"MACH MAL 'NE APP" - BASETALK

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"MACH MAL 'NE APP" - BASETALK
THEORIE & PRAXIS

     Norina Lauer, Katharina Giordano, Daniel Kreiter, Vera Leusch & Sabine Corsten*

     „Mach mal ’ne App“
     Qualitätssicherung digitaler Entwicklungen am Beispiel der App BaSeTaLK
     *
         ) Unter Mitarbeit von Pia Enzner, Michael Lazik & Almut Plath

     Einleitung                                           liegt. Sie ermöglicht neben einer multimoda-       demzufolge bei physiologischem Altern, aber
                                                          len Stimulation auch die Steuerung des me-         auch bei Behinderung oder Pflegebedürftigkeit
     Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglich-      thodischen Vorgehens sowie die Integration         gefördert werden. Das übergeordnete Ziel ist
     keiten für die aktuelle und zukünftige Gestal-       von Hilfestellungen und Feedback, und damit        die Wahrung von Autonomie und Unabhängig-
     tung logopädischer Maßnahmen. Hierzu ge-             eine individuelle Anpassung. Daher ist es lang-    keit von Menschen im Alter (WHO 2002).
     hören u.a. Apps, über die asynchrone und syn-        fristig notwendig, spezifische Apps für die Lo-    Um an Aktivitäten des täglichen Lebens teilzu-
     chrone Maßnahmen mittels Tablet oder Smart-          gopädie zu entwickeln und diese auf ihre Ein-      nehmen, spielt überdies eine gelingende Kom-
     phone angeboten werden können. Starke &              setzbarkeit und Effektivität hin zu überprü-       munikation eine zentrale Rolle. Aber auch im
     Mühlhaus (2018) stellen fest, dass derzeit nur       fen. Die Entwicklung und Evaluation einer qua-     Kommunikationsverhalten sind altersbeding-
     eine geringe Anzahl an spezifischen Apps für         litativ hochwertigen App stellt allerdings einen   te Veränderungen zu beobachten, die zu Rück-
     die Logopädie zur Verfügung steht. Dennoch           sehr umfangreichen und komplexen Prozess           zugsverhalten und verminderten Aktivitäten
     könnten allgemeine und spielorientierte Apps         dar. In diesem Beitrag wird ein solcher Prozess    älterer Menschen führen (Grewe 2017). Über
     zu therapeutischen Zwecken genutzt werden,           beispielhaft anhand einer App zur Stimulation      Programme zur Kommunikationsförderung,
     sofern sie qualitativ angemessen sind.               von biographischen Erzählungen älterer Men-        wie z.B. Keep-on-Talking (Hickson et al. 1996)
     Zur Qualitätsbewertung wird ein auf der evi-         schen erläutert.                                   kann einem Nichtgebrauch von Sprache und
     denzbasierten Praxis basierendes Modell zur                                                             einer damit verbundenen Verschlechterung
     App-Auswahl empfohlen (Wakefield & Schaber                                                              der Kommunikationsfähigkeit entgegenge-
     2011, zitiert nach Starke & Mühlhaus 2018). Hier-    Theoretischer Hintergrund                          wirkt werden (Grewe 2017).
     bei wird auf der Basis einer klinischen Fragestel-
     lung nach Evidenz gesucht und diese bewertet.        Prävention im Alter                                Biographiearbeit
     Darauf aufbauend wird entschieden, „ob die In-
     tegration einer App in die Therapie aus evidenz-     Gesund altern wollen alle. Ob dies gelingt,        Um einen sinnhaften kommunikativen Aus-
     basierter Sicht sinnvoll ist“ (Starke & Mühlhaus     hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die Welt-       tausch zu stimulieren, kann außerdem Biogra-
     2018, 24). Danach erfolgt die Suche nach einer       gesundheitsorganisation (WHO) spricht dies-        phiearbeit eingesetzt werden. Sie kann helfen,
     geeigneten App und deren Bewertung hinsicht-         bezüglich von aktivem Altern (WHO 2002). Da-       altersbedingte Anpassungsprozesse sowie so-
     lich ethischer Aspekte, wie Datenschutz, Funk-       runter „versteht man den Prozess der Optimie-      ziale Teilhabe und Lebensqualität zu fördern
     tionalität, Hilfegabe (ebd.).                        rung der Möglichkeiten von Menschen, im zu-        (Blimlinger et al. 1996, Gereben & Kopinitsch-
     Aus der logopädischen Praxis heraus besteht          nehmenden Alter ihre Gesundheit zu wahren,         Berger 1998, Specht-Tomann 2009). Dabei wer-
     verständlicherweise der Wunsch nach der Ent-         am Leben ihrer sozialen Umgebung teilzuneh-        den im Rahmen narrativ-basierter Ansätze le-
     wicklung spezifischer Apps für die Logopädie,        men und ihre persönliche Sicherheit zu ge-         bensgeschichtliche Erzählungen im Austausch
     der nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie        währleisten und derart ihre Lebensqualität zu      mit anderen stimuliert, um die Identitätsent-
     verstärkt wurde. Eine App bietet aber nicht nur      verbessern“ (WHO 2002, 12). Individuelle An-       wicklung zu unterstützen und Selbstwertge-
     Übungsmaterial, das digital statt analog vor-        passungsprozesse und Lebensqualität müssen         fühl und Lebensqualität zu steigern (Moser
                                                                                                             2000, Ruhland 2006). Auch soziale Beziehun-
                                                                                                             gen können so gefördert werden (Gereben &
                                                                                                             Kopinitsch-Berger 1998).
     ZUSAMMENFASSUNG. Die Entwicklung qualitativ hochwertiger Apps zur Ge-                                   Dieses Vorgehen schließt daran an, dass im
     sundheitsversorgung erfordert einen aufwendigen Entwicklungsprozess, an                                 Alter der Anteil autobiografischer Erzählun-
     den sich eine Evaluation der App-gestützten Maßnahme anschließen sollte,                                gen und der Rückbezug auf Vergangenes, z.B.
     um Aussagen zur Wirksamkeit treffen und somit den App-Einsatz begründen                                 eine besonders positive Bewertung der Ver-
     zu können. In diesem Beitrag wird die nutzerzentrierte Entwicklung der App                              gangenheit, zunehmen (Boden & Bielby 1983).
     BaSeTaLK vorgestellt, mit der eine Tablet-gestützte Stimulation biographisch                            Bislang wird Biographiearbeit überwiegend als
     orientierter Gespräche bei älteren Menschen zur Verbesserung des psychischen                            Erinnerungsarbeit bei Menschen mit demen-
     Wohlbefindens ermöglicht werden soll. Nach erfolgreicher Evaluation könnten                             ziellen Erkrankungen eingesetzt, seltener zur
     LogopädInnen als MultiplikatorInnen den Einsatz der App vermitteln.                                     Steigerung der Lebensqualität bei Menschen
     SCHLÜSSELWÖRTER: App-Entwicklung – Biographiearbeit – SeniorInnen – Design Thinking                     ohne oder mit nur geringen kognitiven Beein-
     – Qualitätsprüfung                                                                                      trächtigungen, obwohl Biographiearbeit als

