Sport und Studium Befragung der Studierenden an den Schweizer Hochschulen

 
Schweizer Hochschulsport Direktoren Konferenz

   Sport und Studium
Befragung der Studierenden an den
     Schweizer Hochschulen

             Zürich, September 2010

                    Autoren:
Markus Lamprecht, Doris Wiegand, Hanspeter Stamm
Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung AG
                Forchstrasse 212
                 CH-8032 Zürich

               Tel. 044 260 67 60
               Fax. 044 260 67 61
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Inhaltsübersicht

Das Wichtigste in Kürze                                          3

1.   Einleitung                                                  5

2.   Allgemeines Sport- und Bewegungsverhalten                   7
      2.1   Das Bewegungsverhalten in der Freizeit               7
      2.2   Das Sportverhalten                                  11
      2.3   Sportmotive und Hinderungsgründe                    16
      2.4   Die Inaktiven                                       20

3.   Teilnahme am Hochschulsport                                26
      3.1   Teilnahme in den letzten 12 Monaten                 26
      3.2   Teilnahme an den verschiedenen Angeboten            32
      3.3   Die Bedeutung des Hochschulsports                   37
      3.4   Gründe für und gegen den Hochschulsport             41
      3.5   Zugang zum Hochschulsport und Informationsquellen   46
      3.6   Kenntnis und Teilnahme an Veranstaltungen           49

4.   Beurteilung des Hochschulsports                            51
      4.1   Präsenz, Ausschreibung und Administration           51
      4.2   Hochschulsportanlagen                               53
      4.3   Organisation der Angebote                           55
      4.4   Kompetenz der Trainingsleiterinnen und –leiter      57
      4.5   Gesamtbeurteilung des Hochschulsports               62
      4.6   Wünsche an den Hochschulsport                       74

5. Untersuchungsmethode und Stichprobe                          79

                                                                2
Das Wichtigste in Kürze

   Die Studierenden an den Schweizer Hochschulen sind körperlich überaus aktiv. Dies
    zeigt sich sowohl mit Blick auf das allgemeine Bewegungsverhalten als auch mit Blick
    auf die reine Sportaktivität. Die Studierenden sind deutlich aktiver und sportlicher als
    ihre Altersgenossen, die keine Hochschule besuchen. Gut die Hälfte der Studierenden
    kann gemäss den Ausdauerempfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung (von
    BASPO, BAG, HEPA-Netzwerk) als „trainiert“ bezeichnet werden.
   Männer sind noch etwas aktiver als Frauen, Studierende etwas aktiver als Assistierende
    und Doktoranden, und es gibt auch Unterschiede zwischen den Hochschulen. Die Unter-
    schiede zwischen den Geschlechtern und Regionen sind aber deutlich geringer als in der
    Gesamtbevölkerung. Insbesondere lässt sich bei den Sport- und Bewegungsaktivitäten
    der Studierenden kein Röstigraben ausmachen, wie wir ihn ausgeprägt in der Gesamt-
    bevölkerung finden.
   Sport treiben die Studierenden vor allem, um gesund und fit zu bleiben, weil Sport Spass
    macht und einen Ausgleich zum Studium bietet. Das Naturerlebnis, die Figur und die
    Geselligkeit sind weitere wichtige Sportmotive. Die Herausforderung des sportlichen
    Wettkampfes sucht ein knappes Drittel der Studierenden. Die Sportbegeisterung unter
    den Studierenden ist so gross, dass vier Fünftel gerne noch mehr Sport treiben würden,
    wenn sie mehr Zeit hätten und die Arbeitsbelastungen geringer wären.
   8 Prozent der Studierenden sind erklärte Nichtsportler. Diese Zahl ist zwar im Vergleich
    zur Gesamtbevölkerung klein, sie muss aber trotzdem ernst genommen werden. Denn
    Sportabstinenz geht in aller Regel mit einem klaren Bewegungsmangel einher. Die
    wichtigsten Gründe für die Inaktivität sind mangelnde Zeit und fehlendes Interesse,
    wobei Frauen das Erstere, Männer das Letztere stärker betonen. Immerhin zwei Drittel
    der inaktiven Studierenden würden gerne mit Sporttreiben beginnen. Bei den inaktiven
    Frauen stehen Tanzen, Yoga, Schwimmen und Fitnesstraining ganz zuoberst auf der
    Wunschliste, bei den Männern sind es Schwimmen, Krafttraining, Jogging und Badmin-
    ton. Damit der Wunsch zur Wirklichkeit wird, bräuchte es in erster Linie mehr Zeit und
    eine Person aus dem Bekanntenkreis, die einem den Einstieg erleichtert.
   Einen wesentlichen Beitrag zu einem bewegten Studentenleben leistet der Hoch-
    schulsport. Etwa 90 Prozent aller Studierenden kennen das Hochschulsportangebot und
    rund zwei Drittel haben schon daran teilgenommen. Gut die Hälfte hat dies in den letzten
    12 Monaten getan. Im Gegensatz zum Sport im Allgemeinen sind die Frauen im
    Hochschulsport aktiver als die Männer, welche sich dafür klar häufiger in den Sport-
    vereinen engagieren. Jede dritte Studentin und jeder vierte Student nehmen mindestens
    wöchentlich am Hochschulsport teil. Im Durchschnitt ergibt dies 2.4 Stunden während
    des Semesters und 1.5 Stunden in der vorlesungsfreien Zeit. Die Teilnahme am Hoch-
    schulsport geht im Laufe des Studiums nicht zurück und ist auch bei den Assistierenden
    und Doktorierenden unvermindert hoch. Gegenüber 2005 ist die Zahl der Hochschul-

