Möglichkeiten zur Partizipation in der OGS - Partizipation in der OGS Kinder gestalten mit! 3. überkommunale Netzwerktreffen - DialOGStandorte
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Partizipation in der OGS
–
Kinder gestalten mit!
3. überkommunale Netzwerktreffen
Möglichkeiten zur Partizipation
in der OGS
Dr. Ahmet Derecik2
Ablauf
1 Verständnis von Partizipation
2 Gründe zur Partizipationsförderung
3 Möglichkeiten zur Partizipation in der OGS
4 Fazit5
Fritz Oser Horst Biedermann
Partizipation –
ein Begriff, der ein Meister der Verwirrung ist
Oser & Biedermann, 20066
Ursprünglicher Partizipationsbegriff
§ „partem capere“: einen Teil (weg-)nehmen
§ „particeps“: Teilhabe an Entscheidungsprozessen in Organisationen
(z.B. Parteien) oder Strukturen (z.B. Staat, Gesellschaft)
politisch geprägter Begriff
Fatke, 2007; Meyer, 2006, S. 5724; Kaase, 1996, S. 525; Moser, 2010; Derecik, Kaufmann & Neuber, 20137
Vielfältige Synonyme für Partizipation
Teilhabe, Beteiligung, Mitbestimmung, Mitsprache,
Mitgestaltung, Mitwirkung usw.
unscharfe Auslegung
Derecik, Kaufmann & Neuber, 20138
Ahmet Derecik Nils Kaufmann Nils Neuber
Partizipation ist ein Sammelbegriff, der im Hinblick
auf verschiedene Verständnisweisen
präzisiert werden muss
Derecik & Menze, 2018, S. 2; Derecik, Kaufmann & Neuber, 20139
Unterschiedliche Facetten des Partizipationsbegriffs
Partizipation
Teilnahme/Teilhabe Demokratische Partizipation
Mitbestimmung & Mitsprache & Mitgestaltung &
Entscheidung Aushandlung Engagement
(politische Partizipation) (soziale Partizipation) (aktives Handeln)
Demokratie als Demokratie als Demokratie als
Regierungsform Gesellschaftsform Lebensform
Derecik & Rischke, 2021; Derecik & Menze, 2018; Eikel, 2016; Dewey, 191610
Umfassendes Verständnis von Demokratie
„Die Demokratie ist mehr als eine
Regierungsform; sie ist in erster Linie
eine Form des Zusammenlebens, der
gemeinsamen und miteinander
geteilten Erfahrung“
Dewey, 191611
Doppelrolle von Partizipation
Fachliches Demokratie-
Lernen erziehung
Derecik & Menze, 2021; Abs & Moldenhauer, 202112
Einseitige Umsetzung von Partizipation in der Praxis
„eigenständiges Ziel“
Demokratie-
erziehung
„Mittel zum Zweck“
Fachliches
Lernen
Brügelmann, 2020, S. 26; Peschel, 1995/96; Derecik, Goutin & Michel, 201813
Doppelrolle von Partizipation gleichwertig gewichten!
„Mittel zum Zweck“ „eigenständiges Ziel“
Fachliches Demokratie-
Lernen erziehung
Peschel, 1995/96; Derecik, Goutin & Michel, 201814
Demokratieerziehung in „Randbereichen von Schule“
Demokratie als Demokratie als Demokratie als
Regierungsform Gesellschaftsform Lebensform
(z.B. Klassenrat) (z.B. Debatte) (z.B. Schulhofgestaltung)
1,3 %
BMFSFJ, 2020, S. 222-223; Schneider & Gerold, 2018, S. 8; Wetzelhüter, Passeka & Bacher, 2013, S. 163; Derecik, Menze & große Prues, 202115
2
Gründe
zur
Partizipationsförderung16
Qualitätskriterien für Ganztagsschulen
Lehr-Lern-
Kultur
Informelles
Lernen Partizipation
Inklusion
Koope-
ration
Integration
BMBF, 2003; Derecik, Goutin & Michel, 2018; Altermann et al., 201817
Partizipation
als Grundrecht und Schlüsselkompetenz für das 21. Jhr.
