Sonderausstellungen 2021 - LWL-Industriemuseum | Acht Orte - Ein Forum - LWL-Industriemuseum
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Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Dortmund | Bochum | Witten | Hattingen | Waltrop | Bocholt | Lage | Petershagen Sonderausstellungen 2021 LWL- Industriemuseum | Acht Orte – Ein Forum www.lwl-industriemuseum.de
Inhalt
Vorwort
Liebe Besucherinnen und Besucher,
Dirk Zache,
die Corona-Pandemie beeinträchtigt nicht nur jeden
Direktor einzelnen von uns. Auch Museen können in diesen
LWL-Industriemuseum unsicheren Zeiten nur „auf Sichtweite“ planen. Statt
eines Veranstaltungskalenders präsentieren wir Ihnen mit
dieser Broschüre daher ein neues Format: eine Übersicht
der Sonderausstellungen 2021 in unseren acht Häusern.
Das Spektrum ist vielfältig und reicht von Glaskunst
über eine Rückblende in die Geschichte des Ruhrge-
Zeche Zollern 2– 4 biets bis zu Themen, die trotz der Pandemie weiterhin
brandaktuell sind. So geht es auf der Zeche Nachtigall
Zeche Hannover 6 –7 um die versteckten Kosten der Industrialisierung. Das
Titelbild dieser Broschüre zeigt ein Abwasserbecken der
Zeche Nachtigall 8–9 Phosphatdünger-Produktion in Florida in einem Luftbild
des amerikanischen Fotografen J Henry Fair. Umwelt
Henrichshütte Hattingen 10 –13 und Nachhaltigkeit sind auch Themen der Ausstellung
„use-less“ über ressourcenschonende Mode. Corona hat
Schiffshebewerk Henrichenburg 14– 17 auch unsere Arbeitsweisen stark verändert. Wie werden
wir zukünftig arbeiten? Das ist eine zentrale Frage
TextilWerk Bocholt 18–20 der Ausstellung „Vom Schufen und Chillen“ in der
Ziegelei Lage.
Ziegelei Lage 22– 25
Wir hoffen, dass der Kalender die Vorfreude auf einen
Glashütte Gernheim 26 –29 Besuch weckt und hoffen, Sie möglichst bald in unseren
Häusern begrüßen zu können.
Die Veranstaltungsdaten und Zugangsmöglichkeiten
zu unseren Häusern entnehmen Sie bitte den aktuellen
Hinweisen auf unseren Internetseiten.
Titelmotiv: Abwasserbecken der Phosphatdünger-Produktion
in Bartow, Florida, USA. Foto: J Henry Fair
Fotos: LWL-Industriemuseum, Julia Gehrmann, Martin Holtappels,
Annette Hudemann, Sven Betz, Peter Hübbe Dirk Zache, Direktor LWL-IndustriemuseumZollern
Hannover
20.2.– 28.3.2021
Lieblingsorte
Zeche
Fotoausstellung des Projektes „nordwärts“
Zeche
Vom Borsigplatz über Schloss Bodelschwingh bis
zur Zeche Zollern – die Fotoausstellung des Projektes
„nordwärts“ zeigt den Facettenreichtum des Dortmunder
Nordens. „nordwärts“ hat das Ziel, die Schätze der nörd-
lichen Stadtbezirke Dortmunds sichtbar zu machen und
hervorzuheben. Die Ausstellung in der Galerie der Alten
Werkstatt der Zeche Zollern zeigt die Glanzpunkte
des Dortmunder Nordens – und bietet viele Anregungen,
einen eigenen neuen Lieblingsplatz in der Stadt zu
entdecken.
Schloss der Arbeit 16.10.2021–3.4.2022
Prunkvolle Backsteinfassaden und opulente Giebel er- Hidden Costs. Ewigkeitslasten
innern auf den ersten Blick eher an eine Adelsresidenz als Fotografien von J Henry Fair
an eine Schachtanlage, auf der Kohle gefördert wurde.