                                                                                          3
sportstunden wieder leicht angestiegen, wobei es bei der Teilnahme beträchtliche
    Unterschiede zwischen den Hochschulen gibt.
   Bezüglich Angebotsnutzung zeigen sich klare Geschlechterunterschiede: Bei den
    Studentinnen steht Group Fitness klar an erster Stelle vor Entspannen/Wellness, Tanz,
    Kraft/Cardio und Spiel. Bei den Studenten ist „Spiel“ die klare Nummer 1, vor Kraft/Car-
    dio, Group Fitness, Kampf- und Bergsport. Im Kampfsport sowie bei Entspannen/Well-
    ness und Tanzen finden wir besonders viele Anfänger, während beim Spiel, beim
    Schnee- und Eissport sowie beim Ausdauertraining Outdoor die Fortgeschrittenen
    dominieren.
   Zu den wichtigsten Gründen, die für den Hochschulsport sprechen, gehören die tiefen
    Kosten, die guten Trainingsgelegenheiten und passenden Angebote, die fehlende Ver-
    pflichtung, die flexiblen Trainingszeiten sowie die Fachkompetenz der Trainings-
    leiterinnen und -leiter und die gute Infrastruktur. Der Weg zum Hochschulsport führt in
    der Regel über das gedruckte Hochschulprogramm, über die Anregungen von Kolle-
    ginnen und Kollegen und über das Internet. Eingeschränkt wird die Teilnahme am Hoch-
    schulsport primär durch die fehlende Zeit, aber auch ungünstige Trainingszeiten, über-
    füllte Angebote und die Distanz zu den Sportanlagen werden als Hinderungsgründe
    erwähnt.
   Die detaillierte Analyse der Beurteilungen unterschiedlichster Aspekte und Qualitäts-
    merkmale zeigt, dass der Hochschulsport insgesamt gute Noten erhält und die hohen, in
    den Jahren 2000 und 2005 gesetzten Standards aufrecht erhalten werden konnten. Es gibt
    aber auch Optimierungspotential und es gibt vor allem beträchtliche Unterschiede
    zwischen den einzelnen Hochschulen.
   Ein sehr gutes Zeugnis wird den Trainingsleiterinnen und –leitern ausgestellt, deren
    persönliche, fachliche und sportliche Kompetenzen überaus positiv beurteilt werden.
    Gute Noten gibt es auch für die Infrastruktur. Nicht nur positive Beurteilungen erhalten
    dagegen die Anmeldung und Administration, die Differenzierung und Zusammensetzung
    der Angebote und die Trainingszeiten. Am meisten kritische Stimmen gibt es bei den
    Gruppengrössen und der Belegungsdichte. Hier wird gewissermassen die Schattenseite
    der Beliebtheit und des Erfolgs des Hochschulsports sichtbar.
   Die Relevanz der bewerteten Bereiche ist durchgängig hoch, eindeutiges Sparpotential
    kann nicht ausgemacht werden. Mit Blick auf allfällige Angebotserweiterungen findet
    sich der Ausbau der Angebote in der vorlesungsfreien Zeit ganz zuoberst auf der
    Wunschliste, gefolgt von „mehr Schnupperangeboten“ und „mehr Möglichkeiten zum
    individuellen Training“. Vor allem die Männer wünschen sich zudem mehr Spiel-
    möglichkeiten, die Frauen mehr Tanzangebote, mehr Beratungsangebote zu Ernährung
    und Gesundheit sowie mehr Angebote im Bereich Entspannung und Wellness.

