Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
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Synopse Vorratsdatenspeicherung
Stand 20.5.2015
Alte Fassung bis 1.1.2008 Gesetz zur Neuregelung der Telekom- Referentenentwurf eines Gesetzes zur
munikationsüberwachung und anderer Einführung einer Speicherpflicht und ei-
verdeckter Ermittlungsmaßnahmen so- ner Höchstspeicherfrist für Verkehrsda-
wie zur Umsetzung der Richtlinie ten vom 15.5.2015 - 14:512
2006/24/EG 1
Strafprozessordnung (StPO)
§101g § 100g3 § 100g Erhebung von Verkehrsdaten
(1) Begründen bestimmte Tatsachen den (1) Begründen bestimmte Tatsachen den (1) Begründen bestimmte Tatsachen den
Verdacht, dass jemand als Täter oder Teil- Verdacht, dass jemand als Täter oder Teil- Verdacht, dass jemand als Täter oder Teil-
nehmer eine Straftat von erheblicher Bedeu- nehmer nehmer
tung, insbesondere eine der in § 100a Satz 1 1. eine Straftat von auch im Einzelfall 1. eine Straftat von auch im Einzelfall
genannten Straftaten, oder mittels einer erheblicher Bedeutung, insbesondere erheblicher Bedeutung, insbesondere
Endeinrichtung (§ 3 Nr. 3 des Telekommuni- eine in § 100a Abs. 2 bezeichnete eine in § 100a Absatz 2 bezeichnete
kationsgesetzes) begangen, in Fällen, in de- Straftat, begangen hat, in Fällen, in Straftat, begangen hat, in Fällen, in
nen der Versuch strafbar ist, zu begehen denen der Versuch strafbar ist, zu be- denen der Versuch strafbar ist, zu be-
versucht oder durch eine Straftat vorbereitet gehen versucht hat oder durch eine gehen versucht hat oder durch eine
hat, darf angeordnet werden, dass diejeni- Straftat vorbereitet hat oder Straftat vorbereitet hat oder
gen, die geschäftsmäßig Telekommunikati- 2. eine Straftat mittels Telekommunika- 2. eine Straftat mittels Telekommunika-
onsdienste erbringen oder daran mitwirken, tion begangen hat, tion begangen hat,
unverzüglich Auskunft über die in Absatz 3 so dürfen auch ohne Wissen des Betroffenen so dürfen Verkehrsdaten (§ 96 Absatz 1 des
Telekommunikationsverbindungsdaten zu er- Verkehrsdaten (§ 96 Abs. 1, § 113a des Te- Telekommunikationsgesetzes) erhoben wer-
teilen haben, soweit die Auskunft für die Un- lekommunikationsgesetzes) erhoben werden, den, soweit dies für die Erforschung des
tersuchung erforderlich ist. Dies gilt nur, so- soweit dies für die Erforschung des Sachver- Sachverhalts erforderlich ist und die Erhe-
weit diese Verbindungsdaten den Beschuldig- halts oder die Ermittlung des Aufenthaltsor- bung der Daten in einem angemessenen Ver-
ten oder die sonstigen in § 100a Satz 2 be- tes des Beschuldigtenerforderlich ist. Im hältnis zur Bedeutung der Sache steht. Im
zeichneten Personen betreffen. Die Auskunft Falle des Satzes 1 Nr. 2 ist die Maßnahme Fall des Satzes 1 Nummer 2 ist die Maß-
darf auch über zukünftige Telekommunikati- nur zulässig, wenn die Erforschung des nahme nur zulässig, wenn die Erforschung
onsverbindungen angeordnet werden.
1
In der Fassung des Gesetzes vom 21. Dezember 2007 (BGBl. I S. 3198)
2
https://netzpolitik.org/wp-upload/2015-05-15_BMJV-Referentenentwurf-Vorratsdatenspeicherung.pdf
3
§ 100g Abs. 1 Satz 1 soweit danach Verkehrsdaten nach § 113a des Telekommunikationsgesetzes erhoben werden dürfen gem. Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts
(BVerfGE v. 10.3.2010 I 272 - 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08) mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig
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Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufent- des Sachverhalts auf andere Weise aus-
haltsortes des Beschuldigten auf andere Wei- sichtslos wäre. Die Erhebung von Standort-
seaussichtslos wäre und die Erhebung der daten ist nach diesem Absatz nur für künftig
Daten in einem angemessenen Verhältnis zur anfallende Verkehrsdaten oder in Echtzeit
Bedeutung der Sache steht. Die Erhebung und nur im Fall des Satzes 1 Nummer 1 zu-
von Standortdaten in Echtzeit ist nur im Falle lässig, soweit sie für die Erforschung des
des Satzes 1 Nr. 1 zulässig. Sachverhalts oder die Ermittlung des Aufent-
haltsortes des Beschuldigten erforderlich ist.
