Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft - Baugewerks ...
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Liebe Leserinnen 04 Im Fokus
und Leser,
Fachkräftesicherung in der
Bauwirtschaft
die Suche nach Fachkräften wird das be-
stimmende Thema unserer Branche des Die Baubranche wird immer älter,
nächsten Jahrzehnts sein. Sie ist hochkom- die Fachkräftesicherung wird immer
plex: So ist Ausbildung zwar ein zentraler mehr zum zukunftsbestimmenden
Baustein der Fachkräftesicherung. Aller- Thema. Dabei ist Ausbildung ein
dings ist nur mit Auszubildenden allein die sich abzeichnende Fachkräftelücke wichtiges Thema, allerdings kann
nicht zu schließen. Vielmehr muss es um weitere Ansätze gehen. Die Schaffung mit Ausbildung allein der Fachkräf-
von interessanten Angeboten und Möglichkeiten für Quereinsteiger muss dabei temangel nicht behoben werden.
eine ebenso große Rolle spielen wie die gezielte Anwerbung von bereits aus-
gebildeten und berufserfahrenen Fachkräften – gegebenenfalls auch aus dem 05
„ Sei schlau, lern am Bau“
Ausland. Und auch die Rückgewinnung derjenigen, die aus unserer Branche Grußwort von Elke Breitenbach,
abgewandert sind, darf nicht vernachlässigt werden. Senatorin für Integration, Arbeit
und Soziales des Landes Berlin
Die SOKA-BAU hat erstmals zum Jahresende 2016 einen Ausbildungs- und Fach-
kräftereport für die Bauwirtschaft veröffentlicht, der die wesentlichen Trends in 05 Integration von Geflüchteten birgt
Bezug auf die gewerblichen Beschäftigten am Bau darstellt. Demnach führt der Fachkräftepotenzial
demographische Wandel bei einer gleichzeitig weiterhin guten konjunkturellen Grußwort von Diana Golze,
Lage zu einer Unterversorgung an Arbeitskräften auf allen Ebenen. So kommen Ministerin für Arbeit, Soziales,
im Hochbau auf jeden Ausbildungsplatzbewerber mittlerweile 1,6 offene Stel- Gesundheit, Frauen und Familie
len, im Tiefbau sind es sogar 1,8. Auch gibt es mittlerweile mehr offene Stellen des Landes Brandenburg
für Bauingenieure als Arbeitslose in diesem Bereich.
06
Baubranche wird immer älter
Allein aufgrund des demographischen Wandels müssen demnach in den kom-
menden zehn Jahren bundesweit rund 100.000 Beschäftigte ersetzt werden, 08 Baufirmen finanzieren Nachwuchs
die in den Ruhestand gehen. Noch nicht eingerechnet ist in diese Zahlen die referenten: Professionelle Vermittler
Abwanderung zahlreicher Fachkräfte in andere Branchen oder in die Arbeits- zwischen Ausbildungsplatzinteres-
losigkeit. sierten und Baufirmen
Es muss daher bei der Fachkräftesicherung immer um einen gesunden 10 Auch die Besten muss man fördern:
Dreiklang gehen: Fachkräfte zu gewinnen, diese auch zu halten und ihnen lang- Vorzeitiger Ausbildungsabschluss
fristige attraktive Perspektiven in der Bauwirtschaft zu bieten. bei guten Leistungen
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre.
Ihr
Reinhold Dellmann
10
Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg11 Im Fokus: Die Qualifizierung von
Fachkräften
11 Weiterbildung und Aufstiegsqualifi-
kation 2017
12 Aktuelles
Bauwirtschaft weiter auf
Erfolgskurs
12
© Rainer Fuhrmann / Fotolia
Die Baukonjunktur zieht weiter an,
und auch das Jahr 2017 steht aller
Voraussicht nach unter einem gu- 17 Recht am Bau: 23 Nicht verpassen!
tem Stern.
Mangelhafte Bauleistung und tech-
nische Regelwerke 24 Geburtstage & Firmenjubiläen
14 Parlamentarischer Abend des ZVOB
und der Fachgemeinschaft Bau: Ap- 18 Preisträgerin des BFW-Fotowettbe-
pell für mehr Fachpersonal in den werbs 2016
öffentlichen Verwaltungen
19 Regionales Engagement von Mit- Impressum
gliedsunternehmen der FG Bau beim
Fachgemeinschaft Bau
Vereinsheim FC Stern Marienfelde Berlin und Brandenburg e.V.
Nassauische Str. 15
19 Großeinsatz am Kurfürstendamm 10717 Berlin
Tel.: 030 / 86 00 04-0
20 Delegation der Inter-Amerikanischen Fax: 030 / 86 00 04-12
E-Mail: info@fg-bau.de
Entwicklungsbank (IDB) zu Gast bei
Internet: www.fg-bau.de
Frisch & Faust Tiefbau
Redaktion
20 Buchbesprechungen Christiane Witek / W (V.i.S.d.P.)
20 Tel.: 030 / 86 00 04-19
E-Mail: witek@fg-bau.de
22 Zu guter Letzt Mitarbeit
Ronald Kaiser (K)
16 Aus Verband Sylke Radke (R)
und Innung WASsERLEBEN 2017 Gestaltung
explonauten.net GmbH
Agentur für Design
Interessante Fachbücher Bald ist es wieder soweit: Vom 28. & Kommunikation
für Unternehmer bis zum 31. März 2017 öffnet die www.explonauten.net
Messe Berlin ihre Tore, um mit der
Bildnachweise
Schadstoffe im Baubestand oder Wasser Berlin International eine der
Alle übrigen Bilder:
Richtlinien für Bauwerksabdichtun- größten Wasser-Fachmessen welt- Fachgemeinschaft Bau
gen - gute Fachbücher sind wichtig, weit zu beherbergen. Mit dabei: die Nachdruck mit Quellen-
angabe gestattet.
geben sie doch hilfreiche Tipps, WASsERLEBEN 2017.
Belegexemplar erbeten.
Argumentationshilfen und Orientie-
rung. Auf den S. 20/21 stellen wir 23 WASsERLEBEN 2017: Tiefbauberufe
Ihnen einige Werke kurz vor. zum AnfassenIm Fokus
Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft
Die Baubranche wird immer älter, die Fachkräftesicherung wird immer mehr zum
zukunftsbestimmenden Thema. Dabei ist Ausbildung ein wichtiges Thema, allerdings
kann mit Ausbildung allein der Fachkräftemangel nicht behoben werden.
iStock.com/sturti
4 Bereich Konkret 01 / März 2017Grußwort
von Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin
„Sei schlau, lern am Bau“
© DIE LINKE Berlin
Die Bauwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschafts- Umso wichtiger ist es, die Anstrengungen
faktor – gerade in der wachsenden Stadt Berlin. zu erhöhen und mehr Jugendliche für Bau-
Die wirtschaftliche positive Entwicklung der letz- berufe zu gewinnen. Hier hat sich in den
ten Jahre kann nur fortgesetzt werden, wenn die letzten Jahren schon Einiges getan, wenn
Unternehmen der Bauwirtschaft auch zukünftig ich an die Initiative „Startklar für Ausbil-
selber in ausreichendem Maße ihren Bedarf dung“, die „Qualifizierungsoffensive“, das
an Fachkräften realisieren können, genügend Projekt „Nachwuchsreferent“ und die Be-
Ausbildungsplätze bereitstellen und dafür moti- teiligung der FG Bau am der Initiative „AR-
vierte Auszubildende finden. Die demografische RIVO“ denke. Diese Bemühungen müssen
Entwicklung, aber auch der deutliche Rückgang weitergeführt werden. Die Förderung der
von Ausbildungsbetrieben in der Bauwirtschaft Ausbildung durch das Land Berlin kann
treffen auf die Tatsache, dass Bauberufe heute daher auch in Zukunft einen wichtigen Bei-
für Jugendliche oft erst auf den zweiten Blick trag leisten. Die Bauwirtschaft ist mit ihren u Elke Breitenbach
attraktiv sind, in denen digitale Kompetenzen ge- Ausbildungsangeboten auf einem guten
nauso gefragt sind wie Organisationstalent und Weg. Damit wieder gilt: „Sei schlau, lern
bodenständige handwerkliche Fähigkeiten. am Bau“.
