"Leben - Biologie und Biographie im 21. Jh." - Linzer Forum: "Value of Life" 13.10.2011

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„Leben - Biologie und Biographie im 21. Jh.“
Linzer Forum: „Value of Life“
13.10.2011

 Univ.Prof. DDr. Barbara Maier,
 Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe SALK/PMU

                                                     PERINATALZENTRUM SALZBURG
Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Biologie –Biographie
2. Value of Life …Leben – der Begriff
3. Ethik/Moral
4. Values Clarification
5. Natalität
6. Reproduktionsmedizin
7. Pränataldiagnostik/Schwangerschaftsabbruch
8. Präimplantationsdiagnostik
9. Embryonale Stammzellforschung
10. Steigende Sectioraten in der Geburtshilfe
11. Abschließende Bemerkungen zu Biologie-Biographie und Ökonomie
1. Einführung: Biologie -Biographie

Etymologie: griech. Bios
Bios LOGOS (Vernunft, die Kosmos durchwaltet): biologisches Leben
Bion GRAPHEIN – ein Mensch mit den Möglichkeiten seiner biologischen
   Grundausstattung, zu der er aber sich auch verhalten kann, die er besser oder
   schlechter benutzen kann. Er verwaltet/entfaltet sein biologisches Potential…
   personales Sein.

Biologie ist die Basis unserer Biographie – auch im 21.Jahrhundert.
Biologie bestimmt unsere Biographie, wir können uns aber auch unserer biologischen
   Grundausstattung gegenüber verhalten, sie beeinflussen - persönlich - wie vor
   allem auch medizinisch – und bereits am LEBENSBEGINN.
Einführung: Biologie -Biographie

Die alten Konzepte von Gesundheit und Krankheit tragen nicht mehr.
Einen neuen Ansatz bietet das sogenannte Meikirch Konzept von Bircher und Wehkamp, das mit
    einer sachgerechten Gesundheits-/Krankheitsdefinition operiert: Im Zentrum steht der
    Begriff des POTENTIALS mit 2 Komponenten, dem biologisch gegebenen und einem
    persönlich erworbenen Potential. In diagnostischem und therapeutischem Handeln sind
    beide zu berücksichtigen und in ein Verhältnis zu den Ansprüchen des Lebens (Biologie)
    und zur Eigenverantwortung (Biographie) zu setzen.

Das ermöglicht, auf ein objektivistisch-reduktionistisches Krankheitsverständnis zu verzichten
   und Gesundheit und Krankheit als Ausdruck von Lebensprozessen zu verstehen und sie
   auch narrativ zu erfassen (Biographie). Es liegt in der Verantwortung des Individuums,
   sich um sein persönliches Potential zu kümmern und in der Verantwortung der Gesellschaft,
   Bedingungen zu schaffen, in denen es Individuen auch möglich gemacht wird.

Bircher J, Wehkamp K-H (2006)Das ungenutzte Potential der Medizin. Analyse von Gesundheit
    und Krankheit zu Beginn des 21.Jahrhunderts.rüffer & rub, Sachbuchverlag Zürich.
Einführung: Biologie -Biographie
Als Frauenärztin reichen meine Beispiele gemäß meiner eigenen Fachexpertise von der Natalität
    (Reproduktionsmedizin, Präimplantations-, Pränataldiagnostik, Geburtsmedizin) bis hin zu
    Frauenbiographien (Eßstörungen, genitale Schönheitschirurgie, Gewalterfahrungen,
    Carcinomerkrankungen…).

Maier B (2005) Unsere Empfindsamkeit für und unsere Sorge um das Leben von Menschen auf dem
   Hintergrund moderner Biotechnologien. In: „Leben nach Maß“ - zwischen Machbarkeit und
   Unantastbarkeit. Biotechnologie im Licht des Denkens von Albert Schweitzer (Hrsg. Schüz G).
   Beiträge zur Albert - Schweitzer – Forschung, Bd 10, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main,
   115-142
   www.bundeskanzleramt.at/bioethik/Detail: http://www.bka.gv.at/Docs/2006/4/3/BMaier_Schüz.pdf

Maier B, Shibles W (2010) The Philosophy and Practice of Medicine and Bioethics.
   Series: Ethics, Law and the New Medicine, vol. 47, Springer, New York.

