Mobilitätsmonitor Nr. 10 - März 2020 - Digitale Mobilität
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MOBILITÄT Mobilitätsmonitor
Foto: Pascal König / Pixabay
Mobilitätsmonitor Nr. 10 –
März 2020
Stadt- und Straßenbahn, Shared Mobility, Taxi und Funkmietwagen, Einzugsraum des ÖPNV
WZB und M-Five erstellen ein Monitoring zum Personenverkehr in Deutschland. Im Fokus stehen Indikato-
ren einer Verkehrswende, u. a. im Hinblick auf die Reduktion privater Pkw-Nutzung sowie die Nachfrage
nach geteilten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Fokus dieser Ausgabe steht die Entwicklung von
Stadt- und Straßenbahnen am Beispiel deutscher Großstädte. Zudem wird die Marktdynamik im Bereich
geteilter Fahrzeuge („Sharing“) anhand einer Erhebung der Flottengröße dargestellt sowie das Mietwagen-
und Taxiangebot untersucht. Abschließend werden am Beispiel der Stadt Frankfurt a. M. Einzugsgebiete
des schienengebundenen Nahverkehrs zu Fuß und per Rad mittels Isochronen analysiert. Die Erhebungen
wurden vor Ausbreitung der Corona-Pandemie in Deutschland abgeschlossen. Diesbezügliche Effekte sind
nicht abgebildet. Weitere Inhalte unter: www.internationales-verkehrswesen.de/der-mobilitaetsmonitor
Christian Scherf, Andreas Knie, Theresa Pfaff, Lisa Ruhrort, Wolfgang Schade, Marcel Streif
Stadt- und Straßenbahnentwicklung u. a. einen separaten Gleiskörper und eine größere Unabhängigkeit
Seit der Jahrtausendwende ist von einer Renaissance der Stadt und vom Straßenverkehr. Andere Eigenschaften ähneln sich: Rechtlich
Straßenbahn die Rede. Vielerorts werden die Streckennetze erwei gilt z. B. dieselbe Bau und Betriebsordnung. Im Folgenden werden
tert. Die Fahrzeuge haben eine deutlich höhere Beförderungskapa beide Systeme betrachtet.
zität als Busse und gelten daher als zentraler Baustein des urbanen Bild 2 zeigt die Entwicklung der Streckenlänge2 – d. h. ohne
Nahverkehrs. In den betrachteten Städten hat abgesehen von Ham Mehrfachzählung aufgrund von Gleis oder Linienführung – geteilt
burg1 jede Stadt ein Stadt und/oder Straßenbahnnetz (Bild 1). Stadt durch die Bevölkerungszahl von 2004 bis 2018. Die Länge des Stre
bahnen haben gegenüber Straßenbahnen besondere Merkmale, ckennetzes ist neben Faktoren wie Fahrzeuge, Taktung oder Er
reichbarkeit ein zentraler Aspekt der Bedienqualität. Die Auswer
tung ergab, dass die absolute Streckenlänge insgesamt gestiegen ist.
DER MOBILITÄTSMONITOR Zusammen maßen alle Netze 2004 ca. 878 km ggü. 907 km im Jahr
Der Mobilitätsmonitor ist eine gemeinsame Reihe des Wissenschafts- 2018. Der Ausbau war in München (+10,8 km), der Rückbau in Leip
zentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und der M-Five GmbH zig (6,5 km) am stärksten. In allen Städten außer Essen (1 %) wuchs
Mobility, Futures, Innovation, Economics. Wir danken Robin Coenen
die Bevölkerung im selben Zeitraum, durchschnittlich um ca. 10 %
– Visual Intelligence & Communication für die grafische Umsetzung
und der Fachzeitschrift Internationales Verkehrswesen für die Veröf- (Legende Bild 2). Dadurch stagnierte oder sank die Netzlänge pro
fentlichung. 1.000 Einwohner: im Schnitt von ca. 157 m (2004) auf ca. 143 m
Die Erhebungen erfolgten nach den Standards des wissenschaftlichen
(2018). In Leipzig ist dies besonders ausgeprägt. Die Einwohnerzahl
Arbeitens, dennoch kann keine Gewähr für die Genauigkeit und Ver- wuchs hier um 18%, während die Netzlänge von ca. 150 km auf ca.
