OLYMPIA REPORT SPEZIAL: ALLES ZUR MÖGLICHEN OLYMPIABEWERBUNG INNSBRUCK-TIROL 2026 - ÖOC
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Österreichische Post AG / Sponsoring.Post
Verlagspostamt 1030 Wien
Offizielles Magazin des Österreichischen Olympischen Comités Vertragsnummer: 07Z037250 S
2|2017
+++ OLYMPIA REPORT SPEZIAL: ALLES ZUR MÖGLICHEN OLYMPIABEWERBUNG INNSBRUCK-TIROL 2026 +++OLYMPIA REPORT Inhaltsverzeichnis
Interview mit Dr. Karl Stoss und Dr. Peter Mennel:
Über Olympia 2026 und den Countdown Richtung Pyeongchang 2018 ................ 6
Eine einmalige Chance für Tirol ......................................................................... 9
Olympia 2026 im Fakten-Check ....................................................................... 14
EINE EINMALIGE AB SEITE
CHANCE FÜR TIROL
9 „Wir wollen die Chance nutzen” Botschafter für Olympia 2026 ............................. 16
Interview mit Benni Raich und Toni Innauer .......................................................... 20
Botschafter machen mobil................................................................................. 22
Zeitreise Olympia in Innsbruck........................................................................... 24
Kaiserlicher Ritt zu historischem Gold –
Als sich Franz Klammer seinen Olympia-Traum erfüllte............................................ 32
In the summertime Olympia-Stars im Sommer ....................................................... 36
In the summ
ertime... -Stars im Somm
er
ÖOC-Olympia Erfolgsprojekt Austria House boomt .................................................................... 38
SEITE
36 Olympia live erleben
Beach, Pistenzauber & Party – warum sich die Reise nach Korea lohnt ..................... 42
„Österreichs Profil stärken”
WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser über das Austria House ............... 46
Ein starkes Duo: Brot und Spiele
Backaldrin – The Kornspitz Company goes Pyeongchang...................................... 48
„Medienpräsenz nutzen, Plattform bieten”
Münze Österreich-Generaldirektor Gerhard Starsich im Interview ............................ 52
Mit Axess ins Austria House – ÖOC nutzt weiter die Technik „Made in Austria“ ........ 54
ERFOLGSPROJEKT
AUSTRIA HOUSE
38
Starker Support durch Lenz – Partnerschaft mit Traditionsunternehmen
BOOMT SEITE bis Olympia 2020 verlängert ........................................................................... 56
Sicherheit als höchste Priorität – Wiener Städtische ist offizieller Versicherer
des Olympic Team Austria ................................................................................ 58
Olympia-Sportler in Fahrt – ÖOC-Mobilitätspartner Toyota Frey Austria
erweitert Kooperationsvertrag............................................................................ 60
SEITE
62 Fünf Medaillen für die Stars von morgen
Youth Olympic Team Austria holt einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze....... 62
Youth Olympic Team Austria--Look ...................................................................... 64
Györ im Tagesrückblick .................................................................................... 68
FÜNF MEDAILLEN FÜR
DIE STARS VON MORGEN Olympic Day – Blick hinter die Kulissen der Olympiazentren .................................. 80
„I believe in you” – Gemeinsam kämpfen, gemeinsam durchstarten ......................... 84
Cover (von links oben nach rechts unten): Egon Zimmermann bei seinem Abfahrtsolympiasieg am Patscherkofel 1964 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck; Franz Klammer bei seinem
Abfahrtsolympiasieg ebendort 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck; der dreifache Goldmedaillengewinner Marco Schwarz bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck
2012; brennt das Olympische Feuer erneut im Jahr 2026 in Innsbruck?
IMPRESSUM
Medieninhaber: Österreichisches Olympisches Comité, Rennweg 46–50/Stiege 1/Top 7, 1030 Wien
Telefon: +43 1 799 55 11, www.olympia.at, office@olympia.at
Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Peter Mennel
Leitung: Florian Gosch, Wolfgang Eichler
Redaktion: Daniel Winkler, Stephan Schwabl, Birgit Kainer, Helena Rastl
Lektorat: Mag. Gabriele Fernbach
Fotos: GEPA, ÖOC, EYOF Györ 2017, Pyeongchang 2018, Werek/Schaad
Grafik & Design: Robl Design
Druck: Ferdinand Berger & Söhne, Horn
Blattlinie: Überparteiliche und überregionale Zeitschrift, die mehrmals im Jahr herausgegeben wird.
Informationsschrift für den Olympischen Sport in Österreich
1Höchstleistung aus Österreich
Das gesamte Doppelmayr-Team gratuliert den jungen Athleten, die in Györ ihr Bestes gegeben haben und mit ihren
hervorragenden Leistungen Österreich vertreten haben. Der nächste olympische Event steht bereits vor der Türe:
Doppelmayr ist stolz, gemeinsam mit dem ÖOC in PyoengChang 2018 die Nummer-eins-Position der österreichi-
schen Wintersportkompetenz repräsentieren zu dürfen und drückt allen Athleten, die sich bereits für die olympischen
Bewerbe vorbereiten, schon jetzt die Daumen.
www.doppelmayr.com
... zu Höchstleistungen.
Von Herausforderungen ...
Doppelmayr Seilbahnen GmbH, Konrad-Doppelmayr-Straße 1, Postfach 20, 6922 Wolfurt / ÖsterreichOLYMPIA REPORT Editorial
Ja zu Olympia!
Das Thema Olympia 2026 ist – zu- völkerung für die olympische Idee zu
mindest in Tirol – längst in aller begeistern. Das heißt zum einen, sie
Munde. Mitte Juni wurde die knapp davon zu überzeugen, dass sie an der
200-seitige Machbarkeitsstudie prä- Volksbefragung teilnehmen sollen,
sentiert, Mitte August entstand daraus und zum anderen, ihnen bewusst zu
das sogenannte „Tiroler Angebot“, machen, welche Chancen sich mit
d. h. der Vorschlag von Innsbruck/Ti- der Durchführung der Winterspiele
rol, zu welchen Rahmenbedingungen eröffnen.
man bereit sei, für die Olympischen Der Zeitpunkt für eine Kandidatur
Winterspiele 2026 zu kandidieren. könnte nicht besser sein: Durch die
Klein und fein müssen sie sein, Agenda 2020 haben sich seitens
zu 100 Prozent mit Tiroler Know- des Internationalen Olympischen
how versehen, mit Sportstätten, die Komitees die Rahmenbedingungen
ÖOC-Präsident allesamt schon bestehen. Konkret grundlegend geändert. Die Spiele sind
Dr. Karl Stoss
gesprochen: Die Ski Alpin-Bewerbe jetzt endlich auch wieder für kleinere
würden – so lautet die derzeitig prä- Länder leistbar. Nachhaltige Konzepte
ferierte Variante – im WM-erprobten werden bevorzugt behandelt. Dazu
St. Anton stattfinden, Biathlon in kommt ein klares Bekenntnis, die
Hochfilzen, nordische Disziplinen Spiele nach drei Auftritten in Asien
wären in Seefeld (WM-Schauplatz wieder nach Europa, genauer an tra-
2019) gut aufgehoben, Eisschnelllauf ditionelle Wintersport-Destinationen
käme im benachbarten Inzell zur vergeben zu wollen. Dorthin, wo
Austragung, Snowboard & Freestyle das notwendige Know-how und die
in Kühtai, Eröffnungs-, Schlussfeier, entsprechende Sport-Begeisterung seit
Short Track, Eiskunstlauf, Skisprin- Jahrzehnten vorhanden sind, man kei-
gen (Bergisel, Großschanze) und Cur- ne Überzeugungsarbeit mehr leisten
ling in Innsbruck. Die Veranstaltungs- muss. Sprich: Spiele, wie Athleten sie
orte sind allesamt direkt mit der Bahn lieben.
erreichbar, der Individualverkehr wäre Innsbruck hat 2012 mit der Premi-
begrenzt. Die Zuschauerkapazitäten ere der Olympischen Jugendspiele
richten sich nach regionalen Erfah- gezeigt, wie kleine, sympathische
rungswerten, nicht nach Vorgaben, die Winterspiele aussehen könnten. Das
von den internationalen Fachverbän- Feedback der 70 teilnehmenden
den diktiert werden. Was wiederum Nationen war ausnahmslos positiv.
