Masterplan Internationale Jugendbildungsstätte Scheersberg Februar 2020

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Masterplan Internationale Jugendbildungsstätte Scheersberg Februar 2020
Masterplan
Internationale Jugendbildungsstätte Scheersberg

                                  Februar 2020
Masterplan Internationale Jugendbildungsstätte Scheersberg Februar 2020
Inhaltsverzeichnis
1       AUSGANGSLAGE UND UNTERSUCHUNGSAUFTRAG .................................................................................................................................................................................... 6
2       STANDORTANALYSE ................................................................................................................................................................................................................................... 7
    2.1     LAGE UND ERREICHBARKEIT .................................................................................................................................................................................................................................. 7
    2.2     ÜBERGEORDNETE PLANUNGEN ............................................................................................................................................................................................................................. 8
       2.2.1 Landes- und Regionalplanung ................................................................................................................................................................................................................... 8
       2.2.2 Masterplan Tourismus Geltinger Bucht .................................................................................................................................................................................................... 9
3       ZIELGRUPPEN- UND WETTBEWERBSANALYSE ...........................................................................................................................................................................................10
    3.1     ZIELGRUPPEN .................................................................................................................................................................................................................................................. 10
    3.2     BILDUNGSURLAUB ............................................................................................................................................................................................................................................ 10
    3.3     WETTBEWERBSANALYSE .................................................................................................................................................................................................................................... 12
       3.3.1 Jugendfreizeitstätten .............................................................................................................................................................................................................................. 13
       3.3.2 Tagungshäuser........................................................................................................................................................................................................................................ 15
       3.3.3 Fazit......................................................................................................................................................................................................................................................... 16
4       BETEILIGUNG .............................................................................................................................................................................................................................................17
    4.1         PROJEKTSTEUERUNGSGRUPPE ............................................................................................................................................................................................................................. 17
    4.2         JUGENDBETEILIGUNG ........................................................................................................................................................................................................................................ 17
5       DAS PROJEKT .............................................................................................................................................................................................................................................23
    5.1         RÄUMLICHES UND BAULICHES KONZEPT 2. BAUABSCHNITT BETTENHAUS .................................................................................................................................................................... 23
    5.2         ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVEN ............................................................................................................................................................................................................................ 23
6       PROJEKTWIRKUNGEN ................................................................................................................................................................................................................................25
    6.1     ANZAHL DER NUTZER DES VORHABENS NACH DER UMSETZUNG................................................................................................................................................................................. 25
       6.1.1 Herleitung der aktuellen Nutzerzahlen ................................................................................................................................................................................................... 25
       6.1.2 Prognose der Nutzerzahlen ..................................................................................................................................................................................................................... 26
    6.2     KOOPERATIONEN ............................................................................................................................................................................................................................................. 30
       6.2.1 Artefact ................................................................................................................................................................................................................................................... 30
       6.2.2 LTO Ostseefjord Schlei............................................................................................................................................................................................................................. 31

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6.2.3 Verband der Kulturringe im Kreis Schleswig-Flensburg .......................................................................................................................................................................... 31
       6.2.4 Gemeinsame Aktivitäten ......................................................................................................................................................................................................................... 31
    6.3     INWERTSETZUNG DES MATERIELLEN KULTURELLEN ERBES ......................................................................................................................................................................................... 32
    6.4     ERHALT DES IMMATERIELLEN KULTURERBES ........................................................................................................................................................................................................... 34
    6.5     BEITRAG ZUR KULTURELLEN BILDUNG UND ZUR KULTURELLEN VERNETZUNG ................................................................................................................................................................ 35
    6.6     EINBINDUNG EHRENAMTLICHEN ENGAGEMENTS ..................................................................................................................................................................................................... 38
    6.7     EINBINDUNG IN REGIONALE ENTWICKLUNGSKONZEPTE ............................................................................................................................................................................................ 40
       6.7.1 Regionales touristisches Entwicklungskonzept ....................................................................................................................................................................................... 40
       6.7.2 Zukunftskonzept Daseinsvorsorge Steinbergkirche ................................................................................................................................................................................ 41
       6.7.3 Bildungslandschaft Geltinger Bucht ........................................................................................................................................................................................................ 42
    6.8     FINANZIERUNGSKONZEPT ................................................................................................................................................................................................................................... 42
       6.8.1 Die Investitionskosten ............................................................................................................................................................................................................................. 43
       6.8.2 Die Folgekosten ....................................................................................................................................................................................................................................... 43
7       WIRTSCHAFTLICHKEITSBETRACHTUNG ......................................................................................................................................................................................................44
    7.1     DIE INVESTITION .............................................................................................................................................................................................................................................. 44
    7.2     DIE FINANZIERUNG ........................................................................................................................................................................................................................................... 45
    7.3     DIE MITTELHERKUNFT ....................................................................................................................................................................................................................................... 46
    7.4     DIE ERLÖSE UND AUFWENDUNGEN...................................................................................................................................................................................................................... 47
       7.4.1 Erlöse....................................................................................................................................................................................................................................................... 47
       7.4.2 Bauunterhaltung ..................................................................................................................................................................................................................................... 47
       7.4.3 Pauschale Kosten .................................................................................................................................................................................................................................... 48
       7.4.4 Abschreibungen ...................................................................................................................................................................................................................................... 48
       7.4.5 Anlagebedingte Kosten ........................................................................................................................................................................................................................... 48
    7.5     DIE ERGEBNISRECHNUNG ................................................................................................................................................................................................................................... 49
    7.6     VERGLEICH MIT FÖRDERUNG – OHNE FÖRDERUNG ................................................................................................................................................................................................. 50
8       MACHBARKEITSEMPFEHLUNG ..................................................................................................................................................................................................................51
9       ANHANG ...................................................................................................................................................................................................................................................52

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Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 1: Landesentwicklungsplan 2010, Ausschnitt ....................................................................................................................................................................... 8
Abbildung 2: Regionalplan V, Ausschnitt................................................................................................................................................................................................ 9
Abbildung 3: Untersuchungsradius für die Untersuchung des Wettbewerbs .....................................................................................................................................13
Abbildung 4: Jugendbeteiligung am 18. Januar 2020........................................................................................................................................................................... 22
Abbildung 5: Prognose der NutzerInnenzahlen ohne 2. Bauabschnitt ................................................................................................................................................ 27
Abbildung 6: Prognose der NutzerInnenzahlen nach Umsetzung 2. Bauabschnitt.............................................................................................................................. 29
Abbildung 7: Netzwerkpartner der Bildungslandschaft Geltinger Bucht ............................................................................................................................................. 42

Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 1: Anerkannte Bildungsurlaube in Schleswig-Holstein ............................................................................................................................................................ 11
Tabelle 2: Mögliche Wettbewerber zur IBJ .......................................................................................................................................................................................... 15
Tabelle 3: Teilnehmertage und Nutzer von Mehrtagesveranstaltungen 2014-2018 ........................................................................................................................... 25
Tabelle 4: TagesbesucherInnen 2014-2018 .......................................................................................................................................................................................... 26
Tabelle 5: Anzahl NutzerInnen 2014-2018 ........................................................................................................................................................................................... 26
Tabelle 6: Auswertung des Jahresprogramms IBJ Scheersberg 2020 .................................................................................................................................................. 37
Tabelle 7: Investitionsplanung.............................................................................................................................................................................................................. 44
Tabelle 8: Finanzierungsplanung ..........................................................................................................................................................................................................45
Tabelle 9: Mittelherkunft .....................................................................................................................................................................................................................46
Tabelle 10: Erlösplanung ...................................................................................................................................................................................................................... 47
Tabelle 11: Instandhaltungsrücklage .................................................................................................................................................................................................... 47
Tabelle 12: Abschreibungstabelle ........................................................................................................................................................................................................ 48
Tabelle 13: Ergebnisrechnung mit Zuwendung .................................................................................................................................................................................... 49
Tabelle 14: Ergebnisrechnung ohne Zuwendung ................................................................................................................................................................................. 50

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Verzeichnis der Abkürzungen
B xxx             Bundesstraße xxx
BetrKV            Betriebskostenverordnung
bzw.              beziehungsweise
ca.               circa
d. h.             das heißt
EnEV              Energieeinsparverordnung
ff                förderfähig
gem.              gemäß
IBJ Scheersberg   Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg
i. S.             im Sinne
JH                Jugendherberge
KG                Kostengruppe nach DIN 276
L xxx             Landesstraße xxx
Mio               Million
nff               nicht förderfähig
OG                Obergeschoss
TA                Technischer Ausschuss des Scheersbergfestes
TEUR              Tausend Euro
u. a.             unter anderem

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1 Ausgangslage und Untersuchungsauftrag
Die Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg (IBJ) ist seit 60 Jahren das Zentrum für kulturelle, soziale und politische Jugendarbeit im Kreis Schles-
wig-Flensburg. Der „Scheersberg“ ist weit über die Kreisgrenzen sowohl bekannt als auch anerkannt. Seit 2017 ist der Scheersberg Kulturknotenpunkt im Land
Schleswig-Holstein. Eigentümer der Liegenschaft ist der Kreis Schleswig-Flensburg, der auch die Investitionen und die Kosten der Bauunterhaltung trägt. Die
Nutzung der Begegnungsstätte ist dem Deutschen Grenzverein überlassen. Im Rahmen dieses Masterplanes werden die Begriffe Scheersberg und IBJ synonym
verwendet.

Unabhängig von der stetigen Bauunterhaltung erfolgt eine kontinuierliche bauliche Entwicklung der Liegenschaft. Neben den baurechtlichen und gesetzlichen
Notwendigkeiten finden dabei Berücksichtigung

   die strategische und inhaltliche Ausrichtung der Jugendbildungsstätte,
   die Anforderungen und Wünsche der Besucher,
   die Qualitätsverbesserung,
   die verfügbaren Eigenmittel des Kreises,
   die verfügbaren Fördermöglichkeiten.

2013 wurde durch das Leuchtturmprojekt des Landes Schleswig-Holstein der Neubau der Küche im denkmalgeschützten Wallrothhaus realisiert. Nun soll ein
weiterer Baustein der Vision Scheersberg 2012/2020 vorbereitet werden, der Erweiterung um ein Bettenhaus. Dazu wird eine Machbarkeitsstudie in zwei Mo-
dulen:

   Masterplan Scheersberg
   Hochbauentwurf
erarbeitet. Der Hochbauentwurf wird parallel zum Masterplan durch die Architekten Asmussen & Partner GmbH in Flensburg erstellt. Der Architektenentwurf
und der Masterplan stehen in engem Austausch miteinander und beeinflussen sich gegenseitig inhaltlich und konzeptionell.
Der Masterplan Scheersberg soll vorhandene regionale Planungen und Konzepte einbeziehen und in enger Zusammenarbeit mit einer Steuerungsgruppe sowie
unter Jugendbeteiligung durchgeführt werden. Der Untersuchungsauftrag des Masterplanes sind die Standortanalyse, die Markt- und Wettbewerbsanalyse, die
Konzeption, die Untersuchung der Projektwirkungen und die Wirtschaftlichkeitsberechnung.

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2 Standortanalyse
       2.1 Lage und Erreichbarkeit
Der Scheersberg liegt im Nordosten des Kreises Schleswig-Flensburg im Gemeindegebiet von Steinbergkirche. Naturräumlich liegt der Scheersberg in der Land-
schaft Angeln. Die Gemeinde liegt westlich im Amt Geltinger Bucht. Der nächste Zugang zur Ostsee ist Nieby in ca. 6 km Entfernung. Die Geltinger Birk ist über
die B 199 und Gelting in 16 km zu erreichen. Überregional ist die IBJ über die B 199 zu erreichen und liegt südlich der Bundesstraße auf der Höhe von Nübelfeld.

PKW: Autobahnanschluss an die A7 über die Anschlussstellen Tarp oder Flensburg

Bahn: Nächster Bahnhof ist Sörup an der Strecke Kiel - Flensburg (RE 72) mit werktags stündlichen Verbindungen. Der Bahnhof ist 7 km von der IBJ entfernt, die
Weiterfahrt muss mit dem Taxi oder durch Abholung erfolgen.

Bus: Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz erfolgt über den Schnellbus Linie 1605 Flensburg – Kappeln mit mehreren Verbindungen pro Stunde. Die
Haltestelle Nübelfeld ist 800 m von der IBJ entfernt.

