Programm Januar bis Juni 2019 - und Gedenkstätte Düsseldorf
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Programm
Januar bis Juni
Arabisches Viertel in Jerusalem,
1935. Fotografiert vom Düsseldorfer
Arzt Dr. Georg Goldstein (Salomon
Ludwig Steinheim Institut)
1
2019noch bis 27. Januar 2019
Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und Gewalt
Die SS verstand sich als Elite der NS-Bewegung und des deut-
schen Volkes. Ihr Anspruch einer „züchterischen“ Aufgabe
Ausstellungen bezog sich einerseits auf die Auswahl ihrer Mitglieder, anderer-
seits auf die „Ausmerze“ all derer, die eines deutschen Volkes
nordischer Rasse nicht würdig seien. Elitegedanken und Ver-
nichtungswille paarten sich in diesem Anspruch auf verheeren-
de Weise.
Die Wanderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg stellt
dieses Spannungsfeld ausführlich dar. Sie nimmt zunächst die
Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder in den Blick,
um dann das darüber hinausgehende Verständnis der SS und
die Nachwirkung solch körperbetonter Ideologie in die rechte
Szene der Gegenwart zu präsentieren.
Eine Ausstellung des Kreismuseums Wewelsburg in Kooperation
mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
Gedenkstätte: Forum, Julo-Levin-Raum und historischer
Luftschutzkeller (nicht barrierefrei)
Eintritt frei
Öffnungszeiten: Di–Fr u. So 11–17 Uhr, Sa 13–17 Uhr,
Mo geschlossen
Letzte Gelegenheit! 10. Januar 2019, 19 Uhr
Am Abend
Öffentlicher Rundgang durch die Sonderausstellung
Dies ist die letzte öffentliche Impulsführung durch die Sonder-
ausstellung „Die Körper der SS. Ideologie, Propaganda und
Gewalt“. Welche Körperideale prägten die Ideologie des Natio-
nalsozialismus und ganz konkret der SS? Und welche Auswir-
kungen hatte dies auf die SS-Mitglieder und die deutsche
Gesellschaft?
Gedenkstätte, Eintritt frei
Düsseldorfer SS-Männer bei der Einweihung des 39er-Denkmals
am Reeser Platz, 9. Juli 1939 (StAD)5. Februar bis 24. März 2019
mutig – weiblich – unvergessen. werden. Die Kabinettschau ist eine Hommage an 16 Frauen,
Düsseldorfer Frauen in der Geschichte die ihre Stimme erhoben und Verantwortung übernahmen in
schwierigen Zeiten.
„Zur ersten Wahl zum Rat der Stadt Düsseldorf schlugen die
Genossen des Distriktes Freiheit mich als Kandidatin vor und Die Vernissage mit einer ausführlichen Einführung in die
als solche musste ich dann auf dem ersten zentralen Sommer- Ausstellung findet am 4. Februar 2019, um 19 Uhr, in der
fest der Partei im großen Garten der Waldwirtschaft die Gäste Mahn- und Gedenkstätte statt.
begrüßen und die Ansprache halten. Die Leute waren laut, Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, des
riefen nach den Kellnern und klapperten mit Geschirr. Ich stand Stadtarchivs Düsseldorf und des Büros für Gleichstellung der
auf einem kleinen Mäuerchen und musste mich, klopfenden Landeshauptstadt Düsseldorf
Herzens bei meiner ersten Rede durchsetzen. Meine Stimme
Gedenkstätte: Julo-Levin-Raum, Eintritt frei
war stark genug, ich setze mich durch und hatte das ‚Ohr der
Öffnungszeiten: Di–Fr u. So 11–17 Uhr, Sa 13–17 Uhr,
Menge‘.“
Mo geschlossen
Lotte Wicke erinnert sich an die „erste Stunde“ nach dem
Zweiten Weltkrieg. Auch die Jahre zuvor hatte sie eine starke
Stimme und sich nicht gescheut, Verantwortung zu übernehmen.
Sie hatte sich im sozialdemokratischen Widerstand engagiert, 12. März 2019, 19 Uhr
Flugblätter und die Parteizeitung „Vorwärts“ verteilt. Am Abend
Weitere Frauen, die mutig waren und sich positionierten, waren Kuratorinnenführung durch die Sonderausstellung
unter anderem Cilly Helten, Lore Agnes oder auch Hilde Neyses. „mutig – weiblich – unvergessen“
Für Hilde Neyses war es eine Selbstverständlichkeit, der jüdi-
schen Bekannten Erna Etscheid Zuflucht zu gewähren, als sie An diesem Abend bietet die Kuratorin der Ausstellung, Astrid
im September 1944 vor der Tür stand und ein Versteck suchte. Hirsch, eine kostenlose Impulsführung durch die Sonderaus-
Dabei riskierte Hilde Neyses nicht nur ihr Leben, sondern auch stellung „mutig – weiblich – unvergessen. Düsseldorfer Frauen
das ihres Mannes und der beiden Kinder. in der Geschichte“ an. Wer waren Ella Bial oder die Geschwister
Im Kontext des Weltfrauentages (8. März) sollen Frauen wie Aufricht? Weshalb werden diese Frauen in Düsseldorf mit
Ella Bial, Johanna Ey, Hulda Pankok oder die Geschwister Auf- Straßennamen geehrt?
richt in den Fokus gestellt und ihre Lebensgeschichten erzählt
Gedenkstätte, Eintritt frei2. April bis 13. Oktober 2019
Goldsteins Traum:
Von Düsseldorf ins gelobte Land
Eine fotografische Annäherung
Der 1898 im damaligen Russland geborene Arzt Dr. Georg Gold-
stein ist gerade einmal fünf Jahre deutscher Staatsbürger, als
die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen. Am 16. Ja-
nuar 1934 wird seine Einbürgerung zurückgenommen. Dem
seit 1930 in Düsseldorf praktizierenden Arzt wird auch die Zu-
lassung entzogen. Als „Staatenloser“ ist er nun auf der Suche
nach einer neuen Heimat. Als Zionist blickt er nach Palästina.