Genau dies war Teil der Bauidee vor über 100 Jahren. Ausstellung mit Luftbildaufnahmen des international
Heute gilt das „Schloss der Arbeit“ als eines der außer- renommierten Fotografen J Henry Fair über die
gewöhnlichsten Zeugnisse der industriellen Vergangen- versteckten Kosten der Industrie, die Zerstörung
heit in Deutschland. Zur Ikone wurde die Maschinenhalle der Natur durch die Suche nach Rohstoffen oder
mit dem eindrucksvollen Jugendstilportal. Jenseits der die Produktion von Industrie- und Massengütern.
schönen Fassaden lag eine Welt harter und gefährlicher
Arbeitsbedingungen. Unsere Ausstellungen und Führun-
gen bringen Ihnen die Geschichte der Zeche und den
Alltag der Bergleute näher.
Kontakt
LWL-Industriemuseum
Zeche Zollern
Grubenweg 5 | 44388 Dortmund
Tel. 0231 6961-211 | Fax -114
zeche-zollern@lwl.org
zeche-zollern.lwl.org
Geöffnet
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr,
letzter Einlass bis 17.30 Uhr
3
2 3Zeche Zollern
14.6.– 24.10.2021
Die Zukunft im Blick
Ruhrgebietsfotografien aus dem Bildarchiv
des Regionalverbandes Ruhr
Die Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Regional-
verbands Ruhr (RVR) bietet mit über 250 Fotografien in
analoger und digitaler Form eine facettenreiche Auswahl
aus dem umfangreichen Bestand des RVR-Bildarchivs.
Beispiele zu den Themen Mobilität und Versorgung,
Wohnen und Arbeiten sowie Kultur und Freizeit verdeut-
lichen die Veränderungsprozesse seit der Gründung des
Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk im Jahre 1920. Sie
zeigen darüber hinaus, dass viele Ruhrgebiets-Themen
auch heute noch von ungebrochener Aktualität sind.
Eine Ausstellung des RVR und des LVR-Industriemuseums
in Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum.
4Zeche Hannover
17.3.–31.10.2021
Boten, Helfer und Gefährten
Beziehungen von Mensch und Tier im Wandel
Vom Grubenpferd bis zum Urban Beekeeping – die
Eine Burg für den Bergbau Beziehung von den Tieren und Menschen in der Region
hat sich im Industriezeitalter grundlegend gewandelt. Die
Wie eine mittelalterliche Burg ragt der Förderturm der Zeche Ausstellung spannt einen Bogen von westfälischen Wild-
Hannover in den Himmel des Bochumer Nordens. Schon die pferden über die Brieftaubenzucht und Glücksschwein-
Zeitgenossen waren beeindruckt von der trutzigen Architek- chen der 1950er-Jahre bis zu den heutigen Trends der
tur. Prachtstück im Innern der Maschinenhalle ist die Dampf- Pferdemädchen und Debatten um Bienensterben und
fördermaschine aus dem Jahr 1893. Es ist das älteste Exem- Insektenschutz. Wie wurden Tiere zwischen Mensch und
plar, das im Ruhrgebiet an seinem Originalstandort erhalten Maschine früher wahrgenommen? Wie haben sich die
blieb. Bei Schauvorführungen setzen wir für Sie diesen Dino- Einstellungen zu Tieren bis heute verändert?
saurier der Technik in Bewegung. Attraktion für junge Besu- Die Ausstellung thematisiert den Wandel des Mensch-
cher ist unsere „Zeche Knirps“. Hier können Mädchen und Tier-Verhältnisses im Ruhrgebiet und Westfalen und stellt
Jungen spielerisch den Betriebsablauf in einem Bergwerk das gegenwärtige Verhältnis zur Diskussion.
kennen lernen.
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Arbeits-
Kontakt kreis „Mensch und Tier im Ruhrgebiet“ entstanden.