20   forum:logopädie Jg. 35 (3) Mai 2021 | 20-27                                                                                             www.dbl-ev.de
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Qualitätsmerkmal moderner Altenpflege gilt         rungskultur innerhalb der Gruppe älterer Mit-     qualität und Kommunikation – BaSeTaLK“ (FKZ
(Specht-Tomann 2009).                              menschen zu fördern, und institutionalisierte     13FH515SA7/B7) setzt genau hier an. Es handelt
2019 konnten in einem systematischen Review        Personen werden durch technische Unterstüt-       sich um ein Verbundprojekt der Katholischen
19 Studien identifiziert werden, bei denen die     zung zum lebensgeschichtlichen interperso-        Hochschule Mainz (Projektleitung: Prof. Dr. Sa-
Wirkung von Biographiearbeit bei älteren, kog-     nellen Austausch animiert.                        bine Corsten) und der Ostbayerischen Techni-
nitiv gesunden Menschen in Pflegeeinrichtun-       In bisherigen Studien zeigte sich, dass struk-    schen Hochschule Regensburg (Projektleitung:
gen untersucht wurde (Menn et al. 2019). Es lie-   turierte Erinnerungsarbeit bei Menschen mit       Prof. Dr. Norina Lauer). Im ersten Projektjahr
ßen sich signifikante Verbesserungen von Le-       Demenz durch Ehrenamtliche adäquat durch-         wurde eine App entwickelt, mit der ehrenamt-
bensqualität und psychischem Wohlbefin-            geführt werden kann (Boegart et al. 2016), und    lich tätige ältere Menschen Biographiearbeit
den bei älteren institutionalisierten Menschen     dass ältere Ehrenamtliche strukturierte Erinne-   mit älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen
nachweisen, die sowohl durch Einzel- als auch      rungsarbeit in Palliativeinrichtungen mit ver-    durchführen sollen.
Gruppensitzungen erreicht wurden. Zur Förde-       gleichbarem Erfolg wie ausgebildete Personen
rung der sozialen Integration erscheint v.a. das   durchführen konnten (Allen et al. 2014).          Ziele von BaSeTaLK
Gruppensetting vielversprechend (Haslam et         Der Achte Altersbericht des Bundesministe-        Mit Unterstützung der App soll das Erzählen
al. 2010, Housden 2009).                           riums für Familie, Senioren, Frauen und Ju-       von sich selbst im Austausch mit Gleichge-
                                                   gend (BMFSFJ 2020) konkludiert, dass die          sinnten gefördert und es sollen Erinnerungs-
Digitale Medien im Alter                           Potenziale der Digitalisierung für den Alltag     prozesse aktiviert werden. Es wird eine Stei-
                                                   älterer Menschen bisher unzureichend er-          gerung von Kommunikation, Lebensqualität
Digitale Medien können genutzt werden, um          forscht sind und fordert ausdrücklich die par-    und psychischem Wohlbefinden älterer Men-
eine selbstständig durchgeführte Biographie-       tizipative Einbindung älterer Menschen in die     schen erwartet. Zudem soll die Maßnahme Er-
arbeit für Menschen in Pflegeheimen zu er-         Entwicklung digitaler Anwendungen und de-         kenntnisse zum Umgang von Menschen im Al-
möglichen, die an die kognitiven und senso-        ren Evaluation.                                   ter mit neuen Medien, insbesondere dem Ta-
motorischen Fähigkeiten der Nutzenden an-                                                            blet, sowie zu den Möglichkeiten digitaler In-
gepasst ist (Nordheim et al. 2015). Um den Ver-    Forschungsprojekt BaSeTaLK                        klusion liefern.
mittlungsprozess zu unterstützen, werden
entsprechend den Bedingungen zum digitalen         Das seit Mitte 2019 laufende und vom Bundes-      Studiendesign
Lernen im Alter ehrenamtlich engagierte Se-        ministerium für Bildung und Forschung (BMBF)      Zur Evaluation ist ein randomisiertes Vortest-
niorInnen einbezogen (Doh et al. 2016). So ler-    geförderte Forschungsprojekt „Biographie-         Nachtest-Kontrollgruppen-Design mit Follow-
nen ältere, nicht institutionalisierte Menschen    arbeit in Senioreneinrichtungen mit Tablet-       up-Untersuchung nach drei Monaten geplant
Technik zu nutzen, um eine digitale Erinne-        Unterstützung zur Verbesserung von Lebens-        (zum Design s. Corsten & Lauer 2020). Im Fol-