Grußwort
von Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
des Landes Brandenburg
Integration von Geflüchteten birgt
Fachkräftepotenzial
© BILDHAUS, Karoline Wolf
Liebe Leserinnen und Leser, Die Unternehmen aus der Baubranche wol-
viele Unternehmen suchen händeringend Fach- len einen Beitrag für die erfolgreiche Integ-
kräfte oder haben Probleme, Ausbildungs- ration von Geflüchteten leisten und sehen
plätze zu besetzen. In 2016 sind erneut vie- darin ein wichtiges Fachkräftepotenzial. Das
le Lehrstellen unbesetzt geblieben. Hier ist Land hilft auch hier. So werden bspw. mit
die Baubranche besonders betroffen. Junge dem Projekt „Betriebliche Begleitagentur
Menschen haben anders als noch vor einigen (BEA)“ Betriebe unterstützt, die bereit sind,
Jahren vielfach die Wahl zwischen verschie- junge und motivierte Geflüchtete in Ausbil-
denen Ausbildungsangeboten. Daher gilt es dung oder Beschäftigung zu übernehmen.
sich als Betrieb attraktiv zu präsentieren und Die Begleitagentur berät und informiert
sich aktiv dem Nachwuchs als zukünftiger Arbeitgeber im Hinblick auf die Arbeit und
Arbeitgeber anzubieten. Ebenso wird es zu- Ausbildung von Flüchtlingen, stellt Kontakte
nehmend von Bedeutung sein die Potenziale zur Arbeitsverwaltung her, unterstützt ein-
der potenziellen Auszubildenden zu erkennen, stellende Betriebe durch einen Coach und u Diana Golze
sie zu motivieren und für die Tätigkeit im ei- hilft bei der Gewinnung betrieblicher Men-
genen Unternehmen zu interessieren. Gerne toren. Eine nachhaltige Integration von Ge-
unterstützen die Bundesagentur für Arbeit flüchteten ist nach meiner Überzeugung ein
und auch das Land mit einer entsprechenden Weg um vakante Kapazitäten mit Fachkräf-
Förderung diesen Prozess. ten zu besetzen – auch in der Baubranche.
Konkret 01 / März 2017 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft 5Baubranche wird immer älter
Der „Ausbildungs- und Fachkräftereport der Bauwirtschaft“, vorgelegt von der
SOKA-BAU, zeigt: Belegschaften am Bau werden älter, was auch an den
zunehmenden Problemen bei der Rekrutierung des Fachkräftenachwuchses liegt.
Das Positive vorneweg: 2016 ist die Zahl der neuen ist von 54 auf 42 Prozent gesunken. In den kom-
Ausbildungsverträge in der Bauwirtschaft um zwei menden zehn Jahren müssen damit annähernd
Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen, von 100.000 Beschäftigte ersetzt werden, weil sie in
11.594 auf 11.829 neuer Azubis. Dies ist vor dem den Ruhestand gehen.
Hintergrund des fortschreitenden demographischen
Wandels und insbesondere vor dem bundesweiten, Bereits im vergangenen Jahr ist die Anzahl
negativen Trend beachtlich. Der Ausbildungsmarkt der offenen Stellen für Bauingenieure stärker
am Bau hat sich damit abermals besser entwickelt gestiegen als die Gesamtzahl offener Stellen
als der bundesweite Durchschnitt. Besonders stark insgesamt, der Bedarf nach Fachkräften in
war der Zuwachs in den neuen Bundesländern, wo der Bauwirtschaft ist also größer als im Bun-
im vergangenen Jahr die Zahl der neuen Ausbil- desdurchschnitt. Auch gibt es mittlerweile
dungsverträge um 10,1 Prozent im Vergleich zum mehr offene Stellen als arbeitslos gemeldete
Vorjahr angestiegen ist. Darüber gibt die SOKA-BAU Bauingenieure.
in ihrem „Ausbildungs- und Fachkräftereport der
Bauwirtschaft“ von Dezember 2016 Auskunft. Und Dieser Trend setzt sich auch bei den Ausbil-
auch die Anzahl der Studienanfänger im dualen dungsangeboten fort: Mittlerweile kommen
Studiengang Bauingenieurwesen ist gestiegen: Im im Hochbau auf jeden Bewerber rund 1,6 Aus-
Wintersemester 2015/16 nahmen 18 Prozent mehr bildungsstellen, im Tiefbau sind es sogar 1,8
junge Menschen ein solches Studium auf als noch Ausbildungsstellen. Diese Überversorgung ist
im Vorjahr. zumindest Mit-Verursacher eines weiteren Trends
am Bau: Immer mehr Ausbildungsplätze kön-
Trotzdem: Der Fachkräftemangel in der Bauwirt- nen nicht besetzt werden. So ist die Anzahl
schaft verschärft sich, die Branche wird immer älter. der unbesetzten Lehrstellen im Hochbau um
Die Bundesagentur für Arbeit macht bundesweit ei- 8,1 Prozent gestiegen, im Tiefbau um 21,2 Pro-
nen Rückgang der Bewerber für Bauberufe um einen zent. Gleichzeitig ist bundesweit die Anzahl
Prozentpunkt aus, die Berufe des Aus- und Trocken- der Berufsausbildungsstellen um 4,4 Prozent
baus stehen seit Mitte 2016 sogar auf der sogenann- gestiegen. Dass vor diesem Hintergrund die
ten Positivliste der Agentur: Aufgrund bundesweiter Anzahl der Auszubildenden nicht gesunken ist,
Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung können führt die SOKA-BAU vor allem auf den Wegfall
für die hier verzeichneten Berufe Arbeitskräfte aus der Altersgrenze bei Azubis von 27 Jahren im
Nicht-EU-Ländern angeworben werden. Tarifvertrag über die Berufsausbildung im Bau-
gewerbe im Jahr 2013 zurück: Seitdem erhalten
Als einen wesentlichen Faktor dieser Entwicklung Baubetriebe eine Ausbildungsförderung für
macht die SOKA-BAU in ihrem Report den demogra- alle Auszubildenden, auch diejenigen, die das
phischen Wandel aus: So steigt der Anteil der älteren 27. Lebensjahr bereits vollendet haben. Die
Arbeitnehmer am Bau weiter, 2016 waren bereits 20 Gruppe der Über-26-Jährigen verzeichnet dem-
Prozent der gewerblichen Beschäftigten älter als 55 nach auch den stärksten Zuwachs bei neuen
Jahre. Dies bedeutet einen Anstieg um 60 Prozent Azubis im Baugewerbe.
im Vergleich zu 2006. Demgegenüber stehen die Be-
schäftigten im mittleren Alter, also zwischen 25 und Und auf eine weitere Entwicklung weist der Aus-
44 Jahren. Deren Anteil an der Gesamtbeschäftigung bildungs- und Fachkräftereport der SOKA-BAU
6 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft Konkret 01 / März 2017Quelle: Sozialkasse des Berliner Baugewerbes
Prognose der Fachkräfteentwicklung für Berlin
Die Fachkräfteentwicklung in Berlin spricht eine deutliche Sprache. Wie die Sozialkasse des Berliner Baugewerbes
darstellt, nimmt die Anzahl der Fachkräfte am Bau in den nächsten Jahren signifikant ab. Entspricht die konjunkturelle
Entwicklung den Annahmen in der Statistik, fehlen im Jahr 2025 in Berlin bereits rund 2.100 Fachkräfte.
