QES 9 Standard Quantifizierung ökologischer Nachhaltigkeit
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Version 1.1 QES 9 Standard: Quantifizierung von QES 9
Datum Ökologischer Nachhaltigkeit in 9 öko- Seite 1
logischen Nachhaltigkeitsfeldern
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QES 9 Standard
Quantifizierung ökologischer Nachhaltigkeit
(Quantification of Ecological Sustainability in 9 fields)
Dieser futureparty Standard unterstützt die ökologische Balance von Regenerationskraft der
Natur, privatem Konsum und industrieller Produktion. Für Informationszwecke steht dieser QES
9 Standard der Öffentlichkeit bereit, damit der beinhaltete Ansatz der Quantifizierung dieser
Balance, kurz „ökologische Nachhaltigkeit“ erläutert wird. Eine Anwendung dieses Standards darf
ausschließlich in Abstimmung mit Zertifizierungs-Experten von futureparty oder akkreditierten
Unternehmen erfolgen. Personen oder Unternehmen, die diesen Standard nutzen oder umsetzen
oder weiterkommunizieren wollen stellen hierzu einen Antrag bei futureparty, und erhalten
Schulung, Akkreditierung und Lizensierung. Futureparty weist unautorisierte Nutzung oder
Weiterverbreitung des Standards zurück und behält sich rechtliche Schritte vor
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QES 9: Standard zur Quantifizierung ökologischer Nachhaltigkeit
in 9 ökologischen Nachhaltigkeitsfeldern
QES 9: Standard for the Quantification of Ecological Sustainability
in 9 Fields of Ecological Sustainability
Version: 1.1
Standardversion: 1
Rankingversion: 1
Zweck: Aggregation von ökologischen
Nachhaltigkeitsdaten zur Bewertung,
Optimierung, Steuerung und Kommunikation von
ökologischer Nachhaltigkeit bei Unternehmen
und Produkten
Geltungsbereich: weltweit
Bewertungsobjekte: Unternehmen und Produkte
Konsumenten, Unternehmen, Öffentlichkeit,
Adressaten:
Politik, Finanzmärkte und Investoren
I = vereinfachte Erfassung, II = erweiterte
Zertifizierungslevels:
Erfassung, III = LCA
Herausgeber: futureparty
futureparty, auditierte Personen und
Anwendung:
Unternehmen
Veröffentlichungsdatum: 7. November 2011
Änderungsdienst: kein Änderungsdienst für Papierversionen
Aktualität via: www.futureparty.net
Vorversion: Keine, da Erstveröffentlichung
Änderung gegenüber 1. Keine, da Erstveröffentlichung
Vorversionen: 1. Keine, da Erstveröffentlichung
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Inhalt
Vorwort und Zielstellung ......................................................................................................................... 4
Partnerschaften ........................................................................................................................................ 4
Aktualisierung ........................................................................................................................................... 5
Geltungsbereich ....................................................................................................................................... 5
Begriffsdefinitionen .................................................................................................................................. 6
Auditierung der Anwendung des futureparty Standards .................................................................... 6
Akkreditierung der Anwendung des futureparty Standards .............................................................. 7
Ökologische Nachhaltigkeitsfelder ........................................................................................................ 7
Prioritätenschlüssel der ökologischen Nachhaltigkeitsfelder ............................................................ 8
Nachhaltigkeitseffizienz .......................................................................................................................... 8
Erfassungsgrenzen und Erfassungsqualität ........................................................................................ 8
Zertifizierungslevels ................................................................................................................................. 9
Makrosteuerung ..................................................................................................................................... 10
Politik und Unternehmen ...................................................................................................................... 10
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Vorwort und Zielstellung
Dieser Standard beschreibt die Quantifizierung von ökologischer Nachhaltigkeit:
Branchen- und wertschöpfungsstufenübergreifend
Aggregierbar
Vergleichbar
Auf Landes-, Ökonomie-, Firmen- und Produktebene
Dieser Standard unterstützt das Erreichen einer ökologischen Nachhaltigkeitsbalance aus
Regenerationskraft der Natur, privatem Konsum und industrieller Produktion. Dabei dienen
Punkte [earthpoints] als ökologische Nachhaltigkeitsäquivalente. Mit dieser ökologischen
Nachhaltigkeitsquantifizierung unterstützt der Standard:
Unternehmen:
o bei der Bewertung, Steuerung und Verbesserung ihrer ökologischen Nachhaltigkeit
o bei der Kommunikation ihrer ökologischen Nachhaltigkeit und ihres
Verbesserungserfolges
o bei der Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit
Konsumenten:
o bei der Information über ökologische Nachhaltigkeit von Unternehmen und
Produkten
o bei der Einschätzung der ökologischen Relevanz eigenen Verhaltens und Konsums
o bei der Verbesserung der persönlichen ökologischen Nachhaltigkeit
Politik:
o Bei der Setzung von ökologischen Nachhaltigkeitszielen.
