Kinder erleben Ernährung - Ein fächerübergreifendes Unterrichtsmaterial für die Jahrgangsstufen 1 bis 7
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Kinder erleben Ernährung
Ein fächerübergreifendes Unterrichtsmaterial
für die Jahrgangsstufen 1 bis 7
Mit Lebensmitteln
en
bewusster umgehLBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung
Kinder erleben Ernährung
Ein fächerübergreifendes Unterrichtsmaterial für die Jahrgangsstufen 1 bis 7
Zielgruppe Zeitbedarf
• Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 7 • Durch modularen Aufbau lässt sich das Material
(die Methoden sind teilweise nicht für die jüngsten sowohl an die zeitlichen Möglichkeiten als auch an
oder ältesten Kinder geeignet und müssen entspre- die Erfahrungen der Klasse anpassen.
chend ausgesucht oder abgeändert werden)
• Die Aktionen sind auch während Klassenfahrten oder
Fächer Wandertagen durchführbar.
• Deutsch • Die einzelnen Aktionen können teilweise auch als
• Gemeinschaftskunde Stationen einer Rallye genutzt werden.
• Kunst
• Mathematik • Für die Gestaltung einer Projektwoche wird zusätzlich
• Religion ein kompakter Vorschlag gemacht.
• Sozialwissenschaften
• Sachkunde
• Politik
• Biologie
• Chemie
Impressum
Herausgeber: LBS Kinderbarometer, Dr. Christian Schröder, Himmelreichallee 40, 48149 Münster, Tel. 0251 412-5125, presse@lbswest.de, www.lbs-kinderbarometer.de
PROSOZ Herten GmbH, Ewaldstr. 261, 45699 Herten, Tel. 02366 188-118, Fax 02366 188-251, prokids@prosoz.de, www.prosoz.de
Konzeption: Karina Spohr, Anja Beisenkamp, Dr. Kathrin Müthing, Prof. Dr. Christian Klöckner
Illustration: Dr. Kathrin Müthing
Layout: Strachalla Kommunikationsdesign
Fachliche Beratung des LBS-Kinderbarometers: Prof. Dr. Bernhard Kalicki, Friedhelm Güthoff (Deutscher Kinderschutzbund)
Stand: 11/2013
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2LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung
Inhalt
1. Einführung Seite 4 4.3 Wir sortieren Obst und Gemüse Seite 18
1.1 Was ist das LBS-Kinderbarometer? Seite 4 4.4 Was essen Menschen in anderen Ländern? Seite 19
1.2 Ziele des Unterrichtsmaterials Seite 4 4.5 Experiment Seite 19
1.3 Einsatz der Materialien Seite 4 4.6 Gärten Seite 20
1.4 Wichtige Ergebnisse des Kinderbarometers Seite 5 4.7 Wir backen Pommes Frites! Seite 21
2. Projekttage „Fast Food“ Seite 6 4.8 Gut zu wissen zum Thema
2.1 Rallye Seite 6 „Du entscheidest mit, was du isst“! Seite 22
2.2 Wandzeitung „Fast Food“ Seite 6 5. Projekttage „Vollwert“ Seite 23
2.3 Ernährungspyramide Seite 7 5.1 Rallye Seite 23
2.4 Wir stranden auf einer unbewohnten Insel! Seite 7 5.2 Getreide-Rätsel Seite 23
2.5 Filmvorführung „Super Size Me“ Seite 8 5.3 Gedichtinterpretation Seite 23
2.6 Fühlgeschichte „Heute backen wir Pizza!“ Seite 9 5.4 Rechercheaufgabe: Fragt euren Bäcker! Seite 24
2.7 Was fehlt zum Pizzabacken? Seite 10 5.5 Getreidekorn Seite 24
2.8 Rezepte sammeln Seite 10 5.6 Experiment Seite 24
2.9 Wir backen Pizza! Seite 10 5.7 Körner-Mandalas Seite 25
2.10 Gut zu wissen zum Thema „Fast Food“! Seite 11 5.8 Fühlkiste Seite 25
3. Projekttage „Zucker“ Seite 12 5.9 Was fehlt zum Brötchen backen? Seite 25
3.1 Rallye Seite 12 5.10 Fühlgeschichte „Thema Brötchen backen“ Seite 26
3.2 Aufgabenzettel „Fabikzucker – Fruchtzucker“ Seite 12 5.11 „Wir backen kleine Brötchen“ Seite 27
3.3 Zuckernamen Seite 13 5.12 Gut zu wissen zum Thema „Vollkorn“! Seite 28
3.4 Zuckerdetektive Seite 13 6. Projekttag „Schulumfrage“ Seite 29
3.5 Wie viel Zucker steckt in...? Seite 14 6.1 Fragebogenkonstruktion Seite 29
3.6 Zuckercollage Seite 14 6.2 Datenschutz Seite 30
3.7 Experiment Seite 14 6.3 Stichprobe festlegen Seite 30
3.8 Planspiel „Wir eröffnen einen Kiosk!“ Seite 15 6.4 Auswertung Seite 30
3.9 Was fehlt beim Frischkornmüsli? Seite 15 6.5 Aufbereitung Seite 31
3.10 Wir stellen ein Frischkornmüsli her! Seite 16 6.6 Interpretation Seite 31
3.11 Wir bereiten einen zuckerfreien Nachtisch zu Seite 16 6.7 Präsentation Seite 31
3.12 Gut zu wissen zum Thema „Zucker“! Seite 17 7. Anhang Arbeitsblätter/Kopiervorlagen Seite 32
4. Projekttage „Du entscheidest mit, was Du isst!“ Seite 18 8. Literaturverzeichnis Seite 50
4.1 Rallye Seite 18 9. Weitere Materialien zum
4.2 Aufgabenzettel „Wie wächst was?“ Seite 18 LBS-Kinderbarometer Seite 52
3LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Einführung
1.1 Was ist das LBS-Kinderbarometer?
Über Kinder gesprochen und geforscht wird viel – zu Drei Beispiele:
Wort kommen die Betroffenen dabei eher selten. Dass
die Kinder die besten Experten in eigener Sache sind, • Computerspiele landen bei den Lieblingsbeschäfti-
darauf setzt das LBS-Kinderbarometer seit vielen Jahren. gungen weit abgeschlagen hinter Sport und den
Ein Instrument, das inzwischen viel Gehör und Aner- Unternehmungen mit Freunden oder Familie.
kennung bei Öffentlichkeit, Medien und Politik findet • 3 % der Kinder waren bereits Opfer von Cybermobbing,
und damit eine wichtige Lobby für Kinder bietet. doppelt so viele sind Täter.
• Zwei Drittel der Kinder wollen die Politik in ihrer
Regelmäßig werden rund 10.000 Kinder im Alter zwi- Umgebung mitbestimmen, aber nur ein Drittel fühlt
schen neun und 14 Jahren beispielsweise zu Familie, sich von den Erwachsenen ernst genommen.
Schule, Wohnumfeld, Freizeit, aktuellen Geschehnissen
und Politik befragt. Sie besuchen die vierte bis siebte Das „LBS-Kinderbarometer“ bietet somit eine Plattform,
Klasse aller Schulformen. Die Erkenntnisse aus den auf der Kinder mit ihren Wünschen und Bedürfnissen
Befragungen erstaunen die Erwachsenen immer wieder. selbst als ExpertInnen in eigener Sache zu Wort kommen.
1.2 Ziele des Unterrichtsmaterials
Das Material ist für LehrerInnen der Klassen 1 bis 7 • verschiedenen Perspektiven zu dem Thema Ernährung
konzipiert. Einige Vorschläge sind bei entsprechender kennen lernen und erleben.
Aufbereitung auch für höhere Klassen geeignet. Die • in Bezug auf Ernährung ihr eigenes Verhalten und das
SchülerInnen sollen am Thema Ernährung die folgenden anderer erkennen und sich damit auseinandersetzen.
Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen. • einen bewussteren Umgang mit Nahrungs- und
Lebensmitteln erlernen.
Die SchülerInnen sollen: • sich spielerisch mit Informationen auseinandersetzen.
• neue Techniken zum Sammeln von Informationen ken-
• zum Thema Ernährung sensibilisiert werden. nen lernen und vertiefen.
• über die eigene Ernährung sowie die eigenen • interessante Alternativen erfahren.
Ernährungsgewohnheiten nachdenken. • praktische Erfahrungen sammeln.
1.3 Einsatz der Materialien
Die vorliegende Broschüre versteht sich als Anregung für zelne Aspekte des Themas an das Niveau der jeweiligen
einen handlungsorientierten Sach- oder Sozialkunde- Klasse angepasst werden.
unterricht. Ob das Thema Ernährung dabei projektartig
und fächerübergreifend über mehrere Tage oder nur ein- In den einzelnen Abschnitten finden sich neben einer
zelne Aspekte im Unterricht aufgegriffen werden, liegt in kurzen Skizze der Unterrichtsinhalte mögliche Hand-
der Hand des Lehrers bzw. der Lehrerin. Die Handlungs- lungsanregungen. Am Ende der Broschüre sind zu den
anregungen dieses Materials und die entsprechenden jeweiligen Aspekten Kopiervorlagen zum Einsatz im
Kopiervorlagen können dabei als „Steinbruch“ für die Unterricht abgedruckt. Die Angabe der Klassenstufe bie-
Planung des Unterrichtsvorhabens verwendet werden. Je tet eine grobe Orientierung. Je nach Leistungsstand und
nach Alter und Fähigkeiten der SchülerInnen müssen ein- Interessenlage der Lerngruppe können die jeweiligen
4LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Einführung
Themen in fast allen Klassenstufen eingesetzt werden.
Hin und wieder ist eine individuelle Anpassung der
Fragestellungen oder der Arbeitsblätter an die entspre-
chende Altersgruppe sinnvoll.
Am Ende der Broschüre sind zusammenfassend Kinder-
und Fachbücher zum Thema Ernährung aufgeführt.
1.4 Wichtige Ergebnisse des Kinderbarometers
Im LBS-Kinderbarometer wurde bereits mehrfach auf das tener (LBS-Kinderbarometer 2011). Der Grund für ein aus-
Thema Ernährung und Gesundheit eingegangen. Dabei ist gefallenes Frühstück ist meistens der morgendliche Zeit-
die hier dargestellte Perspektive die der Kinder, d.h. die druck oder, dass die Eltern den Kindern kein Frühstück
Angaben müssen nicht in jedem Fall der Erwachsenen- zubereiten. Fast ein Fünftel der befragten Kinder hat „nie“
wirklichkeit entsprechen. oder nur „selten“ Zeit, den Tag mit einem ruhigen Früh-
stück zu beginnen (LBS-Kinderbarometer NRW 2004).
Obwohl die meisten Kinder im LBS-Kinderbarometer (2011)
angeben, nur selten krank zu sein (62%), sind Allergien Nach Ansicht der Kinder achten 65% der Eltern auf eine
in der Altersgruppe weit verbreitet. Ein Drittel der Kinder regelmäßige Ernährung ihrer Kinder und sogar 73% auf
leidet unter einer Allergie und/oder Heuschnupfen. eine gesunde Ernährung. Ein schlechtes Gewissen nach zu
großer Nahrungsaufnahme, Essen auch ohne Hunger-
25 % der befragten Kinder empfinden sich selbst als zu gefühl, Essen, um sich zu trösten und Essen aus Lange-
dick, 8% finden sich zu dünn, das bedeutet, dass mehr als weile sind Erfahrungen, welche nur eine Minderheit der
ein Viertel der Kinder in der gesamten Bundesrepublik Kinder häufig erlebt (LBS-Kinderbarometer 2009).
Deutschland mit ihrem Körpergewicht unzufrieden sind
(LBS-Kinderbarometer 2011). Der Unterschied aus den 57% der Kinder essen immer oder oft mit der ganzen
NRW-Befragungen, dass Mädchen häufiger als Jungen den Familie gemeinsam, bei den restlichen Kindern finden
Eindruck haben, übergewichtig zu sein, lässt sich in den solche Familienzusammenkünfte am Esstisch nur unregel-
bundesweiten Studien nicht replizieren. Inwieweit diese mäßig statt (LBS-Kinderbarometer NRW 2004). Auf der
Selbsteinschätzung mit einem tatsächlichen Übergewicht Wunschliste der Kinder an die Eltern steht mehr Zeit für
einhergeht, wurde in der Befragung nicht vertiefend gemeinsames Essen ganz weit oben (LBS-Kinderbaro-
geklärt. Das Empfinden, zu dick zu sein, geht mit einem meter 2011).
niedrigeren Wohlbefinden einher. Sich als zu dick zu emp-
finden, stellt also für viele Kinder eine psychische Gesunde Ernährung kommt als Thema im Unterricht eher
Belastung dar. selten vor, in der vierten Klasse vergleichsweise am häu-
figsten. Mehr als ein Drittel der Kinder nimmt das Mittag-
Nicht alle Kinder frühstücken regelmäßig, bevor sie in essen in der Schule ein, welches insgesamt als einigerma-
die Schule gehen. Insgesamt 25% frühstücken sogar gar ßen lecker bewertet wird, vor allem, wenn Gemüse und
nicht oder nur selten, bevor sie sich auf den Weg in die Salat zum Standard gehören. Die Mehrheit der Kinder
Schule machen. Dies betrifft in stärkerem Maße Kinder meint, dass das Schulessen nicht zu teuer ist. Kinder mit
mit Migrationshintergrund als Kinder ohne Migrations- Migrationshintergrund und ältere Kinder schätzen das
hintergrund. Aber auch die älteren Kinder und Kinder, in Essen allerdings häufiger als so teuer ein, dass sie es sich
deren Familie Arbeitslosigkeit vorkommt, frühstücken sel- nicht leisten können (LBS-Kinderbarometer 2009).
5LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Fast Food“
2. Projekttage „Fast Food“
Das Thema Fast Food steht der Lebenswelt der neun bis
14-Jährigen sehr nah. Teilweise so nah, dass Treffpunkte
nicht mehr der Busbahnhof oder der Park sind, sondern
die jeweilige Niederlassung einer beliebten Fast Food-
Kette in der Stadt. Diese hier vorgestellten Projekttage
sollen die Kinder zum Thema sensibilisieren, ohne Fast
Food als Tabu zu stigmatisieren. Die Kinder sollen durch
das Erarbeiten der Konsequenzen für die eigene Gesund-
heit und der weiteren Folgen für die Umwelt und Natur
sowie dem Kennenlernen schmackhafter Alternativen
selbstständig zu einem bewussten Umgang mit Fast Food
gelangen.
2.1 Rallye
Die Rallye dient als spielerischer Einstieg in das Thema Durchführung: Für die Durchführung siehe Anhang
Fast Food. Einige Fragen sind im Anhang dargestellt, die Seite 32. Die dazugehörigen Rallyefragen finden Sie auf
eins zu eins übernommen werden können oder durch der Seite 33 im Anhang.
Veränderungen an den jeweiligen Stand der Klasse bzw.
der Gruppe angepasst werden. Zeitaufwand: ca. 2,5 Stunden
2.2 Wandzeitung „Fast Food“
Diese Methode ist eine Technik zum Sammeln und
Verarbeiten von Informationen zum Thema Fast Food.
Sie ermöglicht dabei ein Herangehen als Überblick und/
oder eine Spezifizierung auf einen oder mehrere
Teilbereiche.
Material: Ein oder mehrere große Plakate, dicke Stifte,
Klebestifte, Zeitungsausschnitte, Bilder etc.