heißt: Alles bleibt im machbaren, Der finanzielle Überschuss kam bzw.
leistbaren Rahmen. kommt nach wie vor direkt dem Tiro-
Am 15. Oktober – am Tag der Nati- ler Sport zugute. 2026 hätten wir die
onalratswahl – wird in Tirol darüber Möglichkeit, auch bei traditionellen
abgestimmt, ob Innsbruck/Tirol eine Olympischen Spielen einmal mehr
Bewerbung für die Winterspiele 2026 neue Wintersport- bzw. Olympische
vorantreiben soll. Bis dahin gilt es, Maßstäbe zu setzen.
einen möglichst großen Teil der Be-
Dr. Karl Stoss
Präsident des Österreichischen
Olympischen Comités
3OLYMPIA REPORT Editorial
Vorzugs-Zeugnis
Die interne Stunde der Wahrheit bei die Olympia-Stars bei traditionellen
Großevents schlägt fürs Österreichi- Spielen. Das beweist aber auch, dass
sche Olympische Comité traditionell wir uns dem stetig steigenden Niveau
immer mit ein paar Wochen Ver- im Nachwuchsbereich auch punkto
spätung und zwar dann, wenn nach Umfeld und Infrastruktur anpassen
einem Event, die Umfrageergebnisse und es schrittweise weiterentwickeln.
über sämtliche ÖOC-Dienstleistungen Insgesamt 34 BetreuerInnen haben
am Tisch liegen. Seit London 2012 sich in Ungarn eine Woche lang um
gibt es diese Routine: Sportler, Be- 51 Nachwuchs-AthletInnen bemüht.
treuer, Offizielle bewerten anonym Wir können davon ausgehen, dass
alle relevanten Bereiche, von der unser Betreuerstab im nächsten Jahr
medizinischen Betreuung über logis- – bei den Olympischen Jugendspielen
tische Vorbereitung, über Vorträge in Buenos Aires (mit 3.500 Athleten
ÖOC-Generalsekretär und Workshops beim Kick-off bis hin aus knapp 100 Nationen) weiter an-
Dr. Peter Mennel
zu den einzelnen Wettkampfstätten. wachsen wird. Und zwar nicht zwin-
Jedes kleinste Detail wird analysiert, gend der guten Noten wegen, sondern
mit dem Ziel das ÖOC-Servicean- mit dem Ziel, Österreichs beste
gebot laufend zu überdenken und NachwuchssportlerInnen bestmöglich
verbessern zu können. auf eine professionelle Sportkarriere
Die Manöver-Kritik des „Youth vorzubereiten.
Olympic Team Austria“ bei den Eu- Eva-Maria Brem, Mirna Jukic, Mi-
ropäischen Olympischen Jugendspie- chaela Kirchgasser, Christine Scheyer,
len in Györ übertraf alle bisherigen Anna Veith, Lukas Weißhaidinger,
Bestmarken. „Schulnoten“ von 1 bis Dominik Landertinger oder Marco
2 sind bei solchen Analysen schon die Schwarz haben allesamt den Sprung
Regel, im Falle von Györ waren No- von Europäischen Olympischen Jug-
ten über 1,5 (zwischen Sehr gut und endspielen in die absolute Weltklasse
Gut) bereits außerhalb der Norm. Das geschafft. Es wäre ganz in unserem
beweist zum einen, dass wir die inter- Sinne, dass möglichst viele Namen
ne Vorgabe ernst nehmen, Jugendliche aus Györ ebenfalls Aufnahme in diese
genauso professionell zu betreuen wie Liste finden.
Dr. Peter Mennel
Generalsekretär des Österreichischen
Olympischen Comités
4DAS
ERSTE
MAL...
Aufbruch zu Der Weg zur Spitze in einem neuen Exportland hat seine eigenen Regeln. Schneller voran
kommt der, der Abkürzungen kennt und schwierige Passagen gekonnt umgehen kann.
neuen Märkten. Die AußenwirtschaftsCenter der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA sind Ihr Basislager
für erfolgreiche Unternehmungen in neuen Zielmärkten – unsere Wirtschaftsdelegierten
vor Ort Ihr erfahrener Bergführer. So gelingt jede „Erstbesteigung“ ohne Stolpersteine.
Mehr auf wko.at/aussenwirtschaft/DasErsteMalINTERVIEW
mit Dr. Karl Stoss und Dr. Peter Mennel
„FÜR RÜCKKEHR IN
TRADITIONELLE WINTER-
SPORTDESTINATIONEN“
Über Olympia 2026 und den Countdown Richtung Pyeongchang 2018
Ö OC-Präsident Karl Stoss und Gene-
ralsekretär Peter Mennel konnten
von einem „Sommerloch“ – sprich
OLYMPIA REPORT: IOC-Präsident
Thomas Bach stattete Wien zum ersten
Mal seit Juni 2015 einen Kurzbesuch
begrüßen würde, stand außer Frage.
Das hat Bach auch den österreichischen
Medien gegenüber ganz klar bekräf-
mangelnder Arbeit zur Urlaubszeit ab. Anlass war die Beachvolleyball- tigt. Die IOC-Exekutive hat im Juli
– nur träumen. Die To-do-Liste wird WM auf der Donauinsel. Blieb da auch beschlossen, den Kandidatur-Prozess
zunehmend länger. Noch sind es wenige Zeit, über olympische Themen mit ihm für 2026 zu vereinfachen und stark zu
Wochen zur Volksabstimmung über zu sprechen? verkürzen – mit dem Ziel, die Bewer-
Olympia 2026 in Tirol. Auch die Olym- Karl Stoss: „Natürlich. Thomas Bach bungskosten stark zu reduzieren. Auch
pischen Winterspiele in Pyeongchang ab war ganz klar in seinen Aussagen für die Durchführung der Spiele gibt
9. Februar 2018 rücken zusehends näher. für nachhaltige Spiele. Er ist gegen es deutliche Signale, dass nachhaltige
An Gesprächsthemen für das aktuelle Neubauten, wenn es adäquate be- Spiele nicht nur erwünscht, sondern in
Olympia-Report-Interview mangelte es stehende Sportstätten gibt. Er ist für Zeiten wie diesen unabdingbar sind.
nicht. eine Rückkehr in traditionelle Win- Alles Fakten, die für eine Tiroler Be-
tersportdestinationen. Dass das IOC werbung sprechen.“
eine Bewerbung von Innsbruck/Tirol
6„Wir begrüßen nachhaltige Spiele. Wir wollen wie-
der zurück zu den traditionellen europäischen Win-
tersportorten“, betonte IOC-Präsident Thomas Bach
bei seinem Kurzbesuch in Wien. Innsbruck-Bürger-
meisterin Christine Oppitz-Plörer, Landeshauptmann
Günther Platter und ÖOC-Generalsekretär Peter
Mennel bei der Präsentation des Tirol-Angebots in
Innsbruck.
Peter Mennel: „Die Zahl – 925 Millio- eine neue Gesprächskultur gibt. Und als Profisportlerinnen und Profisportler
nen US-Dollar an Sach- und Geldleis- man braucht sich nur beide Konzepte vorbereiten. Olympiasieger Christoph
tungen für eine etwaige Durchführung im Detail anschauen. Da fehlen teure Sieber ist in seiner Rolle als Chef de
der Winterspiele – wurde vom IOC Neubauten, da wird Nachhaltigkeit Mission das passende Vorbild.“
ebenfalls schon bestätigt. Diese Gelder großgeschrieben. Da liegen wir mit OLYMPIA REPORT: Noch sind’s nur
fließen nur, wenn Innsbruck/Tirol die dem redimensionierten, regional ange- mehr wenige Monate bis zu den Olym-
Spiele durchführt. Einnahmen, die Ös- passten Tiroler Angebot goldrichtig.“ pischen Winterspielen in Pyeongchang.
terreich, die Tirol, den Sportverbänden Stoss: „Um Toni Innauer zu zitieren: Es Der Austria-House-Vertrag wurde am
und nicht zuletzt den Vereinen zugute sind die Vereine wie der SC Bergisel, 20. Juli unterzeichnet. Wie laufen die
kommen würden.“ der profitiert, wenn wegen Olympia die Vorbereitungen?