                                                                                          4
1. Einleitung

Im Herbst 2009 beauftragte die Schweizer Hochschulsport Direktoren Konferenz die
Lamprecht und Stamm Sozialforschung und Beratung AG (L&S), 2010 eine Online-
Befragung unter den an den Schweizer Hochschulen immatrikulierten Personen (Studierende,
Assistierende, Doktorierende) durchzuführen. Die Befragung sollte an die Erhebungen „Sport
und Studium“ aus den Jahren 2000 und 2005 anschliessen, die vom Institut für Sport und
Sportwissenschaft der Universität Bern durchgeführt worden waren.1
Die Zielsetzungen der neuesten Studie orientieren sich an den beiden vorangegangenen
Erhebungen. Die Befragung soll erstens Vergleiche mit den beiden früheren Erhebungen
ermöglichen und damit Veränderungen über die Zeit nachzeichnen. Sie soll zweitens eine
detaillierte und kritische Standortbestimmung der gegenwärtigen Situation vornehmen
(Qualitätsprüfung) und damit Entscheidungsgrundlagen für die zukünftige Entwicklung
bereitstellen (strategisches Planungsinstrument).
Die folgenden Fragestellungen sollen dabei beantwortet werden:
    Sportaktivität der Studierenden (Kapitel 2): Wie steht es mit dem Bewegungs- und
     Sportverhalten der Studierenden? Wie sportlich sind die Studierenden im Vergleich zur
     Gesamtbevölkerung und zu ihren Altersgenossen? Welche soziodemografischen Merk-
     male beeinflussen die Sportaktivität? Was sind die wichtigsten Sportmotive? Wer sind
     die Inaktiven? Warum sind sie inaktiv und wie könnten sie allenfalls aktiviert werden?
    Teilnahme am Hochschulsport (Kapitel 3): Wie steht es mit der Teilnahme am
     Hochschulsport. Wer nimmt wie häufig und wo teil? Welche Faktoren beeinflussen die
     Teilnahme? Gibt es Geschlechterunterschiede und wie verändert sich die Teilnahme mit
     der Studiendauer? Was sind die Motive und Hinderungsgründe? Wie kommt man zum
     Hochschulsport? Welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Hochschulen?
    Beurteilung des Hochschulsports (Kapitel 4): Wie werden die verschiedenen Angebote
     und Dienstleistungen an den verschiedenen Hochschulen beurteilt (Ausrichtung, Qualität,
     Angebote, Trainingsleiterinnen und -leiter, Administration, Infrastruktur, Ausstattung,
     Organisation, Atmosphäre, Image und Stellung der Hochschulsports)? Wie relevant sind
     die einzelnen Bereiche? Wo gibt es Verbesserungspotential? Wo gibt es Sparpotential?
     Welche Angebotserweiterungen wünschen sich die Studierenden?
Die Datenbasis für die Beantwortung dieser Fragen bildet eine Onlinebefragung von 16’856
Studierenden an 14 verschiedenen Schweizer Hochschulen, die im Frühling 2010 durchge-
führt wurde. Die Auswahl der befragten Studierenden beruht auf einem reinen Zufallsver-
fahren. Mit einer Ausschöpfungsquote von 25 Prozent und überaus plausiblen Verteilungen

