Einrichtungskonzept "Die Koalas - Kinderkrankenpflege zu Hause" - Häuslicher Kinderkrankenpflegedienst der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln

 
Einrichtungskonzept "Die Koalas - Kinderkrankenpflege zu Hause" - Häuslicher Kinderkrankenpflegedienst der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln
Einrichtungskonzept

„Die Koalas – Kinderkrankenpflege zu Hause“

 Häuslicher Kinderkrankenpflegedienst der Vestischen
           Kinder- und Jugendklinik Datteln
Einrichtungskonzept "Die Koalas - Kinderkrankenpflege zu Hause" - Häuslicher Kinderkrankenpflegedienst der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln
Inhaltsverzeichnis

1.  Standort und Einzugsgebiet ................................................................................. 3
2.  Entstehung des Kinderkrankenpflegedienstes ..................................................... 4
3.  Leitlinien ............................................................................................................... 5
4.  Ziele des häuslichen Pflegedienstes .................................................................... 7
5.  Leistungen ......................................................................................................... 10
  5.1. Leistungskatalog.......................................................................................... 10
  5.2. Versorgungsarten ........................................................................................ 11
  5.3. Beratung, Schulung und Anleitung .............................................................. 12
6. Erreichbarkeit ..................................................................................................... 13
7. Organigramm ..................................................................................................... 14
8. Unser Pflegeteam .............................................................................................. 14
  8.1. Einarbeitung und Fortbildung....................................................................... 15
  8.2. Erste Hilfe .................................................................................................... 16
  8.3. Teamsitzungen ............................................................................................ 16
9. Pflegerisches Handeln ....................................................................................... 18
  9.1. Pflegemodell ................................................................................................ 18
  9.2. Der Pflegeprozess ....................................................................................... 19
  9.3. Die Pflegedokumentation ............................................................................ 20
  9.4. Pflegestandards........................................................................................... 21
  9.5. Expertenstandards ...................................................................................... 21
  9.6. Das Konzept „Bezugspflege“ ....................................................................... 22
  9.7. Das Konzept „Familienorientierte Pflege“ .................................................... 22
  9.8. Das Konzept „Rückzugspflege“ ................................................................... 22
10. Pflegevisiten ................................................................................................... 24
11. Qualitätsmanagement ..................................................................................... 25
  11.1. internes / externes Qualitätsmanagement ................................................ 25
  11.2. Informationsfluss ...................................................................................... 26
  11.3. Beschwerdemanagement ......................................................................... 28
12. Kooperationen mit anderen Diensten ............................................................. 29
13. Sach-Ausstattung ........................................................................................... 29

Verfasser        Prüfer                Freigeber (QM)           Erstelldatum          Gültig ab       Version        Revision
Heinrich         Eickenberg            QM                       02.02.2017            02.02.2017         3         Februar 2020
                                                    Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                                 Druckdatum:                                        Seite 2 von 29
Einrichtungskonzept "Die Koalas - Kinderkrankenpflege zu Hause" - Häuslicher Kinderkrankenpflegedienst der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln
1. Standort und Einzugsgebiet

Der Kinderkrankenpflegedienst „Die Koalas – Kinderkrankenpflege zu Hause“ hat
sein Büro im Hagemer Kirchweg 16, 45711 Datteln
(Postanschrift: Dr.-Friedrich-Steiner-Str. 5, 45711 Datteln)
Die Pflegedienstleitung Claudia Eickenberg und die stellvertretenden Leitungen
Mareen Heinrich und Katrin Trogemann sind unter der
Telefon-Nummer 02363/4889-120
Fax-Nummer 02363/4889-112 sowie
E-Mail haeusliche-pflege@kinderklinik-datteln.de erreichbar.

Das Einzugsgebiet umfasst die Regionen und Städte
    -   Kreis Recklinghausen
    -   Kreis Unna
    -   Kreis Coesfeld
    -   Dortmund
    -   Gelsenkirchen
    -   Gladbeck
    -   Bochum
    -   Herne

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version     Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3      Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
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2. Entstehung des Kinderkrankenpflegedienstes

Der Kinderkrankenpflegedienst „Die Koalas – Kinderkrankenpflege zu Hause“ der
Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln wurde im Jahr 2000 gegründet. In der
stationären Arbeit der Vestischen Kinder- und Jugendklinik wurde die Notwendigkeit
einer weitergehenden häuslichen Versorgung bestimmter Patientengruppen immer
deutlicher. Mit der Weiterentwicklung der intensivmedizinischen Versorgung ergeben
sich bis heute neue Versorgungsbedarfe, die nicht im stationären Bereich
einzugliedern sind, da es sich in der Regel um eine Langzeitbetreuung von Kind und
Familie handelt. Zudem können Kinder früher entlassen und mit Hilfe der
Rückzugspflege so genannte Drehtüreffekte für Kind und Familie verhindert werden.
Chronisch kranke Kinder können zuhause anstatt im Krankenhaus gepflegt werden.
Nur so kann die Familie ein weitgehend „normales“ Familienleben führen. Seit 2000
ist der Dienst stetig gewachsen. Heute versorgen wir regelmäßig mehr als 40 kranke
und schwerstkranke Kinder und Jugendliche in ihrem häuslichen Umfeld.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version     Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3      Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
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3. Leitlinien