Schanze modernisiert, adaptiert wird. Mennel: „Wir haben uns wieder einen
OLYMPIA REPORT: Womit wir beim Mit diesen Olympia-Projekten werden nahezu idealen Standort sichern kön-
Thema Innsbruck 2026 wären. Hätte sich neue Nachwuchsspringer um vie- nen, mit sehr guter Anbindung ans Me-
eine Innsbrucker/Tiroler Bewerbung les leichter finden lassen. Und das gilt dienzentrum, an die Wettkampfstätten
tatsächlich eine Chance? für alle Sportarten …“ und ans Olympische Dorf. In Sotschi
Stoss: „Benni Raich hat das bei der hatten wir nicht weniger als 66 Olym-
Botschafter-Präsentation am Bergisel OLYMPIA REPORT: Während des Bach- piasieger zu Gast, rund 6.300 Ehren
treffend formuliert. Da hat sich jetzt Besuchs in Wien liefen gerade die Eu- gäste sowie knapp 20.000 Gäste im
ein Zeitfenster aufgetan, weil sich die ropäischen Olympischen Jugendspiele öffentlichen Bereich. Diesen Anspruch
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Györ – mit 51 österreichischen haben wir natürlich auch fürs Austria
geändert haben. Ich glaube auch, dass Aktiven. Wie zufrieden sind Sie mit der House 2018. Insgesamt haben wir auf
die Chancen noch nie so realistisch wie sportlichen Bilanz von fünf Medaillen, zwei Stockwerken eine Fläche von
jetzt waren. Weil es beim IOC durch eine davon in Gold? 1.200 Quadratmetern zur Verfügung
die Agenda 2020 auch für kleine Län- Stoss: „Das letzte Mal haben wir vor – mit einem Veranstaltungsbereich für
der wieder leistbar ist, für Winterspiele 8 Jahren mehr Medaillen geholt (Anm.: Abend-Empfänge, eine Großküche
zu kandidieren. Weil auf die regionalen Tampere/FIN, 8 Medaillen – 2 x Gold, sowie eine Backstube, eine Bar, eine
Bedürfnisse mehr Rücksicht genom- 2 x Silber, 4 x Bronze). Mit der Aus- Business-Lounge, das ORF-Studio,
men wird. Diese sich bietende Chance beute sind wir sehr zufrieden, auch einen Pressekonferenz-Raum, Medien-
sollten wir nutzen!“ generell mit dem Auftreten der Mann- Arbeitsplätze usw. Die Aufbauarbeiten
Mennel: „Die Vergabe der Sommer- schaft. Uns ist wichtig, dass wir den werden im November beginnen.“
spiele 2024 und 2028 für Paris und Los Jugendlichen die olympische Dimensi-
Angeles hat gezeigt, dass es beim IOC on näherbringen, sie auf eine Karriere
7Mittlerweile gibt es mehr als 1.100
Unterstützerinnen und Unterstützer der
Bewegung Innsbruck-Tirol 2026.
Die Olympiabotschafterinnen Janine
Flock (Skeleton) und Daniela Iraschko-
Stolz (Skispringen)
8OLYMPISCHE SPIELE Innsbruck 2026
EINE EINMALIGE
CHANCE FÜR TIROL
Machbarkeitsstudie bestätigt direkten Nutzen für Bevölkerung
A m 15. Oktober stimmt die Tiroler Bevölkerung über eine potentielle Olympia-
Bewerbung von Innsbruck/Tirol für die Winterspiele 2026 ab. Der Experten-
check – im Rahmen der knapp 200-seitigen Machbarkeitsstudie – machte deutlich,
dass nachhaltige, ökologische und finanziell leistbare Spiele möglich sind. Das
Tiroler Angebot soll aber vor allem eines deutlich machen: den direkten Nutzen für
die Bevölkerung.
9„SOLL DAS LAND TIROL EIN SELBSTBEWUSSTES ANGEBOT FÜR
NACHHALTIGE, REGIONAL ANGEPASSTE SOWIE WIRTSCHAFTLICH
UND ÖKOLOGISCH VERTRETBARE OLYMPISCHE UND PARALYMPISCHE
WINTERSPIELE INNSBRUCK/TIROL 2026 LEGEN?“ Frage an die Tiroler Bevölkerung für die Volksbefragung am 15. Oktober
Die Frage an die Tiroler Bevölkerung für US-Dollar in Aussicht gestellt worden. mal temporäre Anlagen für Olympia
die Volksbefragung am 15. Oktober ist Das sind Gelder, die nur im Falle der (Slopestyle, Big Air) errichten zu wollen.
durchaus politisch formuliert: „Soll das Durchführung fließen. Olympia ist eine
Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für Win-win-Situation für den Tiroler Sport, Derzeit werden folgende Schauplätze
nachhaltige, regional angepasste sowie für die Tiroler Vereine. Es geht einer- präferiert:
wirtschaftlich und ökologisch vertretbare seits darum, Tirol als Wintersportregion
Olympische und Paralympische Winter- weltweit zu positionieren. Es geht auch • Hochfilzen – Biathlon
spiele Innsbruck/Tirol 2026 legen?“ darum, das unumstritten vorhandene • Innsbruck – Bob, Rodeln, Skeleton,
Know-how, wenn es ums Veranstalten Eisschnelllauf, Curling, Eiskunstlauf, Eis-
Für ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel von Sport-Events geht, für die weltweit tanzen, Eröffnung, Schlussfeier, Olym-
liegt die Antwort auf der Hand: „Der größte Bühne des Sports zu nutzen. Und pisches Dorf, Short Track, Skispringen,
Kurswandel des IOC ist Fakt, auch die wir sollten schleunigst eine neue Sport- Großschanze
Tatsache, dass Winterspiele zurück nach kultur vermitteln, die unsere Kinder und • Inzell/GER – Eisschnelllauf
Europa an traditionelle, erprobte Standor- Jugendlichen wieder verstärkt zum Sport • Kühtai – Snowboard, Ski Freestyle,
te müssen. Innsbruck/Tirol wäre prädesti- bringt. Das lässt sich bekanntermaßen Ski-, Snowboard-Cross
niert, moderne, nachhaltige Spiele – nach am besten mit Vorbildern, mit Sport-Stars, • Seefeld – Ski Nordisch
dem Motto: small but beautiful – zu bewerkstelligen. Olympia 2026 käme da • St. Anton am Arlberg – Ski Alpin
organisieren.“ als Turbo gerade recht.“
Als potentielle Trainingsstätten sind
Was Innsbruck und Tirol davon hätten? Zentraler Punkt einer potentiellen Bewer- Obertilliach und die Axamer Lizum im
Mennel: „Vom IOC sind Geld- und bung ist die Tatsache, nur auf bestehende Gespräch.
Sachleistungen in der Höhe von 925 Mio. Sportstätten zurückzugreifen bzw. maxi-
10Olympia-Aspekte:
Die positiven
• Impuls für leistbares Wohnen: Durch Olympia werden rund sungen gesichert. Das sind Investitionen in den regionalen
400 gemeinnützige Wohnungen in Innsbruck entstehen und Lebensraum, von denen die Bevölkerung konkret profitiert.
nachhaltig der Bevölkerung zur Verfügung gestellt.
• Förderung der Gesundheit & Sportbegeisterung: Olym-
• Neue Arbeitsplätze werden geschaffen: Die Impulse für pische Winterspiele wecken Emotionen und Euphorie
den Wirtschaftsstandort liegen auf der Hand – alleine – gerade auch für Sport-Stars als Vorbilder für unsere
im Rahmen der Organisation rund um die Olympischen Gesellschaft. Aktuelle Studien belegen, dass in Österreich
Winterspiele 2026 werden an die 1.000 Personen für fünf nur mehr 28 % der Kinder und Jugendlichen ausreichend
Jahre Beschäftigung finden. Für ganz Tirol sollten bis zu Sport betreiben. Winterspiele können ein wichtiger Motor
10.000 neue Jobs entstehen. für die gezielte Forcierung des Schulsports sein.
