Museumsakademie Jahresprogramm 2020 - Universalmuseum Joanneum
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Österreichs erstes Museum
Das 1811 von Erzherzog Johann
gegründete Universalmuseum
Museumsakademie
Joanneum zählt zu den ältesten
zivilgesellschaftlichen Institutionen
Joanneum
des Landes und ist das erste
öffentliche Museum Österreichs.
Usprünglich war das Joanneum als Sehr geehrte Kolleginnen, sehr geehrte Kolleg_innen, sehr geehrte Kollegen!
technisch-naturwissenschaftliche
Lehranstalt mit Schausammlungen
ausgerichtet. In den letzten 200
Betrachtet man das Museum als ein System, so liegt die Frage nach seinen Funktionen,
Jahren hat sich das Joanneum zum Dynamiken und Strukturen nicht fern. Mit dem diesjährigen Programm widmen wir uns
größten Universalmuseum diesen gestaltenden Aspekten einmal mehr und fragen nach den spezifischen
Mitteleuropas entwickelt: Mehr als
4,5 Millionen Sammlungsobjekte sind Charakteristika und Herausforderungen der Gegenwart musealer Arbeit und Produktion.
die Basis für ein vielfältiges Getreu dem Motto take the terror out of error erproben wir neue Formen und Formate,
Ausstellungsprogramm, das an 12
Standorten präsentiert wird, um im wenn wir etwa die traditionelle Trennung der Sphären zwischen Kurator/innen und
Abbildung: Constantin Luser, Molekularorgel
Sinne des Gründungsauftrags „das Vermittler/innen hinterfragen und über neue Strategien der Zusammenarbeit in
Lernen zu erleichtern und die
(Detail), 2010, Foto: Markus Rössle
Wissbegierde zu reizen“.
interdisziplinären Teams nachdenken. Um neue Formen geht es gleichermaßen, wenn
wir einen gegenwärtigen gesellschaftlichen Befund im Museum verhandeln, nämlich
die Verfügbarkeit bisher nie dagewesener Datenmengen. In Frage steht, welche neuen
Möglichkeiten der Visualisierung, Narration und Szenografie in Ausstellungsräumen damit
entstehen – begleitet von neuen Formen der Kooperation.
Das System Museum befindet sich also im Wandel – im Inneren wie im Äußeren. Museen
sind heute gefordert, eine Sichtbarkeit der von ihnen geleisteten Arbeit herzustellen,
konkrete Settings der Wissensaneignung zu gestalten, Dialoge zu initiieren und Menschen
in die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu involvieren. In zwei
Exkursionen, nach London und Milano, betrachten wir Strategien und Wege der
Relevanzgewinnung in Gesellschaften, die als superdivers und dynamisch beschrieben
werden können. Der Befund einer Pluralität von Lebensstilen und Welterfahrungen führt
uns zugleich zu verschiedenen Interventionen ins kollektive Gedächtnis. Thematisiert und
reflektiert wird, wie queeres Begehren und alternative Geschlechterbilder über
Sammlungen, Ausstellungen und Vermittlung in ihrer Vielfalt und Historizität im Museum
sichtbar werden können. Wir kartieren das heterogene und vielstimmige Feld der
Auseinandersetzung mit Religion und fragen, welche Rolle – zwischen Inklusion,
Wissensvermittlung und Konfliktmoderation – Museen heute übernehmen. Und schließlich
spüren wir der Vielstimmigkeit historischer Erfahrung im Umgang mit Zeitzeuginnen und
Zeitzeugen nach, wenn wir nach dem konkreten Potenzial einer Integration von Stimmen
fragen, die sonst eher ungehört bleiben.