Vorbereitung: Die SchülerInnen einigen sich in ihren
Gruppen auf ein Thema für ihre Wandzeitung. Das kann
zu dem Hauptthema Fast Food z.B. sein: „Woher kommt Durchführung: Die Wandzeitung wird in Gruppen
der Hamburger?“ oder „Das Müllproblem“, „Warum essen erstellt. Sie sollte auf einem großen Plakat in übersicht-
wir Fast Food und was ist darin enthalten?“, „Die Auswir- licher Form Meinungen, Wünsche, Informationen und
kung von Fast Food“ oder „Entwicklung von Essgewohn- Ängste zu einem Thema gut sichtbar machen. Wenn die
heiten.“ Es kann also alles sein, was die SchülerInnen zum SchülerInnen genügend Material gesammelt haben, wird
Thema interessant finden. Dazu sammeln sie über einen das Layout festgelegt. Das geschieht durch Auflegen der
fest gelegten Zeitraum Informationen. Das können einzelnen Teile, bis ein guter Gesamteindruck entsteht
Zeitungsartikel, Fotos, Bilder, Tabellen, Kommentare, und die Teile dann aufgeklebt werden können. Zu große
Karikaturen etc. sein. Teile können kleiner kopiert werden.
6LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Fast Food“
Wichtig: Die Überschriften sollten kurz, einprägsam und andere SchülerInnen, ihre Meinung zum Thema äußern
groß geschrieben sein, damit sie auch in einiger Entfer- zu können. Das kann durch ein leeres Plakat, z.B. mit der
nung gut lesbar sind. Die Wandzeitung sollte nicht zu Überschrift: „Eure Meinung zum Thema!“, geschehen.
überladen sein, damit die Bilder und Informationen gut
wirken können. Dann kann die Wandzeitung in der Klasse Zeitaufwand: ca. 2 Stunden, zuzüglich 1 bis 2 Wochen
oder auch in den Fluren der Schule gut sichtbar aufge- Material sammeln
hängt werden. Wichtig ist auch die Möglichkeit für
2.3 Ernährungspyramide
Diese Methode bietet die Möglichkeit auf der Grundlage
eigener Erfahrung neues Wissen zu erlangen und die
eigenen Gewohnheiten kritisch zu reflektieren, ohne mit
„erhobenem Zeigefinger“ zu arbeiten.
Material: Moderationskarten (drei Stück pro Kind),
Stifte, Tafel, Kreide
Vorbereitung: keine
einen schönen Überblick über die Essgewohnheiten der
Durchführung: Die SchülerInnen sollen gut überle- gesamten Klasse. Natürlich wird im Anschluss an diese
gen und dann auf je eine Karte ihre Lieblingsgerichte Aktion über die tatsächliche Verteilung und über die wün-
schreiben. Jede/r SchülerIn sollte insgesamt drei Karten schenswerte Tagesverteilung der Lebensmittel diskutiert.
nur von einer Seite möglichst groß beschriften. In der
Zwischenzeit wird die Ernährungspyramide auf die Tafel Zeitaufwand: ca. 30 Minuten
gezeichnet. Sind die SchülerInnen mit der Aufgabe fertig,
kommen sie einzeln nach vorn, um ihre Lieblingsgerichte Alternativ kann auch das Arbeitsblatt aus dem Anhang
in die entsprechende Kategorie einzutragen. Das gibt verwendet werden (S. 34).
2.4 Wir stranden auf einer unbewohnten Insel!
Diese Methode führt durch die Notwendigkeit von Material: großes Plakat, Stifte, verschiedene Farben
Diskussionen zu einer intensive Auseinandersetzung mit
dem Thema, in der Vor- und Nachteile verschiedener Vorbereitung: Es wird folgende Geschichte erzählt:
Ernährungsweisen deutlich werden. „Die Menschheit ist übersättigt, es gibt kaum noch fri-
sche Sachen auf dem Feld, alle Nahrungsmittel kommen
aus der Fabrik, sind künstlich, voller Geschmacksver-
stärker und Konservierungsmittel. Die meisten Menschen
sind unzufrieden, wissen aber nicht, wie sie ihre Situation
verändern können. Da macht sich eine kleine Gruppe
Menschen auf, um ein neues Land zu entdecken, wo sie
wieder von vorn anfangen können. Ein unbebautes Land,
wo sie anbauen und anpflanzen können, was sie wollen.
Wie Robinson Crusoe landen sie auf einer einsamen Insel.
Sie haben nun die Möglichkeit ein ganz neues Ernäh-
rungskonzept zu entwickeln.“
7LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Fast Food“
Durchführung: Die SchülerInnen haben nun in Schmackhafte, große und gut aussehende Lebensmittel,
Gruppen die Möglichkeit, ihr Ernährungskonzept zu die geringe Mengen an Schadstoffen enthalten, leicht
entwickeln. Sie haben einen Wunsch frei und können zuzubereiten sind, aber die Menschen schneller altern
zwischen folgenden Lebensmitteln auswählen: lassen.
Künstlich erzeugte Lebensmittel, die nicht angebaut Bevor die Gruppen nun eine Collage zu ihrer Inselernäh-
werden müssen. Sie sehen aus und schmecken wie ihre rung erstellen, sollten in den Gruppen z.B. folgende
natürlichen Verwandten, sind aber ohne Arbeitsaufwand Fragen diskutiert werden: Was spricht für und gegen
erzeugt worden. Die gesundheitlichen Folgen sind aber die einzelnen Lebensmittel? Gibt es entsprechende Nah-
noch nicht erforscht und somit unbekannt. rungsmittel schon heute bei uns? Was ist den Schüler-
Innen wichtig? Leckere, schnelle oder schadstofffreie
Schadstofffreie Lebensmittel, die erst angebaut werden Lebensmittel? Wie stellen sich die SchülerInnen eine zeit-
müssen, sehr gesund sind und keinerlei Schadstoffe ent- gemäße Ernährung vor? Was gibt es zu Hause? Was wol-
halten. Die Zubereitung der Lebensmittel ist mühsam und len sie essen? Wie sieht eine gesunde, schmackhafte und
der Geschmack anfangs ungewohnt. umweltfreundliche Ernährung aus? Dann zeichnen,
malen, kleben die SchülerInnen ihre Insel.
Zeitaufwand: ca. 2 Stunden
2.5 Filmvorführung „Super Size Me“
Dieser Film bietet eine Alternative (allerdings eher Zum Inhalt des Films: Der 2004 veröffentlichte
drastisch) zum Kennenlernen der Konsequenzen von Dokumentarfilm „Super Size Me“ von US-Regisseur
Fast Food. Morgan Spurlock dokumentiert auf sehr eindrückliche
und bisweilen satirische Weise die gesundheitlichen
Material: Video-Recorder bzw. DVD-Player und Auswirkungen eines 30-tägigen Selbstversuches, den der
Fernseher oder Videobeamer, Film „Super Size Me“. Die Autor für den Film unternahm: Jeden Tag aß Spurlock
Vorführung privater DVDs oder Videos im Rahmen des dreimal bei McDonald’s eine vollständige Mahlzeit und
geschlossenen Klassenverbandes ist in der Regel rechtlich reduzierte gleichzeitig seine körperliche Bewegung auf
zulässig. Für Vorführungen im öffentlichen Bereich (z.B. maximal 5.000 Schritte pro Tag (um so auch den
„Schulkino“) beachten Sie bitte die rechtlichen Bestim- Bewegungsmangel eines durchschnittlichen amerika-
mungen. Informationen dazu finden Sie beispielsweise nischen Büroarbeiters zu simulieren). Der Film zeigt die
auf den Internetseiten des Bundesjustizministeriums Vorbereitungen des Experimentes und seine Folgen. Er ist
http://www.bmj.de/DE/Buerger/wirtschaftHandel/ mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden und wurde
ReformUrheberrecht/_doc/Themenkomplex_Schule_ 2005 für den Oskar nominiert.
und_Urheberrecht_doc.html?nn=1463554
Es gibt allerdings auch kritische Stimmen, die dem
Vorbereitung: Es empfiehlt sich, den Film bereits vor Regisseur vorwerfen, einige der gezeigten drastischen
der Verwendung im Unterricht anzuschauen, um die gesundheitlichen Folgen „künstlich“ erzeugt zu haben.
