Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Markus Rinderspacher SPD vom 14.05.2020 - Bayerischer Landtag

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18. Wahlperiode                                                                                    18.08.2020  Drucksache                        18/9369

                  Schriftliche Anfrage
                  des Abgeordneten Markus Rinderspacher SPD
                  vom 14.05.2020

                  Europäische Alpenstrategie (EUSALP) – Bilanz und Ausblick

                  Ich frage die Staatsregierung:

                  1.		      Welche Ziele verfolgt die Europäische Alpenstrategie im besonderen Hin-
                            blick auf den bayerischen Alpenraum?................................................................ 2

                  2. a) Welche Maßnahmen bzw. Projekte wurden seit Bestehen von EUSALP bis
                        dato im Rahmen der Europäischen Alpenstrategie in Bayern gefördert und
                        umgesetzt?.......................................................................................................... 2
                     b) Wie wurden die im Rahmen der Europäischen Alpenstrategie in Bayern
                        geförderten Projekte finanziert (bitte aufgeschlüsselt nach bestehenden
                        EU-Fonds und anderen Finanzierungsinstrumenten angeben)?......................... 3

                  3. a) Welche Maßnahmen bzw. Projekte der transnationalen Zusammenarbeit
                        wurden bzw. werden während des Programmzeitraums 2007 bis 2013 und
                        während des Programmzeitraums 2014 bis 2020 im Rahmen von Interreg
                        Alpenraum gefördert?.......................................................................................... 3
                     b) An welchen Aktionsgruppen ist Bayern aktuell beteiligt (bitte unter Angabe
                        zur Form der Beteiligung)?................................................................................... 3
                     c) Welche Maßnahmen und Projekte im bayerischen Alpenraum beinhaltet
                        das EU-Alpenraumprogramm AlpGov?............................................................... 4

                  4. a) Wie sieht aus Sicht der Staatsregierung die bisherige Bilanz der Alpen-
                        strategie aus?....................................................................................................... 4
                     b) Welche konkreten Ergebnisse wurden im in den unterschiedlichen Programm-
                        bereichen erzielt?................................................................................................. 4

                  5. a) Welche bestehenden länderübergreifenden Kooperationen und Netzwerke
                        werden bei der Umsetzung der EUSALP vonseiten der Staatsregierung
                        eingebunden?....................................................................................................... 4
                     b) Welche Synergien resultieren aus den bestehenden Programmen, z. B. der
                        Alpenkonvention, dem EU-Alpenraumprogramm, der Arbeitsgemeinschaft
                        Alpenländer sowie der Alpen-Adria-Allianz?....................................................... 4
                     c) Inwieweit gewährleistet die Staatsregierung, dass die Alpenbewohner im
                        Rahmen eines Bürgerdialogs, Nichtregierungsorganisationen, beispiels-
                        weise etwa Umweltschutzverbände, sowie die Städte und Gemeinden im
                        bayerischen Alpenraum am Konsultations- und Entscheidungsfindungs-
                        prozess der Alpenstrategie gemäß dem Bottom-up-Prinzip adäquat beteiligt
                        werden?................................................................................................................ 5

                  6. a) Welche konkreten Projekte und Aktivitäten wurden während der bayerischen
                        Präsidentschaft für den Alpenraum auf den Weg gebracht?............................... 5
                     b) Welchen Ansatz verfolgt die Staatsregierung, um EUSALP erfolgreich
                        weiterzuentwickeln?............................................................................................. 5
                     c) Wo lagen aus bayerischer Sicht bislang die Schwierigkeiten bei der Zu-
                        sammenarbeit im Rahmen von EUSALP?........................................................... 5

                  Hinweis des Landtagsamts: Zitate werden weder inhaltlich noch formal überprüft. Die korrekte Zitierweise liegt in der Verantwortung der
                  Fragestellerin bzw. des Fragestellers sowie der Staatsregierung.

 Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter www.bayern.landtag.de – Dokumente abrufbar.
 Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter www.bayern.landtag.de – Aktuelles/Sitzungen/Tagesübersicht zur Verfügung.
Drucksache 18/9369                        Bayerischer Landtag 18. Wahlperiode                                                        Seite 2/6

          7.		    Welche Herausforderungen und Perspektiven sieht die Staatsregierung für
                  die Finanzierungsfortsetzung von EUSALP?....................................................... 5

          8. a) Mit welchen eigenen bayerischen Programmen fördert die Staatsregierung
                den Alpenraum?................................................................................................... 5
             b) Was sind aus Sicht der Staatsregierung die drängendsten Herausforderungen
                des bayerischen Alpenraums?............................................................................. 6

          Antwort
          des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz im Einvernehmen
          mit der Staatskanzlei
          vom 27.07.2020

          1.		    Welche Ziele verfolgt die Europäische Alpenstrategie im besonderen Hin-
                  blick auf den bayerischen Alpenraum?