(2) Die Erteilung einer Auskunft darüber, ob (2) § 100a Abs. 3 und § 100b Abs. 1 bis 4 (2) Begründen bestimmte Tatsachen den
von einem Telekommunikationsanschluss Satz 1 gelten entsprechend. Abweichend von Verdacht, dass jemand als Täter oder Teil-
Telekommunikationsverbindungen zu den in § 100b Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 genügt im Falle nehmer eine der in Satz 2 bezeichneten, be-
Absatz 1 Satz 2 genannten Personen herge- einer Straftat von erheblicher Bedeutung sonders schweren Straftaten begangen hat
stellt worden sind, darf nur angeordnet wer- eine räumlich und zeitlich hinreichend be- oder in Fällen, in denen der Versuch strafbar
den, wenn die Erforschung des Sachverhalts stimmte Bezeichnung der Telekommunika- ist, eine solche Straftat zu begehen versucht
oder die Ermittlung des Aufenthaltsortes des tion, wenn die Erforschung des Sachverhalts hat, und die Tat auch im Einzelfall besonders
Beschuldigten auf andere Weise aussichtslos oder die Ermittlung des Aufenthaltsortes des schwer wiegt, dürfen die nach § 113b des
oder wesentlich erschwert wäre. Beschuldigten auf andere Weise aussichtslos Telekommunikationsgesetzes gespeicherten
oder wesentlich erschwert wäre. Verkehrsdaten erhoben werden, soweit die
Erforschung des Sachverhalts oder die Er-
mittlung des Aufenthaltsortes des Beschul-
digten auf andere Weise wesentlich er-
schwert oder aussichtslos wäre und die Erhe-
bung der Daten in einem angemessenen Ver-
hältnis zur Bedeutung der Sache steht. Be-
sonders schwere Straftaten im Sinne des
Satzes 1 sind:
1. aus dem Strafgesetzbuch:
a) Straftaten des Friedensverrats,
des Hochverrats und der Gefähr-
dung des demokratischen Rechts-
staates sowie des Landesverrats
und der Gefährdung der äußeren
Sicherheit nach den §§ 80, 81, 82,
89a, nach den §§ 94, 95 Absatz 3
und § 96 Absatz 1, jeweils auch in
Verbindung mit § 97b, sowie nach
den §§ 97a, 98 Absatz 1 Satz 2, §
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99 Absatz 2 und den §§ 100, 100a
Absatz 4,
b) besonders schwerer Fall des Land-
friedensbruchs nach § 125a, Bil-
dung krimineller Vereinigungen
nach § 129 Absatz 1 in Verbin-
dung mit Absatz 4 Halbsatz 2 und
Bildung terroristischer Vereinigun-
gen nach § 129a Absatz 1, 2, 4, 5
Satz 1 Alternative 1, jeweils auch
in Verbindung mit § 129b Absatz
1,
c) Straftaten gegen die sexuelle
Selbstbestimmung in den Fällen
der §§ 176a, 176b, 177 Absatz 2
Satz 2 Nummer 2 und des § 179
Absatz 5 Nummer 2,
d) Verbreitung, Erwerb und Besitz
kinder- und jugendpornographi-
scher Schriften in den Fällen des §
184b Absatz 2, § 184c Absatz 2,
e) Mord und Totschlag nach den §§
211 und 212,
f) Straftaten gegen die persönliche
Freiheit in den Fällen der §§ 234,
234a Absatz 1, 2, §§ 239a, 239b
und Menschenhandel zum Zweck
der sexuellen Ausbeutung und
zum Zweck der Ausbeutung der
Arbeitskraft nach § 232 Absatz 3,
4 oder 5, § 233 Absatz 3, jeweils
soweit es sich um Verbrechen
handelt,
g) schwerer Bandendiebstahl nach §
244a Absatz 1, schwerer Raub
nach § 250 Absatz 1 oder Absatz
2, Raub mit Todesfolge nach §
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251, räuberische Erpressung nach
§ 255 und besonders schwerer Fall
einer Erpressung nach § 253 unter
den in § 253 Absatz 4 Satz 2 ge-
nannten Voraussetzungen, ge-
werbsmäßige Bandenhehlerei nach
§ 260a Absatz 1, besonders
schwerer Fall der Geldwäsche und
der Verschleierung unrechtmäßig
erlangter Vermögenswerte nach §
261 unter den in § 261 Absatz 4
Satz 2 genannten Voraussetzun-
gen,
h) gemeingefährliche Straftaten in
den Fällen der §§ 306 bis 306c,
307 Absatz 1 bis 3, des § 308 Ab-
satz 1 bis 3, des § 309 Absatz 1
bis 4, des § 310 Absatz 1, der §§
313, 314, 315 Absatz 3, des §
315b Absatz 3 sowie der §§ 316a
und 316c,
2. aus dem Aufenthaltsgesetz:
a) Einschleusen von Ausländern nach
§ 96 Absatz 2,
b) Einschleusen mit Todesfolge oder
gewerbs- und bandenmäßiges Ein-
schleusen nach § 97,
3. aus dem Betäubungsmittelgesetz:
a) besonders schwerer Fall einer
Straftat nach § 29 Absatz 1 Satz 1
Nummer 1, 5, 6, 10, 11 oder 13,
Absatz 3 unter der in § 29 Absatz
3 Satz 2 Nummer 1 genannten
Voraussetzung,
b) eine Straftat nach den §§ 29a, 30
Absatz 1 Nummer 1, 2, 4, § 30a,
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4. aus dem Grundstoffüberwachungsge-
setz:
eine Straftat nach § 19 Absatz 1
unter den in § 19 Absatz 3 Satz 2
genannten Voraussetzungen,
5. aus dem Gesetz über die Kontrolle
von Kriegswaffen:
a) eine Straftat nach § 19 Absatz 2
oder § 20 Absatz 1, jeweils auch
in Verbindung mit § 21,
b) besonders schwerer Fall einer
Straftat nach § 22a Absatz 1 in
Verbindung mit Absatz 2,
6. aus dem Völkerstrafgesetzbuch:
a) Völkermord nach § 6,
b) Verbrechen gegen die Menschlich-
keit nach § 7,
c) Kriegsverbrechen nach den §§ 8
bis 12,
7. aus dem Waffengesetz:
a) besonders schwerer Fall einer
Straftat nach § 51 Absatz 1 in
Verbindung mit Absatz 2,
b) besonders schwerer Fall einer
Straftat nach § 52 Absatz 1 Num-
mer 1 in Verbindung mit Absatz 5.
(3) Telekommunikationsverbindungsdaten (3) Erfolgt die Erhebung von Verkehrsdaten (3) Die Erhebung aller in einer Funkzelle an-
sind: nicht beim Telekommunikationsdiensteanbie- gefallenen Verkehrsdaten (Funkzellenab-
1. im Falle einer Verbindung Berechti- ter, bestimmt sie sich nach Abschluss des frage) ist nur unter den Voraussetzungen des
gungskennungen, Kartennummern, Kommunikationsvorgangs nach den allge- Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 zulässig, wenn
Standortkennung sowie Rufnummer meinen Vorschriften. die Erforschung des Sachverhalts oder die
oder Kennung des anrufenden und Ermittlung des Aufenthaltsortes des Beschul-
angerufenen Anschlusses oder der digten auf andere Weise aussichtslos oder
Endeinrichtung, wesentlich erschwert wäre. Auf nach § 113b
2. Beginn und Ende der Verbindung nach des Telekommunikationsgesetzes gespei-
Datum und Uhrzeit,
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3. vom Kunden in Anspruch genommene cherte Verkehrsdaten darf nur unter den Vo-