Das Leitbild unseres Dienstes entspricht dem der Einrichtungen der Vestischen
Caritas-Kliniken GmbH.
Als Grundlage der Arbeit der Einrichtungen der Vestischen Caritas-Kliniken GmbH
dient der biblische Grundsatz der Nächstenliebe (lat. Caritas).
    ·   Für uns ist „jeder Mensch einmalig als Person und besitzt eine ihm von Gott
        gegebene unverfügbare Würde. Daraus ergibt sich die Verpflichtung,
        menschliches Leben bis zum Tode zu schützen und wo Not ist, helfend zu
        begleiten.“ (Leitbild des Deutschen Caritasverbandes)
    ·   Wir achten die sozialen und kulturellen Bezüge der Patienten und Mitarbeiter
        und ihre religiösen Anschauungen.
    ·   Die persönliche Situation und das soziale Umfeld der Patienten und
        Mitarbeiter werden in unsere Arbeit einbezogen.
    ·   Unsere Organisationsformen und Arbeitsabläufe werden so strukturiert, dass
        der Mensch im Mittelpunkt des Handelns im Krankenhaus steht.
Aufbauend auf diesen Grundlagen sind folgende Leitlinien entstanden:
    ·   Umgang mit dem Patienten und ihren Bezugspersonen
        Das Wohlergehen und die Achtung der Patienten stehen im Mittelpunkt
        unseres Handelns
    ·   Umgang der Mitarbeiter untereinander
        Im Umgang der Mitarbeiter untereinander wird jeder in seiner Persönlichkeit
        geachtet und in seiner Art respektiert.
    ·   Motivation und Arbeitszufriedenheit
        Uns ist es wichtig, dass jeder Mitarbeiter für seine Motivation selbst die
        Verantwortung trägt. Diese Eigenmotivation fordern und fördern wir durch eine
        Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens und durch angemessene
        Rahmenbedingungen.
    ·   Optimierung der Arbeitsabläufe und Kooperation der Bereiche
        Die Arbeitsabläufe werden nachvollziehbar strukturiert und aufeinander
        abgestimmt,         um    den     Patientenbedürfnissen,           den    Anforderungen        der
        Mitarbeiter und dem aktuellen Stand der Qualität gerecht zu werden.
Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version     Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3      Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
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·   Aus-, Fort- und Weiterbildung
        Aus-, Fort- und Weiterbildung haben für uns in allen Bereichen der drei
        Kliniken einen hohen Stellenwert.
    ·   Kooperation der drei Krankenhäuser
        In der Kooperation der drei Krankenhäuser ist es uns wichtig, dass wir eine
        gemeinsame Stärke nach innen und außen zeigen und diese unter Wahrung
        der Individualität der einzelnen Häuser weiterentwickeln.
    ·   Wirkung nach außen
        In der Öffentlichkeit soll deutlich werden, dass wir ein Krankenhausverbund
        aus     drei    spezialisierten      Kliniken      sind.    Hier     können      Patienten    aller
        Altersgruppen unter Anwendung modernster Methoden entsprechend ihrer
        individuellen Bedürfnisse kompetent behandelt werden.
(aus: Leitlinien – Drei Krankenhäuser, drei Wege, ein Ziel – Vestische Caritas-
Kliniken GmbH)

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Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017      02.02.2017      3      Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
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4. Ziele des häuslichen Pflegedienstes

Ziel und Aufgabe unseres Pflegedienstes ist die Pflege und Betreuung kranker
Kinder und ihrer Familien zuhause und basiert auf den o. g. Leitlinien der
Einrichtung.

1. Fachgebundene und pädiatrische Pflege des betroffenen Kindes
    ·   Die Zusammenarbeit mit allen, die an der Betreuung und Behandlung des
        Kindes beteiligt sind, ist für uns selbstverständlich.
    ·   Alle Pflegehandlungen orientieren sich am aktuellen wissenschaftlichen Stand
        der pädiatrischen Pflege und Medizin.
    ·   Ärztliche Verordnungen werden sicher durchgeführt.
    ·   Der Gesundheitszustand des Kindes wird stabilisiert und / oder verbessert.

2. Entwicklungsorientierte Pflege des betroffenen Kindes
    ·   Wir unterstützen die selbst bestimmte Lebensführung kranker Kinder und ihrer
        Familie und fördern damit Wohlbefinden und Lebensqualität.
    ·   Die Pflegeplanung orientiert sich am jeweiligen Entwicklungsstand des
        Kindes.
    ·   Die jeweiligen körperlichen, psychischen und geistigen Fähigkeiten des
        Kindes werden genutzt und gefördert; seine Selbstkompetenz wird gestärkt.
    ·   Die Eltern werden als Experten ihres Kindes anerkannt.
    ·   Die Familienmitglieder und weitere Personen des sozialen Umfeldes werden
        bei der Förderung der Entwicklung des Kindes beraten und angeleitet.

3. Prävention und Gesundheitsversorgung des betroffenen Kindes
    ·   Die Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung stehen im Vordergrund. Die
        präventive Pflege wird als ein Aspekt von Gesundheitsförderung betrachtet.
    ·   Die Gesundheitsförderung berücksichtigt Krankheit, die Ressourcen und die
        Selbsthilfemöglichkeiten des Kindes und seiner Familie.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version     Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3      Februar 2020
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·   Das Kind und seine Familie werden zu selbständiger Lebensweise aktiviert
        und befähigt.

