The Beer Game - Logistik am eigenen Leib erlebt
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The Beer Game – Logistik am eigenen
Leib erlebt
Bildrechte an allen Bildern: Privat (Andrea Lochmahr)
BHochschule für Technik
Stuttgart
Studierende des Bachelor Studiengangs Betriebswirtschaft haben am 2. Juli
2013 die Firma AEB in Stuttgart besucht. Die Exkursion fand im Rahmen der
Vertiefung „Beschaffung und Logistik“ unter der Leitung von Frau Prof. Dr.
Lochmahr statt.
Herr Andrej Grohar, Produktmanager Supply Chain Collaboration bei der AEB
GmbH, begrüßte uns nach einem Warm-up mit Kaffee und Butterbrezen
herzlich und gab uns Einblicke in die Firma AEB und das Supply Chain
Management. Das Supply Chain Management beschäftigt sich mit der
Gestaltung von Logistikketten über den gesamten Wertschöpfungsprozess.
Besondere Herausforderungen sind dabei die Integration aller Supply Chain
Partner, das Bestandsmonitoring entlang der Lieferketten sowie die Flexibilität
bei alternativen Routen, Bypass-Lösungen oder Ausnahmehandling.
Das mittelständische Unternehmen AEB wurde 1979 gegründet und hat sich
zum führenden Anbieter für IT-Lösungen und Services für Supply Chain
Management entwickelt. Mehr als 300 Mitarbeiter bedienen über 6.000
Kunden weltweit mit unterschiedlichen IT-Services bis hin zum kompletten
Betrieb der IT-Lösung. AEB verfügt über ein umfassendes Portfolio für
Software, Beratung und begleitende Services in der globalen Logistik und
Außenwirtschaft. Der Hauptsitz befindet sich in Stuttgart. Weitere Standorte
befinden sich in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien und Singapur. Die
Entwicklung der Software findet in Deutschland statt, was eine Besonderheit
darstellt, da kein Offshoring betrieben wird.
Des Weiteren wurde uns die studentische BVL-Regionalgruppe
(Bundesvereinigung Logistik e.V.) vorgestellt. Diese ist ein gemeinnütziger
Verein, der vor allem den Austausch von Wissen und Erfahrungen im Bereich
Logistik fördert. Durch regelmäßige studentische Veranstaltungen können
persönliche Kontakte zu Unternehmen geknüpft und Erfahrungen
ausgetauscht werden.
Das Hauptthema der Veranstaltung stellte das Planspiel „Beer Game“ dar. Der
Aufbau des Spiels wurde uns sehr gut und ansprechend erklärt. Im Kern geht
es darum, dass wir Studierende in den Rollen als Brauerei, Einzelhandel,
Großhandel, Lieferant eine Supply Chain nachspielen. Zudem wurden zwei
Transportstufen zwischen den einzelnen Akteuren/Rollen abgebildet.
Einerseits wurde der Informationsfluss, also die Bestellungen von Bier,
betrachtet, andererseits wurde der Materialfluss, also die Bierlieferung an den
jeweiligen nachfolgenden Akteur simuliert. Dabei durften die Teammitglieder
ihre jeweilige Strategie nicht absprechen, um so der Realität möglichst nahe
zu kommen. Am Ende des Planspiels wurden die entstandenen Logistikkosten
durch eventuelle Lagerhaltung und Lieferrückstände ermittelt. Die Gruppe mit
den geringsten Logistikkosten wurde zum Sieger ernannt. Die Gewinner
haben - getreu dem Motto - je ein Sixpack Becks-Bier von der Firma AEB als
Siegergeschenk erhalten und für alle anderen Teilnehmer wurden
Werbegeschenke bereitgelegt. Anschließend wurde eine Auswertung und
Reflexion der Ergebnisse durchgeführt.Hochschule für Technik
Stuttgart
Wesentliche Erkenntnisse des Planspiels waren, dass zwischen Bestellmenge
und Lagerbeständen ein Zusammenhang besteht, der sich in einer
oszillierenden Kurve widerspiegelt. Zusätzlich waren vom Endkunden bis hin
zur Brauerei bei den Bestellungen stetige Verstärkungseffekte in der Höhe der
Schwankungen erkennbar. Eine weitere Erkenntnis war, dass innerhalb der
Wertschöpfungskette Zeitverzögerungen berücksichtigt werden müssen:
Bestellungen bei der Brauerei erreichen ihren Höchstwert im Vergleich zum
Handel erst mit einem Timelag. Um diesen Bullwhip-Effekt zu vermeiden,
sollte ein gleichmäßiger Rhythmus über den gesamten
Wertschöpfungsprozess angestrebt werden. Dies war uns aus der Vorlesung
unter dem Begriff "Nivellierung" oder "Glättung" bereits aus der Transport- und
Produktionsplanung bekannt.
Welche Bedeutung die Logistik in der Realität hat, zeigt sich darin, dass der
Logistikbereich mit 2,8 Mio. Beschäftigten zu dem drittgrößten
Wirtschaftsbereich - nach Automobil und Handel – zählt. Da die Unternehmen
zunehmend im globalen Wettbewerb stehen, dürfte der Logistikbereich weiter
wachsen. Um im Wettbewerb bestehen zu können, ist es wichtig, die
Logistikkosten zu verringern. Dies erreicht AEB dadurch, dass sie unter
anderem die Supply Chain Partner mehr in den Logistikprozess über ihre IT-
Lösungen integrieren.
Am Ende der Veranstaltung nahmen weitere AEB Mitarbeiter teil. Diese
stellten kurz ihre Bereiche und ihren persönlichen Einstieg bei AEB vor.
Anschließend wurde den Teilnehmern die Gelegenheit geboten, Fragen zu
einem potentiellen Einstieg bei AEB zu stellen. Insgesamt ist es den AEB
Mitarbeitern gelungen, mit einem umfangreichen Programm den Studierenden
Logistik näherzubringen und die Besucher allesamt zu integrieren. Darüber
hinaus bot die Exkursion bei AEB einen Einblick in ein mögliches zukünftiges
Arbeitsfeld der Logistik.
(von Sandra Hild, BW3)Sie können auch lesen