Klassische Moderne Post War Contemporary Art Modern Art Post War Contemporary Art - Neumeister

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Klassische Moderne Post War Contemporary Art Modern Art Post War Contemporary Art - Neumeister
Klassische
Moderne
Post War
Contemporary
Art
Modern Art
Post War
Contemporary
Art
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Der ikonische Faktor

     „Don’t worry, everything’s gonna be alright. Don’t worry, be happy….“ Wiegende Rhyth­
     men, samtig dunkle Stimme, dazu diese in Trance versetzenden Drums: Bob Marleys
     sirrend somnambule Songs lösen auch im kalten Deutschland sofort jene euphorisierte
     Tiefenentspannung aus, wie sonst nur türkisfarbener jamaikanischer Ozean, pudriger
     Goldsand und Glutsonne. Nun wurde Reggae, der perlend positive All­-over-Sound, den
     Marley mitbegründete, von der Kulturorganisation Unesco zum Weltkulturerbe erklärt: Er
     transportiere wichtige Botschaften zu „Fragen der Ungerechtigkeit, des Widerstandes, der
     Liebe und Menschlichkeit“ und sei zugleich „sinnlich und spirituell“.

     Diese Auszeichnung ist symptomatisch für die jüngste Entwicklung auf dem globalen
     Markt für Kunst der Nachkriegsmoderne und Gegenwart. Spektakuläre Rekorde für zwei
     afroamerikanische Künstler machten den Trend, der zugleich ein Perspektivwechsel ist,
     im Frühjahr in New York sichtbar: Das Gemälde „Past Times“ des 1955 in Alabama gebo­
     renen Malers Kerry James Marshall erzielte im Mai 21,1 Millionen Dollar. Bereits im März
     hatte das monumentale Gemälde „HelterSkelter 1“ des 1961 in Los Angeles geborenen
     Mark Bradford 8,6 Millionen Pfund erlöst; es befindet sich nun im Privatmuseum von Eli
     Broad in Los Angeles.

     Einerseits sind die Rekorde eine überfällige Marktkorrektur im Hinblick auf die Summen,
     die für hellhäutige Starkünstler derselben Generation, etwa Christopher Wool, bezahlt
     werden. Schon 2002 hatte documenta-Kurator Okwui Envezor erstmals den Blick weg vom
     Eurozentrismus gelenkt, der Fixierung auf Kultur und Kunst der westlichen Hemisphäre
     und hin zu den Rändern des Globus, auf die vom Mainstream unbeobachtet arbeitenden
     Künstler. Die späte Marktkorrektur geschieht interessanterweise in einer zunehmend

     The Iconic Factor

     ‘Don’t worry, everything’s gonna be alright. Don’t worry, be happy …’ A rhythmic sway, a
     dark, velvety voice, and then those drums that put you in a trance: even in chilly Germany,
     Bob Marley’s sizzling, somnambulistic songs immediately induce a state of deep, euphoric
     relaxation that is otherwise only triggered by the turquoise Jamaican seas, powdery
     golden sand and the blazing sun. Reggae, the sparkling, positive ‘all-over’ sound that
     Marley helped make popular, has now been included on UNESCO’s Intangible Cultural
     Heritage list: reggae transports important contributions ‘on issues of injustice, resistance,
     love and humanity’ while being ‘sensual and spiritual’ at the same time.

     This accolade is symptomatic of recent developments on the global market for post-war
     modern and contemporary art, too. This trend, that is nothing short of a perspectival
     change, was made visible for all to see in spring, when spectacular records for two Afro-
     American artists were set in New York. The painting ‘Past Times’ by the artist Kerry James
     Marshall, born in Alabama in 1955, fetched 21.1 million dollars in May. The monumental
     painting ‘HelterSkelter 1’ by Mark Bradford, born in Los Angeles in 1961, sold for 8.6 million
     pounds two months earlier, in March. It is now in the private museum owned by Eli Broad
     in Los Angeles.

     On the one hand, the records are a belated market correction, looking at prices paid for
     the works of white star-artists of the same generation, such as Christopher Wool. Back in
     2002, Okwui Envezor, as the curator of documenta, drew attention away from eurocen-
     trism – that fixation with the culture and art of the western hemisphere – turning it instead
     to the fringes of the globe, to artists unobserved by the mainstream. Interestingly enough,
     this subsequent correction is happening in an increasingly racist, socio-cultural environ-

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rassistischer werdenden soziokulturellen Atmosphäre. Insofern kann man die Kapitalisie­
rung dieser Künstler und ihrer Werke generell als eine Form des Protests gegen rassis­
tische Tendenzen werten.

Andererseits sind Rekorde immer auch Versuche, einen Künstler und sein Werk zu ikoni­
sieren. Vor allem die Auktionsmärkte sind hier der Gradmesser; sie markieren auch den
zweiten aktuellen Trend, Arbeiten lange unterschätzter, insbesondere weiblicher Künstler
endlich auch als Investment angemessen zu würdigen. Der Zuschlag von 16,6 Millionen
Dollar für Joan Mitchells Gemälde „Blueberry“ ist selbstverständlich respektabel, liegt
aber immer noch hinter den Ergebnissen für Werke berühmter männlicher Kollegen wie
Willem de Kooning und den anderen amerikanischen abstrakten Expressionisten.

Auch Natela Iankoshvili (1918 – 2007), die als bedeutendste georgische Künstlerin des
20. Jahrhunderts gilt, erlebte im Frühjahr bei NEUMEISTER einen ersten Höhenflug für
ihr moderat auf 20 000 bis 25 000 Euro geschätztes Werk „Autumn“ aus dem Jahr 1979,
das schließlich für gut 50 000 Euro versteigert wurde.

Was aber macht ein Kunstwerk zur Ikone? Und: Wie erkennt man eine künftige Ikone? Am
Beispiel des Œuvres längst kanonisierter Künstler wie Pablo Picasso, Andy Warhol, Jean
Michel Basquiat oder Francis Bacon lassen sich folgende Kriterien herauskristallisieren:
Sie alle besitzen eine überragende, geniale Begabung. Darüber hinaus sind sie radikale
Erneuerer. Sie brechen mit allen bis dahin herrschenden Regeln. Sie haben den Mut zum
Skandal, jedoch nicht um des Effekts willen, sondern aus einer existentialistischen Not­
wendigkeit heraus. Sie nehmen spätere Strömungen und Hypes vorweg wie Jean Michel
Basquiat Street Art und Graffiti. Schließlich: Sie berühren wie Francis Bacon das kollektive
Unterbewusstsein der Menschen. Deshalb überdauern Ikonen die Zeit.

ment. In this sense, capitalising on these artists and their works can, generally speaking,
be seen as a kind of protest against racist leanings.

On the other hand, records are always an endeavour to iconise an artist and his or her
work as well. And the auction market, in particular, is a gauge in this respect. Records also
set a mark for a second current trend: at last, the work of long under-appreciated, especially
female artists are being appropriately acknowledged as investments. The hammer price
of 16.6 million dollars for Joan Mitchell’s painting ‘Blueberry’ is, of course, respectable but
still below what is paid for works by famous male colleagues such as Willem de Kooning
and the other American Abstract Expressionists.

Similarly, the price for ‘Autumn’, painted 1979 by Natela Iankoshvili (1918 – 2007), consi­
dered the most important Georgian artist of the 20th century, rocketed in NEUMEISTER’s
spring sale from its moderate estimate of between 20 000 and 25 000 euros to more than
50 000 euros.