1
    Vgl. Egger, Kurt (Hg.) (2001): Sport und Studium: Befragung zum Sport- und Bewegungsverhalten der
    Studierenden an den Schweizer Hochschulen. Bern: Schriftenreihe des Instituts für Sport und
    Sportwissenschaften der Universität Bern. Egger Kurt und Reto Zimmermann (Hg.) (2006): Sport und
    Studium: Befragung zum Sport- und Bewegungsverhalten der Studierenden an den Schweizer Hochschulen.
    Bern: Forschungsbericht Universität Bern.

                                                                                                     5
darf diese Datenbasis als repräsentativ für alle an den 14 Schweizer Hochschulen
immatrikulierten Personen gelten. Die einzige Ausnahme bildet dabei die Universität Lugano:
Wegen der deutlich schlechteren Rücklaufquote und der entsprechend tiefen Fallzahl müssen
die Ergebnisse für die Universität Lugano mit Vorsicht interpretiert werden. Die
Repräsentativität ist hier nicht gewährleistet. Man vergleiche dazu die Angaben zur
Untersuchungsmethode und Stichprobe im Kapitel 5.
Stichprobenerhebungen sind – auch wenn sie repräsentativ sind – immer mit Fehlerspannen
behaftet. Zur Kontrolle dieser Fehlerspanne wurden Signifikanztests durchgeführt und
Vertrauensintervalle berechnet (vgl. Kapitel 5). Zur besseren Lesbarkeit der Ergebnisse
wurden die Ergebnisse dieser Tests nicht überall aufgeführt. Als einfache Faustregel kann
gelten, dass bei den Mittelwertvergleichen Abweichungen von 0.2 und mehr statistisch
signifikant sind. Geringere Abweichungen sollten dagegen nicht als Unterschiede interpretiert
werden.
Im vorliegenden Bericht verwenden wir den Begriff „Studierende“ (geschlechtsspezifisch ist
jeweils von Studentinnen und Studenten die Rede) als „im tertiären Bildungsbereich
immatrikulierte Personen“. An ausgewählten Stellen wird zusätzlich zwischen (immatriku-
lierten) Assistierenden, Doktorierenden und Studierenden unterschieden. In diesem beson-
deren Fall steht jeweils „Studierende“ nicht einfach für Immatrikulierte, sondern Studierende
(ohne Assistierende und Doktoranden) im Gegensatz zu Assistierenden und Doktorierenden.
Der vorliegende Bericht war nicht möglich ohne die grosse Unterstützung verschiedener
Stellen und Personen. Dies gilt in erster Linie für alle Hochschulsportorganisationen, die sich
an der Untersuchung beteiligt und das Projekt erst möglich gemacht haben. Besonders
herausstreichen möchten wir dabei Reto Zimmermann (Bern), Kaspar Egger und Olaf Frost
(Zürich) sowie Roger Roth (Freiburg), die als Mitglieder der Steuerungsgruppe das Projekt
umsichtig geleitet und tatkräftig unterstützt haben. Namentlich bedanken möchten wir uns
auch bei Stefan Neubert, der seitens Link Institut für die Durchführung der Onlinebefragung
verantwortlich war und alle Probleme und Widrigkeiten souverän gemeistert hat. Einen
grossen Dank schulden wir ferner den Rektoraten und EDV-Verantwortlichen der verschie-
denen Universitäten, welche uns die Mailadressen zur Verfügung gestellt haben oder die
Stichprobenziehung und den Versand für uns durchgeführt haben und dafür gesorgt haben,
dass unsere Einladungsmails nicht in den Spam-Filtern hängen geblieben sind. Ein ganz
besonderer Dank gebührt schliesslich den 16'856 Studierenden, die sich Zeit genommen und
den umfangreichen Fragebogen seriös und vollständig ausgefüllt haben.