Impressum
Herausgeber Universalmuseum Joanneum GmbH,
Mariahilferstraße 2-4, 8020 Graz
Als themenaufspürende und deshalb vagabundierende Plattform zeichnet sich die
Für den Inhalt verantwortlich:
Museumsakademie Graz
Museumsakademie ganz zentral durch den Versuch aus, Strategien und Methoden des
T +43-316/8017-9805 Museum-Machens zu reflektieren und sie auf ihre Aktualität hin zu überprüfen. Wir freuen
museumsakademie@museum-joanneum.at
uns, wenn Sie Lust bekommen haben mitzumachen, das Angebot für sich zu nutzen und
Layout: Teresa Mocharitsch
Editor: Jörg Eipper-Kaiser den Austausch mit Ihren Gedanken, Erfahrungen und offenen Fragen zu bereichern!
Änderungen oder Erweiterungen im Programm Die Museumsakademie wird unterstützt von
entnehmen Sie bitte unserer Website:
www.museumsakademie-joanneum.at
Für die Museumsakademie
Karoline Boehm, Bettina Habsburg-Lothringen und Eva TropperMuseumsakademie Über uns
Joaneum
Leiter/innen und Mitarbeiter/innen von Museen, freie Diese Zielsetzung legt ein Denken über Fachgrenzen
Kuratorinnen/Kuratoren, Gestalter/innen und hinweg ebenso nahe wie das Agieren in einem
Kulturvermittler/innen, Sammlungsmitarbeiter/innen, internationalen Netzwerk und die Zusammenarbeit mit
Wissenschafter/innen und Studierende museumsnaher Partnerinnen und Partnern aus europäischen Museen
Fächer – sie alle möchten sich zu den Bedingungen und Universitäten, die auch jene Verknüpfung von
des Museums verhalten: Sie suchen nach Antworten auf theoretischem Reflexionswissen und Erfahrungswissen
Fragen, die sich vor dem Hintergrund eines dynamischen aus der Museumspraxis ermöglichen, die uns so wichtig
politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und ist.
gesellschaftlichen Kontextes immer wieder neu stellen
und zu lösen sind. Sie wollen mehr über
Gestaltungsoptionen innerhalb der Institution Museum
und für das Medium Ausstellung wissen und bestehende
Konzepte weiterentwickeln. Sie möchten Kolleginnen und
Kollegen kennenlernen und sich austauschen, ihre
Netzwerke ganz allgemein oder im Hinblick auf konkrete
Projekte erweitern.
Wir versuchen, all dies in unseren Workshops, Tagungen Team
und Exkursionen zu ermöglichen und bieten mit unserer
museologischen Bibliothek Raum zur Vertiefung. Mag. Karoline Boehm
Museums- und ausstellungsspezifische Themen aller Leitungsteam Museumsakademie
Art möchten wir nah an den Bedürfnissen und
Arbeitswirklichkeiten der Teilnehmer/innen aufbereiten, Dr. Bettina Habsburg-Lothringen
zukunftsträchtige Projekte vorstellen, in alle Richtungen Leitungsteam Museumsakademie
offener und einladender Umschlagplatz für den
Wissensaustausch sein, mit praktischen Übungen und Dr. Eva Tropper
Experimenten inspirieren – immer mit dem Ziel, zur Leitungsteam Museumsakademie
positiven Entwicklung des Museums beizutragen und es
als gesellschaftlich relevanten Ort mit ganz spezifischen Teresa Mocharitsch, MA MA
Aufgaben und Funktionen weiter zu profilieren. Organisation und Öffentlichkeitsarbeit
2 312./13. März Das queere Museum
Interventionen ins kollektive Gedächtnis
Workshop Museen genießen hohe Glaubwürdigkeit: Ihnen wird das
Potenzial zugeschrieben, Werte wie Vielfalt, Teilhabe und
Veranstaltungsleitung Offenheit in einer Gesellschaft zu stärken. Historisch
Jana Wittenzellner, Kuratorin allerdings treten Museen eher als Repräsentanten
Museum Europäischer Kulturen – normativer Werte hervor. Sammlungen und Ausstellungen
Staatliche Museen zu Berlin (D) spiegeln in aller Regel patriarchale, binäre und
Karoline Boehm, Leitungsteam heterosexuelle Geschlechterordnungen. Was aber ist mit
Museumsakademie Joanneum,
Graz (A) Lebensweisen und Identitätskonstruktionen jenseits
dieser ,heterosexuellen Matrix‘? Wenn Museen tendeziell
heteronormative Bilder zeichnen, stellt sich die Frage nach
Ort
Gegenentwürfen!
