MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...

Die Seite wird erstellt Nathaniel Wagner
 
WEITER LESEN
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
MEDIKATION IM SPITAL:
KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON
CLINICAL DECISION SUPPORT       med. pract. Alexander von Kameke
                                        Facharzt für Pharmazeutische Medizin FMH
                                                            Stabsstelle Medikation
                                                           Kantonsspital St.Gallen
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Kanton St.Gallen:
Zehn Spitäler und Kliniken aber einheitliche
Standards beim elektronischen Verordnen
von Arzneimitteln

                                 •   Stand 28.11.2018 nutzten bereits 7 /10 Spitälern & Kliniken
                                     Documedis CDS.CE als CDS für ihre stationären Patienten
                                 •   Am 17.01.2019 Einführung des neuen Medikationsformulars
                                     mit CDS in allen Spitälern und der GK für alle Patienten

                                                                                             2
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Agenda

1.   Definition Clinical Decision Support («CDS»)
2.   CDS in der Ein- und Austrittsmedikation
3.   CDS für stationäre Patienten
4.   Präsentation von Arzneimittellisten
5.   Quintessenz

                                                    3
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
THE DOUBLING TIME OF ALL MEDICAL KNOWLEDGE
      60

      50

      40
                      50
  Years

      30

      20                                                                          73
                                                                                 Days
      10
                                            7                   3.5
                                                                                      0.2
          0
                    1950                 1980                 2010                    2020
data charted from: Densen P. Challenges and Opportunities Facing Medical Education.
Trans Am Clin Climatol Assoc 2011;122:48–58
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Definition Clinical Decision Support
                                       5
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Definition Clinical Decision Support
• Unter Clinical Decision Support versteht man die Bereitstellung evidenzbasierter klinischer
  Informationen im Patientenkontext zum richtigen Zeitpunkt entlang des Behandlungspfads um in
  Zeiten exponentiell anwachsenden klinischen Wissens, zunehmender Behandlungskomplexität,
  immer weniger Zeit für den einzelnen Patienten und steigendem Kostendruck ein optimales
  Ergebnis für den Patienten zu erzielen.

29.11.2018
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Der Arzneimittelprozess

• Entlang der Prozesskette unterstützen unterschiedliche klinische
  Applikationen mit CDS die Beteiligten bei der Dokumentation,
  Verordnung, Beschaffung, Bereitstellung und Gabe von Arzneimitteln
  mit dem einen Ziel: die Medikation sicherer für den Patienten zu
  machen
• Die dafür benötigten Arzneimittelstammdaten werden zentral von der
  Spitalpharmazie KSSG mit dem zentralen Katalogmanagement
  myPRODUCTS verwaltet und stammen aus SAP und dem
  hospINDEX

29.11.2018
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
CDS in der Ein- und Austrittsmedikation

                                          8
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Business Case

• Fehlende Verbindung zwischen dem Medikationsformular der Basis-
  Krankengeschichte («Basis-KG») und dem Medikationsverordnungs-
  modul für stationäre Patienten erfordert bisher doppelte Eingabe der
  Arzneimittelverordnungen
• CDS Prüfung der Medikation auch für ambulante Patienten
• Keine Unterstützung bei der Substitution von Arzneimitteln im Fall einer
  stationären Aufnahme
• Arzneimittelverordnungen über das aktuelle Medikationsformular nicht
  immer eineindeutig
• Unterstützung des nationalen eMedikationsplans

                                                                         9
MEDIKATION IM SPITAL: KLINISCHE ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN VON CLINICAL DECISION SUPPORT - med. pract. Alexander von Kameke Facharzt für ...
Designelemente des neuen
Medikationsformulars der Basis-KG

                                    10
Hallmarks des E/A Medikationskonzepts

• Neues Medikationsformular räumt mit Interpretationsspielraum auf und schafft die
  Voraussetzungen für einen Medikationsaustausch zwischen der Basis-KG und dem
  Medikationsverordnungsmodul für stationäre Patienten
• CDS-Prüfung im neuen Medikationsformular und damit auch für ambulante
  Patienten
• Mehrstufiger intelligenter Substitutionsassistent hilft beim Wechsel von
  mitgebrachten auf im Haus vorgehaltenen Arzneimitteln => Kostenreduktion
• Bei Austritt Gegenüberstellung der Arzneimittel vor Eintritt und stationärem
  Aufenthalt zur einfachen Zusammenstellung der Austrittsmedikation
• Unterstützung des neuen nationalen eMedikationsplans
 • Im Abschnitt Vor Eintritt/Konsultation über QR-Code Scan (Patient bringt Ausdruck mit)
   oder vorausgegangener Zusendung via eHealth Plattform bzw. Patientenportal
 • Im Abschnitt Nach Austritt/Konsultation Generierung und Abgabe eines zum nationalen
   eMediplans kompatiblen Medikationsplans

                                                                                        11
29.11.2018
Intelligenter Substitutionsassistent

• Mittels intelligentem Substitutionsassistenten können bereits vor
  Spitaleintritt vom Patienten verwendete Arzneimittel
  weiterverordnet oder aber durch Alternativen aus der
  Arzneimittelliste bzw. dem hospINDEX ersetzt werden
• Als Alternativen werden entweder Arzneimittel aus der
  Arzneimittelliste, die in Wirkstoff, Applikationsart, Wirkstoffmenge
  und Retardierung oder aber nur hinsichtlich des Wirkstoffs
  identisch sind, angeboten
• Für ersteren Mechanismus liegt der GENERIC GROUP CODE
  des hospINDEX, für letzteren die ATC Code Stufe 7 zu Grunde