                                                                                             6
2. Allgemeines Sport- und Bewegungsverhalten

2.1 Das Bewegungsverhalten in der Freizeit

Die Studierenden an den Schweizer Hochschulen bewegen sich relativ viel (vgl. Abbildung
2.1). Das Bewegungsverhalten wurde mit der Standardfrage aus der Schweizer Gesundheits-
befragung des Bundesamts für Statistik erhoben, die danach fragt, wie häufig man in der
Freizeit durch körperliche Aktivitäten ins Schwitzen gerät. Bei gut der Hälfte der Studieren-
den ist dies an mindestens drei Tagen in der Woche der Fall. Gemäss den Ausdauerempfeh-
lungen für gesundheitswirksame Bewegung verschiedener Organisationen (BASPO, BAG,
HEPA-Netzwerk) können diese Studierenden als "trainiert" bezeichnet werden. Auf der
anderen Seite der Skala weist etwa ein Achtel aller Studierenden keine nennenswerten körper-
lichen Aktivitäten auf, was aus gesundheitlicher Sicht als bedenklich eingeschätzt werden
muss. Zwischen den beiden Polen „trainiert“ und „inaktiv“ findet sich ein gutes Drittel der
Studierenden, die zwar mindestens einmal wöchentlich körperlich aktiv sind, von denen wir
aber nicht genau wissen, ob sie dabei die Basisempfehlungen für eine gesundheitswirksame
Bewegung erfüllen.
Abbildung 2.1:        Bewegungsverhalten der Studierenden an den Schweizer Hochschulen im
                      Vergleich zur Gesamtbevölkerung und zu allen Personen im Alter von 20
                      bis 34 Jahren; Anzahl Tage pro Woche, an denen man durch körperliche
                      Aktivitäten ins Schwitzen gerät, in %
              100%
                              12

                                                               32                27
               80%            15

                              20                                                 17
               60%                                             17

                                                                                 22
               40%                                             20

                              52
               20%
                                                               32                33

                 0%
                        Studierende der                     Schweizer         Schweizer
                           Schweizer                     Bevölkerung, 15   Bevölkerung, 20
                         Hochschulen                       bis 74 Jahre      bis 34 Jahre

                                          nie
                                          an 1 Tag pro Woche
                                          an 2 Tagen pro Woche
                                          an 3 und mehr Tagen pro Woche

Datenquelle der Vergleichsdaten: Schweizerische Gesundheitsbefragung 2007 (SGB07) des Bundesamtes für
Statistik. Fallzahlen: Studierende der Schweizer Hochschulen= 16825; SGB07 Gesamtbevölkerung= 17844;
SGB07 Altersgruppe 20-34 Jahre= 3175.