Berlin (D)
Kosten Im Workshop beleuchten wir Möglichkeiten, queere
190 €, ermäßigt 140 € Inhalte in Museen zu verankern. Wir betrachten Wege einer
Pluralisierung von Narrativen und diskutieren offene Fragen:
Wie werden Geschichten lesbischer, schwuler, trans-, bi- und
intersexueller Akteur_innen einbezogen, dokumentiert,
erforscht, dargestellt und vermittelt? Wie lassen sich Bilder
von hegemonialer Männlichkeit und Weiblichkeit in
Sammlungen und Ausstellungen aufbrechen? Welche
alternativen Wissensbestände gibt es und welche Grenzen
zeigen sich? Welche Auseinandersetzungen ermöglicht ein
intersektionaler Fokus und wie verändert sich mit ihm die
Beziehung zwischen Publikum und Museum?
In einem Wechsel von Theorie und Praxis sichten wir das
Feld queerer Museumsarbeit und loten Qualitäten,
Herausforderungen und Potenziale gendersensiblen
Sammelns, Ausstellens und Vermittelns aus.
Abbildung S.5: Skulptur „Conchita Wurst auf
der Mondsichel“, Gerhard Goder, Berlin, 2014 ©
Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer
Kulturen / Ute Franz-Scarciglia
4 507.-09. April London Bella figura? 07./08. Mai
Stadt in Verhandlung Kulturinstitutionen in Milano
Exkursion Architektur und Wohnen, Verkehr und öffentlicher Raum, Milano ist eine der führenden Kultur- und Medienmetropolen Exkursion
Ökologie und Migration gehören gegenwärtig zu den Italiens, ist Universitätsstadt und internationaler
zentralen Themen der Stadt. Dies gilt auch für London, Finanzplatz. Die zweitgrößte Stadt des Landes gilt als hip Veranstaltungsleitung
Veranstaltungsleitung
Elke Krasny, Kuratorin, energiegeladene und größte europäische Metropole. – und gibt in zeitgenössischer Architektur, Mode und Margareth Otti, Kuratorin und
Kulturtheoretikerin, Professorin Mit Blick auf unser Interessensfeld manifestiert sich die Design internationale Standards vor. Italien und seine Städte Autorin, Graz (A)
an der Akademie der bildenden dynamische Entwicklung Londons sowohl in der Schaffung oszillieren jedoch in unserer Wahrnehmung immer noch im Eva Tropper, Leitungsteam
Künste, Wien (A) neuer musealer und Kulturräume als auch in der Art und Spannungsfeld von immensem Kulturerbe und krisenhafter Museumsakademie Joanneum,
Bettina Habsburg-Lothringen, Graz (A)
Weise, wie in diesen Stadt und städtische Themen ökonomischer und politischer Gegenwart. Neben dem
Leitungsteam Museumsakademie
Joanneum, Graz (A) gesammelt, ausgestellt und vermittelt werden. einerseits starken Bekenntnis zu traditionellen
Kulturinstitutionen steht andererseits das große Bedürfnis Ort
Milano (I)
Im Rahmen unserer dreitägigen Veranstaltung fokussieren nach zukunftsgerichteter Erneuerung. Wie schafft Milano
Ort
wir zwei Bereiche: Zum einen erörtern wir, wie den Spagat – zwischen angesagten Vorzeigeprojekten und Kosten
London (GB)
städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklungen auf die Leerständen, Krise und Hochkultur, Overtourism und 250 €, ermäßigt 200 €
Kosten institutionellen Identitäten klassischer Einrichtungen, ihre Verbeugung vor dem Erbe? Wie sehen kleine und große
300 €, ermäßigt 250 € Standortpolitik, die Sammlungskonzepte, die kuratorische Kulturinstitutionen in dieser Stadt aus, bieten sie
Arbeit sowie die Angebote wirken. Zum anderen widmen wir zukunftsfähige Strategien und befriedigen sie statt dem
uns Vereinigungen, Gruppen und Initiativen, die der kurzen Gusto auf den neuesten Trend die Sehnsucht nach
Dynamik der Entwicklung entspringen und sich darauf mit einer grundsätzlicheren Wirkung für die Gesellschaft?
