
ensendung aus der Zukunft verdeutlicht mit erfundenen Kurznachrichten, was aus
dem Netz und den Menschen darin geworden ist.
Danach kurze Rückmeldung/Diskussion.
SPRECHTEXT „Was wäre das Netz ohne Widerstand gegen Hass?
Hierzu gibt es eine kurze Audiosequenz.“
(Nach der Audiospur ein paar Meinungen einsammeln, z. B. zu diesen Fragen:)
· Was denkt Ihr zum Gehörten: was ist gar nicht so unwahrscheinlich, was ist
völlig aus der Luft gegriffen?
· Was macht Euch Sorgen, wenn Ihr an das Netz der Zukunft denkt?
· Was macht Euch Hoffnung?
5Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
3 MIN
BILD 3 DEMOKRATISCHE WERTE VERTEIDIGEN (1/2)
SPRECHTEXT „Eine Freundin verteidigen, die online wegen ihres Kopftuchs gemobbt wird.
Ein Bild auf Facebook als Fake entlarven. Eine App programmieren, um Hassposts
melden zu können.
Das alles sind Beispiele für Zivilcourage im Netz.
Was haben sie alle gemeinsam?
Sie gehen über reine Hilfe hinaus.
Es werden mutig demokratische Werte und Menschenrechte verteidigt.
Zivilcourage heißt, das Unrecht nicht zu dulden. Zivilcourage erfordert den Mut,
die eigene Meinung zu äußern, auch gegenüber vermeintlich Höhergestellten und
Mehrheiten. Zivilcouragiertes Verhalten geschieht nicht im Geheimen, sondern
öffentlich. Und auch, wenn es möglicherweise negative Folgen geben könnte.
Dies gilt unabhängig davon, ob es im digitalen oder im analogen Raum passiert.
Trotzdem gibt es im Netz einige Aspekte, die sich von der analogen Welt unterscheiden:
· Reichweite: Früher hat man einer Person etwas erzählt. Am nächsten Tag hat diese
es vielleicht weitererzählt. Heute gibt es durch Follower in den sozialen Medien eine
Reichweite, in der in Sekunden Menschen auf der ganzen Welt erreicht werden
können.
· Geschwindigkeit: Für die Verbreitung von Hass spielen zusätzlich Bots, also Roboter
eine Rolle. Sie verfassen eine Nachricht und posten sie über hunderte von falschen
Identitäten in interessante Gruppen. Man geht davon aus, dass bis zu 30% der
Hass-Posts von Bots verbreitet werden. Aber auch auf diese Posts reagieren dann
wieder Menschen - oder andere Bots.
· Anonymität: Die Anonymität im Netz führt dazu, dass ich den anderen nicht sehe
oder einschätzen kann. Auch die Wirkung der eigenen Worte wird oft unterschätzt.
Rollen verschwimmen: Politiker äußern sich als Privatpersonen. Privatpersonen
werden zu Journalisten. Beides ist für Leser schwer zu erkennen.
· Gesetzgebung: Die rechtliche Situation im Netz unterscheidet sich von der
in der analogen Welt. So fehlen wichtige Kontrollinstanzen z.B. der Presserat.
Wir kommen zur rechtlichen Situation aber später noch ausführlicher!
Durch die Fülle an Informationen im Netz werden oft nur noch die Über-
schriften gelesen. Inhalte werden oft geliked oder geteilt, weil man Sympathie
für den Absender empfindet und gerne zu seiner Gruppe gehören möchte.
Der Inhalt wird oft gar nicht richtig gelesen oder erfasst.“
6Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
3 MIN
BILD 3 DEMOKRATISCHE WERTE VERTEIDIGEN (2/2)
ZUSÄTZLICHE Definition Digitale Zivilcourage: beschreibt mutige, öffentliche Handlungen in der
HINWEISE digitalen Welt mit dem Ziel, demokratische Grundwerte oder Menschenrechte zu
verteidigen. Auch wenn sie möglicherweise negative Folgen für die Person selbst
mit sich bringen z. B. weil sie riskiert, selbst Opfer von Angriffen zu werden.