gleichbarkeit übernommen werden. Dies gilt insbesondere für Daten 143 km sank (Bild 3). Auffällig ist die Ähnlichkeit der relativen Netz
Dritter. Bei lückenhaften Datenlagen wurden zum Teil Mittel- und länge zwischen Berlin und München. Trotz abweichender Einwoh
Schätzwerte gebildet, so dass die Ergebnisse als Näherungen zu ver- nerzahl, Bevölkerungsentwicklung und absoluter Netzlänge kom
stehen sind.
men konstant ca. 55 m Straßenbahnnetz auf 1.000 Einwohner.
40 Internationales Verkehrswesen (72) 2 | 2020Mobilitätsmonitor MOBILITÄT
Übersicht der Stadt- und Straßenbahnen
in ausgewählten deutschen Städten
Essen Berlin
Art Stadt- & Straßenbahn Art Straßenbahn
Betreiber Ruhrbahn Betreiber Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Haltestellen* 131 Hamburg Haltestellen* 383
Netzlänge* 88 km Art: Stadtbahn Netzlänge* 212 km
Fahrzeuge 186** (Planung Fahrzeuge 365**
eingestellt)
Köln Leipzig
Art Stadtbahn Art Straßenbahn
Betreiber Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) Betreiber Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB)
Haltestellen* 173 Haltestellen* 226
Netzlänge* 152 km Netzlänge* 151 km
Fahrzeuge 382** Fahrzeuge 300**
Frankfurt Stuttgart
Art Straßen- & Stadtbahn (»U-Bahn«) Art Stadtbahn
Betreiber SW Verkehrsgesell. Frankfurt a. M. (VGF) Betreiber Stuttgarter Straßenbahnen (SSB)
Haltestellen* 234 Haltestellen* 183
Netzlänge* 145 km Netzlänge* 125 km
Fahrzeuge 381** Fahrzeuge 204**
*OSM-Daten, innerhalb Stadtgrenzen, München
© WZB / M-Five
Haltestellen ungeachtet Fahrtrichtung, Art Straßenbahn
Streckenlänge inkl. Betriebsstrecken etc. Betreiber Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG)
**Zählweise abhängig vom Fahrzeugtyp Haltestellen* 162
(u.a. Doppel- und Mehrtriebfahrzeuge Netzlänge* 88 km
sowie Beiwagen), Näherungswerte Fahrzeuge 126**
Bild 1: Merkmale von Stadt- und Straßenbahnen in acht Städten
(Quelle: Angaben d. Anbieter, Dorsch 2019: 55ff., OSM; Recherche: C. Scherf, M. Streif; Grafik: R. Coenen)
Entwicklung der Fahrzeugzahlen im Netzlänge der Stadt- &
Bereich Shared Mobility Straßenbahnen pro Bevölkerungs- &
Damit Alternativen zum PrivatPKW attrak 1.000 Einwohner (in Meter) Netzentwicklung
400 am Beispiel der
tiv werden können, braucht es ein vielfälti Straßenbahn Leipzig
ges Angebot. Bild 4 zeigt die Entwicklung 300 600 600
der Angebotslandschaft der Shared Mobility
500 500
in acht Städten von Mai 2018 bis März 2020. 200
Besonders in Berlin, München, Köln und 400 400
© WZB / M-Five
100
Frankfurt a. M. ist ein starkes Wachstum der 300 300
0
Gesamtflotte zu sehen. Dies geht vor allem
2004
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2014
2016
2018
200 200
auf das Sharing von EScootern zurück, des
sen Fahrzeugzahl sich in diesen Städten ver Leipzig (+18% Bev.) 100 100
Stuttgart (+7% Bev.)