Anzahl Azubis mit Abschluß Anzahl Fachkräfte Bedarf durchschnittlicher Fachkräftebedarf
100000
8589 8589 8589 8589 8589 8589 8589 8589 8589
655 758 933 1273 1352 1410 1566 1779 2108
8000
6000
7934 7831 7656 7316 7237 7179 7023 6810 6481
4000
2000
103 103 103 103 103 103 103 103 103
0
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
hin: Nach abgeschlossener Ausbildung verlas- der Fachkräfte ist die zentrale Herausforderung
sen immer mehr Azubis den Ausbildungsbetrieb. der Zukunft der Bauwirtschaft. Die Analyse der
Waren im Jahr 2000 noch rund die Hälfte aller großen Trends – Entwicklung der Ausbildungs-
ausgelernter Fachkräfte nach dem Ausbildungs- zahlen, Verbleib ausgelernter Fachkräfte in der
abschluss bei ihrem Betrieb beschäftigt, sank Branche und demographische Entwicklung der
diese Zahl bis 2008 auf rund 38 Prozent. Für gewerblichen Beschäftigten – zeigt, dass es
den Verbleib derjenigen Fachkräfte, die irgend- nicht eine Lösung geben kann, sondern dass an
wann aus der Statistik des Bauhauptgewerbes verschiedenen Stellschrauben gedreht werden
„verschwinden“, gibt es grundsätzlich drei Er- muss, um das Fachkräftepotenzial der Branche
klärungsmöglichkeiten: Neben dem Zugang zur zu erhalten und auszubauen. Dazu gehört die
Arbeitslosigkeit, der eine immer geringere Rolle Gewinnung von Auszubildenden genauso wie
spielt, wechseln Fachkräfte häufig entweder die die Weiterentwicklung ausgelernter Fachkräfte.
Branche, oder sie machen sich mit einem eige- Entscheidend ist es allerdings auch, moderne,
nen Betrieb selbstständig. zukunftssichere und attraktive Arbeitsplät-
ze anzubieten. Denn nur kann es gelingen,
Insbesondere der zweite Fall führt dazu, dass Fachkräfte zu gewinnen, zu halten und ihnen
es in Bezug auf den Erhalt der Fachkräfte am Perspektiven für ihr Arbeitsleben in der Bau-
Bau nicht nur darum gehen kann, Auszubilden- wirtschaft zu bieten. W
de zu gewinnen. Vielmehr müssen „mehr aus-
gelernte Fachkräfte längerfristig in der Branche Quelle: Ausbildungs- und Fachkräftereport,
gehalten werden, um Erfolge im Kampf gegen Stand: 12/2016, SOKA-BAU
den Fachkräftemangel zu erzielen.“ (SOKA-Bau,
Ausbildungs- und Fachkräftereport der Bau-
wirtschaft, 12/2016). Hinweis:
Weitere Informationen unter
Das Fazit des Reports, der 2016 erstmals veröf- www.soka-bau.de
fentlicht wurde: Die Sicherung und Entwicklung
Konkret 01 / März 2017 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft 7© bounlow-pic / Fotolia
Baufirmen finanzieren Nachwuchsreferenten:
Professionelle Vermittler zwischen Ausbildungs
platzinteressierten und Baufirmen
Seit Ende 2016 stehen vier Nachwuchsreferenten für Fachkräftesicherung des Unternehmens zu definieren
die Unternehmen der Fachgemeinschaft Bau beim Berufs- und ganz konkrete Unterstützung anzubieten.
förderungswerk zur Verfügung. Deren Aufgabe ist es die
Nachwuchsgewinnung zu forcieren, ausbildungswillige Tipp: Sie möchten die Arbeit der Nachwuchsreferenten ken-
Unternehmen zu generieren und bei Bedarf zu unterstüt- nenlernen und sich bei Ihrer Auszubildendenakquise indivi-
zen. duell unterstützen lassen? Melden Sie sich telefonisch oder
schreiben Sie eine kurze Mail – die Nachwuchsreferenten
Während die zwei Nachwuchsreferenten für Berlin, Jür- vereinbaren dann gerne einen persönlichen Termin mit Ihnen!
gen Grodzinski und Göran Golz, über die Sozialkasse
der Berliner Bauwirtschaft finanziert werden, erfolgt die
Finanzierung der beiden für Brandenburg zuständigen
Referenten Helmut Arndt und Christoph Strato durch die Kontaktdaten der Nachwuchsreferenten
FG Bau und damit direkt über die Mitgliedsunternehmen. Helmut Arndt
Alle vier Nachwuchsreferenten unterstützen die Firmen Tel.: 0152 / 54 39 86 18
ganz konkret bei ihren Ausbildungsanstrengungen. Mail: arndt@lehrbauhof-berlin.de
Wie wird der Kontakt zwischen den Nachwuchs- Christoph Strato
referenten und interessierten Unternehmen Tel.: 0152 / 54 39 8772
hergestellt? Mail: strato@lehrbauhof-berlin.de
» Die Nachwuchsreferenten nutzen regelmäßig Unter- Göran Golz
nehmertreffs der FG Bau, zum Beispiel Stammtische Tel.: 0152 / 53 99 0342
in Brandenburg, um sich und ihre Leistungen für die Mail: golz@lehrbauhof-berlin.de
Unternehmen vorzustellen.
» Systematisch werden die Mitgliedsunternehmen der Jürgen Grodzinski
FG Bau in Berlin und in Brandenburg sowie weitere Tel.: 0152 / 05 86 5583
interessierte Unternehmen telefonisch und dann auch Mail: grodzinski@lehrbauhof-berlin.de
persönlich kontaktiert, mit dem Ziel, den individuel-
len Beratungs- und Handlungsbedarf in Bezug auf die
8 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft Konkret 01 / März 2017» Kammern wie die IHK Potsdam, die Handwerks- konkreten Hilfestellungen bei Werbematerialien
kammer in Frankfurt/Oder oder in Cottbus und Hinweisen zu den allgemeinen Abläufen an
werden ebenso von den Nachwuchsreferenten Schulen und den Zeitfenstern, in denen eine
kontaktiert wie relevante Netzwerke oder wei- Werbung durch Unternehmen sinnvoll ist.
tere Vertreter aus Wirtschaft und Politik. Davon
profitieren beide Seiten: Wo kann ich die Nachwuchsreferenten tref-
• Schülerinnen und Schüler werden direkt fen?
von den Nachwuchsreferenten angespro-
chen und über Ausbildungs- und Karriere Die WASsERLEBEN 2017 vom 28. bis 31. März 2017
möglichkeiten am Bau informiert. in Berlin bietet nicht nur eine lebende Baustelle
• Gleichzeitig werden die Unternehmen und Bauberufe zum Anfassen – in diesem Jahr sind
über aktuelle Jobbörsen und weitere Ak- hier erstmals auch die Nachwuchsreferenten vor
tivitäten in den jeweiligen Regionen auf Ort und informieren die meist jugendlichen Messe-
dem Laufenden gehalten – die Unterneh- besucher über konkrete Ausbildungsmöglichkeiten
men können so zielgenau an regionalen am Bau.
Veranstaltungen teilnehmen und sich als
Arbeitgeber positionieren.
Weitere Informationen:
Welche konkreten Dienstleistungen bieten www.wasser-berlin.de.
die Nachwuchsreferenten den Unterneh-
men an?
» S
ie bilden erstmalig aus? Dann erhalten Sie durch Die Vocatium in Frankfurt (Oder) findet vom 31.05.-
die Nachwuchsreferenten einen guten Überblick 01.06.2017 statt – unter der Schirmherrschaft von
darüber, was Sie formal beachten und mit wem Bundesbildungsministerin Dr. Johanna Wanka bie-
Sie worüber sprechen müssen. Die direkten tet die Messe Berufsinformationen aus erster Hand.
Ansprechpartner bei der IHK, der zuständigen Mit dabei: die Nachwuchsreferenten der FG Bau.
Handwerkskammer oder den Berufsschulen
können Ihnen die Nachwuchsreferenten ebenso
vermitteln wie Informationen über Anmeldepro- Weitere Informationen:
zeduren und Fristen. Nicht zuletzt informieren www.erfolg-im-beruf.de
die Nachwuchsreferenten auch allgemein über
die Besonderheiten der Stufenausbildung in der
Bauwirtschaft und das Refinanzierungssystem
der SOKA-BAU. Das Jugendbildungszentrum Blossin bietet regel
»
Auch zum Lehrbauhof und seinen zahlreichen mäßig Berufsbildungstage an, auf denen die Nach
Qualifizierungsangeboten und Projekten erhal- wuchsreferenten ebenfalls vertreten sind. Die
ten die Unternehmen konkrete Informationen nächsten Berufsbildungstage finden statt am
von den Nachwuchsreferenten: So bieten Pro- 06.04., 27.04., 10.05. und 08.06.2017.
jekte wie „Startklar für Ausbildung“ oder „Arrivo
Bauwirtschaft“ für Unternehmen die Möglich-
keit, bereits vorqualifizierte Auszubildende zu Weitere Informationen:
erhalten, die bereits über Grundkenntnisse der www.blossin.de
Bauwirtschaft und der verschiedenen Tätigkeiten
am Bau verfügen.