Georg Goldstein dokumentiert Berufliches und Privates gerne
fotografisch. Das Medium der Fotografie fasziniert ihn. Auch
seine Suche nach einer neuen Heimat hält er fotografisch fest.
Goldsteins Fotos zeigen zunächst den deutsch-jüdischen Blick
Dr. Georg Goldstein in
auf das Leben und den Alltag in Palästina. Zunächst nur als seiner Praxis auf der
Reisender, später als Bewohner des Landes, dokumentiert er Pempelforter Straße 11 in
in privaten Fotos die Jahre bis zur Gründung des Staates Israel. Düsseldorf
Doch die politische Entwicklung macht ihn nicht glücklich. Ihm
wird die wachsende Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit
eines jüdischen Staates immer bewusster. Als Arzt beteiligt
er sich an der Debatte um den richtigen Weg.
1953 kehrt er nach Düsseldorf zurück, wo er bis zu seinem Tod
im Jahr 1980 lebt. Seine Fotosammlung mit 11.000 Negativen
und 4.000 Schwarz-Weiß-Aufnahmen schenkt seine Frau Ilse
1980 dem Steinheim-Institut in Essen.
Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf in
Kooperation mit dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut für
deutsch-jüdische Geschichte im Rahmen der Jüdischen Kulturtage
Rhein-Ruhr 2019
Gedenkstätte: Forum, Julo-Levin-Raum, Eintritt frei
Öffnungszeiten: Di–Fr u. So 11–17 Uhr, Sa 13–17 Uhr,
Mo geschlossen
Tag der Musterung 1939 in Tel AvivDas Schiff „Tiger Hill“ am Strand von Tel Aviv, gestrandet
1. April 2019, 19 Uhr am 1. September 1939 mit 1417 jüdischen Flüchtlingen
an Bord. Es gelang etwa 300 Passagieren an Land unter-
Vernissage: Goldsteins Traum zutauchen, bevor die britische Polizei eingriff.
(Salomon Ludwig Steinheim Institut)
Oberbürgermeister Thomas Geisel wird die Ausstellung mit
einem Grußwort eröffnen. Die Kuratorinnen Hildegard Jakobs
und Dr. Andrea Ditchen werden anschließend in die Ausstel-
lung und das Leben von Dr. Georg Goldstein einführen.
Gedenkstätte, Eintritt frei
Termine: 4. Juni, 9. Juli und 10. September
Am Abend
Kuratorinnenführungen durch die Sonderausstellung
„Goldsteins Traum“
An drei Abenden, jeweils um 19 Uhr, bieten die
Kuratorinnen Rundgänge durch die Sonderausstellung an.
Wer war Georg Goldstein? Warum wanderte er nach Palästina
aus und was erlebte er dort? Wovon zeugen seine Fotografien?
Protest in Tel Aviv gegen die britische Mandatsregierung
Gedenkstätte, Eintritt frei (Salomon Ludwig Steinheim Institut)Diese und weitere Geschichten stehen im Mittelpunkt der ein-
stündigen Führung durch die Dauerausstellung „Düsseldorfer
Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“. Was hatte es
beispielsweise mit den Kinderrepubliken auf sich? Wieso konn-
ten „verliebte Blicke“ ins Zuchthaus führen?
Regelmäßige Angebote Gedenkstätte, Eintritt frei
Öffentliche Stolperstein-Stadttouren
Termine, jeweils 15 Uhr:
12. Mai – Oberbilk, Linienstraße/Ecke Ellerstraße
16. Juni – Benrath, Pfarrkirche St. Cäcilia Benrath, Hauptstraße 12
„Opa Winter wohnte im Haus des Herkules in einer Dachwoh-
nung, und wenn die SA erschien, und das tat sie oft, um Opa
Winter abzuholen, stand sie zunächst einmal vor dem stärksten
Mann der Welt, der sie vor die Tür setzte.“ Opa Winter hieß
eigentlich Moritz Sommer und der „stärkste Mann der Welt“
war niemand anderes als Heinrich Rondi. Dieter Forte gibt in
seiner Romantrilogie „Das Haus auf meinen Schultern“ auch
einen Einblick in die NS-Zeit in Düsseldorf-Oberbilk.
Dieter Linz mit seinen Eltern
(Mahn- und Gedenkstätte)
Öffentliche Sonntagsführungen
durch die Dauerausstellung
Termine, jeweils 15 Uhr:
24. Februar, 31. März, 28. April, 26. Mai, 30. Juni
„Ich denke, anders zu sein als andere Leute und seinen Über-
zeugungen treu zu sein, das muss man üben, das muss man
lernen, das kann man eigentlich auch gar nicht früh genug
lernen, – und für diese Einübung bin ich mein Leben lang
dankbar gewesen.“ (Dieter Linz) Zwei Rundgänge, zwei Stadtteile. Inspiriert von diesem Roman,
Als Kind imponierte Dieter Linz die Marine. Er wünschte sich möchten wir in diesem Jahr unsere Außensaison mit einem
daher nichts sehnlicher als der Marine-Hitlerjugend beizutre- Rundgang durch Oberbilk beginnen.
ten. Doch sein Vater Friedrich Linz, Pfarrer der evangelischen Im Juni führt unser Rundgang erstmalig durch Benrath.
Bekennenden Kirche, verbot ihm den Beitritt. Dieter lernte, Hier erfahren Sie mehr über die Lebensgeschichte der Familien
dass sein eigener christlicher Glaube und Lebensentwurf mit Eichenwald und Blumenfeld. Gehen Sie mit uns auf Spurensu-
den Ideologien des Nationalsozialismus nicht vereinbar war. che durch Oberbilk und Benrath!
Trotz aller Drangsalierung in der Schule verweigerte er sich
Teilnahme kostenlos
dem Beitritt zur Hitlerjugend.Die Autorinnen Ina Scheffler und Hildegard Jakobs stellen die
Veranstaltungen Materialien vor, erörtern die methodisch-didaktischen Hinter-
gründe und zeigen anschaulich, wie damit mit Kindern und
für Lehrkräfte und Jugendlichen gearbeitet werden kann.