                                                                                                        7
Sowohl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung als auch im Vergleich zur Altersgruppe der 20
bis 34-Jährigen kann das Bewegungsverhalten der Studierenden (mit 52% „trainiert“) als
vorbildlich bezeichnet werden. In der Gesamtbevölkerung sind nur 32 Prozent „trainiert“,
während unter allen in der Schweiz lebenden 20 bis 34-Jährigen 33 Prozent das Prädikat
„trainiert“ verdient. Gleichzeitig ist der Anteil an Inaktiven in beiden Vergleichsgruppen
deutlich höher als unter den Studierenden der Schweizer Hochschulen.
Das Bewegungsniveau der Studierenden hat sich in den letzten fünf Jahren nicht nennenswert
verändert. 2005 gerieten die Studierenden im Durchschnitt an 2.8 Tagen pro Woche
(Standardabweichung: 1.9) durch körperliche Aktivitäten ins Schwitzen. Dies entspricht
genau dem aktuellen Wert (Mittelwert: 2.8 Tage, Standardabweichung: 1.7 Tage).2
Das Bewegungsverhalten der Studierenden unterscheidet sich je nach Geschlecht und
Stellung an der Hochschule (vgl. Abbildung 2.2). Männer kommen etwas häufiger an drei
Tagen wöchentlich durch körperliche Aktivitäten ins Schwitzen als Frauen. Der Geschlechter-
unterschied bei den Studierenden ist jedoch vergleichsweise gering, viel geringer jedenfalls
als bei den Altersgenossen, die keine Hochschule besuchen. Gemäss der Gesundheits-
befragung (SGB07) sind die 20 bis 34-jährigen Männer normalerweise deutlich aktiver als die
20 bis 34-jährigen Frauen.3 Vor allem bei den Frauen geht der Besuch einer Hochschule also
mit einem deutlich besseren Bewegungsverhalten einher. Studentinnen betätigen sich in ihrer
Freizeit viel häufiger körperlich als ihre Altersgenossinnen, die keine Hochschule besuchen.
Die Wohnsituation spielt in Bezug auf das Bewegungsverhalten dagegen keine Rolle: ob die
Studierenden alleine, bei ihren Eltern, mit einem Partner oder in einer Wohngemeinschaft
leben, hat keinen signifikanten Einfluss auf das Bewegungsniveau.
Mehr als vom Geschlecht wird das Bewegungsverhalten von der Position an der Hochschule
bestimmt (vgl. Abbildung 2.2). Die Studierenden bewegen sich etwas mehr als die Assistie-
renden und die Doktorierenden. Unter den Doktorierenden zählen wir zwar mehr „Trainierte“
als unter den Assistierenden, aber auch etwas mehr „Inaktive“.
Die Unterschiede zwischen Studierenden, Doktorierenden und Assistierenden sind einerseits
vom Alter – jüngere bewegen sich etwas mehr als ältere –, andererseits vom Beschäftigungs-
grad abhängig. Allerdings sinkt das Bewegungsniveau nicht einfach linear zum Beschäfti-
gungsgrad. Am meisten Aktive finden wir unter denjenigen, die einer Beschäftigung im
Umfang von höchsten 30 Prozent nachgehen. Wer neben dem Studium nicht oder mehr als 30
Prozent arbeitet, bewegt sich demgegenüber etwas weniger.4

2
    Die Hochschulsport-Befragung aus dem Jahr 2000 enthält keine vergleichbaren Angaben.
3
    In der Gesundheitsbefragung des Bundesamtes für Statistik (SGB07) finden wir unter den 20 bis 34-jährigen
    Frauen 28% „Trainierte“ und 32% „Inaktive“. Bei den gleichaltrigen Männern sind es 39% „Trainierte“ und
    23% „Inaktive“. Die 20 bis 34-Jährigen mit einem tertiären Bildungsabschluss weisen ein leicht höheres
    Bewegungsniveau auf (Frauen: 28% „trainiert“, 27% inaktiv; Männer: 40% „trainiert“, 19% inaktiv); der
    grosse Geschlechterunterschied bleibt jedoch bestehen. Das heisst: Weniger der hohe Bildungsabschluss als
    vielmehr die Situation an der Hochschule führt dazu, dass sich die Studentinnen klar häufiger bewegen als
    ihre Altersgenossen, die keine Hochschule besuchen.
4
    Mehr als 40% der Studierenden gehen keiner bezahlten Beschäftigung neben dem Studium nach. Mehr als
    60% der Assistierenden haben einen Anstellungsumfang von über 30% an der Hochschule; bei den
    Doktorierenden haben mehr als drei Viertel aller Befragten einen Beschäftigungsgrad von über 30%
    angegeben. Knapp 60% der Doktorierenden haben ein Arbeitspensum von mehr als 50%.