»
Wie muss ich wo und wann werben, um jun-
ge Menschen für eine Ausbildung in meinem Weitere Informationen zu konkreten Veranstaltun-
Betrieb zu gewinnen? Auch dazu helfen die gen und Berufsbildungsmessen geben Ihnen die
Nachwuchsreferenten mit praktischen Tipps, Nachwuchsreferenten gern!
Konkret 01 / März 2017 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft 9Auch die Besten muss man fördern: Vorzeitiger
Ausbildungsabschluss bei guten Leistungen
Susanne Wandersee ist frisch ausgelernte Kanalbauerin und angestellt bei der Frisch & Faust Tiefbau GmbH mit
Sitz in Berlin. Die junge Frau hat ihre Ausbildung ein halbes Jahr früher als regulär beenden können. Wie es dazu
kam, und warum sie sich für einen klassischen „Männerberuf“ entschieden hat, erzählte sie uns im Rahmen der
Jobmesse „Jobsnap“, die am 21. Februar bei der IHK Berlin stattgefunden hat.
Konkret: Frau Wandersee, herzlichen Glückwunsch! Ein halbes Jahr früher also schon das volle Gehalt. Das moti-
Sie haben gerade erst ihre Ausbildung zur Kanal- viert bestimmt. Wie sehen Ihre weiteren Karrierepläne aus?
bauerin beendet – ein halbes Jahr vor allen ande- Ich arbeite als Kanalbauerin bei Frisch & Faust, sammle
ren. Wie kam es dazu? erst einmal auf meiner Position Erfahrungen. Dann kann
Susanne Wandersee: Ich habe meine Ausbildung ich mir vorstellen, weiterzumachen, erst den Polier und ir-
zur Kanalbauerin bei der Frisch & Faust Tiefbau gendwann vielleicht auch den Meistertitel zu erwerben. Bei
GmbH am 24.01.2017 beendet. Das ist ein halbes Frisch & Faust fühle ich mich dabei gut aufgehoben, denn
Jahr vor dem regulären Ausbildungsende. Grund das Unternehmen berät seine Mitarbeiter in Bezug auf die
dafür sind gute Leistungen, die ich in der Aus- Karriere und bietet auch finanzielle Unterstützung an.
bildung erbracht habe, auf der Baustelle, in der
Schule und auf dem Lehrbauhof. Dass ich meine Wie kommt es, dass sich eine junge Frau wie Sie ausgerech-
Ausbildung verkürzen kann, hat sich bereits nach net für den Beruf des Kanalbauers entscheidet?
meiner zweijährigen Ausbildung zum Tiefbaufach- Ich hatte eine Berufsberatung in meiner Oberschule, bei
arbeiter herauskristallisiert. Weil meine Lehrer der ich angegeben habe, dass ich gern draußen an der fri-
und auch meine Ausbilder auf dem Lehrbauhof schen Luft arbeiten und mich körperlich betätigen möch-
dazu geraten hatten, habe ich damals gleich einen te. Da wurde mir dann zu einem Praktikum bei Frisch &
Antrag gestellt auf Ausbildungsverkürzung. Und Faust geraten. Den Rat habe ich befolgt und ein zweiwö-
es hat geklappt! chiges Praktikum bei Frisch & Faust absolviert, den ersten
Teil im Kanalbau, den zweiten im Rohrleitungsbau. Das
Praktikum im Kanalbau hat mir gut gefallen, die Arbeiten
fand ich spannend: Das hat für mich den Ausschlag ge-
geben. Und dann hat das Unternehmen mir auch gleich
einen Vertrag angeboten.
Frisch & Faust geht unter anderem auch in Schulen und
berät dort vor Ort: Was empfehlen Sie jungen Menschen,
die sich mit Blick auf ihre Berufswahl noch nicht sicher
sind?
Ich würde dazu raten, ganz viele Messen zu besuchen, denn
dort treffen sie viele Ausbildungsunternehmen an deren
Ständen. Man kann sich bei Messen wie z. B. der You, der
WASsERLEBEN oder auch heute hier bei der Jobsnap super
informieren über Berufsbilder und konkrete Angebote von
Unternehmen. Und wenn einem etwas gefällt, kann man
direkt seine Bewerbung abgeben.
m Susanne Wandersee (3.v.l.) auf einem Messestand von Frisch & Faust. Frau Wandersee, vielen Dank für das Gespräch.
10 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft Konkret 01 / März 2017Im Fokus: Die Qualifizierung von Fachkräften
Der Lehrbauhof der Fachgemeinschaft Bau hat sich seit seiner Gründung vor mittlerweile 60 Jahren weiterentwickelt: vom
überbetrieblichen Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft hin zu einem Kompetenzzentrum in Berlin und Brandenburg für
Ausbildung und weiterführende Qualifizierungsangebote.
An dem Zentrum in Berlin-Marienfelde kommt
keiner vorbei, der in der Berliner Bauwirtschaft
Fachkräfte ausbildet oder sich selbst bzw. seine
Fachkräfte weiterbilden möchte. Die überbe- Weiterbildung 2017
triebliche Ausbildung junger Nachwuchsfach-
kräfte steht nach wie vor im Mittelpunkt des
Angebots der Einrichtung in Berlin-Marienfelde. Kurse im April 2017 langzettel@lehrbauhof-berlin.de
Tel. (030) 72389 768
Allerdings gehören Projekte zur Berufsorientie-
rung und -findung mittlerweile ebenso zum fes-
Thema vom bis
ten Repertoire wie Qualifzierungsmaßnahmen
für besondere Zielgruppen. So geht das Projekt SIVV Weiterbildung Kurs 6 03.04.2017 04.04.2017
„Startklar für Ausbildung“ ab April 2017 in die
SPCC Lehrgang / Theorie & Praxis
03.04.2017 05.04.2017
mittlerweile 6. Runde: Mit dem Projekt werden mit Prüfung in Theorie & Praxis
sechs Monate lang junge Menschen fachlich KMB-Lehrgang/ Theorie & Praxis
24.04.2017 26.04.2017
und sozial fit gemacht für die Aufnahme eines mit Prüfung
Ausbildungsplatzes in einem der unterschied-
lichen Bauberufe – mit dem Ziel, sie am Ende
erfolgreich an ein Ausbildungsunternehmen zu
vermitteln. Das Projekt läuft gut und bietet für Aufstiegsqualifikation 2017
beide Seiten positive Erkenntnisgewinne: für
die Teilnehmer, die häufig erstmals überhaupt
einer geregelten Tagesroutine folgen und ihre Lehrgänge im März 2017 quirschfeld@lehrbauhof-berlin.de
(Abendlehrgänge) Tel. (030) 72389 723
Chance auf einen Arbeitsplatz nutzen konnten,
und für die beteiligten Unternehmen, die sich
Thema vom bis
über die bereits innerhalb des Projekts vermit-
Vorarbeiterlehrgang
telten praktischen Grundkenntnisse der gut (3x abends 18:00 – 21:00 Uhr) 13.03.2017 16.06.2017
vorbereiteten Azubis freuen. Prüfung Juni
Werkpolierlehrgang
(3x abends 18:00 – 21:00 Uhr) 13.03.2017 08.12.2017
Auch das Projekt „Arrivo Bauwirtschaft“ be- Prüfung Dez
reitet mit seinem Fokus auf Geflüchtete gezielt Geprüfter Polier-Lehrgang
Menschen auf Bauberufe vor, die auf dem frei- (3x abends 18:00 – 21:00 Uhr) 20.3.2017 02.03.2018
Prüfung März
en Markt eine eher geringe Chance auf einen
Ausbildungsplatz oder eine Beschäftigung am Vorschau
Bau hätten.
Meistervorbereitungskurs im
01.11.2017 16.04.2019
Maurer-/Betonbauer-Handwerk I+II
Nicht zuletzt umfasst das Angebot des Lehrbau- Meistervorbereitungskurs im
01.11.2017 28.02.2019
hofs auch ein breites Spektrum an Aufstiegs-, FPM-Handwerk I+II
Fortbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Meistervorbereitungskurs im
01.11.2017 16.04.2019
Zimmerer-Handwerk I+II
Über die aktuellen Angebote kann man sich auf
der Seite www.lehrbauhof-berlin.de einen guten
Überblick verschaffen. W
Konkret 01 / März 2017 Fachkräftesicherung in der Bauwirtschaft 11Aktuelles
Bauwirtschaft weiter auf Erfolgskurs
Die Baukonjunktur zieht weiter an, und auch das Jahr 2017
steht aller Voraussicht nach unter einem gutem Stern.