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Am Schornacker 32                         tel    0281 / 9885-0
46485 Wesel                               e-mail info@rzh.de
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     Abb. 1: Entwicklungsphasen der                genden wird der Entwicklungsprozess der App       ten geht, wird mittlerweile aber auch im sozia-
     App BaSeTaLK                                  dargestellt, um aufzuzeigen, welche Metho-        len Bereich angewandt (Brown & Wyatt 2010).
                                                   den sinnvoll sein können, um die Qualität bei     Es handelt sich um einen kreativen und gleich-
                                                   der App-Entwicklung zu sichern.                   zeitig analytischen Prozess, bei dem in Team-
                                                                                                     work über Kommunikation und Visualisie-
                                                                                                     rung Prototypen entwickelt und auf der Basis
                                                   Methoden der                                      eingeholten Feedbacks überarbeitet werden
                                                   App-Entwicklung                                   (Razzouk & Shute 2012).
                                                                                                     TeilnehmerInnen des Workshops waren neben
                                                   Die Entwicklung der App BaSeTaLK umfasste 4       dem Projektteam der Logopädie Personen aus
                                                   Phasen (Abb. 1), die im Folgenden beschrieben     Sozialer Arbeit, Pflege, Physiotherapie und In-
                                                   werden.                                           formatik. Da für die Prototypenentwicklung
                                                                                                     die Sichtweise derjenigen, die eine Entwick-
                                                   Design Thinking                                   lung später nutzen sollen, eine zentrale Rolle
                                                                                                     spielt, wurde neben Expertinnen aus der Päda­
                                                   Zum Projektstart wurde mit dem Projektteam        gogik und Sozialen Arbeit auch ein ehrenamt-
                                                   ein zweitägiger Design-Thinking-Workshop          lich engagierter Senior als Vertreter potenziell
                                                   durchgeführt, der von zwei Design-Thinking-       Nutzender über Interviews und in die Testung
                                                   Coaches des Hochschulverbunds Transfer und        prototypischer Lösungsideen eingebunden.
                                                   Innovation Ostbayern (TRIO) geleitet wurde.       So sollte ein Input aus unterschiedlichen Per-
                                                   Der Begriff Design Thinking kommt ursprüng-       spektiven gelingen.
                                                   lich aus der Produktentwicklung, bei der es       Zu Beginn des Design Thinkings werden ein bis
                                                   um Aussehen und Funktionalität von Produk-        zwei Fragen (Design Challenges) formuliert, die

     Abb. 2: Design-Thinking-Prozess (in Anlehnung an Grots & Pratschke 2009, 20)

                     Problemverständnis                                                            Lösungsverständnis

     Abb. 3: Semantische Analyse im Design-Thinking-Prozess zur App BaSeTaLK                         im Prozess bearbeitet werden sollen. Bei BaSe-
                                                                                                     TaLK ging es um die Design Challenges:
                                                                                                     • Wie kann Biographiearbeit (Gespräche über
                                                                                                        Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) für
                                                                                                        ältere Menschen motivierend gestaltet
                                                                                                        werden?
                                                                                                     • Wie kann die Anwendung digitaler Medien
                                                                                                        für ältere Menschen durch andere ältere
                                                                                                        Menschen vermittelt werden?
                                                                                                     Der Design-Thinking-Prozess besteht aus den
                                                                                                     Phasen Problemverständnis und Lösungsver-
                                                                                                     ständnis (Abb. 2). In der ersten Phase steht die
                                                                                                     Entwicklung eines gemeinsamen Problem­
                                                                                                     verständnisses im Mittelpunkt, während in der
                                                                                                     zweiten Phase Lösungsansätze entwickelt und
                                                                                                     getestet werden. Beide Phasen sind in je drei
                                                                                                     Schritte unterteilt. Alle Schritte sind dadurch
                                                                                                     gekennzeichnet, dass Aufgaben mit Zeitlimit
                                                                                                     durchgeführt werden, zunächst keine Bewer-
                                                                                                     tungen erfolgen, man auf Ideen anderer aufbau-
                                                                                                     en und dennoch beim Thema bleiben soll, sich
                                                                                                     zu „verrückten“ Ideen ermuntert und möglichst
                                                                                                     viele Ideen generiert (Hastreiter & Böhm 2019).
                                                                                                     Um ein gemeinsames Problemverständnis zu
                                                                                                     entwickeln, wurde anhand von Übungen die
                                                                                                     Perspektive der Nutzenden eingenommen. Ab-
                                                                                                     bildung 3 zeigt beispielhaft, wie Wissen und
                                                                                                     Annahmen der Teammitglieder gesammelt
                                                                                                     wurden.