© WZB / M-Five
vielfacht hat: Allein in Berlin sind bis zu ca. Frankfurt a. M. (+16% Bev.)
2004
2006
2008
2010
2012
2014
2016
Durchschnitt (+10% Bev.) 2018
15.000 solcher Kleinstfahrzeuge im Einsatz, Köln (+12% Bev.)
womit die Gesamtzahl der Kurzzeitvermiet Essen (-1% Bev.) Einwohner in 1.000
München (+18% Bev.) Streckenlänge in km
fahrzeuge hier auf ca. 40.000 wächst. Auch Berlin (+8% Bev.)
in Essen sind seit Ende 2019 mehrere
EScooterAnbieter aktiv. In Hamburg ist Bild 2: Länge der Stadt- und Straßenbahn- Bild 3: Bevölkerungs- und Streckenentwick-
die EScooterFlotte durch den saisonbe netze pro 1.000 Einwohner von 2004 bis 2018 lung der Straßenbahn Leipzig von 2004 bis
dingten Winterbetrieb kleiner als 2019. sowie Bevölkerungsveränderung in Prozent 2018; weitere Grafiken online unter
(Quelle: Destatis 2020, VDV 2004ff.; Recherche: www.iv-dok.de/2005-mm10.pdf
Leipzig ist die einzige betrachtete Stadt C. Scherf; Grafik: R. Coenen) (Quelle: Destatis 2020, VDV 2004ff.; Recherche:
ohne EScootersharing, was als Effekt der C. Scherf; Grafik: R. Coenen)
dortigen Bedingungen für potentielle An
bieter interpretiert werden kann.3
Neben der dynamischen Entwicklung im EScootersharing zeigt stieg der EScooterZahl seit Mitte 2019. Der CarsharingMarkt
sich in Berlin, Hamburg und München ein Wachstum der Carsha zeigt im Zeitverlauf ein deutlich langsameres, aber kontinuierliches
ringFlotten (u. a. durch Markteintritte, wie z. B. von SIXT share Wachstum, während der BikesharingMarkt über die vier Zeitpunk
und WeShare in Berlin), während sich im Bikesharing in allen Städ te hinweg auf hohem Niveau ohne klaren Trend schwankt. Insge
ten zwischen September 2019 und März 2020 kaum Veränderung samt ergibt die zeitliche Betrachtung ein gemischtes Bild. Der
zeigt. Zahlenmäßig weniger bedeutsam ist das Segment des Rol Markteintritt der EScooterAnbieter hat die Gesamtzahl der öf
lersharing, zumal mit der Geschäftsaufgabe von Coup im Winter fentlich verfügbaren Fahrzeuge beträchtlich gesteigert. Wenn Sha
2019/20 die Flotte reduziert wurde. Die dünnen schwarzen Balken ringAngebote aber perspektivisch einen Massenmarkt erreichen
abschnitte markieren die kleinen Flotten der RidepoolingAngebo sollen, ist vermutlich auch in den anderen Sparten eine stärkere
te MOIA (Hamburg), CleverShuttle (Berlin, München, Leipzig), Dynamik erforderlich.