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2.2 Übergeordnete Planungen
2.2.1 Landes- und Regionalplanung

                                                                           Der geltende Landesentwicklungsplan 1 ordnet den Scheersberg dem ländlichen Raum zu.
                                                                           Die Gemeinde Steinbergkirche, in deren Gemeindegebiet der Scheersberg liegt, ist als
                                                                           Entwicklungsraum für den Tourismus und Erholung ausgewiesen. Steinbergkirche ist ein
                                                                           ländlicher Zentralort und dem Mittelbereich Flensburg zugerechnet. Die Geltinger Birk an
                                                                           der Ostseeküste ist als Schwerpunktraum für Tourismus und Erholung ausgewiesen.

                                                                           Der Landesentwicklungsplan befindet sich derzeit in Fortschreibung.

Abbildung 1: Landesentwicklungsplan 2010, Ausschnitt

1
    Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein 2010, Hauptkarte.

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Auch der Regionalplan für den Planungsraum V wird derzeit fortgeschrieben. Zusammen
                                                                          mit dem Kreis Nordfriesland wird die Region in Zukunft den Planungsraum I bilden.
                                                                          Auf der Ebene der Regionalplanung lassen sich für den Ort Steinbergkirche keine wesent-
                                                                          lichen weiteren Funktionen im Vergleich zum Landesentwicklungsplan ableiten. Das Ge-
                                                                          biet vom Scheersberg bis Steinbergkirche ist von besonderer Bedeutung für den Grund-
                                                                          wasserschutz.

Abbildung 2: Regionalplan V, Ausschnitt2

2.2.2 Masterplan Tourismus Geltinger Bucht
Der Masterplan zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur der Gemeinden im Amt Geltinger Bucht ist die Grundlage für die amtsweite Abstimmung der
touristischen Infrastrukturplanung 3 Innerhalb des Übernachtungsangebotes im Amt Geltinger Bucht stellen die Gruppen- und Jugendunterkünfte eine Beson-
derheit dar. Von den insgesamt sechs Einrichtungen liegen vier in der Gemeinde Steinbergkirche. Der Scheersberg wird mit der Aktivitätsinfrastruktur „Kultur-
events“ als ein raumbedeutsames Angebot gekennzeichnet. 4 Die IJB Scheersberg bietet ihre Unterkünfte ausschließlich in Zusammenhang mit einem Seminar-
und Kursangebot an. Die Einrichtungen Jugendherberge OEZ Oehe – Maasholm (Zweigstelle der JH Kappeln), Jugendfreizeitstätte Neukirchen, Jugendheim
Norgaardholz stellen in erster Linie Übernachtungsangebote für Selbstversorger. 5

2
  Ministerium für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, Kiel 2002.
3
  Planungsgruppe Plewa, Masterplan Tourismus Geltinger Bucht 2016.
4
  Ebenda S. 10ff.
5
  Ebenda S. 41.

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3 Zielgruppen- und Wettbewerbsanalyse
        3.1 Zielgruppen
Nach Aussagen der IBJ 6 sollen die folgenden Zielgruppen angesprochen werden:

1. Kulturakteure
2. Bildungsurlauberinnen und Bildungsurlauber in den Bereichen
   - Kreative Techniken im Beruf,
   - Gesundheit und Stressbewältigung,
   - Soft Skills, Psychologie, Pädagogik
3. Urlauberinnen und Urlauber aus der Region mit Interesse an Kultur und Natur

In der Bestandsaufnahme wurde deutlich, dass die regionalen Kulturakteure den Scheersberg als Leuchtturm der Kulturarbeit in der Region wahrnehmen.
Allerdings wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass gerade für die regionale Kulturarbeit deutlich zu wenig Veranstaltungskapazitäten für Proben, Auffüh-
rungen etc. zur Verfügung stehen. 7 An die IBJ wurde der Wunsch herangetragen, für die regionale Kulturarbeit und zur Pflege der regionalen Identitäten ver-
mehrt Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

        3.2 Bildungsurlaub
Bildungsurlaub ist der gesetzlich verbriefte Anspruch auf Weiterbildung für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen während der Arbeitszeit. Die Themenpalette
der Weiterbildung ist groß und reicht von Gesellschaft und Politik über konkret berufsspezifische Themen bis hin zu Sprachen und Soft Skills. Eine aktuelle
Analyse der Trends im Bereich Bildungsurlaub in Schleswig-Holstein liegt nicht vor. Zur Untersuchung der Trends im Bereich des Bildungsurlaubs wird daher
eine in Nordrhein-Westfalen erstellte Studie 8 herangezogen. Dort haben innerhalb des Bereiches „Arbeits- und Organisationstechniken“ die Unterbereiche
1. Soft Skills, Psychologie, Pädagogik sowie 2. Gesundheit und Stressbewältigung in den vergangenen Jahren die größten Zuwächse verzeichnet. Die nachfol-
gende Tabelle listet die derzeit in Schleswig-Holstein anerkannten Bildungsurlaube auf und gibt Beispiele für konkrete Themen innerhalb der Bereiche.

6
  K. Biermann, Dez. 2019.
7
  S. Kap. 7.6.1.
8
  B. Eul-Gombert, Bildungsurlaub in NRW – Trends und Entwicklungen, Bergisch Gladbach 2014.

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Bereich                                                    Anzahl Angebote     Beispiele für Themen der Bildungsurlaube
    Gesellschaft und Politik                                   623                  Weil das Leben nicht nur Arbeit ist
                                                                                    Hund & Mensch - eine Beziehung im gesellschaftlichen Wandel
    Ökologie und Umwelt                                        349                 div. Naturschutzthemen
    EDV                                                        581                  Einführung
                                                                                    Web-Design
                                                                                    Bildbearbeitung
    Marketing und Soziale Medien                               42                  Das 1*1 des erfolgreichen Marketings
    Elektro und Steuerungstechnik                              52                  Elektrofachkraft für bestimmte Tätigkeiten
    Technik Handwerk Gewerbe                                   316                 Brandmeldeanlagentechnik
    Kaufmännisches Finanzen Recht                              75                  Grundlagen der Buchführung
    Management Team Führung                                    302                 Moderationstraining - Besprechungsmoderation
    Gesundheit Stressbewältigung                               1.434                Yoga und Stressreduktion im Beruf
                                                                                    Fit für den Berufsalltag: mit Feldenkrais den Rücken stärken
    Soft Skills Psychologie Pädagogik                          511                  Stressreduktion und Resilienz durch Achtsamkeit
                                                                                    Klar zu sich stehen – Haltung zeigen im Beruf
    Rhetorik und Kommunikation                                 403                  Die ungeahnte Macht der Stimme
                                                                                    Gewaltfreie Kommunikation
    Kreative Techniken im Beruf                                161                  Singen und Stille
                                                                                    Farben, Stoffe und Ich
                                                                                    Klappmaulpuppen – Bau ganz einfach
    Sprachen                                                   Ca. 4.000            Englisch
                                                                                    Serbisch
                                                                                    Koreanisch
Tabelle 1: Anerkannte Bildungsurlaube in Schleswig-Holstein9