• Investitionen fließen in den regionalen Wirtschaftsraum: • Stärkung des Qualitätstourismus & Ausbau der Wertschöp-
Die Durchführung Olympischer Spiele löst Investitionen fung: Tirol hat als erfolgreichstes Tourismusland der Alpen
aus, die den regionalen Wirtschaftsraum stärken. Das seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Als die weltweit füh-
IOC garantiert Sach- und Geldleistungen in der Höhe von rende Olympia-Region kann Innsbruck/Tirol seinen Wert
925 Mio. US-Dollar. Geld, das Tirol zugute kommt und nur dennoch weiter steigern und damit mehr an Qualität und
fließt, wenn Olympia tatsächlich nach Tirol kommt. Zudem Wertschöpfung erreichen – in klassischen Hotelbetrieben
erhöht sich die Wertschöpfung zusätzlich durch mindestens ebenso wie im Bereich der Privatzimmervermieter.
50 sportliche Test-Events im Vorfeld der Spiele und viele
Trainingswochen für potentielle Olympia-Starter in den • Steigerung der weltweiten Bekanntheit & Beliebtheit:
regionalen Trainingszentren. Lebensraum und Marke Tirol haben bereits heute höchste
Sympathiewerte. Als Wegbereiter für neue Olympische
• Modernisierung der Sportstätten & Mobilität: Obwohl keine Spiele regionalen Zuschnitts kann diese wertvolle Wahr-
Neubauten und Infrastrukturmaßnahmen notwendig sind, nehmung international weiterwachsen – gesteigerte
ist die kontinuierliche Modernisierung von Sportstätten bzw. Imagewerte auf Basis weltweiter Wahrnehmung bei zuletzt
Infrastruktur etwa im Bereich zukunftsfähiger Mobilitätslö- 2,1 Milliarden Olympia-TV-Zuschauern aus 220 Ländern.
11WIR HABEN HIER EINE EINMALIGE
CHANCE! Günther Platter, Landeshauptmann Tirol
„Mit dem Land Tirol wird es nur nachhaltig spürbar.“ Im Nachsatz stellt
nachhaltige, regional angepasste sowie sie klar: „Es sind Spiele für die nächste
wirtschaftlich und ökologisch ver- Generation. Es sind die jetzigen
tretbare Olympische Spiele geben“, Jugendlichen, die bei Olympischen
versichert Landeshauptmann Günther Spielen 2026 am Ende mitfiebern,
Platter. „Das Innsbruck/Tirol-Angebot mitarbeiten, mitgestalten und im besten
bedeutet: Unsere Spiele, nach unse- Fall sogar teilnehmen.“
ren Regeln. Kein Gigantismus, keine
neuen Sportstätten, sondern ein echter „Wir haben mit der möglichen Aus-
Mehrwert für das ganze Land. Und richtung der Olympischen Winterspiele
angesichts der Voraussetzungen muss 2026 in Innsbruck/Tirol die einmalige
klar sein: Wir haben hier eine einmalige Chance, Olympia einen neuen Anstrich
Chance!“ zu geben“, streicht Tirols Sportlandes-
Innsbrucks Bürgermeisterin Christine rat Landeshauptmann-Stellvertreter
Oppitz-Plörer erinnert sich: „Bei der Josef Geisler hervor. „Jetzt geht es
Olympischen Jugendspiel-Premiere darum, diesen Grundgedanken den
2012 wurde eine Trendwende eingelei- Tirolerinnen und Tirolern näherzu-
tet, finanziell ein Überschuss erwirt- bringen. Deshalb werden wir in den
schaftet und beispielsweise durch den nächsten Wochen eine Olympia-Road-
Wohnungsbau nachhaltig ein Mehr- show durch alle Bezirke, aber auch in
wert für die Bevölkerung geschaffen. Innsbruck veranstalten, um die Bevöl-
Olympische Spiele sind ein Motor – ein kerung umfassend über unser selbst-
Jahrzehnt würde unter dem Zeichen bewusstes Innsbruck/Tirol-Angebot zu
der Entwicklung stehen – generatio- informieren.“
nenübergreifend, nationenübergreifend,
ES SIND SPIELE FÜR DIE NÄCHSTE
GENERATION. Christine Oppitz-Plörer, Bürgermeisterin Innsbruck
12„GABRIEL – DER VERKÜNDIGUNGSENGEL“ ER LÄSST DICH STAUNEN Der Engel Gabriel: In der Kunstgeschichte und in den Religionen erscheint er als Wesen voller Überraschungen. Die Talisman-Münze aus der vierteiligen Engel-Serie lässt dich die richtige Entscheidung treffen und unverhofft eine Lösung finden. Du wirst staunen – über dich selbst! Erhältlich in Geldinstituten, in den Filialen des Dorotheums, im Sammelservice der Österreichischen Post AG, im Münzhandel, im Münze Österreich-Shop Wien sowie unter www.muenzeoesterreich.at. MÜNZE ÖSTERREICH – ANLEGEN. SAMMELN. SCHENKEN.
OLYMPISCHE SPIELE Innsbruck 2026
OLYMPIA 2026
IM FAKTEN-CHECK
1.000 Jobs, 925 Mio. vom IOC und kein Steuergeld im OK-Budget
Hand aufs Herz. Wie viel wissen Sie über eine potentielle
Olympia-Bewerbung 2026 in Innsbruck/Tirol?
Wussten Sie, dass …
… sich das Internationale Olympi-
sche Komitee an der Durchführung der Spiele
mit garantierten Finanz- und Sachleistungen in der Höhe
von 925 Mio. US Dollar beteiligt. Diese Leistungen fließen
nur, wenn die Spiele tatsächlich durchgeführt werden. Mit anderen
Worten: Dieses Geld kann nicht für andere Zwecke in Tirol ausgegeben
werden. Aber es käme direkt dem heimischen Sport zugute – z. B. für
die Modernisierung von Sportstätten, für Schulsport-Aktionen und
Nachwuchsprojekte. Ins OK-Budget des Veranstalters fließen
keine Steuergelder! Ins Budget fließen ausnahmslos private
Gelder (Ticketeinnahmen, Sponsorengelder, IOC-
Zuschüsse).
… Spiele in Innsbruck/
Tirol in der Durchführung
nicht zuletzt deshalb absolut leist-
… alleine im Organi- bar wären, weil kein teures Know-how
sationskomitee gut 1.000 neue zugekauft werden müsste, auch keine
Jobs (für rund 5 Jahre) entstehen. Der teuren Neubauten (wie Eishallen) zu
Großteil dieser Jobs wird lokal ausge- finanzieren wären.
schrieben. Der Beschäftigungseffekt für
ganz Tirol geht vom 5- bis 10-fa-
chen Wert aus.
14… die Olympischen
Winterspiele 2014 von
2,1 Milliarden TV-Zusehern in 220
Ländern/Territorien gesehen wurden.
Aufmerksamkeit ist darüber hinaus
auch im Vorfeld garantiert – mit gut
50 Test-Events und diversen
Trainingswochen.
… kaum ein Land ähnlich
viele große Sportveranstaltungen
durchführt wie Innsbruck/Tirol. Erwähnt
seien die Alpine Ski-WM in St. Anton 2001, die
Eishockey-WM 2005, die UEFA EURO 2008 und die
Handball-EM 2010 (jeweils mit Spielort Innsbruck), die
Rodel- und Biathlon-WM 2017, die bevorstehende Rad-
und Kletter-WM 2018, die Nordische Ski-WM 2019 in
Seefeld … Von den jährlichen Fixpunkten wie Hahnen-
kamm, Air & Style, diversen Weltcup-Events gar nicht
zu reden. Warum also dieses Veranstaltungs-
Know-how nicht auch für die größte Sport- … durch den
Bühne der Welt nutzen? Bau des Olympischen
Dorfs in Innsbruck 400
gemeinnützige Wohnungen
– vor allem für Jung-Familien –
entstehen würden.