Telekommunikationsdienstleistung, raussetzungen des Absatzes 2 zurückgegrif-
4. Endpunkte festgeschalteter Verbin- fen werden.
dungen, ihr Beginn und ihr Ende nach
Datum und Uhrzeit
(4) Über Maßnahmen nach Absatz 1 ist ent- (4) Die Erhebung von Verkehrsdaten, die
sprechend § 100b Abs. 5 jährlich eine Über- sich gegen eine der in § 53 Absatz 1 Satz 1
sicht zu erstellen, in der anzugeben sind: Nummer 1 bis 5 genannten Personen richtet
1. die Anzahl der Verfahren, in denen und die voraussichtlich Erkenntnisse erbrin-
Maßnahmen nach Absatz 1 durchge- gen würde, über die diese das Zeugnis ver-
führt worden sind; weigern dürfte, ist unzulässig. Dennoch er-
2. die Anzahl der Anordnungen von Maß- langte Erkenntnisse dürfen nicht verwendet
nahmen nach Absatz 1, unterschieden werden. Aufzeichnungen hierüber sind un-
nach Erst- und Verlängerungsanord- verzüglich zu löschen. Die Tatsache ihrer Er-
nungen; langung und der Löschung der Aufzeichnun-
3. die jeweils zugrunde liegende Anlass- gen ist aktenkundig zu machen. Die Sätze 2
straftat, unterschieden nach Absatz 1 bis 4 gelten entsprechend, wenn durch eine
Satz 1 Nr. 1 und 2; Ermittlungsmaßnahme, die sich nicht gegen
4. die Anzahl der zurückliegenden Mo- eine in § 53 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 5
nate, für die Verkehrsdaten nach Ab- genannte Person richtet, von dieser Person
satz 1 abgefragt wurden, bemessen Erkenntnisse erlangt werden, über die sie
ab dem Zeitpunkt der Anordnung; das Zeugnis verweigern dürfte. § 160a Ab-
5. die Anzahl der Maßnahmen, die er- satz 3 und 4 gilt entsprechend.
gebnislos geblieben sind, weil die ab-
gefragten Daten ganz oder teilweise
nicht verfügbar waren.
(5) Erfolgt die Erhebung von Verkehrsdaten
nicht beim Erbringer öffentlich zugänglicher
Telekommunikationsdienste, bestimmt sie
sich nach Abschluss des Kommunikationsvor-
gangs nach den allgemeinen Vorschriften
100j [Auskunft über Bestandsdaten]4
./. (1) Soweit dies für die Erforschung des Sach- unverändert
verhalts oder die Ermittlung des Aufenthalt-
sortes eines Beschuldigten erforderlich ist,
4
Eingefügt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 20 Juni 2013 (BGBl. I 1602)
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darf von demjenigen, der geschäftsmäßig
Telekommunikationsdienste erbringt oder
daran mitwirkt, Auskunft über die nach den
§§ 95 und 111 des Telekommunikationsge-
setzes erhobenen Daten verlangt werden (§
113 Absatz 1 Satz 1 des Telekommunikati-
onsgesetzes). Bezieht sich das Auskunftsver-
langen nach Satz 1 auf Daten, mittels derer
der Zugriff auf Endgeräte oder auf Speicher-
einrichtungen, die in diesen Endgeräten oder
hiervon räumlich getrennt eingesetzt wer-
den, geschützt wird (§ 113 Absatz 1 Satz 2
des Telekommunikationsgesetzes), darf die
Auskunft nur verlangt werden, wenn die ge-
setzlichen Voraussetzungen für die Nutzung
der Daten vorliegen.
./. (2) Die Auskunft nach Absatz 1 darf auch an- (2) Die Auskunft nach Absatz 1 darf auch an-
hand einer zu einem bestimmten Zeitpunkt hand einer zu einem bestimmten Zeitpunkt
zugewiesenen Internetprotokoll-Adresse ver- zugewiesenen Internetprotokoll-Adresse ver-
langt werden (§ 113 Absatz 1 Satz 3 des Te- langt werden (§§ 113 Absatz 1 Satz 3, 113c
lekommunikationsgesetzes). Absatz 1 Nummer 3 des Telekommunikati-
onsgesetzes).
./. (3) Auskunftsverlangen nach Absatz 1 Satz 2 unverändert
dürfen nur auf Antrag der Staatsanwaltschaft
durch das Gericht angeordnet werden. Bei
Gefahr im Verzug kann die Anordnung auch
durch die Staatsanwaltschaft oder ihre Er-
mittlungspersonen (§ 152 des Gerichtsver-
fassungsgesetzes) getroffen werden. In die-
sem Fall ist die gerichtliche Entscheidung un-
verzüglich nachzuholen. Die Sätze 1 bis 3
finden keine Anwendung, wenn der Be-
troffene vom Auskunftsverlangen bereits
Kenntnis hat oder haben muss oder wenn die
Nutzung der Daten bereits durch eine ge-
richtliche Entscheidung gestattet wird. Das
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Vorliegen der Voraussetzungen nach Satz 4
ist aktenkundig zu machen.
./. (4) Die betroffene Person ist in den Fällen unverändert
des Absatzes 1 Satz 2 und des Absatzes 2
über die Beauskunftung zu benachrichtigen.
Die Benachrichtigung erfolgt, soweit und so-
bald hierdurch der Zweck der Auskunft nicht
vereitelt wird. Sie unterbleibt, wenn ihr über-
wiegende schutzwürdige Belange Dritter oder
der betroffenen Person selbst entgegenste-
hen. Wird die Benachrichtigung nach Satz 2
zurückgestellt oder nach Satz 3 von ihr ab-
gesehen, sind die Gründe aktenkundig zu
machen.
./. (5) Auf Grund eines Auskunftsverlangens unverändert
nach Absatz 1 oder 2 hat derjenige, der ge-
schäftsmäßig Telekommunikationsdienste er-
bringt oder daran mitwirkt, die zur Aus-
kunftserteilung erforderlichen Daten unver-
züglich zu übermitteln. § 95 Absatz 2 gilt
entsprechend.
§ 101 [Verfahren bei verdeckten Maßnahmen]
(1) Von den getroffenen Maßnahmen (§§ (1) Für Maßnahmen nach den §§ 98a, 99, (1) Für Maßnahmen nach den §§ 98a, 99,
81e, 99, 100a, 100b, 100f Abs. 1 Nr. 2, Abs. 100a, 100c bis 100i, 110a, 163d bis 163f 100a, 100c bis 100f, 100h, 100i, 110a, 163d
2, §§ 100g und 100h) sind die Beteiligten zu gelten, soweit nichts anderes bestimmt ist, bis 163f gelten, soweit nichts anderes be-
benachrichtigen, sobald dies ohne Gefähr- die nachstehenden Regelungen. stimmt ist, die nachstehenden Regelungen.
dung des Untersuchungszwecks, der öffentli- … …
chen Sicherheit, von Leib oder Leben einer
Person sowie der Möglichkeit der weiteren
Verwendung eines eingesetzten nicht offen
ermittelnden Beamten geschehen kann.