9
    Eigene Auswertung nach www.bildungsurlaub.de, 6.1.2020.

www.emm-sh.com                                                             Masterplan Scheersberg                                                   11
Die Auflistung mit ihren beispielhaften Themen verdeutlich, dass ein Bildungsurlaub über sehr breite Themenwelten in den unterschiedlichen Bereichen Soft
Skills, Stressbewältigung, Psychologie, Pädagogik und Kreative Techniken veranstaltet werden kann.

Die Planung der IBJ für die Bildungsurlaubsangebote umfasst nach derzeitigem Stand zehn Veranstaltungen:

   Kunstbergwerk II: Alles ist möglich
   Kunstbergwerk III: Experimentelles Acrylmalen
   Kunstbergwerk IV: Figürliche Tonplastik
   Kunstbergwerk V: Experimentelle Malerei
   Kunstbergwerk VI: Kopfgeburten
   Kunstbergwerk VII: Realistische Freiluftmalerei
   Kunstbergwerk VIII: Schwerpunkt Linien
   Kunstbergwerk IX: Relieflandschaften
   Kunstbergwerk X: Acrylmalen
   Kunstbergwerk XI: Mut zur Freiheit

Mit den geplanten Veranstaltungen positioniert sich der Scheersberg daher auf dem Sektor Bildungsurlaub in den oben genannten Themenwelten auf einem
wachsenden Markt.

       3.3 Wettbewerbsanalyse
Aufgrund der herausgehobenen Stellung des Scheersbergs im nördlichen Schleswig-Holstein ist die regionale und inhaltliche Abgrenzung zur Untersuchung des
Wettbewerbs nicht selbsterklärend. Im Rahmen des Masterplanes wird zum einen der Wettbewerb im Bereich der Jugendfreizeitstätten und zum anderen der
Wettbewerb der Tagungshäuser untersucht. Die Kriterien zur Untersuchung des Wettbewerbs werden wie folgt angesetzt:

www.emm-sh.com                                                    Masterplan Scheersberg                                                                    12
Kriterium 1:
                                                                                          Radius Flensburg – Glücksburg – Kappeln – Eckernförde – Schleswig – Tarp
                                                                                          (entsprechend der Region des Kulturknotenpunktes Scheersberg)

                                                                                          Kriterium 2:
                                                                                          Häuser mit Vollverpflegung

                                                                                          Kriterium 3:
                                                                                          Häuser mit Kursprogramm

                                                                                          Kriterium 4:
                                                                                          Zielgruppen

                                                                                          Kriterium 5:
                                                                                          Häuser mit mindestens 30 Betten, d.h. mindestens Klassenstärke
Abbildung 3: Untersuchungsradius für die Untersuchung des Wettbewerbs10

3.3.1 Jugendfreizeitstätten
In Schleswig-Holstein gibt es derzeit 167 Jugendfreizeitstätten. 11 Diese lassen sich in die folgenden Kategorien untergliedern:

      Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerkes
      Jugendlager
      Schullandheime
      Bildungsschiffe
      Jugenderholungs- und Jugendferienstätten

10
     Kartengrundlage OSM.
11
     Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V., Jugend-Freizeitstätten in Schleswig-Holstein und Hamburg Ausgabe 2019 – 2021.

www.emm-sh.com                                                            Masterplan Scheersberg                                                                     13
Jugendherbergen haben den Auftrag, Jugendlichen und Familien eine preiswerte Unterkunft anzubieten, damit diese mit geringen Kosten reisen können. Die
Grundidee ist dabei die preiswerte Übernachtung für Einzelreisende und Gruppen. Jugendherbergen sind von jedermann frei buchbar. Auch wenn einige Ju-
gendherbergen bereits Programme, z.B. für Klassenfahrten, anbieten, so unterscheidet sich die Zielgruppe dennoch erheblich von der der IBJ, sodass Jugend-
herbergen zur Betrachtung des Wettbewerbs nicht herangezogen werden. Jugendlager sind in Schleswig-Holstein Zeltlager mit Selbstversorgung. Das Pro-
gramm wird durch die Betreuer und Teamer des Jugendlagers gestaltet. Jugendlager fallen bei der Untersuchung des Wettbewerbs daher ebenso heraus.
Schullandheime sind ausschließlich auf Klassenfahrten spezialisiert. Bildungsschiffe bilden ein Spezialsegment.

Die Untersuchung des Wettbewerbs bezieht sich daher ausschließlich auf Jugenderholungs- und -ferienstätten. Bei diesen Einrichtungen gibt es eine Bettenzahl
ab 14 bis 600 (in Schleswig-Holstein). Die Häuser werden teilweise als Selbstversorgerhäuser und zum Teil als Häuser mit Vollverpflegung geführt. Weiterhin
wird zwischen Häusern ohne Kursangebot und Häusern mit Programm bzw. Kursangebot unterschieden.