… alleine die Steuer-
Einnahmen bei Olympia gut
400 Mio. Euro ausmachen. Zum
Vergleich: Die Sicherheitskosten bei
der UEFA EURO 2008 beliefen sich auf … sich nach aktuellen
36 Mio Euro. Mit anderen Worten: Die Untersuchungen nur 28 Prozent
finanziellen Einnahmen für Österreich der heimischen Kinder und Jugendlichen
werden die Ausgaben definitiv ausreichend sportlich betätigen (3 x pro Wo-
klar übersteigen. che oder mehr). In Skandinavien sind es 72 %,
in den Niederlanden sogar 90 %. Mit Olympia
ließe sich die tägliche Sportstunde flächendeckend
für Österreich umsetzen, darüber hinaus könnte
man diverse Olympia-Schulaktionen lancieren.
Die nächsten Generationen würden davon
zweifelsohne über Jahrzehnte hinaus
profitieren!
15BotschafterInnen für Innsbruck-Tirol 2016:
Benjamin Raich, Daniela Iraschko-Stolz, Janine
Flock und Toni Innauer.
OLYMPISCHE SPIELE Innsbruck 2026
„WIR WOLLEN DIE
CHANCE NUTZEN!“
Botschafter für Olympia 2026
A m Freitag, dem 18. August, stand
der Bergisel wieder einmal im
Zeichen von Olympia. Benni Raich,
darum, möglichst viele Tirolerinnen/
Tiroler davon zu überzeugen, wel-
che Chancen, welchen Nutzen eine
Toni Innauer, Janine Flock, Daniela Olympia-Bewerbung mit sich bringt.
Iraschko-Stolz, Alex Pointner, Kath- Innsbruck/Tirol wird durch Olympia im
rin Unterwurzacher … Sie alle waren Schnellgang zukunftsfit und krisensi-
gekommen, um ihre Unterstützung für cher. Unsere Kinder und Jugendlichen
eine Bewerbung von Innsbruck/Tirol wären die Nutznießer von Olympischen
für Winterspiele zu dokumentieren. Winterspielen. Jetzt geht’s darum, diese
Ihre gemeinsame Botschaft: Olympia sich bietende Chance zu nutzen.“ Seit
2026 ist eine große Chance für Öster- den 90er-Jahren waren die Rahmenbe-
reich, für Tirol und für Innsbruck. dingungen nicht mehr so günstig wie UNSERE KINDER UND JU-
gerade jetzt. „Durch die Strukturände-
Die Vorzeichen sind klar abgesteckt, rungen beim IOC sind die Spiele auch GENDLICHEN WÄREN DIE
darüber war man sich im Restaurant für kleine Nationen wieder leistbar.
1809 am Fuße des Bergisel einig. Mit Und das IOC kommt nicht umhin, NUTZNIESSER VON OLYM-
dem Land Tirol und der Stadt Inns- Winterspiele wieder an europäische
bruck wird es – das hat die Machbar- Traditionsorte zu vergeben. Innsbruck/ PISCHEN WINTERSPIELEN.
keitsstudie unmissverständlich deutlich Tirol ist mit Sicherheit ein absoluter
gemacht – nur nachhaltige, regional Vorzeige-Kandidat!“ Karl Stoss, ÖOC-Präsident
angepasste, wirtschaftlich und ökolo-
gisch vertretbare Olympische Spiele ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel
geben. Grundtenor: Unsere Spiele gibt betonte den Nutzen für die Tiroler
es nur nach unseren Regeln. Das heißt: Bevölkerung: „Die Spiele bringen
Mehrwert für Land & Leute, Nutzen eine Reihe von Einnahmen mit sich,
der lokalen Kompetenz, Zurückgreifen die nur im Falle einer Durchführung
auf bestehende Sportstätten, ein klares fließen – alleine vom IOC sind Geld-
Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr. und Sachleistungen in der Höhe von
ÖOC-Präsident Karl Stoss sprach von 925 Mio. US-Dollar garantiert. Gelder,
einer Jahrhundertchance: „Uns geht’s die Österreich, die Tirol, den Sportver-
16JED E S AB E NT E U E R IS T NUR E I N E FA HRT E N T F E R N T. R AV 4 : D E R S TA R K E HY B R ID SU V M IT ALLR AD. Nur wer neue Wege geht, kann Spannendes erleben: Als einziger Vollhybrid mit Allrad-Antrieb in seiner Klasse bringt Sie der neue RAV4 on- und offroad an jedes Ziel. Folgen Sie dem Ruf des Abenteuers – jetzt bei Ihrem Toyota Partner! Mehr erfahren: toyota.at Toyota Frey Austria Normverbrauchswerte kombiniert: 4,9 – 5,1 l/100 km, CO2-Emission kombiniert: 115 – 118 g/km. Symbolfoto.
bänden und natürlich auch den Verei- Skisprung-Olympiasieger Toni Innauer
nen zugute kommen!“ Das Konzept sprach von Spielen mit Augenmaß:
sei klar darauf angelegt, möglichst „Auch wenn Skepsis vorhanden ist
viel Nachhaltigkeit zu erzielen. „Wir und Olympia definitiv wieder kleiner, OLYMPIA, WIE ICH ES MIR
sprechen von Investitionen in die leichter finanzierbar werden muss –
Zukunft, von unmittelbarem Nutzen für unser Land hat bewiesen, dass diese VORSTELLE, WIE ES SEHR
unsere Kinder und Jugendlichen. Wir Trendumkehr erfolgreich gelingen
sehen eine Vielzahl von Chancen für kann. Das ist bei Jugendspielen 2012 GUT ZU TIROL PASSEN
Österreich, für Tirol, für Innsbruck. Die geglückt, und in diesem Sinne hat das
Olympischen Jugendspiele 2012 haben vorgelegte Konzept von Spielen in WÜRDE. Toni Innauer, Olympiasieger
den 2,5-fachen Wert der getätigten einem neuen, reduzierten Format volle
Investitionen lukriert. Ein Überschuss, Unterstützung verdient! Ich hab’ mir
der auch heute noch in den Tiroler nicht vorstellen können, dass das IOC
Sport fließt.“ die Agenda 2020 wirklich ernst nimmt. Nicht weniger als 1.100 Unterstützer/
Aber die letzten Entscheidungen haben Botschafter haben sich binnen einer
Größte Standortwerbung unserer mich eines Besseren belehrt. Das IOC Woche nach Präsentation des Tirol-
Generation musste umdenken, jetzt sind wieder Angebots in den Dienst der Sache
Doppelolympiasieger Benjamin Raich Spiele mit Augenmaß gefragt. Nachhal- gestellt. Tendenz steigend. „Wenn
ist einer der bislang 1.100 Tiroler tige, regional angepasste Spiele. Kurz – jeder in seinem engsten Umfeld 10, 20
Olympia-Unterstützer: „Die letzten Olympia, wie ich es mir vorstelle, wie Befürworter findet, dann sind wir bald
Spiele haben mir von den Rahmenbe- es sehr gut zu Tirol passen würde.“ fünfstellig …“, sprach Vorzeige-Bot-
dingungen nicht gefallen. Das ist für schafter Benni Raich und postete auf
mich nicht das Olympia, das ich sehen Janine Flock, Skeleton-Ex-Europa- seiner Facebook-Seite prompt das erste
will. Innsbruck/Tirol wäre da eine ganz meisterin und vor zwei Jahren Gesamt- UnterstützerInnen-Foto vom Bergisel.
andere Nummer, wir haben das Know- Weltcupsiegerin, ließ ihr Olympia-De- Mit dem Vermerk: „Wir wollen die
how, wir haben die Sportstätten, unsere büt Revue passieren: „Gänsehaut pur Chance nutzen!“
Bevölkerung bringt die nötige Begeis- bei der Eröffnungsfeier und gleichzeitig
terung mit. Spiele bei uns wären genau die riesengroße Herausforderung,
das, was ich meinen Kindern gerne konzentriert zu bleiben – die Spiele
zeigen würde … Als ich gefragt wurde, 2014 haben mich für meine weitere
musste ich nicht lange überlegen. Ich Laufbahn geprägt. Olympische Spiele
glaube, wir könnten da ganz besonde- im eigenen Land, das wäre ein absolu-
re Spiele organisieren, Spiele für die tes Highlight – für diese Vision lohnt es
Tiroler, Spiele für den Sport!“ sich, sich zu engagieren. Wir könnten
damit die Strukturen für den Spitzen-
sport weiter verbessern und Bewegung
in den Schulen & Kindergärten forcie-
ren – diese Chance sollten wir nutzen,
WIR HABEN DAS KNOW- die kommt so schnell nicht wieder!“
HOW, WIR HABEN DIE Daniela Iraschko-Stolz gewann bei
den Olympischen Winterspielen 2014
SPORTSTÄTTEN, UNSERE in Sotschi die Silbermedaille im
Damen-Skispringen: „Ich habe so viele
BEVÖLKERUNG BRINGT DIE Jahre darum gekämpft, dass Damen-
Skispringen endlich olympisch wird.