Verwendbarkeit in der jeweiligen Klasse zu prüfen und
Arbeitsaufträge für die SchülerInnen zu erstellen. Der Zeitaufwand: Länge des Films (100 Minuten) plus
Film wurde in Deutschland ohne Alterseinschränkung Vorbereitungs- und Besprechungszeit. Es bietet sich an,
freigegeben. Es gibt auf der dazu gehörigen Website den Film auf mehrere Schulstunden aufzuteilen.
(www.super-size-me.de) vorbereitetes Unterrichts-
material und weitere Informationen.
8LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Fast Food“
2.6 Fühlgeschichte „Heute backen wir Pizza!“
Mit Hilfe dieser Methode gelingt vor allem bei jüngeren
Kindern spielerisch eine theoretische Einführung in den
praktischen Teil des Pizza Backens. Die Kinder wissen
danach genau, welche Zutaten und welche Tätigkeiten
später erforderlich sind.
Material: die Fühlgeschichte als Vorlage
Vorbereitung: keine Innen auf dem Rücken des vor ihnen sitzenden Kindes
durchführen sollen, in der Luft vor.
Durchführung: die SchülerInnen sitzen zu zweit
zusammen (es ist auch möglich, in einer Reihe hinter- Zeitaufwand: ca. 20 Minuten
einander zu sitzen, als letztes sitzt dann eine Lehrperson).
Der/die LehrerIn erzählt die folgende Geschichte und Nach der Geschichte drehen sich die „Pizzen“ um und
macht die entsprechenden Bewegungen, die die Schüler- bedanken sich bei ihrem „Bäcker“, dann wird gewechselt.
Geschichte Tätigkeit
Heute backen wir Pizza! Im Kreis mehrfach mit beiden Händen über den Rücken fahren.
Wir benötigen diese Zutaten: Getreide, Hefe, Öl, Für jede Zutat werden mit beiden Händen kleine Kreise auf dem
Wasser, Tomaten, Paprika, Zucchini, Porree, Toma- Rücken gefahren.
tensauce, Gewürze: Salz, Pfeffer, Oregano, Käse
Zuerst nehmen wir die Getreidekörner! Mit dem Zeigefinger kleine Punkte tippen.
Dann mahlen wir das Getreide! Mit den Handballen auf dem Rücken reiben.
Jetzt rühren wir die Hefe in Wasser an! Mit dem Zeigefinger kleine Kreise rühren.
Dann kommt das Öl hinzu! Über den Rücken streichen.
Wir mischen alle Zutaten (nicht das Gemüse) und
Den ganzen Rücken mit beiden Händen durchkneten.
verkneten sie!
Dann rollen wir den Teig aus! Mit den Handflächen über Rücken fahren.
Jetzt verteilen wir die Tomatensoße auf dem Teig! Weiter mit den Handflächen über Rücken fahren.
Dann nehmen wir das Gemüse..... Das Gemüse auf den Rücken legen.
...und schneiden das Gemüse klein! Mit dem Zeigefinger kleine Schnitte auf dem Rücken machen.
Wir legen es auf den Teig und verteilen es! Mit den Handflächen über den Rücken fahren.
Wir würzen unsere Pizza! Kleine sanfte Kreise fahren.
Dann müssen wir noch den Käse reiben ... Mit den Handballen vertikal über den Rücken fahren.
... und den Käse verteilen! Mit den Handflächen kreisförmig über den Rücken fahren.
Dann schieben wir die Pizza in den Ofen ... Mit beiden Händen mehrmals über den ganzen Rücken streichen.
... und stellen den Backofen an! Mit dem Zeigefinger auf den Rücken tippen.
Ganz schnelle Kreise auf dem ganzen Rücken fahren
Nun wird die Pizza gebacken!
(sodass es richtig heiß wird).
9LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Fast Food“
2.7 Was fehlt zum Pizzabacken?
Durch die spielerische Auseinandersetzung mit
den Zutaten soll die Theorie vertieft und der Übergang
zum praktischen Teil erleichtern werden.
Material: Mehl, Zucchini, Paprika, Salz, Tomatensauce,
Öl, Hefe, Tasse Wasser, Tomatenmark, Messer, Löffel,
Schüssel, Backblech
Vorbereitung: keine
Durchführung: Die SchülerInnen sitzen im Kreis um die entsprechende SchülerIn soll das fehlende Teil
das Material. Die/der LehrerIn bespricht jeden benötigten erraten. Danach sind alle in der Reihenfolge, in der sie
Gegenstand und jede Zutat einzeln. Die SchülerInnen im Kreis sitzen, mit Raten dran.
sollen sich die Dinge gut einprägen. Die SchülerInnen
können sich jetzt abwechselnd nacheinander umdrehen Zeitaufwand: je nach Gruppenstärke zwischen
oder die Augen schließen. Ein Teil wird entfernt und der/ 15 und 25 Minuten
2.8 Rezepte sammeln
Zur theoretischen Einführung in den praktischen Teil haben. Können wir diese Speisen selbst aus gesunden,
bietet sich diese Methode vor allem bei älteren Kindern vollwertigen und frischen Zutaten herstellen?
als Alternative zur Fühlgeschichte an. Pommes Frites aus frischen, nicht geschälten Kartoffeln,
Tomatensoße aus reifen Tomaten oder Hamburger mal
Material: Schere, Stifte, Kleber vegetarisch in Vollwertbrötchen? Die SchülerInnen sollen
Rezepte sammeln (in Zeitschriften, im Internet, in Koch-
Vorbereitung: keine büchern etc.) und zusammenstellen. Vielleicht entsteht
daraus ein kleines Rezeptbuch. Auf dem nächsten Schul-
Durchführung: Die SchülerInnen sollen überlegen, fest kann dann nach diesen Rezepten ein gesundes Fast
was Fast Food-Restaurants so alles auf ihrem Speisezettel Food Restaurant entstehen.
2.9 Wir backen eine Pizza
Durch diese praktische Erfahrung soll den Kindern eine Material: evtl. Getreidemühle, Backblech, große
schmackhafte Alternative zu „Fast-Pizza“ vertraut Schüssel, Löffel, Tasse, Käsereibe, Messer, Schnittunterlage
gemacht werden. An dieser Stelle sollte unbedingt abge-
klärt werden, ob Kinder Allergien haben und die Zutaten Vorbereitung: Die Zutaten werden bereitgelegt,
daraufhin modifiziert werden müssen. das Rezept wird besprochen und als Kopie verteilt.
Zutaten: Weizenkörner oder Weizenvollwertmehl, Salz, Zutaten Teig:
Hefe, Wasser, Öl, gestückelte Tomaten, Gemüse nach • 500 g Weizenvollkornmehl
Belieben, Oregano oder Basilikum, Käse (Gouda oder • 1 Teelöffel Salz
Emmentaler). Die angegebene Menge reicht für ein • 1 Päckchen Hefe
Backblech. • 1 Tasse Wasser
• 4 – 5 Esslöffel Olivenöl
10LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Fast Food“
Zutaten Belag: • alle Teigzutaten in eine Schüssel geben und verkneten
• Tomatenstücke – evtl. mit Salz und Pfeffer oder • Teig ausrollen und auf das gefettete Blech geben
Knoblauch verfeinern (evtl. etwas Mehl in die Hände nehmen, dann klebt
• ca. 1 kg Gemüse nach Wahl (z.B. Tomaten, Zucchini, es nicht so).