 Nr.12 Name                                          Ort                Vollverpflegung           Kursprogramm        Zielgruppe                    Anzahl Betten
                                                                        (SV= Selbstversorger,
                                                                        VP = Vollpension)
 52        ADS - Waldschulheim                       Glücksburg         VP                        ja                  ausschließlich Klassenfahrten 118
 63        Ev. Jugendheim Norgaardholz Haus II       Steinberg          SV                        nein                Jugendgruppen                 14
 64        Ev. Jugendheim Norgaardholz, Wil-         Steinberg          SV                        nein                Jugendgruppen                 46
           helm-Knuth-Haus
 70        Freizeitheim und Seminarhaus              Bockholmwik        SV                        nein                Jugendgruppen, Klassenfahr-   59
                                                                                                                      ten, Familienfeiern
 73        Gästehaus artefact – Zentrum für          Glücksburg         VP                        ja                  Jugendgruppen, Klassenfahr-   39
           nachhaltige Entwicklung                                                                                    ten, Familienfeiern
 75        Haus Neukirchen Kirchenkreis              Steinbergkirche    SV                        nein                Freizeiten und Seminare       13
           Schleswig-Flensburg, Altes Pastorat
 76        Haus Neukirchen Kirchenkreis              Steinbergkirche    SV                        nein                Freizeiten und Seminare       20
           Schleswig-Flensburg,
 78        IBJ Scheersberg                           Steinbergkirche    VP                        ja                  Jugendgruppen, Klassenfahr- 100
                                                                                                                      ten, Seminare
 106       ADS Schullandheim                         Ulsnis             VP                        ja                  ausschließlich Klassenfahrten 46

12
     Nummerierung gem. Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V., Jugend-Freizeitstätten in Schleswig-Holstein und Hamburg Ausgabe 2019 – 2021.

www.emm-sh.com                                                           Masterplan Scheersberg                                                                     14
108    Christianslyst Schullandheim und Se-      Süderbrarup        VP                        nein                Träger SdU, für dänische          140
           minarzentrum                                                                                               Minderheit
    111    Event Nature                              Sundsacker         VP                        ja                  Jugendgruppen, Klassenfahr-       85
                                                                                                                      ten, Seminare
    128    Klöndeel Begegnungsstätte Tagungs-        Loopstedt          SV                        nein                Jugendgruppen, Klassenfahr-       31
           haus                                                                                                       ten, Seminare
    134    Spejdergarten Tydal                       Eggebek            SV                        nein                Träger SdU, für dänische          100
                                                                                                                      Minderheit
    136    Villa Kunterbunt Urlaubs-Tagungs-         Goltoft            SV                        nein                Jugendgruppen, Seminare           20
           haus
Tabelle 2: Mögliche Wettbewerber zur IBJ13

Nach Anwendung der fünf Wettbewerbskriterien verbleiben zwei mögliche Wettbewerber für den Scheersberg (hellgrau unterlegt):

      Gästehaus artefact – Zentrum für nachhaltige Entwicklung, Glücksburg
      Event Nature, Sundsacker

Im Rahmen der Erarbeitung des Masterplanes haben artefact gGmbH und die IBJ eine Kooperationsvereinbarung geschlossen (s. Kap. 6.5.2). In dieser Vereinba-
rung wurde die Überschneidung bei den Zielgruppen und den Programmen benannt. Im Ergebnis ist eine neue Kooperation zu beiderseitigem Nutzen entstan-
den. Eine wettbewerbliche Beziehung ist damit auszuschließen.

Event Nature in Sundsacker ist auf das Thema Outdoor spezialisiert, angeboten werden Wildnispädagogik, Erlebnispädagogik, Outdoortraining, Naturschulpro-
jekte, Reisen und Kanuverleih. Durch diese Spezialisierung besteht keine Wettbewerbsbeziehung zum Kulturknotenpunkt Scheersberg.

3.3.2 Tagungshäuser
Viele Jugendfreizeitstätten sind ebenso Tagungshäuser für die Zielgruppe der Erwachsenen. In der entsprechend Kriterium 1 definierten Region kommt das
Akademiezentrum Sankelmark als möglicher Wettbewerber hinzu. Beide Tagungshäuser werden vom Deutschen Grenzverein e.V. betrieben und stehen daher

13
     Eigene Zusammenstellung nach Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V., Jugend-Freizeitstätten in Schleswig-Holstein und Hamburg Ausgabe 2019 – 2021.

www.emm-sh.com                                                           Masterplan Scheersberg                                                               15
grundsätzlich nicht zueinander in einer Wettbewerbsbeziehung. Zudem erfolgt zwischen den Häusern eine klare Aufgabenteilung. Schwerpunkt des Bildungs-
auftrages im Akademiezentrum ist die politische Erwachsenenbildung.

3.3.3 Fazit
Die Untersuchung des Wettbewerbs ist aufgrund der Stellung des Scheersberg als Kulturknotenpunkt recht komplex. Das Land Schleswig-Holstein formuliert ein
landespolitisches Interesse an dem Erhalt und der Sicherung des Scheersbergs. Dennoch wurden für die Untersuchung von wettbewerblichen Beziehungen die
Kriterien Untersuchungsradius, Vollverpflegung, Kursprogramm, Zielgruppen und Bettenanzahl untersucht.

Eine mögliche Wettbewerbsbeziehung könnte zum Tagungshaus artefact in Glücksburg und zu Event Nature in Sundsacker bestehen. Der Scheersberg und
artefact gGmbH haben eine Kooperation geschlossen. Event Nature hat mit seiner Spezialisierung auf das Thema Outdoor keine Wettbewerbsbeziehung zum
Scheersberg. Insofern wird das Projekt „Erweiterung Bettenhaus“ als wettbewerbsverträglich eingestuft.

www.emm-sh.com                                                   Masterplan Scheersberg                                                                  16
4 Beteiligung
           4.1 Projektsteuerungsgruppe
Die Steuerungsgruppe war das kontinuierliche Lenkungsinstrument der Projektentwicklung. Beginnend mit der Auftaktsitzung im August 2019 tagte die Len-
kungsgruppe insgesamt fünf Mal. Teilnehmende der Steuerungsgruppe waren Vertreterinnen und Vertreter des Kreises Schleswig-Flensburg als Auftraggeber,
Herr Biermann als Direktor der Jugendbildungsstätte, Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Steinbergkirche und des Amtes Geltinger Bucht, die Projekt-
leiterin des Architekturbüros und die Auftragnehmerin für den Masterplan. Fallweise wurden die beteiligten Behörden, insbesondere das LLUR und die GMSH
als zuständige Stelle für die ZBau-Prüfung als Gäste in die Sitzungen der Steuerungsgruppe einbezogen.