But what makes an artwork iconic? And: how can one recognise a future icon? Based on
the œuvres of artists such as Pablo Picasso, Andy Warhol, Jean Michel Basquiat or Francis
Bacon, long considered canons of art, the following criteria emerge: all of them had an
exceptional and ingenious gift. On top of that, they were all radically innovative. They
broke with all rules that had been valued up until then. They had the courage to be scan-
dalous – not for the sake of effect but from a sense of existential necessity. They antici-
pated later movements and hype – like Jean Michel Basquiat with regard to Street Art and
Graffiti. And ultimately, like Francis Bacon, they touched people’s collective subconscious.
That is why icons endure over time.

NEUMEISTER   MODERNE MODERN ART                                                                   56
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Doch wie erkennt man Topqualität? Wie erkennt man die höhere, geringere Qualität in­
                                       nerhalb eines Œuvres, unabhängig von der Preiskategorie? Die Antwort ist banal: Man
                                       erkennt sie, wenn man Kunstwerke, die berühren oder nachhaltig beschäftigen, im Kon­
                                       text der Kunstgeschichte untersucht, der sie geprägt hat. Und wenn man sich intensiv mit
                                       Künstlerbiographien befasst, vor allem, wenn man erforscht, wie sich Künstler in ihren
                                       Arbeiten aufeinander beziehen, wenn man also die Diskursivität ihrer Werke analysiert.
                                       Kein Genie entsteht aus dem Nichts, jedes lässt sich durch andere historische wie zeitge­
                                       nössische Ausnahmetalente herausfordern.

                                       Hier liegt auch der Schlüssel, den ikonischen Faktor in den Arbeiten junger Künstler zu
                                       entdecken. Exzellentes Handwerk ist Voraussetzung. Wer als Künstler einen Wow-Moment
                                       beim Betrachter auslöst, der kennt seine eigene Disziplin genau. Der misst sich wie ein
                                       Hochleistungssportler an den Besten seines Metiers und findet so zu seinem unverwech­
                                       selbaren Stil. Aber nur ein Künstler, der gleichzeitig visionär ist, trifft den Nerv der Zeit.

                                       Der ikonische Faktor eines Werks setzt sich aus all diese Elementen zusammen. Er lässt
                                       sich in keine Formel fassen. Man erkennt ihn immer besser, je mehr man sich mit Kunst,
                                       guter Kunst auseinandersetzt. Allein dieser Annäherungsprozess macht glücklich und am
                                       Ende wird man ihn – den ikonischen Faktor – immer wieder finden.

                                       But how can one recognise top quality? How does one recognise better from lesser quality
                                       within an œuvre, regardless of the price category? The answer is banal. It can be recog­
                                       nised in works which affect or preoccupy the viewer for any length of time and when seen
                                       within the context of art history that has marked a work’s creation – as well as when one
                                       studies an artist’s biography intensively, especially researching into how artists relate to
                                       one another in their work and when one analyses the discursivity of their œuvres. No
                                       genius emerges out of the blue; each faces the challenge set by other exceptional talents,
                                       past and present.

                                       This is the key to discovering the iconic factor in the work of young artists. An excellent
Eva Karcher                            mastery of the media is a prerequisite. An artist who triggers a ‘wow’ reaction from a viewer
ist Autorin, Journalistin und          is one who has a precise knowledge of his own discipline. Like a top athlete he measures
Expertin für zeitgenössische           himself againt the best in his field and, in doing so, develops his own unmistakable style.
Kunst. Die promovierte                 But only an artist who is a visionary at the same time, has his finger on the pulse.
­Kunst­historikerin publiziert
 ­regelmäßig in führenden
  Tageszeitungen und Zeit­             The iconic factor of a work is made up of all these elements. It cannot be summarised in
  schriften, kuratiert Ausstellungen   one formula. It can be more easily recognised the longer one is involved in art – in good
  und berät Sammler und                art. This process of getting to know an artist’s work more closely is, in itself, something
  Unternehmen.                         very satisfying and, ultimately, one will be able to find that iconic factor, time and again.

Eva Karcher
is an author, journalist and expert
in the field of contemporary art.
With a doctorate in art history she
writes regularly for leading daily
newspapers and magazines,
­curates exhibitions and advises
 collectors and companies.

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€ 35 560

Günter Fruhtrunk
1923 München –1983 ebenda
Zwei Kreise. 1958 , 1963 überarbeitet
Acryl auf Leinwand. Verso monogrammiert und
mit der Ortsangabe „25 Bis Avenue d’Iena Paris”.
119,4 × 79,7 cm

Günter Fruhtrunk
1923 Munich –1983 ibid
Two Circles. 1958, reworked 1963
Acrylic on canvas. Verso monogrammed and in-
scribed with location ‘25 Bis Avenue d’Iena Paris’.
41.9 × 128.1 in.

NEUMEISTER    MODERNE MODERN ART                      58
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€ 228 600

Gabriele Münter
1877 Berlin –1962 Murnau/Oberbayern
Dorfstraße.
Öl auf Pappe. Verso in Bleistift bezeichnet und
„08“ datiert sowie mit dem zweifachen Nachlass-
Stempel der Gabriele Münter und Johannes
Eichner-Stiftung, München. 32,5 × 40 cm

Gabriele Münter
1877 Berlin –1962 Murnau/Upper Bavaria
Village Street.
Oil on cardboard. Verso inscribed in pencil with
date ‘08’, double estate stamp of the Gabriele
Münter and Johannes Eichner-Stiftung, Munich.
11.4 × 14.1 in.

59                                                 MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
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€ 27 940

Baltasar Lobo
1910 Cerecinos de Campos, Zamora –1993 Paris
Sur le sable. 1983/86
Bronze mit schwarzbrauner Patina. Verso signiert
und nummeriert Ex. 6/8. 27 × 32 × 21 cm

Baltasar Lobo
1910 Cerecinos de Campos, Zamora –1993 Paris
Sur le sable. 1983/86
Bronze with black-brown patina, verso signed
and numbered Ex. 6/8. 9.5 × 11.3 × 7.4 in.

NEUMEISTER   MODERNE MODERN ART                    60
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€ 55 880

Leo Putz
1869 Meran –1940 ebenda
Am Ufer IV
Signiert. Öl auf Leinwand. 53,5 × 45 cm

Leo Putz
1869 Merano –1940 ibid
On the Shore IV
Signed. Oil on canvas. 21.1 × 17.7 in.

61                                        MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
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€ 45 720

Marc Chagall
1887 Witebsk –1985 Saint-Paul-de-Vence
Dessins pour la Bible. 1960
Edition Verve, Paris. Folge von 24 Farb­
wlithographien auf festem Vélin d’Arches.
Alle signiert und „H.C.“ bezeichnet.
Eine von 10 Separatfolgen „hors commerce“.
Titelblatt 52,2 × 75,8 cm, alle anderen
ca. 35,8 × 27,2 cm, eines 38,6 × 59,9 cm

Marc Chagall
1887 Witebsk –1985 Saint-Paul-de-Vence
Dessins pour la Bible. 1960
Edition Verve, Paris. Set of 24 colour lithographs
on solid Vélin d’Arches. Each signed and
­inscribed ‘H.C.’ One of 10 separate series ‘hors
 commerce’. Title 21.8 × 26.7 in, all other sheets
 c. 12.6 × 9.6 in., one sheet 13.6 × 21.1 in.

NEUMEISTER    MODERNE MODERN ART                     62
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€ 53 340

August Macke
1887 Meschede –1914 Perthes-les-Hurlus
Straßenbild aus Tunis. 1914
Bleistiftzeichnung auf chamoisfarbenem
Skizzenbuchblatt. Verso Nachlass-
Stempel. 28,5 × 18,5 cm

August Macke
1887 Meschede –1914 Perthes-les-Hurlus
Street Scene from Tunis. 1914
Pencil drawing on buff sketchbook sheet.
Verso estate stamp. 10 × 6.5 in.