Paprika, Porree, Mais, Pilze, Zwiebeln, ...) • Käse reiben
• Oregano oder Basilikum • Teig dünn mit Tomatenstücken bestreichen
• 150 g Käse • mit dem Gemüse belegen
• Oregano oder Basilikum darüber streuen
Durchführung: Die SchülerInnen arbeiten • den Käse über der Pizza verteilen
nach dem Rezept: • in den Ofen schieben und 30 Minuten backen
• Herd auf 180 Grad vorheizen
• das Backblech mit Öl einfetten Zeitaufwand: ca. 1 Stunde
2.9 Gut zu wissen zum Thema Fast Food!
• Mit Fast Food sind nicht nur die bekannten Fast weil man sie auch im Gehen verzehren konnte und
Food-Restaurants gemeint. Fast Food, übersetzt in den Fast Food Restaurants weder Bedienung noch
„schnelles Essen“, meint auch die Dönerbude um Geschirr (Pappteller und -becher etc. genügen) nötig
die Ecke, den Hotdog-Stand oder die vielen Fertig- waren, als das typische Fast Food-Menü angesehen.
gerichte in unseren Supermärkten. Fast Food Die McDonalds-Brüder revolutionierten die Gastro-
meint also jede Form von standardisierten Mahl- nomie, indem sie die Fließbandproduktion auf
zeiten, die mit eingeschränkter Wahlmöglichkeit Restaurantküchen übertrugen (Schweizerische
verzehrsbereit am Verkaufsort zur Verfügung Gesellschaft für Ernährung, 2005).
gestellt werden (Schweizerische Gesellschaft für
Ernährung, 2005). Also nach dem Motto: „Packung • In Großbritannien und in den USA gibt es in letzter
(oder die Geldbörse) aufmachen, warm gemacht Zeit immer mehr übergewichtige Kinder und
und gegessen“. Das Hungergefühl kann damit Jugendliche. Deshalb gibt es mittlerweile vermehrt
kurzfristig gestillt werden, nicht aber der Hunger politische Bemühungen, Fast Food Gerichte aus
des Körpers auf vitaminreiche, frische und ausge- staatlichen Schulen zu verbannen (vgl. z.B. Spiegel
wogene Ernährung. Wer sich also hauptsächlich Online, 2005a & b). Prominente Vertreter, die diese
durch Fast Food ernährt, ernährt sich einseitig – Bewegung unterstützen sind z.B. Starkoch Jamie
und einseitige Ernährung ist ungesund! Oliver oder Arnold Schwarzenegger. In den USA
bestehen jedoch weiterhin an zahlreichen Schulen
• Bereits in der Antike waren Vorläufer der Schnell- Sponsoringverträge mit Fast Food-Anbietern, die
restaurants weit verbreitet. Die meisten Miet- ganz klare Rechte und Pflichten, die Produkte des
wohnungen in den Städten hatten keine Koch- Anbieters anzubieten, beinhalten (Belz, 2004).
möglichkeiten, um etwas Warmes zubereiten zu
können. Deshalb gab es in allen größeren Städten • In Italien entstand 1986 eine Gegenbewegung zu
an jeder Ecke Läden, in denen warmes Essen ange- Fast Food, die sich Slowfood nennt. Der Gründer die-
boten wurde (Quelle: www.wikipedia.de). ser Bewegung heißt Carlo Petrini. Mehr Informa-
tionen zu diesem Lebensstil erhalten Sie unter:
• Um die 1950er Jahre entstand in den USA der www.slowfood.com. Auch in Deutschland und
Begriff Fast Food. Heute ist Fast Food in der anderen Ländern hat sich mittlerweile ein anderes
ganzen Welt verbreitet. Die Hamburger wurden, Bewusstsein etabliert (vgl. www.slowfood.de).
11LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Zucker“
3. Projekttage „Zucker“
Auch das Thema Zucker bestimmt einen wichtigen Teil
des Lebens der neun bis 14-Jährigen, die neben dem ver-
steckten Zucker in Lebensmitteln wie z.B. in Getränken
aber auch in Wurst, vor allem Süßigkeiten in Form von
Bonbons, Weingummi oder Speiseeis zu sich nehmen. Mit
diesen Projekttagen soll einerseits eine Sensibilisierung
gegenüber Essgewohnheiten erreicht werden, aber auch
eine Aufklärung darüber, in welchen Lebensmitteln sich
welche Art von Zucker verbirgt und welche Konsequenzen
die übermäßige Aufnahme von Fabrikzucker mit sich
bringt. Es sollen auch Alternativen zu Fabrikzucker ken-
nen gelernt werden, sodass die Entscheidung für ein
gesünderes Essverhalten leichter wird.
3.1 Rallye
Die Rallye dient als spielerischer Einstieg in das Thema Durchführung: Für die Durchführung siehe Anhang
Zucker. Einige Fragen sind im Anhang dargestellt, die Seite 32. Die dazugehörigen Rallyefragen finden Sie auf
eins zu eins übernommen werden können oder durch der Seite 35 im Anhang.
Veränderungen an den jeweiligen Stand der Klasse bzw.
der Gruppe angepasst werden können. Zeitaufwand: ca. 2,5 Stunden
3.2 Aufgabenzettel „Fabrikzucker – Fruchtzucker“
Diese Methode soll den Kindern in spielerischer Form den Durchführung: In der Klasse wird diskutiert, welche
Unterschied zwischen Fabrik- und Fruchtzucker nahe- Nahrungsmittel Fabrikzucker enthalten und welche nicht.
bringen und somit das theoretische Wissen erweitern. Gibt es auch natürlichen und damit unschädlichen
Zucker? Wie heißt er und wo kommt er vor?
Material: Aufgabenzettel, Stifte Im Anschluss daran können die SchülerInnen den
Aufgabenzettel lösen.
Vorbereitung: Die Aufgabenzettel müssen
entsprechend der Anzahl der SchülerInnen kopiert Zeitaufwand: ca. 15 Minuten
werden. Aufgabenzettel im Anhang unter 3.2 (S. 36).
12LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Zucker“
3.3 Zuckernamen
Zucker hat viele Namen, die SchülerInnen sollen erken-
nen, dass die Bezeichnung „ohne Fabrikzucker“ nicht
immer auch zuckerfrei bedeutet. Was heißt „zuckerfrei“
oder „ohne Zucker“ eigentlich? Nur wenn wir die Zucker-
namen kennen, können wir zuckerhaltige Lebensmittel
enttarnen und im Regal stehen lassen. Wir werden klüger,
sehen Werbung kritischer und können die Zutatenliste
verstehen.
Durchführung: Die SchülerInnen sollen eine Liste mit
Material: unterschiedliche Zuckerarten (Puderzucker, unterschiedlichen Bezeichnungen für Zucker erstellen.
Haushaltzucker, brauner Zucker, Kandis,...) auf einer Liste, Welche Namen kennen die SchülerInnen, welche kann
Foto einer Werbung, die ein Nahrungsmittel ganz ohne der Lehrer/die Lehrerin noch hinzufügen? Anschließend
Zucker verspricht. wird überprüft, ob das beworbene Produkt wirklich
zuckerfrei ist.