Besonders wichtig ist dies in den sozialen Medien, über die Hass und Fake
verbreitet wird.
Und: Das Gegenteil von Zivilcourage ist Gleichgültigkeit und Ignoranz.
Beispiele für demokratische Grundwerte und Menschenrechte in diesem
Zusammenhang sind:
· Menschenwürde
· Recht auf Leben in Freiheit und Sicherheit
· Recht auf adäquate Lebensbedingungen
· Diskriminierungsverbot aufgrund von Geschlecht, Abstammung, Rasse, Sprache,
Heimat, Herkunft, Glauben, religiöser oder politischer Anschauung
· Meinungsfreiheit
Beispiele für soziale Medien:
· Soziale Netzwerke (z.B. Facebook)
· Mikroblogging-Dienste (z.B. Twitter)
· Foto-/Videoportale (z.B. YouTube, Instagram)
· Messenger-Dienste (z.B. WhatsApp/Telegram)
Hass und rechte Parolen verbreiten sich leider auch zunehmend auf Gaming-
Plattformen auf denen Kinder und Jugendliche unterwegs sind.
7Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 4 #GEGENHASSIMNETZ
ABLAUF Der Film kann direkt ohne Erläuterungen abgespielt werden.
Es werden Lautsprecher benötigt, ein Testlauf vor dem Workshop wird empfohlen.
Empfehlung: Schauen Sie sich den Film vor dem Workshop an.
Es ist ein kurzer Spot, der im Rahmen der Telekom-Kampagne #DABEI
#GEGENHASSIMNETZ für ein Fußballstadion, Kino und TV entstanden ist.
Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Leben eines jungen Mannes, der stellvertretend
für eine Gruppe steht, die viel Hass erfährt: Transgender. Er wurde als Mädchen
geboren und hat eine Geschlechtsumwandlung vollzogen. Das Thema Transgender
wird allerdings im Folgenden nicht speziell aufgegriffen, sondern die Fragen:
Was müssen Menschen, die zu Minderheiten gehören, alles erleiden?
Wer hat ein Interesse daran, Menschen auf das Schlimmste zu beleidigen?
Was hat das mit dem Zusammenleben einer Gesellschaft nach demokratischen
Spielregeln zu tun?
Sammeln Sie nach dem Spot spontane Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teil-
nehmer ein. Ggf. kann eine provozierende Aussage wie „Der ist doch wahrscheinlich
selbst schuld!“ die Diskussion in Gang bringen.
Der Film dauert ca. 1 Minute.
SPRECHTEXT (Mögliche Fragen nach dem Spot:)
· “Was denkt Ihr zu dem, was Ihr gerade gesehen haben?”
· “War Euch bewusst, wie massiv Botschaften, auch von völlig Unbekannten,
sein können?”
· “Welche Szene hat Euch vor allem berührt? Welche hat Euch besonders
schockiert?”
ZUSÄTZLICHE Es handelt sich bei dem gezeigten Protagonisten um eine reale Person, die die
HINWEISE gezeigten Hassposts erhalten hat.
Am Ende des Films werden Best Practice-Beispiele gezeigt - im Laufe des Workshops
gibt es Erläuterungen dazu.
8Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
2 MIN
BILD 5 HASS IM NETZ NIMMT ZU! (1/2)
SPRECHTEXT „Hassrede ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Mehr als 75% der Bevölkerung
sieht sich online mit Hass konfrontiert. In der Gruppe der 14-bis 24-Jährigen berichten
sogar fast alle von Erfahrungen mit Hass im Netz. 1/3 der Bevölkerung meint, dass es
mehr Hass- als Sachkommentare in den sozialen Medien gibt.
Es gibt Hass zwischen Individuen und Hass zwischen Gruppen, der sich manchmal ins
Unermessliche steigern kann.
Populismus spielt eine wichtige Rolle, um Hass anzuheizen. Betont werden die Unter-
schiede zwischen Gruppen, was zum Motor für noch mehr Hass wird. Diskussionen auf
der Basis von Fakten werden dann fast unmöglich. Oft werden Parolen einfach wieder-
holt und verbreitet, ohne darüber nachzudenken. Abweichende Meinungen werden als
Gefährdung und persönliche Bedrohung wahrgenommen.