© Wellnhofer Designs / FotoliaBauwirtschaft weiter auf Erfolgskurs
Die regionale Baukonjunktur in Berlin und Brandenburg ist weiterhin auf Erfolgskurs. Umsätze und Auftragseingang
stiegen im Jahr 2016 teilweise zweistellig im Vergleich zum Vorjahr. Auch für 2017 erwartet die Fachgemeinschaft Bau
einen positiven Konjunkturverlauf.
Berlin: Wohnungsbau treibt Konjunktur an Umsatzplus in Brandenburg, Beschäftigung
leicht rückläufig
Das Berliner Bauhauptgewerbe schloss das Jahr 2016
weit über dem Vorjahresniveau ab. Das ergibt die Jah- Auch in Brandenburg ist der Konjunkturaufschwung
res-Auswertung des Amts für Statistik Berlin-Branden- messbar: Der baugewerbliche Umsatz insgesamt stieg um
burg. Demnach konnten die Betriebe 17,1 Prozent mehr 7,8 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Auch hier ist es vor
Umsatz erwirtschaften, was einer Gesamtumsatzsumme allem der rege Wohnungsbau, der mit einem Umsatzplus
von rund 2,6 Milliarden Euro entspricht. Hauptmotor war von 30,2 Prozent die Konjunktur angeschoben hat. Wäh-
erneut der Wohnungsbau, der mit einer Steigerung von rend sich der Hochbau damit auch insgesamt positiv
38,4 Prozent die Umsatzentwicklung maßgeblich geprägt entwickelte (+18,3 Prozent), ist die Umsatzentwicklung
hat. Insbesondere einige Großaufträge führten dazu, im Tiefbau mit einem Rückgang von 2,2 Prozentpunkten
dass der Auftragseingang im Bereich Wohnungsbau um negativ gewesen. Grund dafür war vor allem der Umsatz-
40,1 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro angestiegen ist. rückgang im Straßenbau um 12,2 Prozent.
Der Tiefbau beendete das Jahr 2016 mit einem Umsatzplus Die Anzahl der Beschäftigten hat in Brandenburg nach
von 10,6 Prozent. Der Straßenbau konnte ein Umsatzplus Angaben des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg im
von 13,3 Prozent verbuchen, der gewerbliche Tiefbau zog Jahr 2016 mit -0,8 Prozent leicht abgenommen. Auch die
mit 11,7 Prozentpunkten ebenfalls an den Vorjahreswerten Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden ist um 1,5 Prozent
vorbei. zurückgegangen.
Die gute Konjunktur ist auch auf dem Arbeitsmarkt der Positive Konjunkturentwicklung in 2017
Hauptstadt zu spüren: Laut Berechnungen des Amts für
Statistik Berlin-Brandenburg ist die Anzahl der Beschäf- Insgesamt rechnet die Fachgemeinschaft Bau auch im lau-
tigten um 5,9 Prozent gestiegen und betrug im Monats- fenden Jahr mit einer positiven Konjunkturentwicklung in
durchschnitt rund 12.500 tätige Personen (hier sind neben beiden Bundesländern. Indikatoren dafür sind vor allem die
den gewerblichen Beschäftigten auch die kaufmännischen gestiegenen Auftragseingänge in sämtlichen Sparten in Ber-
Angestellten eingerechnet). Die Entgelte der Beschäftigten lin und in Brandenburg, aber auch die weiterhin anhaltende
erhöhten sich um 4,7 Prozent, die Anzahl der geleisteten hohe Nachfrage im Wohnungsbau und die damit einherge-
Arbeitsstunden ist um 5,6 Prozent angestiegen. henden Anforderungen an die gesamte Infrastruktur. W
© Rainer Fuhrmann / Fotolia
Konkret 01 / März 2017 Aktuelles 13Parlamentarischer Abend des ZVOB und der
Fachgemeinschaft Bau: Appell für mehr
Fachpersonal in den öffentlichen Verwaltungen
Der Zweckverbund Ostdeutscher Bauverbände (ZVOB ) und die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg hatten Ende
Januar wieder zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang der Bauwirtschaft eingeladen. Der „Parlamentarische Abend“ der
mittelständischen, ostdeutschen Bauwirtschaft findet in den Räumlichkeiten der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft
statt, mitten im Zentrum des bundespolitischen Berlins. Er gilt als das Branchentreffen der ostdeutschen Bauwirtschaft.
Der Abend war wie bereits in den ver- an der personellen Ausstattung der
gangenen Jahren sehr gut besucht: Bau- und Planungsbehörden liege.
Rund 150 Gäste aus Bundes- und Wolle Berlin sich den Herausforde- Der Zweckverbund Ostdeutscher
Landespolitik tauschten sich mit rungen einer wachsenden Stadt stel- Bauverbände (ZVOB) spricht für
Bauunternehmern der ostdeutschen len und das angekündigte Jahrzehnt rund 2.600 kleine und mittel-
Bundesländer und Berlin sowie Ver- der Investitionen umsetzen, dann ständische Handwerksbetriebe
bandsvertretern zur aktuellen Lage müsse dauerhaft mehr qualifiziertes aus den neuen Bundesländern.
der Bauwirtschaft und den branchen- Personal eingestellt werden. Auch Als größter ostdeutscher Spit-
relevanten Themen aus. ZVOB-Präsident Matthias Forßbohm zenverband der Bauwirtschaft
forderte die anwesenden Politiker vertritt er gegenüber Bundes-
Angesichts einer nach wie vor sehr dazu auf, sich für ein Schließen der und Landespolitik die Anliegen
gut laufenden Baukonjunktur plagen personellen Kapazitätsengpässe in der Branche.
die Bauunternehmer vor allem Per- den Bauverwaltungen einzusetzen.
sonalengpässe, die sich angesichts Sein Appell: „Verhindern Sie, dass
des spürbaren demographischen der Investitionshochlauf als lahme
Wandels weiter verschärfen wer- Schnecke auf der Strecke bleibt!“. Senatorin für Stadtentwicklung und
den. Dies mache sich auch in der Wohnen in Berlin, konnten überdies
öffentlichen Verwaltung bemerk- Hochaktuell nahmen beide Rede- zwei bedeutende politische Gestalte-
bar, konstatierte FG Bau-Präsident beiträge auch Bezug auf das Sozial rinnen als Gastrednerinnen gewonnen
Klaus-Dieter Müller, der in seiner kassensicherungsgesetz, welches werden. Während Frau Gleicke in ihrer
Eröffnungsrede mehr qualifiziertes parallel zum Parlamentarischen Rede unter anderem auch die Wichtig-
Personal für die öffentlichen Bauver- Abend vom Bundestrag verabschie- keit von Ausbildung für die Zukunftsfä-
waltungen forderte. In Berlin blieben det wurde. higkeit der Branche betonte, erläuterte
regelmäßig ca. ein Viertel der für Frau Lompscher die wohnungsbaupoli-
das Bauen bereitgestellten Gelder Mit Iris Gleicke, Beauftragte der tische Schwerpunktsetzung der noch
liegen, erläuterte der Stuckateur- Bundesregierung für die Belange der relativ neuen Landesregierung in Ber-
meister, was zu einem großen Teil neuen Länder und Kathrin Lompscher, lin für die kommenden Jahre. W
t 1 ZVOB-Präsident M. Forßbohm eröffnet den Parlamentarischen Abend. 3 Senatorin K. Lompscher erläutert die Wohnungs-
baupolitik ihrer Verwaltung. 4 Iris Gleicke, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, betont die Wichtigkeit
von Ausbildung am Bau. 9 FG Bau-Präsident K.-D. Müller (r.) im Gespräch. 10 Dr. h.c. J. Koppelin, K.-D. Müller, I. Gleicke, K. Lompscher,
M. Forßbohm, R. Dellmann (V.l.n.r.) 14 K.-D. Müller, M. Forßbohm 15 K. Lompscher (r.) 16 M. Kern (BBU, Mitte), R. Dellmann (r.)
