Titanium Hybride App-Entwicklung - Marvin Hoffmann (B.Sc.)
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Titanium Hybride App-Entwicklung für „Mobile Portals & Mobile Business“ Marvin Hoffmann (B.Sc.) contact@marvin-hoffmann.de Hochschule der Medien Stuttgart
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 1 2. Appcelerator Inc. 3 3. Titanium Mobile 5 3.1. Erwartungshaltung! 5 3.2. Was steckt dahinter?! 6 3.3. Was wird benötigt?! 6 3.4. Wo bekomme ich Unterstützung?! 7 3.5. Vorteile und Möglichkeiten! 8 4. Titanium Studio 9 4.1. Developer! 9 4.2. Studio! 11 5. Fazit 12
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium 1. Einleitung In den letzten Jahren ist der Markt für Mobile Anwendungen dramatisch gewachsen. Fast jeder Dienst der im Internet erreichbar ist bietet entweder eine für mobile Geräte angepasste Alternative seiner Webseite an, oder es gibt eine eigens dafür entwickelte Anwendung. Es gibt wohl kaum mehr ein Unternehmen, das nicht in irgend einer Form eine Mobile Anwendung im Angebot hat - sofern sich dies anbietet. Dieser Trend ist nicht all zu verwunderlich, denn immer mehr Handy-Nutzer sind inzwischen im Besitz eines Smart-Phones. Aufgrund dessen sprangen in den letzten Jahren auch immer mehr Hersteller auf diesen Zug auf und bieten eigene Endgeräte an. Mit einer breiten Masse an Endgeräten kommen aber auch eine Vielzahl an Betriebssystemen für diese einher. Unter diesen haben sich zwei besonders hervor getan - hauptsächlich aufgrund der hohen Anzahl abgesetzter Endgeräte. Die Rede ist von iOS für Apple Geräte und Android von Google. Natürlich gibt es auch noch weitere wichtige Betriebssysteme, die man nicht einfach vernachlässigen kann. Jedoch sind diese beiden besonders verbreitet und haben einen gemeinsamen Marktanteil von über 30%1 . In nächster Zeit dürfte darüber hinaus auch Microsoft mit seinem Betriebssystem Windows Phone 7 im Smart-Phone Markt für Aufmerksamkeit sorgen und eine wichtige Rolle neben den beiden bereits genannten einnehmen. Der relativ hohe Marktanteil der beiden Betriebssysteme ist wohl der Hauptgrund dafür, dass die Entwickler von Mobilen Anwendungen ihren Fokus großteils auf diese beiden Betriebssysteme gerichtet haben. Darüber hinaus bieten beide Systeme einen Store an, über den die Anwendungen bezogen werden können und der einhergehende Zahlungs- verkehr abgeschlossen werden kann. Apple hat mit seinem App Store eine Vorreiterrolle eingenommen. Google hat dieses Konzept mit dem Marketplace für Android kopiert und hat damit ebenfalls viel Erfolg. Da nun also zwei große Systeme mit ähnlich großem Marktanteil, vergleichbar gutem Eco- System und gleicher Zielgruppe existieren, gilt es natürlich auch beide Systeme zu bedienen. Leider gibt es hier ein entscheidendes Problem. Anwendungen für iOS müssen 1 http://www.macnotes.de/2010/08/13/smartphone-marktanteil-android-uberholt-ios/ Seite 1
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium in Objective-C programmiert werden, Android hingegen erwartet Java. Um dieser Herausforderung zu begegnen bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Die erste Möglichkeit ist die offensichtlichste. Es muss eine eigene Anwendung sowohl für iOS , als auch eine für Android entwickelt werden. Diese Vorgehensweiße ist natürlich mit dem größten Aufwand verbunden, denn von dem geschrieben Code lässt sich nichts von der einen Anwendung in die andere übernehmen. Möglichkeit zwei stellt eine Art Workaround dar. Sie sieht vor, dass keine native Anwendung auf Basis von Objective-C oder Java