der Erschließung neuer Räume, mit Bezug auf den
öffentlichen Raum, mit neuen kuratorischen und vermittler- Die Exkursion führt zu einschlägigen Orten der Mailänder
ischen Praktiken sowie in neuartigen Kooperationen Kulturlandschaft und bietet zwischen intelligenten
beziehen. Eine Erkundungstour mit Museums- und Leerstandnutzungen und der High-End-Architektur der
Ausstellungsbesuchen sowie Expert/innengesprächen. Fondazione Prada Gelegenheit, in Talks und
Stadterkundungen der Rolle von Museen und
Kulturinstitutionen nachzugehen.
Abbildung: Tate Modern, Elia López G. Abbildung: Milano / Foto: Margareth Otti
6 715./16. Juni Das Wort haben
Konzepte von Zeitzeug/innenschaft in
Ausstellungen
Workshop in Kooperation mit dem In mehr und mehr Ausstellungen kommen Menschen zu
vorarlberg museum Wort. Als Zeitzeug/innen machen sie individuelle historische
Veranstaltungsleitung Erfahrungen sichtbar, schaffen übergreifende historische
Niko Wahl, Historiker und Kurator, Zusammenhänge und sind oft zentrale Träger/innen des
Wien (A) Ausstellungsnarrativs. Vielfach handelt es sich dabei um
Eva Tropper, Leitungsteam Stimmen, die sonst eher ungehört bleiben: Menschen mit
Museumsakademie Joanneum, Fluchterfahrung, Angehörige von Minderheiten, Aktivist/
Graz (A)
innen und direkte Zeug/innen vielfach marginalisierter
Geschichten. Die direkte Integration ihrer Perspektiven hat
Ort das Potenzial, Definitionsmacht zu teilen und historische
Bregenz (A)
Vielstimmigkeit in den Ausstellungsraum zu bringen.
Kosten
190 €, ermäßigt 140 € Aus dieser Perspektive wollen wir grundlegende
methodische, technische und ethische Fragen reflektieren,
die sich in der Arbeit mit Zeitzeug/innen stellen. Wie kann
es gelingen, Menschen Raum zu geben? Welche sozialen
Prozesse setzen sich dabei in Gang und wie hängen
Interviewführung und szenografische Entscheidungen
zusammen? Welche Alternativen zu ‚talking heads‘ gibt es,
die Konstruktion und Kontext historischer Erzählung
erkennen lassen und ermöglichen, über Konzepte von
Authentizität, Repräsentation und historische
Vielstimmigkeit nachzudenken? Und wie lässt sich mit
der zentralen ethischen Problematik des ‚Ausstellens‘ von
persönlichen Geschichten umgehen? Der Workshop versucht
aktuelle Zugänge zu kartieren und dabei auch medial neue,
künstlerische und gelegentlich (teil)fiktionale Ansätze auf
ihr Potenzial zu überprüfen.