…
(4) Entscheidungen und sonstige Unterlagen (4) Von den in Absatz 1 genannten Maßnah- (4) Von den in Absatz 1 genannten Maßnah-
über Maßnahmen nach § 100f Abs. 1 Nr. 2, men sind im Falle men sind im Falle
Abs. 2 werden bei der Staatsanwaltschaft 1. des § 98a die betroffenen Personen, 1. des § 98a die betroffenen Personen,
gegen die nach Auswertung der Daten gegen die nach Auswertung der Daten
weitere Ermittlungen geführt wurden, weitere Ermittlungen geführt wurden,
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 8Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
verwahrt. Zu den Akten sind sie erst zu neh- 2. des § 99 der Absender und der Adres- 2. des § 99 der Absender und der Adres-
men, wenn die Voraussetzungen des Absat- sat der Postsendung, sat der Postsendung,
zes 1 erfüllt sind. 3. des § 100a die Beteiligten der über- 3. des § 100a die Beteiligten der über-
wachten Telekommunikation, wachten Telekommunikation,
4. des § 100c 4. des § 100c
a) der Beschuldigte, gegen den sich a) der Beschuldigte, gegen den sich
die Maßnahme richtete, die Maßnahme richtete,
b) sonstige überwachte Personen, b) sonstige überwachte Personen,
c) Personen, die die überwachte c) Personen, die die überwachte
Wohnung zur Zeit der Durchfüh- Wohnung zur Zeit der Durchfüh-
rung der Maßnahme innehatten o- rung der Maßnahme innehatten o-
der bewohnten, der bewohnten,
5. des § 100f die Zielperson sowie die 5. des § 100f die Zielperson sowie die
erheblich mitbetroffenen Personen, erheblich mitbetroffenen Personen,
6. des § 100g die Beteiligten der be-
troffenen Telekommunikation,
7. des § 100h Abs. 1 die Zielperson so- 6. des § 100h Abs. 1 die Zielperson so-
wie die erheblich mitbetroffenen Per- wie die erheblich mitbetroffenen Per-
sonen, sonen,
8. des § 100i die Zielperson, 7. des § 100i die Zielperson,
9. des § 110a 8. des § 110a
a) die Zielperson, a) die Zielperson,
b) die erheblich mitbetroffenen Per- b) die erheblich mitbetroffenen Per-
sonen, sonen,
c) die Personen, deren nicht allge- c) die Personen, deren nicht allge-
mein zugängliche Wohnung der mein zugängliche Wohnung der
Verdeckte Ermittler betreten hat, Verdeckte Ermittler betreten hat,
10. des § 163d die betroffenen Personen, 9. des § 163d die betroffenen Personen,
gegen die nach Auswertung der Daten gegen die nach Auswertung der Daten
weitere Ermittlungen geführt wurden, weitere Ermittlungen geführt wurden,
11. des § 163e die Zielperson und die 10. des § 163e die Zielperson und die
Person, deren personenbezogene Da- Person, deren personenbezogene Da-
ten gemeldet worden sind, ten gemeldet worden sind,
12. des § 163f die Zielperson sowie die 11. des § 163f die Zielperson sowie die
erheblich mitbetroffenen Personen erheblich mitbetroffenen Personen
zu benachrichtigen. Dabei ist auf die Mög- zu benachrichtigen. Dabei ist auf die Mög-
lichkeit nachträglichen Rechtsschutzes nach lichkeit nachträglichen Rechtsschutzes nach
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 9Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
Absatz 7 und die dafür vorgesehene Frist Absatz 7 und die dafür vorgesehene Frist
hinzuweisen. Die Benachrichtigung unter- hinzuweisen. Die Benachrichtigung unter-
bleibt, wenn ihr überwiegende schutzwürdige bleibt, wenn ihr überwiegende schutzwürdige
Belange einer betroffenen Person entgegen- Belange einer betroffenen Person entgegen-
stehen. Zudem kann die Benachrichtigung stehen. Zudem kann die Benachrichtigung
einer in Satz 1 Nr. 2, 3 und 6 bezeichneten einer in Satz 1 Nr. 2, 3 und 6 bezeichneten
Person, gegen die sich die Maßnahme nicht Person, gegen die sich die Maßnahme nicht
gerichtet hat, unterbleiben, wenn diese von gerichtet hat, unterbleiben, wenn diese von
der Maßnahme nur unerheblich betroffen der Maßnahme nur unerheblich betroffen
wurde und anzunehmen ist, dass sie kein In- wurde und anzunehmen ist, dass sie kein In-
teresse an einer Benachrichtigung hat. Nach- teresse an einer Benachrichtigung hat. Nach-
forschungen zur Feststellung der Identität ei- forschungen zur Feststellung der Identität ei-
ner in Satz 1 bezeichneten Person sind nur ner in Satz 1 bezeichneten Person sind nur
vorzunehmen, wenn dies unter Berücksichti- vorzunehmen, wenn dies unter Berücksichti-
gung der Eingriffsintensität der Maßnahme gung der Eingriffsintensität der Maßnahme
gegenüber dieser Person, des Aufwands für gegenüber dieser Person, des Aufwands für
die Feststellung ihrer Identität sowie der dar- die Feststellung ihrer Identität sowie der dar-
aus für diese oder andere Personen folgen- aus für diese oder andere Personen folgen-
den Beeinträchtigungen geboten ist. den Beeinträchtigungen geboten ist.
§ 101a Gerichtliche Entscheidung, Da-
tenkennzeichnung und -auswertung, Be-
nachrichtigungspflichten bei der Erhe-
bung von Verkehrsdaten
(1) Bei Erhebungen von Verkehrsdaten nach
§ 100g StPO gelten § 100a Absatz 3 und §
100b Absatz 1 bis 4 entsprechend mit der
Maßgabe, dass
1. in der Entscheidungsformel nach §
100b Absatz 2 Satz 2 auch die zu
übermittelnden Daten und der Zeit-
raum, für den sie übermittelt werden
sollen, eindeutig anzugeben sind,
2. der nach § 100b Absatz 3 Satz 1 zur
Auskunft Verpflichtete auch mitzutei-
len hat, welche der von ihm übermit-
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 10Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
telten Daten nach § 113b des Tele-
kommunikationsgesetzes gespeichert
wurden.
In den Fällen des § 100g Absatz 2 findet §
100b Absatz 1 Satz 2 und 3 keine Anwen-
dung. Bei Funkzellenabfragen nach § 100g
Absatz 3 genügt abweichend von § 100b Ab-
satz 2 Satz 2 Nummer 2 eine räumlich und
zeitlich eng begrenzte und hinreichend be-
stimmte Bezeichnung der Telekommunika-
tion.
(2) Wird eine Maßnahme nach § 100g ange-
ordnet oder verlängert, sind in der Begrün-
dung einzelfallbezogen insbesondere die we-
sentlichen Erwägungen zur Erforderlichkeit
und Angemessenheit der Maßnahme, auch
hinsichtlich des Umfangs der zu erhebenden
Daten und des Zeitraums, für den sie erho-
ben werden sollen, darzulegen.
