PLENUM AKTUELL - Nancy Faeser

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PLENUM AKTUELL - Nancy Faeser


PLENUM AKTUELL
             INFORMATIONEN DER SPD-FRAKTION IM HESSISCHEN LANDTAG
                   Ausgabe 02/2020 – 20. Februar

                                    LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,
                                  dies ist eine besondere Ausgabe von      Pflicht entziehen, das, was geschehen
                                  „Plenum aktuell“. Denn wir alle stehen   ist, aufzuarbeiten und aufzuklären.
                                  noch unter dem Eindruck des rechts-      Da, wo die Grundlagen unseres Ge-
                                  terroristischen Anschlags in Hanau.      meinwesens von rechter Hetze und
                                  Unser ganzes Mitgefühl und unsere        rechtsradikaler Gewalt bedroht wer-
                                  Solidarität gehören den Familien und     den, muss der Rechtsstaat mit der ge-
                                  Freunden der Opfer. Ich wünsche den      botenen Härte zufassen.
                                  Hinterbliebenen, dass sie die Kraft
                                  finden, die nötig ist, um den Schmerz    Doch die Aufgabe geht weit über die
  NANCY FAESER                    und die Trauer über den Verlust der
                                  geliebten Menschen zu ertragen und
                                                                           staatlichen Institutionen hinaus: Wir
                                                                           alle sind gefordert, um die Gesell-
Fraktionsvorsitzende der          nicht daran zu zerbrechen.               schaft vor einer weiteren Radikalisie-
                                                                           rung zu bewahren. Helfen Sie dabei
  SPD-Landtagsfraktion            Die Fraktionen im Hessischen Landtag     mit, unser Land vor denen zu beschüt-
                                  haben gestern beschlossen, die Ple-      zen, die mit Hass und Hetze in Wort
                                  narsitzung nach einer Schweigeminu-      und Schrift den Boden bereiten für
                                  te zu beenden. Denn im Angesicht des     rassistische Gewalt, für Mord und Ter-
                                  entsetzlichen Geschehens von Hanau       ror. Stellen wir uns gemeinsam denen
                                  war es unmöglich, zum parlamentari-      in den Weg, die unsere weltoffene,
                                  schen Alltag überzugehen.                freiheitliche und tolerante Demokra-
                                                                           tie zerstören wollen. Darum bitte ich
                                  Erschütterung, Fassungslosigkeit und     Sie von ganzem Herzen.
                                  Trauer prägen unser Empfinden nach
                                  den grausamen Morden in Hanau.
                                  Dennoch werden wir uns nicht der         Ihre Nancy Faeser
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KOMMUNEN BEI KITA-FINANZIERUNG ENTLASTEN
                      SETZPUNKT DER SPD-FRAKTION
                                       Hand nehmen. Der Antrag habe            annähernd verdoppelt. Hier sei
                                       zum Ziel, die Kommunen bei der          dringende Entlastung nötig, zumal
                                       Kita-Finanzierung zu entlasten.         eine qualitativ gute Kinderbetreu-
                                       Während der Bund mit mehreren           ung von gesamtgesellschaftlicher
                                       Investitionsprogrammen und dem          Bedeutung sei. Gnadl kritisierte
                                       Gute-Kita-Gesetz hunderte Millio-       außerdem, dass das Land selbst
                                       nen für die Verbesserung der Kin-       bei der Verteilung von Bundeszu-
                                       derbetreuung bereitgestellt habe,       schüssen aus den Kita-Investitions-
                                       sei das Engagement des Landes           programmen an die Kommunen
                                       unzureichend, kritisierte die famili-   versage. „Viele Kommunen wuss-
                                       enpolitische Sprecherin. „Der Hes-      ten bei der Aufstellung ihrer Haus-
                                       sische Städtetag hat ausgerechnet,      halte für dieses Jahr nicht, ob sie
„Verlässliche und höhere Landes-       dass insgesamt mehr als die Hälfte      mit einer Förderung rechnen kön-
zuschüsse bei den Investitions-        der so genannten „Landeszuschüs-        nen“, so Gnadl. Das sei unprofessi-
und den Betriebskosten sind not-       se“ Mittel sind, die eigentlich den     onell und müsse sich dringend än-
wendig“, machte Lisa Gnadl in          Kommunen gehören“, verdeutlich-         dern. Und auch der Frage, woher
der Debatte zum SPD-Antrag zur         te sie. Zudem habe sich die Belas-      das dringend benötigte Personal
Stärkung der frühkindlichen Bil-       tung der kommunalen Haushalte           eigentlich komme soll, müsse sich
dung deutlich. Dazu müsse das          durch den Ausbau der Kinderbe-          Schwarzgrün endlich stellen.
Land mehr eigenes Geld in die          treuung in den letzten zehn Jahren