                           website www.springer.com
      http://www.springer.com/medicine/book/978-90-481-8866-6?changeHeader
Biologie und Biographie im System

 Die Grundlagen der Medizin sind wissenschaftliche
 und ethische, auf klinischer Erfahrung und
 persönliche Verarbeitung beruhende Erkenntnisse…

 Kommt die ethische Komponente in unserer eigenen Ausbildung zu kurz, so
 können wir uns auch unter professionellem wie wissenschaftlichem Aspekt nicht
 richtig verhalten.”

 Medizin –Ärzt/innen und ihre Biographie?
Wehkamp KH (1990, 2. Aufl.) Umgang mit dem perinatalen Kindstod: Ethischer
Imperativ und psychoprophylaktische Aufgabe. In: Wulf KH, Schmidt-Matthiesen
(Hg) Klinik der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Bd. 7/2, 442.

Die Medizin ist ein moralisches Unternehmen (schafft modifiziert
Wert/vorstellungen) und bestimmt daher zwangsläufig den Inhalt der Worte "gut"
und "schlecht". In jeder Gesellschaft definiert die Medizin, genau wie Gesetz und
Religion, was normal, angemessen oder wünschenswert ist.
2.Value of Life …Leben – der Begriff
Leben – Substantiv: abstrakter Begriff
leben – Verb: konkret
Having a life – being alive…
Es lebt nicht das Leben, sondern ein Mensch, ein Tier, ein Embryo,… nur als solches
    wird es konkret, erlebbar
Wert des Lebens –
A. Schweitzer: nie vom Wert des Lebens, sondern von Ehrfurcht vor dem Leben
    gesprochen

DAS Leben – wie nie zuvor disponibel geworden
Pro-Choice – Pro-Life
Abwägungsprozesse - Sanctity of Life

Schweitzer A (1923/1996) Kultur und Ethik, München, Beck`sche Reihe.
3. Ethik/Moral

  Moral und Ethik:

                           Anw
                              e   ndu
                                        ng
          MORAL
                                         Folgen
 Σ der Wertvorstellungen
   in einer Gesellschaft              Krit ik
                              i s che
                           Eth

 Dialektische Prozesse     Ethik = Kritik von Moral
Debatten: sehr moralisierend geführt, ethische
Auseinandersetzung anhand der Folgen

       Moral haben                       Ethik tun > Konsequenzen

                      Values Clarification
4. Values Clarification
 Wie Werte unser Denken und Handeln beeinflussen: J.Dewey (1939, Theory of
  Valuation, Chicago): „Valuing occurs with the head and heart… unite in the
  direction of action“ (p65)

 Menschen als einzelne Individuen wie als Gesellschaft tragen die
  Verantwortung dafür, ihre Werte zu entdecken: über einen Prozess von
  ehrlicher, offener und kritischer Selbstanalyse… seine eigene Moral/Werteset
  zu verstehen = sich selbst verstehen: Werte-Biographie

 Autonomie und Verantwortung: Zumutbarkeit für Kinder, ihre Eltern, die
  Gesellschaft?

 Best interest of the child? Welches Leben ist dem Kind zumutbar?

 Bio-psycho-soziale Konsequenzen, wenn Werte unklar, vage und affektiv
  geladen sind!
5. Natalität: Biographie und Biologie

Natalität:                        Anfang/Arche
                                  unserer Sterblichkeit
Hineingeboren in…
Verstrickt in Beziehungen, die
wir nicht gewählt und die
uns ein Leben lang begleiten
werden…
Repromed/PND/Perinatalmedizin
6. Reproduktionsmedizin