LWL-Industriemuseum
Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum
Tel. 0234 282539-0 | Fax -19
zeche-hannover@lwl.org
zeche-hannover.lwl.org
Geöffnet
Geöffnet 17.3. – 31.10.2021
Mi–Sa 14–18 Uhr, Sonntag sowie
an Feiertagen 11–18 Uhr
6 7Zeche Nachtigall
21.3.–26.9.2021
Hidden Costs. Ewigkeitslasten
Wiege des Ruhrbergbaus Fotografien von J Henry Fair
Auf der Zeche Nachtigall im Wittener Ruhrtal reisen Sie Ausstellung mit Luftbildaufnahmen des international
zurück in die Zeit, als man zum Kohleabbau noch renommierten Fotografen J Henry Fair über die
waagerechte Stollen in die Hänge trieb und später die versteckten Kosten der Industrie, die Zerstörung der
ersten Schächte in die Tiefe grub. Ausgerüstet mit Helm Natur durch die Suche nach Rohstoffen oder die
und Grubenlampe gelangen Sie im Besucherbergwerk Produktion von Industrie- und Massengütern. Fair hat
durch niedrige Gänge zu einem echten Steinkohlenflöz. alle Kontinente bereist. Schwerpunkt der in Witten
In unseren Ausstellungen lernen Sie die Technik und präsentierten Fotografien sind Motive aus den USA
Arbeitsbedingungen der Bergleute im 19. Jahrhundert und aus Nordrhein-Westfalen.
kennen, erfahren Spannendes über die Kohlenschifffahrt
auf der Ruhr und die Industrialisierung der Region. Im
Maschinenhaus ist eine der ältesten Fördermaschinen des
Ruhrreviers in Funktion zu sehen.
Die Zeche Nachtigall ist Informationszentrum des GeoPark Ruhrgebiet e.V.
Kontakt
LWL-Industriemuseum
Zeche Nachtigall
Nachtigallstraße 35 | 58452 Witten
Telefon 02302 93664-0 | Fax -22
zeche-nachtigall.lwl.org
zeche-nachtigall.lwl.org
Geöffnet
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr,
letzter Einlass 17.30 Uhr
8 9Henrichshütte Hattingen
bis 26.6.2021
„BOOM!“
Die Hütte zwischen Abbruch und Aufbruch
Es geht um das Thema Wandel vom Kaiserreich über
die Weltkriege bis zum Strukturwandel. Meilensteine
dieser Zeitreise sind Umbrüche in der Geschichte der
Museum für Eisen und Stahl Henrichshütte: Der Einbruch der Industrie in das Idyll der
Ruhrlandschaft, Innovationen, Besitzwechsel und neue
150 Jahre lang sprühten Funken, wenn die Hochöfen der Produktgruppen. Interviews, Filme und Objekte veran-
Henrichshütte das flüssige Eisen ausspuckten. Heute ma- schaulichen den Wandel.
chen wir an diesem einzigartigen Ort die Geschichte von
Eisen und Stahl lebendig. Der 1987 stillgelegte Hochofen
ist das älteste noch erhaltene Exemplar im Revier. Auf 18.6.– 22.8.2021
Rundwegen lernen Sie die historische Technik, aber auch
die besondere Natur der Industriebrache kennen. Mu- Karl Heinz Kämmner, Werksfotograf
seumsmaskottchen „Ratte“ lädt Kinder zu einer spiele-
rischen Entdeckungstour ein. Highlight ist ein Besuch in „Ich kenne die Hütte von oben und von unten.“ Als
der Schaugießerei, wo heute wieder Metall fließt. Laufjunge begann der 14-jährige Karl Heinz Kämmner
1957 seine Arbeit in der Fotoabteilung der Henrichshütte.
Kontakt Bis 1995 lieferte er das – nun auch „bunte“ – Bild der
LWL-Industriemuseum Hütte nach innen wie nach außen.
Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31–33
45527 Hattingen
Telefon 02324 9247-140 | Fax -112
henrichshuette@lwl.org
henrichshuette-hattingen.lwl.org
Geöffnet
Di–So sowie an Feiertagen 10 –18 Uhr
Einlass bis 17.30 Uhr
10 11Henrichshütte Hattingen
bis 8.3.2021
FrauenLebenswelten
Einwanderungsgeschichten von Frauen aus Hattingen
Die Ausstellung zeigt Portraits von Frauen, die zu unter-
schiedlichen Zeiten aus unterschiedlichen Ländern nach
Hattingen eingewandert sind, und gibt einen Blick hinter
die Kulissen des medienpädagogischen Projekts. Filmpro-
jekt und Ausstellung in Kooperation mit dem Internatio-
nalen Frauencafé Hattingen (IFAK e.V.), gefördert von der
Bundeszentrale für politische Bildung
bis 5.4.2021
Josef Koudelka. Industries
Josef Koudelka gehört zu den renommiertesten Foto-
grafen weltweit. Er wurde durch seine Aufnahmen von 6.5.–11.7.2021
der Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahr 1968
bekannt und ist Mitglied der Fotoagentur Magnum. Die Hütten-Geister
Ausstellung „Industries“ zeigt Panorama-Fotografien von
industriell geprägten Gegenden. Die streng komponier- „Macht Thyssen uns die Hütte
ten, fast drei Meter breiten Schwarz-Weiß-Bilder betonen platt, wird Hattingen zur Geis-
die Linien und Strukturen, die die Menschen in die Land- terstadt.“ 1987 skandierte dies
schaft gefräst haben. Deutlich wird so die Brutalität, mit die Fraueninitiative Henrichshüt-
der große Gebiete für den Bergbau und für die Produkti- te, als sie in Geisterkostümen ge-
on vollständig umgeformt worden sind. gen die Schließung des Hattinger
Hüttenwerks protestierte. Die
Performancekünstlerin Kathrin
28.3.–24.5.2021 Ebmeier spürte gemeinsam mit
der Historikerin Alicia Gorny,
unbehagen der Künstlerin Ale Bachlechner
und weiteren Beteiligten die
Studierende und Alumni der Freien Akademie der Hattinger „Geister“ auf. Ihre
bildenden Künste Essen zeigen Arbeiten zum Thema Installation gibt einen Einblick
„Unbehagen“. In Malerei, Fotografie, Mixed-Media in die Begegnungen, vermittelt
und Objekten sind Themen der Zeit angesprochen: aber auch die Geschichte der
Antisemitismus, Klimawandel, Frauenrechte, Black Lives Fraueninitiative Henrichshütte.
Matter, Rechtsradikalismus … Eine Ausstellung der Akademie
der Künste der Welt in Köln.
12 13Schiffshebewerk Henrichenburg
bis 8.8.2021
Revierfolklore
Zwischen Heimatstolz und Kommerz
Ein Aufzug für Schiffe
Förderwagen im Vorgarten, Schlägel und Eisen als Schlüs-
Seit über 40 Jahren liegt das Schiffshebewerk still, doch selanhänger und Ruhrpott-Schriftzüge auf T-Shirts – im
noch immer fasziniert der gigantische Aufzug für die Alltag finden sich viele Andenken an den Bergbau im
Schiffe am Dortmund-Ems-Kanal die Menschen. Eine Ruhrgebiet. Einige stehen nicht mehr für die Arbeit auf
Treppe führt hinauf auf die Brücke zwischen den der Zeche, sondern markieren ein besonderes Lebensge-
Oberhaupttürmen. Von hier aus genießen Sie einen fühl und die Verbundenheit mit der Region. Doch was
fantastischen Blick auf die Stahlkonstruktion und die steht hinter dieser Revierfolklore? Ist sie ein Ausdruck von
weite Kanallandschaft bei Waltrop. In der Maschinenhalle Heimatstolz oder Folge einer Vermarktung der Erinne-
erfahren Sie, wie die Wasserstraße und das Hebewerk rung und Kommerzialisierung der Region? Mit rund 250
gebaut wurden. Modelle machen die historische Technik Exponaten – vom Wandteppich über Skulpturen bis zur
anschaulich. An Bord eines Frachtschiffes lernen Sie das Bade-Ente in Kumpel-Kluft – setzt sich die Ausstellung
Leben einer Binnenschifferfamilie vor 50 Jahren kennen. mit der Erinnerungskultur auseinander.
Im Sommerhalbjahr startet ein Ausflugsdampfer regelmä-
ßig zu Touren über die Kanäle.