4. Rehabilitation
    ·   Rehabilitative Pflege von Kindern berücksichtigt medizinische und soziale
        Aspekte.
    ·   Durch rehabilitative Pflege werden die Fähigkeiten und Ressourcen von
        Kindern erhalten, entfaltet oder weiterentwickelt, die körperlich, geistig oder
        seelisch behindert sind und / oder an chronischen Krankheiten leiden.
    ·   Durch rehabilitative Pflege wird die Integration des Kindes in seine Familie
        und in sein weiteres Umfeld wie Kindergarten und Schule gefördert und
        unterstützt.
    ·   Durch rehabilitative Pflege werden soziale Kompetenz, Unabhängigkeit,
        Selbständigkeit und Bewältigungskompetenz des Kindes und der Familie
        erhalten, gefördert und weiterentwickelt.

5. Familienorientierung während der Pflege des betroffenen Kindes
    ·   Wir sehen das Kind immer im Zusammenhang mit seiner Familie.
    ·   Grundlage der Pflege ist die Erkenntnis, dass die Familie der zentrale
        Bezugspunkt des Kindes ist. Sie wird daher in die Pflegeplanung
        eingebunden.
    ·   Die Pflege zielt darauf ab, das Kind und seine Familie in der akuten bzw.
        neuen Lebenssituation zu stärken und dadurch Wachstum und Stabilität zu
        erreichen.
    ·   Jede Familie ist ein soziales System, dass von sich aus nach einem
        Gleichgewicht strebt. Die Pflegekräfte unterstützen dieses Streben durch
        Anleitung und Beratung der Eltern und weiterer Familienmitglieder und
        Bezugspersonen.
    ·   Ein Vertrauensverhältnis zu Kind und Familie ist für uns wichtig. Daher setzen
        wir möglichst durchgängig die gleichen Pflegeteams ein.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version     Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3      Februar 2020
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·   Eltern sollen durch uns die Möglichkeit zum Rückzug und zur Erholung
        erhalten.
    ·   Bei der Pflege werden das Kind, seine Familie und die soziale Umgebung der
        Familie berücksichtigt, also auch Schule, Freunde, Selbsthilfegruppen und
        andere Therapeuten.
    ·   Die Pflege des Kindes durch den Pflegedienst wird nur in dem unbedingt
        notwendigen zeitlichen Umfang durchgeführt. Von Beginn des Pflegeauftrags
        an wird der Rückzug des Pflegedienstes geplant. Das Gleichgewicht der
        Familie soll so wenig wie möglich durch die Pflege gestört oder verzerrt
        werden.

Der Pflegedienst ermöglicht es, dass auch schwerstkranke Kinder in ihrem vertrauten
Zuhause bleiben können. Ebenfalls ermöglicht der Pflegedienst trotz Krankheit oder
Behinderung den Besuch der Schule oder des Kindergartens.

Der Pflegedienst trägt mit seinem Engagement dazu bei, dass das Prinzip ambulant
vor stationär verwirklicht wird.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version     Revision
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5. Leistungen
    5.1.         Leistungskatalog

Auf der Basis von ärztlichen Verordnungen nach §37 SGB V führen wir folgende
Pflegeleistungen für kranke Kinder und Jugendliche mit folgenden Diagnosen durch:
    ·   angeborene Syndrome und Fehlbildungen
    ·   ehemalige         Frühgeborene         mit    Schädigungen          (z.B.      Bronchopulmonale
        Dysplasie, zentrale Koordinationsstörungen)
    ·   kardiologische Erkrankungen und Instabilität des Herz-Kreislauf-Systems
    ·   schwere Stoffwechselstörungen (z.B. Glycogenose, Diabetes Mellitus)
    ·   Hauterkrankungen (z.B. schwere Neurodermitis, Ichthyosis)
    ·   Cystische Fibrose
    ·   onkologische Erkrankungen
    ·   hämatologische Erkrankungen
    ·   Infektionskrankheiten mit schwerem Verlauf (z.B. AIDS, Tuberkulose)
    ·   Nierenerkrankungen
    ·   schwere Atemwegserkrankungen (z.B. rezidivierende Bronchitiden, schwere
        Pneumonien)
    ·   schwere Ernährungsstörungen (z.B. schwere Nahrungsunverträglichkeiten,
        schwere Gedeihstörung)
    ·   schwere neurologische und zerebrale Erkrankungen
    ·   Muskeldystrophie /-atrophie
    ·   Lebererkrankungen mit schwerem Verlauf
    ·   Z. n. Schädel-Hirn-Trauma
    ·   Z. n. Ertrinkungsunfall
    ·   Kinder in besonderen Pflegesituationen (z.B. Kinder in der Sterbephase,
        dauerbeatmete Kinder, postoperative Versorgung)

Darüber hinaus bieten wir auch pflegerische Versorgung nach SGB XI, SGB XII
sowie Pflegeberatungseinsätze an.

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5.2.         Versorgungsarten

Wir unterscheiden vier Arten von Versorgung
    ·   Rückzugspflege
    ·   dauerhafte Pflege
    ·   dauerhafte und zeitintensive Pflege
    ·   Verhinderungspflege

Rückzugspflege betrifft alle Kinder und Jugendliche, bei denen sich der
Pflegedienst allmählich komplett aus der Versorgung zurückzieht. Dies wird durch die
zunehmende Pflegekompetenz der Eltern und durch die Stabilisierung des Kindes
ermöglicht.       Die       Eltern     werden        bei     der     Rückzugspflege          durch      die
Kinderkrankenschwester angeleitet, so dass sie schließlich ihr Kind eigenständig
pflegen können.