Um Anmeldung bis zum 13. März 2019 unter 0211/8996205
Multiplikator*innen oder nicole.merten@duesseldorf.de wird gebeten.
Gedenkstätte, Julo-Levin-Raum, Teilnahme kostenlos
6. Februar 2019, 15.30–18 Uhr
Fortbildung
Extreme Rechte: Erscheinungsformen und pädagogische
Handlungsmöglichkeiten
Die Veranstaltung, geleitet durch Mitarbeiter des Projekts NinA –
Neue Wege in der Ausstiegsberatung für rechtsextreme Jugend-
liche und Erwachsene, wird die aktuelle Entwicklung hinsichtlich
der extremen Rechten in NRW und Ansätze für Handlungsmög-
lichkeiten skizzieren. Dazu sollen aktuelle Erscheinungsformen
der extremen Rechten und die Arbeit der Ausstiegsberatung vor-
gestellt werden. Anhand von Beispielen aus der Beratungspraxis
werden in einem Workshop unterschiedliche Ansatzpunkte und
Chancen für die pädagogische Arbeit erarbeitet.
Um Anmeldung bis zum 5. Februar 2019 unter 0211/8996205
oder nicole.merten@duesseldorf.de wird gebeten.
Gedenkstätte, Julo-Levin-Raum, Teilnahme kostenlos
14. März 2019, 15.30–18 Uhr
9. Mai 2019, 15.30–18 Uhr
Fortbildung
„Julo Levin und die Kinderzeichnungen“ – Fortbildung
Didaktische Materialien zum Ausleihen „Habe ich das gut erklärt?“
Inklusion in der Mahn- und Gedenkstätte
In der Mahn- und Gedenkstätte liegt ein neuer Koffer mit didak-
tischen Arbeitsmaterialien vor. Er regt zur Auseinandersetzung Für eine aktive Teilhabe müssen sich alle Menschen am Kom-
mit Kinderzeichnungen an, die ab 1935 in der Jüdischen (Volks-) munikationsfluss beteiligen können. Besonders in der histo-
Schule entstanden sind. Mit jeder der 17 Zeichnungen kann risch-politischen Bildungsarbeit birgt dies Herausforderungen.
biografisch, historisch, topografisch oder künstlerisch gearbei- Isabel Mücke, Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte, wird
tet werden. die verschiedenen Ansätze der Mahn- und Gedenkstätte für
eine barrierearme Kommunikation praxisnah und interaktiv
Der Koffer kann gegen eine Gebühr von 30,- Euro bis zu vier vorstellen.
Wochen ausgeliehen werden.Wie ermöglicht die Leichte Sprache
Schüler*innen mit kognitiven Beein-
trächtigungen die Teilnahme an einem
Workshop mit unseren „Memory Boxen“?
Schafft es die einfache Sprache, Men-
schen mit Deutsch als Zweitsprache
in Angebote zu integrieren? Welche Veranstaltungen
haptischen Hilfsmittel machen eine
klassische Führung auch für Menschen
mit Sehbeeinträchtigungen interes-
sant? Und welche Chancen bieten Füh-
Nicht vergessen
rungen in deutscher Gebärdensprache?
An die Opfer denken Um Anmeldung bis zum 8. Mai 2019
Dauer-Ausstellung: unter 0211/8996205 oder nicole.mer-
ten@duesseldorf.de wird gebeten.
Düsseldorfer Kinder und Jugendliche
im National-Sozialismus
Museum: Gedenkstätte, Julo-Levin-Raum,
Mahn- und Gedenk-Stätte, Düsseldorf
Teilnahme kostenlos
13. Juni 2018, 15.30–17 Uhr
Fortbildung
17. Januar 2019, 18 und 19 Uhr
„MemoryBoxen“ – ein didaktisches Angebot der Gedenkstätte
Filmpräsentation
Diese Fortbildung richtet „Ich war hier“
sich an Lehrerinnen und
Lehrer aller weiterführen- Herbert Rubinstein ist heute 82 Jahre alt. Der gebürtige Czerno-
den Schulen und gibt Ein- witzer lebt in Düsseldorf und hat kaum Erinnerungen an seine
blick in die Vermittlungsar- ersten Lebensjahre in der Bukowina. Nach 71 Jahren kehrte er
beit mit den von der Mahn- 2017 zum ersten Mal nach Czernowitz (heute Chernivtsi, Ukrai-
und Gedenkstätte konzi- ne) zurück, um wenigstens einige Informationen zu finden, die
pierten „MemoryBoxen“. seine Lebensgeschichte vervollständigen können. Die profilier-
Die Boxen ermöglichen te ukrainische Filmemacherin Kseniya Marchenko erzählt nun
den Schülerinnen und seine Geschichte einer von der Shoa gestohlenen Kindheit,
Schülern anhand verschie- seinen Weg von Czernowitz über Amsterdam nach Düsseldorf
dener Materialien und Objekte, sich mit den in der Daueraus- und die Rückkehr nach so vielen Jahrzehnten in das heutige
stellung präsentierten Kinder- und Jugendbiographien aus- Chernivtsi. Der 20-minütige Film, produziert von Matthias
einanderzusetzen und sich so den Lebenswelten der NS-Zeit Richter, entstand im Rahmen des Projektes „Erinnerung lernen“,
anzunähern. Die Museumspädagogin Anna Schlieck stellt das vom Auswärtigen Amt im Rahmen des „Ausbaus der
die „MemoryBoxen“ exemplarisch vor, erörtert die methodisch- Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der
didaktischen Hintergründe und präsentiert praxisnah den Östlichen Partnerschaft und Russland 2017“ gefördert wurde.
Einsatz mit verschiedenen Zielgruppen. Der Film wird jeweils um 18 und um 19 Uhr präsentiert. Dazwi-
Um Anmeldung bis zum 12. Juni 2019 unter 0211/8996205 schen bietet sich die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit
oder nicole.merten@duesseldorf.de wird gebeten. Herbert Rubinstein.