          Die EU-Alpenstrategie ist für Bayern unverändert von hohem Stellenwert. Als makro-
          regionale Strategie folgt sie dem Gedanken eines Europas der Regionen, für das sich
          die Staatsregierung seit jeher eingesetzt hat. Für Bayern ist und bleibt sie ein wertvolles
          Angebot, aktuelle Herausforderungen für den bayerischen, aber auch den gesamten
          Alpenraum mit den Freunden und Nachbarn im Alpenraum grenzüberschreitend anzu-
          gehen. Gesamteuropäisch bietet sie die Chance, den wirtschaftlichen, politischen und
          gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen den beteiligten Staaten und Regionen zu
          stärken.

          2. a) Welche Maßnahmen bzw. Projekte wurden seit Bestehen von EUSALP bis
                dato im Rahmen der Europäischen Alpenstrategie in Bayern gefördert und
                umgesetzt?

          Bayerische Akteure sind nach wie vor an der Konzipierung und Umsetzung vieler Pro-
          jekte im Rahmen der EU-Alpenstrategie engagiert. Folgende Umsetzungsbeispiele ver-
          deutlichen dies:
          – Grüne Infrastrukturen: Unter Federführung des Staatsministeriums für Umwelt und
             Verbraucherschutz (StMUV) als internationaler Aktionsgruppenleiter soll gemeinsam
             mit Slowenien ein strategisch geplantes und grenzübergreifend abgestimmtes Netz-
             werk grüner Infrastrukturen im Alpenraum aufgebaut werden. Mit dem Ziel, Modelle
             für die Grün- und Freiräume in den alpinen Städten zu entwickeln, wurden im Projekt
             LOS_DAMA! unter bayerischer Federführung in sieben Pilotvorhaben Maßnahmen
             zum Erhalt der grünen Infrastrukturen im Alpenraum umgesetzt und unter der Feder-
             führung und mit Kofinanzierung der Landeshauptstadt München ein Alpines Städte-
             netzwerk für grüne Infrastrukturen ins Leben gerufen. Das Projekt wurde aus Mitteln
             des Interreg V (B)-Alpenraumprogramms kofinanziert.
          – Next Generation – Perspektiven für die junge Generation der Berglandwirte: Das
             unter der Präsidentschaft Bayerns bereits 2017 initiierte und von Bayern durch das
             Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) gemeinsam
             mit der Hochschule München betreute Projekt greift die Bedürfnisse und Ideen der
             jungen Generation für eine gute Zukunft der Berglandwirtschaft im Alpenraum auf.
             In vielen Gesprächen und Veranstaltungen mit der jungen Generation der Berg-
             landwirte in elf Alpenregionen konnten in den zurückliegenden Monaten wertvolle
             Grundlagen und Impulse gewonnen werden. Entscheidend wird es sein, hieran in
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            Zukunft anzusetzen und den jungen Berglandwirten im gesamten Alpenraum auch
            künftig ein Gesprächsformat anzubieten. Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln
            der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ArgeAlp).
          – AlpFoodway – UNESCO-Status für die alpine Ernährungskultur: Der Alpenraum ist
            geprägt von einer einzigartigen Ernährungskultur. Hierfür zu werben stand im Zent-
            rum des Projektes AlpFoodway mit der Hochschule München als Projektpartner. Ziel
            war die Nominierung der alpinen Ernährungskultur für die Repräsentative Liste der
            UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.
            Das Projekt wurde aus Mitteln des Interreg V (B)-Alpenraumprogramms kofinanziert,
            die nationale Kofinanzierung erfolgte durch die Hochschule München.
          – Naturgefahren im Alpenraum: Eine vom StMUV aufgegebene Studie hatte zum Ziel,
            den Status quo des Umgangs mit Überlastfällen in den verschiedenen Alpenstaa-
            ten und -regionen in Bezug auf die Naturgefahren Hochwasser, Wildbachgefahren,
            Lawinen, Felsstürze und Rutschungen zu erfassen, Best-Practice-Beispiele darzu-
            stellen sowie Handlungsempfehlungen für einen verbesserten Umgang zu geben.
            Finanziert wurde die Studie aus Mitteln des StMUV sowie aus dem Interreg V (B)-
            Alpenraumprogramm.
          – e-SMART – Werkzeugkasten für die Planung einer intelligenten Ladeinfrastruktur
            für e-Mobilität im Alpenraum: Das Projekt e-SMART will die E-Mobilität im Alpen-
            raum weiter voranbringen. Im Fokus stehen neben dem öffentlichen Personennah-
            verkehr vor allem Lösungen für die Nahzustellung im Frachtbereich. Ziel ist es, den
            Kommunen und öffentlichen Verwaltungen im Alpenraum einen Werkzeugkasten für
            die Planung und Entwicklung einer gut zugänglichen Ladeinfrastruktur für E-Mobili-
            tätslösungen an die Hand zu geben. Das Projekt wird aus Mitteln des Interreg V
            (B)-Alpenraumprogramms kofinanziert, an der nationalen Kofinanzierung beteiligen
            sich die beiden bayerischen Projektpartner Hochschule Kempten und Landkreis
            München.