63                                         MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
€ 38 100

Victor Vasarely
1908 Pécs/Ungarn –1997 Annet-sûr-Marne
Sigle Olympique / Variante «verte-rouge». 1972/73
Acryl auf Leinwand. Verso betitelt, bezeichnet
„Recrée d‘après sigle officiel polychromie de­
Vasarely“ sowie datiert. 120 × 120 cm

Victor Vasarely
1908 Pécs/Hungary –1997 Annet-sûr-Marne
Sigle Olympique / Variant «verte-rouge». 1972/73
Acrylic on canvas. Verso titled, inscribed ‘Recrée
d‘après sigle officiel polychromie de Vasarely’, dated.
42.3 × 42.3 in.

NEUMEISTER    MODERNE MODERN ART                          64
€ 50 800

Natela Iankoshvili
1918 Gurdshaani/Georgien – 2007
Autumn. 1979
Öl auf Leinwand. Signiert und datiert.
Verso kyrillisch signiert und bezeichnet.
50 × 50 cm

Natela Iankoshvili
1918 Gurjaani/Georgia – 2007
Autumn. 1979
Oil on canvas. Signed and dated.
Verso signed and inscribed in Cyrillic.
17.6 × 17.6 in.

65                                          MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
€ 10 160

Thomas Theodor Heine
1867 Leipzig –1948 Stockholm
Die Kinder im Walde. 1904
Öl auf Holz. Monogrammiert und
­datiert “TTH 1904”. 53,2 × 36,9 cm

Thomas Theodor Heine
1867 Leipzig –1948 Stockholm
Children in the Woods. 1904
Oil on panel. Monogrammed and
dated ‘TTH 1904’. 18.7 × 13 in.

NEUMEISTER    MODERNE MODERN ART      66
€ 127 000

Fritz Klimsch
1870 Frankfurt am Main –1960 Freiburg
Schlangenbändigerin. Um 1899
Bronze mit brauner Patina. Auf der Plinthe
signiert „F. Klimsch“, verso Gießerstempel
„Guss v. H. Noack/Wilmersdorf“.
Gesamthöhe 145,5 cm

Fritz Klimsch
1870 Frankfurt/Main –1960 Freiburg
Snake Charmer. C. 1899
Bronze with brown patina. Signed on
the plinth ‘F. Klimsch’, verso foundry stamp
‘Guss v. H. Noack / Wilmersdorf’.
Total Height: 51.2 in.

67                                             MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
€ 38 100

Marc Chagall
1887 Witebsk –1985 Saint-Paul-de-Vence
Bible. 1956
Tériade Editeur, Paris. Zwei Bände mit
105 Radierungen auf Montval-Bütten, im
Druckvermerk signiert und typographisch
nummeriert. Exemplar 57/275.

Marc Chagall
1887 Witebsk –1985 Saint-Paul-de-Vence
Bible. 1956
Tériade Editeur, Paris. Two volumes
with 105 etchings on Montval paper.
Colophon signed and typographically
­numbered. Copy 57/275.

NEUMEISTER   MODERNE MODERN ART           68
€ 35 560

Roy Lichtenstein
1923 New York –1997 ebenda
Rain Forest. 1992
Farbserigraphie auf Velin.
Signiert, nummeriert und datiert.
Eines von 100 Exemplaren.
65 × 52,6 cm

Roy Lichtenstein
1923 New York –1997 ibid
Rain Forest. 1992
Colour serigraph on strong vellum.
Signed, numbered and dated.
One of 100 copies. 22.9 × 18.5 in.

69                                   MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
€ 15 240

Dieter Krieg
1937 Lindau – 2005 Bergheim
Holland. 1990
Öl und Acryl auf Leinwand.
Verso signiert und datiert.
264 × 196 cm

Dieter Krieg
1937 Lindau – 2005 Bergheim
Holland. 1990
Oil and acrylic on canvas.
Verso signed and dated.
93 × 69 in.

NEUMEISTER   MODERNE MODERN ART   70
€ 43 180

Piero Dorazio
1927 Rom – 2005 Perugia/Umbrien
Giardino dell’Imperatore, IX Giorno.
1968–74
Öl auf Leinwand. Verso signiert,
­datiert, betitelt und bezeichnet.
 130 × 130 cm

Piero Dorazio
1927 Rome – 2005 Perugia/Umbria
Giardino dell’Imperatore, IX Giorno.
1968–74
Oil on canvas. Verso signed, dated,
­titled and inscribed. 45.8 × 45.8 in.

71                                       MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
€ 10 400

Fritz Koenig
1924 Würzburg – 2017 Landshut
Bilderschrifthalbkugel 70
Silber. Eingraviertes Monogramm,
Unterseite mit gestempelter
Exemplarnummer 6/10.
Durchmesser 10,8 cm

Fritz Koenig
1924 Würzburg – 2017 Landshut
Hieroglyphic Hemisphere 70
Silver. Engraved monogram.
Edition number 6/10 stamped on
­bottom side. Diametre 3.8 in.

NEUMEISTER   MODERNE MODERN ART    72
€ 25 400

Josef Scharl
1896 München –1954 New York
Das Monokel. 1929
Öl auf Leinwand. Signiert und datiert.
60 × 52 cm

Josef Scharl
1896 Munich –1954 New York
The Monocle. 1929
Oil on canvas. Signed and dated.
21.1 × 18.3 in.

73                                       MODERNE MODERN ART  NEUMEISTER
€ 15 240

Walter von Ruckteschell
1882 St. Petersburg –1941
Winterlandschaft bei Maloja. 1912
Öl auf Leinwand. Signiert und datiert
sowie bezeichnet „Maloja”.
100 × 136 cm

Walter von Ruckteschell
1882 St. Petersburg –1941
Winter Landscape near Maloja. 1912
Oil on canvas. Signed, dated and
­inscribed ‘Maloja’. 35.2 × 47.9 in.

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Jewellery
Der Tiara-Moment

     Sie haben ihren dramatischen Auftritt am Abend, reisen diskret auf verborgenen De­
     kolletés, bergen jahrzehntelang gehütete Geheimnisse – und bringen Menschen
     manchmal schier um den Verstand: Juwelen sind die Drama Queens des Kunstmarkts.

     Glitzern und Glänzen, Funkeln und Farbe – Edelsteine und Edelmetalle ziehen Männer
     und Frauen gleichermaßen seit Jahrtausenden in ihren Bann. Denn sie fassen das Un­
     fassbare. Zeit, Reichtum, Magie, Charme. Fesseln die unvergängliche Schönheit als
     trotzige Gegenspielerin der gefürchteten menschlichen Vanitas. Ob Blütenkränze, Berg­
     kristalle, Korallen oder Elfenbein: In allen Kulturen dieser Welt behängen sich Menschen
     mit floralem, mineralischem oder animalischem Schmuck, um erotisch anziehend zu
     sein. Um böse Geister abzuwehren, Götter flehend anzurufen und die Zugehörigkeit
     zu einem sozialen Stand oder einer Gruppe zu symbolisieren. Je raffinierter und reicher
     eine Gesellschaft, umso kultivierter ihre Ausdrucksformen sich zu schmücken. Bijoux
     flüstern Geschichten ins Ohr, sprechen eine eigene Sprache. Und die Sprache über sie
     wiederum ist ein eigenes Idiom, das man lernen, trainieren und anwenden muss wie
     Latein oder Französisch.