geschrieben wird, sondern eine Webanwendung auf Basis von HTML, CSS und JavaScript. Diese läuft dann im entsprechenden Browser des Gerätes. Mit dieser Variante ist man unabhängig was die verschiedenen Plattformen angeht, fängt sich jedoch die Unannehmlichkeiten des Webdesigns ein. Weiterer Vorteil ist, dass man mit dieser Methode natürlich nicht nur für iOS und Android bereit ist, sondern auch für Windows Phone 7 oder sonstige Betriebssysteme. Weitere Vor- und Nachteile werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit noch zusätzlich hervorgehoben. Die dritte Möglichkeit lässt sich bereits dem Titel dieser Ausarbeitung entnehmen. Hybride Entwicklung. Hierbei handelt es sich um Frameworks, die versprechen, native Anwendungen für verschiedene Plattformen erstellen zu können - und zwar auf einer einzigen Code-Basis. Im Klartext wird also versprochen, dass nur eine Anwendung entwickelt werden muss, welche anschließend auf mehreren Plattformen gebracht werden kann. Genau mit dieser Variante beschäftigt sich diese Ausarbeitung. Betrachtet wird hierfür das Framework Titanium vom Hersteller Appcelerator 2 . Neben Titanium existieren auch noch weitere solcher Frameworks. Diese werden hier jedoch nicht im Detail betrachtet. Die größten Konkurrenten sind Rhodes 3 von Rhomobile und Nitobis PhoneGab4. 2 http://www.appcelerator.com/ 3 http://rhomobile.com/products/rhodes/ 4 http://www.phonegap.com/ Seite 2
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium 2. Appcelerator Inc. Die Titanium Entwickler Appcelerator wurden im Jahr 2006 gegründet. Sie wurden dabei sowohl von eBay, als auch den beiden Venture Kapital Gebern Storm Ventures und Sierra Ventures finanziell unterstützt. Seinen Firmensitz hat das noch junge Unternehmen in Mountain View, Kalifornien. Primär besteht das Appcelerator Team aus Webdesign Experten deren Idee es war, die Flexibilität und Plattformunabhängigkeit einer Webanwendung mit der Performance einer nativen Anwendung zu verbinden. Durch diese Verbindung sollten jeweils die Stärken nativer als auch weborientierter Anwendungen genutzt und ihre Schwächen außen vor gelassen werden. Angeregt wurden auch sie durch den wachsenden Smart-Phone Markt und dem Bedürfnis Anwendungen für mehrere Plattformen zu entwickeln. Dies waren jedoch nicht die einzige Idee die Appcelerator in den fünf Jahren seit ihrer Gründung umgesetzt haben. Neben dem Framework für mobile Geräte, gibt es auch eines für Desktop Anwendungen. Denn das Problem mit den Plattformen gibt es schließlich nicht erst seit es mobile Endgeräte gibt, sondern existiert auch schon lange für Desktop Betriebssysteme. Dieser Herausforderung hat sich das Team ebenfalls gestellt und liefert mit Titanium Desktop die Möglichkeit, Anwendungen ohne Bindung an ein bestimmtes Betriebssystem zu entwickeln. Unterstützt werden die drei großen Systeme Linux, OSX und Windows. Zusätzlich zu HTML, CSS und JavaScript, welche auch bei Titanium Mobile zum Einsatz kommen, ist es auch möglich PHP, Python und Ruby einzusetzen. Über JavaScript APIs können native Funktionen wie Datei-Zugriff, externe Prozesse und ein an das Lock-and-Feel des entsprechenden Systems angepasstes Aussehen durch einen nativen UI-Chrome realisiert werden. Ausgeführt wird die fertige Anwendung in einem durch Webkit unterstützen „Web-Browser“. Als drittes Produkt in der Titanium Reihe gibt es noch das Titanium Studio. Näheres dazu im entsprechenden Kapitel. Neben der höchst interessanten Produktpalette zeichnet sich Appcelerator darüber hinaus durch eine enge Bindung mit der Community aus. Um dieser Tatsache besonderen Ausdruck zu verleihen, findet in diesem Jahr auch die erste Developer Conference statt. Neben Titanium Entwicklern wird auch CEO Jeff Haynie höchst persönlich vor Ort sein. Seite 3