Die Dauer und Häufigkeit der Hausbesuche richtet sich nach den individuellen
Bedürfnissen der Familie und des Kindes, meist nicht länger als 3 Stunden pro Tag.
In der Regel umfasst die Rückzugspflege bis zu drei Monate – aber auch längere
Betreuungen sind möglich.

Rückzugspflege wird auf Basis von SGB V – Krankenversicherung geleistet.

Dauerhafte Pflege betrifft Kinder und Jugendliche, bei denen ein Rückzug des
Pflegedienstes aus der Pflege nicht möglich oder sinnvoll ist. Die täglichen
Pflegeeinsätze durch den Pflegedienst dauern maximal 4 Stunden.
Die dauerhafte Pflege wird im Rahmen von SGB V – Krankenversicherung geleistet.

Dauerhafte und zeitintensive Pflege betrifft Kinder und Jugendliche, die zwischen
4 bis zu 24 Stunden pro Tag professionelle Pflege benötigen. Die Finanzierung der
Pflege wird überwiegend im Rahmen des SGB V geleistet, hier kommen jedoch
ergänzende Leistungen des SGB XI hinzu.

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Ein langsamer Rückzug des Pflegedienstes wird auch bei diesen Kindern und
Jugendlichen angestrebt – jedoch innerhalb von Monaten oder Jahren.

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegekassen (SGB XI) und dient zur
Entlastung pflegender Angehörigen.

    5.3.         Beratung, Schulung und Anleitung

Darüber hinaus beraten wir zu den Themen
    ·   Schmerztherapeutische und palliativmedizinische Hilfen
    ·   Pflegegeräte und Pflegehilfsmittel
    ·   Finanzierung der Pflege

Wenn wir mit der häuslichen Pflege eines Kindes beginnen, nähern sich unsere
Pflegekräfte dem kranken Kind sehr behutsam und einfühlsam - auch wenn dies
zunächst Zeit braucht. Auch die Pflegemaßnahmen dauern bei Kindern in der Regel
länger als beim Erwachsenen – so dauert beispielsweise die Nahrungsaufnahme, die
im Zusammenhang mit dem Gedeihen junger Kinder häufig schwierig ist, zumeist
länger als eine Stunde. Auch chronisch kranke Kinder, die häufig zusätzlich
behindert sind – brauchen viel Ruhe, Zuwendung und Geduld bei allen pflegerischen
Handlungen.

Neben der Pflege ist die Schulung, Anleitung und Beratung der Eltern (bei
älteren, z.B. diabetischen Kindern auch der Kinder selbst) ein wesentlicher
Bestandteil der Arbeit unserer Pflegekräfte. Ebenfalls bieten wir die Anleitung von
anderen Betreuungspersonen, wie z.B. Lehrern oder Erziehern an.

Wir beraten die Eltern ausführlich durch kompetentes Fachpersonal.

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6. Erreichbarkeit

Der Pflegedienst ist zu unseren Bürozeiten montags bis freitags von 8:00 bis 15:30
Uhr unter der Telefonnummer 02363 / 4889-120 erreichbar.

Außerhalb der Bürozeiten steht ein Anrufbeantworter zur Verfügung. In pflegerischen
Notfällen können die Eltern unsere 24-Stunden-Rufbereitschaft unter der Nummer
0172 / 3149385 in Anspruch nehmen. Die Rufbereitschaft ist immer mit einer
Pflegefachkraft besetzt.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version      Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                            Druckdatum:                           Seite 13 von 29
7. Organigramm

                                  Vestische Caritas-Kliniken
                                  GmbH
                                  Geschäftsführung

                                  Heinz Rüter

                                  VKJK
                                  Bereichsleitende
                                  Geschäftsführung

                                  Andreas Wachtel

                         Die Koalas
                         Kinderkrankenpflege zu Hause                      Qualitätsbeauftragte

                         Ltg.: Claudia Eickenberg                          Susanne Wäschenbach
                         Stellv:. Mareen Heinrich
                         Stellv:. Katrin Trogemann

         Team 1       Team 2          Team 3         Team 4       Team 5

    8. Unser Pflegeteam

Verfasser      Prüfer              Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab     Version      Revision
Heinrich       Eickenberg          QM                       02.02.2017     02.02.2017       3       Februar 2020
                                                Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                             Druckdatum:                            Seite 14 von 29
Die      Pflegekräfte         sind       ausschließlich         examinierte           Gesundheits-         und
Kinderkrankenpflegerinnen                 mit      Berufserfahrung               in      der        häuslichen
Kinderkrankenpflege. Ein Großteil des Teams bringt zusätzliche Erfahrung aus dem
intensivmedizinischen Bereich mit. Zudem sind einige Mitarbeiter in speziellen
Pflegebereichen weitergebildet, z.B. Palliativmedizin.

Insgesamt sind folgende Mitarbeiter beschäftigt
    -   eine Pflegedienstleitung
    -   zwei stellvertretende Pflegedienstleitungen
    -   eine Qualitätsmanagerin
    -   Teamleitungen
    -   80 examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen
    -   eine Verwaltungsangestellte
    -   intermittierend eine Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschülerin

Die Aufgaben und Kompetenzen der Mitarbeiter sind in Stellenbeschreibungen
geregelt.