Berlkönig (Berlin) und IOKI (Hamburg und Frankfurt a. M.). Dabei
handelt es sich im Gegensatz zu den anderen Angeboten nicht um Anzahl der Taxis und Funkmietwagen
Vermietfahrzeuge, sondern um Fahrdienste mit Fahrer. Der Markteintritt neuer Wettbewerber im Funkmietwagenmarkt –
Bild 5 zeigt die Entwicklung der Fahrzeugzahlen im Sharing insbesondere der Plattform Uber – trägt dazu bei, dass die Rolle die
Markt summiert über alle Städte. Dies verdeutlicht den steilen An ser Dienstleistung für eine nachhaltige Mobilität bundesweit kont
Internationales Verkehrswesen (72) 2 | 2020 41MOBILITÄT Mobilitätsmonitor
rovers diskutiert wird. Im Vergleich der Taxi und Mietwagenzahl
Sharing-Fahrzeuge im Mai und September 2018, gruppieren sich die Städte grob in zwei Klassen: In Berlin, Ham
September 2019 sowie März 2020 (in Tausend)
burg, München und Frankfurt a. M. kommen auf 1.000 Einwohner
45
ca. zwei Taxis. In Köln, Stuttgart, Essen und Leipzig liegt dieser
Berlin Wert hingegen nur bei ca. einem Taxi.5 Das Angebot von Funkmiet
40
wagen war hingegen bisher eher ein Nischenmarkt. Bild 6 zeigt je
doch, dass sich in Berlin die Zahl der Funkmietwagen zwischen
35
2017 und 2019 fast verdoppelt hat, während die Taxizahl seit 2015
stagniert. Eine Ursache ist die Marktexpansion der Plattform Uber,
30
die in Deutschland Fahrten zwischen Mietwagenfirmen vermittelt.6
25
Einzugsgebiet des ÖPNV per Rad und zu Fuß
Abschließend illustrieren wir die Erreichbarkeit des schienenge
20 München
Köln
bundenen ÖPNV mittels Isochronen, d. h. Linien gleicher Zeit.
Bild 7 zeigt die Stadtfläche von Frankfurt a. M. mit den Nahver
15
kehrsbahnen.7 Die farbigen Flächen um die Haltestellen (Punkte)
Hamburg zeigen, welche Räume von der Haltestelle aus in zehn Minuten zu
10
Fuß und in drei bzw. sechs Minuten per Fahrrad erreichbar sind.
Die Berechnung der Entfernungen erfolgt mit ORSTools und
5
OSMDaten.8 Der Vergleich zeigt, dass sich links die Einzugsberei
che des Fuß und Radverkehrs weitgehend decken (braune Flä
0
chen). Rechts wird sichtbar, dass sich das Einzugsgebiet des Netzes
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auf deutlich mehr Teile des Stadtgebiets – bebaute wie unbebaute
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ai
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a
M
M
M
M
– ausweitet, wenn sich die Radfahrzeit verdoppelt.
Frankfurt a. M. Die Vergrößerung zeigt die Stationen Nordwestzentrum und Rö
15
merstadt. Erstere liegt im gleichnamigen Einkaufszentrum, das als
Insellösung gebaut wurde und von einer mehrspurigen Straße um
10
schlossen ist. Die Wege in und um das Zentrum sind in OSM mit
Essen Stuttgart dem Typ footway oder pedestrian kategorisiert. Auf diesen Verbin
5
Leipzig dungen wird davon ausgegangen, dass Fahrradfahrer sich gleich
schnell wie Fußgänger bewegen. Daher reicht die dreiminütige
0
RadIsochrone deutlich weniger weit als die zehnminütige Fuß
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Isochrone. Erst jenseits des Zentrums und der Ringstraße rechnet
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ai
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a
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M
M
M
M
OSM mit der maximalen Radgeschwindigkeit. Ähnlich verhält es
Ridepooling E-Scootersharing Carsharing (inkl. Peer-to-Peer-Carsharing)
sich bei der Station Römerstadt, die oberirdisch in der Mitte zweier
Rollersharing Bikesharing © WZB / M-Five Straßen liegt. Treppen verbinden Bahnsteige und eine höher gele
gene Straße. Die Ausdehnung der dreiminütigen RadIsochrone ist
Bild 4: Zahl4 der Sharing-Fahrzeuge pro Stadt von 2018 bis 2020 auch hier deutlich kleiner als die der Fußgänger, da die Strecke von
(Quelle: Angaben d. Anbieter, bcs 2019, Tack et al. 2019/20; Recherche: T. Pfaff, der Station zu weiterführenden Wegen zunächst auf die nördliche
C. Scherf; Grafik: R. Coenen)
und südliche Richtung beschränkt ist. Die Steigungen bzw. Treppen
verlangsamen die Radgeschwindigkeit, da
OSM sie ungeachtet etwaiger Aufzüge zu
footway zählt.