Frau, 49 Jahre, 1. Schwangerschaft nach Eizellspende (Spenderin 26 Jahre alt) 9.IVF
Anamnese: 1986: Appendektomie, 1987: Laparoskopie: chronic pelvic pain, 1990: Eierstockcyste
   (Endometriose) offen operiert 1994: Enukleation von Myomen; 1994: Darmverschluss
   (Bridenileus); 1995:Konisation; 2001: Laparotomie mit Adnexektomie (seröses Kystom) 2006:
   Chirurgische Fixation des Darms wegen anhaltender Subileusattacken.
Aufnahme in der Geburtshilfe in der 23+5SSW, Vaginale Blutung, Fruchtblasenprolaps:
    Notfallscerclage
Akutsectio in der 25+6 SSW wegen nicht mehr stillbarer Wehentätigkeit,
Mädchen 880 Gramm, APGAR 2 - 6 – 7; 7,28, BE - 6,0;
   Transfer auf die Neonatologische Intensivstation
Katastrophales Ergebnis:
   Hirnblutung IV, Neonatologen wollen
   die Behandlung einstellen, die Eltern nicht.
AB Neuropädiatrie (8/12 Monate):
   Zentr. Koordinationsstörung,
   RDS, Neonat.Inf.,
Posthämorrhag. Hydrocephalus, Shunt, Kapselpunktionen,
    PDA, Retinopathie III, rezidiv. zentrales Fieber
Hernien-OP
Präpontine raumfordernde Arachnoidalcyste, Fensterung                                          12
Fallvignette

56 jährige Frau... Kinderwunsch seit Jahrzehnten, seit 5 Jahren in der PMP,

Ut. myomatosus, Endometriose, Adhäsionsbauch

Konzipiert über Eizellspende im östlichen Ausland Zwillinge.

SS sehr problematisch: AB
                    eines Zwillings in der 18. SSW, FG des 2.Zw in SSW 24+4 nach
    vorzeitigem Blasensprung und Nabelschnurvorfall mittels Akut-Sectio.
GG. 618g, Kind über 3 Monate auf neonatologischer Intensivsation, Laser-
  Behandlung,...
Mutter geht in Frühpension, hat Schwiegereltern etc. ihr Alter verschleiert,...
Entwicklung des Kindes
Neuropäd. AB (2,5 Jahre)
Psychomotor. Entwicklungsrückstand
    mit Maximum in der
expressiven Sprache,
St.p. Lasertherapie
St.p. op. Verschluß eines PDA
Frühförderung
Mutter/Kindkrippe
                                                                                  13
Schwangerschaftsrate - Baby-take-home Rate
            Klinisch SSW 7+0                             Geburt/Kinder

               quantitativ                                     qualitativ
IN D: DIR
IN Ö: Neue Regelung in statu nascendi mit dem Ziel: BTH
Fonds und auch Nicht-Fonds/Privat, weil von den Konsequenzen in
das Gesundheitswesen eingespeist*
* Lukassen HGM, Schrönbeck Y, Adang EEM, Braat DDM, Zielhuis GA, Kremer JAMA (2004) Cost analysis of
singleton versus twin pregnancies after in vitro fertilization. Fertil Steril 81: 1240-6

Wozu eine Baby-take-home Rate (BTH/LBR) in der Reproduktionsmedizin…?
QM der Reproduktionsmedizin: Wie geht es den Kindern/Müttern?
Vergleich: D - Ö

DIR                               IVF-Fonds
DIR Jahrbuch 2009                 Was muss über den Ausgang eines Versuchs gemeldet
                                  werden? Seit 1.1.2010
J Reproduktionsmed Endokrinol     Mit dem Formular „Meldung über das Ergebnis eines IVF-
                                  Fonds-Versuchs“ muss binnen 3 Monaten nach Abschluss
2010; 7 (6): 470-97.              des Versuchs das Ergebnis des Versuchs an die
                                  Vertragskrankenanstalt, die den Versuch durchgeführt hat,
Seit 1982 sind mehr als eine      gemeldet werden. Unter Anschluss der erforderlichen
                                  Nachweise (Meldeblatt über Ergebnis eines IVF-Fonds-
Million Behandlungszyklen im      Versuch) ist zu melden, ob der Versuch zu einer
Deutschen IVF-Register erfasst:   Schwangerschaft, vorzeitigem Schwangerschaftsende bzw.
                                  einer Geburt geführt hat.
Das ist weltweit einzigartig.     Achtung: Wenn diese Meldung unterbleibt, ist dem IVF-
                                  Fonds der von diesem bezahlte Kostenanteil
Self-Committment.                 zurückzuerstatten.