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Stattfinden wird das Event vom 18. bis 20. September in San Francisco, Kalifornien und trägt den Titel Codestrong. Frühbucher registrieren sich bis zum 15. Juli für 699$, bis zum 15. August für 799$ oder anschließend für 899$. In begrenzter Stückzahl sind außerdem „All Access“-Karten für einen Preis von 999$ zu ergattern. Gerichtet ist das Event an die weltweit 1,5 Millionen registrierten Titanium Entwickler.5 Zu guter Letzt noch ein paar Zahlen, einen kleinen Überblick über namhafte Kunden die bereits auf die erwähnten Produkte setzen, sowie einige Awards und Stimmen aus dem Web und der Presse.6 • 1,5 Millionen aktive Entwickler • 21.800 Anwendungen basierend auf Titanium • 20 Millionen aktive Nutzer Abbildung 1: Namhafte Titanium Nutzer Abbildung 2: Stimmen zu Titanium und Awards 5 http://www.codestrong.com/ 6 http://www.appcelerator.com/products/download/ Seite 4
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium 3. Titanium Mobile In diesem Kapitel wird es nun darum gehen, welche Möglichkeiten das Titanium Framework im mobilen Sektor zu bieten hat. Neben den Versprechungen der Entwickler, wird auch ein Vergleich mit nativen Anwendungen und Webanwendungen gezogen. Im Mittelpunkt steht jedoch das Framework selbst. 3.1. Erwartungshaltung Zunächst ein Blick auf die Versprechen die Appcelerator auf seiner Webseite gibt7 : • Increase revenue by creating new applications that have the richness of web content and the performance and capabilities of mobile devices and the desktop apps. • Cut development time in half by building apps once and deploying on multiple platforms. We‘re building apps in 2 days! • Drive down development costs by building applications with the web team you have today. • Avoid vendor lock-in by using an open platform that maximizes your choices. You’re never sandboxed and are in control to meet your evolving needs. Jede der fett hervorgehobenen Aussagen wird jeweils noch durch einen kurzes Statement begründet. Alles in allem kann man sagen, dass sich Appcelerator hauptsächlich damit brüstet, dass Programmierarbeit, die eigentlich von erfahrenen Anwendungsentwicklern erledigt werden muss, auch von Web-Entwicklern getan werden kann. Zudem können diese in einem Schritt gleich zwei Anwendungen für unterschiedliche Plattformen erstellen. Und um sich von reinen Webanwendungen abzusetzen, können sie dank Titanium auch die Performance und Ressourcen einer nativen Anwendung nutzen. 7 http://www.appcelerator.com/company/ Seite 5
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium 3.2. Was steckt dahinter? In den vorhergehenden Kapiteln ist das Prinzip von Titanium ja schon deutlich durchgeklungen. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Framework JavaScript APIs zur Verfügung stellt, welche die nativen Elemente der jeweiligen Programmiersprache ansteuern. Es wird also etwa ein Button implementiert, indem ein Button Element aus der JavaScript API verwendet wird. Wird das Programm dann für eine Zielplattform ausgerollt, so werden die API-Aufrufe an die nativen API-Aufrufe des entsprechenden Betriebssystems gekoppelt und aus dem plumpen „Button“ wird ein iOS Button auf dem iPhone oder eben ein Android Button auf einem entsprechenden Android Gerät. Und genau so simpel wie es hier