    8.1.         Einarbeitung und Fortbildung

Der Kinderkrankenpflegedienst „Die Koalas - Kinderkrankenpflege zu Hause“ ist ein
Ausbildungsbetrieb.               Regelmäßig          begleiten            die        Gesundheits-         und
Kinderkrankenpflege-Schülerinnen die Pflegeeinsätze, selbstverständlich immer
unter der Anleitung und in Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Pflegekraft und den
Praxisanleitern der Schule für Gesundheitsberufe.

Jede neue Pflegekraft wird systematisch mit Hilfe eines Einarbeitungskonzeptes und
bedarfsgerechter Fortbildung eingearbeitet, bevor sie selbstständig die Pflege eines
Patienten übernimmt.
Zu Beginn des Jahres erstellt die Pflegedienstleitung einen internen und externen
Fortbildungsplan. So wird ein gleichmäßig hohes und stets aktuelles Fachniveau bei

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                                                Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                             Druckdatum:                              Seite 15 von 29
allen       Pflegekräften         sichergestellt.    Zusätzlich       können      die     Mitarbeiter     die
Fortbildungsveranstaltungen der Vestischen Kinder- und Jugendklinik nutzen. Bei
Bedarf werden zusätzlich einzelne Mitarbeiterinnen bzw. Pflegeteams im Rahmen
spezifischer Pflegesituationen vor Ort geschult, z.B. Wundversorgung, Basale
Stimulation.
Zudem          stehen       allen       Kollegen        die     aktuellen       Fachzeitschriften         der
Kinderkrankenpflege und entsprechende Fachbücher zur Verfügung.

    8.2.         Erste Hilfe

Alle Mitarbeiter der Kinderkrankenpflege zu Hause werden intern in Erste-Hilfe-
Maßnahmen und Reanimation geschult. Die Schulungen werden durch Mitarbeiter
der Kinderkrankenpflege zu Hause oder durch Mitarbeiter der Vestischen Kinder-
und Jugendklinik durchgeführt. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet alle 2 Jahre am Kurs
„Allgemeine Erste Hilfe“ und jedes Jahr am Kurs „Reanimation“ teilzunehmen.
Mitarbeiter die neu eingestellt werden, sind verpflichtet innerhalb eines Jahres an
beiden Kursen teilzunehmen. Die Teilnahme an den Kursen wird bei der
Fortbildungsplanung und Dienstplanung berücksichtigt

    8.3.         Teamsitzungen

Ziel der Teamsitzung
In der häuslichen Pflege ist jede Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin in der
Regel alleine tätig und entscheidet selbstständig vor Ort. Daher ist es bei der
täglichen Arbeit besonders wichtig, sich als Mitglied des Teams zu verstehen. Ein
Informationsaustausch und gemeinsam erarbeitete Problemlösungen vermitteln
Sicherheit und Rückhalt. Mitarbeiter können sich während der Teamsitzung
austauschen und gezielt Fragestellungen bearbeiten. Außerdem bietet eine
Teamsitzung die Möglichkeit aktiv an Veränderungen oder Entscheidungen
teilzunehmen.

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Heinrich       Eickenberg           QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                                 Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                              Druckdatum:                           Seite 16 von 29
Die Dauer einer Teamsitzung ist im Vorfeld festgelegt, ein Ergebnisprotokoll wird
erstellt.

Themen zur Patientenbesprechung können sein:
    ·   die Dienstplanung / Tourenplanung
    ·   Informationen über bekannte oder neue Patienten
    ·   Änderungen / Wünsche zur Versorgungsoptimierung
    ·   Ergebnisse der Pflegevisiten
    ·   Fort-/Weiterbildungen

Mitarbeiterbezogene Inhalte können sein:
    ·   Mitarbeiterwünsche/ Verbesserungsvorschläge
    ·   die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen
    ·   Vorstellung neuer Kollegen

Zusammenfassend sind die Ziele einer Teamsitzung:
    ·   fachlicher Austausch und Informationsaustausch
    ·   einzelne Pflegeplanungen festlegen, evaluieren
    ·   Erweiterung des Fachwissens und der Kompetenz durch Fortbildungen (nach
        Bedarfsermittlung)
    ·   Optimale Kommunikation und Kooperation im Team
    ·   Reflektion im Team und mit anderen Berufsgruppen
    ·   Förderung des professionellen Handelns

Um einen bestmöglichen Informationsfluss zwischen allen an der Pflege beteiligten
Pflegekräften        zu      gewährleisten,        sind      regelmäßige        Dienstbesprechungen
durchzuführen. Die Häufigkeit der Dienstbesprechungen kann der Art des
Pflegedienstes angepasst werden.