                                                                                                           8
Abbildung 2.2: Bewegungsverhalten der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, nach
               Geschlecht und Stellung an der Hochschule, in %
    100%
                  12              11                                11                  13               15

     80%                          14                                15
                  17
                                                                                        23               16

                                  19                                20
     60%          21                                                                                     20
                                                                                        22

     40%

                                  56                                53
                  50                                                                                     49
     20%                                                                                42

      0%
                 Frauen         Männer                          Studierende        Assistierende    Doktorierende
                                         nie
                                         an 1 Tag pro Woche
                                         an 2 Tagen pro Woche
                                         an 3 und mehr Tagen pro Woche

Fallzahlen: Frauen= 9409; Männer= 7379; Studierende= 14697; Assistierende= 283; Doktorierende= 1845.
Abbildung 2.3: Bewegungsverhalten der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, nach
               Beschäftigungsgrad, in %
     100%
                  13            10            9            11                 13

                                15           14            16
       80%        15                                                          18
                                                                                              nie
                                19           20
                  21                                       21
       60%                                                                    20              an 1 Tag pro Woche

                                                                                              an 2 Tagen pro Woche
       40%

                                                                                              an 3 und mehr Tagen
                                56           56            52                                 pro Woche
                  51                                                          49
       20%

        0%

                 keine       < 10%       11% - ca. 31% bis ca.           > 50%
             Beschäftigung                 30%        50%

Fallzahlen: keine Beschäftigung= 6317; weniger als 10%= 2642; 11% bis ca. 30%= 3509; 31% bis ca. 50%= 1631; mehr als
50%= 1551. Die Frage nach dem Beschäftigungsgrad bezog sich für Studierende und Doktorierende auf die Arbeit neben
dem Studium, für die Assistierenden auf den Anstellungsgrad an der Hochschule.

Unterschiede im Bewegungsverhalten der Studierenden zeigen sich auch zwischen den
verschiedenen Hochschulen. Einen besonders hohen Anteil an „Trainierten“ (>55%) finden
wir an den Universitäten Basel, Bern und St. Gallen sowie an der ETH Zürich; einen leicht

                                                                                                                     9
unterdurchschnittlichen Anteil (
2.2 Das Sportverhalten

Während es im Abschnitt 2.1 um das allgemeine Bewegungsverhalten ging, das auch alltäg-
liche Bewegungsformen wie zügiges Treppensteigen oder Gehen sowie Garten- und Haus-
arbeiten umfasst, wenden wir uns im vorliegenden Abschnitt dem Sportverhalten zu. Das
Sportverhalten der Studierenden wurde anlog zur Studie Sport Schweiz 2008 erfasst, indem
einerseits gefragt wurde, wie häufig man Sport treibt, und andererseits, wie viele Stunden
Sport dies pro Woche im Total ergibt.
Genau die Hälfte aller Studierenden an der Schweizer Hochschule treibt mehrmals pro Woche
Sport und kommt dabei auf mindestens 3 Stunden pro Woche (vgl. Abbildung 2.5). 27
Prozent der Studierenden betätigen sich mindestens einmal wöchentlich sportlich, während 15
Prozent nur selten und 8 Prozent nie sportlich aktiv sind. Die Sportaktivität der Studierenden
ist klar überdurchschnittlich und zwar sowohl im Vergleich zur gesamten Wohnbevölkerung
als auch im Vergleich zur Altersgruppe der 20 bis 34-Jährigen. Besonders auffällig ist dabei
der relativ kleine Anteil an Nichtsportlern unter den Studierenden.