klingt, funktioniert es auch. Geschrieben wird JavaScript, wie Objective-C oder Java sieht es aus. Man könnte auch vermuten, dass Titanium Mobile - technisch betrachtet - gleich funktioniert wie seine Schwester die Desktop Version. Dies ist jedoch nicht der Fall. Im Gegensatz zu ihr funktioniert das Framework für mobile Endgeräte nicht so, dass die Anwendungen durch eine Webkit Engine unterstützt werden. Viel mehr sprechen diese mit einer stand-alone JavaScript Engine welche die nativen APIs aufruft. Welche Möglichkeiten dieses Vorgehen mit sich bringt ist im Kapitel 3.5 nachzulesen. 3.3. Was wird benötigt? Um mit Titanium arbeiten zu können, werden verschiedene Ressourcen benötigt. Zunächst kann man sich auf der Webseite von Appcelerator mit den entsprechenden Titanium Bausteinen ausstatten.8 Man hat hier die Auswahl zwischen verschiedenen Paketen. Das Basis Paket trägt den Namen Community und ist kostenlos. Im Umfang enthalten sind die Mobile APIs und die neue Enwicklungsumgebung (IDE) mit dem Namen Titanium Studio. Beide sind jeweils in einer Basic Version vertreten. Für erhöhten Bedarf gibt es noch die Pakete Indie und Professional. Beide enthalten sowohl die APIs also auch die IDE in einer Premium Version. Für Unternehmen gibt es darüber hinaus auch noch ein Enterprise Paket. Wer genaue Informationen zu Preisen etc. haben möchte, muss sich hier direkt an Appcelerator wenden. Eine sehr gute Übersicht über alle 8 http://www.appcelerator.com/products/download/ Seite 6
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Funktionen und Leistungen die in den einzelnen Pakten enthalten sind ist auf der Plans & Pricing Seite 9 zu finden. Mit einem Download des Paketes seiner Wahl ist es jedoch noch nicht getan. Um mit der Entwicklung beginnen zu können, müssen die iPhone SDK und die Android SDK installiert sein. Zu finden sind diese auf den entsprechenden Seiten der Hersteller. Im Falle von Android lässt sich diese über deren Developers Seite 10 beziehen. Einmal heruntergeladen sind darüber hinaus keine weiteren Schritte notwendig. Um eine iOS Anwendung zu entwickeln und später auch in den App Store stellen zu können, ist neben der SDK, die zusammen mit Apples IDE Xcode 4 bezogen werden kann, jedoch auch eine Developer Lizenz von Nöten. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Anwendung mit Titanium entwickelt wird. Alle nötigen Informationen hierzu sind in Apples Developer Center11 zu finden. Das eben angesprochene Xcode 4 kann von Entwicklern mit gültiger Lizenz kostenfrei herunter geladen werden. Ist eine solche nicht vorhanden, kann es über den Mac App Store12 für einen Preis von 3,99€ bezogen werden - vorausgesetzt man ist im Besitz eines Macs mit aktuellem Snow Leopard Betriebssystem. 3.4. Wo bekomme ich Unterstützung? Besonders stolz ist Appcelerator auch auf seine Developer Community. Bereits in Kapitel 2 wurde erwähnt, dass es weltweit bereits 1,5 Millionen aktive Entwickler gibt, die auf Titanium setzen. Dieser großen Masse an Entwicklern hat der Hersteller mit seinem Developer Center13 eine Plattform geschaffen, auf der sich bereits viele Fragen nur durch einen Besuch klären lassen. Es gibt dort viele verschiedene Arten der Informationsteilung. Im Q&A Bereich kann jeder angemeldete Entwickler Fragen stellen, die dann öffentlich diskutiert und beantwortet werden können. Hier helfen neben anderen Community- Mitglieder gelegentlich auch Titanium-Entwickler selbst. 9 http://www.appcelerator.com/products/plans-pricing/ 10 http://developer.android.com/sdk/index.html 11 http://developer.apple.com/devcenter/ios/index.action 12 http://itunes.apple.com/us/app/xcode/id422352214?mt=12&ls=1 13 http://developer.appcelerator.com/ Seite 7