(3) Personenbezogene Daten, die durch Maß-
nahmen nach § 100g erhoben wurden, sind
entsprechend zu kennzeichnen und unver-
züglich auszuwerten. Bei der Kennzeichnung
ist erkennbar zu machen, ob es sich um Da-
ten handelt, die nach § 113b des Telekom-
munikationsgesetzes gespeichert waren.
Nach Übermittlung an eine andere Stelle ist
die Kennzeichnung durch diese aufrechtzuer-
halten. Für die Löschung personenbezogener
Daten gilt § 101 Absatz 8 entsprechend.
(4) Die Beteiligten der betroffenen Telekom-
munikation sind von der Erhebung der Ver-
kehrsdaten nach § 100g zu benachrichtigen.
§ 101 Absatz 4 bis 7 gilt entsprechend mit
der Maßgabe, dass
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1. das Unterbleiben der Benachrichti-
gung nach § 101 Absatz 4 Satz 3 der
gerichtlichen Anordnung bedarf;
2. abweichend von § 101 Absatz 6 Satz
1 die Zurückstellung der Benachrichti-
gung nach § 101 Absatz 5 Satz 1
stets der Anordnung des zuständigen
Gerichts bedarf und eine erstmalige
Zurückstellung auf höchstens zwölf
Monate zu befristen ist.
§ 101b Statistische Erfassung der Erhe-
bung von Verkehrsdaten
Über Maßnahmen nach § 100g ist entspre-
chend § 100b Absatz 5 jährlich eine Über-
sicht zu erstellen, in der anzugeben sind
1. unterschieden nach Maßnahmen nach
den § 100g Absatz 1, 2 und 3
a) die Anzahl der Verfahren, in denen
diese Maßnahmen durchgeführt
wurden;
b) die Anzahl der Erstanordnungen,
mit denen diese Maßnahmen an-
geordnet wurden;
c) die Anzahl der Verlängerungsan-
ordnungen, mit denen diese Maß-
nahmen angeordnet wurden;
2. unterschieden für die Bereiche Fest-
netz-, Mobilfunk- und Internetdienste
und jeweils untergliedert nach der An-
zahl der zurückliegenden Wochen, für
die die Erhebung von Verkehrsdaten
angeordnet wurde, jeweils bemessen
ab dem Zeitpunkt der Anordnung
a) die Anzahl der Anordnungen nach
§ 100g Absatz 1;
b) die Anzahl der Anordnungen nach
§ 100g Absatz 2;
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 12Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
c) die Anzahl der Anordnungen nach
§ 100g Absatz 3;
d) die Anzahl der Anordnungen, die
teilweise ergebnislos geblieben
sind, weil die abgefragten Daten
teilweise nicht verfügbar waren;
e) die Anzahl der Anordnungen, die
ergebnislos geblieben sind, weil
keine Daten verfügbar waren.
Telekommunikationsgesetz (TKG)
§ 113a Speicherungspflichten für Daten5 113a Verpflichtete; Entschädigung
(1) Wer geschäftsmäßig Telekommunikati- (1) Die Verpflichtungen zur Speicherung von
onsdienste erbringt oder daran mitwirkt, darf Verkehrsdaten, zur Verwendung der Daten
nach Maßgabe des Absatzes 2 die nach den und zur Datensicherheit nach den §§ 113b
§§ 95 und 111 erhobenen Daten nach Maß- bis 113g beziehen sich auf Erbringer öffent-
gabe dieser Vorschrift zur Erfüllung von Aus- lich zugänglicher Telekommunikations-
kunftspflichten gegenüber den in Absatz 3 dienste. Wer öffentlich zugängliche Telekom-
genannten Stellen verwenden. Dies gilt auch munikationsdienste erbringt, aber nicht alle
für Daten, mittels derer der Zugriff auf End- der nach Maßgabe der nachstehenden Rege-
geräte oder auf Speichereinrichtungen, die in lungen zu speichernden Daten selbst erzeugt
diesen Endgeräten oder hiervon räumlich ge- oder verarbeitet, hat
trennt eingesetzt werden, geschützt wird. 1. sicherzustellen, dass die nicht von
Die in eine Auskunft aufzunehmenden Daten ihm selbst bei der Erbringung seines
dürfen auch anhand einer zu einem be- Dienstes erzeugten oder verarbeite-
stimmten Zeitpunkt zugewiesenen Internet- ten Daten gemäß § 113b Absatz 1 ge-
protokoll-Adresse bestimmt werden; hierfür speichert werden, und
dürfen Verkehrsdaten auch automatisiert 2. der Bundesnetzagentur auf deren
ausgewertet werden. Für die Auskunftsertei- Verlangen unverzüglich mitzuteilen,
lung nach Satz 3 sind sämtliche unterneh- wer diese Daten speichert.
mensinternen Datenquellen zu berücksichti-
gen.
5
§ 113a verstößt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfGE v. 2.3.2010 I 272 - 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR
586/08) gegen Art. 10 Abs. 1 GG und ist nichtig.
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 13Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
(2) Die Auskunft darf nur erteilt werden, so- (2) Für notwendige Aufwendungen, die den
weit eine in Absatz 3 genannte Stelle dies in Verpflichteten durch die Umsetzung der Vor-
Textform im Einzelfall zum Zweck der Verfol- gaben aus den §§ 113b, 113d bis 113g ent-
gung von Straftaten oder Ordnungswidrigkei- stehen, ist eine angemessene Entschädigung
ten, zur Abwehr von Gefahren für die öffent- zu zahlen, soweit dies zur Abwendung oder
liche Sicherheit oder Ordnung oder für die zum Ausgleich unbilliger Härten geboten er-
Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der in scheint. Für die Bemessung der Entschädi-
Absatz 3 Nummer 3 genannten Stellen unter gung sind die tatsächlich entstandenen Kos-
Angabe einer gesetzlichen Bestimmung ver- ten maßgebend. Über Anträge auf Entschädi-
langt, die ihr eine Erhebung der in Absatz 1 gung entscheidet die Bundesnetzagentur.
in Bezug genommenen Daten erlaubt; an an-
dere öffentliche und nichtöffentliche Stellen
dürfen Daten nach Absatz 1 nicht übermittelt
werden. Bei Gefahr im Verzug darf die Aus-
kunft auch erteilt werden, wenn das Verlan-
gen in anderer Form gestellt wird. In diesem
Fall ist das Verlangen unverzüglich nachträg-
lich in Textform zu bestätigen. Die Verant-
wortung für die Zulässigkeit des Auskunfts-
verlangens tragen die in Absatz 3 genannten
Stellen.