Verbindungen innerhalb der Gruppe werden stärker. Meinungen anderer Gruppen
bzw. deren Mitglieder werden bekämpft. Oft kommt es zu Missverständnissen, weil man
schon meint zu wissen, was der andere schreibt ohne es wirklich zu lesen und zu ver-
suchen, es zu verstehen. Die Frage: “Bist Du für uns oder gegen uns?” schwingt ständig
mit und Widerspruch wird als Verrat gewertet.
Zusätzlich sorgen Algorithmen dafür, dass wir mehr von dem angezeigt bekommen,
was wir schon einmal als gut oder interessant bewertet haben. Dies ist ein großes
Problem für die Meinungsbildung. Wichtige Perspektiven, um Argumente abzuwägen
und in Frage zu stellen, fehlen dann für die eigene Meinungsbildung.
Und ist die Meinung erstmal gefasst, ist sie erstaunlich resistent.
Dies gilt vor allem für die Akzeptanz von Gegenbeweisen.
Man kann sich hierdurch sogar noch bestätigt fühlen. Hört sich komisch an?
Hierfür gibt es sogar einen Begriff: Backfire-Effekt.
Er besagt, dass sich Meinungen sogar noch erhärten, wenn sie in Frage gestellt
werden.
Hass wird auch als politische Strategie eingesetzt, um Andersdenkende zum
Schweigen zu bringen. Diese Methode nennt man Silencing und sie ist dann keine
Frage mehr von Missverständnis oder Unzufriedenheit, sondern eine ganz bewusst
eingesetzte Strategie der Meinungsmache.
9Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
2 MIN
BILD 5 HASS IM NETZ NIMMT ZU! (2/2)
ZUSÄTZLICHE Populismus meint einen Politikstil. Zentral für das Thema Hass ist die „Identitätspolitik“.
HINWEISE Diese überhöht die Mitglieder der eigenen Gruppe und schließt Mitglieder anderer
Gruppen aus und wertet diese ab. Populismus ist nicht generell einer politischen Rich-
tung zugeordnet. Manche Parteien nutzen dieses Stilmittel aber intensiver als andere.
Der Populismus Barometer (https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/
Publikationen/GrauePublikationen/ZD__Studie_Populismusbarometer_2018.pdf)
stellt jährlich dar, wie sich populistische Einstellungen über die Wähler verschiedener
Parteien verteilen. Es zeigt sich ein deutliches Ansteigen des Trends gegenüber den
Vorjahren.
Laut dem Bundeskriminalamt sind mehr als 3/4 der strafbaren Hasspostings der
politisch motivierten Kriminalität von rechts zuzuordnen, rund 10% der politisch
motivierten Kriminalität von links.
10Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
10 MIN
BILD 6 IST DAS ERLAUBT? (1/2)
ABLAUF Es handelt sich hierbei um ein Quiz, welches mit allen gleichzeitig und gemeinsam
durchgeführt wird. Es kann per Handzeichen abgestimmt werden, es kann aber auch
jeder für sich die Frage beantworten und mit dem Ergebnis abgleichen.
Empfehlung: Machen Sie das Quiz im Vorfeld selbst, um sich sowohl mit der
Systematik, als auch mit den Fragen und Antworten vertraut zu machen.
Es gibt insgesamt 4 Quizfragen.
SPRECHTEXT „Wie gut kennt Ihr Euch damit aus, welche rechtliche Situation im Netz gilt?
Ich lese Euch immer zuerst eine Situationsbeschreibung vor.
Danach kommt die Frage: Ist das erlaubt? Natürlich kommt dann jeweils die Auflösung.
Starten wir mit der ersten Runde.“
Nach dem Quiz zur Erläuterung:
“Wer auf der Straße eine Person beleidigt, riskiert eine Anzeige. Was aber,
wenn dies in den sozialen Medien passiert?
Grundsätzlich gilt: Was im echten Leben verboten ist, ist es im Netz auch.