Alle Bilder auf Seite 15: © Michael Fahrig.
14 Aktuelles Konkret 01 / März 20173
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14 15 16Aus Verband
und Innung
Interessante Fachbücher für
Unternehmer
Schadstoffe im Baubestand oder Richtlinien für Bauwerksabdichtungen – gute
Fachbücher sind wichtig, geben sie doch hilfreiche Tipps, Argumentationshilfen
und Orientierung. Auf den S. 20/21 stellen wir Ihnen einige Werke kurz vor.
16 Aus Verband und InnungRecht am Bau:
Mangelhafte Bauleistung und technische
Regelwerke
Im Werkvertragsrecht ist unter § 631 Abs. 1 BGB geregelt, Eine technische Norm gibt die allgemein anerkannten Re-
dass sich der Unternehmer zur Herstellung geln der Technik wieder, wenn die Norm den betreffenden
des versprochenen Werkes und der Auf- technischen Bereich vollständig und abschließend regelt,
traggeber zur Entrichtung der ver- den Stand der Wissenschaft wiedergibt und in der Praxis
einbarten Vergütung verpflichtet. angewandt wird. Letztendlich muss auch geprüft werden,
Dennoch stellt sich im Rahmen ob die Norm veraltet ist. Derartige allgemein anerkannte
der Ausführung der Bauleistung Regeln der Technik werden durch überbetriebliche Normen
oft die Frage, was denn eigentlich widergegeben, dazu gehören zum Beispiel die einheitlich
vertraglich geschuldet ist. technischen Baubestimmungen des Instituts für Bautech-
nik, die VDI-Richtlinien, die VDE-Vorschriften, die Flach-
Sowohl das BGB als auch die VOB/B dachrichtlinie, aber grundsätzlich auch die DIN-Normen.
erklären, dass das Werk die vertraglich
vereinbarte Beschaffenheit aufweisen, sich Bekannt ist, dass DIN-Normen lediglich private, technische
für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung Regelungen mit Empfehlungscharakter sind. Als solche
eignen oder eine Beschaffenheit aufweisen muss, die können sie als technische Normen die allgemein anerkann-
bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Auf- ten Regeln der Technik widergeben, aber insbesondere
traggeber nach der Art der Leistung erwarten kann. Der auch im Hinblick auf ihr Alter dahinter zurückbleiben.
Bundesgerichtshof hat mit seiner Entscheidung vom
11.11.1999 (Geschäftszeichen: VII ZR 403/98) deutlich Ganz besonders deutlich wurde dies in der Vergangen-
gemacht, dass der Unternehmer immer einen „funktio- heit bei der DIN 4109 zum Schallschutz. Die DIN 4109
nalen Werkerfolg“ schuldet, oder ganz speziell in dem soll Menschen in Aufenthaltsräumen vor unzumutbaren
entschiedenen Fall der Dachdecker ein regendichtes Belästigungen durch Schallübertragung schützen. Dieses
Dach. Unabhängig von der konkreten vertraglichen Ver- Niveau des Schallschutzes entspricht jedoch nicht dem
einbarung sind die allgemein anerkannten Regeln der üblichen Qualitäts- und Komfortstandards von Wohnräu-
Technik immer der stillschweigend vereinbarte Mindest- men. Selbst wenn in einer Baubeschreibung lediglich der
standard, egal ob es sich um einen BGB – Werkvertrag Hinweis erfolgt, dass der Schallschutz entsprechend den
handelt oder die VOB/B Vertragsbestandteil wurde. Anforderungen der DIN 4109 erbracht wird, hat der Erwer-
ber der entsprechenden Wohnung Anspruch „auf mehr.“
Was aber sind diese allgemein anerkannten
Regeln der Technik? Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Urteil vom
04.06.2009 (Geschäftszeichen: VII ZR 54/07) klargestellt,
Bereits das Reichsgericht hat in seinen Entscheidungen dass die DIN 4109 hinter den allgemein anerkannten Re-
klargestellt, „dass eine Regel allgemein anerkannt ist, geln der Technik zurück bleibt. Der Erwerber einer Woh-
wenn sie die ganz vorherrschende Ansicht der Fachleute nung habe in der Regel keine Vorstellung davon hat, was
darstellt“ (RGE 644/10, RGSt 44/75 ff.). Das bedeutet, sich hinter den Schalldämmmaßen der DIN 4109 verbirgt.
dass sich diese Regel in der Wissenschaft als theore-
tisch richtig durchgesetzt hat und auch Eingang in die Aufklärung, wenn Abweichung
Praxis gefunden und sich dort überwiegend bewährt
haben muss. Nur wenn beide Komponenten dieser Re- Will der Unternehmer von dem „technischen Mindest
gel verwirklicht sind, handelt es sich tatsächlich um eine standard“ abweichen, ist das nur möglich, wenn der Auftrag-
allgemein anerkannte Regel der Technik. geber darüber aufgeklärt wurde und mit dieser Abweichung
Konkret 01 / März 2017 Aus Verband und Innung 17einverstanden ist. So kann sich ein Bauträger, der als Auftrag- der Abnahme eingehalten wurden. Fehlt es daran, dann
geber über eine besondere Sachkunde verfügt, nicht mit mög- schuldet der Unternehmer die Herstellung des Werkes
lichen Haftungsansprüchen an den planenden Architekten entsprechend dem bis zum Zeitpunkt der (Nach-) Ab-
halten, wenn er ganz bewusst im Rahmen der vorgegebenen nahme gültigen anerkannten Regeln der Technik. Soweit
Planung auf Einhaltung des Mindest - Schallschutzes verzich- dadurch Mehrkosten entstehen aufgrund gestiegener An-
tet. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte mit seinem Urteil forderungen der anerkannten Regeln der Technik, sollen
vom 17.10.2011 „für Recht erkannt“ (Geschäftszeichen: 5 U diese nach dem Beschluss des Oberlandesgerichts Stutt-
43/11), dass die vom Bauträger für die Planung vorgegebene gart vom 14.09.2011 (10 W 9/11) keine „Sowieso-Kosten“
einschalige Bauweise in Kenntnis der „Schallschutzproble- sein. Sowieso-Kosten sind immer die Mehrkosten, um die
me“ später nicht dem planenden Architekten als mangelhafte das Werk bei mangelfreier Ausführung von vornherein
Planungsleistung entgegengehalten werden darf. teurer gewesen wäre.
Anerkannte Regeln der Technik bei Abnahme Bei ursprünglich ordnungsgemäßer Ausführung gemäß
dem damaligen Stand der anerkannten Regeln der Tech-
Ob ein Werk mangelfrei ist, richtet sich somit danach, nik wären die Mehrkosten, eben weil die höheren Anfor-
ob die anerkannten Regeln der Technik zum Zeitpunkt derungen noch nicht galten, nicht angefallen. R
Preisträgerin des BFW-Fotowettbewerbs 2016
Mit einem Fotowettbewerb hatte das aufzunehmen. Mit den Bildern sollten die Unternehmen wichtiger denn je
Berufsförderungswerk die Auszubil- sie zeigen, was ihnen an ihrer Arbeit und sorgen unter anderem auf Jobmes-
denden auf dem Lehrbauhof dazu Spaß macht, was das Besondere an sen, in Schulen und unter Gleichaltri-
aufgefordert, ihren Ausbildungsplatz, ihrer Arbeitsstelle ist und was aus gen dafür, das jeweilige Unternehmen
ihre tägliche Arbeit und ihre Baustellen ihrer individuellen Sicht ihren Ausbil- bekannter zu machen und ihm ein
dungsbetrieb zu einem ganz beson- sympathisches Gesicht zu verleihen.