Vorbereitung: Material zusammenstellen,
Zuckerliste im Anhang unter 3.3 (S. 37). Zeitaufwand: ca. 30 Minuten
3.4 Zuckerdetektive
In dieser praktischen Übung werden die Kinder ermun-
tert, Zutatenlisten von Nahrungsmitteln genauer anzuse- Infobox Zutatenliste
hen, zu verstehen und mit dem zu vergleichen was die
Werbung verspricht. Auf der Zutatenliste müssen nach der Lebensmit-
telkennzeichnungsverordnung in absteigender
Material: Stift, Zettel, evtl. Fotoapparat Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile (zum Zeitpunkt
der Verwendung bzw. Herstellung) die Zutaten
Vorbereitung: keine eines Nahrungsmittels genannt werden. Steht auf
einem Lebensmittel z.B. folgende Zutatenliste:
Durchführung: Die SchülerInnen sollen über Zucker, Dinkelschrot, Weizenflocken, ..., Glukose-
einen festgelegten Zeitraum Zutatenlisten der einzelnen sirup, Fructose ... Dann wissen wir: Zucker ist hier
Nahrungsmittel notieren. Dazu können sie in den am meisten vorhanden, weil er an erster Stelle
Supermarkt gehen oder den Nahrungsvorrat zu steht. Danach folgen die anderen Zutaten. Hierbei
Hause unter die Lupe nehmen. Die Zutaten- sind es u. a. noch weitere Zuckerarten wie Glukose-
listen sollten abgeschrieben (Supermarkt) sirup und Fructose.
oder entfernt und mitgebracht werden
(zu Hause), evtl. kann das Produkt
fotografiert werden. Dann werden
die Ergebnisse in den Klassen be-
sprochen. An welcher Stelle steht
ein Zuckername? Was verspricht
die Werbung für dieses Produkt?
Wer wirbt dafür? Ein Sportler? Ist
das Produkt gesund? Was ist noch
in dem Produkt enthalten?
13LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Zucker“
3.5 Wie viel Zucker steckt in ...?
Mit dieser Methode werden die Kinder einerseits gefor- Durchführung: Die SchülerInnen stellen ihre
dert, Informationen zu sammeln, und andererseits dazu Verpackungen vor. Zuerst wird anhand der Zutatenliste
ermuntert, diese in künstlerischer Form aufzubereiten und der zuvor erstellten Zuckernamensliste festgestellt,
und vorzustellen. ob Zucker enthalten ist. Dann wird geprüft, welcher
Zucker oder welche Zuckerkombinationen an welcher
Material: Verpackungen von Süßigkeiten oder Nah- Stelle in der Zutatenliste aufgeführt sind. Dann ermitteln
rungsmitteln wie Ketschup, Marmelade, Schokoriegel, die SchülerInnen für ihr Produkt die entsprechende
Cola, Kinderjoghurt, Kinderschokolade etc., Würfelzucker, Zuckermenge. (Durch Recherche im Internet, Informa-
Pappe und Heißkleber tionsbroschüren der Verbraucherzentralen, Bücher oder
Zeitungsartikel etc.). Diese wird in Stücke Würfelzucker
Vorbereitung: Die SchülerInnen sammeln umgerechnet (ein Stück Würfelzucker entspricht ca.
Verpackungen ihrer Lieblingssüßigkeiten und eine Liste 3 Gramm, dass können die SchülerInnen durch wiegen
der Zuckerwürfelanzahl in verschiedenen Süßigkeiten natürlich auch selbst „erforschen“) und mit der Ver-
oder Informationen dazu. Liste mit Beispielen im Anhang packung des Produktes auf die Pappe geklebt. So entsteht
unter 3.5 (S. 37). eine eindrucksvolle Sammlung, die als Zuckerausstellung
in den Fluren der Schule ihren Platz finden kann.
Zeitaufwand: ca. 2 Stunden, zuzüglich 1 bis 2 Wochen
zur Recherche
3.6 Zuckercollage
Diese Methode dient der künstlerischen Auseinanderset- Durchführung: Die SchülerInnen sollen die Fotos der
zung mit dem Thema, um das Gelernte tiefer zu verankern. einzelnen Nahrungsmittel ausschneiden, nach „mit
Fabrikzucker versetzt“ und „ohne Zuckerzusatz, nur mit
Material: Werbeblätter der verschiedenen natürlichem Zucker“ sortieren und so sortiert auf das
Supermärkte, Schere, Kleber, Papier Plakat kleben.
Vorbereitung: Die SchülerInnen sollen verschiedene Zeitaufwand: ca. 30 Minuten
Werbeblätter der Supermärkte sammeln.
3.7 Experiment
Dieses Experiment bietet sich als Abschluss an, damit Durchführung: Die SchülerInnen legen bis zu drei
die letzten Würfelzuckerstücke (anstatt in der Mülltonne Stücke Würfelzucker ins Wasser und träufeln vorsichtig
zu landen) einen künstlerisch ästhetischen Zweck erfüllen ein paar Tropfen Tinte über die Zuckerwürfel. Langsam
können. löst sich der Würfel auf und die Tinte färbt das Wasser
ein. Die Bilder entstehen, weil sich die Tinte und der
Material: Zuckerwürfel, Tinte (rot, grün, blau, schwarz), Zucker im Wasser auflösen. Der aufgelöste Zuckerwürfel
kleine Holzstäbchen, ein wenig Wasser und flache Teller verteilt sich unsichtbar und schneller als die Tinte und
nimmt dabei die Tinte mit. Mit den Holzstäbchen können
Vorbereitung: Die Materialien werden bereitgestellt jetzt durch Rühren und ziehen weitere Muster gebildet
und die Teller mit ein wenig Wasser gefüllt. werden.
Zeitaufwand: ca. 15 Minuten
14LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Zucker“
3.8 Planspiel: „Wir eröffnen einen Kiosk!“
Diese Methode bietet sich vor allem an, wenn tatsäch-
lich ein Kiosk von SchülerInnen für SchülerInnen in der
Schule geplant ist oder bereits existiert und modifiziert
werden soll.
Material: Stifte, Zettel, Rezepte mit den
entsprechenden Zutaten
Vorbereitung: keine
Durchführung: Wir wollen einen Kiosk eröffnen,
der nur frische, gesunde und leckere Snacks und Getränke
anbietet. gesucht und in der Erprobungsphase gemeinsam zube-
reitet und gekostet. Hier stellt sich heraus, was möglich
In der Vorbereitungsphase überlegen die SchülerInnen ist, schmeckt und verkauft werden kann.
in Kleingruppen: „Wo soll der Kiosk eröffnet werden und
wen wollen wir bewirten“. Danach erstellen sie eine In der Reflexionsphase berichten die SchülerInnen
Aktivitätenliste: „Welche verschiedenen Aufgaben gibt über ihre Eindrücke und Geschmackserlebnisse und dis-
es (z.B. der Einkauf, das Herstellen der Nahrungsmittel, kutieren, was noch verbessert werden kann. Sie legen
der Verkauf, usw.)?“ die endgültigen Speisen und Getränke fest und gestalten
eine Speisekarte (inkl. Zutatenliste), Werbezettel und
In der Planungsphase sammeln die SchülerInnen erste Werbeposter. Anschließend kann der Kiosk in der
Ideen für Speisen und Snacks und überlegen, welche Umsetzungsphase tatsächlich eröffnet werden.
Getränke sie anbieten möchten. Rezepte werden aus
Kochbüchern, Zeitschriften oder dem Internet heraus- Zeitaufwand: ca. 1 Schultag
3.9 Was fehlt beim Frischkornmüsli?
Durch die spielerische Auseinandersetzung mit den Durchführung: Die SchülerInnen sitzen im Kreis um
Zutaten soll die Kenntnis über die Zutatenliste vertieft das Material. Der/die LehrerIn bespricht jeden benötigten
und der Übergang zum praktischen Teil erleichtert Gegenstand und jede Zutat einzeln. Die SchülerInnen sol-
werden. len sich die Dinge gut einprägen. Die SchülerInnen kön-
nen sich jetzt abwechselnd nacheinander umdrehen oder
Material: Alles, was für die Zubereitung des die Augen schließen. Eine Zutat wird entfernt und der/die
Frischkornmüslis benötigt wird (siehe 3.10, S. 16) entsprechende SchülerIn soll das fehlende Teil erraten.
Danach sind alle Schüler in der Reihenfolge, in der sie im
Vorbereitung: keine Kreis sitzen, mit Raten dran.