     Und ja, natürlich: Schmuck war und ist oft die Zwillingsschwester der Macht. Verwan­
     delte in Krönungsritualen kleine Männer in gefürchtete Potentaten. Diademe – für Bälle
     aus den Safes geholt – machten aus scheinbar blaustrümpfigen jungen Mädchen
     ­Damen der Gesellschaft, mit denen zu rechnen war. Der erste Tiara-Moment des Lebens
      kündigte subtil an: Ich bin da. Kaiserin Sisis Diamantsterne im üppigen Haar symbo­
      lisierten dazu die Pracht einer Dynastie, edelsteinbesetzte Tiaras die Stahlkraft der
      ­römischen Päpste, die über ihren Kopf ins Überirdische verwiesen. Wurden Schmuck­

     The Tiara Moment

     They perform dramatically in the evening, travel discreetly on clandestine décolletés, hide
     secrets for decades – and sometimes make people lose their minds: gems and jewellery
     are the drama queens of the art market.

     Glittering and gleaming, captivating and colourful – precious stones and precious metals
     have cast their spell on both men and women over thousands of years. They capture the
     uncapturable. Time, wealth, magic, charm: shackling everlasting beauty as a defiant adver-
     sary to the much-feared vanitas of humanity. Whether wreaths of flowers, rock crystals,
     coral or ivory: in all cultures around the world people drape floral, mineral or animal orna-
     ments around their neck: to heighten their erotic appeal, to repel evil spirits, to beseech
     gods and to symbolise their belonging to a social class or group. The more sophisticated
     and the richer a society, the more cultivated the bejewelled expression. Bijoux whisper
     tales in a person’s ear; they speak their own language. And the language in turn used for
     them is an idiom of its own that one has to learn, train and apply like Latin or French.

     And yes, of course: jewels were and are often the twin sisters of power. In coronation
     rituals they transform little men into dreaded potentates. Tiaras – removed from safes to
     be worn at balls – turn apparently bluestocking young girls into socialites to be reckoned
     with. The first tiara moment in life subtly announces: here I am. Empress Sisi’s diamond
     stars in her thick locks were, to top it all, the symbol of a dynasty’s magnificence; the
     radiance of the gem-studded crowns of Roman popes were a reference to the celestial.
     Whenever jewellery was melted down or gemstones torn out of their mounts and sold,
     power often disappeared with them, too.

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stücke eingeschmolzen, die Steine aus Fassungen gerissen und verkauft, schwand oft
auch die Macht.

Und ja: Juwelen symbolisierten immer auch The Power of Love. Ein großer Brillant-­
Sparkler ist bis heute ein Turboversprechen der Liebe. Der zur Augenfarbe der Braut
passende kaschmirblaue Saphirring – chevalereske Hommage an ihre romantische
Seele oder Morgengabe zur Hochzeit, in der Hoffnung, er werde in der Generationen­
kette weitergegeben. Ausgefallene Edelsteine waren und sind traditionell die große
Verneigung vor einer verehrten Dame, als le beau geste unübertroffen. Unvergessen
die Geschichte der französischen Baronin Nadine de Rothschild, der bei einer Türkei­
reise ein orientalischer Potentat zum Abschied eine Loukoum-Bonbonniere ins Hotel
schicken ließ. Die vom Reisefieber befallene Baronin schenkte die pompöse Kalorien­
bombe schnell dem Zimmermädchen. Dieses meldete sich kurze Zeit später panisch
bei der Polizei, die die Bonbonniere voller Turkish Delight per Blaulichteskorte zum
Flughafen fahren ließ. Denn der Fürst hatte unter den Rosen- und Pistanziensüßigkeiten
einen riesigen Türkisstein für die schöne Besucherin versteckt. Nadine de Rothschild
hat diese galante Geste nie vergessen.

Doch bei allen Dramen um Macht, Liebe und Geschenke: Ihre schönste Rolle spielen
Juwelen als unbekümmert eingesetzte Spielzeuge der Mode. Seit Coco Chanel haben
Colliers, Ohrringe und Armreifen ihre manchmal furchtbar steife Ernsthaftigkeit verloren,
denn sie war es, die Modeschmuck und echten Schmuck unbekümmert mischte und die
Kunst der reverse snobbery lässig vorlebte. Was ist echt, was ist nicht echt? Hauptsache
elegant, überraschend, total individuell im täglich neuen Spiel des Mix & Match.

Für die italienische Stil-Ikone Franca Sozzani, die 2016 verstorbene Vogue-Chefin, ge­
hörte antiker Schmuck zu ihrem signature look, mehr noch, zu ihrer unvergessenen

And yes: jewels have always symbolised the power of love as well. A large gleaming
­diamond is, today, still a turbo-charged promise of love. A Kashmir blue sapphire ring to
 match the colour of the bride’s eyes is a chivalric homage to a romantic soul – or a morning
 gift after a wedding, in the hope it will be passed down from one generation to the next.
 Traditionally, exceptional precious stones have been and still are a gracious bow in front
 of a revered lady – the unsurpassed beau geste. Unforgotten is the story of the French
 Baroness Nadine de Rothschild: while visiting Turkey, an oriental potentate sent a bon-
 bonnière of Turkish Delights to her hotel just before departure. The baroness, caught up
 with the thrill of travelling, simply gave the ostentatious calorie bomb to the chamber-
 maid who, soon afterwards, made a frantic call to the police.The bonbonnière was whisked
 off to the airport under a police escort, blue lights flashing. Under the rosewater and
 pistachio confectionery the prince had hidden a huge turquoise for his beautiful visitor.

However, despite dramas surrounding power, love and presents, the most beautiful role
played by gemstones and jewellery is that of the blithely introduced toy of fashion. Since
Coco Chanel, necklaces, earrings and bracelets have discarded their sometimes frightfully
rigid sobriety, for it was she who nonchalantly mixed costume jewellery with real jewels
and casually exhibited the art of reverse snobbery. What is genuine and what not? The
main thing: it is elegant, surprising and totally individual in the everyday game of mix
and match.

For the Italian style icon Franca Sozzani – the editor-in-chief of Vogue who died in 2016 –
antique jewellery was part of her signature look or, more precisely, part of her unfor­
gettable style DNA. Company head Miuccia Prada has been wearing historical items of
jewellery and vintage trouvailles for years, too. Over decades, brooches belonged to the
very personal fashion-statement uniform of the US Secretary of State, Madeleine Albright,
even on her visits to conflict areas or dictators. They concealed diplomatic messages or

NEUMEISTER   SCHMUCK JEWELLERY                                                                  78
Stil-DNA. Auch Prada-Chefin Miuccia Prada trägt seit Jahrzehnten historische Schmuck­
                                        stücke und Vintage-Trouvaillen. Für US-Außenministerin Madeleine Albright gehörten
                                        Broschen jahrzehntelang bei Reisen auch in Krisengebiete und zu Diktatoren zu ihrer
                                        ganz persönlichen Fashion-Statement-Uniform. Sie versteckten diplomatische Bot­
                                        schaften oder annoncierten Eingeweihten ihren Seelenzustand. In ihrem Buch „Read
                                        My Pins. Stories from a Diplomat’s Jewel Box“ zeigte sie ihre Sammlung außerge­
                                        wöhnlicher Schmuckstücke, die an ihrem Revers um die Welt reisten.