            b) Wie wurden die im Rahmen der Europäischen Alpenstrategie in Bayern
               geförderten Projekte finanziert (bitte aufgeschlüsselt nach bestehenden
               EU-Fonds und anderen Finanzierungsinstrumenten angeben)?

          Hierzu wird auf die Beantwortung der Frage 2 a verwiesen.

          3. a) Welche Maßnahmen bzw. Projekte der transnationalen Zusammenarbeit
                wurden bzw. werden während des Programmzeitraums 2007 bis 2013 und
                während des Programmzeitraums 2014 bis 2020 im Rahmen von Interreg
                Alpenraum gefördert?

          Eine Projektübersicht zum Programmzeitraum 2007–2013 findet sich unter http://www.
          alpine-space.org/2007-2013/projects/projects/index.html.
             Eine Projektübersicht zum Programmzeitraum 2014–2020 findet sich unter https://
          www.alpine-space.eu/project-results/project-websites/overview.

            b) An welchen Aktionsgruppen ist Bayern aktuell beteiligt (bitte unter Angabe
               zur Form der Beteiligung)?

          Bayerische Akteure sind in den Aktionsgruppen nach wie vor an der Konzipierung und
          Umsetzung vieler Projekte im Rahmen der EU-Alpenstrategie engagiert. Derzeit sind
          Akteure aus Bayern in folgenden Aktionsgruppen vertreten:
          – Aktionsgruppe 1: Forschung und Innovation
          – Aktionsgruppe 4: Förderung von Intermodalität und Interoperabilität im Personen-
            und Güterverkehr
          – Aktionsgruppe 6: Natürliche Ressourcen
          – Aktionsgruppe 7: Grüne Infrastrukturen
          – Aktionsgruppe 8: Risikomanagement/Klimawandel
          – Aktionsgruppe 9: Energie
            In den Aktionsgruppen 7 „Grüne Infrastrukturen“ und 8 „Risikomanagement/Klima-
          wandel“ hat Bayern die fachliche Co-Federführung inne.
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            c) Welche Maßnahmen und Projekte im bayerischen Alpenraum beinhaltet das
               EU-Alpenraumprogramm AlpGov?

          Das Ende 2019 abgeschlossene, aus dem Interreg-Alpenraumprogramm geförderte
          Projekt AlpGov zielte auf die Sicherstellung von EUSALP-Governance-Aufgaben über
          alle beteiligten Alpenstaaten und -regionen hinweg ab. Es unterstützte die interne und
          übergreifende Arbeit der Aktionsgruppen, die Einbeziehung von Stakeholdern, die Ent-
          wicklung von Kommunikationsstrukturen, die Analyse von Finanzierungs- und Förder-
          instrumenten, die Weiterentwicklung spezifischer Governance-Ansätze für die einzel-
          nen Aktionsgruppen und die Vorbereitung konkreter Umsetzungsinitiativen. Konkrete
          Projekte wurden über andere Förderinstrumente gefördert.

          4. a) Wie sieht aus Sicht der Staatsregierung die bisherige Bilanz der Alpen-
                strategie aus?