Zeitaufwand: je nach Gruppenstärke zwischen
15 und 25 Minuten
15LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Zucker“
3.10 Wir stellen ein gesundes und leckeres Frischkornmüsli her!
Zum praktischen Ausprobieren soll ein Frühstück selbst
zubereitet und probiert werden, um so Alternativen ken-
nen zu lernen.
Zutaten: Frisch geschrotetes und eingeweichtes
Getreide (z.B. Weizen, Dinkel, Buchweizen, etc.), Ölsaaten
(Sesam, Sonnenblumenkerne, etc.), Äpfel, Birnen,
Bananen, Zitrone, Sahne, Erdbeeren.
Material:
Eine große Schüssel, Schneidebrettchen, Messer, Löffel,
elektrischer Schneebesen, kleine Schüsseln, Gabeln,
Gemüsereibe
Vorbereitung:
Das geschrotete Getreide sollte 10 bis 12 Stunden zuvor
in ein wenig Wasser eingeweicht werden. Die Zutaten
werden zusammengestellt und die Rezepte kopiert.
Durchführung: • Die Bananen mit den Gabeln zerdrücken, die Äpfel auf
Die angegebene Menge reicht für ca. 20 SchülerInnen. der Reibe raspeln. Die Birnen in kleine Stücke schneiden
Die SchülerInnen arbeiten nach folgendem Rezept: und die Erdbeeren vierteln.
• Die Sahne schlagen.
• 500 g Getreide • Das gesamte Obst (außer den Erdbeeren) mit dem
• Bananen (geben die Süße) eingeweichten und geschroteten Getreide mischen.
• Birnen • Die halbe ausgepresste Zitrone und die Ölsaaten
• Äpfel kommen hinzu. Die Sahne vorsichtig unterheben.
• Schale Erdbeeren • Zum Schluss wird das Müsli mit den geviertelten
• 200 g Sahne Erdbeeren dekoriert.
• 1/2 Zitrone
• Handvoll Ölsaaten Zeitaufwand: Mit anschließendem Frühstück ca.
45 Minuten
3.11 Wir bereiten einen zuckerfreien Nachtisch zu: Knusperbällchen
Zum Kennenlernen und Probieren von einem alternativen Vorbereitung: Die Zutaten werden bereitgelegt,
Nachtisch, der frei von Fabrikzucker ist. das Rezept wird besprochen und als Kopie an die
SchülerInnen verteilt.
Zutaten: 2 Tassen Haferflocken, 1 Tasse Sahne, 1 Tasse
Wasser, 1 Tasse Kokosflocken, 1 Tasse gemahlene Durchführung: Die SchülerInnen arbeiten nach
Haselnüsse, 1 Tasse Sonnenblumenkerne, 1 Tasse dem Rezept. Die angegebene Menge reicht für vier
Kürbiskerne, 3 EL Honig, etwas Butter für das Backblech Personen.
• Die Sahne mit dem Wasser vermischen
Material: Kleine Kaffeetasse, einen Esslöffel, Kochlöffel, • Das Gemisch in einem Topf erwärmen, nicht kochen
kleiner Topf, Backblech • Den Honig darin auflösen
• Haferflocken, Kokosflocken, Haselnüsse, Sonnenblumen-
kerne und Kürbiskerne in einer Schüssel kräftig mischen
16LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Zucker“
• Honiggemisch über das Kerne-Samengemisch • Die Bällchen müssen 25 bis 30 Minuten bei
schütten und gut umrühren 170 Grad goldbraun backen
• die Schüssel abdecken und stehen lassen (1/2 Stunde)
• Den Backofen vorheizen Zeitaufwand: 35 Minuten plus Backzeit
• Mit nassen Händen Kugeln formen
• Diese auf das mit Butter eingefettete Backblech legen Dieses und andere Rezepte finden Sie unter:
www.naturkost.de/rezept/
3.12 Gut zu wissen zum Thema Zucker!
• Weißer Zucker (Fabrikzucker) ist ein „leeres“ • Der meiste Zucker versteckt sich in Lebensmitteln,
Nahrungsmittel. Ihm wurden alle ursprünglichen die als harmlos gelten oder sogar den Ruf haben,
Begleitstoffe (Eiweiß, Fett, Ballaststoffe, Vitamine gesund zu sein. So z.B. in Fruchtjoghurts oder
und Mineralstoffe) entzogen. Ohne diese ist er ein Müsli-Riegeln. Handelsüblicher Tomatenketschup
isoliertes Konzentrat und kann nichts zu einer besteht allein zu einem Viertel aus Fabrikzucker
gesunden Ernährung beitragen, sondern ist sogar und die meisten Fertig-Müslis haben Zucker oder
schädlich für die Gesundheit (vgl. Bruker, 2005). andere Zuckerarten (z.B. Rohrzucker, brauner
Zucker, Zuckerrübensirup etc.) in nicht geringen
• Einige Auswirkungen von Fabrikzucker auf Mengen in sich. Auch die flüssigen Süßigkeiten wie
den Körper können sein: Soft Drinks (z.B. Fanta) und gesüßte Säfte dürfen
- Zähne: Karies nicht außer Acht gelassen werden (Schürmann-
- Gehirn: Sucht, Hyperaktivität Mock, o.J.).
- Knochen: Längenwachstum, Aufweichen, Brechen
- gesamter Körper: Auslöser von Krankheiten, z.B. • In Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen,
Diabetes, Bluthochdruck etc. (vgl. Oberbeil, 2004). Mandeln, bestimmten Obstsorten wie Bananen
und Birnen und Gemüsesorten, wie Möhren,
• Das Online-Familienhandbuch hält ganz klar fest: Kartoffeln, Kürbis, Süßkartoffeln etc. ist der für
„Bei Kindern, die zu viel Süßes essen, kommen häu- den Körper unschädliche und lebensnotwendige
fig wertvolle Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Fruchtzucker enthalten, oder Stärke, die der
Kartoffeln und Gemüse zu kurz.“ Deshalb rät die Organismus in Zucker umwandeln kann. Der
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Kinder Zucker „aus der Tüte“ ist deshalb für den mensch-
sollten pro Tag nicht mehr als 150 bis 200 Kalorien lichen Organismus nicht notwendig (vgl. Bruker,
in Form von Zucker verzehren. Das entspricht etwa 2005).
fünf Stückchen Schokolade oder sechs Bonbons
oder 40 Gramm Gummibärchen oder fünf Keksen • Wenn es um Diäten und Übergewicht geht, müs-
(Schürmann-Moch, o.J.). Am besten ist es jedoch, sen neben einem Verzicht auf Fabrikzucker auch
ganz auf die süße Verführung zu verzichten. noch weitere Dinge beachtet werden. So sind z.B.
Fruchtsäfte zwar gesund, enthalten aber teilweise
• 50 bis 60 Prozent aller industriell gefertigten mehr Kalorien als Cola (vgl. div. Kalorientabellen
Nahrungsmittel enthalten Zucker, egal ob sie z. B. unter: www.novafeel.de/ernaehrung/kalorien-
tatsächlich süß schmecken oder nicht tabelle/kalorientabelle-getraenke.htm).
(vgl. www.planet-wissen.de zum Thema Zucker).
17LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Du entscheidest mit, was du isst!“
4. Projekttage – „Du entscheidest
mit, was du isst!“
In diesem Kapitel geht es vor allem darum, herauszu-
finden, woher unsere Nahrung eigentlich kommt und
welche Inhaltsstoffe in der Nahrung zu finden sind. Wie
können Kinder auch ohne eigenen Garten beobachten,
wie etwas wächst und ihre Nahrung mit „Selbstgeern-
tetem“ ergänzen?