(3) Stellen im Sinne des Absatzes 1 sind
1. die für die Verfolgung von Straftaten
oder Ordnungswidrigkeiten zuständi-
gen Behörden;
2. die für die Abwehr von Gefahren für
die öffentliche Sicherheit oder Ord-
nung zuständigen Behörden;
3. die Verfassungsschutzbehörden des
Bundes und der Länder, der Militäri-
sche Abschirmdienst und der Bundes-
nachrichtendienst.
(4) Derjenige, der geschäftsmäßig Telekom-
munikationsdienste erbringt oder daran mit-
wirkt, hat die zu beauskunftenden Daten un-
verzüglich und vollständig zu übermitteln.
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 14Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
Über das Auskunftsersuchen und die Aus-
kunftserteilung haben die Verpflichteten ge-
genüber den Betroffenen sowie Dritten Still-
schweigen zu wahren.
(5) Wer geschäftsmäßig Telekommunikati-
onsdienste erbringt oder daran mitwirkt, hat
die in seinem Verantwortungsbereich für die
Auskunftserteilung erforderlichen Vorkehrun-
gen auf seine Kosten zu treffen. Wer mehr
als 100 000 Kunden hat, hat für die Entge-
gennahme der Auskunftsverlangen sowie für
die Erteilung der zugehörigen Auskünfte eine
gesicherte elektronische Schnittstelle nach
Maßgabe der Technischen Richtlinie nach §
110 Absatz 3 bereitzuhalten, durch die auch
die gegen die Kenntnisnahme der Daten
durch Unbefugte gesicherte Übertragung ge-
währleistet ist. Dabei ist dafür Sorge zu tra-
gen, dass jedes Auskunftsverlangen durch
eine verantwortliche Fachkraft auf Einhaltung
der in Absatz 2 genannten formalen Voraus-
setzungen geprüft und die weitere Bearbei-
tung des Verlangens erst nach einem positi-
ven Prüfergebnis freigegeben wird.
§ 113b Verwendung der nach § 113a ge- § 113b Pflichten zur Speicherung von
speicherten Daten6 Verkehrsdaten
(1) Wer öffentlich zugängliche Telekommuni- (1) Die in § 113a Absatz 1 Genannten sind
kationsdienste für Endnutzer erbringt, ist verpflichtet, Daten nach Absatz 2 und 3 für
verpflichtet, von ihm bei der Nutzung seines zehn Wochen und Standortdaten nach Absatz
Dienstes erzeugte oder verarbeitete Ver- 4 für vier Wochen im Inland zu speichern.
kehrsdaten nach Maßgabe der Absätze 2 bis
5 sechs Monate im Inland oder in einem an-
deren Mitgliedstaat der Europäischen Union
6
§ 113b verstößt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (BVerfGE v. 2.3.2010 I 272 - 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR
586/08) gegen Art. 10 Abs. 1 GG und ist nichtig.
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 15Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
zu speichern. Wer öffentlich zugängliche Te-
lekommunikationsdienste für Endnutzer er-
bringt, ohne selbst Verkehrsdaten zu erzeu-
gen oder zu verarbeiten, hat sicherzustellen,
dass die Daten gemäß Satz 1 gespeichert
werden, und der Bundesnetzagentur auf de-
ren Verlangen mitzuteilen, wer diese Daten
speichert.
(2) Die Anbieter von öffentlich zugänglichen (2) Die Erbringer öffentlich zugänglicher Te-
Telefondiensten speichern: lefondienste speichern:
1. die Rufnummer oder andere Kennung 1. die Rufnummer oder eine andere Ken-
des anrufenden und des angerufenen nung des anrufenden und des angeru-
Anschlusses sowie im Falle von Um- fenen Anschlusses sowie bei Um- oder
oder Weiterschaltungen jedes weite- Weiterschaltungen jedes weiteren be-
ren beteiligten Anschlusses, teiligten Anschlusses,
2. den Beginn und das Ende der Verbin-
dung nach Datum und Uhrzeit unter 2. Datum und Uhrzeit von Beginn und
Angabe der zugrunde liegenden Zeit- Ende der Verbindung unter Angabe
zone, der zugrunde liegenden Zeitzone,
3. in Fällen, in denen im Rahmen des
Telefondienstes unterschiedliche 3. Angaben zu dem genutzten Dienst,
Dienste genutzt werden können, An- wenn im Rahmen des Telefondienstes
gaben zu dem genutzten Dienst, unterschiedliche Dienste genutzt wer-
4. im Fall mobiler Telefondienste ferner: den können,
a) die internationale Kennung für 4. im Fall mobiler Telefondienste ferner
mobile Teilnehmer für den anru- a) die internationale Kennung mobi-
fenden und den angerufenen An- ler Teilnehmer für den anrufenden
schluss, und den angerufenen Anschluss,
b) die internationale Kennung des b) die internationale Kennung des
anrufenden und des angerufenen anrufenden und des angerufenen
Endgerätes, Endgerätes,
c) die Bezeichnung der durch den c) Datum und Uhrzeit der ersten Ak-
anrufenden und den angerufenen tivierung des Dienstes, wenn
Anschluss bei Beginn der Verbin- Dienste im Voraus bezahlt wur-
dung genutzten Funkzellen, den,
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 16Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
d) im Fall im Voraus bezahlter ano-
nymer Dienste auch die erste Akti-
vierung des Dienstes nach Datum,
Uhrzeit und Bezeichnung der
Funkzelle,
5. im Fall von Internet-Telefondiensten 5. im Fall von Internet-Telefondiensten
auch die Internetprotokoll-Adresse auch die Internetprotokoll-Adressen
des anrufenden und des angerufenen des anrufenden und des angerufenen
Anschlusses. Anschlusses und zugewiesene Benut-
zerkennungen.
Satz 1 gilt entsprechend bei der Übermitt- Satz 1 gilt entsprechend
lung einer Kurz-, Multimedia- oder ähnlichen 1. bei der Übermittlung einer Kurz-, Mul-
Nachricht; hierbei sind anstelle der Angaben timedia- oder ähnlichen Nachricht;
nach Satz 1 Nr. 2 die Zeitpunkte der Versen- hierbei treten an die Stelle der Anga-
dung und des Empfangs der Nachricht zu ben nach Satz 1 Nummer 2 die Zeit-
speichern. punkte der Versendung und des Emp-
fangs der Nachricht;
2. für unbeantwortete oder wegen eines
Eingriffs des Netzwerkmanagements
erfolglose Anrufe, soweit der Erbrin-
ger die in Satz 1 genannten Verkehrs-
daten für die in § 96 Absatz 1 Satz 2
genannten Zwecke speichert oder
protokolliert.