          Die bisherige Bilanz fällt grundsätzlich positiv aus. Die Umsetzungsstrukturen sind eta-
          bliert, die konkrete Projektarbeit hat begonnen. Das Projektportfolio der Aktionsgruppen
          umfasst sowohl kurz- bzw. mittelfristig Erreichbares (z. B. politische Konferenzen, Er-
          arbeitung von Studien) als auch Ziele, die auf langfristiges Arbeiten ausgelegt sind (z. B.
          Schaffung eines makroregionalen Bildungsraums oder Etablierung verbesserter grüner
          Infrastrukturen). Herausfordernd bleibt die Finanzierung durch EU-Mittel. Für die an-
          stehende Förderperiode 2021 bis 2027 ist es daher wichtig, die Einbettung der Strate-
          gien in die EU-Förderprogramme zu verbessern. Hierfür setzt sich die Staatsregierung
          seit Beginn der Verhandlungen zum neuen mehrjährigen Finanzrahmen der EU für die
          Jahre 2021 bis 2027 ein.

            b) Welche konkreten Ergebnisse wurden im in den unterschiedlichen Programm-
               bereichen erzielt?

          Detaillierte Informationen zu den bisherigen Ergebnissen in den neun Aktionsbereichen
          der Strategie werden im Einzelnen von den jeweiligen Aktionsgruppen auf der Internet-
          seite der Strategie veröffentlicht: https://www.alpine-region.eu/

          5. a) Welche bestehenden länderübergreifenden Kooperationen und Netzwerke
                werden bei der Umsetzung der EUSALP vonseiten der Staatsregierung ein-
                gebunden?

          Eine breite Einbindung von Akteuren gehört zum Kern makroregionaler Strategien. Ent-
          sprechend wurden und werden bei der EUSALP seitens der Staatsregierung sowohl Ak-
          teure aus dem staatlichen Umfeld wie die Alpenkonvention, das Interreg-Alpenraumpro-
          gramm, die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer und die Internationale Bodenseekonferenz
          als auch Vertreter von Organisation aus dem nichtstaatlichen Bereich wie das Gemeinde-
          netzwerk Allianz in den Alpen, die CIPRA International, das Netzwerk der Geschützten
          Alpenräume, der WWF, die IUCN, der Club Arc Alpin und das LOS_DAMA! City Network,
          das Internationale Wissenschaftliche Komitee Alpenforschung (ISCAR), das European
          Network for Rural Development (ENRD) sowie ein Netzwerk von landwirtschaftlichen
          Partnerorganisationen/-verbänden aus Bayern, Salzburg, Tirol und Südtirol eingebunden.

            b) Welche Synergien resultieren aus den bestehenden Programmen, z. B. der
               Alpenkonvention, dem EU-Alpenraumprogramm, der Arbeitsgemeinschaft
               Alpenländer sowie der Alpen-Adria-Allianz?

          Synergien ergeben sich insbesondere aus der Abstimmung von thematischen Ziel-
          setzungen, Arbeitsprogrammen und Förderungen. So werden z. B. in der Alpenkonvention
          die Arbeitsprogramme der verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen aufeinander
          abgestimmt. Zudem erfolgt gegenseitige Teilnahme in den Gruppen.
             Die intensivierte Kooperation mit dem Interreg-Alpenraumprogramm hat dazu ge-
          führt, dass über die EUSALP zusätzliche Projektträger für das Programm gewonnen
          und umgekehrt zunehmend EUSALP-Projekte aus dem Programm gefördert werden
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          konnten (siehe Broschüre Alpine Cooperation Stories: https://www.alpine-space.eu/
          communication/20191127_asp_cooperation-stories.pdf). Auch das grenzüberschrei-
          tende Programm Interreg Bayern-Österreich trägt zur Förderung von EUSALP-Aktivi-
          täten bei.
             Die ARGE ALP war nicht nur eine der Initiatorinnen der EUSALP, sondern unter-
          stützte auch das federführend von Bayern geleitete Projekt Mount Erasmus, das sich
          den Perspektiven von Junglandwirten der Alpen widmete.

             c) Inwieweit gewährleistet die Staatsregierung, dass die Alpenbewohner im
                Rahmen eines Bürgerdialogs, Nichtregierungsorganisationen, beispiels-
                weise etwa Umweltschutzverbände, sowie die Städte und Gemeinden im
                bayerischen Alpenraum am Konsultations- und Entscheidungsfindungs-
                prozess der Alpenstrategie gemäß dem Bottom-up-Prinzip adäquat beteiligt
                werden?

          Auf die Berichte der Staatskanzlei und des StMUV zum Beschluss des Landtags
          vom 12.07.2016, Drs. 17/12485, sowie des StMUV zum Beschluss des Landtags vom
          27.09.2018, Drs. 17/24054, wird verwiesen.