29.11.2018
CDS für stationäre Patienten

29.11.2018
Status quo
• Arzneimittelverordnungen werden im MedFolio Medikationsverordnungsmodul
  codiert und an den HCI Solutions Documedis CDS.CE Webservice übertragen
• Deren Software ist als Medizinprodukt der Klasse I zertifiziert
• Der Prüfzeitraum beträgt 7 Tage inklusive des aktuellen Tages
• Es werden alle Arzneimittelverordnungen, d.h. auch Reserve-Verordnungen, in die
  Prüfungen mit einbezogen
• Hintergrundprüfung erfolgt bereits bei der Erfassung der Verordnungen oder beim
  Wechsel auf den Patienten
• Der schwerwiegendste Warnhinweis über alle Teilprüfungen und die 7 Tage wird
  über ein farbiges Warnsymbol in der CDS Statusspalte neben der
  Arzneimittelverordnung angezeigt
• In der Statuszeile werden die schwerwiegendsten Warnhinweise über alle
  Verordnungen angezeigt
• Es kann zusätzlich ein ausführlicher CDS Report manuell aufgerufen werden

                                                                                    15
Umgesetzte CDS Teilprüfungen

                               16
Documedis CDS.CE Warnhinweis-Symbole

                           SG spezifisches CDS Symbol
                              Sondermedikament
                              Arzneimittel mit dem Suffix „(Sondermedikament)“
                              sind von den CDS Teilprüfungen ausgenommen

                                                                                 17
Umgang mit Sondermedikamenten

• Es sollen wirklich nur solche Arzneimittel tatsächlich als
  Sondermedikament verordnet werden, die weder in der
  Arzneimittelliste noch im hospINDEX zu finden sind
• Für Sondermedikamente liegen dementsprechend auch keine
  CDS Daten vor, weshalb sie von den CDS Prüfungen
  ausgenommen sind

                                                               18
Flycicle CH Interaktionen

• Dient zur Visualisierung und
  Bewertung von Interaktionen
  zwischen den Arzneimitteln
• Die Handelsnamen der
  Präparate werden kreisförmig
  angeordnet und durch einen
  grauen Punkt gekennzeichnet
• Es werden Wechselwirkungen
  zwischen bis zu vier
  Arzneimitteln berücksichtigt

                                 19
Doppelmedikationsprüfung

• Prüft auf gleiche    oder
  ähnliche Wirkstoffe in den
  Arzneimittelverordnungen
• Kombinationsprodukte werden
  auch berücksichtigt
• Die Wirkstoffe werden über
  das fünfstufige ATC-Code
  System der WHO verglichen
• Ausgeschlossen werden die
  Produkte mit den Wirkstoffen
  H2O und NaCl
                                 20
Dosierungsprüfung

• Berücksichtigt die max. Einzel-
  und max. Tagesdosis für
  Erwachsene ab 18 Jahren
• Ebenfalls werden
  unterschiedliche Altersgruppen
  z.B. älterer Patient
  > 75 Jahren mitberücksichtigt

                                    21
Dosisanpassung bei Patienten > 65a
 •   Zeigt, bei welchen Medikamenten ab dem 65. Lebensjahr Vorsicht geboten ist
 •   Quelle: Priscus-Liste vollständig integriert, Beers-Liste und Swissmedic genehmigte
     Fachinformation teilweise, in Bearbeitung

                                                                                           22
Niereninsuffizienzprüfung

• Weist bei einer bekannten
  Niereninsuffizienz auf eine
  Dosisanpassung oder
  Kontraindikation eines
  Arzneimittels hin
• GFR wird über Cockcroft-Gault
  Formel berechnet, der
  Schweregrad der
  Niereninsuffizienz (leichte,
  mittelschwere, schwere, terminal)
  gemäss nebenstehender Tabelle
• Cockcroft-Gault Formel benötigt
  neben Alter auch das Gewicht des
  Patienten sowie den S-Creatinine
  Wert (nicht älter als 8 d)
                                      23
Präsentation von Arzneimittellisten
                                      24
Integration der Arzneimittellisten
in compendium.ch

                                     25
Quintessenz
• Wir im Spital können nur mit dem Stand der Arzneimittelstammdaten
  arbeiten, den wir haben
• Bitte liefern Sie aktuelle und vollständige Daten – in der Zukunft wird das
  ein immer wichtigeres Differenzierungsmerkmal sein
• Einheitliche Arzneimittelstammdaten sind unabdingbare Voraussetzung für
  Verordnungen und die verschiedenen CDS Anwendungen
• Umsetzung über Cloud Web Service und damit modular in verschiedenen
  Systemen/Szenarien einsetzbar
• Die Codierung der Arzneimittelverordnungen in CHMED16A bzw. später in
  FHIR v3.0 stellt für die Anbieter klinischer Systeme eine nicht zu
  unterschätzende Herausforderung dar
• CDS Prüfungen müssen konsequent für alle Patienten zur Verfügung
  stehen, d.h. sowohl für (tages-) ambulante als auch stationäre Patienten
• Und: CDS hört nicht bei der Medikation auf…

                                                                            26
Fragen und Antworten

                       27
Sie können auch lesen