Gedenkstätte, Julo-Levin-Raum, Teilnahme kostenlos Gedenkstätte, Eintritt frei22. Januar 2019, 19 Uhr 27. Januar 2019, 18 Uhr
Vortragswiederholung
aufgrund der hohen Nachfrage Konzertlesung
Die SS in Düsseldorf. Rose Ausländer: „Wirf deine Angst in die Luft...“
Elitebewusstsein – Ordenskult – Verbrechen
Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die
Die Geschichte der Schutzstaffel (SS) in Düsseldorf ist bisher Opfer des Holocaust / Tages des Gedenkens an die Opfer des
kaum erforscht oder dokumentiert. Der Vortrag von Dr. Bastian Nationalsozialismus erinnert die Mahn- und Gedenkstätte mit
Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, bietet einige einer Vielzahl von Kooperationspartnern an die aus Czernowitz
Rahmeninformationen zu Strukturen, Akteuren und Handlungs- stammende Literatin Rose Ausländer, die 1988 in Düsseldorf
feldern der SS in der Rheinmetropole. Im Mittelpunkt stehen verstarb.
dabei die 20. SS-Standarte, die im Raum Düsseldorf beheima- Der Ratinger Musiker Jan Rohlfing
tet war, sowie die zentralen Figuren an der örtlichen Spitze des hat in zweijähriger Arbeit die be-
„Schwarzen Ordens“. Obwohl viele Fragen noch unbeantwortet rühmtesten Texte von Rose Ausländer
bleiben müssen, bietet der Vortrag einen ersten Eindruck da- ausgewählt, vertont und mit einem
von, wie stark Propaganda-Selbstbild und die lokalen Realitä- Ensemble und der Schauspielerin
ten auseinanderdrifteten. Alicia Fassel eingespielt. O-Ton-Auf-
Gedenkstätte, Eintritt frei nahmen der Dichterin ergänzen die
Jan Rohlfing
Auswahl. Entstanden ist eine mehr-
fach ausgezeichnete musikalisch-
literarische Collage, die das Ensemble aus Jan Rohlfing
(Schlagzeug, Gesamtleitung), Marin Petrov (Klavier), Kim Jovy
(Saxophon und Klarinette), Natasha Akinschin (Violine),
Natalia Glombik-Kadlubicki (Violine), Frauke Wielebski (Viola),
Eva-Susanne Ruoff (Cello), Bernd Zinsius (Kontrabass) und
Alicia Fassel (Rezitation) live im Maxhaus präsentieren wird.
Nach einer Begrüßung durch eine/n Vertreter/in der Landes-
hauptstadt Düsseldorf wird Herbert Rubinstein – wie Rose
Ausländer geboren in Czernowitz – Worte des Gedenkens
sprechen, ebenso Roman Franz, Vorsitzender des Landes-
verbandes der Sinti und Roma NRW.
27. Januar 2019, 16 Uhr
Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte in Kooperation mit
Internationaler Tag des Gedenkens dem Maxhaus Katholisches Stadthaus, dem Evangelischen Kirchen-
an die Opfer des Holocaust und des kreis, der Katholischen Kirche Düsseldorf, Düsseldorfer Appell/
Nationalsozialismus Respekt und Mut, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusam-
menarbeit e.V. Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf,
Oberbürgermeister Thomas Geisel erinnert gemeinsam mit der dem Erinnerungsort Alter Schlachthof, der DGB-Jugend Düsseldorf/
Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und dem Erinnerungsort Alter Bergisches Land, dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma
Schlachthof an die Opfer des Holocaust und legt einen Kranz NRW, der Lobby für Demokratie und dem Heinrich-Heine-Institut.
für die Deportierten am ehemaligen Güterbahnhof Derendorf
Maxhaus, Schulstr. 11, Eintritt frei, Einlass ab 17.30 Uhr
nieder. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbe-
deckung zu tragen.
Mahnmal, Marc-Chagall-Straße, Ecke Toulouser Allee
(unterhalb der Jülicher Brücke)14. Februar 2019, 19 Uhr
Vortrag
Justiz in Düsseldorf im Nationalsozialismus
In einem historischen Überblick über die Rechtsprechung im
nationalsozialistischen Düsseldorf werden nicht nur das Ober-
landesgericht oder das Amts- und Landgericht als Teil der so
genannten „Ordentlichen Gerichtsbarkeit“, sondern auch die
Sondergerichte, die Staatsanwaltschaften sowie der Strafvoll-
zug vorgestellt. Deutlich wird dabei, dass in ausnahmslos allen
Kammern, die es zwischen 1933 und 1945 in der Stadt gab,
Unrecht gesprochen wurde – und dies „im Namen des Volkes“.
Der Vortrag von Dr. Bastian Fleermann lehnt sich an Band 9
der Kleinen Schriftenreihe an, der im Herbst 2018 vorgestellt
wurde. Es werden die Justiz und die Rechtspraxis in Düsseldorf
während der NS-Diktatur darstellt.
Gedenkstätte, Eintritt frei
Wolfgang Langhoff liest aus seinem
Buch „Die Moorsoldaten“, 1. Juni 1946
21. Februar 2019, 19 Uhr
Lesung
„...mit dem Spaten ins Moor.“ – Die Moorsoldaten
Im August 1933 inszenierten Häftlinge des Konzentrationslagers
Börgermoor im Emsland unter Federführung des Düsseldorfer
Schauspielers und Regisseurs Wolfgang Langhoff die wohl be-
kannteste Melodie für Widerstand und Durchhaltevermögen
im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Langhoff, später
Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, verfass-
te bereits 1935, freigelassen nach 13 Monaten Inhaftierung
und geflohen in die Schweiz, seinen autobiographischen Augen-
zeugenbericht „Die Moorsoldaten“ über die düsteren und
menschenunwürdigen Vorgänge in nationalsozialistischen
Konzentrationslagern.