           4.2 Jugendbeteiligung
Die Beteiligung von Jugendlichen fand am 18. Januar 2020 auf dem Scheersberg statt und wurde als interne Veranstaltung der IBJ unter Leitung des Jugendbil-
dungsreferenten Malte Morische mit dem Titel „Deine Meinung zählt! Dein… mein… unser Scheersberg soll größer werden!“ durchgeführt. 14 Das Einladungs-
schreiben wurde an 40 Teilnehmende unterschiedlichen Alters aus verschiedenen Bildungsformaten des Scheersbergs sowohl als E-Mail als auch per Post ge-
schickt. Eingeladene waren junge Menschen von 12 bis 26, die schon mehrere Male auf dem Scheersberg an Seminaren teilgenommen haben und den Scheers-
berg kennen und lieben gelernt haben. Acht davon haben sich dann letztendlich an der Veranstaltung beteiligt und auch teils weite Anreisen aus Berlin und
Hamburg gehabt. Aber darüber hinaus gab es auch noch weitere Rückmeldungen von jungen Menschen, die gerne teilgenommen hätten, wo es zeitlich leider
nicht passte bzw. die Anreise sich für nur einen Tagals schwierig gestaltet hätte.

Die acht jungen Menschen haben die folgenden Themen bearbeitet:

      Was braucht ein moderner Seminarraum heute?
      Was braucht man in den neuen Bettenzimmern?
      Wie gestalten wir das neue Foyer mit Sitzecken?

14
     IBJ Scheersberg, Einladung zur Beteiligung am 18.1.2020, s. Anhang.

www.emm-sh.com                                                             Masterplan Scheersberg                                                        17
Die vierte Frage: „Welche Seminarthemen sollen zukünftig mit ins Programm aufgenommen werden?“ konnte aus Zeitgründen nicht mehr bearbeitet werden.
Die Teilnehmenden haben sich nach einer Einführung in das Bauvorhaben durch den Bildungsreferenten in zwei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Nach jeder Grup-
penarbeitsphase kamen die Gruppen im Plenum zusammen, stellten ihre Vorschläge vor und diskutierten diese. Die Ergebnisse sind nach den Räumen Seminar-
raum, Foyer und Terrasse in Ebene 0 und Bettenzimmer und Flur in Ebene -1 sowie Außenbereich getrennt dargestellt. Die nachfolgenden Auflistungen sind
direkt dem Workshopprotokoll entnommen. 15 Das Protokoll kann aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden. Es wird den die Ausführung und Ein-
richtung Planenden zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung gestellt.

I.         Seminarraum
1.         Fensterfront zur Terrasse teilweise oder wenn möglich komplett über Schiebeelemente zu öffnen, so dass sich der Seminarraum
           im Sommer auf die Terrasse zumindest optisch erweitern ließe.
2.         Der Seminarraum muss nahezu komplett verdunkelbar sein; wenn möglich über elektronisch verdunkelbares Smart-Glas (auf Knopfdruck);
           alternativ elektrische Rollläden
3.         Schutz vor Sonneneinstrahlung zum Arbeiten
4.         Großer Tanzspiegel in Seminarraum Südwand, mit schwarzem Vorhang verdeckbar
5.         Ausfahrbare große Leinwand an Decke vor Tanzspiegel Südwand
6.         Voreingestellte Presets beim Beleuchtungskonzept, die sich auf Arbeitsbedürfnisse auf Knopfdruck (Touchpad, Tablet) anpassen, aber auch
           manuell noch anpassbar sind, unter anderem über sogenannte „moving heads“ an Traverse:
          Kinobeleuchtung (auch Leinwand fährt automatisch aus)
          Ambient light (warme, in verschiedenen Farbmodi anpassbare und dimmbare Beleuchtung
          Galerie-Beleuchtung für Kunstseminare/ Ausstellungen, Strahler auf Wände
          Vortragsbeleuchtung mit verschiedenen Ausrichtungen (OST, WEST, SÜD)
          Reinigungsmodus mit hellem Licht (für Reinigungspersonal, aber auch Kunstgruppen)
          Diskomodus (Diskokugel dreht sich, Diskobeleuchtung an Traverse)
          Theatermodus (Scheinwerfer an Traverse einzeln steuerbar)
          Steuerelement zusammen mit mobilem Soundrack in Wandschrank/Wandnische versteckbar.
7.         Traverse sollte quadratisch sein wie der Raum selbst
8.         Soundsystem mit Surround
9.         Deckenschienensystem für schwarze Wandhängeelemente (Molton) für Theaterseminare, auch Decke möglichst schwarz gestrichen
10.        Einbauschränke sollten mit Schiebetüren sein (Nordwand)

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     IBJ Scheersberg, Zweiter Bauabschnitt – Jugendbeteiligung, Zusammenfassung, Steinbergkirche 2020.

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11.    Fußbodenheizung
12.    Viele Steckdosen an den Seiten („Es kann nie genug Steckdosen geben“)
13.    Im Boden eingelassene Steckdosen/LAN-Stecker, Auch HDMI Anschluss im Boden vor Leinwand (Südseite)

Weitere Ausstattungen
    Seminarstühle (nicht zu hart, aber auch nicht zu bequem → keine Armlehnen)
    Klapptische, die man auch gut im Lagerraum unterbringen kann, um mehr Fläche im Seminarraum zu haben
    Ein modernes Rednerpult für Vorträge/Veranstaltungen
    Sitzkissen für jüngere Arbeitsmethoden
    Möglichkeiten von Bildaufhängungen im Falle von Ausstellungen (Leisten mit Nylonbandaufhängung), mit Abstand zu Wänden
    Moderationsequipment nur für dieses Gebäude, Unterbringung im Wandschrank, damit man nicht auf dem Gelände hin und herschleppen muss.
    Lagerung von Verlängerungskabeln/Adaptern auch im Wandschrank
    Diskokugel an Traverse
    Flipcharts (mind. 2), auf Rollen (!!!)
    Pinnwand fest und auch rollbare mobile Pinnwände
    Wolldecken
    Kleine Schaumstoffbälle und ein langes Tau/Seil (für Übungen)