Partnerschaften
Dieser Standard wurde erstellt in Zusammenwirken mit:
NGOs
Staatlichen Institutionen
Verbänden
Industrie und Wirtschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
Wissenschaft
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Aktualisierung
Dieser Standard wird neuesten Erkenntnissen angepasst. Dabei zeigt die fortlaufende
erste Ziffer die Fortschreibung der Systematik (Standardversion) und die fortlaufende
zweite Ziffer die Aktualisierung der Prioritäten der neun ökologischen
Nachhaltigkeitsfelder (Rankingversion). Die beiden Nummern laufen unabhängig
voneinander fort. Redaktionelle oder Schreibweisen werden mit Kleinbuchstaben
angehängt. Gültig ist der auf www.futureparty.net veröffentlichte Status.
Der Aktualisierungsbedarf wird in Abstimmung mit dem Beirat von futureparty
identifziert. Den Beirat bilden Fachleute und Interessenvertreter. In den Arbeitsgremien
von futureparty werden die Aktualisierungsversionen in Zusammenarbeit mit
ausgewählten Partnern erstellt und vom Standardisierungsboard und Beirat
freigegeben.
Der Standard ruht. Änderungen werden frühzeitig angekündigt.
Geltungsbereich
Dieser Standard deckt neun ökologische Nachhaltigkeitsfelder ab. Diese werden auf
alle Industrien und Wertschöpfungsstufen unverändert angewendet, damit eine
Vergleichbarkeit gewährleistet wird. Soziale und monetäre Nachhaltigkeit wird von
dieser Version des Standards nicht abgedeckt.
Der Standard ist kompatibel mit allen Erhebungs- und Bewertungsstandards. Er bildet
eine verknüpfende Metabewertung und überführt bestehende Daten in aggregierte
Aussagen.
Nutzer dieses Standards bleiben eigenverantwortlich für die Einhaltung sämtlicher
gesetzlicher Normen und Richtlinien, die für ihre Betriebsart, Industrie,
Wertschöpfungsstufe und Region gelten. Bei Bedarf können einschlägige
Fachverbände der Industriezweige konsultiert werden.
Abgrenzung:
Der Standard beschreibt, bewertet oder prüft nicht
qualitativ best practices
die Einhaltung von gesetzlichen oder sonstigen ökologischen Richtlinien
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einzelne Prozesse innerhalb von Unternehmen. Ausnahme:
Datenerhebungsprozess
Einhaltung von compliance oder sonstigen Regelungen
Einhaltung von Selbstverpflichtungen
Begriffsdefinitionen
Auditieren:
Ein Unternehmen lässt sich die Richtigkeit einer Zertifizierung von z.B. einem
Wirtschaftsprüfungsunternehmen auditieren
Zertifizieren:
futureparty zertifiziert Unternehmen gemäß futureparty Standard
Akkreditieren:
Unternehmen die andere Unternehmen gemäß des futureparty Standards zertifizieren
dürfen müssen von futureparty dafür akkreditiert werden.
Ausgleichsmaßnahmen:
Wenn Unternehmen ihren Punktwert der Nachhaltigkeitsquantifizierung verbessern,
verbessern sie interne Prozesse, Bezüge oder Emissionen. Alternativ werden
außerhalb der Unternehmensverantwortung Verbesserungen erzielt („Baumprojekt“)
die nachweislich ausschließlich vom eigenen Unternehmen getragen werden.