          6. a) Welche konkreten Projekte und Aktivitäten wurden während der bayerischen
                Präsidentschaft für den Alpenraum auf den Weg gebracht?
             b) Welchen Ansatz verfolgt die Staatsregierung, um EUSALP erfolgreich weiter-
                zuentwickeln?

          Aus Sicht der Staatsregierung sollte inhaltlich der Schwerpunkt auf Themen und Projek-
          te gesetzt werden, die einen Nutzen für den Bürger darstellen. Dies trägt über Bayern
          hinaus dazu bei, den Mehrwert internationaler Kooperationen zu demonstrieren. Organi-
          satorisch strebt die Staatsregierung eine schlanke und effiziente Governance mit einem
          Mix aus zentraler und dezentraler Aufgabenverteilung an. Unter Fördergesichtspunkten
          ist auf eine bessere Kohärenz von EUSALP-Aktivitäten mit den einschlägigen EU-För-
          derungen zu achten, verbunden mit der Bereitschaft, entsprechende Kofinanzierungen
          nach Möglichkeit bereitzustellen. Insgesamt hat sich die starke Rolle der Regionen in
          der Strategie als erfolgreich herausgestellt und sollte weiter beibehalten werden.

             c) Wo lagen aus bayerischer Sicht bislang die Schwierigkeiten bei der Zu-
                sammenarbeit im Rahmen von EUSALP?

          Die Etablierung einer gut funktionierenden Governance-Struktur im Rahmen des EU-
          Mehrebenensystems unter Beteiligung von fünf EU-Staaten, zwei Nicht-EU-Staaten
          und 48 Regionen stellt naturgemäß eine Herausforderung dar, der sich die Strategie
          und ihre Akteure sehr rasch und gleich zu Beginn zu stellen hatten. Inzwischen sind die
          Strukturen etabliert, die Arbeit in den Aktionsgruppen hat begonnen. Gleichwohl wird
          die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgt, um im Bedarfsfall Anpassungen vorzu-
          nehmen. Herausfordernd war auch die Finanzierung der Strategie mit europäischen
          Fördergeldern. Im Einzelnen wird hierzu auf die Antwort zu Frage 4 a verwiesen.

          7.		   Welche Herausforderungen und Perspektiven sieht die Staatsregierung für
                 die Finanzierungsfortsetzung von EUSALP?

          Von zentraler Bedeutung sind die Schaffung stabiler Governance-Strukturen und deren
          Finanzierung sowie die Einbettung von EUSALP-Zielen in die künftigen Förderprogramme.
          Die Legislativvorschläge der Europäischen Kommission für den Förderzeitraum 2021 und
          2027 bieten hierfür gute Voraussetzungen. Bayern hat entsprechende Vorbereitungs-
          aktivitäten maßgeblich mit angeschoben und begleitet diese weiterhin intensiv.

          8. a) Mit welchen eigenen bayerischen Programmen fördert die Staatsregierung
                den Alpenraum?
Drucksache 18/9369               Bayerischer Landtag 18. Wahlperiode                                 Seite 6/6

          Aktuell liegt in Bayern kein eigenständiges Förderprogramm auf, das allein dem Alpen-
          raum dient. Ob und inwieweit Projekte im Alpenraum durch allgemeine Förderprogramme
          in Bayern unterstützt werden können, bedarf einer Betrachtung des jeweiligen Einzelfalls.
          Diese vorzunehmen stünde im Hinblick auf die hier aufgeworfene Frage außer Verhältnis.

            b) Was sind aus Sicht der Staatsregierung die drängendsten Herausforderungen
               des bayerischen Alpenraums?

          Aufgrund der geografischen Gegebenheiten des Alpenraums in Bayern stellen sich dort
          wie im gesamten Alpenraum vielfältige Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in be-
          sonderer Art und Weise. Insbesondere der weltweite Klimawandel zeigt bereits konkrete
          Auswirkungen auf Umwelt, Biodiversität und Lebensbedingungen im Alpenraum. Auch
          die Globalisierung fordert den Alpenraum heraus und drängt die Partner der Strategie zu
          einer nachhaltigen und gleichbleibend hohen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.
          Auch der demografische Wandel zählt zu den Herausforderungen für den Alpenraum.
          Herausfordernd für Bayern wie den gesamten Alpenraum bleibt auch das weiter steigen-
          de Verkehrsaufkommen im Transit vom Norden Europas nach Süden und umgekehrt.
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