22   forum:logopädie Jg. 35 (3) Mai 2021 | 20-27                                                                                      www.dbl-ev.de
"MACH MAL 'NE APP" - BASETALK
Abb. 4: Beispiel eines Protoypen zur               Danach wurden Inter-      tal bzw. telefonisch umgesetzt werden. Es ergaben sich Aussagen zur
App BaSeTaLK                                       views mit ExpertIn-       Bedienbarkeit des Tablets und der App, aber auch zur Komplexität der
                                                   nen und einem mög-        gesprächsstimulierenden Fragen. Weitere Ergebnisse werden innerhalb
                                                   lichen Nutzer durch-      einer an das Projekt angebundenen Dissertation ausgewertet und zu-
                                                   geführt, um auf der       künftig gesondert publiziert.
                                                   Basis der gewonne-        Konsens aus den vorherigen Entwicklungsschritten war, dass eine App,
                                                   nen Erkenntnisse im       die biographisch orientierte Gespräche stimulieren soll, die Vorteile der
                                                   Team eine gemeinsa-       digitalen Umsetzung nutzen sollte, indem sie virtuelle Ausflüge mit Er-
                                                   me Sichtweise zu de-      lebnischarakter ermöglicht und multimedial gestaltet ist.
                                                   finieren. In den Inter-
                                                   views wurde deutlich,     Abb. 5: Prozess der App-Entwicklung
                                                   dass zur Gesprächs-
                                                   stimulation mit äl-
teren Menschen offene Impulse wichtig sind. Als Themen bieten sich
demzufolge der eigene Lebenslauf und die Lebensleistung an, generelle
Erinnerungen an früher, aber auch Themen wie Kochen, Ernährung, Um-
gang mit Gesundheitsdaten, Internet oder Hilfsmittel. Auch das Ende                Fokusgruppe                                                Überarbeitung
des Lebens sollte kein Tabuthema sein.
                                                                                                                            App
Wichtig im Gespräch ist das gegenseitige Interesse. Der ehrenamtlich
engagierte Senior berichtete von starker intrinsischer Motivation, wes-
halb Ehrenamtliche auch viel Zeit investieren würden. Er sah sein En-
gagement als Hilfe zur Selbsthilfe und betonte, dass man bei eigener              2BP, 2 EE, 3 WM                                            Weiterentwicklung
Begeisterung auch andere begeistern könne. Im Hinblick auf die tech-
nische Unterstützung von biographisch orientierten Gesprächen wur-
de zu einem niederschwelligen Ansatz geraten, um auch technikscheue
Personen einzubeziehen. Die App sollte einfach bedienbar sein und auf
verschiedenen Betriebssystemen laufen.
Anschließend wurden kreativ Lösungsideen gesammelt und zu ausge-                  Mitglieder der Fokusgruppe
                                                                                  BP = Bewohnerinnen im Pflegeheim
wählten Ideen sogenannte Prototypen entwickelt, um die Lösungsvor-                EE = Ehrenamtlich Engagierte
                                                                                  WM = Wissenschaftliche Mitarbeitende

schläge erlebbar zu machen. Dies wurde von einer Gruppe mit Bastelma-
terial wie Karton, Stiften, Papier und Klebematerial (Abb. 4) und von der         Abb. 5 Prozess der App-Entwicklung

anderen Gruppe über eine PowerPoint-Präsentation mit Integration von
Audio- und Videodateien umgesetzt.
Abschließend wurden die Prototypen den Expertinnen und dem poten-
ziellen Nutzer präsentiert und von diesen getestet. Zentrale Ergebnisse             THEORG – die Software für die
waren, dass Bezüge zur Vergangenheit gute Anknüpfungspunkte sind,
aber aktuelle Themen werden als mindestens ebenso wichtig erachtet.                 perfekte Praxisorganisation
Der Gesprächseinstieg muss interessant gestaltet sein, wozu sich Fotos
oder Videos anbieten. Insgesamt konnten sich die TesterInnen vorstel-                  mobil                     papierlos                modular
len, dass durch digital stimulierte Interaktivität Gespräche entstehen
können. Es wurden Tablets mit großem Display empfohlen. Bei der Inte-
gration personenbezogener Informationen sollten datenschutzrechtli-               Durch den flexiblen Aufbau
che Aspekte unbedingt beachtet werden.                                            der Software ist THEORG für
                                                                                  große sowie kleine Praxen
Fokusgruppe                                                                       und damit auch für Existenz-
                                                                                  gründer bestens geeignet.
Die weitere App-Entwicklung erfolgte unter Einbezug einer Fokusgruppe
                                                                                  Nutzen Sie THEORG 2GO,
mit zwei ehrenamtlich engagierten SeniorInnen und zwei Bewohnerin-                die App für Therapeuten,
nen eines Pflegeheims. Die Gruppe wurde von den zwei wissenschaftli-              direkt am Smartphone und
chen Mitarbeiterinnen und einem technischen Mitarbeiter des Projekts              das THEORG Klemmbrett zur
geleitet. Ausgehend von den entwickelten Prototypen und einer Erläute-            digitalen Datenverwaltung
rung zur Biographiearbeit wurden im ersten Fokusgruppentreffen Ideen              am Tablet!
der TeilnehmerInnen gesammelt, die zur Entwicklung eines App-Dum-
mys führten, der in den weiteren Treffen systematisch weiterentwickelt            Typisch THEORG –
                                                                                  wir kennen nur Lösungen!
wurde (Abb. 5).
Methodisch orientierte sich das Vorgehen am agilen Projektmanage-
ment mit Scrum (Cohn 2009, Häger et al. 2015), bei dem sich kreative
                                                                                 SOVDWAER GmbH
und explorative Phasen abwechseln, d.h. NutzerInnen geben iterativ               Franckstraße 5
Feedback zu Prototypen, die sie durch Testen und Diskutieren schritt-            71636 Ludwigsburg
                                                                                                                                                               SGN 2.D32.1

                                                                                 Tel. 0 71 41 / 9 37 33-0
weise weiterentwickeln. Die ersten drei Treffen der Fokusgruppe fanden           info@sovdwaer.de
                                                                                 www.sovdwaer.de
in Präsenz in einer Pflegeeinrichtung in Regensburg statt. Die Treffen
vier bis sechs mussten aufgrund der COVID-19-Krise überwiegend digi-

www.dbl-ev.de                                                                                                            forum:logopädie Jg. 35 (3) Mai 2021 | 20-27         23
"MACH MAL 'NE APP" - BASETALK
THEORIE & PRAXIS

     Abb. 6: Stufen der Qualitätsprüfung

                                                                                                           4a. Check – Nutzende
                                                                                                              •   Persönlicher Bezug
                                                                                                              •   Lebenswelt
                                                                                                              •   Wirkung von Fragen
                      1. Entwurf                      2. Check –                                              •   Evozieren von
                         Themenliste                  ExpertInnenmeinung                                          Erinnerungen und
                      •   15 Orte sind gewählt                                                                    Erzählen
                      •   Unterthemen und             (Gesamtzusammenhang)

                                                                                        3. Überarbeitung
                          Fragen sind formuliert        •   Themenauswahl

                                                                                                                                             5. Endfassung
                      •   Gesprächstiefe ist            •   „Verortung“
                                                                                                           4b. ExpertInnenmeinung