Oliver Führmann, Sprecher und Sprechwissenschaftler, selbst
gebürtiger Düsseldorfer, führt am Ort von Langhoffs erster
Verhaftung auf die Pfade ins trostlose Moor.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Heine-Salon Düsseldorf
Gedenkstätte, Eintritt freiSeltenes Fotodokument: Passanten
begutachten die Trümmer der Pogromnacht. Eine szenische Installation mit Anna Beetz, Julia Dillmann, Christof
Düsseldorf am 10. November 1938. Seeger-Zurmühlen, Alexander Steindorf. Szenische Einrichtung:
(Mahn- und Gedenkstätte)
Christof Seeger-Zurmühlen unter künstlerischer Mitarbeit von Juliane
Hendes.
Im Anschluss an die Installation erläutert Hildegard Jakobs,
stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte, in einem
wissenschaftlichen Vortrag den geschichtlichen Kontext der
Ereignisse.
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des
Landes Nordrhein-Westfalen
Gedenkstätte, Eintritt frei
7. März 2019, 19 Uhr
Lesung
24. Februar 2019, 16 Uhr
„Es war natürlich eine große Umstellung nötig...“
Schwarz-Helle Nacht Erna-Eckstein-Schlossmanns Türkeierinnerungen
Eine szenische Installation des Theaterkollektivs
Pièrre.Vers Die Kinderärztin Erna Eckstein-
Schlossmann lebte mit ihrem Mann
Am 9. und 10. November 1938 fanden in Düsseldorf etwa 460 Albert in Düsseldorf. Beide hatten
Überfälle auf jüdische Bürger statt. Diese landesweit geplan- jüdische Vorfahren. Die demütigende
ten Aktionen gingen als Novemberpogrom in die Geschichte Entlassung ihres Mannes als Leiter
ein. Das Vernichten von Gebetshäusern wurde in dieser Nacht der Kinderklinik an der Medizinischen
genauso vollzogen, wie die Zerstörung von privatem Eigentum. Akademie Düsseldorf führte dazu,
Zeit- und Augenzeugen berichteten vom Eindringen in die in- dass sie Deutschland im Jahr 1935
timsten Räume, von gewalttätigen Übergriffen und Todesfällen. zusammen mit ihrem Mann und den
Die Ereignisse waren ein erster trauriger Höhepunkt der drei Kindern verließ. Sie sei Hitler in
systematischen Vertreibungs- und Vernichtungspolitik des NS- gewisser Weise dankbar, äußerte die
Regimes. Auf ihn sollten noch viele folgen. gebürtige Dresdnerin später, denn die
folgenden 15 Jahre in der Türkei erlebte
In einer szenischen Installation nähert sich das Theaterkollek- sie als die schönste Zeit ihres Lebens.
tiv Pièrre.Vers den Ereignissen dieser Nacht. Auf Grundlage Die Bezeichnung ihres Hauses in der
von archivierten Zeitzeugenberichten der Mahn- und Gedenk- Türkei als „Botschaft des Herzens“ ist Zeuge von einem muti-
stätte Düsseldorf werden die Ereignisse in einer längst über- gen Umgang mit neuen Aufgaben und fremden Kulturen. Albert
fälligen Prozesssituation verhandelt. Auf dem Tisch liegen und Erna Eckstein-Schlossmann bauten in der Türkei die Kin-
Zeitungsausschnitte, erlassene Paragrafen zur systematischen derheilkunde maßgeblich auf. Anlässlich des Internationalen
Erschwerung des jüdischen Lebens und persönliche Berichte Frauentags am 8. März liest die Düsseldorfer Schauspielerin
von Düsseldorfer Juden, die von den Darsteller*innen nach Julia Dillmann aus den Türkeierinnerungen, die Erna Eckstein-
und nach ihre Stimmen wiederbekommen. Stimmen, die ihre Schlossmann für ihre Kinder verfasste.
Rechte einklagen. Ihre Rechte auf Freiheit in Meinung und Reli- Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte in Kooperation mit
gion, ihr Recht auf Besitz und Eigentum. Ihr Menschenrecht. der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düssel-
dorf e.V.
Gedenkstätte, Eintritt frei19. März 2019, 16.30 Uhr 6. April 2019, 19 Uhr
Nacht der Museen
Stadtspaziergang AUFBRUCH
Geschichtsorte in Derendorf
Auch in diesem Jahr sind wir wieder bei der Nacht der Museen
Alle Orte der heutigen Stadt Düs- mit von der Partie. Schon jetzt können wir einen vielfältig-kurz-
seldorf spiegeln Geschichte. Auch weiligen Programmmix aus Kabarett, Poetry Slam, Musik und
die Ereignisse aus den Jahren der Führungen durch die Sonderausstellung versprechen. Alles
NS-Diktatur 1933 bis 1945 haben Weitere entnehmen Sie bitte zeitnah zur Nacht der Museen un-
ihre Spuren an bestimmten Gebäu- seren gesonderten Programmflyer. Wir freuen uns auf Ihr Kom-
den und Plätzen hinterlassen. men!
Manchmal sind es sichtbare Spuren,
manchmal nur sichtbar gemachte,
durch Straßenbenennungen oder
Gedenktafeln. Die Stadtteile De- 11. April 2019, 19 Uhr
rendorf und Pempelfort spielten Autorenlesung
mit der Rüstungsschmiede Rhein- „Als die Juden nach Deutschland flohen.
metall, dem Gefängnis „Ulmer Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte“
Höh‘“, dem ehemaligen Güterbahnhof und dem Schlachthof
eine besondere Rolle in der NS-Zeit. Von hier aus wurden Über eine Viertelmillion osteuro-
Tausende jüdische Menschen in die Ghettos und Vernichtungs- päische Juden strandete in den
lager verschleppt. Nachkriegsjahren in Westdeutsch-
Im Auftrag der Bezirksvertretung 1 haben die Mahn- und Ge- land. Der neue Antisemitismus
denkstätte Düsseldorf und der Erinnerungsort Alter Schlachthof hatte sie aus der alten Heimat ver-
einen historischen Stadtrundgang publiziert – gemeinsam trieben; im Land ihrer Peiniger und
möchten wir mit Ihnen rund 90 Minuten auf eine historische Mörder begaben sie sich unter die
Spurensuche durch das Viertel gehen. Obhut der westlichen Siegermäch-
te, vor allem der Amerikaner. Das
Treffpunkt: Erinnerungsort Alter Schlachthof, Hochschule
Buch von Hans-Peter Föhrding und
Düsseldorf, Gebäude 1, Münsterstr. 156, Teilnahme kostenlos
Heinz Verfürth schildert das Leben
und die Kultur, die sich während
des Wartens auf eine Weiterreise
nach Palästina und in die USA in
26. März 2019, 19 Uhr den DP-Camps entwickelte. Die
Vortrag Autoren zeichnen die politischen
Rechtsextremismus in NRW Linien dieser heute weitgehend vergessenen Epoche nach.