§
Grundrecht Schlüsselkompetenz
Partizipation als „Alltagsdemokratie“ in Familie, Schule, Kommune, …
UN-Kinderrechtskonvention, 1989, Art 12; KMK, 2018, S. 2; vgl. auch KMK, 2006; Europarat, 2018; OECD, 201818
Herausforderungen für die Demokratie
Populismus
Extremismus
Digitalisierung
Migration
Globalisierung
Klimawandel
BMBFSJ, 202019 Partizipation als Schlüssel zum Gelingen von Unterricht, Schule und Gesellschaft
20
Gründe zur Umsetzung von Partizipation in der OGS
Persönlichkeits-
Partizipation ist ein entwicklung bzw. Partizipation ist ein
Partizipation dient der
Grundrecht von Bildung des Einzelnen unverzichtbares
Etablierung sowie
Heranwachsenden kann durch Qualitätskriterium von
Aufrechterhaltung einer
gemäß UN- Partizipation angeregt (Ganztags-)Schule
demokratischen
Kinderrechtskonvention werden durch Veränderung der
Gesellschaft
(Erziehung zur Lehr-Lern-Kultur
Mündigkeit)
Derecik, Goutin & Michel, 2017, S. 2-521
Gründe zur Umsetzung von Partizipation in der OGS
Fördert soziale und Partizipation steigert
fachliche Kompetenzen die Zufriedenheit aller
Billis & Heinrich, 2016, S. 1322 3 Möglichkeiten zur Partizipation in der OGS
23
Zwei Ebenen von Partizipation
Institutionelle Ebene Interaktionale Ebene
(z.B. SV oder Klassenrat) (Unterricht)
Coelen, Wagener & Züchner, 2013; Derecik, Kaufmann & Neuber, 2013; Derecik, Goutin & Michel, 201824
Ungleichgewicht bei der Umsetzung von Partizipation
Interaktionale Ebene
(Unterricht)
Institutionelle Ebene
(z.B. SV oder Klassenrat)
Coelen, Wagener & Züchner, 2013; Derecik, Kaufmann & Neuber, 2013; Derecik, Goutin & Michel, 201825
Partizipation auf interaktionale Ebene erweitern
Institutionelle Ebene Interaktionale Ebene
(z.B. SV oder Klassenrat) (Unterricht)
Coelen, Wagener & Züchner, 2013; Derecik, Kaufmann & Neuber, 2013; Derecik, Goutin & Michel, 201826
Strukturelle Voraussetzungen
der (Ganztags-)Schule zur Partizipationsförderung
Verankerung von
Partizipationsfördernde Partizipationsfördernde
Partizipation im
Strukturen Lernarrangements
Schulprogramm und in
Lehrplänen □ Klassenrat/Schülerparlament □ Service Learning
□ Projekte □ Deliberationsforum
□ Mediation und konstruktive Konfliktbewältigung
□ Gemeinsame Regeln für Vor- und Nachmittag
□ Grad der Teilnahmeverbindlichkeit an
Ganztagsangeboten
Derecik, Goutin & Michel, 2017, S. 53-6627
„Über (demokratische) Formen der Mitsprache-, Mitbestimmungs- und
Mitgestaltungsmöglichkeiten beim konkreten Unterricht liegen nur vereinzelt
systematische empirische Daten vor. Diese kommen zu dem Ergebnis, dass
die Partizipationsmöglichkeiten im Unterricht deutlich defizitär sind. Die
überwiegende Mehrheit der Schülerinnen und Schüler in allen Schulformen ist
der Meinung, den Unterricht nicht oder zu wenig beeinflussen zu können“.
(BMFSFJ, 2020, S. 53)
BMBF, 2003; KMK, 2006; Coelen, Wagener & Züchner, 2013; Derecik, Kaufmann & Neuber, 201328
„Dies scheint nicht nur in einer mangelnden Methodenkompetenz der
Lehrkräfte begründet zu sein, sondern allzu oft auch in einem mangelnden
Vertrauen in die Kompetenz der Schülerinnen und Schülern, einem
hierarchischen Rollen- und Systemverständnis sowie einem Verständnis von
demokratischer Beteiligung als zusätzlicher Belastung“.