Kontakt
LWL-Industriemuseum
Schiffshebewerk Henrichenburg
Am Hebewerk 26 | 45731 Waltrop
Telefon 02363 9707-0 | Fax -12
schiffshebewerk@lwl.org
schiffshebewerk-henrichenburg.lwl.org
Geöffnet
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr,
letzter Einlass 17.30 Uhr
14 15Schiffshebewerk Henrichenburg
28.3.–31.10.2021
Museumsfotografie
Dinge und Menschen im Fokus
von Annette Hudemann und Martin Holtappels
Annette Hudemann und Martin Holtappels haben
30 Jahre lang die Fotografie im LWL-Industriemuseum
geprägt. Ihre Aufnahmen spiegeln die Entwicklung eines
der besucherstärksten Museen in Westfalen-Lippe wider.
Die Aufgaben der Museumsfotografie sind vielfältig: Sie
begleitet die Restaurierung von Baudenkmälern und den
Aufbau von Ausstellungen, dokumentiert die Objekte der
Sammlung und fängt Impressionen bei kulturellen Groß-
ereignissen wie der ExtraSchicht ein. Immer wieder bot
sich Annette Hudemann (Fotos diese Seite) und Martin
Holtappels (Fotos links) auch die Chance zu Reportage-
reisen – vom Dortmunder Hafen bis zu den Eisenhütten
der Toskana.
16 17TextilWerk Bocholt
19.3.–15.8.2021
Mythos Neue Frau
Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik
In den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hielt
eine nie gekannte Modernisierung aller Lebensbereiche
Weberei und Spinnerei die Gesellschaft in Atem. Die Mode passte sich der sich
wandelnden Gesellschaft an, fand neue Formen für einen
Über 20.000 Spindeln drehten sich einst in der Spinnerei vereinfachten Kleidungsstil, der den Anforderungen des
Herding. Heute ist der imposante Backsteinbau mit modernen Lebens entsprach. Frauen legten Korsett und
seinen vier Geschossen ein Forum für Textilkultur. In dem mehrere Lagen Unterröcke ab, die Röcke wurden kürzer,
spannungsreich restaurierten Industriedenkmal werden die Stoffe leichter. Reißverschluss und Druckknöpfe
Geschichte und Gegenwart des Textilen lebendig. ersetzten Haken und Ösen sowie lästige Schnürungen.
Über die neue Fußgängerbrücke über die Aa erreicht man Mehr als 130 Originalkostüme und viele weitere histori-
die Weberei. Hier riecht es nach Öl und Arbeit, und die sche Exponate, Objekte aus dem Alltag sowie zahlreiche
historischen Webstühle rattern während der täglichen Fotografien und zeitgenössisches Filmmaterial lassen in
Schauproduktion. Wir zeigen Ihnen, wie der Takt der der Ausstellung die Zeit zwischen 1900 und 1930 wieder
Maschinen vor 100 Jahren die Arbeit diktierte. Den lebendig werden.
kargen Lebensalltag der Familien lernen Sie in unserem
Arbeiterhaus kennen.
Kontakt
LWL-Industriemuseum
TextilWerk Bocholt
Weberei: Uhlandstraße 50
46397 Bocholt
Spinnerei: Industriestraße 5
46395 Bocholt
Telefon 02871 21611-0 | Fax -33
textilwerk@lwl.org
textilwerk-bocholt.lwl.org
Geöffnet
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr
18 19TextilWerk Bocholt
19.3.–26.9.2021 Auf dem Laufenden bleiben
use-less Auf Facebook bieten wir Ihnen mit Fotos und
Slow Fashion gegen Verschwendung und Videos besondere Einblicke in unsere Häuser
„hässliche Kleidung“ und freuen uns auf Ihre Kommentare.
@LWLIndustriemuseum
Kleidungsstücke erzählen Geschichten. Wie sind sie
@ZecheZollern
entstanden? Wer hat sie gekauft? Warum wurden sie
@ZecheHannover
entsorgt? use-less zeigt, was in unseren Schränken steckt
@HenrichshuetteHattingen
und was sich hinter der Idee der „Slow Fashion“ verbirgt.