Sie erklären und verdeutlichen die Situation auch anhand
Der Vortrag stellt Möglichkeiten und Herausforderungen der der Schilderung von Einzelschicksalen. Ein Beispiel ist die Ge-
zivilgesellschaftlichen Präventionsarbeit gegen Rechtsextre- schichte der Familie Waks, die vom DP-Lager Föhrenwald 1957
mismus in Nordrhein-Westfalen mit besonderem Fokus auf den nach Düsseldorf zog.
Regierungsbezirk Düsseldorf vor. Die Referent*innen sind Ver- Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte im Rahmen der
treter*innen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Jüdischen Kulturtage 2019
im Regierungsbezirk Düsseldorf und der Ausstiegsberatung
Gedenkstätte, Eintritt frei
NinA NRW.
Gedenkstätte, Eintritt freiDüsseldorf, am 17. April 1945 (StA Düsseldorf)
+++ 17. April 1945 Kriegsende in Düsseldorf +++ 17. Apr
Gedenken an das Kriegsende im April 1945
Theodor Andresen,
Düsseldorf Franz Jürgens, Karl
Am 17. April 1945 wurde Düsseldorf von US-amerikanischen Kleppe, Josef Knab und
Truppen befreit. Dieser friedlichen Übergabe der Stadt an die Hermann Weill die
Alliierten war eine Widerstandsaktion vorausgegangen, die Aktion durch die Gefan-
fünf ihrer Akteure mit dem Leben bezahlten: die „Aktion Rhein- gennahme des Polizei-
land“. Die amerikanischen Militärs hatten nicht vorgesehen, präsidenten ab. Doch
kampflos in die Stadt Düsseldorf einzurücken. Auf der national- sie wurden verraten,
sozialistischen Seite wurde die Verteidigung „bis zum letzten verhaftet, wegen an-
Mann“ propagiert – dies, obwohl die Mehrheit der Wehr- geblichen Kriegsverrats
machtseinheiten abgezogen worden war und die Verteidigung verurteilt und noch
vor allem von Polizeistreitkräften, der Schutzpolizei und SS- Die überlebenden Mitglieder der Widerstandsgruppe. am 16. April 1945 im
Angehörigen geleistet werden sollte. (Mahn- und Gedenkstätte) Hof der Berufsschule
In dieser Konstellation machten sich der Rechtsanwalt Dr. August an der Färberstraße hingerichtet. Dennoch glückte die „Aktion
Wiedenhofen und der Architekt Aloys Odenthal am 16. April Rheinland“: Am 17. April 1945 rückten die Amerikaner kampflos
1945 auf den gefährlichen Weg zum amerikanischen Stütz- in die Stadt Düsseldorf ein.
punkt nach Mettmann, um dort über die friedliche Übergabe
der Stadt zu verhandeln. In Düsseldorf sicherten zeitgleichMutiges Engagement für den Frieden
In Apeldoorn wie in Düsseldorf waren es Bürger, die sich dafür
einsetzten, dass ihre Stadt kampflos in die Hände der Alliier-
ten fiel. Natürlich waren die Ausgangsbedingungen höchst un-
terschiedlich, die niederländische Bevölkerung wurde von fast
fünfjähriger deutscher Besatzung befreit. Umso mehr ist es ein
wunderbares Zeichen des Friedens und der Aussöhnung, dass
die bürgerschaftliche Initiative „Gelre Association Internatio-
nal“ aus Apeldoorn an die Stadt Düsseldorf herangetreten ist,
um die Befreiung beider Städte am selben Datum als Tage des
Friedens und der Freiheit gemeinsam zu begehen. Wir freuen
uns, dass 2019 Vertreterinnen und Vertreter aus Apeldoorn an
den Gedenkveranstaltungen in Düsseldorf teilnehmen werden.
Für das Jahr 2020 sind weitergehende grenzübergreifende
Projekte zwischen Apeldoorn und Düsseldorf in der Planung.
+ 17. April 1945 Kriegsende in Apeldoorn +++ 17. April 1945
Apeldoorn
Während in Düsseldorf die Alliierten seit Anfang März auf der
linken Rheinseite standen und Düsseldorf belagerten, standen
die alliierten Truppen seit dem 13. April 1945 vor der niederlän-
dischen Stadt Apeldoorn auf der anderen Seite des Kanals.
Die deutschen Besatzer waren überwiegend abgezogen, nur
wenige Wehrmachtssoldaten sollten eine letzte Kanalbrücke
sprengen und die Stadt halten.
Der Apeldoorner Ableger der bewaffneten niederländischen Der Weg der Befreiung führte von Düsseldorf nach Mettmann.
Gruppe „Binnenlandse Strijdkrachten“ unter dem Kommando
des Prinzen Bernhard, erfuhr von den Plänen der Deutschen.
Derweil planten die kanadischen Truppen die verbliebene
Brücke mit schwerem Artilleriebeschuss auf die Stadt zu er-
obern. Um den Vormarsch der Alliierten zu erleichtern und
weiteres Blutvergießen zu verhindern, verhafteten die „Binnen-
landse Strijdkrachten“ unter ihrem lokalen Leiter, Gijs Numan,
die verbliebenen deutschen Wehrmachtssoldaten, bevor diese
die Kanalbrücke sprengen konnten.