(BMFSFJ, 2020, S. 236)
BMBF, 2003; KMK, 2006; Coelen, Wagener & Züchner, 2013; Derecik, Kaufmann & Neuber, 201329
Fehlende partizipative Didaktik
Es mangelt an konkreten Vorstellungen darüber, wo und wie
genau Partizipation [im Unterricht] umgesetzt werden kann
Bettmer, 2009, S. 17130
Handlungshilfen zur Demokratieerziehung durch Partizipation
Warum Wo Wie
Gesprächskreise
Mitbestimmung
& Informieren
Selbstbestimmung
Fremd-, Mit- und
Auf und Abbau
Entscheidung
Übungen
Mitsprache
& Stationen Arrangieren
Aushandlung
Spiele
bestimmung
Mitgestaltung
Selbst-
Pause
& Initiieren
Engagement Offene Phasen
Derecik & Menze, 2019; Menze, Derecik & Neuber, 202031
4
Fazit32 Partizipation als Schlüssel zum Gelingen von Unterricht, Schule und Gesellschaft
33
Partizipation
als Schlüssel zum Gelingen
von Unterricht, Schule und Gesellschaft34
Möglichkeiten der Partizipation in der OGS
Mitbestimmung und Mitsprache Aktives Handeln
Entscheidung und Aushandlung und Engagement
§ Fachunterricht
Unterricht § Fachunterricht § Fachunterricht § Service Learning
§ Projekte
§ Klassenrat
Schulklasse § Klassenrat
§ Mediation
§ Schülerparlament
§ Mediation
Ganztags- § Grad § Service Learning
§ Deliberationsforum
angebote Teilnahmverbindlichkeit
§ Mittagessen
§ Projekte
§ Mittagessen
§ Gem. Regeln Vor- und
Schul- § Schülerparlament § Zukunftswerkstatt
Nachmittag
organisation § Schul(frei-)räume
§ Schul(frei-)räume
§ Schul(frei-)räume
Schulumfeld § Service Learning
Derecik, Goutin & Michel, 2017, S. 56; Billis & Heinrich, 2016, S. 39-76; Becker, 201435
Möglichkeiten der Partizipation in der OGS
Eikel, 2016, S. 17736
Fragen, Zusammenhänge, Ideen und Anmerkungen
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Aug
FY
18Partizipation in der OGS
–
Kinder gestalten mit! Kooperative
3. überkommunale Netzwerktreffen Planung
Partizipative Methoden
zur Analyse, Planung und Gestaltung
von Schulräumen
Sozialräumliche
Verfahren
Dr. Ahmet Derecik38
Ablauf
1 Verständnis vom Schulraum
Partizipative Methoden zur Analyse, Planung und Gestaltung
2
von Schulräumen
2.1 Kooperative Planung/Phase Null
2.2 Sozialräumliche Verfahren
3 Fazit39
1
Verständnis
vom
Schulraum40
Definition Schulraum
Gesamtheit von Grundstücken und
Räumlichkeiten, die für die Erteilung von
Unterricht geeignet sind
Duden, 202141
Lernformen in der Ganztagsschule
(Bildungslandschaft im „Kleinen“)
Lernformen Bereiche des Schullebens
Informelles Lernen § Schulfreiräume in den Pausen, in denen freiwillig initiierte und selbst
geplante Tätigkeiten stattfinden
§ alle Bereiche der Ganztagsschule, in denen unbewusst und beiläufig
gelernt wird
Nicht-formelles Lernen § Ganztagsangebote der Schule, die zu keiner Zertifizierung führen
§ Ganztagsangebote der Schule, die zu einer (freiwilligen) Zertifizierung
führen, z.B. Qualifizierungsmaßnahmen zum Sporthelfer
Formelles Lernen § Unterricht, der den Richtlinien und Lehrplänen für Schulen folgt und zu
einer Zertifizierung führt
Derecik, 2011, S. 3242
Aspekte des Schulraums
Pädagogisches Schulgebäude
Schulgelände
Raum-
konzept
Kommune
Konzept
Digitaler Raum
Konzeptebene Raum- und Einrichtungsebene
mod. nach Derecik, 2015; Brauns, 2007, S. 643
2
Partizipative Methoden
zur Analyse, Planung und
Gestaltung von
Schulräumen44
Möglichkeiten zur Partizipation bei der Schulraumentwicklung
(Fächerübergreifender-) Projekttage bzw.