Prospektive Erfassung.            Erste Trends: bei einer
                                  Rückmeldefrequenz von 78% (deutliche
Restriktionen des ESchG.
                                  Unterschiede zwischen staatlich
European IVF Monitoring Program   geführten und privaten Zentren): Baby-
EIM – bed. Rolle                  take-home-Rate von 20% (Mündliche
                                  Mitteilung Dr. R. Fally-Kausek/BMG)
Die Geschäftemacherei in Österreich mit der künstlichen Befruchtung
wird zum Problem.
Österreichs Geburten-Intensivstationen quellen über von zu früh
geborenen 1000-Gramm-Risikokindern, die ums Überleben kämpfen.
Schuld daran sind Auswüchse der Babywunsch-Industrie.
Geburtshelfer und Pädiater fordern Regeln für Reproduktionsmedizin und
Verantwortung ab der Befruchtung…                     Sbger Fenster, 4.4.2011

„Gesundheitsministerium plant Maßnahmen gegen steigende Zahl der
Mehrlingsschwangerschaften“

                                   http://www.salzburger-fenster.at/redaktionell/2411-kuenstliche-befruchtung-brviel-zu-viele-risikogeburten-.html

                                   http://www.medical-tribune.at/dynasite.cfm?dsmid=108969&dspaid=938534
C.Weisser, Neonatologie SALK
2008:Verteilung der ART-Neugeborenen nach Gewichtsklassen      2009 Verteilung der ART-Neugeborenen nach Gewichtsklassen

                                                                                                        stat. Aufnahme
                                          stat. Aufnahme

                                                                                                        > 2500g
                                          > 2500g

                                                                                                        2000-2500g
                                          2000-2500g
                                                                                  ART 9,7%
                     ART 5,2%                                                                           1500-2000g
                                          1500-2000g

                                                                                                        1000-1500g
                                          1000-1500g
7. Pränataldiagnostik/Schwangerschaftsabbruch

Güterabwägung
• Autonomie der Frau/des Paares
• Lebens“recht“ eines Embryos/Feten?

• Schwangerschaftsabbruch ist ein tragischer
  Konflikt um Leben und Lebensbewältigung
Fallvignette: Pränataldiagnostik

Kasuistik „Salzburger Fall“
Ein niedergelassener Kollege ist rückwirkend (2006) zum vollen Unterhalt eines
nunmehr 11 Jahre alten Kindes mit Down-Syndrom verurteilt worden, weil er in der
Schwangerenbegleitung (18.SSW) zwar einen zu schmalen Thorax und etwas zu viel
Fruchtwasser sonographisch festgestellt hatte, die Patientin auch an ein spezielles
Ultraschallzentrum überwiesen hat, die den Überweisungsschein an sich nahm, aber
nicht hinging... 2. Aufforderung, ebenfalls nicht gleich...
Als sie ging... und die Abklärung ein Kind mit Trisomie 21 ergab... “zu spät“ für
Abbruch in Österreich...34.SSW
1997 gab es noch kein NT-Screening auf Trisomien.

Sie machte vor Gericht geltend, der Arzt hätte auch darüber mit ihr sprechen müssen,
dass es sich bei den genannten Markern auch um ein Kind mit Down-Syndrom hätte
handeln können.
OGH 5 Ob 165/05h
Hatte er das selber schon ahnen können?
Kind als Schaden

Annahme, daß es für jedes behindert geborene Kind einen
  Schuldigen geben muß.
KIND ALS SCHADEN

 Backfire von technologischen
 Entwicklungen:
Biologie und Biographie im System

Provokante Fragen: Ambivalente Technologien?
Risikoinduktion durch krampfhafte Risikovermeidung????
High tech und psychosomatische Grundhaltung…?

 Widersprüche: pränatal/dgn/med…. alles getan, dass ein Kind
  mit Behinderung nicht zur Welt kommt, nachher: 22-24 SSW,
  > 24+0 wird ALLES getan, damit ein Kind am Leben bleibt
 Gesellschaftliche Widersprüche: Kind als Schaden, das zur
  Welt gekommen ist
 Medizinischer Auftrag und Konsequenzen wie:
  Schwangerschaftsabbruch – Fetozid - Totgeburt
8. Präimplantationsdiagnostik PID

  Präimplantationsdiagnostik:
    genetische Abklärung einer
    BESTIMMTEN genetischen
    Disposition an einem 8-Zeller-
    Embryo.
  Voraussetzung: IVF
  Chancen: kein Transfer eines Embryos
    mit dieser genetischen Disposition
  Problem: „Selektion“
Transfer von wie vielen
Embryos?
Achtlinge
in welchem Zustand?