                                        Denn Schmuck zu tragen, auch äußerst kostbaren, ist kinderleicht. Ob im Kino oder in
                                        der UN-Vollversammlung. Mit einer Ausnahme, das sind Diademe. Genau wie Hüte
                                        machen Diademe die meisten Frauen zwar schöner, denn sie strahlen wie ein Heiligen­
                                        schein und lassen die Haut leuchten. Doch sie so selbstverständlich zu tragen wie eine
                                        Skimütze, ist eine Kunst, die man erlernen muss. Denn genau wie beim Ballett oder
                                        Cembalospielen sollte man die Mühe der Proben im Moment des Auftritts auf keinen
                                        Fall auch nur erahnen. Unerlässlich ist eine gute Seele, die beim Frisieren, Fixieren
                                        versteckter Haarteile und Probetragen assistiert, am besten ein verschwiegener Friseur
                                        und dazu noch die beste Freundin. Unabdingbar der vorherige Check beim Juwelier,
                                        um zu prüfen, ob die Steine fest genug in den Fassungen sitzen, um eine Nacht mit
                                        Walzer linksherum, Cabriofahren und Knutschen zu überleben. Und wem die Kunst des
                                        Tiaratragens trotz des plötzlichen Zauberteints zu mühsam ist, halte sich an den guten
                                        alten Cocktailarmreif mit bunten Edelsteinen, der an Dorothy-Parker-Martini-Abende
                                        erinnert. Der geht immer. Auch ohne Haarteil.

                                        informed insiders of her frame of mind. In her book, Read My Pins. Stories from a
                                        Diplomat’s Jewel Box, she reveals her collection of extraordinary items of jewellery that
                                        travelled the world on her lapel.

                                        Wearing jewellery, even extremely valuable items, is after all as easy as winking. Whether
                                        in the cinema or at the UN General Assembly. With one exception – that is the tiara. Just
                                        like hats, tiaras may well make most women more beautiful as they radiate like a halo and
                                        make the skin shimmer. But to wear one as a matter of course in the same way as a woolly
                                        hat is an art unto itself that one has to learn. Like ballet or playing the harpsichord, the
                                        effort taken practicing must not even be perceptable when making that grand perfor-
                                        mance. A kind soul to assist in hairstyling, fixing hidden hairpieces and trying everything
                                        on, is indispensable – preferably a discreet hairdresser and your best girlfriend as well. A
Stefanie von Wietersheim                check with the jeweller beforehand is a must, to see if the stones are firmly in place and
ist Kulturjournalistin und              able to survive an evening of waltzing anticlockwise, driving in a convertible with the roof
Buchautorin. Die bekennende             down, and smooching. And should the art of wearing a tiara be too fedious despite that
Frankophile geht für die                sudden magical complexion, just stick to the good old cocktail bracelet with colourful
Frankfurter Allgemeine
                                        precious stones that are reminiscent of Dorothy Parker martini evenings. That always
Sonntagszeitung regelmäßig
auf Reportage und ist Autorin der       works. Even without a hairpiece.
FAS-Kolumne „Wohn-Knigge“.

Stefanie von Wietersheim
is a journalist working in the
field of culture and an author.
The avowed Francophile writes
­regular articles for the Frankfurter
 Allgemeine Sonntagszeitung and
 is the author of the FAS column
 ‘Wohn-Knigge’ on home style.

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€ 52 000

Solitärring mit
Altschliffdiamant (4,01 ct.)
Antwerpen, 2000er Jahre
Weißgold 750/-, gestempelt

Solitaire Ring with
Old-cut Diamond (4.01 ct)
Antwerp, 2000s
18K white gold, stamped

NEUMEISTER    SCHMUCK JEWELLERY   80
€ 51 820

Ein Paar Ohrstiftstecker mit
je einem Brillant (2 ct.)
Antwerpen, um 2017
Palladium-Weißgold 750/-,
gestempelt

A Pair of Ear Studs with
one Diamond each (2 ct.)
Belgium, Antwerp, c. 2017
18K palladium white gold,
stamped

€ 37 460

Klassischer Solitärring mit
Brillant (4,4 ct.)
Antwerpen, um 2015
Palladium-Weißgold 750/-,
gestempelt

Classic Solitaire Ring
with Diamond (4,4 ct.)
Antwerp, c. 2015
18K palladium white gold,
stamped

81                             SCHMUCK
                                  SCHMUCK
                                       JEWELLERY  NEUMEISTER
                                          JEWELLERY  NEUMEISTER
€ 48 890

Ein Paar Ohrstiftstecker mit
Diamanttropfen
Deutschland, 2000er Jahre
Weißgold 750/-, gestempelt;
zwei ­facettierte Diamanten,
ca. 2,13 und 2,23 ct.

A Pair of Ear Studs with
Diamond Drops
Germany, 2000s
18K white gold, stamped;
two f­acetted diamonds, ­
c. 2.13 and 2.23 ct.

NEUMEISTER    SCHMUCK JEWELLERY   82
€ 44 450

Anhänger mit Diamant und
k­olumbianischem Smaragd
Deutschland, 2000er Jahre
Gelbgold 750/-, gestempelt;
Diamant im Cushion Cut,
ca. 5,02 ct., Smaragd im
Square Emerald Cut, ca. 0,70 ct.

Pendant with Diamond and
Colombian Emerald
Germany, 2000s
18K yellow gold, stamped;
­cushion-cut diamond,
 c. 5.02 ct., square-cut emerald,
 c. 0.70 ct.

€ 35 560

Memoryring mit Diamanten
Weißgold 750/-, gestempelt;
94 Diamanten, zus. ca. 10,62 ct.,
23 Diamanten im Princess Cut,
zus. ca. 6,10 ct

Memory Ring with Diamonds
18K white gold, stamped
94 diamonds together
c. 10.62 ct., 23 princess-cut diamonds
together c. 6.10 ct.

83                                       SCHMUCK JEWELLERY  NEUMEISTER
€ 50 800

Solitärring mit ovalem, facettiertem
„Vivid Blue“ Saphir (ca. 9,54ct.)
Paris, 2000er Jahre
Weißgold 750/-, gestempelt

Solitaire Ring with oval facet-cut
‘Vivid Blue’ Sapphire (c. 9.54 ct.)
Paris, 2000s
18K white gold, stamped

NEUMEISTER     SCHMUCK JEWELLERY       84
€ 33 650

Mantelring mit kaschmirblauem
Saphir und Brillanten
Deutschland
Platin 950/-, gestempelt. Saphir
im Cushion Cut, ca. 7,42 ct.,
33 Brillanten, zus. ca. 0,25 ct.

A Ring set with Kashmir
Blue Sapphire and Diamonds
Germany
Platinum 950/-, stamped.
cushion-cut sapphire, c. 7.42 ct.,
33 diamonds, together c. 0.25 ct.

€ 25 400

Brosche mit
kornblumenblauem Saphir
Deutschland, 1970er Jahre
Weißgold 750/-, getestet; Saphir,
ca. 10 ct., 48 Diamanten, zus.
ca. 12 ct.

Brooch with Cornflower
Blue Sapphire
Germany, 1970s
18K white gold, tested; sapphire,
c. 10 ct., 48 diamonds, together
c. 12 ct.

85                                   SCHMUCK JEWELLERY  NEUMEISTER
€ 25 400

Brillantcollier
Paris, um 1990. Cartier,
Modell Windsor
Weissgold 750/- und 18 K,
gestempelt; ca. 1950 Brillanten,
zus. ca. 14,70 ct.

Diamond Necklace
Paris, c. 1990. Cartier, model Windsor
18K white gold, (750/-), stamped;
c. 1950 diamonds, together
c. 14.70 ct.

NEUMEISTER    SCHMUCK JEWELLERY          86
€ 22 860

Solitärring mit Diamant
im Cushion Cut (ca. 3,66 ct.)
Antwerpen, 2000er Jahre
Weißgold 750/-, gestempelt

Solitaire Ring with Cushion-cut
Diamond (c. 3.66 ct)
18K white gold, stamped

€ 17 140

Collier mit Diamanten und Smaragden
Rio de Janeiro, 1980er/90er Jahre.
Hans Stern
Gelbgold 750/-, gestempelt;
381 Diamanten, zus. ca. 5 ct.;
113 Smaragde, zus. ca. 5,20 ct.;
ein Smaragd im Navetteschliff,
ca. 0,90 ct.