NÖTIGE BEGEISTERUNG Die Premiere war dann für mich das
sportliche Highlight schlechthin, erst
MIT. Benjamin Raich , Doppelolympiasieger recht mit einer Medaille um den Hals.
2026 könnte ich als Trainerin dabei
sein … Das wäre auch speziell!“
18DA BIN ICH GERNE DABEI.
DA FÜHRT MAN NIEMANDEN AN
DER NASE HERUM Toni Innauer, Olympiasieger
Interview mit Benni Raich
und Toni Innauer
Benni Raich und Toni Innauer haben
Olympia-Gold gewonnen. Beide haben
im Sport sehr viele Höhen, aber auch
Tiefen erlebt. Beide haben vor heimi-
schem Publikum Triumphe gefeiert.
Jetzt kämpfen sie Seite an Seite für eine
Olympia-Bewerbung 2026 in Inns-
bruck/Tirol. Zwei, die viel zu sagen
haben …
OLYMPIA REPORT: Wie leicht oder
schwer war es, euch zu überreden,
Olympia-Botschafter 2026 zu sein?
Toni Innauer: „Mir tut es in der Seele
weh, wenn ich sehe, was mit all den
Sprungschanzen passiert ist, die um
Abermillionen für Olympische Spiele
gebaut worden sind. Da sind seit 1984,
seit Sarajevo, eine Reihe von großar-
WIR HABEN ALLES – DAS WÄREN SPIELE, tigen Anlagen geschaffen worden, die
danach nicht mehr benötigt wurden …
WIE ICH SIE MEINEN KINDERN GERNE Jetzt gibt es die Charta 2020 und ich
habe das Gefühl, dass beim IOC gerade
ZEIGEN WÜRDE. Benni Raich, Doppelolympiasieger ein Wandel stattfindet. Ich hätte nicht
geglaubt, dass sie es wirklich so ernst
meinen. Da hat sich jetzt ein Fenster
aufgetan, weil sich die Gesamtlage im
Sport verändert hat.“
Benni Raich: „Ich habe gerade in den
letzten Wochen viele Leute getroffen,
20die selbst noch persönliche Erinnerun- tungen. Es geht um Überzeugungsar- würde. Das wären Impulse, die unsere
gen an 1964 und/oder 1976 haben, weil beit.“ Jugend näher zum Sport bringen. Als
sie Zuschauer oder Volunteer waren … OLYMPIA REPORT: Was wäre das Be- Tiroler, als Sportler kann man so ein
Die Spiele haben ihr Leben positiv be- sondere an Spielen 2026 in Innsbruck? Konzept – nachhaltig, regional ange-
einflusst. Olympia kann ein Highlight Innauer: „Bei uns ist die Sportkultur, passt – nur unterstützen.“
sein, das unserer Gesellschaft Schwung die Wintersportkultur etabliert. Da ist OLYMPIA REPORT: Ein konkretes Bei-
und Power bringt.“ Know-how, es gibt Player, die sich spiel – was ist der Nutzen von Winter-
OLYMPIA REPORT: Wie muss man sich in der Szene auskennen, und es gibt spielen 2026 vor der Haustüre?
die Botschafter-Rolle für 2026 im De- Veranstaltungen mit einer sehr langen Raich: „Sport kann extreme Begeis-
tail vorstellen? Tradition, wie etwa das Bergisel- terung auslösen. Ich habe es als sehr
Innauer: „Ich befreie mein Herz, erzäh- Springen. Innsbruck/Tirol hat etwas junger Sportler in St. Anton 2001
le von meinen Erlebnissen 1976. Ich zu bieten. So wie sie das hier anle- erlebt, als ich im Slalom meine erste
wäre viel lieber in Innsbruck Olympia- gen, passt es, weil mit Augenmaß an WM-Medaille gewonnen habe. Da
sieger geworden als in Lake Placid. Da die Sache herangegangen wird. Bei waren 50.000 am Pistenrand, noch ein-
wäre der Druck ungleich größer, wäre meinen Vorträgen kommen heute noch mal 20.000 unten im Zentrum – diese
auch die Begeisterung ungleich größer oft Leute zu mir und erzählen, dass Szenen kann ich selbst heute noch ganz
gewesen. Fakt ist: Die alte Schanze sie durch diese Spiele geprägt worden genau abrufen. Das war unglaublich.
haben sie abgerissen. Ich habe längst sind. Das gilt natürlich auch für mich. Aber nicht nur für mich, auch für Fans,
meinen Frieden mit dem Bergisel Ich kann definitiv nicht abstreiten, dass für freiwillige Helfer, für Trainer,
gefunden … Zurück zur Frage: Nicht ich olympisch befangen bin. Olympi- Funktionäre … Da schwärmen viele,
jeder hat Olympia so viel zu verdanken sche Spiele haben an sich schon eine die dabei waren, heute noch davon.“
wie ich. Es geht darum aufzuzeigen: enorme Kraft, aber Spiele daheim – das Innauer: „Da gibt es den Skiklub
Von Spielen in Innsbruck/Tirol haben ist dann noch einmal eine ganz andere Bergisel. Der hat großes Interesse, dass
alle etwas, wenn man geschickt und Hausnummer.“ die Schanze auf den neuesten Stand
klug vorgeht. Da bin ich gerne dabei. Raich: „Ich glaube, Österreich, Tirol gebracht wird. Und die haben mit der
Da führt man niemanden an der Nase würden enorm von Olympischen Nachwuchsarbeit zu kämpfen, die sind
herum.“ Spielen im eigenen Land profitieren. auf der Suche nach Talenten. Das ginge
Raich: „Es geht darum, zu informieren Wir haben alles – das wären Spiele, wie mit Olympia leichter und schneller!“
– mit einer Roadshow, bei Veranstal- ich sie meinen Kindern gerne zeigen
21OLYMPIA 2026
BOTSCHAFTER
MACHEN MOBIL
ALSO SPRACH …
... MARC PIRCHER,
VOLKSMUSIKER UND
ENTERTAINER
… „Ich bin ein
Zillertaler, aber wenn
Olympische Spiele in Innsbruck
und Tirol stattfinden, dann hat das gesamte
Land einen konkreten Nutzen – wir dürfen hier ... JULIA WECHSELBERGER,
nicht kleinkariert denken. Wenn Bekanntheit und LANDESSCHULSPRECHERIN
Begehrlichkeit für Tirol insgesamt steigen, dann
profitieren wir alle langfristig und spürbar –
und das stärkt unseren gemeinsamen … „Wenn
Lebensraum!“ die Welt zu Gast in
Tirol sein wird, dann stehen
damit für uns Jungen viele Mög-
lichkeiten und Türen offen, allen voran wieder
den Weg zum Sport und zur Bewegung in unserer
Natur zu finden – und den Blick für die Einzig-
... MARTINA BRUNNER, artigkeit unserer Landschaft. Natürlich geht es
OBFRAU DER TIROLER JUNG- auch um die Chance, Sport im Unterricht
BAUERNSCHAFT/LANDJUGEND zu forcieren.“
… „Olympia hat
über den Austragungs-
zeitraum hinaus einen enormen
Mehrwert für Wirtschaft und Tourismus,
gerade auch in unserem ländlichen Raum, den ... MARIO GERBER,
wir nachhaltig stärken müssen. Und die fundierte WIRTSCHAFTSVERTRETER,
Beschäftigung mit den Themen und die Studien HOTELIER IM KÜHTAI
haben gezeigt, dass Olympia zu unseren
Bedingungen und Möglichkeiten – auch … „Die Bewer-
in finanzieller Hinsicht – machbar bung für Olympische
ist.“ Winterspiele ist die größte
Standortbewegung meiner Genera-
tion. Damit verbunden sind die Absi-
cherung unserer positiven Zukunftsperspektiven,
Impulse für Wertschöpfung und Qualität, aber auch
ganz konkrete Investitionen und über 10.000
neue Arbeitsplätze. Tirol steigert seine Attrak-
tivität, öffnet sich der Welt – das bringt
der heimischen Jugend enorme
Möglichkeiten!“
22... PETER HABELER,
EXTREM-BERGSTEIGER, MOUNT-
EVEREST-ERSTBEZWINGER
(ohne künstlichen Sauerstoff)
... ROLAND HEBBEL, … „Small is beauti-
CEO STEINBACHER ful – das Innsbruck/Tirol
Angebot ist stimmig und für
Tirol passend. Jetzt gilt es, die
… „Zweifellos Menschen von dieser Chance
wird die Attraktivität des zu überzeugen.”