Über eine Kanalschleuse schlichen sich Gijs Numan und Albert
van de Scheur in der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 zu
den kanadischen Streitkräften und informierten sie über den
Abzug der Wehrmacht. Auf ihre Verhandlungen hin waren die
Kanadier schließlich bereit, ohne Artilleriebeschuss in die
Stadt einzurücken. Im Laufe des 17. Aprils 1945 wurde Apel-
Nach dem Krieg besuchte
Klaus Jacoby seine
doorn kampflos Heimatstadt
befreit.14. April 2019, 14 Uhr
Fahrradtour
„Weg der Befreiung“
Wir fahren Teile des Weges ab, den der Rechtsanwalt Dr. August
Wiedenhofen und der Architekt Aloys Odenthal am 16. April
1945 zum amerikanischen Stützpunkt nach Mettmann
zurückgelegt haben. Voraussetzung für die Teilnahme an der
rund dreistündigen Fahrradtour bis zum Endpunkt Auf der
Hardt ist ein verkehrstaugliches Fahrrad. Eine Rückfahrt mit der
Stadtbahn wäre ab dort möglich.
Startpunkt: Polizeipräsidium, Jürgensplatz/Ecke Fürstenwall, Theodor Andresen (hier links
Teilnahme kostenlos im Bild) gehörte zu den Mit-
gliedern, die wegen ihres
Engagements für den Frieden
von den Nationalsozialisten
1945 Kriegsende hingerichtet wurden
in Düsseldorf +
++ 17. April 19
45
16. April 2019, 18 Uhr
Gedenkgottesdienst
In Erinnerung an die „Aktion Rheinland“
Der Gottesdienst in Erinnerung an die „Aktion Rheinland“ in
St. Albertus Magnus wird von der Polizeiseelsorge und dem
Polizeichor Düsseldorf gestaltet.
Kirche St. Albertus Magnus, Kaiserswerther Str. 211
Alliierte Soldaten an der Düsseldorfer Rennbahn, 1945 (StAD)
16. April 2019, 15 Uhr 17. April 2019, 19 Uhr
Gedenken an die Mitglieder der „Aktion Rheinland“ Vortrag
Kriegsende in Düsseldorf: die „Aktion Rheinland“
Die Polizei Düsseldorf und die Landeshauptstadt Düsseldorf
gedenken gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Der Vortrag in der Mahn- und Gedenkstätte zeichnet den histo-
Gelre Association International aus Apeldoorn der „Aktion rischen Kontext der Kriegsendphase in Düsseldorf nach und
Rheinland“ am Mahnmal Anton-Betz-Straße. erläutert die Widerstandsaktion, die zur friedlichen Übergabe
Eine Veranstaltung der Polizei Düsseldorf in Kooperation mit der der Stadt an die US-amerikanischen Truppen am 17. April 1945
Landeshauptstadt Düsseldorf führte.
Mahnmal, Anton-Betz-Straße Gedenkstätte, Eintritt frei2. Mai 2019, 15.30 Uhr
Gedenktag Yom HaShoa
„Jeder Mensch hat einen Namen“:
Unter diesem Motto erinnern die Schülerinnen und Schüler
der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf an
diejenigen Düsseldorfer, die Opfer der Shoa wurden. Am Tag
des israelischen Gedenkens (Yom HaShoa) lesen die Schüler,
aber auch Politiker, Gäste und Bürger die einzelnen Namen der
Düsseldorfer Holocaust-Opfer öffentlich vor. Die Namensliste
mit 2.587 Namen basiert auf den historischen Forschungen der
Mahn- und Gedenkstätte. Männliche Teilnehmer werden gebe-
ten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
Pavillon vor dem Carsch-Haus, Heinrich-Heine-Platz, Altstadt
19. Mai 2019, 11–14 Uhr
16. Mai 2019, 17 Uhr
Kreative Zusammen-Arbeit in Leichter Sprache
Gedenken an die Deportation der Düsseldorfer Sinti Julo Levin hat viel gemalt. Er war Künstler.
Ab 1933 durfte Julo Levin nicht mehr malen.
Vor 79 Jahren, am 16. Mai 1940, wurden 130 Die Nazis haben gesagt: Juden sind schlecht.
Düsseldorfer Sinti in das Sammellager Und: Julo Levin ist Jude.
Köln-Deutz und von dort in Ghettos im be- Ab 1935 hat Julo Levin Kindern malen beigebracht.
setzten Polen deportiert. Zur Erinnerung an Das war in einer Schule. Die Schule hieß:
diesen Tag präsentiert die stellvertretende Di- jüdische Volks-Schule.
rektorin des NS-Dokumentationszentrums
Köln, Dr. Karola Fings, neueste Forschun- Zusammen schauen wir uns das Gemalte an.
gen zum Sammellager Köln Deutz. Was Wir fragen uns:
passierte im Sammellager in der Messe Wer waren diese Kinder?
Köln-Deutz, das als KZ-Außenlager mitten Wir arbeiten in Leichter Sprache.
in der Stadt fungierte? Rigoletto Mettbach Das kann jeder gut verstehen.
von der SINTI Union spricht Worte des Ge- Und wir werden selber malen.
denkens. Die Musik des Danietto-Winter-
stein-Quartetts sowie Lebensaussagen von Du magst Geschichte?
Sintizas ermöglichen zudem Begegnung Du malst gerne?
und Gespräch im Rahmen dieser Gedenk- Dann mach mit!
veranstaltung. Dafür musst Du dich anmelden.
Eine Veranstaltung der SINTI Union Düssel-
dorf e.V. und der Mahn- und Gedenkstätte Hier kannst Du dich anmelden:
Telefon-Nummer: 0211 899 620 5
Beginn: Gedenkstätte, Forum
E-Mail: isabel.muecke@duesseldorf.de
Dies ist ein barrierearmes Angebot im Rahmen des Internationalen
Museumstages. Der Workshop richtet sich explizit an Menschen
mit Behinderung. Leichte Sprache ist keine kindgerechte Sprache.22. Mai 2019, 17.30 Uhr
Stadtrundgang
„Macht und Pracht“.