Das Strafgesetz unterscheidet nicht nach „offline“ und „online“. Straftaten, wie üble
Nachrede, Bedrohung und Volksverhetzung sind auch online gesetzeswidrig.
Auch Personen, die Lügen teilen oder verbreiten, können bestraft werden.
Facebook & Co sind gesetzlich verpflichtet, strafbare Inhalte zu löschen. Zum Beispiel,
wenn sie ihnen gemeldet werden. Man selbst kann Strafanzeige stellen. Wichtig dabei:
Beweise sichern mit einem Screenshot! Eine gute Anlaufstelle ist “hassmelden.de”.
Natürlich kann man auch Straftaten in der digitalen Welt der Polizei melden: online
oder bei jeder Polizeidienststelle.”
11Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
10 MIN
BILD 6 IST DAS ERLAUBT? (2/2)
ZUSÄTZLICHE Alle Straftaten, die im realen Raum eine Straftat sind, sind es auch online.
HINWEISE Grundlage hierfür ist das Strafgesetzbuch.
Übersicht der häufigsten, hierzu relevanten Straftaten:
§ 86 Verbotene Symbole (z.B. Hakenkreuz)
§ 111 Öffentlicher Aufruf zu Straftaten
§ 130 Volksverhetzung
§ 131 Gewaltdarstellung
§ 166 Beschimpfung religiöser Bekenntnisse
§ 185 Beleidigung
§ 186 Üble Nachrede
§ 187 Verleumdung
§ 201a Recht am eigenen Bild
§ 240 Nötigung
§ 241 Bedrohung
Es gibt keinen direkten Paragraphen gegen das Verbreiten von Fake News.
Natürlich können die Inhalte des jeweiligen Posts aber unter eine der oben genannten
Kategorien fallen.
1% der Deutschen haben schon einen Hasskommentar der Polizei gemeldet,
26% haben schon direkt beim Plattformbetreiber gemeldet, 25% haben selbst
geantwortet und den Kommentar kritisiert (Statista, Umfrage 2018).
Was passiert, wenn gemeldet wurde?
Plattformanbieter müssen prüfen, ob die Inhalte strafbar sind und diese binnen 24h
löschen oder sperren (Netzwerkdurchsetzungsgesetz), sonst drohen hohe Strafen.
12Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
ES GIBT VIELE GRÜNDE, NICHT AKTIV
BILD 7 ZU WERDEN…
ABLAUF Sprechtext vortragen.
Empfehlung, an dieser Stelle nicht zu diskutieren, sondern erst nach dem nächsten
Bild, damit sich einiges auflöst.
SPRECHTEXT „Warum soll ich mich in die Schusslinie begeben? Vielleicht biete ich dann selbst
Angriffsfläche…
Lasst uns einen Blick auf mögliche Gefahren werfen, die vielleicht drohen, wenn man
sich im Netz wehrt bzw. eingreift, wenn andere angegriffen werden:
· Shitstorm: Ärger auf sich ziehen und selbst zum Ziel von Angriffen im Netz werden.
D. h., dass sich die Stimmung plötzlich gegen denjenigen wendet, der eingegriffen
hat. Er bekommt nun negative Posts. In den sozialen Medien passiert es nicht
selten, dass die Aufmerksamkeit vom Ursprungsthema komplett umschwenkt.
Und es vielleicht noch nicht einmal jemand merkt.
· Blaming: Selbst zum Täter erkoren und attackiert werden.
Blaming geht damit noch über den Shitstorm hinaus.
Ein Beispiel könnte sein, dass man in einer Diskussion um Menschenrechte vertritt,
dass jeder ein Recht auf Leben in Freiheit hat. Plötzlich wird man selbst angegriffen,
weil man keine Lösungen für die Flüchtlingsfrage hat und illegale Einreise unter-
stützt, was wiederum verboten ist. Man wird der Beihilfe bezichtigt.
· Silencing: Massiven Hass erfahren mit dem Ziel, aus den sozialen Medien
verdrängt zu werden. Besonders Journalistinnen oder Politikerinnen sind häufig
das Ziel von Hass. Hass mit einem strategischen Ziel macht vor allem Angst,
weil oft Drohungen auch für Übergriffe in der analogen Welt ausgesprochen werden.