(3) Die Anbieter von Diensten der elektroni- (3) Die Erbringer öffentlich zugänglicher In-
schen Post speichern: ternetzugangsdienste speichern
1. bei Versendung einer Nachricht die 1. die dem Teilnehmer für eine Internet-
Kennung des elektronischen Postfachs nutzung zugewiesene Internetproto-
und die Internetprotokoll-Adresse des koll-Adresse,
Absenders sowie die Kennung des 2. eine eindeutige Kennung des An-
elektronischen Postfachs jedes Emp- schlusses, über den die Internetnut-
fängers der Nachricht, zung erfolgt, sowie eine zugewiesene
2. bei Eingang einer Nachricht in einem Benutzerkennung,
elektronischen Postfach die Kennung 3. Datum und Uhrzeit von Beginn und
des elektronischen Postfachs des Ab- Ende der Internetnutzung unter der
senders und des Empfängers der
Nachricht sowie die Internetprotokoll-
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 17Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
Adresse der absendenden Telekom- zugewiesenen Internetprotokoll-Ad-
munikationsanlage, resse unter Angabe der zugrunde lie-
3. bei Zugriff auf das elektronische Post- genden Zeitzone.
fach dessen Kennung und die Inter-
netprotokoll-Adresse des Abrufenden,
4. die Zeitpunkte der in den Nummern 1
bis 3 genannten Nutzungen des
Dienstes nach Datum und Uhrzeit un-
ter Angabe der zugrunde liegenden
Zeitzone.
(4) Die Anbieter von Internetzugangsdiens- (4) Im Fall der Nutzung mobiler Telefon-
ten speichern: dienste sind die Bezeichnungen der Funkzel-
1. die dem Teilnehmer für eine Internet- len zu speichern, die durch den anrufenden
nutzung zugewiesene Internetproto- und den angerufenen Anschluss bei Beginn
koll-Adresse, der Verbindung genutzt wurden. Bei öffent-
2. eine eindeutige Kennung des An- lich zugänglichen Internetzugangsdiensten
schlusses, über den die Internetnut- ist die Bezeichnung der bei Beginn der Inter-
zung erfolgt, netverbindung genutzten Funkzelle zu spei-
3. den Beginn und das Ende der Inter- chern. Zusätzlich sind die Daten zu spei-
netnutzung unter der zugewiesenen chern, aus denen sich die geografische Lage
Internetprotokoll-Adresse nach Da- und die Hauptstrahlrichtungen der die jewei-
tum und Uhrzeit unter Angabe der zu- lige Funkzelle versorgenden Funkantennen
grunde liegenden Zeitzone. ergeben.
(5) Soweit Anbieter von Telefondiensten die (5) Der Inhalt der Kommunikation, Daten
in dieser Vorschrift genannten Verkehrsdaten über aufgerufene Internetseiten und Daten
für die in § 96 Abs. 2 genannten Zwecke von Diensten der elektronischen Post dürfen
auch dann speichern oder protokollieren, auf Grund dieser Vorschrift nicht gespeichert
wenn der Anruf unbeantwortet bleibt oder werden.
wegen eines Eingriffs des Netzwerkmanage-
ments erfolglos ist, sind die Verkehrsdaten
auch nach Maßgabe dieser Vorschrift zu spei-
chern.
(6) Wer Telekommunikationsdienste erbringt (6) Daten, die den in § 99 Absatz 2 genann-
und hierbei die nach Maßgabe dieser Vor- ten Verbindungen zugrunde liegen, dürfen
schrift zu speichernden Angaben verändert, auf Grund dieser Vorschrift nicht gespeichert
ist zur Speicherung der ursprünglichen und werden. Dies gilt entsprechend für Telefon-
der neuen Angabe sowie des Zeitpunktes der verbindungen, die von den in § 99 Absatz 2
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 18Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
Umschreibung dieser Angaben nach Datum genannten Stellen ausgehen. § 99 Absatz 2
und Uhrzeit unter Angabe der zugrunde lie- Satz 2 bis 7 gilt entsprechend.
genden Zeitzone verpflichtet.
(7) Wer ein Mobilfunknetz für die Öffentlich- (7) Die Speicherung der Daten hat so zu er-
keit betreibt, ist verpflichtet, zu den nach folgen, dass Auskunftsersuchen der berech-
Maßgabe dieser Vorschrift gespeicherten Be- tigten Stellen unverzüglich beantwortet wer-
zeichnungen der Funkzellen auch Daten vor- den können.
zuhalten, aus denen sich die geografischen
Lagen der die jeweilige Funkzelle versorgen-
den Funkantennen sowie deren Hauptstrahl-
richtungen ergeben.
(8) Der Inhalt der Kommunikation und Daten (8) Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete
über aufgerufene Internetseiten dürfen auf hat die auf Grund dieser Vorschrift gespei-
Grund dieser Vorschrift nicht gespeichert cherten Daten unverzüglich, spätestens je-
werden. doch binnen einer Woche nach Ablauf der
Speicherfristen nach Absatz 1, irreversibel zu
löschen oder die irreversible Löschung si-
cherzustellen.
(9) Die Speicherung der Daten nach den Ab-
sätzen 1 bis 7 hat so zu erfolgen, dass Aus-
kunftsersuchen der berechtigten Stellen un-
verzüglich beantwortet werden können.
(10) Der nach dieser Vorschrift Verpflichtete
hat betreffend die Qualität und den Schutz
der gespeicherten Verkehrsdaten die im Be-
reich der Telekommunikation erforderliche
Sorgfalt zu beachten. Im Rahmen dessen hat
er durch technische und organisatorische
Maßnahmen sicherzustellen, dass der Zu-
gang zu den gespeicherten Daten ausschließ-
lich hierzu von ihm besonders ermächtigten
Personen möglich ist.
(11) Der nach dieser Vorschrift Verpflichtete
hat die allein auf Grund dieser Vorschrift ge-
speicherten Daten innerhalb eines Monats
nach Ablauf der in Absatz 1 genannten Frist
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 19Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
zu löschen oder die Löschung sicherzustel-
len.