Die Königsallee im Nationalsozialismus
„Every time I was in Düsseldorf, I would go on the Königsallee
and I did buy not clothes, but I bought a beautiful – the very
Auf einem Auswandererschiff
1934: anstehen für’s Mittagessen first time I went back – beautiful set of china, beautiful, […] I
bought it in a store in Königsallee, Franzen.“
Charlotte Cohen, geborene Katzenstein, konnte 1939 in die
USA fliehen. Bei ihrem ersten Nachkriegsbesuch führt sie ihr
Weg direkt zu Franzen. Nur eine von vielen Geschichten, die
zeigt, welche Bedeutung die „Kö“ für die vertriebenen, geflohe-
nen und deportierten Düsseldorferinnen und Düsseldorfer
hatte. Die Königsallee ist nicht nur Flaniermeile, sondern auch
Schauplatz der Geschichte.
Landvermesser
in Cham el Valid
im Norden des Begleiten Sie uns auf diesem 90-minütigen Rundgang zu unse-
Hule-Sees, 1940 rem Band 8 der kleinen Schriftenreihe. Erfahren Sie unter ande-
rem mehr zur längst verschwundenen Lichtburg, zur Schokolade
von Hemesath oder der „Kugelspielerin“ im Kö-Gärtchen.
Treffpunkt: Bergischer Löwe, Königsallee, Teilnahme kostenlos
19. Mai 2019, 15 Uhr
Internationaler Museumstag
„Goldsteins Traum“
Impulsführung durch die Sonderausstellung
Anlässlich des Internationalen Museumstages bietet die
Mahn- und Gedenkstätte eine zusätzliche kostenfreie öffentliche
Führung durch die Sonderausstellung „Goldsteins Traum:
Von Düsseldorf ins gelobte Land. Eine fotografische Annähe-
rung“ an. Wer war der Arzt Dr. Georg Goldstein? Wieso sind
seine Fotos auch für Düsseldorf interessant? Was erzählen
seine Fotos über die Gründungsphase des Staates Israel?
Gedenkstätte, Teilnahme kostenlos25. Juni 2019, 18 Uhr
Stadtspaziergang
„Im Namen des Volkes...“
Das Düsseldorfer Oberlandesgericht und die Justiz
im Nationalsozialismus
„Im Namen des Volkes…“ ist eine feste Formulierung des deut-
schen Prozessrechtes. Sie drückt aus, dass der Ursprung aller
Macht vom Volk ausgeht und die Gesetzgebung demokratisch
legitimiert ist. Während des nationalsozialistischen Regimes
ergingen Urteile auch „im Namen des Volkes“. Doch das Ge-
setz wurde mehr und mehr Unrecht. Politische Gegner wurden
als angebliche „politische Kriminelle“, Bettler und Prostituierte
als „asoziale Elemente“ juristisch belangt, Menschen mit einer
körperlichen oder geistigen Behinderung als vermeintlich
„erbkrank“ herabgewürdigt und ihrer körperlichen Integrität
per Beschluss des „Erbgesundheitsgerichts“ brutal beraubt,
Homosexuelle nach dem Paragrafen 175 verfolgt.
2. Juni 2019, 15 Uhr
Führung
Der alte jüdische Friedhof an der Ulmenstraße
Die Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Düsseldorf reicht zu-
rück bis ins 15. Jahrhundert. Einer der wenigen, sehr gut erhal-
tenen „Schätze“ ist der Friedhof an der Ulmenstraße ein sonst
verschlossener Ort, den wir Ihnen an diesem Tag zugänglich
machen. Wir werden Ihnen Persönlichkeiten vorstellen wie Rab-
biner Löb Aron Scheuer, Landesrabbiner der Herzogtümer Jü-
lich und Berg mit Sitz in Düsseldorf. Scheuer galt als „ein Korb
voller Bücher“, wie es in seiner Grabinschrift zu lesen ist, und
war 42 Jahre lang im Amt. Neben bekannten Rabbinern bietet
dieser Friedhof aber auch aus kunsthistorischer Perspektive
Besonderheiten. Der Düsseldorfer Bildhauer Leopold Fleisch-
acker (1882–1946) wurde von vielen Familien mit der Gestal- Urteile und Strafmaß folgten den nationalsozialistischen Ge-
tung ihrer Grabsteine beauftragt. setzen, Richter, Anwälte und Staatsanwälte nutzten ihre Hand-
lungs- und Ermessensspielräume im Sinne der NS-Ideologie.
Zusätzlich geben wir Ihen einen Einblick in die jüdischen Hinzu trat die Ausgrenzung aus den juristischen Berufen all
Trauerriten. derjenigen, die für die Nationalsozialisten nicht zur sogenannten
Männliche Teilnehmer bitten wir, auf dem Friedhof eine Kopfbedek- „Volksgemeinschaft“ gehörten.
kung zu tragen. Begleiten Sie uns auf einen rund 120-minütigen Rundgang zu
Um Anmeldung bis zum 30. Mai 2019 unter 0211/8996205 oder unserem Band 9 der kleinen Schriftenreihe: „‚Im Namen des
nicole.merten@duesseldorf.de wird gebeten. Volkes…‘ – Das Düsseldorfer Oberlandesgericht und die Justiz
im Nationalsozialismus“.
Treffpunkt: Ulmenstraße/Ecke Möhlaustraße,
Teilnahme kostenlos Treffpunkt: vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf,
Cecilienallee 3, Teilnahme kostenlosMahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Mühlenstraße 29, 40213 Düsseldorf
Kontakt:
Telefon: 0211/89-96206 (Ausstellung)
0211/89-96205 (Verwaltung)
Telefax 0211/89-29137
www.duesseldorf.de/mahn-und-gedenkstaette
e-mail: gedenkstaette@duesseldorf.de
www.gedenk-dus.de
Öffnungszeiten:
Di bis Fr und So 11 bis 17 Uhr, Sa 13 bis 17 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Herausgegeben von der Landeshauptstadt Düsseldorf
Mahn- und Gedenkstätte, © 2019
Redaktion: Dr. Bastian Fleermann, Dr. Andrea Ditchen
Gestaltung: Büro Ullrich, Düsseldorf
Bildmaterial: Alle Bildrechte sind der Mahn- und Gedenkstätte bekannt.Sie können auch lesen