Abbildung S.9: Ausstellungsansicht Schaudepot,
Museum für Geschichte,
Foto: Universalmuseum Joanneum/ N.Lackner
8 9Kuratieren und Vermitteln 17./18. September
Modelle des vernetzten Arbeitens
Der Wandel gesellschaftlicher Funktionen des Museums Workshop in Kooperation mit dem
stößt auch strukturelle Veränderungsprozesse im Inneren HdGÖ
an. Einer davon ist die zunehmende Orientierung des Veranstaltungsleitung
kuratorischen Feldes hin zum Pädagogischen, womit auch Eva Meran, Leitung
gängige Trennlinien zwischen Kurator/innen und Kunst- und Diskussionsforum und
Kulturvermittler/innen in Bewegung geraten. Kulturvermittlung, Haus der
Geschichte Österreich, Wien (A)
Karoline Boehm, Leitungsteam
Während Carmen Mörsch 2012 dieses Potenzial noch kaum Museumsakademie Joanneum,
realisiert sah, fragen wir danach, wie es heute aussieht. Graz (A)
Welche Formen des kooperativen Arbeitens entwickeln sich?
Welche Ressourcen, Prozesse und Dynamiken braucht es?
Ort
Wie können verschiedene Expertisen einander kommuniziert Wien (A)
werden? Welche Formate musealer Produktion entstehen
und wie verändern sich dabei professionelle Selbstbilder? Kosten
190 €, ermäßigt 140 €
Und inwieweit fordern und ermöglichen gerade auch
Prozesse der Digitalisierung neue Formen des vernetzten
Arbeitens im Museum? Im interdisziplinären Austausch
betrachten wir konkrete Modelle und Produkte der
Kooperation ebenso wie Möglichkeiten der
Organisationsentwicklung, in denen Agenden der
Vermittlung und des Kuratorischen gleichwertig Raum
greifen.
Abbildung: James Turrell, Ganzfeld APANI (Venice Biennale 2011), Installation, LED, 16 x 12 x 6 m
Foto: Florian Holzherr, Courtesy Häusler Contemporary München | Zürich
10 1119./20. Oktober Religion im Museum
Kulturelles Handeln moderieren
Workshop in Kooperation mit dem Religion ist auf die Bühne des öffentlichen Diskurses
Dom Museum Wien zurückgekehrt. Das gilt auch für Museen und Ausstellungen.
Veranstaltungsleitung In den letzten Jahren lässt sich eine erhebliche
Martina Griesser-Stermscheg, Diversifizierung und Öffnung des Themas feststellen.
Technisches Museum Wien & Museen scheinen sich im Umgang mit Religion immer stärker
schnittpunkt (A)
als Orte der Begegnung und der diskursiven
Eva Tropper, Leitungsteam Auseinandersetzung zu verstehen. Zugleich erweitert sich
Museumsakademie Joanneum,
Graz (A) die Perspektive auf Religion – als gelebte Praxis und
kulturelles Handeln, aber auch als Konfliktfeld.
Ort
Der Anspruch auf Inklusion trifft dabei auf ein heterogenes
Wien A)
Gegenüber: Als Besucher/innen kommen areligiöse ebenso
Kosten wie klar konfessionell verortete Menschen infrage,
190 €, ermäßigt 140 € Anhänger/innen von minoritären Religionen ebenso wie von
„Mehrheitsreligionen“ – und dasselbe gilt im Übrigen für
diejenigen, die Ausstellungen und Vermittlungsprogramme
konzipieren. Was bedeutet das für die Art und Weise, wie wir
uns heute mit Religion auseinandersetzen? Welche
gesellschaftspolitische Rolle – zwischen Inklusion,
Wissensvermittlung und Konfliktmoderation – übernehmen
öffentliche Museen hier? Und welcher Formen der
Sensibilisierung bedarf es?
Der Workshop versucht, das heterogene Feld von Religion im
Museen – zwischen öffentlichen Institutionen und
konfessionell klar positionierten Räumen – zu kartieren und
einen konkreten Blick auf den Standort Wien zu werfen.