Oder die Privatadresse oder Telefonnummer des Opfers veröffentlicht werden.
Dies hat eine besondere Bezeichnung:
· Doxing: Adresse und Kontaktdaten werden veröffentlicht und man wird zur
Zielscheibe in der analogen Welt.
Vielleicht ist es doch besser, sich raus zu halten?“
13Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 8 …UND UMSO MEHR, ES TROTZDEM ZU TUN! (1/3)
SPRECHTEXT „Kein Widerspruch bedeutet oft Bestätigung für diejenigen, die Hassbotschaften oder
Falschnachrichten zur Ausgrenzung anderer ins Netz stellen!
Wichtig ist, dass Hass nicht zur Normalität wird. Das passiert jedoch schon. Wenn eine
bestimmte Sprache salonfähig wird und man Argumente wieder und wieder hört,
erscheinen sie nicht mehr so absurd. Und sie bekommen sogar scheinbar einen Funken
Wahrheit.
Die Sprache hat eine Auswirkung auf unsere Haltung und unsere Handlungen. Wir
kommen später noch zu einem Projekt, das sich für mehr Wertschätzung in der
Sprache einsetzt.
Lassen sich “Hater” im Netz durch Widerspruch überzeugen?
Das kommt darauf an, ob sie strategisch unterwegs sind - dann eher nicht. Manchmal
sind sie aber auch selbst nur in einen Strudel von Gerüchten und Hass geraten sind.
Dann gibt es gute Chancen auf Umdenken.
Und: Es gibt viele unentschlossene Mitleser. Wenn man gegen Hasskommentare im
Netz argumentiert, geht es oft nicht darum, den Hater zu überzeugen. Es geht vielmehr
um die, vielleicht noch unentschlossenen, Mitleser. Diesen Menschen soll eine neue
Perspektive angeboten werden. Sie sollen zum Denken und Diskutieren angeregt
werden. Ein konstruktiver Dialog soll wieder möglich sein.
Deshalb ist es auch wichtig zu beachten: wer digitale Zivilcourage beweisen möchte,
sollte nicht mit den Waffen der Hater kämpfen. Das sind Silencing, Bloßstellung,
Lächerlich-Machen und Verbreitung von falschen Nachrichten. Humor kann manchmal
helfen, aber selbst zum Täter werden, hat damit nichts zu tun.
Wenn Du das nächste Mal im Netz auf einen Post antwortest, denk’ daran und stell Dir
bildlich vor: Du antwortest für diejenigen, die mitlesen. Diejenigen, die sich vielleicht
noch nicht zu Wort gemeldet haben und noch gar keine so klare Meinung haben.
Auch für die Opfer von Hass, lohnt es sich, aktiv zu werden. Fehlende Solidarität ist
so schlimm und schmerzt wie der Hass selbst. Zivilcourage heißt auch, zu denen zu
stehen, die sich nicht wehren oder wehren können. Geben Sie denen eine Stimme,
die sich nicht trauen zu sprechen.
14Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 8 …UND UMSO MEHR, ES TROTZDEM ZU TUN! (2/3)
SPRECHTEXT Übrigens: Gegenrede wirkt vor allem im engeren Bekanntenkreis. Der Experte Simon
Teune sagt: “Widerspruch ruft Irritation hervor. Wenn der Widerspruch ausbleibt, fühlt
sich derjenige, der sich zum Beispiel rassistisch äußert, bestätigt. Deshalb ist es wichtig
zu zeigen, dass man bestimmte Sachen nicht akzeptiert. Das funktioniert vor allem
dann, wenn die Reaktion von Menschen kommt, die persönlich miteinander bekannt
sind. Auch Gegenrede von Facebook-Freunden hat eine größere Wirkung als Gegen-
rede von fremden oder anonymen Nutzern.”
Die eigene Schockstarre überwinden und aktiv werden:
Das ist ein tolles Gefühl! Wer mitgestaltet, fühlt sich zugehörig und weniger hilflos.