@Schiffshebewerk
Egal ob Jeans oder T-Shirts – Kleider entstehen in
@TextilWerkBocholt
komplexen Produktionsabläufen mit Folgen für
@ZiegeleimuseumLage
Menschen und Umwelt. Die Ausstellung stellt atem-
@GlashuetteGernheim
beraubend schön die Ergebnisse der Forschung der
Hochschule Hannover vor. Die Designprojekte machen Fotografieren Sie gern? Unsere Industriedenk-
deutlich, wie Mode langlebig, ressourcensparend und mäler bieten tolle Fotomotive. Auf Instagram
schön gestaltet werden kann. Interaktive Stationen können Sie Ihre Eindrücke mit uns teilen.
und ein Audioguide – erstellt von Studierenden der
@lwlindustriemuseum
FH Dortmund, machen „use-less“ zu einem Erlebnis.
@schiffshebewerkhenrichenburg
@ziegeleilage
@textilwerkbocholt
Außerdem empfehlen wir Ihnen
unsere Newsletter – einfach abonnieren
unter: www.lwl-industriemuseum.de/newsletter
Die Zeitschrift
Industriekultur
Die nächsten Ausgaben
haben die Schwerpunktthemen:
• Heft 4.20 Öl-Industrie
• Heft 1.21 Montagregion Erzgebirge
Probeheft-Anforderung:
www.klartext-verlag.de
Klartext Verlag
Heßlerstraße 37
45329 Essen
Mantel aus der No-Waste-Kollektion von Sarah Kuba. Foto: Kai Nolda
20 21Ziegelei Lage
bis 13.2.2022
Vom Schuften und Chillen
Warum wir arbeiten
Arbeit war schon immer ein wichtiger Teil des mensch-
lichen Lebens. Ursprünglich diente sie ausschließlich
der Existenzsicherung. Heute steht sie für viele auch im
Zeichen der Selbstverwirklichung. Die Arbeitswelt wird
sich in den kommenden Jahren durch Digitalisierung und
künstliche Intelligenz massiv verändern. Die Ausstellung
schlägt einen Bogen von den Veränderungen der Arbeit
im Industriezeitalter über den Kampf der Gewerkschaften
für den 8-Stunden-Tag bis zu modernen Formen der Ar-
beit im Zeitalter von „Industrie 4.0“. Ein Futuromat zeigt
den Besuchern, welche Arbeitsplätze verschwinden und
welche bleiben werden.
Vom Lehm zum Ziegel
Eine komplett erhaltene Ziegelei aus dem frühen 20. Jahr-
hundert bildet den Kern unseres Museums. Anfangs
wurden die Ziegel hier noch per Hand hergestellt –
Besucher können das heute selbst ausprobieren. Später
produzierten Maschinen die roten Backsteine aus Lehm.
An Produktionstagen laufen Kollergang und Ziegelpresse
auf Hochtouren. Ausstellungen informieren über die
Geschichte des Ziegels, die lippischen Wanderziegler und
den Alltag der Arbeiterfamilien. Eine Feldbahn, die früher
Loren mit Lehm zog, nimmt Besucher im Sommerhalbjahr
mit auf eine Fahrt rund um das weitläufige Gelände.
Kontakt
LWL-Industriemuseum
Ziegelei Lage
Sprikernheide 77
32791 Lage
Telefon 05232 9490-0 | Fax -38
ziegelei-lage@lwl.org
ziegelei-lage.lwl.org
Geöffnet
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr,
letzter Einlass 17.30 Uhr
22 23Ziegelei Lage
bis 27.6.2021
Cecilia Herrero-Laffin
Bolivianische Bauarbeiterinnen
Frauen im Baugewerbe sind in Deutschland immer
noch eine Ausnahme. In Bolivien arbeiten viele Frauen
in diesem Gewerbe als Maurerinnen, Malerinnen und
Installateurinnen. Im patriarchalischen System der latein-
amerikanischen Gesellschaft haben sie es schwer, Aner-
kennung, aber auch gerechte Löhne zu erwerben. In La
Paz gründeten daher 30 Frauen eine eigene Gewerkstatt
der Bauarbeiterinnen. Die in Bielefeld lebende Künstlerin
Cecilia Herrero begleitete diese Frauen im Frühjahr
2019 in der bolivianischen Hauptstadt. Ihre Bilder und
Skulpturen zeigen Momentaufnahmen von Frauen bei
ihrer Arbeit, oft mit Gerätschaft oder an der Maschine.
In ihren Figuren spiegeln sich die Frauen mit ihrer Würde
und Stärke.