Ganztagsangebot
Unterricht -woche
Kooperative Sozialräumliche
Zukunftswerkstatt
Planung Verfahren
Deinet & Derecik, 2016; Derecik, 201545
2.1
Kooperative Planung/
Phase Null46
Kooperative Planungsverfahren stellen ein geeignetes Mittel dar,
um Ressourcen zu bündeln und gleichzeitig die
Perspektiven der Nutzer*innen zu erfassen
Wetterich, 2014, S. 119; Wetterich, 2002, S. 19, Rütten, 2001, S. 31747
Kooperative Planung/Phase Null
Politisch Administrative/
Funktionsträger*innen
z.B. Bürgermeister*in,
Vertreter*innen der Verwaltung
Planungs- und lokale Vertreter*in sozialer
Expert*innen Gruppen/Öffentlicher
z.B. Institutionen
Landschaftsarchitekt*innen, Mitglieder der
z.B. Vertreter*in aus den
Institute für Planungsgruppe Bereichen Verein, offene
Sportwissenschaften, Jugendarbeit, Kirche,
Bauexpert*innen Naturschutz etc.
Schulvertreter*innen
z.B. Rektor*in, Lehrer*in,
Elternvertreter*in, Schüler*in,
Hausmeister*in
Montag-Stiftung Jugend und Gesellschaft, 2017; Derecik, 2015, S. 80; Wetterich, 2001, S. 2848
Mögliches Vorgehen bei der Kooperativen Planung
Sitzung 1 (ca. 4 Zeitstunden) Sitzung 2 (ca. 3 Zeitstunden)
ü Zielsetzung und Vorstellung der ü Diskussion und eventuelle
Teilnehmer*innen Modifikation des
ü Impulsvortrag Gesamtgestaltungsplans
ü Bedarfsermittlung ü Verabschiedung des
Gesamtgestaltungsplans
ü Begehung der Schulfreiräume
ü Zeitplan zur Umsetzung
ü Entwurf von Raumplänen in
heterogenen Kleingruppen ü Bildung von Arbeitsgruppen
ü Vorstellung und Diskussion der
Raumpläne49
Fragen, Zusammenhänge, Ideen und Anmerkungen
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Aug
FY
1850 2.2 Sozialräumliche Verfahren
51
Sozialräumliche Verfahren
Erkundung der Erfassung der
(subjektiven) (objektiven)
Schulräume Schulräume
Handlungsdimension Struktur des Raums
Deinet & Derecik, 2016; Deinet, 2009, S. 65-86; Krisch, 2009, S. 78-158; Löw, 2001, S. 16652
Erfassung des (objektiven) Sozialraums
Struktur des Angebotsstruktur Aneignungsräume Verdrängungen/ Schlüsselpersonen
Sozialraums des Sozialraums im Sozialraum Konflikte im im Sozialraum
Sozialraum
Deinet & Derecik, 2016; Deinet, 2009, S. 65-86; Krisch, 2009, S. 78-15853
Angebotsstruktur des Sozialraums
§ Welche Institutionen sind im Stadtteil vorhanden?
§ Wer macht welche Angebote für welche
Zielgruppen, Öffnungszeiten etc.?
§ Welche Einrichtungen arbeiten wo und wie
zusammen?
Deinet & Derecik, 2016; Deinet, 2009, S. 65-86; Krisch, 2009, S. 78-15854
Erkundung der (subjektiven) Lebenswelten
Stadtteil- bzw. subjektive Land- bzw.
Nadelmethode
Schulraumbegehung Schulkarten
Autofotographie Cliquenraster Zeitbudget
Deinet & Derecik, 2016; Deinet, 2009, S. 65-86; Krisch, 2009, S. 78-15855
Subjektive Land- bzw. Schulkarte
§ Ziel: Subjektive Wahrnehmung von (un-)beliebten
(Schul-)Sporträumen, Aussagen über die Qualität
dieser in der Reflexion
§ Gruppengröße: Kleingruppen oder Einzeln
§ Methode:
§ Malutensilien, bestimmte Farben z.B. für
positive, neutrale und negative Schulsporträume
§ mehrere Karten (DIN A3) der entsprechenden
Schulsporträume (Schulhof, gesamter
Schulraum, Stadtteil) auf Pinnwand
§ Ort und Zeit: Flexibel, Kooperative oder
(ganztags-)schulinterne Planung
mod. nach Deinet & Derecik, 2016; Deinet & Krisch, 2009; Schlüter, 201656
Beispiel Durchführung Subjektive Schulkarte
§ Ziel: Welche Elemente sollen nach dem
bevorstehenden Umbau der OGS (weiter) existieren?