Daran denken, dass Hass noch nie Hass bezwungen oder gesellschaftliche Probleme
gelöst hat. Aber häufig schon neue Probleme aufgeworfen hat.
(Mögliche Fragen für der Diskussion in der Gruppe):
· Welche Erfahrungen habt Ihr mit Gegenrede im Netz?
· Was ist Euch danach passiert? (siehe auch zusätzliche Hinweise)
· Was glaubt Ihr kann helfen, um den voranschreitenden Hass im Netz zu begrenzen?”
ZUSÄTZLICHE Shitstorm & Co.: Wie wahrscheinlich ist es, dass man selbst zum Opfer wird,
HINWEISE wenn man sich im Netz wehrt?
Die Erfahrung von vielen, die Counterspeech (Begriff für Gegenrede im Netz)
regelmäßig betreiben ist: es kann sein, dass man eine ärgerliche Antwort bekommt,
aber meist hält sich die Zustimmung mindestens die Waage. Man muss schon Pech
haben, wenn man an den Falschen gerät, der dann wirklich aggressiv wird. Wenn dem
so ist, daran denken: ein Bot schießt nicht lange zurück, ein strategischer Hater oder
Troll ggf. schon und dann macht es Sinn, sich Hilfe bei anderen zu holen oder einfach
auszusteigen.
Anhaltenden Ärger erfahren vor allem Personen, die wirklich ausgeschlossen werden
sollen: Journalisten, Politiker etc.
Und wenn es doch einmal richtig unangenehm wird: Melden, Gruppen wie #ichbinhier
oder Lovestorm einschalten und ggf. auch Anzeige erstatten.
Aber: sehr wahrscheinlich ist das nicht, vor allem, wenn man konstruktiv argumentiert
und konsequent bei diesem Vorgehen bleibt.
15Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 8 …UND UMSO MEHR, ES TROTZDEM ZU TUN! (3/3)
ZUSÄTZLICHE Bei Cybermobbing macht es unbedingt Sinn, auch dem Opfer Hilfe anzubieten -
HINWEISE zum Beispiel über Nummer gegen Kummer oder Juuuport, die auch weitervermitteln,
wenn noch mehr und dauerhafte Hilfe benötigt wird.
16Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 9 JEDER KANN AKTIV WERDEN! (1/3)
ABLAUF Erläuterungen zu den Tipps auf der Folie geben.
Dies ist eine Sammlung von Empfehlungen, die besonders effektiv sind und von jedem
eingesetzt werden können. Empfehlung: 3 Beispiele vorher auswählen, die näher
erläutert werden.
SPRECHTEXT „Es gibt einige Tipps, wie jeder selbst aktiv werden kann:
Angegriffene unterstützen – Solidarität zeigen!
· Dinge benennen, die nicht in Ordnung sind, weil sie nicht der Wahrheit entsprechen,
ausgrenzend oder verletzend sind. Dabei klar und sachlich bleiben, so dass die
eigene Aussage - und sei sie noch so kurz - gut verstanden wird.
· Mit gutem Beispiel vorangehen! Auch wenn noch kein anderer geantwortet hat:
frühzeitig in Chats eingreifen, bevor Diskussionen völlig entgleiten.
· Dem Opfer beistehen, heißt auch, das Opfer - nicht die Hater - ggf. außerhalb
des Chats kontaktieren und Mut zusprechen. In Bezug auf die Hater ist dies nicht
zu empfehlen. Häufig werden persönliche Nachrichten oder Emails im Chat
veröffentlicht und zum Beispiel ins Lächerliche gezogen. Außerdem wird so auch
die persönliche Emailadresse bekannt gegeben.
Hilfe suchen und annehmen!
· Hilfe suchen bedeutet, andere, die mitlesen, direkt anzusprechen:
“Was meint Ihr dazu?” “Mich würde Eure Meinung interessieren zu xy.”
“Ich bin sicher, dass es hier Experten gibt zu xy. Wer weiß mehr zu xy?
„Wie im analogen Leben ist es eine gute Strategie nicht alleine zu helfen,
sondern andere direkt einzubinden.”