deren macht. Gefolgt ist dem Aufruf
unter anderem Susanne Wandersee, Für ihren Wettbewerbsbeitrag bekam
die zum Zeitpunkt der Beteiligung am Frau Wandersee den 1. Preis – das
Fotowettbewerb noch Auszubildende Preisgeld von 300,- Euro. Kurz vor
der Firma Frisch & Faust Tiefbau GmbH Weihnachten konnte sie dieses sicher-
war (mittlerweile hat die junge Nach- lich gut verwenden. W
wuchsfachkraft ausgelernt
und ist Kanalbauerin). Mit
den eingereichten Bildern
konnte sie überzeugend die
unterschiedlichen Facetten
ihres beruflichen Alltags
darstellen – von Baustellen
über den Lehrbauhof bis hin
zu Messeauftritten. Dabei
gelang es ihr auch sehr gut,
einen übergeordneten Be-
zug zur Situation der Nach-
wuchsfachkräfte in der Bau-
m Eines der eingereichten Wettbewerbs-Bil- wirtschaft darzustellen – m Dieter Mießen (Frisch & Faust), Susanne Pochstein (BFW),
der – Susanne Wandersee auf einer Baustelle sie sind als Botschafter für Susanne Wandersee (3. V. l.), Reinhold Dellmann (FG Bau)
18 Aus Verband und Innung Konkret 01 / März 2017Regionales Engagement von Mitgliedsunternehmen
der FG Bau beim Vereinsheim FC Stern Marienfelde
Tue Gutes und rede darüber: Der Verein Fußball-
club (FC) Stern Marienfelde benötigte ein neues
Vereinsheim. Grund genug für FG Bau-Mitglied
Hirsch + Lorenz Ingenieurbau, sich einzubrin-
gen und die gesamten Stahlbetonarbeiten (u. a.
Bodenplatte und Containeranlage) zu stiften.
Auch der Innenausbau wurde gesponsert, durch
die WST-Bau Schulte GmbH, die ebenfalls Ver-
bandsmitglied ist. Die Arbeiten wurden durch
Lehrlinge des Berufsförderungswerks ausgeführt
und konnte kurz vor Weihnachten erfolgreich
abgeschlossen werden. Demnächst stehen nun
die Fassadenarbeiten an. Auch hier kommen die
Auszubildenden zum Einsatz. doppelt lohnt: für die Azubis, die ihr Wissen ver- m Azubis mit Aus-
bilder und Stefan
tiefen können, und für den Verein FC Stern Mari-
Hirsch von Hirsch +
Alles in allem ein schönes Beispiel für regionales enfelde, dessen Vereinsleben durch einen neuen Lorenz (7.v.r.) vor
unternehmerisches Engagement, das sich gleich Erweiterungsbau bereichert wird. W dem Vereinsheim.
Großeinsatz am Kurfürstendamm
Wenn der Kurfürstendamm k Vollsperrung
direkt am Adenauerplatz am Ku'damm: Zwei
Mitgliedsfirmen
einen ganzen Tag kom- der FG Bau lassen
plett gesperrt wird, dann zeitgleich ihre
muss etwas Größeres im Kräne demontieren.
Gange sein. Das war auch
der Fall am 10. Dezember
2016, als zwei riesige
Kräne der Firma Banzhaf
Krananlage den Kurfürs-
tendamm versperrten, um
zeitgleich zwei Kräne von
zwei gegenüberliegenden
Bauvorhaben zu demon-
tieren. Eines davon: das
Bauvorhaben Kurfürstendamm der tragsvolumen betrug 2,8 Millionen setzt wurde, zog die interessierten
Firma Hirsch + Lorenz Ingenieurbau. Euro. Mit Abschluss der Bauarbeiten Blicke zahlreicher Passanten auf
Seit September 2015 wurde hier ein im Dezember 2016 musste auch der sich. Zu Recht, denn wann erlebt
Hotel zu einem Wohn-, Büro- und Kran wieder verschwinden – der man schon einmal eine solche De-
Geschäftshaus umgebaut, das Auf- noch größere Kran, der dazu einge- montage live mit! W
Konkret 01 / März 2017 Aus Verband und Innung 19Delegation der Inter-Amerikanischen Entwicklungs-
bank (IDB) zu Gast bei Frisch & Faust Tiefbau
k Dieter Mießen (1. V. l.)
im Gespräch mit der IDB-
Delegation
Eine Delegation der IDB besuchte auf bildungsbetriebes hatte den ZDH auf interessiert an den Ausführungen und
Vermittlung des Bundesministeriums die Idee gebracht, den Kontakt herzu- konnten auf zahlreiches Nachfragen
für wirtschaftliche Zusammenarbeit stellen. Nach der Begrüßung durch den wertvolle Impulse mit nach Hause
und Entwicklung (BMZ) die Frisch & kaufmännischen Leiter Dieter Mießen, nehmen. Im abschließenden Gespräch
Faust Tiefbau GmbH, ein Mitglied- gelang schnell der Einstieg in das The- mit mehreren Auszubildenden konnten
sunternehmen der Fachgemeinschaft ma der dualen Berufsausbildung in Antworten z.B. nach der Motivation
Bau in Pankow. Die gute Vernetzung Deutschland und speziell bei Frisch & der Azubi nach Lateinamerika gegeben
des mehrfach ausgezeichneten Aus- Faust. Die TeilnehmerInnen waren sehr werden. Dieter Mießen
Buchbesprechungen
Schadstoffe im Baubestand
Bossemeyer, Dolata, Schubert, Zwiener: Schadstoffe im Baubestand 2016, Verlagsgesell-
schaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, 282 S. mit 328 Abb. und 4 Tab., Buch: 59,00 Euro/
ISBN 978-3-481-03242-5, E-Book: 47,20 Euro/ISBN 978-3-481-03243-2
Die korrekte Angabe von Schadstoffen im Baubestand findet aus unterschiedlichen Grün-
den meist nicht statt. Insbesondere Hochbau- und nicht spezialisierte Abbruchunterneh-
men sind in diesem Fall oft überfordert. „Schadstoffe im Baubestand erkennen und richtig
reagieren mit Katalog nach Bauteilen und Gewerken“ gibt die ideale Hilfestellung zur Ein-
leitung der erforderlichen Maßnahmen auf der Baustelle. Durch den tabellenartigen Aufbau
ist jeder Schadstoff sehr leicht zu finden und entsprechend zu beurteilen. Insbesondere
als Argumentationshilfe gegenüber dem Auftraggeber ist dieses Buch besonders hilfreich.
Wir bitten zu beachten, dass das Buch auch über die Fachgemeinschaft Bau bzw.
den Fachverband Sanierung und Umwelt portofrei bestellt werden kann (Frau Görke,
Tel. 030 / 86 00 04-38). K
20 Aus Verband und Innung Konkret 01 / März 2017BWA-Richtlinien für Bauwerksab
dichtungen
Dr.-Ing. Wolf-Michael Sack: BWA-Richtlinien für Bauwerksabdichtungen – Grundwissen –
Ausführung von Abdichtungen,1. Auflage 2016, Beuth Verlag, 64,00 Euro, E-Kombi (Buch
+ E-Book): 83,20 Euro, ISBN 978-3-410-25186-0
In diesem Fachbuch wird Planenden und Ausführenden ein fundierter Überblick über das
gesamte Gebiet der Bauwerksabdichtung gegeben. Der Autor zeigt häufige Fehlerquellen
auf und liefert praxisgerechte Hinweise zur fachgerechten Ausführung von Abdichtungen.