In Exkursionen zu Museen und Kulturräumen
unterschiedlicher Konfessionen erproben wir u. a.
Analysemethoden aus dem interreligiösen
Antidiskriminierungstraining.
Abbildung S.13: Feminist protesters marched by
security out of Moscow cathedral for offensive
performance. Aleshkovsky Mitya / Tass /
picturedesk.com
12 13Das Humboldt Forum 12./13. November
Welt in Berlin
Wenn das Humboldt Forum im Berliner Schloss ab Herbst Workshop
2020 schrittweise eröffnet werden wird, hat die Institution
Veranstaltungsleitung
bereits eine erzählenswerte Geschichte hinter sich, geprägt Nikolaus Bernau,
von Debatten um Standort und seine barocke wie Architekturkritiker,
zeitgenössische Architektur, wechselnde Akteurinnen und Kunstwissenschaftler und
Akteure sowie politische und wissenschaftliche Journalist, Berlin (D)
Rahmenbedingungen. Bettina Habsburg-Lothringen,
Leitungsteam Museumsakademie
Joanneum, Graz (A)
Der Ankündigung nach verspricht das Forum auf 30.000
Quadratmetern mit mehr als 20.000 Exponaten Einblicke
Ort
in Kunst und Kulturen der Welt zu geben, der Welt in Berlin
Berlin (D)
und Berlin in der Welt zu begegnen, an aktueller
Wissenschaft und Forschung teilzuhaben sowie Schlossplatz Kosten
und Spuren der Ortsgeschichte vorzustellen. Wir stellen in 190 €, ermäßigt 140 €
einer zweitägigen Besichtigung und Analyse folgende
Fragen in den Mittelpunkt: Wie steht es um die
institutionelle Identität des Humboldt Forums, das sich
zwischen Museum am historischen Ort, touristischer
Destination und Veranstaltungszentrum bewegt? Wie lässt
es sich im museumshistorischen Kontext sowie im Kontext
weiterer Berliner Einrichtungen verorten? Welche
unterschiedlichen Erwartungshaltungen gibt es vonseiten
der Politik, der Museen, der Touristiker/innen, der künftigen
Gäste? Gibt es vergleichbare internationale Beispiele?
Wie steht es um die Struktur der neu geschaffenen
Institution? Und schließlich: Was gibt es zu sehen, wenn
sich die Tore öffnen?
Abbildung S.14: Einbau des Tympanons am
Hofportal 4, Mai 2018 © SHF / Stephan Falk
14 1530. November/ Daten im Raum
01. Dezember Visualisierungen als Formen des
Argumentierens in Ausstellungen
Workshop In einer Gesellschaft, die in allen denkbaren Bereichen
immer größere Datenmengen produziert, gewinnen
Veranstaltungsleitung
Larissa Cerny, Graphic Design (A) Informationsgrafiken und andere Formen der Visualisierung
Martina Nußbaumer, Kuratorin an Bedeutung – auch in Ausstellungen und Museen. Egal ob
Wien Museum (A) es um die Darstellung von globalen Migrationsbewegungen,
Eva Tropper, Leitungsteam
eitungsteam Klimaveränderungen, technischen Produktionsketten oder
Museumsakademie Joanneum, künstlerischen Beziehungsnetzwerken geht – Diagramme,
Graz (A) Bildstatistiken, Karten und andere Formate ermöglichen die
Darstellung komplexer Sachverhalte, die über Objekte allein
Ort nicht erzählt werden können. Das Spektrum der
Linz (A) Anwendungen in Museen reicht dabei vom punktuellen
Einsatz von Informationsgrafiken, die Kontextinformationen
Kosten
190 €, ermäßigt 140 € zu einzelnen Objekten vermitteln, über raumbildende
Anordnungen bis hin zu Ausstellungen, die sich vom
Originalobjekt ganz verabschiedet haben und Inhalte nur
mehr über Informationsdesign erzählen.