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Besonders interessant für den Einstieg sind darüber hinaus auch noch die Bereiche Docs und AppU Training. Unter Docs sind neben Getting Started Guides auch API Reference Guides, Release Notes und Programming Guides zu den Frameworks Titanium Mobile und Desktop zu finden. Unter AppU Training erhält man alle Informationen rund um die Anmeldung für Kurse oder Zertifizierungen. Darüber hinaus gibt es dort noch den Zero-to-App Guide. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine sehr hilfreiche Video-Reihe von derzeit fünf Videos. Diese beginnen von Null an und geben einen ersten Einblick in die Entwicklung mit Titanium. Das fünfte Video Cross-Platform JavaScript Applications geht geschlagene 40 Minuten und hält den Zuschauer bei der Erstellung einer ersten, einfachen Cross-Platform Anwendung an der Hand. In einem Blog14 können sich Interessierte auch jederzeit über Neuigkeiten und Änderungen an den Frameworks auf dem Laufenden halten. Geschrieben werden die Artikel von Appcelerator Entwicklern. Neben Ankündigungen von Updates werden gelegentlich auch Apps vorgestellt, welche mit Titanium entwickelt wurden. Neue Beiträge erscheinen sehr regelmäßig, was den guten Kontakt zur Community positiv abrundet. Alles was bisher vorgestellt wurde, ist komplett kostenfrei. Zusätzlich gibt es jedoch auch noch direkten Support vom Appcelerator Team. Wie umfangreich dieser Support ist, hängt vom gebuchten Paket des Accounts ab. Details hierzu sind unter der Support Seite 15 und der bereits erwähnten Plans & Pricing Seite zu finden. 3.5. Vorteile und Möglichkeiten Vieles, von dem was hier stehen könnte, wurde schon im bisherigen Verlauf dieser Arbeit ausgeführt. Nichts desto trotz soll dieses Kapitel noch einmal einen umfassenden Überblick darüber liefern, welche Vorteile und Möglichkeiten sich mit dem Einsatz eines hybriden Entwicklungsframeworks im Allgemeinen und Titanium Mobile im Speziellen ergeben. 14 http://developer.appcelerator.com/blog/ 15 http://www.appcelerator.com/services/support/ Seite 8
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Hierfür muss unterschieden werden, ob von Vorteilen gegenüber nativen Anwendungen oder Webanwendungen die Rede ist. • Unabhängigkeit: Hierin steckt natürlich der Kern aller Anstrengungen. Eine hybride Anwendung soll nicht mehr an eine Plattform oder ein Betriebssystem gebunden sein. Dies wird durch die Abstrahierung der nativen APIs in JavaScrips APIs gelöst. • Flexibilität: Mit Titanium Mobile hat man als Entwickler die Wahl ob man seine Oberfläche lieber mit nativen Elementen gestallten will, oder mit HTML und CSS. • Geschwindigkeit: Im Gegensatz zu einer Webanwendung laufen diese Anwendungen nicht in einem Browser mit begrenzten Ressourcen und einer weiteren Station in der Befehlskette der Instruktionen. Das sorgt für hohe Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit. • Funktionalität: Die JavaScript APIs von Titanium sind sehr ausgereift und haben einen sehr hohen Funktionsumfang und Integrationsgrad was die nativen APIs angeht. Über sie können sämtliche Funktionen genutzt werden, die moderne Smart-Phones mit sich bringen. Sei es die Kamera für Foto- oder Videoaufnahmen, Sensoren zur Erkennung der Ausrichtung oder auch das Accelerometer eines iPhones mit dem sich erkennen lässt wie das Gerät bewegt wird. • Verfügbarkeit: Immer Verfügbar, auch ohne Verbindung ins Internet. Natürlich hängt diese Aussage vom Aufbau der Anwendung ab. Eine Anwendung, die sich aktuellen Content aus dem Web holt, ist natürlich immer darauf angewiesen, dass eine Verbindung zum entsprechenden Server hergestellt werden kann. Jedoch ist diese nicht für den prinzipiellen Start der Anwendung nötig, sondern nur um den angezeigten Inhalt zu aktualisieren. 