à Aufgabe: „An welche Orten an den dargestellten
Bereichen auf dem Schulhof hälts du dich gerne
bzw. ungerne auf?“
§ Gruppengröße: Einzeln 18 J. und 19 M. (1.-4. Kl.)
§ Methode:
§ Plan des Schulraums und Instruktionen
§ Grün (gerne/erhalten), Gelb (wird nicht benutzt),
Rot (ungern/verändern)
§ Interview/Gespräch mit jedem Kind
§ Ort und Zeit: Betreuungsraum, nachmittags
vgl. Schlüter, 2016; Dubbert, 201657
Beispiel Fazit und Ausblick Subjektive Schulkarte
Fußball:
§ Bei einem Teil der Kinder sehr beliebt
§ Bei einem großen Teil unbeliebt (immer
besetzt und raumgreifend)
§ Überwiegende Teil des Schulhofes für
Fußball genutzt
Ø Fußball auslagern
Ø Evtl. Kooperation mit nahegelegenem
Fußballverein/ Offene Turnhalle/ …
vgl. Schlüter, 2016; Dubbert, 201658
Beispiel Fazit und Ausblick Subjektive Schulkarte
Gebüsch:
§ Nutzung des Gebüsches ist nicht erlaubt
§ Gebüsch wird als „illegaler“ Rückzugsort
empfunden
Ø Rückzugsmöglichkeiten erhalten und
„legalisieren“
Ø Mehr Rückzugsmöglichkeiten auf dem
Schulhof schaffen
vgl. Schlüter, 2016; Dubbert, 201659
Nadelmethode
§ Ziel: Schnelle Bestimmung von (un-)beliebten
(Schul-)Räumen, Aussagen über die Qualität
der (Schul-)Räume im Gespräch
§ Gruppengröße: Kleingruppen
§ Methode:
§ Nadeln in bestimmten Farben, z.B. für Alter
und Geschlecht
§ mehrere Karten, z.B. des Schulhofes, des
gesamten Schulraums, des Stadtteils auf
Pinnwand (DIN A3)
§ Ort und Zeit: Flexibel, Kooperative oder
(ganztags-)schulinterne Planung
mod. nach Deinet & Derecik, 2016; Deinet & Krisch, 200960
Beispiel Durchführung Nadelmethode
§ Ziel: Welche Freizeitmöglichkeiten im Stadtteil werden von
den Kindern genutzt?
à Aufgabe: „Markiere drei Orte und Treffpunkte, an
denen du gerne deine Freizeit verbringst. Kommentiere
deine Nadeln“
§ Gruppengröße: 4 Gruppen a 6-8 Kinder (3.-4. Kl. OGS)
§ Methode:
§ Nadeln in Grün (4. Kl., m), Orange (4. Kl., w), …
§ Kinderverkehrsstadtplan (Eller/Vennhausen), …
§ Ort und Zeit: Ganztagschulinterne Planung,
Betreuungsraum, …
Kriegelstein, 201661
Beispiel Ergebnisse Nadelmethode
Anzahl_ Anzahl_ Anzahl_
Name_Ort Kommentare Kommentare …
Kl. 3_m Kl. 3_w Kl. 4_m
Abenteuer-
Buden bauen,
spielplatz 13 10 Tiere füttern, … … …
Feuer machen, …
Eller
Skatepark
5 … … … … …
Deutzer Str.