Normprodukt:
Je Branche wird ein Normprodukt definiert, das als Bezugsgröße für
Nachhaltigkeitsverbrauch dient. Aufwändige Produkte beinhalten mehr
Normprodukteinheiten.
Auditierung der Anwendung des futureparty Standards
Unternehmen können die korrekte Anwendung der im Standard und den futureparty
Anwendungsrichtlinien enthaltenen Vorgaben von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
auditieren lassen. Dabei werden nur Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zugelassen,
die nicht bei der Datenerhebung, der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichtes oder
ähnlichen zum Einsatz kommenden Daten, bereits für das zu zertifizierende
Unternehmen tätig sind.
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Akkreditierung der Anwendung des futureparty Standards
Unternehmen können für die korrekte Anwendung der im Standard und den futureparty
Anwendungsrichtlinien enthaltenen Vorgaben akkreditiert werden. Hierfür stellen sie
schriftlich einen Antrag bei futureparty. Nach Schulung und einer begleiteten
erfolgreichen Zertifizierung erhält das Unternehmen die Akkreditierung und kann nun
eigenständig gegen Lizenzgebühr Zertifizierungen durchführen. Die Akkreditierung
muss aktuell gehalten werden, damit alle auf dem Markt aktiven Zertifizierer eine
gleiche Vorgehensweise befolgen.
Ökologische Nachhaltigkeitsfelder
(Aufzählung unpriorisiert)
Klima: Abgabe von Klimagasen, die den Treibhauseffekt verstärken
Wasserverbrauch = Delta von Wasseraufnahme und Wasserabgabe
(Süßwasser) und Aufnahmeort
Wasserverschmutzung = Abgabemenge Wasser mit Belastung oder
Wassermenge die durch Belastungsabgabe belastet wird und Abgabeort
Lärm = Erfassung nach Wohn-, Misch-, Industriegebiet und Verursachungsort
Flächenverbrauch = Erfassung nach Rohfläche und ursprünglichem Zustand
Biodiversität = Erfassung der Nutzung spezifischer Spezies und Ort der
Primärnutzung
Ressourcenverbrauch = Erfassung Rohentnahme aus der Natur
Luftverschmutzung = Abgabe von definierten Emissionen in die Luft
Chemikalien = Erfassung der Abgabemenge weiterer Emissionen in Luft, Erde,
Wasser (unabhängig von der beeinflussten Luft-, Erd-, Wassermenge)
Sonstige oder nicht eindeutig zuordenbare Aspekte werden erfasst und auf
obige Nachhaltigkeitsfelder zurückgeführt. Beispiel: Abfall nach Art, Menge und
Entsorgungsweg und Sortierung (Weiterverwendbarkeit).
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Prioritätenschlüssel der ökologischen Nachhaltigkeitsfelder
Der Prioritätenschlüssel basiert auf partizipatorischen Elementen einer hinreichend
großen interessierten community von ecodemocratic und wissenschaftsbasierten
Kriterien. Der Prozess der Priorisierung der Nachhaltigkeitsfelder wird kontinuierlich
weiterentwickelt und in den fortlaufenden Versionen des Standard hinterlegt. Es erfolgt
eine frühzeitige Ankündungen von Änderungen.
Nachhaltigkeitseffizienz
Das Verhältnis von Umsatz oder Geschäftsergebnis einerseits und Verbrauch von
Nachhaltigkeit andererseits ist die Definition von Nachhaltigkeitseffizienz. Sie gibt an
wie viel wirtschaftlicher Erfolg aus der verbrauchten Nachhaltigkeit erzielt wird.
Nachhaltigkeitsverbrauch
Nachhaltigkeitseffizienz wird gemessen in:
monetäres Ergebnis
Nachhaltigkeitsverbrauch
Bzw. Normprodukt
Die Nachhaltigkeitseffizienz kann im Bedarfsfall auch invers dargestellt werden. Beim
Bezug auf ein Normprodukt ist level III (full LCA) Voraussetzung.
Erfassungsgrenzen und Erfassungsqualität
Die Systemgrenze für die Anwendung des Standards auf Marko-Ebene verläuft an den
Außengrenzen von Industrie und Wirtschaft. Die Datenerfassung auf
Unternehmensebene verläuft entlang der Unternehmensverantwortung. Die
Datenerfassung muss in einem in der jeweiligen Branche üblichen Verfahren erfolgen
und im Unternehmen als verbindlicher Prozess festgelegt sein.