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                                               Einrichtungskonzept
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9. Pflegerisches Handeln
    9.1.         Pflegemodell

Das Leitbild sowie unsere Zielsetzungen setzen wir in der Pflege durch Anwendung
des „AEDL-Strukturierungsmodells“ von Monika Krohwinkel um. Das AEDL-
Strukturierungsmodell bringt pflegerische Bedürfnisse in Zusammenhang mit den
Lebensaktivitäten. Es betrachtet die einzelnen Lebensaktivitäten eines Menschen in
der Gesamtheit und in Wechselwirkung zueinander.
Als Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens werden die folgenden 13
Bereiche unterschieden:

   1. Kommunizieren können
   2. Sich bewegen können
   3. Sich pflegen können
   4. Vitale Funktionen aufrecht erhalten können
   5. Essen und trinken können
   6. Ausscheiden können
   7. Sich kleiden können
   8. Ruhen, schlafen und sich entspannen können
   9. Sich beschäftigen, lernen und sich entwickeln können
   10. Sich als Mädchen oder Junge fühlen und sich verhalten können
   11. Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können
   12. Soziale Beziehungen und Bereiche sichern und gestalten können
   13. Mit existenziellen Erfahrungen des Lebens umgehen können

Das primäre pflegerische Ziel ist die Erhaltung, Förderung oder das Wiedererlangen
von Unabhängigkeit und Wohlbefinden des kranken Kindes in den Aktivitäten des
Lebens und ihrem Umgang mit existentiellen Erfahrungen des Lebens. Unser
pflegerisches Handeln richten wir an den körperlichen, geistigen, psychischen und
sozialen Fähigkeiten und Bedürfnissen der kranken Kinder / Jugendlichen sowie an
den aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen aus. Zur Förderung der
Selbstständigkeit des Kindes / Jugendlichen beziehen wir ihn entsprechend seiner

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Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
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Fähigkeiten und Fertigkeiten bei den Verrichtungen des täglichen Lebens mit ein. Die
Privatsphäre und Individualität der Familie werden respektiert und die vorhandenen
persönlichen Ressourcen zur Selbstpflege werden erhalten und gefördert.

Dies wird durch eine ganzheitlich- fördernde Prozesspflege erreicht. Das zentrale
Interesse      ganzheitlicher        Prozesspflege        gilt   dem kranken            Kind   mit    seinen
pflegerischen Bedürfnissen, Problemen und Fähigkeiten. Dabei sehen wir das Kind
stets im Zusammenhang mit seiner Familie.

Wir erfassen systematisch die Probleme und Bedürfnisse und insbesondere auch die
Fähigkeiten des kranken Kindes als Grundlage der Pflegeplanung.

    9.2.          Der Pflegeprozess

Abbildung 1: Pflegeprozess nach Fiechter & Meier (1998)

Der Pflegeprozess als Regelkreis ist das zentrale Instrument pflegerischer
Versorgung. Er beginnt mit der Informationssammlung beim Erstkontakt mit der

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                                                Einrichtungskonzept
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Familie und wird bis zum Ende des Vertrags zwischen Pflegedienst und Familie
fortgeführt.

Zusammen mit den Eltern und unter Einbeziehung der medizinisch-therapeutischen
Notwendigkeiten formulieren wir für jedes kranke Kind / für jeden kranken
Jugendlichen Pflegeziele. Dabei berücksichtigen wir die gesammelten Informationen
zur Familiensituation, zur Biographie und zu den aktuellen Lebensumständen. Auf
dieser      Grundlage        planen      wir    die     individuell       notwendigen       Pflege-     und
Betreuungsmaßnahmen.

Die Durchführung der geplanten Maßnahmen wird lückenlos dokumentiert. Durch die
Weitergabe von Informationen mit dem Mittel der Pflegedokumentation gewährleisten
wir die kontinuierliche Pflege und Betreuung des Patienten. Dabei beziehen wir die
Eltern und Geschwister stets mit ein.

Die Ergebnisse der durchgeführten Pflegemaßnahmen werden regelmäßig evaluiert.
Maßstab der Überprüfung sind die vorab definierten individuellen Pflegeziele.
Gegebenenfalls passen wir Ziele und/oder Maßnahmen an.

    9.3.         Die Pflegedokumentation

In der Pflegedokumentation werden die für das einzelne Kind / den Jugendlichen
individuell festgelegten Schritte des Pflegeprozesses dokumentiert. Daher ist die
Pflegedokumentation ein zentrales Instrument der professionellen Pflege. Unser
Dokumentationssystem ist entsprechend des Pflegeprozesses aufgebaut, so dass
dieser nachvollziehbar dokumentiert wird.

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                                               Einrichtungskonzept
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9.4.         Pflegestandards

Pflegestandards legen durch messbare Kriterien ein bestimmtes Qualitätsniveau der
Pflege fest. Sie sollen nach den ICN-Richtlinien (ICN=International Council of
Nurses, Weltverband der Pflegenden) zur Standardentwicklung innovative und
intelligente Inhalte transportieren, um dem Anspruch eines wirksamen Instruments
zur Qualitätsentwicklung gerecht zu werden.

Pflegestandards definieren einen bestimmten Leistungsbereich der professionellen
pflegerischen Versorgung. Laut WHO entsprechen Standards einem erreichbaren
und professionell abgestimmten Leistungsniveau und machen die Pflegequalität
messbar.

Das AEDL-Strukturierungsmodell wird durch die Pflegestandards konkretisiert und in
der täglichen Pflege umgesetzt. Die Pflegestandards integrieren zudem die
nationalen Expertenstandards.

Pflegestandards sind keine Organisationsrichtlinien oder Pflegepläne.

    9.5.         Expertenstandards

Expertenstandards werden vom deutschen Netzwerk für Qualitätssicherung in der
Pflege (DNQP) an der Hochschule in Osnabrück von Fachkollegen entwickelt.
Sie dienen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege und sind
laut §113a SGB XI anzuwenden.