                                                                                                                                             Themenliste
                          voreingeschätzt               •   Kollektivgeschichte
                                                        •   Biographiearbeit                               (Lupenblick)
                      •   Zuordnung zu den
                                                        •   Thementiefe                                       •   Fragen – konkrete
                          Biographiethemen liegt
                                                        •   Sonstiges                                             Inhalte und angestrebte
                          vor
                                                                                                                  Richtungen
                                                                                                              •   Fragenform /
                                                                                                                  Formulierung
                                                                                                              •   Unterthemen-Struktur

                Abb. 6 Stufen der Qualitätsprüfung
     Somit wurden parallel zu den Fokusgruppen-           siert werden kann als auch die persönliche              Materialerstellung
     treffen, ausgehend von den Rückmeldungen             Entwicklung
     der TeilnehmerInnen, Themen für die App de-      • Berücksichtigung verschiedener Grade der                  Nach Abschluss der Qualitätsprüfung wurde
     finiert. Es entstanden 15 Themen in Form von         Gesprächstiefe (leicht, mittel, intensiv):              das finale Material der App erstellt. Wenn das
     Orten mit Unterthemen, davon acht Kultur-            Eine leichte Gesprächstiefe bietet einen                Ziel wie in diesem Forschungsprojekt darin be-
     themen (z.B. Kino, Theater) und sieben Natur-        einfachen Einstieg ins Gespräch; bei mitt-              steht, bei erwiesener Wirksamkeit eine App als
     themen (z.B. Garten, Meer, Wald).                    lerer Gesprächstiefe kommt es durch Fra-                Open Source (z.B. auf www.github.com) zu ver-
                                                          gen zur eigenen Person und dem persönli-                öffentlichen, um sie anderen ForscherInnen
     Qualitätsprüfung                                     chen Werdegang und Umfeld zu einer stär-
                                                          keren Reflexion der eigenen Lebenssitua-
                                                                                                                  ebenso wie Firmen zur Weiterverwendung zur
                                                                                                                  Verfügung zu stellen, müssen zahlreiche recht-
     Um die Qualität von Themengestaltung und             tion; bei intensiver Gesprächstiefe werden              liche Aspekte berücksichtigt werden. Dieser
     Fragenkonzeption sicherzustellen, wurde ein          Themen zu Lebenseinstellung oder Über-                  Prozess fand in engem Austausch mit einer IT-
     fünfstufiges Verfahren entwickelt (Abb. 6).          zeugungen, aber auch Tod oder Sterben                   Fachanwältin statt. Aus den erhaltenen recht-
     Grundlage für alle Stufen der Qualitätsprüfung       angesprochen.                                           lichen Informationen wurden Checklisten zur
     war eine Checkliste zur Berücksichtigung der     • Positive Abschlussfrage zu jedem Thema.                   Prüfung der Rechtssicherheit erarbeitet. So
     Ziele und Prinzipien der Biographiearbeit. Da-   Darauf aufbauend wurden auf Stufe 1 der Qua-                mussten z.B. die auf Fotos abgebildeten Perso-
     bei geht es darum, durch Erzählungen über die    litätsprüfung alle Orte, Unterthemen und Fra-               nen Modelverträge erhalten, um die Veröffent-
     eigene Lebensgeschichte im Austausch mit an-     gen von zwei wissenschaftlichen Mitarbeite-                 lichung im Rahmen der App zu ermöglichen,
     deren Personen die verschiedenen Phasen des      rinnen erstellt und gegenseitig geprüft. Stufe 2            oder Markenrechte beachtet werden.
     eigenen Lebens miteinander zu verbinden und      beinhaltete einen voneinander unabhängigen
     ein positives Identitätsgefühl zu entwickeln     Check des gesamten Materials durch die beiden               Themenbeispiel „Garten“
     (Corsten & Hardering 2015). Davon ausgehend      Projektleiterinnen im Hinblick auf Themenaus-               Das Ergebnis der App-Entwicklung wird hier am
     sollten bei der App-Konzeption folgende Krite-   wahl, Zielgruppenorientierung, Zukunftspers-                Beispiel des Themas „Garten“ vorgestellt. Nach
     rien beachtet werden:                            pektive, Ressourcenorientierung, Gesprächs-                 einer Frage zum aktuellen Befinden (Blitzlicht)
     • Lebensweltbezug aller Themen                   tiefe, Fragenstil und Themenübergänge.                      kann in einer Liste ein Thema ausgewählt wer-
     • Einstieg über gesprächsstimulierende           Nach der Überarbeitung durch eine wissen-                   den (Abb. 7a). Zur Erleichterung der Auswahl
        Features (z.B. Quiz, Erzählung, Geräusch)     schaftliche Mitarbeiterin (Stufe 3) gab es auf              sind die Unterthemen zu jedem Thema ange-
     • assoziativer oder inhaltlich-thematischer      Stufe 4 eine Überprüfung durch potenziel-                   geben, wie beim Thema „Garten“ die Unterthe-
        Bezug der Unterthemen zum Oberthema           le NutzerInnen (4a) und eine Detailprüfung                  men „Wachsen und Gedeihen“, „Erfahrungen
     • Impulse zu allen Unterthemen in Form von       durch die beiden Projektleitungen, zwei wis-                aus Projekten“ und „Ruheoase“.
        Fotos und Fragen                              senschaftliche Mitarbeiterinnen und zwei                    Auf der ersten Seite des Themas ist ein Foto,
     • Ressourcenorientierte, leichte, möglichst      studentische Hilfskräfte, bei der auch alle                 das offene Assoziationen stimulieren soll. Es
        offene und reflexiv formulierte Fragen        Hintergrundbilder und Features bewertet                     folgen drei Unterthemen, die durch je ein Foto
     • Aufgreifen von mind. zwei der drei Zeit-       wurden (4b).                                                dargestellt sind und vier Impulse, v.a. in Form
        achsen Vergangenheit, Gegenwart und Zu-       Auf Stufe 5 erfolgte eine abschließende, von-               von Fragen, beinhalten. Beim jeweils ersten
        kunft bei der Fragenkonzeption                einander unabhängige Prüfung der Themenlis-                 Unterthema findet man statt der ersten Fra-
     • Variierende Fragen, die sowohl konkrete als    te durch die beiden Projektleitungen. Bei nicht             ge ein Feature, das z.B. ein Podcast, Geräusch,
        auch auf das eigene Leben bezogene Ant-       übereinstimmenden Einschätzungen wurden                     Lied oder Quiz sein kann. Hierdurch soll ein in-
        worten zulassen, wie z.B. „Wachsen und        diese in Teamsitzungen besprochen und kon-                  teressanter Gesprächseinstieg erfolgen. Beim
        Gedeihen“ beim Thema „Garten“, wobei so-      sensuale Entscheidungen getroffen.                          Thema „Garten” hört man z.B. eine kurze Er-
        wohl das Wachstum von Pflanzen themati-                                                                   zählung „Vom Samen zur Knolle“ (Abb. 7b). Fra-