II.    Terrassenbereich
1.     Wünschenswert wäre eine Fensterfront, die man über Schiebeelemente maximal öffnen kann (s.o.)
2.     Ambiente Beleuchtung auch für die Terrasse, so dass man sich zu dunklen Tageszeiten auch dort aufhalten kann.
3.     Wetterfeste Markise oder einrollbares Segel an Befestigungspfeilern als Sonnen- und Regenschutz
       (Problem Ostwind? Vorrichtung wird automatisch eingeholt, wenn Windmesser stärkeren Wind misst)
4.     Wetterfestes Außenmobiliar, runde Tische, einigermaßen schwer (Wind), aber verstellbar
5.     Vertikale Begrünung an Außenwand, neben Fensterfront, Beispiel: Mooswand
6.     Pflanzenkübel auch als optische Trennung zum übrigen Terrassenbereich vor Wallroth-Haus
7.     zwei fest installierte Sonnenliegen
8.     Gerade Treppe auf Südseite der Terrasse mit Tür im Terrassengeländer, so dass man schnell auch mal auf den Sportplatz runter kann.
       Tür im Terrassengeländer, damit es ein geschlossener Bereich für die Tagungsgruppe bleiben kann.

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III.   Foyer
1.     Glaswand Nordseite durch Mauer ersetzen, da man eh nur auf Wand von Wallrothaus schauen würde. Dafür Mauer Front rechts auch mit Glas,
       so dass komplette Frontseite mit Glas ist und die Südseite des Foyers noch einladender und heller wirkt. Glaswand vor WCs soll aber zwecks Tageslich-
       tes bleiben
2.     Glasdecke oder z.B. pyramidenförmiges Oberlicht über Ruhezone, Foyer Nordseite
3.     Es fehlen Arbeitsräume für Kleingruppeneinteilungen!
       Vorschlag: Gläserne, zu öffnende Trennwand mit Durchgang entlang Nordseite der Sauberlaufzone, so dass eine Ruhezone entsteht,
       bzw. auch Fernsehecke, durch die andere Gäste im übrigen Foyer nicht gestört werden.
4.     Alternative Möglichkeit für Kleingruppenarbeit: Akustische Sofas
5.     Zusätzliche gemütliche, offene Sitzelemente plus Tische
6.     In der Teeküche herausrollbare Elemente, die man auch als Tresen verwenden kann.
7.     Teeküche mit großem Glaskühlschrank, Geschirrspüler
8.     Teeküche mit Hängeschränken, teilweise offen. Darin Gläser/Becher zur freien Bedienung
9.     Ständer für Flyer
10.    auch indirekte Beleuchtung für Ambiente (dimmbar)
11.    Die Toiletten sind optimal, um einen Probeversuch für genderneutrale Beschilderung zu starten (Statt Herren und Damen WC, einfach nur Toiletten,
       oder Steh- und Sitztoiletten), Barrierefreies WC statt Behinderten-WC ist schon super.
12.    Pflanzen im Foyer
13.    Auch hier reichlich Steckdosen
14.    Münz-Kaffeevollautomat (0,5-1€/ Portion) mit Gläsern/Bechern ohne Plastik, kann man in den Geschirrspüler räumen.
15.    Frei zugängiges Obst in Teeküche
16.    Schwarz-Weiß-Bilder als Wanddekoration?
17.    Fatboy-Sitzsäcke für die Jüngeren

IV.    Bettenzimmer
1.     Zimmertür ohne Fenster oder Oberlicht, damit Flurlicht nicht ins Zimmer scheint. Würde Unruhe reinbringen und stört beim Einschlafen
2.     Genügend Steckdosen
3.     Im Bad Aufbewahrungsregale für Hygieneutensilien, auch IN der Dusche
4.     Dusche ohne Vorhang
5.     Badezimmer mit Schiebetür
6.     Ganzkörperspiegel im Zimmer
7.     Doppelvorhang (Sichtschutz und Verdunklung) oder Plissees und Verdunklung

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8.    Farbkonzept Textilien gerne blau/weiß maritim, kein quietschbunt und durcheinander
9.    Beste Beleuchtung mit unterschiedlichen Modi: Ambiente, Arbeit/Reinigung
10.   Kojen- oder Alkoven Betten sind diskussionswürdig, keine mehrheitsfähige Meinung: Luft zum Atmen und macht den Raum klein vs. Privatsphäre
11.   Garderobenhaken für Jacken etc.
12.   Abtropfmatte/schale für Schuhe beim Eingangsbereich
13.   Silikonfarbe an Wand im Bettenbereich für leichte und hygienische Reinigung (nicht komplette Wand, nur Bettenbereich)
14.   Bilder im Zimmer
15.   Wenn man die Glastür Richtung Sportplatz öffnen kann, würden die jüngeren Teilnehmenden immer raus und rein hüpfen und draußen rumlaufen.
      Betreuer:innen hätten absoluten Kontrollverlust. Lösung?
16.   Teppichvorleger vor den Betten?

V.    Flur vor Bettenzimmern
1.    Wenn hier auch Sichtbetonwände sind, müssen interessante Beleuchtungskonzepte den Flur attraktiv machen.
      Vorschlag: Lichtsockelleisten unten und oben gegenüber von Zimmertüren.
2.    Indirektes Licht, aber auch helles Licht für Reinigung bei Bedarf
3.    Sind Nischen /Aussparungen im Sichtbeton möglich, oder evtl. Muster, die zusammen mit indirektem Licht den Flur einladender gestalten würden?
4.    Bilder? Kreidekunstmalerei an bestimmten Aussparungen?

VI.   Außenbereich
1.    Böschung mit Treppenstufen im Norden liegt so weit ab vom Schuss, dass hier nicht viel in Attraktivität investiert werden sollte.
      Lieber dort mehr investieren, wo sich die Menschen aufhalten (→ Glasschiebewand Seminarraum/Terrasse)
2.    Sitzbereich auch vor dem Foyer im Außenbereich mit wetterfesten Eckmöbeln ausstatten. Mehrere zum Quadrat formbaren Ecksitzgarnituren,
      leicht zu reinigen.
3.    Hier auch Sonnenschutzelemente bzw. auch Schutz vor Krähenkot
4.    Vertikale Begrünung (siehe Beispiele II. Terrassenbereich)

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Abbildung 4: Jugendbeteiligung am 18. Januar 202016

Das Fazit der Jugendlichen lautet:
„Das neue Gebäude wird als äußerst repräsentativ wahrgenommen und ist daher natürlich auch für offizielle Tagesveranstaltungen und kleinere Events/Emp-
fänge geeignet.“

Die Schlussbemerkung des Veranstalters lautet: „Die Teilnehmenden der Jugendbeteiligung waren mit Feuereifer dabei und würden sich über eine Einladung
zur Eröffnung des neuen Gebäudes sehr freuen.“ 17

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     IBJ Scheersberg, 2020.
17
     IBJ Scheersberg, 2020.