Sportplatz am
3 … … … … …
Kiweg
… … … … … … …
vgl. Kriegelstein, 201662
Beispiel Ergebnisse Abenteuerspielplatz Eller (n 37)
Kommentare Nennungen
"Buden bauen" 1
"sich verstecken" 5
"man kann gut klettern und spielen" 2
"Stockbrot" 3
"Tiere füttern/ streicheln" 4
"Freunde treffen" 1
… …
vgl. Kriegelstein, 201663
Beispiel Fazit und Ausblick Nadelmethode
§ Einige Dritt- und Viertklässler besuchen
regelmäßig den nahegelegenen Jugendclub
„Eller Aue“ im Anschluss an die OGS
§ Kontaktaufnahme bereits erfolgt
Ø gemeinsame Projekte im neuen Schuljahr
(Offenes freizeitpädagogisches Angebot,
Abenteuer- und Erlebnissport)
Ø Zeiten für Ferienprogramme beider
Einrichtungen anpassen, um gesamte
Ferienzeit abzudecken
Kriegelstein, 201664
Autofotographie
§ Ziel: Sammlung subjektiver Eindrücke und
Bewertungen von Schulräumen
§ Gruppengröße: Kleingruppen oder Einzeln
§ Methode:
§ Erzählgenerierende Einleitung und Instruktionen
§ Kamera oder Smartphone, mit der/dem die
Heranwachsenden eigenständig über mehrere
Tage aussagekräftige Fotos machen können
§ Entstandene Fotoreihe wird von
Heranwachsenden und Fachkräften interpretiert
und dokumentiert
§ Ort und Zeit: Flexibel
mod. nach Deinet & Derecik, 2016; Deinet & Krisch, 2009; Schlüter, 201665
Beispiel Durchführung Autofotographie
§ Ziel: Welche Schulräume sind bei den Kindern besonders (un-)beliebt?
à Aufgabe: „Eure Tante aus Australien, die noch nie in deiner Schule war, kommt euch
besuchen. Du möchtest vorher ihr eine Fotogeschichte von (un-)beliebtesten
Schulräumen schicken. Welche Bilder gehören in die Geschichte?“
§ Gruppengröße: Schulklasse (ca. 30 SuS)
§ Methode:
§ Kinder machen eigenständig Fotos von ihren (un-)beliebtesten Schulräumen
§ Fachkräfte drucken die Fotos aus oder präsentieren sie digital
§ Gemeinsames Gespräch über Fotoserie, evtl. Präsentation der Ergebnisse (z.B.
Fotoausstellung)
§ Ort und Zeit: flexibel
Deinet & Krisch, 2009; Dubbert, 201666
Beispiel Fazit und Ausblick Autofotographie
Basketballkorb:
§ Basketballkorb wird nur selten genutzt
§ mehrfach wird geäußert, dass dieser „im
Weg“ steht
§ Da es kein eingezeichnetes Fußballfeld
oder gar Tore gibt, geben Kinder an, den
Basketballkorb als Torpfosten
„umzunutzen“
Ø Evtl. Kooperation mit nahegelegenem
Fußballverein/ Offene Turnhalle/ …
vgl. Schlüter, 2016; Dubbert, 201667
Beispiel Fazit und Ausblick Autofotographie
Spielehaus:
§ Spielehaus wird vom überwiegenden Teil
der Kinder positiv bewertet
§ Mehrere Kinder können das Spielehaus
nicht nutzen, weil sie keinen Leihausweis
(mehr) haben
Ø Neue Leihausweise organisieren
vgl. Schlüter, 2016; Dubbert, 201668
Schulraumbegehung
§ Ziel: Sammeln von Eindrücken der Schulräume sowie
ihre Qualitäten aus der Perspektive von Kindern und
Jugendlichen
§ Gruppengröße: Kleingruppen (möglichst nach Alter
und Geschlecht differenziert)
§ Methode:
§ Sichtung der Schulräume aus der Sicht von Kindern
und Jugendlichen
§ Beobachtungsprotokoll
§ Hilfsmittel: Kamera oder Smartphone, Karten,
Diktiergerät
§ Ort und Zeit: Flexibel, kooperative oder (ganztags-)
schulinterne Planung
mod. nach Deinet & Derecik, 2016; Deinet & Krisch, 2009; Schlüter, 201669
Beispiel Schulraumbegehung
§ Ziel: Auffinden von Lieblings- und Stressplätzen der
Schüler*innen
à Aufgabe: „An welchem Ort geht es dir besonders
gut? An welchem Ort fühlst du dich nicht wohl/hast
du Stress?“
§ Gruppengröße: 24 SuS (12 GTS/ 12 HTS)
§ Methode:
§ Kennzeichnen der Orte mit Symbolen
§ Fragestellungen fürs Gespräch: „Warum ist dies dein
Liebster Ort? Was tust du hier? Mit wem?“, …
§ Ort und Zeit: Schulräume, vor- und nachmittags
Kriegelstein, 201670
Beispiel Auswertung Schulraumbegehung
Lieblingsort: Baumhaus
Junge HT 2 Klasse
Hier spiele ich gerne mit meinen
Freunden fangen
Jäger & Karatekin, 201671
Auswertung
Stressort: Aufstellplatz
Mädchen HT 2 Klasse
Kinder drängeln hier und
schmeißen mit den Tonis rum
oder treten dagegen
Jäger & Karatekin, 201672 4 Fazit und Diskussion
73
Möglichkeiten zur Partizipation bei der Schulraumentwicklung
(Fächerübergreifender-) Projekttage bzw.