Taxis und Funkmietwagen
Entwicklung nach mit Fahrer (in Tausend) Fazit
Sharing-Sparten (in Tausend) 9 Die betrachteten Indikatoren loten die Ent
E-Scootersharing 8
50 7
wicklung und Potentiale von Alternativen
Bikesharing
6 zum privaten PKWVerkehr in Städten aus.
40
© WZB / M-Five
5 Dabei zeigt sich ein gemischtes Bild. Ob
4
30
Carsharing 3 wohl die Stadt und Straßenbahnnetze abso
20 Roller-
2 lut in vielen Städten ausgeweitet wurden,
sharing 1
10 Ride- 0
hat sich die Streckenlänge pro Einwohner
seit 2004 nicht vergrößert. Um nicht nur
2019**
pooling
2010*
2011*
2012*
2013*
2014*
2015*
2016*
2017*
2018*
0 1234 1234 1234 1234 1234
mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu
1 = Mai 2018 2 = Sept. 2018
3 = Sept. 2019 4 = März 2020 © WZB / M-Five Taxis halten, sondern auch eine weitere Verlage
Funkmietwagen rung von PKWFahrten auf den ÖPNV zu
Stand: *31.12., **30.09. erreichen, könnte ein deutlich stärkerer
Ausbau des Schienennetzes notwendig wer
den. Auch im Bereich der Shared Mobility
Bild 5: Zahl der Fahrzeuge pro Sharing-Sparte Bild 6: Zahl der Taxis und Funkmietwagen in ist die Dynamik unklar: Zwar sorgen die E
von 2018 bis 2020 Berlin von 2010 bis 2019; weitere Grafik online
(Quelle: Angaben d. Anbieter, bcs 2019, Tack et al. unter www.iv-dok.de/2005-mm10.pdf
Scooter für ein gestiegenes Gesamtangebot,
2019/20; Recherche: T. Pfaff, C. Scherf; Grafik: (Quelle: Schleicher 2019, Recherche: T. Pfaff, Grafik: andere Segmente wie das Bikesharing sind
R. Coenen) R. Coenen) aber stagnierend oder rückläufig. Um den
42 Internationales Verkehrswesen (72) 2 | 2020Mobilitätsmonitor ▼ ✁✂✄✂☎ÄT
Einzugsgebiet des ÖPNV in Frankfurt a. M.
Fußweg 10 min (Isochrone)
Nordwest-
bebaute Flächen zentrum
Schienennetz
ÖPNV-Haltestellen
(ohne Bushaltestellen)
Römerstadt
Radweg & Fußweg
© WZB / M-Five
Radweg 3 min (Isochrone) Radweg 6 min (Isochrone)
Frankfurt Frankfurt
Airport Airport
Bild 7: Isochronen für zehnminütige Fußwege und drei- (l.) bzw. sechsminütige (r.) Radwege um Bahnhaltestellen in Frankfurt a. M.
(Quelle: OSM8, Recherche: M. Streif, Grafik: R. Coenen)
Markt zu stabilisieren und SharingAngebote langfristig als Bau rufen erhebliche Änderungen hervor. Zudem veröffentlichen nicht alle Anbieter Fahrzeug-
zahlen.
stein eines multioptionalen Verkehrssystems zu etablieren, müss 5 Zu beachten ist allerdings, dass der Taximarkt ein stark regulierter Markt ist. In allen Städten
ten die Angebote gezielt unterstützt und zugleich die Bedingungen bis auf Berlin und Hamburg wird die Taxizahl nicht nur durch die Nachfrage beeinflusst, son-
für die Nutzung des PrivatPKW in Städten verändert werden – z. B. dern ist über die Vergabe einer begrenzten Anzahl von Konzessionen gedeckelt.
durch höhere Kosten für das Abstellen von privaten PKW im Ver 6 Auch der Markt für Funkmietwagen ist reguliert. Das Gesetz begrenzt aber nicht die Anzahl
gleich zu SharingAutos, oder aber durch die Umwidmung von der zugelassenen Fahrzeuge.