Standorts über ein Plus an Ar-
beitsplätzen, Wertschöpfung und Investi-
tionen stark gewinnen. Das sind bedeutende
finanzielle Zuwendungen, die ohne Olympia
nicht in Tirol investiert werden. Olympia würde
auch neue Verbindungen in die Welt ermögli-
chen und so als Generationenprojekt für die
weitere Verbesserung der Infrastruktur und … „Ich zehre heute
Lebensqualität eine zentrale Rolle in noch von diesen positiven
der Entwicklung Tirols ein- Erlebnissen. Wenn sich die Welt
nehmen.“ trifft und der Sport für Euphorie
sorgt, dann entsteht eine einzigar-
tige Atmosphäre. Ich sehe Spiele
... PETER VEIDER, 2026 als Riesen-Chance für die
GESCHÄFTSFÜHRER DER nächste Generation!“
BERGRETTUNG TIROL
… „Es liegt in der Tiro- ... EVA FEND,
ler Natur, selbstbewusst und PENSIONIERTE HBLA-SPRACHLEHRERIN,
bodenständig aufzutreten. Daher FREIWILLIGE HELFERIN BEI DEN OLYM-
ist es richtig, zu sagen: Unsere Spiele finden PISCHEN SPIELEN IN MÜNCHEN, INNS-
wenn, dann nur zu unseren Bedingungen statt. BRUCK UND LAKE PLACID
Den olympischen Gedanken in der Gesellschaft
wieder stärker zu verankern, wäre ein lohnendes
Ziel: Dazu zählen das Miteinander, die Zielstre-
bigkeit und der Wille zu Höchstleistungen
– Attribute, die beispielsweise auch in der
Tiroler Bergrettung das Fundament
unserer Arbeit darstellen.“
23Zeitreise
bruck
Olympia in Inns1964 - 2012
KArl Schranz
Riesentorlauf der Herren 02.02.1964
D er 29. Jänner 1964 war ein
Meilenstein. Für Österreich, für
Tirol, vor allem aber für Innsbruck.
zahlreiche Prominente aus aller Welt,
zu den Wettkampfstätten. So war zum
Beispiel das Bergisel-Stadion bei der
aber nicht nur insgesamt 12 Medaillen,
sondern auch eine neue Zeitenrech-
nung in vielen Bereichen. Bei den
An eben diesem Mittwoch wurde in Skisprung-Entscheidung mit unglaub- Alpin-Bewerben gab es erstmals die
Innsbruck, das sich sechs Jahre zuvor lichen 60.000 Zuschauern bis auf den Zeitmessung mit Hundertstelsekunden.
gegen Calgary und Lahti durchgesetzt letzten Platz gefüllt. Zum Vergleich: Die Österreichischen Bundesbahnen
hatte, erstmals das Olympische Feuer Heute sind beim Bergisel-Springen im setzten rund 400 Sonderzüge von und
von Skifahrer Josef Rieder entzündet Rahmen der Vierschanzen-Tournee nach Innsbruck ein. Die Athletinnen
– und die ganze Welt konnte es sehen. rund 20.000 Fans im Stadion. In der und Athleten wurden mit 20 Bussen
Erstmals wurden Olympische Winter- Damen-Abfahrt in der Axamer Lizum zu den Sportstätten transportiert. Aber
spiele weltweit im TV übertragen, rund feierte Österreich einen Dreifach- auch die Infrastruktur in und um Inns-
1.300 Journalisten waren live dabei. Es Triumph: Christl Haas siegte vor Edith bruck profitierte nachhaltig von den
wurden 34 Bewerbe in sechs Sportarten Zimmermann und Traudl Hecher. Auch Olympischen Spielen. So wurde extra
ausgetragen, 1.091 Athletinnen und in der Herren-Abfahrt gab es einen für die Spiele der Autobahnabschnitt
Athleten (199 Frauen, 892 Männer) rot-weiß-roten Triumph: Egon Zimmer- von Innsbruck nach Wattens gebaut,
aus 36 Nationen gingen an den Start. mann war auf dem weißen Schneeband die Europabrücke im Wipptal und ein
Indien als Ein-Mann-Team, mit einem inmitten grüner Wiesen am Patscher- Olympisches Dorf mit 700 Wohnungen
Exil-Polen, der Sportler und Delegati- kofel eine Klasse für sich. Im Slalom wurden errichtet. Am 9. Februar 1964
onschef in einer Person war, Nordkorea gewann Pepi Stiegler Gold für Öster- fand die Schlussfeier statt.
und die Mongolei waren erstmals bei reich. Die vierte Goldene besorgten die
Olympischen Winterspielen dabei. Für Rodler Josef Feistmantl und Manfred
1964
Österreich waren die Spiele mit vier Stengl bei der olympischen Doppel-
goldenen und insgesamt zwölf Me- sitzer-Premiere. Zu den vier Goldme-
daillen sportlich sehr erfolgreich, im daillen kamen fünf in Silber durch Karl
Medaillenspiegel belegte das Gastge- Schranz im Riesentorlauf, Edith Zim-
berland Platz zwei hinter Russland. mermann in der Abfahrt, Regine Heit- Olympische
Vor allem aber waren die Olympischen
Winterspiele in Innsbruck ein Publi-
zer im Eiskunstlauf, die Rodel-Dop-
pelsitzer Helmut Thaler/Reinhold Senn
Spiele 1964: Die
kumshit. Der Verkauf von TV-Geräten sowie den Vierer-Bob Erwin Thaler/ Welt blickt nach
boomte, außerdem pilgerte rund eine Adolf Koxeder/Josef Nairz/Reinhold Innsbruck
Million Zuschauer, darunter auch Durnthaler. Innsbruck 1964 brachte
24WE EVA WALKNER ©RAINER EDER GO DEEP TO rise up DIGGING DEEP D OW N I N S I D E I S D E F I N I T E LY T H E B ES T WAY TO R I S E U P. #milletriseup
Z wölf Jahre, nachdem Innsbruck im
Jahr 1964 zum ersten Mal Aus-
tragungsort Olympischer Winterspiele
war, brannte in der Tiroler Landes-
hauptstadt erneut das Olympische
Feuer. Und das war der Bevölkerung
von Colorado zu verdanken, die sich in
einer Volksabstimmung mehrheitlich
gegen die Bereitstellung von weiteren
Steuergeldern aussprach und damit die
Veranstalter in Denver dazu zwang, die
Spiele dem IOC zurückzugeben. Bei
der zweiten Entscheidung setzte sich
Innsbruck gegen Lake Placid, Chamo-
nix und Tampere durch. Ausschlagge-
bend für den Zuschlag war die volle
Unterstützung von der Stadt Innsbruck,
vom Land Tirol und der österreichi- das Pressezentrum wurde nach den Finale den erst 17-jährigen Toni Innau-
schen Bundesregierung. Außerdem Spielen von der Universität genutzt. er noch ab. Die weiteren Medaillen für
versprachen die Organisatoren eine Im Olympischen Dorf entstanden neue Österreich holten Brigitte Totschnig
Rückkehr zu „einfachen“ Spielen. Die Wohnungen, dazu kamen neue Ver- in der Damen-Abfahrt auf der Axamer
Kosten für die Spiele wurden mit 500 kehrsverbindungen. Und Innsbruck Lizum und die Doppelsitzer-Rodler
Mio. Schilling angegeben, ein geringer bekam als erste Stadt Westösterreichs Rudolf Schmid und Franz Schachner,
Betrag, weil die Sportstätten von 1964 Farbfernsehen. Am 4. Februar 1976 die im Eiskanal von Igls zu Bronze
genutzt und lediglich ergänzt werden wurden die Winterspiele für die 1.261 fuhren. Die UdSSR gewann den Me-
mussten. Zudem wurden ohnehin Athletinnen und Athleten (248 Frauen, daillenspiegel mit 13 Gold-, 6 Silber-
anstehende städtebauliche Maßnah- 1.013 Männer; neuer Teilnehmerre- und 8 Bronze-Medaillen vor der DDR
men vorgezogen. Aufgrund der späten kord) aus 37 Nationen vor 60.000 (19 Medaillen; 7/5/7) und den USA
Vergabe der Spiele stand Innsbruck Zuschauern im Bergisel-Stadion und (10 Medaillen; 3/3/4). Österreich lan-
relativ wenig Zeit für die Planung zur 750 Millionen Fernsehzuschauern dete mit sechs Mal Edelmetall (2/2/2)
Verfügung. Mit viel Enthusiasmus und feierlich eröffnet. Tags darauf erlebten auf Rang sieben. Am 15. Februar 1976
Erfahrung machten die Tiroler auch Österreich und die Welt den Abfahrts- fand in der Olympiahalle – die Eisflä-
die XII. Olympischen Winterspiele zu Triumph von Franz Klammer. Der che wurde mit Kunstrasen bedeckt –
einem unvergesslichen Ereignis. Die damals 22-jährige Kärntner hielt dem die Schlussfeier statt.