Auf 400 Seiten werden alle Abdichtungsarten und -stoffe ausführlich und übersichtlich be-
sprochen. Grundlage ist die noch geltende DIN 18195. Da vielfach schon die Ausschreibun-
gen mangelbehaftet sind, eignet sich das Buch als Nachschlagewerk für den Unternehmer,
insbesondere wenn er schlüsselfertig baut. K
VOB 2015 in Bildern
Petra Derler/Frank Hempel/Markus Fiedler: VOB 2015 in Bildern, Januar 2015, WEKA
MEDIA, 79,00 Euro, 220 S., DINA5-Format, ISBN 978-3-8111-3926-8
Die VOB Teil C umfasst sowohl den Hoch- als auch den Tiefbaubereich und hat mit der
Ausgabe 2016 über 900 Seiten. Das kleine Buch des WEKA-Verlages schafft es auf 200
Seiten eine große Auswahl an Gewerken vom Erdbau bis zum Abbruch bezüglich der
Abrechnungsregeln in Tabellenform und teilweise in Bildern darzustellen. Die gute Über-
sichtlichkeit geht ein wenig zu Lasten der Vollständigkeit. So werden von den insgesamt
66 Normen der VOB Teil C nur 49 behandelt, und auch innerhalb der Gewerke hat man
sich auf das Wesentliche beschränkt. Für ein Planungsbüro ist dieses Buch durchaus
empfehlenswert. K
Homogenbereiche
Prof. Dr. Bastian Fuchs und Dipl.-Ing. Hans-Gerd Haugwitz: Homogenbereiche; Aus Bo-
denklassen werden Homogenbereiche – technische und rechtliche Auswirkungen auf die
VOB Teil C 2016; 2016, Fraunhofer IRB Verlag, ISBN E-Book: 978-3-8167-9761-6, ISBN
Print: 978-3-8167-9750-0
Betroffen von dieser neuen Regelung ist eine Vielzahl von Erd- und Spezialtiefbaunormen
der VOB Teil C. Die Zusammenfassung gleicher Boden- und Felsschichten mit spezifischen
Parametern erfordert insbesondere bei den ausschreibenden Stellen bei der Bewertung
des Bodens und der erforderlichen Maschinenarbeit ein erhebliches Umdenken. Für den
Unternehmer müsste sich bei regelkonformer Ausschreibung der Kalkulationsaufwand ver-
einfachen. Verständlich und übersichtlich wird der Praktiker sowohl in technische als auch
rechtliche Fragen der neuen Ausschreibungsregeln eingeführt. Im Anhang befinden sich auf
über 50 Seiten maßgebliche Rechtsprechungen für den Bereich Tiefbau der VOB Teil C, die
allerdings noch keine Homogenbereiche betreffen. K
Konkret 01 / März 2017 Aus Verband und Innung 21Zu guter Letzt
WASsERLEBEN 2017
Bald ist es wieder soweit: Vom 28. bis zum 31. März 2017 öffnet die Messe Berlin
ihre Tore, um mit der Wasser Berlin International eine der größten
Wasser-Fachmessen weltweit zu beherbergen. Mit dabei: die WASsERLEBEN 2017.
22 Zu guter LetztWASsERLEBEN 2017: Tiefbauberufe zum Anfassen
Die WASsERLEBEN 2017 ist Teil der
Wasser Berlin International und fin-
det vom 28. bis 31. März auf dem
Berliner Messegelände statt.
Die Messe WASsERLEBEN informiert
Schüler und Erwachsene interaktiv
über alle Aspekte der lebenswichti-
gen Ressource Wasser.
Wasser kommt nicht überall einfach
aus der Leitung, sondern ist ein le-
bensnotwendiges und in vielen Län-
dern der Erde, rares Element.
Um Schülern einen möglichst prak-
tischen Hintergrund der wichtigen m Bauberufe zum Anfassen auf der WASsERLEBEN 2015.
Ressource „Wasser“ auf ihren Bil-
dungsweg mitzugeben, veranstaltet
die Messe Berlin bereits zum 13. und einer „lebenden Baustelle“, Schü- ihnen die mit dem Element Wasser
Mal die interaktive Ausstellung WAS- lerinnen und Schülern einen lebens- verbundenen Bautätigkeiten Freude
sERLEBEN und unterstützt damit die nahen Eindruck der Tiefbau-Berufe bereiten. Darüber hinaus können sie
Umsetzung des Rahmenlehrplans. sich direkt bei den anwesenden Azu-
bis, Ausbildern und Firmenvertretern
Gleichzeitig sind Besucher aller Al- Weitere Informationen auf vor Ort beraten lassen über konkrete
tersgruppen herzlich eingeladen, an www.wasser-berlin.de Möglichkeiten und Karriereoptionen
der WASsERLEBEN teilzunehmen. in den jeweiligen Baubetrieben. Eine
interessante und in den letzten Jahren
Das Berufsförderungswerk der Fachge- zu vermitteln. Interessierte können auch viel genutzte Gelegenheit für
meinschaft Bau ist an einem Gemein- hier mit anfassen, Technik bedienen Schülerinnen und Schüler, die sich in
schaftsstand wieder sehr gut vertreten oder klassische Bautätigkeiten einmal Bezug auf ihre Berufsorientierung ins-
und hilft mit praktischen Angeboten selbst durchführen und erfahren, ob pirieren lassen möchten. W
Nicht verpassen!
Bierfete der Fachgemeinschaft Bau
Am 16.06.2017 lädt die Fachgemeinschaft Bau zu ihrer diesjährigen Bierfete auf den
Lehrbauhof der Fachgemeinschaft Bau ein. Merken Sie sich die Veranstaltung jetzt schon
vor, eine Einladung geht Ihnen rechtzeitig zu.
Hinweis: Die Veranstaltung richtet sich nur an geladene Gäste!
Konkret 01 / März 2017 Zu guter Letzt 23Geburtstage & Firmenjubiläen
Geburtstage im Januar, Februar und 02.03. 65 Jahre Maurermeister Firmenjubiläen im Januar, Februar und
März 2017 Harald Mascher März 2017
Baugeschäft Harald Mascher
10.01. 60 Jahre Bernd Harzke Birkholzer Weg 7, 01.01. 25 Jahre Trockenbau Zeitz GmbH
Steigahaus GmbH 15748 Märkisch-Buchholz An der Pastoa 13, 03042 Cottbus
Schillerstr. 47, 16341 Panketal
07.03. 50 Jahre Brunnenbaumeister 01.01. 25 Jahre Hans Rausch & Söhne GmbH
14.01. 80 Jahre Dipl.-Ing. Harry Eichberg Jens Sutor Richard-Wagner-Str. 12-14,
Eichberg Baugesellschaft mbH 14913 Jüterbog
Brunnenbau Jens Sutor
Mörchinger Str. 141, 14169 Berlin
Beeskower Chaussee 14,
01.02. 25 Jahre Holger Heinrich
21.01. 60 Jahre Ulrich Preußer 15859 Storkow
Fliesen-, Platten- u. Mosaiklegermeister
Brunnenbaumeister Marxstr. 38,
12.03. 50 Jahre Maurermeister Aicke Aepler
Elsterwerdaer Str. 20, 04932 Gröden 16356 Werneuchen
Aepler Bau GmbH & Co. KG
24.01. 65 Jahre Dipl.-Ing. Wolfgang Bauer Oranienburger Str. 101, 13437 Berlin 11.02. 25 Jahre Hans Göttsche
Ingenieurbau GmbH Straßen- u. Tiefbau GmbH
16.03. 60 Jahre Erhard Rogall Am Zeppelinpark 21,
Niederlassung Berlin
Großkopfstr. 8, 13403 Berlin Hochbau Erhard Rogall 13591 Berlin
Bizetstr. 79, 13088 Berlin
02.02. 50 Jahre Dipl.-Ing. Jörn Anhalt 25.02. 25 Jahre Famosa Bau GmbH
Grünauer Str. 29, 12524 Berlin 17.03. 60 Jahre Dipl.-Ing. Dr. Uwe Wedde Fichtelbergstr. 7,
Berliner Ausbau GmbH 12685 Berlin
05.02. 70 Jahre Dipl.-Kfm. Peter Foerstendorf Kopenhagener Str. 96,
Oberhaardter Weg 10, 14193 Berlin 13158 Berlin 01.03. 25 Jahre Barckmann & Horn GmbH
Sanierungstechnik
11.02. 60 Jahre Ing. Christoph Eydam 21.03. 65 Jahre Rosel Fiebig Schäferhof 1,
Baugesellschaft Eydam mbH Montagen Metallbau 16269 Wriezen
Steinfurter Allee 42 c, Thiemstr. 41, 03050 Cottbus
16230 Lichterfelde 19.03. 25 Jahre TARKUS GmbH
27.03. 60 Jahre Dipl.-Ing. Rüdiger Galle IngenieurSanierung
26.02. 65 Jahre Jens Wiederhold Hochbergweg 2,
Galle Service GmbH & Co. KG
Sadiku Baumanagement GmbH 12207 Berlin
Herzbergstr. 51-54, 10365 Berlin Gewerbeparkstr. 7,
03099 Kolkwitz
02.03. 65 Jahre Uwe Geißler
Richard Strauch 28.03. 65 Jahre Dipl.-Ing. Peter Kaufmann
Bauunternehmung GmbH Erd- u. Tiefbau GmbH & Co. KG
Trettachzeile 9-13, 13509 Berlin Lieberoser Str. 22 a, 15898 NeuzelleSie können auch lesen