  Das perfekte
  Kind?
9. Embryonale Stammzellforschung
    therapeutisches Klonen SCNT-Embryonen

•   Was ist ein Embryo? Was darf mit ihm geschehen?

•   Moralisierung des Embryos
•   Ontologisierung des Embryos
•   Personalisierung des Embryos
•   Emotionalisierung der Debatte
•   Äquation Embryo = Mensch
•   Forschung: Vorrang von Embryonenschutz gegenüber möglichen Heilungschancen für
    chronisch und schwer kranke Menschen
•   Potentialität –genetische Identität…

•   Grenzen: reproduktives Klonen

                                                                                 24
10. Geburtshilfe steigende Sectioraten… medizinische Indikationen/Implikationen.

   World Health Organisation (1985) Appropriate Technology for Birth. The
     Lancet, 2 (8452), S 436-437

   Threshold: 10-15% für Industrienationen: jenseits dieser Zahl. Kein
      verbessertes perinatologisches Ergebnis!!!!

   Kein medizinisches, sondern ein soziologisches Problem!
UFK Salzburg
11. Abschließende Bemerkungen zu Biologie, Biographie und Ökonomie

Ressourcen werden knapper
Frage nach Rationierung – Rationalisierung

Analyse von

Voraus-Setzungen
Berücksichtigung des Kontexts
Individual – Sozial ETHIK: bezogen (Verhältnismäßigkeit) auf die
   Folgen von Anwendung/Nichtanwendung, Bewertung der Mittel,
   „Sinnhaftigkeit“, Betroffenheit

Kritische Auseinandersetzung mit der
  Medikalisierung/Neuorientierung unseres gesamten Lebens
Veränderte Rahmenbedingungen der Medizin und der
  Finanzierung von Gesundheitssystemen betreffen auch
  Indikationsstellungen und die Inhalte medizinischer Praxis.
Verantwortung für medizinisches Handeln wird zunehmend aus
  der Arzt- Patient-Beziehung heraus in die "Mesoebene"
  verlagert, so daß "Management" zunehmend Medizin "macht".

Johannes Bircher, Karl-Heinz Wehkamp, Das ungenutzte Potential der Medizin. Analyse
   von Gesundheit und Krankheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts HARDCOVER | CHF
   44.00 | EURO 29.80; ISBN (10) 3-907625-31-5 | ISBN (13) 978-3-907625-31-6
In der Praxis vieler Gesundheitseinrichtungen haben die
   Entwicklungen zu einem "Kampf der Kulturen" geführt,
   in der sich heilkundliche Werte und ökonomische
   Denkweisen oft frontal gegenüber stehen.
 Hier liegt eine Aufgabe des Managements, die ohne
   ethische Bewußtheit für die Gesundheitsversorgung wie
   für die Heilkunde selbst zur Gefahr wird.

Johannes Bircher, Karl-Heinz Wehkamp, Das ungenutzte Potential der Medizin. Analyse
   von Gesundheit und Krankheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts HARDCOVER | CHF
   44.00 | EURO 29.80; ISBN (10) 3-907625-31-5 | ISBN (13) 978-3-907625-31-6
Schweitzer A (1923/1996) Kultur und Ethik, München, Beck`sche Reihe
Zur Spannung von Individuum und Gesellschaft, Individual- und Sozialethik

“Mit dem subjektiv-enthusiastischen Wesen der Ethik hängt
zusammen, daß es nicht gelingen will, die Ethik der ethischen
Persönlichkeit in eine brauchbare Ethik der Gesellschaft
überzuführen.”(K&E 312)
Warum nicht?
Auf den ersten Blick scheint sich eine tragfähige Sozialethik als die Summe aus
verantwortlichen und sozial verträglichen Individualethiken wie von selbst zu
ergeben.
Auf den zweiten Blick werden gravierende Spannungen deutlich. Sie können in
den bioethischen Diskursen über PND und PID nachvollzogen und anhand der
Erfahrungen Betroffener konkretisiert werden.
„die Ethik der ethischen Persönlichkeit persönlich,
unreglementierbar und absolut. Die von der Gesellschaft für ihr
gedeihliches Bestehen aufgestellte ist überpersönlich, reglementiert
und relativ.“(K&E 312)
Biologie
Biographie
Ökonomie
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