· Wenn Hilfe angeboten wird, können Gruppen wie Love Storm oder #ichbinhier
angesprochen werden. Es wird zum Beispiel bei #ichbinhier angeboten, dass
manschwierige Posts meldet und sich mehrere zusammentun, um gemeinsam
zu antworten.
Unterstützer stärken!
· Das ist das Gegenstück zu “Hilfe suchen”.
Andere, die auch gegen Hass einschreiten, werden bestärkt. Das kann durch Likes,
aber auch durch Ergänzungen erfolgen, z. B. wenn man selbst Experte in einem
Thema ist.
· Solidarität nicht nur mit dem möglichen Opfer, sondern auch mit anderen Helfern
zeigen. Das bestärkt, macht aber auch Mitlesern deutlich, dass derjenige nicht
alleine mit seiner Meinung steht. Im Übrigen ist das eine Strategie, die Hater sehr
gezielt einsetzen…
17Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 9 JEDER KANN AKTIV WERDEN! (2/3)
SPRECHTEXT Nicht provozieren lassen!
· Gar nicht so einfach! Häufig ist Provokation eine der Zielsetzungen, um dann sagen
zu können: “Siehst Du, Du bist auch nicht besser!”
· Diskussionsregel einfordern oder auf bestehende Gruppenregeln hinweisen.
· Es ist gut, zügig zu antworten, aber kein Muss. Vor allem, wenn man sich emotional
sehr angegriffen fühlt, kann Durchatmen und erstmal etwas anders tun, eine gute
Strategie sein. Dann mit mehr Abstand wieder einsteigen.
Hass nicht mit Hass beantworten
· Wie bereits besprochen: Hass auf Hass führt oft zu einer weiteren Eskalation
der Diskussion und ruft auf der Seite der Hater auch Solidarität hervor.
Grenzen setzen und sich selbst erholen!
· Auch beim Eingreifen gilt: Was zu viel ist, ist zu viel. Es geht auch darum, sich selbst
emotional zu schützen. Ein guter Ausstieg könnte sein, den Lesern mitzuteilen,
dass man nicht weiter diskutieren wird. Dann muss man es aber auch konsequent
umzusetzen. Man kann auch die Benachrichtigungsfunktion ausschalten, die
Gruppe oder den Hater blockieren und natürlich Verstöße melden.
· Diskussionen mit Menschen, die nicht diskutieren wollen, führen oft zu nichts.
Einige Experten raten: 2-mal antworten und seinen Punkt deutlich machen,
dann aussteigen.
· Die Vorteile, die die digitale Welt bringt, nutzen: Ausschalten können!
Vorbereitet sein - Gegenrede üben!
· Viele Gruppen, die sich im Netz gegen Hass und Ausgrenzung einsetzen, bieten
kostenfreie Online-Kurse an, in denen man im geschützten (Offline-)Raum üben
und neue Strategien ausprobieren kann. Diese werden regelmäßig angeboten und
stehen jedem offen (z.B. Love Storm oder Belltower über die Friedrich-Ebert-
Stiftung).
Faktenchecks nutzen - Quellen veröffentlichen!
· Oft werden gerade im Hinblick auf Gruppen, die ausgegrenzt werden sollen,
Allgemeinplätze oder Fake News genutzt, die von vielen unwidersprochen
übernommen werden.
· Gut ist es, Quellen zu recherchieren und dann in der eigenen Argumentation
zu nutzen. Wenn man keine findet, Gegenfragen stellen: Woher weißt Du das?
Auf was genau beziehst Du Dich? Wichtig: vor allem absurde Behauptungen
nicht unkommentiert stehen lassen und wenn es ein: “Das kann ich gar nicht
glauben!” ist.
18Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
5 MIN
BILD 9 JEDER KANN AKTIV WERDEN! (3/3)
SPRECHTEXT · Faktenchecks sind einfacher als viele Menschen annehmen. Oft tauchen Fake
News wieder und wieder in Chats auf. Dann sind sie häufig bereits von Profis wie
mimikama.at oder correctiv.de geprüft und die Ergebnisse und die dazugehörigen
Quellen im Internet veröffentlicht.