Necklace with Diamonds and Emeralds
Rio de Janeiro, 1980s/90s. Hans Stern
18K yellow gold, stamped;
381 diamonds, together c. 5 ct.;
113 Emeralds, together c. 5.20 ct.;
one navette-cut emerald, c. 0.90 ct.

87                                      SCHMUCK JEWELLERY  NEUMEISTER
€ 16 500

Armband mit Altschliffbrillanten
und Rubinen
Wohl Frankreich, um 1910
Gelbgold 585/- und Platin, getestet;
acht Altschliffbrillanten, zus. ca. 3 ct.,
ca. 90 Altschliffdiamanten, zus.
ca. 4,50 ct., sieben Rubine im
Facettenschliff, zus. ca. 2,1 ct.

 Bracelet with Old-cut Diamonds
 and Rubies
 Probably France, c. 1910
 Yellow gold 585/- and platinum,
 tested; eight diamonds, ­together
 c. 3 ct., c. 90 d
                 ­ iamonds, together
c. 4.50 ct., seven facet-cut rubies,
­together c­ . 2.1 ct.

€ 16 500

Stilisiert floraler Cocktail-Ring
mit Diamanten
Belgien, um 2016
Palladium-Weißgold 750/-, getestet;
ein Diamant im Tropfenschliff, 2 ct.;
91 Brillanten, zus. ca. 0,65 ct.

A Stylised Floral Cocktail Ring
with Diamonds
Belgium, c. 2016
18K palladium white gold, tested;
one drop-cut diamond, 2 ct.;
91 diamonds, together c. 0,65 ct.

NEUMEISTER      SCHMUCK JEWELLERY            88
€ 15 360

Klassisches Rivière-Brillantcollier
England, 1990er/2000er Jahre
Weißgold 750/-, gestempelt; ­
115 Brillanten, zus. ca. 15,25 ct.

A Classic Diamond Rivière Necklace
England, 1990s/2000s
18K white gold, stamped;
115 diamonds, together circa
15.25 ct.

€ 13 950

Cocktail-Armband mit Smaragden,
Saphiren, Rubinen und Diamanten
England, 2000er Jahre
Weißgold 750/-, gestempelt;
ca. 166 Brillanten, zus. ca. 1,60 ct.,
zwei Smaragde, zus. ca. 3,40 ct
sowie Saphire, Tsavorite, Peridote
und Rubine

Cocktail Bracelet with Emeralds,
Sapphires, Rubies and Diamonds
England, 2000s
18K white gold, stamped;
c. 166 diamonds, together
c. 1.60 ct., two emeralds, together
c. 3.40 ct. as well as sapphires,
tsavorites, peridotes and rubies

89                                       SCHMUCK JEWELLERY  NEUMEISTER
€ 15 240

Collier mit Saphiren und Diamanten
München, um 1970. Theodor Heiden
Weißgold 750/-, gestempelt;
193 Diamanten, zus. ca. 6,20 ct.,
zwölf Saphire, zus. ca. 29 ct.

Necklace with Sapphires and
Diamonds
Munich, c. 1970. Theodor Heiden
18K white gold, stamped;
193 Diamonds, together c. 6.20 ct.
Twelve sapphires, together c. 29 ct.

NEUMEISTER    SCHMUCK JEWELLERY        90
€ 13 970

Collier mit Pfauenmotiv
Paris, um 1900. L. Gautrait
Gold 750/-, getestet
26 Diamanten, zehn facettierte,
­herz­förmige Saphire, eine
 weiße Zuchtperle und Email

Peacock Necklace
Paris, c. 1900. L. Gautrait
18K gold, tested
26 diamonds, ten facetted,
heart-shaped Sapphires and
Enamel

€ 12 700

Armspange mit 484 Brillanten
(zus. ca. 10 ct.)
Frankreich, Chopard
Gelbgold 750/-, gestempelt

Bangle Bracelet with 484 Diamonds
(together c. 10 ct.)
France, Chopard
18K yellow gold, stamped

91                                  SCHMUCK JEWELLERY  NEUMEISTER
€ 37 460

Klassischer Solitärring mit
Brillant (4,4 ct.)
Antwerpen, um 2015
Palladium-Weißgold 750/-,
gestempelt

Classic Solitaire Ring
with Diamond (4,4 ct.)
Antwerp, c. 2015
18K palladium white gold,
stamped

NEUMEISTER    SCHMUCK JEWELLERY   92
Ihre NEUMEISTER Experten für Schmuck
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Beate Kalisch                  Sabine von Poschinger
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Sonder-
auktionen
Special
Auctions 2018
NEUMEISTER Sonderauktionen.
Die ganz besonderen Auktionen
NEUMEISTER Special Auctions.
The Very Special Auctions
Die Versteigerungen in einem Auktionshaus für Kunst und Kunsthandwerk (fast) aller
     Sparten sind immer auch ein Ensemble unterschiedlichster Herkunft. Was sie eint, ist
     der Anspruch des Hauses und seiner Experten an Qualität und Echtheit. So werden die
     unterschiedlichsten Reize generiert, Überraschungseffekte inklusive.

     Ein bisschen anders verhält es sich bei den Sonderauktionen. Sie sind quasi ein eigenes
     Genre des Auktionswesens mit unterschiedlichen Spielarten. Das Haus kündigt bei­
     spiels­weise stolz an, dass es ihm gelungen ist, eine namhafte über lange Jahre zusam­
     mengetragene Sammlung einer bestimmten Kunsthandwerkssparte, etwa Silber oder
     Porzellan, zu akquirieren. Es kann auch Malerei einer bestimmten Epoche sein, genauso
     wie Altmeisterhandzeichnungen oder die Auflösung einer kenntnisreich kompilierten
     Firmensammlung, die sich dem Jugendstilglas verpflichtet sah. Vor dem inneren Auge
     der Spezialisten entsteht sofort ein himmlischer Kosmos aus dem ihnen nun lang Ersehn­
     tes zukommt. Zweifel und Zuversicht liefern sich ein Duell, doch die edle Provenienz, der
     sagenhafte Ruf der Sammlung, die unwiederbringliche Gelegenheit machen gefügig –
     und oft koste-es-was-es-wolle einsatzbereit. Auktionatoren (beiderlei Geschlechts) und
     Einlieferer (jedweden Geschlechts) lieben diese manchmal recht gehobene Stimmung
     sehr. Hervorgerufen durch das Zusammenwirken von unbändiger Sammellust und
     dem Renommee der Provenienz.

     So bedauerlich es ist, wenn ein wertvolles, über Jahrzehnte aufgebautes Konvolut ausei­
     nandergerissen wird, so herrlich ist die Vorstellung, dass nun eine Sparte wieder dringend
     benötigte Impulse bekommt. Die Ernsthaftigkeit mit der ein kenntnisreicher Mensch sich
     seinen zugespitzten Interessen gewidmet hat, bekommt so ein wunderbar spielerisches
     Moment, nährt und befördert dabei die Leidenschaft anderer. Die nächste Runde in diesem
     fortwährenden Kreislauf zeichnet sich bereits ab, denn alles bleibt im Fluss. Es sei denn
     die Objekte landen im Museum, freilich oft genug tief vergraben im Depot.

     Sales in an auction houses for (virtually) all sectors of art and objets d’art comprise a
     collection of items with the most varied of histories. What unites them is the aspiration
     of the company and its experts with regard to quality and authenticity. Thus, a wide range
     of stimuli is generated – a number of surprises included.