4. Titanium Studio 4.1. Developer In der Präsentation, die Anfang Juni als Teil der Arbeit gehalten wurde, war bei der Produktübersicht von einem Titanium Studio noch keine Rede. Stattdessen tauchte dort eine Software mit dem Namen Titanium Developer auf. Dieser Developer ist, wie man dem Namen nach vielleicht vermuten könnte, keine eigenständige IDE, sondern viel mehr ein Tool, mit dessen Hilfe die Entwicklung hybrider Anwendungen erleichtert wird. Seite 9
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Mit seiner Hilfe können neue Titanium Projekte angelegt werden, um eine Grundlage für den weiteren Entwicklungsverlauf zu schaffen. Wurde ein Projekt mit all seinen Attributen (Name, Details zur Anwendung, Details zum Entwickler, etc.) angelegt, dann ist beim Developer aber erstmal Schluss. Da er über keinen Editor verfügt, bietet er für die eigentliche Entwicklung keine Unterstützung. Gänzlich unnütz ist er jedoch auch während dieses Stadiums nicht, denn er bietet Emulatoren, mit deren Hilfe die Anwendungen getestet werden konnten. Je nach verfügbarer SDK kann sowohl ein Android, als auch ein iOS Emulator gestartet werden. Abbildung 3: iPhone Emulator Konsole des Developers Selbst nach Abschluss der Entwicklung bleibt der Developer noch äußerst nützlich. Werden die entsprechenden Accounts hinterlegt, lässt sich über ihn die Anwendung sowohl in den Andoid Marketplace als auch den App Store einreichen (siehe Abbildung 4). Man kann also sagen, dass der Developer von der Idee her durchaus nützlich ist. Interessant dürfte neben der Unterstützung beim Deployment auch die Erstellung eines Titanium Projektes sein. Da der Developer von der eigentlichen IDE jedoch sehr abgekoppelt ist, fühlt er sich nicht so nützlich an wie er vielleicht ist. Besonders das zeitraubende Wechseln von IDE zu Developer und zurück für die Nutzung der Emulatoren, dürfte dafür sorgen, dass der Developer durch das Studio abgelöst wurde. Seite 10
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Abbildung 4: Unterstützung für Distribution in App Store und Marketplace 4.2. Studio Entgegen dem Developer ist das Studio eine vollwertige Entwicklungsumgebung. Erstellt wurde sie auf Basis des open source Projektes Eclipse 16 und erinnert schon rein äußerlich sehr stark daran (siehe Abbildung 5). Dies soll jedoch keinesfalls negativ zu verstehen sein. Eclipse ist mit seiner eigenen IDE17 sehr erfolgreich. Sie wird weltweit von tausenden Entwicklern eingesetzt. Ein Umstieg zum Titanium Studio, für das Erstellen von Anwendungen auf Titanium Basis, dürfte Eclipse-Nutzern also besonders leicht fallen. Neben den üblichen Funktionalitäten, die man von einer Entwicklungsumgebung erwartet, bringt das Studio auch den kompletten Umfang des Titanium Developers mit. Demnach kann mit diesem neuen Produkt der komplette Life-Cycle einer Anwendung gesteuert werden. Vom Anlegen des Projektes, über die Entwicklung und die Test, bis hin zum Deployment des fertigen Produkts in die jeweiligen Stores, unterstützt das Titanium Studio wo es kann. 16 http://www.eclipse.org/eclipse/ 17 http://www.eclipse.org/downloads/ Seite 11