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5 Das Projekt
           5.1 Räumliches und bauliches Konzept 2. Bauabschnitt Bettenhaus
Das räumliche und bauliche Konzept wird durch die umfangreichen Unterlagen „Hochbauentwurf IBS Scheersberg – 2. Bauabschnitt“ dargestellt.

           5.2 Entwicklungsperspektiven
Der Masterplan unterscheidet zwischen den Entwicklungsperspektiven des Kreises Schleswig-Flensburg als Projektträger und der IBJ als Seminarhaus des Deut-
schen Grenzvereins als Pächter der Liegenschaft.

Kreis Schleswig-Flensburg

Mit dem beschriebenen 2. Bauabschnitt ist die Erweiterung der Seminarräume, der Zimmer für die Teilnehmenden und der Versorgungsräume aus Sicht des
Kreises Schleswig-Flensburg als Projektträger mittelfristig abgeschlossen. Zusätzlich zum Förderprojekt besteht die Absicht und Notwendigkeit, den Modernisie-
rungsbedarf für die gesamten Außenanlagen des Scheersbergs, vor allem hier Straßen, Wege, Parkplätze, Terrassen und Leitungen zu ermitteln. Auch etwaige
größere Modernisierungsbedarfe im Bestand an anderen Gebäuden der Liegenschaft sollen untersucht werden. 18

IBJ Scheersberg

Die Bildungsstätten sind in der besonderen Situation, dass sie als Institution eine eigene Trägheit haben und sich gleichzeitig gesellschaftliche Entwicklungen in
den Interessen der Zielgruppen sofort niederschlagen. Zudem ist es Auftrag der IBJ, gesellschaftliche Veränderungen zu begleiten und zu moderieren. Für den
strategischen Ausblick sind vor allem drei Aspekte zu nennen.

a)       Der Demographische Wandel
Die Kohorte der Baby-Boomer steht kurz vor dem Renteneintritt. Hier ergeben sich enorme Chancen für Bildungsstätten, die Angebote der Erwachsenenbildung
bieten können, die zu dieser Zielgruppe gehören. Eine sehr gute Ausstattung der Räume sowie der Schlafzimmer sind hier von größter Wichtigkeit. Mittelfristig
will der Scheersberg einen kleinen, aber feinen Anteil an Erwachsenenbildung anbieten. Hierfür sollen Räumlichkeiten geschaffen werden, die den Ansprüchen
dieser Zielgruppe entsprechen.

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     Kreis Schleswig-Flensburg, 2020.

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Gleichzeitig gehen die Teilnehmendenzahlen im Bereich Kinder und Jugendliche zurück, hier werden nur Bildungsstätten Erfolg haben, die ein zielgenaues
Angebot an Schulen oder außerschulischen Organisationen wie Sportvereinen, Musikvereinigung oder Jugendclubs platzieren können. Hier steht der Scheers-
berg aufgrund seines breiten Netzwerks mit Schulen in einer sehr guten Startposition. Durch die ständige Rückkopplung mit seinen Gästen gelingt es, für alle
pädagogischen Anforderungen aus der Schule ein Angebot zu erbringen. Für die Zukunft wird es wichtig sein, neben dem hervorragenden pädagogischen Ange-
bot auch sehr gute Räumlichkeiten mit einem Mindestmaß an Komfort auch für Kinder und Jugendliche vorzuhalten.

b)       Digitalisierung
Die Digitalisierung erreicht jeden Lebensbereich, die Erreichbarkeit ist in vielen Fällen total, sie verändert den Begriff und die Methode „sozialen Kontakt“ im-
mens. Im gleichen Maß werden echte Begegnungen umso wichtiger, gleichwohl viel weniger Übung darin vorhanden ist. Für den Scheersberg ist die Begegnung
mit anderen Menschen ein Markenkern und das wesentliche Element des Werkstattprinzips. Mit dem Voranschreiten der Digitalisierung aller Lebensbereiche
wird das Bedürfnis nach echter Begegnung steigen. Der Scheersberg wird allerdings nicht auf Digitalisierung verzichten können oder wollen. Daraus ergeben
sich einige strategische Aspekte, die in der Zukunft zu bearbeiten sind, wie z.B. kritischer Medienkonsum, Selbstachtsamkeit mit dem Smartphone in der Hand,
Sucht und Medien usw. Hier wird sich der Scheersberg gut aufstellen müssen, um für öffentliche Institutionen ein glaubhafter Ansprechpartner in diesem Be-
reich sein zu können.

c)      Klimaschutz und politisches Klima
Der dritte Aspekt umfasst das politische Klima, welches in den nächsten Jahren durchaus rauer werden könnte. Die freiheitliche Grundordnung wird aus unter-
schiedlichen Richtungen angegriffen, das internationale System steht vor einer grundlegenden Neuordnung, ebenso die Medienlandschaft und dadurch die
Wahrnehmung von gesellschaftlichen Prozessen. Der Schutz des Klimas erfordert ein Umdenken in fast allen Lebensbereichen. Gesellschaftliche Veränderun-
gen finden oft in Kontroversen und Streit statt. Auch hier müssen Bildungsstätten die Veränderungsprozesse begleiten, Orientierung anbieten und in Kontro-
versen moderieren. Bei allen gesellschaftlichen Veränderungen ist es Aufgabe der Bildungsstätten für die offene und freie Gesellschaft einzutreten, um sie als
grundsätzliches Fundament allen menschlichen Zusammenlebens zu erhalten. Hierfür benötigt der Scheersberg genügend Mittel, um gute Bildungsreferenten
und Bildungsreferentinnen einstellen und halten zu können, die diese Aufgabe mit hoher Fachlichkeit und großem Engagement angehen können. 19

19
     IBJ Scheersberg, 2020.

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