· Vorsicht: keine selbst erfundenen Ergebnisse einbringen bzw. mit Hören-Sagen
gegen Vorurteile und Fake News vorgehen. Dann lieber Gegenfragen stellen und
die Hintergründe abfragen.
Oft gilt: Für schweigende Mitleser antworten, nicht für den Hater!
· Wurde bereits ausgeführt und ist eine gute Strategie, um sich nicht ins Negative
hineinziehen zu lassen.
Verstöße melden!
· Der einfachste, aber nicht immer erfolgreiche Weg, ist die Meldung von Hass-
beiträgen zum Beispiel bei Facebook: auf die drei Punkte am oberen Rand des
Beitrags klicken und Fragen zum Inhalt der Meldung beantworten. Facebook
muss prüfen und ggf. löschen, mindestens eine Antwort geben.
· Anzeige erstatten bei der Polizei: Screenshots bzw. den Link sichern, noch besser
mit Namen und Datum/Uhrzeit. Meldungen können online oder bei jeder Polizei-
dienststelle erfolgen.
· Und noch eine Möglichkeit: Hate Speech in Spenden umwandeln: Hassbeiträge
im Netz bei der Initiative „Hass hilft“ melden. Diese Organisation spendet einen Euro
gegen Rechtsextremismus oder in die Flüchtlingshilfe und informiert den Hater,
der sich ganz schön wundert…
Als grundsätzliche Haltung hat sich bewährt:
· Vielfalt gibt es auch in Meinungen - nicht alles ist Hass, was anders ist.
· Nicht sofort das Schlimmste unterstellen.
· Wenn Gesprächsbereitschaft besteht, diese auch nutzen - Ziel ist ja nicht,
den anderen niederzureden, sondern ihn zum Nachdenken anzuregen.
Sich für einen konstruktiven Dialog einsetzen!
· Zynismus vermeiden, das führt zu Verärgerung.
· Hass und Fake entlarven und dies auch so ansprechen - wenn es Sinn macht.
· Man ist nicht verantwortlich für das, was der andere schreibt, aber sehr wohl
für das, was man selbst entgegnet!”
19Digitale Zivilcourage - #DABEI-Geschichten – eine Initiative der Deutschen Telekom AG
3 MIN
BILD 10 DIGITALE ZIVILCOURAGE: BIST DU DABEI?
ABLAUF Kurzes Fazit, selbst zusammenfassen oder Text von der Folie nutzen und
Abschlussfragen stellen und diskutieren.
SPRECHTEXT „Wir sind am Ende unseres Workshops und haben viel rund um Hass im Netz
erfahren und wie jeder dagegen vorgehen kann.
Und warum es keine Zeit zu verlieren gibt: Hass zerstört viele Vorteile, die uns soziale
Medien bieten.
Natürlich ist der Kampf gegen Hass im Netz nicht nur eine Frage für die Zivil-
gesellschaft. Die Politik muss für eindeutige Gesetze sorgen, die Plattformanbieter
müssen für demokratische Spielregeln sorgen und diese auch durchsetzen.
Aber: es gibt keinen Grund zu warten, bis alle Rahmenbedingungen geregelt sind -
jeder von uns hat aus seiner Rolle heraus eine Verantwortung für das, was in unserer
Gesellschaft passiert. Es sind nicht nur diejenigen verantwortlich, die demokratische
Spielregeln brechen, sondern auch diejenigen, die es geschehen lassen!
Widerstand gegen Hass gibt uns die Möglichkeit, unsere Gesellschaft mitzugestalten.
Und wie nach einem Erste-Hilfe-Kurs gibt es gute Chancen, dass Ihr Euch ab jetzt
aktiv im Netz und gegen Hass einsetzet. Allein schon, dass wir heute mehr das Thema
diskutiert haben, wird sehr wahrscheinlich dazu führen, dass Ihr aufmerksamer seid
und das ein oder andere ausprobiert.
Seid mutig!
(Mögliche Fragen zur Abschlussdiskussion:)
· Was hast Du gelernt?
· Was war neu für Dich?
· Was wirst Du zuhause erzählen?
· Welche Fragen sind noch offen?“
20Sie können auch lesen