Gemeinsam mit Kurator/innen, Grafiker/innen und
Informationsdesigner/innen untersucht der Workshop den
gegenwärtigen Einsatz von Visualisierungen in
unterschiedlichen Museumssparten und fragt, welche
Möglichkeiten Ausstellungen haben, mit „Daten im Raum“ zu
arbeiten. Bei welchen Fragestellungen lassen sich Formen
der Datenvisualisierung besonders gewinnbringend
einsetzen? Bei welchen Inhalten stoßen sie an ihre
Grenzen? Mit welchen konkreten analogen oder digitalen
Mitteln werden Daten zugänglich und konsumierbar
gemacht? Und inwiefern bedarf es dabei eines intensiven
gemeinsamen Prozesses zwischen den inhaltlich und
gestalterisch beteiligten Akteurinnen und Akteuren?
Abbildung S.17: Move our Money © Sagmeister Inc.
16In-Residence-Programm 12./13. März 17./18. September
der Museumsakademie
Workshop Workshop
Das queere Museum. Kuratieren und Vermitteln.
Die Museumsakademie Interventionen ins kollektive Modelle des vernetzten
Joanneum bietet für Gedächtnis Arbeitens
Wissenschafter/innen und
Berlin (A) Wien (A)
Künstler/innen, die sich mit
museums- und ausstellungs-
relevanten Fragen beschäf- 07.-09. April 19./20. Oktober
tigen, einen mehrwöchigen
Forschungsaufenthalt am Exkursion Workshop
Universalmuseum Joanneum Religion im Museum.
London.
in Graz an.
Stadt in Verhandlung Kulturelles Handeln moderieren
Mit seiner mehr als London (GB) Wien (A)
200-jährigen Geschichte
und mehr als 4,5 Mio. 07./08. Mai 12./13. November
Sammlungsobjekten an
10 Standorten bietet das
Universalmuseum Joanneum Exkursion Workshop
beste Voraussetzungen Bella figura? Das Humboldt Forum.
für die museologische und Kulturinstitutionen in Milano Welt in Berlin
künstlerische Befassung mit Milano (I) Berlin (D)
dem Museum in all seinen
Facetten: der Geschichte und
den gesellschaftlichen 15./16. Juni 30. November/
Funktionen der Institution, 01. Dezember
den Sammlungen, der Workshop
Museumsarchitektur, dem Das Wort haben. Workshop
historischen und Konzepte von Daten im Raum.
zeitgenössischen Visualisierungen als Formen
Zeitzeug/innenschaft
Ausstellungswesen, allen
Formen der Vermittlung oder in Ausstellungen des Argumentierens in
dem Museum als Betrieb. Bregenz (A) Ausstellungen
Abbildung: MAK-Ausstellungsansicht, MAK GALERIE, 2014, ANGEWANDTE KUNST. HEUTE. Valentin Ruhry.
Grand Central. Installation (Tische, Pressspanplatten, Objekte, Aluminium gebürstet) © MAK/Georg Mayer
Linz (A)
Ein direkter inhaltlicher
Bezug des Forschungs- bzw.
Kontakt und Anmeldung
Arbeitsvorhabens zum
Universalmuseum Joanneum Universalmuseum Joanneum
ist dabei durchaus erwünscht, Museumsakademie
jedoch nicht zwingende Mariahilferstraße 2-4 | 8020 Graz
Voraussetzung für die Tel +43-664|8017 9537
Zuerkennung einer Förderung.
museumsakademie@museum-joanneum.at
Weitere Informationen finden www.museumsakademie-joanneum.at
Sie auf unserer Website.
Die Anmeldung zu einer Veranstaltung richten Sie bitte schriftlich unter
Angabe von Name, Adresse (und eventuell abweichender Rechnungsadresse),
Telefonnummer und E-Mail-Adresse per E-Mail oder Post an die Museumsakademie.
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