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Abbildung 5: Titanium Studio mit App Explorer, großem Editor-Bereich und Konsole Um einen möglichst einfachen Einstieg in die Entwicklung mit dem Titanium Framework zu bekommen gibt es von Appcelerator das Projekt KitchenSink. Dabei handelt es sich um eine hybride iPhone/Android-Anwendung, in welcher ein Großteil aller zur Verfügung stehenden Funktionen der JavaScript APIs verbaut wurden. Der komplette Quellcode wurde auf der offiziellen GitHub18 Seite des Herstellers veröffentlicht und kann von dort heruntergeladen werden. Mit diesem umfangreichen Projekt dürften sich vor allem für Titanium Neulinge viele Fragen klären. 5. Fazit Aus den Augen eines Entwicklers verfasst, der noch keine Erfahrung mit der Entwicklung mobiler Anwendungen hat, wird sich das Fazit hauptsächlich um Titanium selbst drehen. Ein Vergleich mit nativen Anwendungen, Webanwendungen und deren Entwicklungs- prozess wird nur oberflächlich stattfinden, da die Expertise, die für eine solche Gegenüberstellung notwendig wäre, nicht vorhanden ist. 18 https://github.com/appcelerator/KitchenSink Seite 12
Hybride App-Entwicklung // appcelerator Titanium Wirft man einen Blick auf die Quellen, die in dieser Ausarbeitung angegeben wurden, so stellt man fest, dass fast alle auf eine Webseite führen, die in einer Verbindung mit Appcelerator steht. Dies ist nicht etwa auf einen Mangel an Recherche zurückzuführen, sondern vielmehr darauf, dass das junge Unternehmen sehr fleißig dafür sorgt, dass ein guter Informationsfluss für interessierte Besucher vorhanden ist. Dies beginnt mit allgemeinen Informationen zu den Produkten auf der offiziellen Webseite und wird mit ebenso großer Sorgfalt auf den Seiten des eigens für Entwickler eingerichteten Developer Center fortgeführt. Besonders hervorzuheben ist auch, dass versucht wird ein möglichst breites Spektrum an Entwicklern mit unterschiedlichem Wissensstand abzudecken. Für Neulinge sind besonders die GitHub Seite mit dem KitchenSink Projekt und die Zero-to-App Videos im Developer Center interessant. Erfahrenere Programmierer finden in ausführlichen Dokumentationen und einem betreuten Q&A Community Bereich Hilfe. Für Profis gibt es über den Premium-Support dann auch die Möglichkeit direkt mit den Titanium Entwicklern in Kontakt zu treten, oder sich in Schulungen noch weiter fortbilden zu lassen - bis hin zur Möglichkeit durch Prüfungen Zertifikate zu erwerben. Neben dem guten Support besticht das Titanium Framework natürlich mit seinem hybriden Ansatz. Die Idee nur noch eine Anwendung schreiben zu müssen und sie auf verschiedenen Plattformen starten zu können ist sehr reizvoll. Dieser Reiz rührt hauptsächlich daher, dass nicht nur einfach versucht wird Webanwendungen offline verfügbar zu machen, sondern es steckt viel mehr dahinter. Titanium Mobile versucht mit seinem Framework JavaScript als eine Art Meta-Sprache einzusetzen und die nativen API Aufrufe in allgemein gültigen JavaScript Aufrufen zu abstrahieren. Somit sind sowohl die Geschwindigkeit einer nativen Anwendung, als auch die Flexibilität einer Webanwendung gewährleistet. Derzeit im Beta-Status befindet sich Titanium Mobile noch mit Blackberry. Wenn diese Plattform dann final eingebunden ist, erschließt sich Appcelerator noch einen weiteren großen Markt. Interessant wird auch noch die Entwicklung von Microsofts Windows Phone 7 sein und es bleibt abzuwarten, ob - oder eher wann - auch diese Plattform in das Framework integriert wird. Seite 13
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