§ 113c Verwendung der nach § 113a ge- § 113c Verwendung der Daten
speicherten Daten
Der nach § 113a Verpflichtete darf die allein (1) Die auf Grund des § 113b gespeicherten
auf Grund der Speicherungsverpflichtung Daten dürfen
nach § 113a gespeicherten Daten 1. an eine Strafverfolgungsbehörde
1. zur Verfolgung von Straftaten, übermittelt werden, soweit diese die
2. zur Abwehr von erheblichen Gefahren Übermittlung unter Berufung auf eine
für die öffentliche Sicherheit oder gesetzliche Bestimmung, die ihr eine
3. zur Erfüllung der gesetzlichen Aufga- Erhebung der in § 113b genannten
ben der Verfassungsschutzbehörden Daten zur Verfolgung besonders
des Bundes und der Länder, des Bun- schwerer Straftaten erlaubt, verlangt;
desnachrichtendienstes und des Mili- 2. an eine Gefahrenabwehrbehörde der
tärischen Abschirmdienstes Länder übermittelt werden, soweit
an die zuständigen Stellen auf deren Verlan- diese die Übermittlung unter Berufung
gen übermitteln, soweit dies in den jeweili- auf eine gesetzliche Bestimmung, die
gen gesetzlichen Bestimmungen unter Be- ihr eine Erhebung der in § 113b ge-
zugnahme auf § 113a vorgesehen und die nannten Daten zur Abwehr einer kon-
Übermittlung im Einzelfall angeordnet ist; für kreten Gefahr für Leib, Leben oder
andere Zwecke mit Ausnahme einer Aus- Freiheit einer Person oder für den Be-
kunftserteilung nach § 113 darf er die Daten stand des Bundes oder eines Landes
nicht verwenden. § 113 Abs. 1 Satz 4 gilt erlaubt, verlangt wird;
entsprechend. 3. durch den Erbringer öffentlich zu-
gänglicher Telekommunikations-
dienste für eine Auskunft nach § 113
Absatz 1 Satz 3 verwendet werden.
(2) Für andere Zwecke als die in Absatz 1
genannten dürfen die auf Grund des § 113b
gespeicherten Daten nicht verwendet wer-
den.
(3) Die Übermittlung der Daten erfolgt nach
Maßgabe der Rechtsverordnung nach § 110
Absatz 2 und der Technischen Richtlinie nach
§ 110 Absatz 3. Die Daten sind so zu kenn-
zeichnen, dass erkennbar ist, dass es sich
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 20Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
um Daten handelt, die nach § 113b gespei-
chert waren. Nach Übermittlung an eine an-
dere Stelle ist die Kennzeichnung durch diese
aufrechtzuerhalten.
§ 113d Gewährleistung der Sicherheit
der Daten
Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat
sicherzustellen, dass die auf Grund der Spei-
cherungsverpflichtung nach § 113b Absatz 1
gespeicherten Daten durch technische und
organisatorische Maßnahmen nach dem
Stand der Technik gegen unbefugte Kennt-
nisnahme und Verwendung geschützt wer-
den. Die Maßnahmen umfassen insbeson-
dere:
1. den Einsatz eines besonders sicheren
Verschlüsselungsverfahrens,
2. die Speicherung in gesonderten, von
den für die üblichen betrieblichen Auf-
gaben getrennten Speichereinrichtun-
gen,
3. die Speicherung mit einem hohen
Schutz vor dem Zugriff aus dem In-
ternet auf vom Internet entkoppelten
Rechnern,
4. die Beschränkung des Zutritts zu den
Datenverarbeitungsanlagen auf Per-
sonen die durch den Verpflichteten
besonders ermächtigt sind und
5. die notwendige Mitwirkung von min-
destens zwei Personen beim Zugriff
auf die Daten, die dazu durch den
Verpflichteten besonders ermächtigt
worden sind.
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 21Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
§ 113e Protokollierung
(1) Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete
hat sicherzustellen, dass für Zwecke der Da-
tenschutzkontrolle jeder Zugriff, insbeson-
dere das Lesen, Kopieren, Ändern, Löschen
und Sperren der auf Grund der Speiche-
rungsverpflichtung nach § 113b Absatz 1 ge-
speicherten Daten protokolliert wird. Zu pro-
tokollieren sind
1. der Zeitpunkt des Zugriffs,
2. die auf die Daten zugreifenden Perso-
nen ,
3. Zweck und Art des Zugriffs.
(2) Für andere als die in Absatz 1 Satz 1 ge-
nannten Zwecke dürfen die Protokolldaten
nicht verwendet werden.
(3) Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete
hat sicherzustellen, dass die Protokolldaten
nach einem Jahr gelöscht werden.
§ 113f Anforderungskatalog
(1) Bei der Umsetzung der Verpflichtungen
gemäß §§ 113b bis 113e ist ein besonders
hoher Standard der Datensicherheit und Da-
tenqualität zu gewährleisten. Die Einhaltung
dieses Standards wird vermutet, wenn alle
Anforderungen des Katalogs der technischen
Vorkehrungen und sonstigen Maßnahmen er-
füllt werden, den die Bundesnetzagentur un-
ter Beteiligung des Bundesamtes für Sicher-
heit in der Informationstechnik und der oder
des Bundesbeauftragten für den Datenschutz
und die Informationsfreiheit erstellt.
(2) Die Bundesnetzagentur überprüft fortlau-
fend die im Katalog nach Absatz 1 Satz 1
enthaltenen Anforderungen; hierbei berück-
sichtigt sie den Stand der Technik und der
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 22Synopse Vorratsdatenspeicherung Stand 20.5.2015
Fachdiskussion. Stellt die Bundesnetzagentur
Änderungsbedarf fest, ist der Katalog unter
Beteiligung des Bundesamtes für Sicherheit
in der Informationstechnik und der oder des
Bundesbeauftragten für den Datenschutz und
die Informationsfreiheit unverzüglich anzu-
passen.
(3) § 109 Absatz 6 Satz 2 und 3 gilt entspre-
chend. § 109 Absatz 7 gilt mit der Maßgabe,
dass an die Stelle der Anforderungen nach §
109 Absatz 1 bis 3 die Anforderungen nach
Absatz 1 Satz 1, § 113b Absatz 7 und 8, §
113d und § 113e Absatz 1 und 3 treten.
§ 113g Sicherheitskonzept
Der nach § 113a Absatz 1 Verpflichtete hat
in das Sicherheitskonzept nach § 109 Absatz
4 zusätzlich aufzunehmen
1. welche Systeme zur Erfüllung der
Verpflichtungen der §§ 113b bis 113e
betrieben werden,
2. von welchen Gefährdungen für diese
Systeme auszugehen ist und
3. welche technischen Vorkehrungen o-
der sonstigen Maßnahmen getroffen
oder geplant sind, um diesen Gefähr-
dungen entgegenzuwirken die Ver-
pflichtungen aus den §§ 113b bis
113e zu erfüllen.
Der nach § 113a Verpflichtete hat der Bun-
desnetzagentur das Sicherheitskonzept un-
verzüglich nach dem Beginn der Speicherung
nach § 113b und erneut bei jeder Änderung
vorzulegen. Bleibt das Sicherheitskonzept
unverändert, hat der nach § 113a Verpflich-
tete dies gegenüber der Bundesnetzagentur
im Abstand von jeweils zwei Jahren schrift-
lich zu erklären.
Erstellt von Rainer W. Gerling CC BY-NC-SA 3.0 DE Seite 23Sie können auch lesen