     The situation at special auctions is a little bit different. They form, more or less, a genre of
     their own within the auction world and vary accordingly. The auction house proudly an-
     nounces, for example, that it has managed to acquire a renowned collection, amassed
     over a long period, in a particular sector, such as silver or porcelain. It could equally well
     be the paintings of a certain era, original Old Master drawings or the sale of a company’s
     art collection, assembled with a profound specialist knowledge, focussing for instance on
     Jugendstil glass. In a specialist mind’s eye, a divine cosmos opens up that includes much
     longed-for items. Doubt and confidence duel with each other, but noble provenance, a
     collection’s legendary reputation, that unrepeatable chance soften resistance – and enable
     one to bid, come hell or high water. Auctioneers (of both sexes) and consignors (similarly
     of either sex) often have a particular penchant for the sometimes rarified atmosphere as
     well. Brought on by the combination of an unrestrainable passion for collecting and the
     reputation of the provenance.

     As regrettable it may be when a valuable collection is torn apart, the notion that a sector
     in the art market is to be given a much needed boost is something marvellous, too. The
     earnestness with which a knowledgeable person has devoted itself to its targetted inter-
     ests is turned into a wonderfully playful moment that nourishes and promotes the passions
     of others. The next round in this perpetual cycle becomes apparent if everything is kept
     in motion. Unless, of course, the objects end up in a museum and, more often than not,
     are buried in the depths of the depot.

95                                           SONDERAUKTIONEN SPECIAL AUCTIONS 2018  NEUMEISTER
Eine ganz andere Spielart ist die Benefizauktion. Hier werden Teile einer Sammlung
gestiftet, oder Künstler und Sammler werden aufgerufen zu stiften. Jeder dieser Beiträge
wird vom Haus, das sozusagen als eigenen Spendenbeitrag auf Kommissionsgebühren
respektive Aufgelder verzichtet, mit gewohnter Sorgfalt bearbeitet und katalogisiert.
Der Gesamterlös kommt einem wohltätigen Zweck zugute. Bei solchen Versteigerungen
sind die Bieter in der Regel anwesend, man will zeigen, dass man bereit ist zu helfen,
nicht nur schnöde in Kunst investiert, sondern vor allem in eine bessere Welt. Die Zu­
schläge reflektieren das manchmal deutlich und klettern im Dienst der guten Sache in
unerwartete Höhen. Man kann hier so schön belegen, wie sehr einem die Budgetierung
eines sozialen Projekts am Herzen liegt und schlägt so ganz nebenbei zur Pflege der
Eitelkeit einen Rivalen (fast wie im richtigen Geschäftsleben) aus dem Feld.

NEUMEISTER ist es im vergangenen Jahr gelungen, zwei Varianten dieser Spezies in
Sonderauktionen zu offerieren.

A completely different variant is the charity auction. Here, items from a collection are
donated or artists and collectors called upon to do so. Every one of these contributions is
processed and catalogued with the usual care by the auction house that makes its own
donation, so to speak, by waiving its commision and respective premiums. All proceeds
benefit the charitable institution. At such auctions, the bidders are usually present; one
wants to demonstrate a willingness to help – not disclaimfully to invest in art but, first
and foremost, in a better world. Hammer prices sometimes clearly reflect this and climb
to unexpected heights for the good cause. In this way, one can show perfectly how strongly
one feels for the funding of a social project while, quite incidentally, knocking a rival out of
the contest and fostering one’s own vanity – more or less as in real-life business.

Last year NEUMEISTER successfully presented two variants of this species at special
auctions.

                                                                                                   Annegret Erhard
                                                                                                   ist Journalistin und beobachtet seit
                                                                                                   vielen Jahren den Kunstmarkt für
                                                                                                   Zeitschriften und Publikationen,
                                                                                                   darunter die Neue Zürcher Zeitung
                                                                                                   und Die Welt.

                                                                                                   Annegret Erhard
                                                                                                   is a journalist and has been
                                                                                                   ­monitoring the art market for ­
                                                                                                    a number of years for magazines
                                                                                                    and publications, including
                                                                                                    the Neue Zürcher Zeitung and
                                                                                                    Die Welt.

NEUMEISTER   SONDERAUKTIONEN SPECIAL AUCTIONS 2018                                                                                  96
Sonderauktion
Special Auction
Sammlung Dr. Alfred Ziffer
Europäisches Kunsthandwerk 18. – 20. Jahrhundert
Collection Dr Alfred Ziffer
European Decorative Arts 18th to 20th Century

€ 78 740

Kammerzofe mit Hündchen
Nymphenburg, um 1755
Modell von F. A. Bustelli
Porzellan, farbig staffiert. Höhe 16 cm

Chambermaid with a Dog
Nymphenburg, c. 1755
Model by F. A. Bustelli
Porcelain, polychromatic decoration.
Height 6.3 in.

97                                            SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION  NEUMEISTER
Eine Sonderauktion nach anfangs beschriebenem traditionellem Muster war die Verstei­
gerung von großen Teilen des Nachlasses von Alfred Ziffer, einem der renommiertesten
Porzellanexperten. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse galt der Nymphenburger
Porzellanmanufaktur, entsprechend lag auch der Schwerpunkt seiner Sammlung. Doch
wie jeder aufgeschlossene Spezialist hatte er ein gutes, immer kritisches Auge für die
Produktion anderer Manufakturen. Von den 234 Losen, die sich am Auktionstag nahezu
alle verkauften, gipfelte das ambitionierte Bietgefecht um eine auf 2 000 Euro taxierte
„Kammerzofe mit Hündchen“ (Nymphenburg, um 1755 nach einem Modell von Franz
Anton Bustelli) in einem Ergebnis von nahezu 80 000 Euro. Überraschend kam nach
Abschluss der Auktion ein Benefiz-Aspekt hinzu: Der Einlieferer spendete dem Bayeri­
schen Nationalmuseum aus dem Gesamterlös 50 000 Euro für weitere Ankäufe.

One special auction held according to the traditional pattern described above was the sale
of a large part of the estate of Alfred Ziffer, one of the most highly acclaimed porcelain
experts. His main scholarly interest lay in the Nymphenburg Porcelain Manufactory that
correspondingly formed the focus of his collection. However, like every open-minded
specialist he had a good and always critical eye for items produced by other companies.
Of the 234 lots, almost all of which were sold on the day of the auction, an ambitiously
fought battle among bidders for a ‘Chambermaid with Small Dog’ (Nymphenburg, c. 1755,
after a model by Franz Anton Bustelli), estimated at 2 000 euros, rose to a final price of
almost 80 000 euros. An aspect of charity auctions came as a surprise at the end of the
sale: the consignor donated 50 000 euros from the overall proceeds to the Bavarian
National Museum for future acquisitions.

NEUMEISTER   SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION                 98
„Um unsere Kultur lebendig zu halten, ist private Aktivität schon lange unerlässlich.
                            Die öffentliche Hand allein ist dazu nicht in der Lage. Das Engagement der Bürgergesell-
                            schaft wird ­daher sichtlich immer wichtiger. Dies gilt es lauter als bisher bekannt zu machen,
                            aber auch entsprechend zu goutieren.“
                            Dr. Frank Matthias Kammel, Direktor Bayerisches Nationalmuseum, München

                            ‘To keep our culture alive, private activities ­have long been essential. The state alone
                            is not in a position to do this. The commitment of society in general is, therefore, b ­ ecoming
                            increasingly important. It also means making this even more visible and audible than before,
                            but also appreciating it a­ ppropriately.’
                            Dr Frank Matthias Kammel, Director of the Bayerisches Nationalmuseum, Munich

€ 635

Sitzende Maus
Nymphenburg, ab 1910
Entwurf Wilhelm Neuhäuser
Porzellan. Höhe 7 cm

Sitting Mouse
Nymphenburg, after 1910
Design Wilhelm Neuhäuser
Porcelain. Height 2.8 in.