24   forum:logopädie Jg. 35 (3) Mai 2021 | 20-27                                                                                                       www.dbl-ev.de
gen, die danach schriftlich und bei Bedarf auch   traute Personen das Konzept nachvollziehen          methoden sorgfältig zu planen und zu evaluie-
auditiv nacheinander präsentiert werden, sind:    und die App verwenden können.                       ren, um den Erfolg ihres Einsatzes abzusichern.
• Wem oder was haben Sie beim Wachsen             Es zeigte sich u.a., dass ein sehr flexibles Vor-   Idealerweise sollte die Einbindung von Nutzer-
   zugesehen?                                     gehen in der App-Anwendung notwendig ist            Innen in die App-Konzeption erfolgen, indem
• Woran sind Sie gewachsen?                       und das Tempo der Vermittlung an die Teilneh-       ein partizipationsorientierter Ansatz gewählt
• Was waren wichtige Entwicklungen in             merInnen individuell angepasst werden muss.         wird, um die Anpassung an die Zielgruppe zu
   Ihrem Leben? Was mussten Sie dafür tun?        Weitere Teile dieser Testung stehen noch aus        gewährleisten (Keeley et al. 2019).
Die weiteren Unterthemen sind mit je vier Fra-    und die genauen Ergebnisse werden im Rah-           Eine Usability-Testung bietet sich zur ersten
gen verbunden. Abschließend sollen die Teil-      men der bereits genannten Dissertation veröf-       Erprobung einer App an, auf deren Basis die
nehmerInnen ein Feedback dazu geben, wie ih-      fentlicht. Aktuell wird geprüft, wie die Evalua-    eigentliche Evaluation im Gruppen- und Ein-
nen das Thema gefallen hat.                       tion (s. Design) angesichts der pandemischen        zelsetting erfolgen kann. Hierbei sollten quan-
                                                  Lage möglich ist, d.h., inwieweit eine alternati-   titative Fragebögen, aber vor allem Interviews
                                                  ve digitale Umsetzung erfolgen kann.                eingesetzt werden, um weitere Hinweise zu er-
Usability-Testung                                                                                     halten, welche Bedingungen erfüllt sein müs-
Abschließend wurden in einer ersten Usabili-                                                          sen, um eine App erfolgreich anzuwenden.
ty-Testung mit älteren Menschen die inhalt-       Diskussion und Fazit                                Beim Einsatz der App BaSeTaLK, die der Präven-
lichen und technischen Aspekte durch Perso-       Der dargestellte Prozess der App-Entwicklung        tion im Alter dienen soll, ist die Schulung eh-
nen geprüft, die nicht in die App-Entwicklung     zeigt die Komplexität des Verfahrens und er-        renamtlich engagierter älterer Menschen zu
einbezogen waren. Darüber erfolgte eine wei-      klärt die noch wenigen vorhandenen logopä-          Moderation und Gesprächsführung mit älteren
tere Qualitätssicherung, und es sollte geprüft    die-spezifischen Applikationen. Dennoch ist         Menschen ein zentrales Element. Auch wenn
werden, ob auch nicht mit der Entwicklung ver-    es erforderlich, Apps genauso wie Therapie-         eine App möglichst selbsterklärend konzipiert

Abb. 7a: Themenliste                                                        Abb. 7b: Themenbeispiel „Garten“