4.1 Rallye
Die Rallye dient als spielerischer Einstieg in das Thema. Durchführung: Für die Durchführung siehe Anhang
Einige Fragen sind im Anhang dargestellt, die eins zu Seite 32. Die dazugehörigen Rallyefragen finden Sie auf
eins übernommen werden können oder durch Verände- der Seite 38 im Anhang.
rungen an den jeweiligen Stand der Klasse bzw. der
Kinder angepasst werden. Zeitaufwand: ca. 2,5 Stunden
4.2 Aufgabenzettel: „Wie wächst was?“
Ein spielerischer Einstieg vor allem für die jüngeren Vorbereitung: Die Aufgabenzettel müssen
Kinder zum Thema, wo etwas wächst (Wachsen entsprechend der Anzahl der SchülerInnen kopiert
z.B. Kartoffeln auf dem Baum, unter der Erde oder werden. Aufgabenzettel im Anhang unter 4.2.
auf dem Feld?).
Durchführung: Die SchülerInnen kreuzen an,
Material: Aufgabenzettel, Stifte welche Lebensmittel woher kommen.
Zeitaufwand: ca. 10 Minuten
4.3 Wir sortieren Obst und Gemüse
Bekannte Obst- und Gemüsesorten werden nach immer
neuen Fragestellungen (siehe rechts) sortiert und somit
bietet diese Methode eine intensive und umfassende
Auseinandersetzung mit dem Thema.
Material: Zettel, Stifte, große Plakate, Kleber
Vorbereitung: Die SchülerInnen schreiben alle ihnen
bekannten Obst- und Gemüsesorten auf Zettel (Nur ein
Stichwort groß und deutlich auf eine Seite eines Zettels).
Durchführung: Die SchülerInnen arbeiten in
Kleingruppen zu unterschiedlichen Aufgabestellungen:
18LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Du entscheidest mit, was du isst!“
• „Sortiere die Karten nach Obst- und Gemüsesorten!“ • „Sortiere die Obst- und Gemüsekarten nach über
• „Sortiere die Obst- und Gemüsekarten nach ihrem der Erde und unter der Erde wachsend!“
jahreszeitlichen Angebot!“ • „Sammle Rezeptideen zu den einzelnen Obst- und
• „Sortiere die Obst- und Gemüsekarten nach roh Gemüsesorten!“
oder gekocht genießbar!“
• „Sortiere die Obst- und Gemüsekarten nach Zeitaufwand: 45 Minuten
einheimischen oder importierten Sorten!“ (Obst- und Gemüsezeitenliste im Anhang unter 4.3)
4.4 Was essen Menschen in anderen Ländern?
Mit Hilfe dieser Methode soll theoretisches
Hintergrundwissen recherchiert werden, um das
Wissen zu erweitern. Die künstlerische Darstellung
dient der Vertiefung des Wissens.
Material: Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Internet
Vorbereitung: keine
Durchführung: Die SchülerInnen sollen herausfinden,
welches die Hauptnahrungsmittel in den unterschied- baut und verzehrt wird (manchmal ist das nicht das glei-
lichen Ländern der Erde sind. Es ist auch möglich, den che, da Entwicklungsländer oft für die Industrieländer
SchülerInnen Länder zuzuordnen und sie dann herausfin- Nahrung oder Viehfutter produzieren). Die SchülerInnen
den zu lassen, was in diesem Land hauptsächlich ange- sollen die Ergebnisse als Collage darstellen.
4.5 Experiment: Wir überprüfen den Nitrat-Nitritgehalt in unseren Lebensmitteln!
Was findet sich alles in Lebensmitteln, was wir gar nicht
gerne essen wollen? Eine praktische und relativ unkom- Infobox Nitrat
plizierte Herangehensweise bietet dieses Experiment.
Durch die Stickstoffdüngung steigt die
Material: Verschiedene Lebensmittel, z.B. Äpfel, Nitratbelastung von Trinkwasser und Gemüse.
Erdbeeren, Radieschen, Wasser, Tiefkühlspinat etc., Wir nehmen über Gemüse 70%, über das
Nitrat-Teststäbchen (in der Apotheke erhältlich), Messer, Trinkwasser 20 % und über tierische Nahrungs-
Zettel, Stift mittel ca. 10% Nitrat auf. Im Körper wird Nitrat
in Nitrit umgewandelt, das den Sauerstoff-
Vorbereitung: Der/die LehrerIn, gibt Informationen transport beeinträchtigt. Aus Nitrit und Eiweiß
zu Belastungen der Nahrungsmittel durch Blei, Spritz- können außerdem krebserregende Nitrosamine
mittel, Nitrat u. ä. (Die Unterschiede von konventionell gebildet werden. (vgl. Schlieper, 1996)
und biologisch angebauten Lebensmitteln können hierzu
erläutert werden). Bei diesem Experiment konzentrieren
wir uns auf den Nitratnachweis in Lebensmitteln.
Durchführung: Die SchülerInnen halten die Teststäb-
chen auf die Schnittflächen der Lebensmittel oder in
Wasser. Danach überprüfen sie die Farbveränderung,
bewerten sie anhand der Farbskala (Gebrauchsanwei-
19LBS-Kinderbarometer // Kinder erleben Ernährung // Projekttage „Du entscheidest mit, was du isst!“
sung) und notieren das Ergebnis. Die Einzelergebnisse der Saison bevorzugen, bei Blattgemüse Stiele und große
verschiedenen Obst- und Gemüsesorten werden mitei- Blattrippen entfernen, die äußeren Blätter von z.B.
nander verglichen. Die SchülerInnen sollten nun ausarbei- Kopfsalat entfernen, ...).
ten, wie sich die Nitratbelastung von Lebensmitteln ver-
ringern lässt (z.B. im biologischen Anbau, Gemüse der Zeitaufwand: 1,5 Stunden
4.6 Gärten
Im Folgenden werden einige Möglichkeiten beschrieben, vielleicht sogar die Möglichkeit den eigenen Lebens-
wie Kinder ohne eigenen Garten mit relativ geringem mittelvorrat zu ergänzen. Aus dem Gemüse lässt sich ein
Aufwand eigenes Gemüse züchten und somit den Salat herstellen (Rezept unter 4.5 im Anhang).
Wachstumsprozess erleben können. Weiterhin besteht
4.6.1 Möhrengarten
Material: Ein Topfuntersetzer oder Teller, Möhren,
Wasser, Watte
Vorbereitung: Keine
Durchführung: Die SchülerInnen schneiden von den
Möhren etwa 2 cm vom oberen Ende ab. Die abgeschnit-
tenen Stücke werden anschließend im Topfuntersetzer
oder Teller auf feuchte Watte und ans Licht (z.B. auf die
Fensterbank) gestellt. Die Watte muss in den folgenden Butterbrot oder in selbstgemachten Kräuterquark
Tagen konstant feucht gehalten werden. Bald wachsen gestreut werden. Statt Möhren können auch Rettich,
die ersten grünen Blätter und es entsteht ein kleiner Rote Bete oder Radieschen verwendet werden.
Garten aus frischem Möhrengrün. Das Möhrengrün kann
dann fein gehackt über die Suppe, in den Salat, aufs Zeitaufwand: ohne Salatzubereitung 15 Minuten
4.6.2 Kartoffel im Eimer
Material: Eimer, Kartoffel, Erde, Wasser
Vorbereitung: keine
Durchführung: Der Eimer wird zur Hälfte mit Erde
gefüllt, dann kommt die Kartoffel in den Eimer (ca. 10 cm
tief), wird mit Erde bedeckt und leicht gewässert. Nach
einiger Zeit zeigen sich die ersten grünen Triebe und
Blätter, dann wird es Zeit, die Kartoffel anzuhäufeln, d.h.
erneut mit Erde zu bedecken. Das sollte in den folgenden
Wochen dreimal wiederholt werden, bis die Kartoffeln
geerntet werden können (wenn die Blüten verwelkt sind). Zeitaufwand: ca. 30 Minuten
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