Wettkämpfe wurden weitestgehend Druck einer ganzen Nation stand und
dort ausgetragen, wo sie bereits bei den raste am Patscherkofel zur Bestzeit.
Spielen 1964 stattfanden. Einzige Neu- Am Ende siegte der „Kaiser“ mit 33
1976
bauten waren die Kunsteisbahn in Igls Hundertstel Vorsprung vor Titelvertei-
und eine Traglufthalle für Eiskunstlauf- diger Bernhard Russi aus der Schweiz.
Training auf dem Tivoli-Gelände. Nach dem Traumstart erfüllten sich die
Alle anderen Sportstätten wurden so rot-weiß-roten Erwartungen auf weitere
umgebaut und modernisiert, dass sie Goldmedaillen nicht. Es dauerte bis Olympische Spiele
den neuen Anforderungen genügten.
Darüber hinaus erfuhr Innsbruck
zum Schlusstag, ehe Karl Schnabl, der
zuvor bereits Bronze auf der Normal-
1976: Das zweite
zahlreiche städtebauliche Verände- schanze in Seefeld geholt hatte, das Mal und „Kaiser“
rungen. Es wurde die damals größte Springen auf der Großschanze am Franz
Hauptschule Westösterreichs errichtet, Bergisel gewann. Der Kärntner fing im
26BÜrgermeister
Dr. Alois Lugger schwingt
die Olympische Flagge
ErÖffnungsfeier 04.02.1976
Egon Zimmermann
Abfahrt der Herren 30.01.1964
„Filmkontrolle”
Slalom Damen 01.02.1964
William Winston Kidd (USA),
Josef Stiegler (AUT),
James Heuga (USA).
Siegerehrung Slalom Herren 08.02.1964
Anton Innauer (links),
Karl Schnabl
Skispringen Großschanze 15.02.1976
28Bergiselschanze
Skispringen Grossschanze 09.02.1964
Traudl Haecher, Christl Haas,
und Edith Zimmermann
Abfahrt Damen 06.02.1964
Josef Feistmantl und
Manfred Stengl
Siegerehrung Doppelsitzer Rodeln
29I nnsbruck wurde von Beginn an als
Favorit zur Austragung der ersten
Winter-Jugendspiele gehandelt. Die
Tiroler Landeshauptstadt konnte mit
einem kompakten Konzept, der beste- Marco Schwarz
henden Sport-Infrastruktur und einem Super G, 15.01.2012
breiten Event-Know-how punkten. Bei
der Abstimmung setzte sich Innsbruck
mit 84:16 Stimmen gegen das finnische
Kuopio durch. Und so fand vom 13. bis das Youth Olympic Team Austria vom Land bei Olympischen Winterspielen,
22. Jänner 2012 zum dritten Mal eine ersten Tag an rund – am Ende standen die Zwergstaaten Monaco und An-
olympische Veranstaltung in Innsbruck, 14 Medaillen zu Buche. 3 der insge- dorra schienen erstmals überhaupt in
Seefeld und im Kühtai für rund 1.000 samt 6 Goldenen gingen auf das Konto einem Medaillenspiegel auf. 110.000
Athletinnen und Athleten im Alter von von Ski-Talent Marco Schwarz. Der Zuschauer sorgten an zehn Wettkampf-
14 bis 18 Jahren aus 70 Nationen statt. Kärntner gewann Super-Kombination, tagen für ausgelassene Stimmung. TV-
Medaillen wurden in allen olympi- Riesentorlauf und mit seinen Teamkol- Anstalten aus 70 Nationen übernahmen
schen Wintersportarten vergeben – in legen Christina Ager, Martina Retten- die „Highlights des Tages“, 950 Medi-
15 Sportarten standen 63 verschiedene wender und Mathias Graf das Mixed envertreter produzierten rund 15.000
Disziplinen am Programm, darunter Parallel-Event. Ski-Freestylerin Elisa- Artikel, und die offizielle Homepage
auch 14 neue, innovative Bewerbe. beth Gram triumphierte in der Half- registrierte 4,7 Millionen Seitenzugrif-
Das Herzstück Innsbrucks als Aus- pipe, Rodlerin Miriam Kastlunger war fe. „Es gab so viele spezielle Momente,
tragungsort waren die topmodernen im Eiskanal ebenso eine Klasse für sich es waren erfrischend lockere Spiele“,
Wettkampfstätten. Egal, ob die nordi- wie Michaela Haider im Ski-Cross. Die bilanzierte der damalige IOC-Präsident
schen Bewerbe in Seefeld, die Bobbahn insgesamt vier Silbermedaillen gingen Jacques Rogge mehr als zufrieden.
in Igls, Österreichs größter Cross-Park auf das Konto des Eishockey-National-
in Kühtai oder der legendäre Pat- teams der Frauen, der Skeleton-Hoff-
scherkofel – alle Anlagen entsprachen nungen Carina Mair und Stefan Geisler
den internationalen Standards. In der sowie der Zweier-Bobfahrer Benjamin
Olympia-Region Seefeld wurden ei- Maier/Robert Ofensberger. Zudem
2012
gens für die Jugend-Winterspiele zwei gab es auch noch vier Mal Bronze für
neue Skisprung-Schanzen errichtet. Bei Österreich durch die Skifahrer Chris-
der Eröffnungsfeier am 13. Jänner 2012 tina Ager im Super-G und Mathias
am Bergisel entzündeten die beiden Graf im Slalom, Melanie Brantner im
Abfahrts-Olympiasieger von 1964 und Shorttrack und das Rodel-Team mit Olympische
1976, Egon Zimmermann und Franz
Klammer, die beiden Feuerschalen,
Miriam Kastlunger, Armin Frauscher,
Thomas Steu und Lorenz Koller. Aber
Jugend-Spiele 2012:
Kombinierer Paul Gerstgraser entfachte nicht nur das rot-weiß-rote Team hatte Der Sport-Nachwuchs
die Flamme der ersten Olympischen Ju- Grund zum Jubeln. Marokko holte die im Rampenlicht
gend-Winterspiele. Sportlich lief es für erste Medaille für ein afrikanisches
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