99                                     SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION  NEUMEISTER
€ 13 330

Kaffee-Teeservice, Form „Perl“,
110 Teile
Nymphenburg
Porzellan. Goldstaffage.

Coffee and Tea Service, ‘Perl’ design,
110 pieces
Nymphenburg
Porcelain. Gilt decoration

NEUMEISTER    SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION   100
€ 7 230

Speiseservice „Lotos“, 33 Teile
Nymphenburg, ab 1936 /1937
Entwurf Wolfgang von Wersin
Porzellan. Korallenroter Fond,
gold staffiert

Dining Service ‘Lotos’, 33 pieces
Nymphenburg, after 1936 /1937
Design Wolfgang von Wersin
Porcelain. Coral red with gilt decoration

101                                         SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION  NEUMEISTER
€ 6 980

Kompottschale
Nymphenburg, um 1760–1765
Bemalung wohl Joseph Zächenberger.
Porzellan. Blau und gold staffiert,
Durchmesser 23,5 cm

Compote
Nymphenburg, c. 1760–1765
Porcelain. Blue and gilt decoration,
probably Joseph Zächenberger.
Diametre 8.3 in.

NEUMEISTER    SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION   102
€ 4 310

Deckelvase
Nymphenburg, ab 1910
Entwurf Rudolf Sieck
Porzellan. Staffage in Gold
und Farben. Höhe 42 cm

Vase with Lid
Nymphenburg, after 1910
Design Rudolf Sieck
Porcelain. Gilt and colourful
­decoration. Height 14.8 in.

103                             SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION  NEUMEISTER
€ 5 715

Solitär, sechs Teile
Nymphenburg, um 1800
Porzellan. Empireform mit
Kanthenkeln. Staffage in Gold
und Farben

Solitary, six pieces
Nymphenburg, c. 1800
Porcelain. Empire form with square
handles. Colour and gilt decoration

NEUMEISTER   SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION   104
€ 12 700

Kerzenleuchter
Vereinigte Zoo-Werkstätten, Berlin,
1921, Entwurf Bruno Paul,
Bronze, Höhe 40 cm

Candleholder
Vereinigte Zoo-Werkstätten, Berlin,
1921, Design Bruno Paul, Bronze
Height 15.7 in.

105                                   SONDERAUKTION SAMMLUNG ZIFFER SPECIAL AUCTION ZIFFER COLLECTION  NEUMEISTER
NEUMEISTER TITEL TEXT   106
Benefizauktion „Helfen ohne Limit“
Charity Auction ‘Unlimited Help’
zugunsten des Hilfsvereins Nymphenburg e.V. anlässlich
des 85. Geburtstags S.K.H. Herzog Franz von Bayern
to benefit Hilfsverein Nymphenburg e.V. on the occasion of
the 85th birthday of HRH The Duke of Bavaria

€ 4 500

Teller
Nymphenburg, um 1760–1765
Bemalung wohl Joseph Zächenberger.
Porzellan. Durchmesser 25 cm
Spende von Kunsthandel Röbbig,
München

Plate
Nymphenburg, c. 1760–1765
Decoration probably by Joseph
Zächenberger. Porcelain.
Diametre 8.8 in.
Donated by Kunsthandel Röbbig,
Munich

107
„Helfen ohne Limit“ – unter diesem Motto wurden 447 Lose vom Gnadenpfennig der
1620er Jahre über die Meißener Teedose und den Diamantstern wie ihn die Kaiserin Sisi
im Haar trug, vom altmeisterlichen Blumenstillleben bis zum seidenen Sonnenschirm
mit Porzellanknauf versteigert. Heinrich Graf von Spreti, langjähriger Deutschlandchef
von Sotheby’s, hat mit unermüdlicher Tat- und Überzeugungskraft dazu beigetragen,
dass durch zahlreiche Spenden eine originelle und anregende Kunst- und Spartenmi­
schung zusammengekommen ist. Dazu gehörte auch das monumentale Stahl-Am­
bigramm LOVE HATE, gespendet von seiner Schöpferin Mia Florentine Weiss. Derzeit
steht es auf noch unbestimmte und hoffentlich sich weiter dehnende Zeit an seinem
idealen Standpunkt am Münchner Siegestor – umschwärmt als Fotomotiv in allen Lie­
besdingen und als Instagram-Botschaft in alle Welt (das mit dem Hass wird als Phäno­
men eines von Vorder- und Rückseite diametral lesbaren Schriftzugs verstanden, bei der
Anfertigung von zig Hochzeitsfotos allerdings lieber beiseite gelassen).

Knapp 800 000 Euro wurden eingespielt und kommen nun dem Hilfsverein Nymphen­
burg e. V. zugute, der die Not von Kindern in Rumänien, Albanien und Kenia zu lindern
sucht. Wir haben diese Auktion zum 85. Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit Herzog
Franz von Bayern ausgerichtet. So hat er sich das gewünscht und so kam es wunsch­
gemäß auch zu einigen Top-Ergebnissen, etwa für eine Fotografie von Andreas Gursky
(140 000 Euro), eine Skulptur von Anselm Kiefer (100 000 Euro), eine Papierarbeit von
Georg Baselitz (75 000 Euro).

‘Unlimited Help’ – 447 lots were auctioned under this motto, ranging from a ‘Gnadenpfennig’
from 1620, a Meissen tea caddy and a diamond star, as worn by Empress Sisi in her hair,
to Old Master floral still lifes and a silk parasol with porcelain knob. With his tireless energy
and power of persuasion, Heinrich Count Spreti, the long-standing head of Sotheby’s in
Germany, contributed to amassing a fancy as well as inspiring mixture of artworks in
numerous different fields that were submitted by a large number of donors. Among the
works was the monumental steel ambigram LOVE HATE, donated by its creator, Mia
Florentine Weiss. At the moment – and for an unspecified and hopefully long period of
time – it is in an ideal location at the Siegestor in Munich, much sought out as a photo
motif for all love-related matters and sent around the world as an Instagram message (the
‘hate’ side – as part of the phenomenon of the diametrically written words that can be
read from the front and back – is preferably ignored in the umpteen wedding photos taken
here!).

The auction yielded nearly 800 000 euros in aid of the Hilfsverein Nymphenburg e.V. which
strives to ease the hardship of children in Romania, Albania and Kenya. The auction was
held to mark the 85th birthday of His Royal Highness The Duke of Bavaria, according to
his wishes. It produced top results, also to his wishes, such as for a photograph by Andreas
Gursky (140 000 euros), a sculpture by Anselm Kiefer (100 000 euros) and a work on paper
by Georg Baselitz (75 000 euros).

NEUMEISTER   BENEFIZAUKTION „HELFEN OHNE LIMIT“ CHARITY AUCTION ‘UNLIMITED HELP’                    108
€ 140 000

Andreas Gursky
*1955 Leipzig
Leipzig. 1995
C-print auf Diasec.
165 × 215 cm. Rückseitig signiert
und nummeriert „1/5“.
Spende von Dres Arend und Brigitte Oetker

Andreas Gursky
*1955 Leipzig
Leipzig. 1995
C-print on Diasec. 58 × 75.7 in.
Verso signed and numbered ‘1/5’.
Donated by Dres Arend and Brigitte Oetker

109                                         BENEFIZAUKTION „HELFEN OHNE LIMIT“ CHARITY AUCTION ‘UNLIMITED HELP’  NEUMEISTER
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