DANK AN HESSISCHE POLIZEI
In der Aussprache zur Regierungs-      ten Zahlen allein nichts aussagten
erklärung des Innenministers           über den tatsächlichen Zustand
kritisierte Günter Rudolph die         der Inneren Sicherheit. Besorg-
Arbeitsbedingungen der Polizeibe-      niserregend sei, dass die politisch
amtinnen und -beamten. Denn, so        motivierte Kriminalität in Hessen
der Parlamentarische Geschäfts-        deutlich zugenommen habe, ins-
führer, fast drei Millionen Über-      besondere im rechtsextremen Be-
stunden, ein hoher Krankenstand,       reich. Die relativierenden Aussa-       „Alle Experten gehen gerade hier
unzählige Zusatzdienste und teil-      gen des Innenministers, es handele      von einer sehr hohen Dunkelziffer
weise fehlende Perspektiven für        sich lediglich um Propagandade-         aus. Seit Jahren fordern wir eine
die berufliche Entwicklung würden      likte, seien dabei wenig hilfreich.     umfassende Dunkelfeldstudie, wie
es den Polizeibeamten in Hessen        „Wir wissen aus der jüngsten Ver-       es sie in einigen Bundesländern
nicht leicht machen. „Deswegen         gangenheit: Den Worten folgen Ta-       schon gibt. Auch hier muss der
danke ich den Beamtinnen und Be-       ten“, so Günter Rudolph. Ebenfalls      Innenminister endlich seine Blo-
amten umso mehr, dass sie Tag für      besorgniserregend sei die Zunah-        ckadehaltung aufgeben“, forderte
Tag für unsere Sicherheit arbeiten“,   me der Zahlen bei der Kriminali-        Rudolph. Sehr ernst zu nehmen sei
so Rudolph. Zum Inhalt der Polizei-    tät gegen ältere Menschen sowie         der deutliche Anstieg von Gewalt
lichen Kriminalstatistik 2019, die     bei der Internet- und Cyberkrimi-       gegen Polizeibeamte, aber auch
Anlass für die Regierungserklärung     nalität und hier insbesondere im        gegen Rettungsdienstmitarbeiter
war, sagte er, dass die vorgeleg-      Bereich der Kinderpornographie.         und Feuerwehrleute.