Expertenstandards sind für die Erwachsenenkrankenpflege ausgerichtet.
Die Koalas - Kinderkrankenpflege zu Hause arbeiten mit einer Anlehnung an die
Expertenstandards. Diese sind speziell für die häusliche Kinderkrankenpflege vom
BHK (Bundesverband der häuslichen Kinderkrankenpflege) entwickelt worden.

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                                               Einrichtungskonzept
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9.6.       Das Konzept „Bezugspflege“

Bezugspflege bedeutet, dass eine Pflegekraft die zentrale Ansprechpartnerin der
Familie ist. Sie formuliert gemeinsam mit den Eltern die Pflegeziele und prüft
regelmäßig, ob sie erreicht wurden. Jeder Familie wird eine so genannte
„Bezugspflegekraft“ zugeordnet. Sie ist die zentrale Ansprechpartnerin für die
Familie, für Ärzte und weitere Beteiligte. Durch das Konzept der Bezugspflege
können Kind und Eltern Vertrauen aufbauen. Nur so ist auch eine hohe Kontinuität in
der Pflege möglich. Die Familie wird insgesamt von einem Pflegeteam mit
festgelegten Mitarbeitern betreut. Die Bezugspflegekraft ist gleichzeitig Teamleitung
des Pflegeteams. Bei ihr laufen alle Informationen zusammen.

      9.7.       Das Konzept „Familienorientierte Pflege“

Das Konzept der Bezugspflege wird für den häuslichen Bereich mit dem Konzept der
familienorientierten Pflege nach Prof. Dr. Marie- Luise Friedemann ergänzt. In der
familienorientierten Pflege wird die Familie als der Ursprung und Mittelpunkt unserer
Lebenserfahrungen,           Lebensweise,         kulturellen     Erfahrungen            und    emotionalen
Begegnungen           gesehen.       Die     daraus      auch      in      der   Pflege        entstehenden
Wechselwirkungen zwischen pflegender, zu pflegender Person und Angehörigen
sind Grundlage für das Konzept.

      9.8.       Das Konzept „Rückzugspflege“

In der häuslichen Kinderkrankenpflege greifen Grundpflege, Behandlungspflege,
spezielle Krankenbeobachtung und Anleitung der Eltern in allen pflegerischen
Maßnahmen ineinander. Bei der Rückzugspflege wird die pflegerische Kompetenz
der     Eltern    gezielt     gestärkt,     damit     diese     ihr       Kind   möglichst          ohne   den
Kinderkrankenpflegedienst versorgen können. Der Kinderkrankenpflegedienst leitet
die Eltern zur Durchführung der bei ihrem Kind notwendigen Pflegemaßnahmen an
und ermutigt und unterstützt sie bei der selbstständigen Versorgung und Pflege ihres
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                                               Einrichtungskonzept
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kranken Kindes. Ziel der Rückzugspflege ist, dass die Familie unabhängig von
Pflegefachkräften wird.

Die      Gestaltung         des      Rückzugs          (Dauer,       Umfang        etc.)     plant      der
Kinderkrankenpflegedienst zusammen mit den Eltern und in Absprache mit dem
behandelnden Arzt. In der                  Regel werden zwei Arten von Rückzugspflege
unterschieden:

    - ein kompletter Rückzug des Pflegedienstes innerhalb der ersten vier Monate
         nach Beginn des Pflegeauftrags
    - eine Verringerung der täglichen Pflegezeit bei schwerstkranken Kindern über
         einen langen Zeitraum von ein bis mehreren Jahren

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                                               Einrichtungskonzept
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10.          Pflegevisiten

Die Leitung des Pflegedienstes besucht regelmäßig alle Familien um sich persönlich
einen Gesamteindruck von der Pflegesituation zu verschaffen. Diese so genannte
Pflegevisite      gibt      den    Eltern     die    Möglichkeit,         sich   ausführlich      mit    der
Pflegedienstleitung über die Pflegesituation zu unterhalten. Dabei werden folgende
Fragen besprochen:

    - Wie ist die Meinung der Eltern zur Pflege und zu ihrer Situation zuhause?
    - Wie kommen die Eltern mit der Erkrankung ihres Kindes zurecht?
    - Wie geht es den Geschwistern des kranken Kindes / Jugendlichen?
    - Gibt es aktuelle Probleme?
    - Haben die Eltern Fragen, die Sie mit der Pflegedienstleitung klären möchten?
    - Brauchen           die      Familien     Unterstützung        bei      Anträgen      –      z.B.   zur
         Pflegeversicherung oder zum Behinderten-Ausweis?
    - Wie kommen die Eltern mit den Pflege-Geräten und Pflege-Hilfsmitteln
         zurecht?
    - Gibt es weitere Wünsche in Bezug auf die Pflegeleistungen?

Von jeder Pflegevisite wird ein Protokoll angefertigt. Die Pflegedienstleitung und alle
Pflegekräfte unterliegen der Schweigepflicht. Alle Gesprächsprotokolle werden
vertraulich behandelt und dienen ausschließlich zu internen Zwecken.