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THEORIE & PRAXIS

     sein sollte, wird davon ausgegangen, dass die            Cohn, M. (2009). Succeeding with Agile: Software            forschen mit Menschen mit komplexem Unter-
     Nutzenden, wie in diesem Fall die ehrenamt-                 development using Scrum. Upper Saddle River,             stützungsbedarf. Teilhabe 58 (3), 96-102
     lich Engagierten, an die Verwendung herange-                N.J.: Addison Wesley                                  Menn, L., Corsten, S., Lauer, N. & Wallace, S. (2019).
     führt werden müssen. Somit ist die Rolle von             Corsten, S. & Hardering, F. (2015). Biographisch-           The effectiveness of biographical approaches in
     LogopädInnen im Rahmen einer solchen Prä-                   narrative Intervention bei Aphasie. Sprachthe-           long-term care: a systematic review. Gerontolo-
     ventionsmaßnahme perspektivisch darin zu                    rapie aktuell 2, e2015–07                                gist 60 (4), e309-e328
     sehen, Schulungen anzubieten und die Nut-                Corsten, S., Schimpf, E., Konradi, J., Keilmann, A. &    Moser, U. (2000). Identität, Spiritualität und
     zung in Zusammenarbeit mit Pflegeeinrich-                   Hardering, F. (2015). The participants’ perspec-         Lebenssinn. Studien zur Theologie und Praxis der
     tungen zu begleiten.                                        tive: how biographic–narrative intervention              Seelsorge. Würzburg: Echter
     Bei erwiesener Wirksamkeit ist zu prüfen, in-               influences identity negotiation and quality of        Nordheim, J., Hamm, S., Kuhlmey, A. & Suhr, R.
     wieweit die App BaSeTaLK auch in anderen                    life in aphasia. International Journal of Language       (2015). Tablet computers and their benefits for
     Kontexten, wie z.B. bei alleine zu Hause leben-             and Communication Disorders 50 (6), 788-800              nursing home residents with dementia: results
     den SeniorInnen, aber auch bei Menschen mit              Corsten, S. & Lauer, N. (2020). Biography work              of a qualitative pilot study. Zeitschrift für Geron-
     demenziellen Erkrankungen eingesetzt werden                 in long-term residential aged care with tablet           tologie & Geriatrie 48 (6), 543-549
     kann. Ebenso kann sich eine Anwendung bei                   support to improve the quality of life and            Razzouk, R. & Shute, V. (2012). What is design
     Aphasie anbieten, bei der analoge Biographie-               communication (BaSeTaLK) – study protocol for            thinking and why is it important? Review of
     arbeit bereits positiv evaluiert wurde (Corsten             app development and evaluation. International            Educational Research 82 (3), 330-348
     et al. 2015). Somit spielen LogopädInnen nicht              Journal of Health Professions 7 (1), 13-23            Ruhland, R. (2006). Sinnsuche und Sinnfindung im
     nur im Rahmen der Behandlung von Erkran-                 Doh, M., Schmidt, L., Herbolsheimer, F. & Jokisch,          Alter als geragogische Herausforderung. Berlin:
     kungen eine wichtige Rolle, sondern auch im                 M.R. (2016). Neue Technologien im Alter – Er-            Lit-Verlag
     Bereich der Prävention (Karrasch 2020). Sie soll-           gebnisbericht zum Forschungsprojekt „FUTA“.           Specht-Tomann, M. (2009). Biographiearbeit in der
     ten zudem als ExpertInnen in die Entwicklung                Heidelberg: Abteilung für Psychologische                 Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege. Heidel-
     technischer Lösungen eingebunden werden,                    Alternsforschung des Psychologischen Instituts           berg: Springer
     bei denen die Kommunikation im Mittelpunkt                  der Universität Heidelberg                            Starke, A. & Mühlhaus, J. (2018). App-Einsatz in der
     steht, wie im Projekt BaSeTaLK, das einen An-            Gereben, C. & Kopinitsch- Berger, S. (1998). „Auf           Sprachtherapie. forum:logopädie 32 (2), 22-26
     satz zur Primärprävention darstellt.                        den Spuren der Vergangenheit“. Anleitung zur          Wakefield, L.L. & Schaber, T. (2011). Selecting apps
                                                                 Biographiearbeit mit älteren Menschen. Wien:             for therapy using an evidence based practice
                                                                 Maudrich                                                 model for intervention tools. http://www.
                                                              Grewe, T. (2017). Versorgungsbedarf und präventive          speechpathology.com/articles/selecting-apps-
                                                                 Maßnahmen. In: Corsten, S., Grewe, T., Gäng,             for-therapy-using-1681 (26.10.2017)
                                                                 A. & Glassl, O. (Hrsg.). Logopädie in der Geriatrie   World Health Organization (WHO) (2002). Aktiv
     : LITERATUR                                                 (243-254). Stuttgart: Thieme                             Altern. Rahmenbedingungen und Vorschläge
                                                              Grots, A. & Pratschke, M. (2009). Design Thinking –         für politisches Handeln. Genf: World Health
                                                                 Kreativität als Methode. Thexis 26, 18-23                Organization
     Allen, R.S., Harris, G.M., Burgio, L.D., Azuero, C.B.,   Häger, F., Kowark, T., Krüger, J., Vetterli, C., Über-
        Miller, ‚L.A., Shin, H.J., Eichorst, M.K., Csikai,       nickel, F. & Uflacker, M. (2015). DT Scrum:
        E.L., DeCoster, J., Dunn, L., Kvale, E.& Parme-          integrating design thinking with software
        lee, P. (2014). Can senior volunteers deliver            development processes. In: Plattner, H., Meinel,
        reminiscence and creative activity interventi-           C. & Leifer, L. (Hrsg.). Design thinking research.
        ons? Results of the Legacy Intervention Family           Understanding innovation (263-289). Berlin:
        Enactment (LIFE) randomized controlled trial.            Springer
        Journal of Pain and Symptom Management                Haslam, C., Haslam, S.A., Jetten, J., Bevins, A.,                SUMMARY. ”Make an App” – Quality
        48 (4), 590-601                                          Ravenscroft, S. & Tonks, J. (2010). The social                assurance of digital developments using
     Blimlinger, E., Ertl, A. & Koch-Straube, U. (2000).         treatment: the benefits of group interventions                the example of the app BaSeTaLK
        Lebensgeschichten. Hannover: Vincentz                    in residential care settings. Psychology and                  The development of high-quality apps
     BMFSJ (2020). Achter Altersbericht. Ältere Menschen         Aging 25 (1), 157-167                                         for health care requires an elaborate de-
        und Digitalisierung. Berlin: Bundesministerium        Hastreiter, I. & Böhm, V. (2019). Design Thinking                velopment process, which should be fol-
        für Familie, Senioren, Frauen und Jugend                 Basic Track. Unveröffentlichte Präsentation.                  lowed by an evaluation of the app-based
     Boden, D. & Bielby, D.D. (1983). The past as resour-        Regensburg: Transfer und Innovation Ostbayern                 intervention in order to be able to state
        ce. A conversational analysis of elderly talk.        Hickson, L.E., Worrall, L.M., Yiu, E. & Barnett, E.              the effectiveness of the intervention
        Human Development 26 (6), 308-319                        (1996). Planning a communication education                    and thus justify the use the application.
     Bogaert, Van P., Tolson, D., Eerlingen, R., Carvers,        program for older people. Educational Geronto-                This paper presents the user-centered
        D., Wouters, K., Paque, K., Timmermans, O., Dil-         logy 22 (3), 257-269                                          development of the App BaSeTaLK, which
        les, T. & Engelborghs, S.J. (2016). SolCos model-     Housden, S. (2009). The use of reminiscence in                   is designed to enable tablet-supported
        based individual reminiscence for older adults           the prevention and treatment of depression in                 stimulation of biographically oriented
        with mild to moderate dementia in nursing                older people living in care homes: A literature               conversations. After successful evaluati-
        homes: a randomized controlled intervention              review. Groupwork 19 (2), 28-45                               on, speech and language therapists could
        study. Journal of Psychiatric and Mental Health       Karrasch, D. (2020). Logopädie im Kontext von                    use the app as a preventive intervention
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     Brown, T. & Wyatt, J. (2010). Design thinking for           forum:logopädie 34 (6), 6-15                                  KEY WORDS: App development – biogra-
        social innovation. Stanford Social Innovation         Keeley, C., Munde, V., Schowalter, R., Seifert, M.,              phy work – seniors – design thinking –
        Review. Stanford: Leland Stanford Jr. University         Tillmann, V. & Wiegering, R. (2019). Partizipativ             quality check