24 25Glashütte Gernheim
Federflug. Foto: A. Loschen
7.3.–25.4.2021
Bewegte Stille
Ausstellung des Foto Forum Minden
Kunst aus Feuer und Sand Die Fotografien des Foto Forum Minden verdeutlichen
die vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten von Raum und
Im Gernheimer Glasturm von 1826, einem von zwei noch Bewegung. Sie reichen von Studioporträts, Composing
erhaltenen Gebäuden dieser Art in Deutschland, erleben und gestischer Fotografie über Landschafts- und Natur-
Sie, wie unsere Glasmacher mit Pfeife, Holzform und fotografie bis hin zur Reisefotografie. Ihre Bildsprache
Schere aus der glühenden Glasmasse Gefäße herstellen. zeichnet sich durch einen minimalistischen, doch kraftvol-
Gleich nebenan werden die Gläser durch Schliff und Gra- len Stil aus.
vur veredelt – auch das vor Ihren Augen. Große Teile des
frühindustriellen Fabrikdorfs an der Weser sind erhalten
geblieben: neben dem Glasturm auch Arbeiterhäuser und 14.2.–15.8.2021
das imposante Wohnhaus der ehemaligen Fabrikanten-
familie. In unseren Ausstellungen laden wir Sie ein zu Vittorio Zecchin
einem spannenden Streifzug durch die Geschichte der Glas für Cappellin und Venini
Herstellung von Glas und seiner vielseitigen Verwendung.
Die Entwürfe des Malers Vittorio Zecchin (1878-1947)
Kontakt für die Glashütte von Cappellin und Venini gelten noch
LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim heute als Ausgangspunkt des modernen Glasdesigns.
Gernheim 12 | 32469 Petershagen Sie wurden international rezipiert und beeinflussten die
Telefon 05707 9311-0 | Fax -11 Glasproduktion in ganz Europa. Zecchin, ausgebildeter
glashuette-gernheim@lwl.org Maler, griff für seine Gestaltung vor allem auf veneziani-
glashuette-gernheim.lwl.org sche Vorbilder aus Malerei und Kunstgewerbe zurück und
entwickelte daraus ein klassisches Formenvokabular. Die
Geöffnet meist in zarten Farbtönen gehaltenen Objekte beeindru-
Di–So sowie an Feiertagen 10–18 Uhr. Letzter Einlass 17.30 Uhr cken noch heute durch perfekte technische Ausführung
und extrem spannungsreich kalkulierte Proportionen.
Eine Ausstellung in Kooperation mit Le stanze del vetro,
Venedig.
26 27Glashütte Gernheim
Vase „Libellula“ (1921–22) von Vittorio Zecchin. Foto: Enrico Fiorese
18.4.– 5.9.2021
Das Wachsen der Bilder
Scherbenarbeiten von Karin Hubert
Die Gravuren von Karin Hubert bilden ein singuläres
Phänomen in der Glaswelt: Spröde, nicht immer leicht
zugänglich, aber spontan faszinierend durch ihre
Intensität. Glasscherben, rostige Drähte und Fundstücke
verband die gelernte Graveurin zu phantastischen Ge-
bilden, die voll dicht gesponnener Geschichten stecken.
Die Retrospektive anlässlich ihres Todes 2020 stellt noch
einmal die Werke der Künstlerin zusammen, die die zeit-
genössische künstlerische Gravur nachhaltig beeinflusste.
28 29LWL-Industriemuseum
Westfälisches
Zeche Zollern Dortmund Landesmuseum für
Industriekultur
Das LWL-Industriemuseum
ist ein Verbundmuseum
Zeche Hannover Bochum an acht Orten der
Industriegeschichte. 1979
vom Landschaftsverband
Westfalen-Lippe (LWL)
gegründet, ist es das erste
Zeche Nachtigall Witten
und größte Industriemuseum
in Deutschland. Es vermittelt,
erforscht und bewahrt die Kultur
des Industriezeitalters von den
Anfängen bis zur Gegenwart.
Henrichshütte Hattingen
Schiffshebewerk Waltrop
Henrichenburg
TextilWerk Bocholt
Ziegelei Lage
Freundeskreis
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