Ganztagsangebot
Unterricht -woche
Kooperative Sozialräumliche
Zukunftswerkstatt
Planung Verfahren
Derecik, 201574
Fazit zu sozialräumlichen Verfahren
§ analytisch (Sicht der Heranwachsenden), animierend (aktivieren und machen Spaß),
partizipativ (Expertenstatus)
§ angemessene und sinnvolle Möglichkeit Sichtweise auf kindliche und jugendliche Schulräume
darzustellen
§ Methoden sind gut kombinierbar und ergänzen sich
§ Ergebnisse werden gut visualisiert und sind augenblicklich erkennbar
§ niederschwellige Kommunikation z.B. über (un-)beliebte und potentielle Schulräume
§ differenzierte Aussagen über die jeweiligen alters- und geschlechtsspezifischen Präferenzen
§ z.T. Aufdecken von differenter Wahrnehmung zwischen Heranwachsenden und Pädagogen
§ Einbinden in Rückmeldeschleifen mit konkreten Ergebnissen und Fragestellungen
§ Schulleitung, (Sport-)Kollegium, …
§ Klassenrat, Schülerparlament, …
§ partizipative Gestaltung einzelner Aspekte der Schulraumentwicklung
§ Gebührende Feier
Deinet & Derecik, 201675
Fragen, Zusammenhänge, Ideen und Anmerkungen
s !
Aug
FY
1876
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Dr. Ahmet Derecik
Sportpädagogik und -didaktik
Ruhr-Universität Bochum
Gesundheitscampus-Nord 10
44801 Bochum
ahmet.derecik@rub.de
https://www.sozialraum.de/ http://www.spowiss.ruhr-uni-
methodenkoffer/ bochum.de/spopaed/mitarbeiter/derecik.html77 Aufgabe Adaptieren Sie die sozialräumlichen verfahren auf Bedarfe an Ihrer Schule. Entwickeln Sie dafür für ein bis zwei sozialräumliche Verfahren erste Ideen zur Zielsetzung, Gruppengröße, Methode sowie Ort und Zeit (20 Min.) Tauschen Sie sich in Ihrer Gruppe (4 Gruppen) über Ihre Ergebnisse aus (25 Min.) Stellen Sie Ihre Ergebnisse dem Plenum vor
Literatur
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ISA.
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Votum.Bildquellen
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content/uploads/2021/02/Architektur20und20Stadtplanung20E2809320zwei20unterschiedliche20Bereiche.jpg
§ Kinder im Fußballkäfig: https://www.ganztagsschulen.org/_img/article/13J_MG_5156_rdax_800x533.png
§ Galopprennbahn Bremen: https://www.weser-
kurier.de/cms_media/module_img/5700/2850466_1_articlefancybox_Rennplatz_180918_0650.jpg
§ Nadelmethode: http://www.sozialraum.de/assets/images/methoden/nadelmethode.jpg
§ Autofotographie:
https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/none/path/s1dd7a13f0451e7d7/image/i48ed3b96b757a1bb/version/1476395793/image.jpg
§ Schulbegehung:
https://static.wixstatic.com/media/08e8e8_2d5f0c257a514b8191537e3cd6808f7a~mv2.jpg/v1/fill/w_701,h_656,al_c,q_90/08e8e8_2d5f0c257
a514b8191537e3cd6808f7a~mv2.jpgSie können auch lesen