26   forum:logopädie Jg. 35 (3) Mai 2021 | 20-27                                                                                                             www.dbl-ev.de
Prof. Dr. Norina Lauer studier-                          Katharina Giordano absol-                           Daniel Kreiter hat an den EDV-
                     te nach mehrjähriger Tätig-                              vierte 2015 ihre Ausbildung                         Schulen Wiesau eine Ausbil-
                     keit als Logopädin Lehr- und                             zur Logopädin in Mainz. An-                         dung zum Fachinformatiker
                     Forschungslogopädie an der                               schließend studierte sie Ge-                        für Anwendungsentwicklung
                     RWTH Aachen. Danach war sie                              sundheit und Pflege an der Ka-                      absolviert. Anschließend hat
                     Lehrlogopädin und Schulleite-                            tholischen Hochschule Mainz                         er Technische Informatik an
                     rin an Berufsfachschulen und                             und schloss 2019 ihren Mas-                         der OTH Regensburg studiert
  promovierte an der RWTH Aachen. 2009-2018 lei-          ter in Klinische Expertise in Gesundheit und Pfle-    und mit dem B.Sc. abgeschlossen. In verschie-
  tete sie den Bachelorstudiengang Logopädie              ge ab. Während ihres Studiums arbeitete sie als       denen Praktika während der Ausbildung und
  der Hochschule Fresenius Idstein. Seit 2018 ist         Logopädin in einer Praxis und als studentische        des Studiums lag der Schwerpunkt auf der Ent-
  sie Professorin an der OTH Regensburg und lei-          Hilfskraft im Forschungsprojekt shalk. Seit 2019      wicklung mobiler Anwendungen. Er ist im Pro-
  tet den ausbildungsintegrierenden Bachelorstu-          ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Pro-       jekt BaSeTaLK für die Programmierung der App
  diengang Logopädie. Als Mitglied des Regens-            jekt BaSeTaLK und promoviert an der Universi-         verantwortlich.
  burg Center of Health Sciences and Technology           tät zu Lübeck.
  (RCHST) führt sie Forschungsprojekte zu Logopä-
  die und Digitalisierung durch.                                              Prof. Dr. Sabine Corsten
                                                                              schloss 2004 das Studium der
                     Vera Leusch absolvierte nach                             Lehr- und Forschungslogopä-
                     ihrer Ausbildung zur Logo-                               die an der RWTH Aachen ab.
                     pädin in Duisburg ein Bache-                             Nach mehrjähriger Mitarbeit
                                                                                                                   DOI 10.2443/skv-s-2021-53020210304
                     lor- und Masterstudium an der                            in der Abteilung Neurolingu-
                     RWTH Aachen. Währenddes-                                 istik der Uniklinik Aachen pro-      KONTAKT
                     sen arbeitete sie in logopädi-       movierte sie 2008 zu modellorientierter Therapie         Prof. Dr. Norina Lauer
                     schen Praxen. Als neurolinguis-      phonetisch-phonologischer Störungen bei Apha-            Ostbayerische Technische Hochschule
  tische IT-Therapeutin auf der Aphasiestation der        sie. Seit 2008 ist sie an der Katholischen Hoch-         Regensburg
  Uniklinik RWTH Aachen sowie über Lehrtätigkei-          schule Mainz für den Bereich Logopädie zustän-           Fakultät Angewandte Sozial- und
  ten spezialisierte sie sich auf die medienunter-        dig, seit 2010 Professorin für Logopädie. Sie führt      Gesundheitswissenschaften
  stützte Arbeit mit Menschen mit Aphasie. Seit           Forschungsprojekte im Bereich partizipations-            Seybothstr. 2
  2019 arbeitet sie an der OTH Regensburg als wis-        orientierter Interventionen bei Aphasie bzw. im          93053 Regensburg
  senschaftliche Mitarbeiterin im Forschungspro-          Alter durch. Aktuell beschäftigt sie sich mit digi-      www.basetalk.de
  jekt BaSeTaLK und hat einen Lehrauftrag im Stu-         tal unterstützten Maßnahmen.                             norina.lauer@oth-regensburg.de
  diengang Logopädie.

           amylaseresistentes Andickungsmittel
                     bei Dysphagie

                                                        leicht löslich –
                                                        warm oder kalt

                                                keine Trübung
                                                von klaren Flüssigkeiten

                                                       geschmacksneutral

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      metaX Institut für Diätetik GmbH
      Am Strassbach 5 • 61169 Friedberg/Germany
       +49(0)8432 - 94860         metax-shop.org              metax.org

www.dbl-ev.de                                                                                                        forum:logopädie Jg. 35 (3) Mai 2021 | 20-27   27
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