Parkplätzen zu Stellflächen für Bike und Scootersharing. Im Be 7 Diese umfassen im Wesentlichen die S-Bahn, Straßenbahn und Stadtbahn (dort „U-Bahn“
reich der Personenbeförderung zeigen sich am Beispiel Berlin deut genannt).
8 Die Berechnung erfolgt mithilfe des ORS-Tool Plugins für QGis bzw. openrouteservice.org.
liche Effekte des Markteintritts von Uber auf den Funkmietwagen
bestand. Das Einzugsgebiet des ÖPNV hängt mit der Erreichbarkeit Dazu wird auf frei zugänglichen Daten aus OpenStreetMap zurückgegriffen. Fußgängern
wird eine feste Geschwindigkeit von 5 km/h unterstellt. Dabei sind Strecken je nach hinter-
seiner Stationen zusammen. Die Betrachtung der Isochronen ergab legtem Wegtyp (z. B. highway) zugänglich oder nicht zugänglich. Fahrräder bewegen sich
Hinweise auf das Potential des Fahrrads – oder auch z. B. von E mit einer Höchstgeschwindigkeit von 18 km/h, welche sich allerdings abhängig vom Wegtyp,
Scootern – als Zubringer auf der „letzten Meile“ zur Vergrößerung von der Steigung (steepness) und dem Untergrund (surface) ändert.
des Einzugsgebiets im schienengebundenen ÖPNV.
Kontakt
WZB: lisa.ruhrort@wzb.eu QUELLEN
MFive: christian.scherf@mfive.de ■ bcs (2019): CarSharing-Städteranking 2019. Bundesverband CarSharing, online: https://carsharing.de/alles-ue-
ber-carsharing/carsharing-zahlen/carsharing-staedteranking-2019 (Zugriff 06.04.2020)
Destatis (2020): Bevölkerung – Kreise, Stichtag. Statistisches Bundesamt. Online: https://www-genesis.destatis.
1 Auch in Hamburg war bis 2010 eine Stadtbahn geplant. de (Zugriff 28.03.2020)
2 Es kann Abweichungen zw. Stadt- und Gesamtnetzlänge geben, wenn das Netz über die Dorsch M. (2019): Öffentlicher Personennahverkehr. München: UVK
Stadtgrenze hinausreicht oder Betriebsstrecken unterschiedlich gezählt werden. Daher wur-
den die Angaben des VDV mit den Längen nach OpenStreetMap im Stadtgebiet abgeglichen. Schleicher Y. (2019): Schwammige Antworten des Berliner Senats. Taxi-Times, online: https://www.taxi-times.
Die Abweichungen sind bei keiner Stadt größer als max. +/- 16%. com/schwammige-antworten-des-berliner-senats/ (Zugriff 27.03.2020)
3 Siehe www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/unterwegs-in-leipzig/e-scooter (Zugriff Tack A., Klein A., Bock B. (2019/20): E-Scooter in Deutschland – Ein datenbasierter Debattenbeitrag. Civity Ma-
25.03.2020). nagement Consultants, online: http://scooters.civity.de/ (Zugriff 27.03.2020)
4 Die Erhebungszeitpunkte der Daten für Bild 4 weichen leicht ab. Die Sharing-Flotten unter- VDV (2004 ff.): VDV-Statistik. Versch. Jg., Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, online: https://www.vdv.
liegen konjunkturellen und saisonalen Schwankungen. Entscheidungen einzelner Anbieter de/statistik-jahresbericht.aspx (Zugriff 27.03.2020)
Frühere Ausgaben des Mobilitätsmonitors
• Monitor Nr. 9 – November 2019
• Monitor Nr. 8 – Mai 2019
• Monitor Nr. 7 – November 2018
stehen auf www.internationalesverkehrswesen.de/dermobilitaetsmonitor zur Verfügung
Internationales Verkehrswesen (72) 2 | 2020 43Sie können auch lesen