Änderungen im Datenerfassungsprozess werden bei nachfolgenden Zertifizierungen
bewertet und die Nachhaltigkeitsaussage entsprechend justiert.
Für die Zertifizierung vor- oder nachgelagerter Wertschöpfungsstufen gelten dieselben
Anforderungen für die Datenerhebung, Bewertung und Auditierung. Dies gilt
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unabhängig davon, ob ein primär zertifiziertes Unternehmen von einem Unternehmen
der vor- oder nachgelagerten Stufe eine Zertifizierung einfordert oder dieses vor- oder
nachgelagerte Unternehmen direkt an futureparty herantritt.
Einmal erfasste Datenarten werden bei allen späteren Erfassungen miterhoben und
fließen in die folgenden Zertifizierungen ein.
Zertifizierungslevels
Die Zertifizierung erfolgt in 3 Anspruchslevels:
I. READY TO USE:
Basiserfassung mit Nutzung bestehender Daten
Bei der Ersterfassung im vereinfachten level (I) werden mindestens Bezüge
von Energie, Flächennutzung und Wasser je 100% im Unternehmen
beinhaltet.
II. ADVANCED:
Typ A: Wenn nicht in level I bereits enthaltenen, werden die hot spot
Nachhaltigkeitsfelder dieser Branche/ Wertschöpfungsstufe ergänzt
Typ B: Es werden 60% der Bezüge und Emissionen des eigenen
Unternehmens incl. level II A erfasst. Dabei erfolgt die Abschätzung der
60%-Grenze mit einer „hypothetischen Trockenbepunktung“ mit einem
Plausibilitätscheck (80:20).
Typ C: Es werden die Bezüge gemäß level (I) über alle vor- und
nachgelagerten Wertschöpfungsstufen Herstellung und Entsorgung
beinhaltet. Die Nutzungsphase wird bei Bedarf mit einem Durchschnittswert
berücksichtigt.
III. FULL LCA:
Volles Life Cycle Assessment (LCA):
Hierbei werden die Verantwortungsbereiche Industrie, Konsument,
Wiederverwerter und Entsorger in getrennten, aber addierbaren LCA
geführt. Es werden die Daten aller neun ökologischen Nachhaltigkeitsfelder
erhoben. Level III ist insbesondere für die in den Verkehr bringenden (an
Konsumenten verkaufende) letzten beiden Wertschöpfungsstufen
(Hersteller und Handel) geeignet.
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Somit bietet dieser Standard futureparty QES 9 vereinfachte Bewertungsformate und
erleichtert Unternehmen den Einstieg in die ökologische Nachhaltigkeitsmessung, -
steuerung und -verbesserung. Gleichzeitig sind ganzheitliche Aussagen unter
Berücksichtigung von Produktion, Nutzung und Entsorgung möglich.
Das quantifizierte labeling einzelner Produkte für Konsumenten kann erst ab level II
Typ C gebildet und veröffentlicht werden. Die Kommunikation muss den Hinweis auf
den Typ enthalten. Die Darstellung einer Verbesserung ökologischer Nachhaltigkeit
kann bereits mit level (I) erfolgen, wenn auf level (I) verwiesen wird.
Makrosteuerung
Die Gesamtpunktmenge je Ökonomieverbund wird von futureparty und dem Beirat
definiert und jeweils bis 31. März für das Folgejahr festgelegt. Diese basiert auf einer
justierbaren Gesamtpunktzahl, die das Äquivalent zur limitierten Regenerationskraft
der Natur bildet.
Politik und Unternehmen
Für die umweltpolitische Steuerung wird die Gesamtpunktzahl (= Regenerations-
äquivalent) auf Unternehmen und/ oder Konsumenten budgetiert und sukzessive
reduziert und die Priorisierung der ökologischen Nachhaltigkeitsfelder verbindlich
verabschiedet. Unternehmen erhalten eine rechtzeitige Information über Höhe und
Geltungsdauer von Reduktion und Priorisierung. Dies gewährleistet ausreichende
Reaktionszeit für Unternehmen und stützt deren Investitionssicherheit in ökologische
Nachhaltigkeit.
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