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                                               Einrichtungskonzept
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11.          Qualitätsmanagement
    11.1.        internes / externes Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement nach DIN ISO umfasst entsprechend alle Aspekte im
Rahmen der Unternehmensführung, die im Zusammenhang stehen mit der von der
obersten Leitungsebene              formulierten,      grundlegenden         Einstellung     sowie den
Absichten, Zielsetzungen und Maßnahmen in Bezug auf die Errichtung und
Verbesserung von Qualität. Hierbei sind Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der
Gesetzgebung und der Umwelt, sowie den Wünschen und Anforderungen der
Kunden besonders zu beachten. Für den ambulanten Bereich gelten folgende
Gesetze:

SGB V
§135a Verpflichtung der Leistungserbringer zur Qualitätssicherung

SGB XI
§112 Qualitätsverantwortung ( Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität)
§113 Maßstäbe und Grundsätze zur Sicherung und Weiterentwicklung der
Pflegequalität (Maßnahmen zur Qualitätssicherung sowie ein Qualitätsmanagement)

Verantwortlich für den Bereich ist Claudia Eickenberg in Zusammenarbeit mit der
Qualitätsbeauftragten Susanne Wäschenbach.

Maßnahmen der internen Qualitätssicherung
    ·   Elternbefragungen
    ·   Mitarbeiterbefragungen
    ·   Pflegevisiten
    ·   Mitarbeiterjahresgespräche
    ·   Stellenbeschreibungen und Anforderungsprofile
    ·   Beschwerdemanagement
    ·   Pflegestandards

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version      Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                            Druckdatum:                           Seite 25 von 29
·   Expertenstandards
    ·   Teamsitzungen, Teamleitersitzungen mit Fallbesprechungen
    ·   Innerbetriebliche Fortbildungen
    ·   Externe Fortbildungen
    ·   Pflegeplanungen
    ·   Bezugspflege

Maßnahmen der externen Qualitätssicherung
    ·   Zertifizierung nach KTQ und proCumCert der Vestischen Kinder- und
        Jugendklinik Datteln
    ·   Teilnahme an Regionalkonferenzen und Qualitätszirkeln der Caritas

    11.2.        Informationsfluss

Damit alle Kollegen sämtliche wichtige Informationen aus dem rechtlichen,
organisatorischen und pflegewissenschaftlichen Bereich erhalten, führen wir
regelmäßige Dienstbesprechungen, Fallbesprechungen und Fortbildungen durch.

Wichtige, dauerhafte Informationen werden zusätzlich in schriftlicher Form an die
Mitarbeiter weitergeleitet. Dazu wird der Email-Verkehr genutzt. Zudem haben die
Mitarbeiter im Büro eigene Ablagefächer, in die Informationen verteilt werden. Sie
sind verpflichtet diese Fächer regelmäßig zu leeren.

Zudem haben die Mitarbeiter die Möglichkeit das Intranet der Vestischen Kinder- und
Jugendklinik zu nutzen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Fortbildungen und
Informationen aus der Klinik zu informieren.

Alle Informationen, die die Patienten und ihre Familien betreffen, werden in der
Pflegedokumentation festgehalten. In Fallbesprechungen wird die pflegerische
Situation der Familie mit allen an der Pflege beteiligten Pflegekräften regelmäßig
ausführlich besprochen.
Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version      Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                            Druckdatum:                           Seite 26 von 29
Um auch Themen besprechen zu können, die mit der Arbeitsbelastung, emotionaler
Belastung, Probleme mit den Familien oder der Gruppendynamik im Team zu tun
haben, wird regelmäßig eine Supervision unter Moderation des Klinikseelsorgers
angeboten.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version      Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                            Druckdatum:                           Seite 27 von 29
11.3.        Beschwerdemanagement

Das Beschwerdemanagement der Kinderkrankenpflege zu Hause ist wie in folgender
Abbildung geregelt.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version      Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                            Druckdatum:                           Seite 28 von 29
12.          Kooperationen mit anderen Diensten

Wir kooperieren mit den Stationen und Ambulanzen der Vestischen Kinder- und
Jugendklinik, dem zuständigen Kinderarzt sowie allen weiteren an der Pflege
beteiligten Personen, Diensten und Institutionen.

    13.          Sach-Ausstattung

Unsere Dienststelle verfügt über:

    - Büroraum mit PC-Arbeitsplatz, Telefonanlage und Besprechungsbereich
    - Sanitäranlagen
    - Diensthandys
    - Aktuelle Fachliteratur
    - Dienstfahrzeuge
    - Lager für Pflegehilfsmittel und sonstiges Pflegematerial
    - Möglichkeiten, verschiedene Schulungsräume der Klinik zu nutzen

Den Mitarbeitern des Pflegedienstes stehen Dienstfahrzeuge zur Verfügung. Jede
Pflegekraft nimmt zur Versorgung der Kinder eine Pflegetasche mit, die notwendige
Dokumentationsformulare und Hygieneartikel zum Schutz der Mitarbeiterinnen
enthält. Ebenfalls ist jede Mitarbeiterin mit einem Diensthandy ausgestattet, so dass
zeitnah Informationen innerhalb des Pflegeteams bzw. zwischen Leitung und
Mitarbeiter ausgetauscht werden können.

Verfasser      Prüfer             Freigeber (QM)           Erstelldatum   Gültig ab    Version      Revision
Heinrich       Eickenberg         QM                       02.02.2017     02.02.2017      3       Februar 2020
                                               Einrichtungskonzept
GL-Einrichtungskonzept-Koalas-1                            Druckdatum:                           Seite 29 von 29
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