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LOHNDUMPING VERHINDERN
             TARIFTREUE- UND VERGABEGESETZ
            Nachdem die Landes-         derzeit gültigen Hessischen Verga-
                                                                                     WEIDETIERHALTUNG
               regierung sich mit       be- und Tariftreuegesetzes (HVTG)
                 den Problemen          bestehe in den lückenhaften Kont-     Trotz einiger Kritik-
                  im hessischen         rollmechanismen, vor allem wenn       punkte stimmten die
                   Ve rga b e re c ht   der eigentliche Auftragnehmer         Sozialdemokraten ei-
                   nicht    ausein-     auf Subunternehmer zurückgreife,      nem Antrag von CDU
                  andergesetzt          erläuterte Barth. Die SPD-Frakti-     und Grüne für eine Wei-
                  hatte, hat nun        on fordere daher die Einrichtung      detierprämie im Landtag zu.
                die SPD-Fraktion        einer Prüfbehörde des Landes          „Es handelt sich bei dem Antrag um
              einen eigenen Ge-         bei den Regierungspräsidien, die      den berühmten ersten wichtigen
          setzentwurf vorgelegt.        verdachtsunabhängige Stichpro-        Schritt. Erst vor kurzem haben die
„Es gibt viele Hinweise darauf,         benkontrollen vornehmen könne.        Weidetierhalter in Wiesbaden de-
dass die bestehenden rechtlichen        „Denn“, so Barth, „ein Gesetz, des-   monstriert. Wir haben ihnen par-
Regelungen nicht ausreichen, um         sen Einhaltung nicht kontrolliert     teiübergreifend versprochen, dass
bei der Vergabe von öffentlichen        werden kann, ist das Papier nicht     wir sie besser unterstützen wollen,
Aufträgen Lohndumping zu ver-           wert, auf dem es steht.“ Zudem        als es bislang durch die Landes-
hindern“, erklärte die wohnungs-        wolle die SPD-Fraktion die Zahl der   regierung geschieht. Wir wollen,
politische Sprecherin Elke Barth        Subunternehmer bei öffentlichen       dass es in der Sache vorwärts geht.
den Hintergrund des Gesetzesvor-        Aufträgen auf drei Stufen begren-     Deshalb stimmen wir für den An-
habens. Das Hauptproblem des            zen.                                  trag, auch wenn einzelne Punkte
                                                                              nicht mehr als Symbolpolitik sind“,
                                                                              erklärte dazu der landwirtschafts-
                                                                              politische Sprecher Heinz Lotz.

HAUSÄRZTLICHE VERSORGUNG SICHERSTELLEN
                      SPD LEGT GESETZENTWURF VOR

                                        Studiums der Medizin eröffnet         Medizinstudium       zugelassenen
                                        und sie dann auch tatsächlich für     Bewerber reserviert werden, die
                                        eine Tätigkeit im ländlichen Raum     sich bindend verpflichten, nach
                                        gewinnt“, erklärte die gesundheits-   Abschluss ihres Studiums und der
                                        politische Sprecherin das Geset-      Facharztausbildung für Allgemein-
                                        zesvorhaben der SPD-Fraktion. Der     medizin für mindestens zehn Jahre
                                        demografische Wandel, die Zu-         eine hausärztliche Tätigkeit in ei-
                                        nahme chronischer Erkrankungen,       nem unterversorgten Gebiet auf-
                                        der Fachkräftemangel im medizi-       zunehmen.
                                        nischen und pflegerischen Bereich
„Die Nachbesetzung von Hausarzt-        stelle das Flächenland Hessen vor
sitzen in ländlichen Regionen wird      wachsende Herausforderungen.                 Impressum:
immer schwieriger“, beschrieb           „Ziel muss die beste medizinische            SPD-Fraktion
                                                                                     im Hessischen Landtag
Dr. Daniela Sommer das Problem          Versorgung für alle Menschen in              Schlossplatz 1-3
der hausärztlichen Versorgung in        Hessen sein, in den Städten ge-              65183 Wiesbaden
Hessen. „Deshalb muss die Politik       nauso wie auf dem Land“, erklärte
                                                                                     Redaktion:
endlich handeln und Maßnahmen           Sommer. Nach dem Gesetzent-                  Christoph Gehring (verantwortlich),
ergreifen, die jungen, an einer         wurf sollen zehn Prozent aller in            Isabel Neumann,
                                                                                     Gerfried Zluga,
Landarzttätigkeit     interessierten    Hessen zur Verfügung stehenden               Martina Häusl-David
Menschen, die Möglichkeit eines         Medizinstudienplätze für jene zum

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Aus Respekt vor den Opfern von Hanau und deren
   Angehörigen wurde die 35. Plenarsitzung
   des Hessischen Landtags am Donnerstag,
      dem 20. Februar 2020, um 9.35 Uhr
    nach einer Gedenkminute geschlossen.

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