Abbildung 2.5:     Sportaktivität der Studierenden an den Schweizer Hochschulen im Ver-
                   gleich zur Gesamtbevölkerung und zu allen Personen im Alter von 20 bis 34
                   Jahren, in %
           100%
                          8
                                                              27                24
                         15
            80%
                          6                                                      7
                                                               6
                                                                                 7
                                                               9
            60%          21
                                                                                19
                                                              18
            40%

                         50
            20%                                               40                44

              0%
                   Studierende der                         Schweizer         Schweizer
                      Schweizer                         Bevölkerung, 15   Bevölkerung, 20
                    Hochschulen                           bis 74 Jahre      bis 34 Jahre

                                     nie
                                     seltener
                                     mind. wöchentlich weniger als 2 Std.
                                     mind. wöchentlich 2 Std. und mehr
                                     mehrmals pro Woche mind. 3 Std.

Datenquelle der Vergleichsdaten: Sport Schweiz 2008 des Observatoriums Sport und Bewegung Schweiz
(www.sportobs.ch). Fallzahlen: Studierende der Schweizer Hochschulen= 16826; Sport Schweiz 2008
Gesamtbevölkerung= 10242, Sport Schweiz 2008 Altersgruppe 20-34 Jahre= 2039.

                                                                                              11
Bei der Sportaktivität bestätigt sich also, was wir bereits beim Bewegungsniveau feststellen
konnten. Die Studierenden an den Schweizer Hochschulen sind aktiver sowohl im Vergleich
zur Gesamtbevölkerung und als auch im Vergleich zu ihren Altersgenossen, die nicht an einer
Hochschule eingeschrieben sind. Analoge Ergebnisse finden wir mit Blick auf die
Geschlechterunterschiede, die Position an der Hochschule und den Beschäftigungsgrad (vgl.
Abbildung 2.6 und 2.7). Der Anteil an sportlich sehr aktiven Studierenden ist unter den
Studenten höher als unter den Studentinnen, während sich mit Blick auf den Anteil an
Inaktiven kein Geschlechterunterschied feststellen lässt.6 Studierende sind etwas aktiver als
Doktoranden und Assistierende. Am aktivsten sind Studierende, die zu einem kleinen Pensum
erwerbstätig sind.
Wie Abbildung 2.8 zeigt, steht die Sportaktivität in Zusammenhang mit der Semesterzahl.
Wie beim Beschäftigungsgrad handelt es sich dabei um eine umgekehrt U-förmige Bezie-
hung. Das heisst: Die Sportaktivität steigt mit der Zahl der Semester leicht an, erreicht
zwischen dem 7 und 10 Semester ihren Höhepunkt und sinkt danach wieder etwas ab.
Schliesslich wirkt sich auch die private Situation auf die Sportaktivität aus: Studierende mit
einem Kind geben fast doppelt so häufig an, keinen Sport zu betreiben, wie Studierende ohne
Kinder (15% vs. 8%). Interessanterweise ist dieser Unterschied unabhängig vom Geschlecht
der Befragten und gilt sowohl für Mütter als auch für Väter. Dabei spielt auch die
Wohnsituation eine Rolle: Wer alleine oder mit einem Partner wohnt, ist weniger aktiv als
diejenigen, die bei ihren Eltern oder in einer Wohngemeinschaft wohnen.
Wie stark und wie unabhängig sich die genannten Einflüsse auf die Sportaktivität auswirken,
lässt sich in einem multivariaten Regressionsmodell testen, mit dessen Hilfe der Einfluss der
verschiedenen sozio-demografischen Variablen (Alter, Geschlecht, Wohnsituation, Beschäfti-
gungsgrad) auf die sportliche Aktivität geschätzt werden kann. Es resultieren zwar statistisch
signifikante, aber nur schwache Zusammenhänge zwischen den untersuchten Variablen in
dem Sinne, dass Frauen, Personen mit Kindern, Personen mit einem höheren Beschäf-
tigungsgrad und Ältere eher weniger Sport treiben als Männer, Personen ohne Kinder,
Personen ohne oder mit einem tiefen Beschäftigungsgrad und Jüngere (Betawerte zwischen
0.04 und 0.07). Insgesamt vermögen diese Merkmale aber das Ausmass der sportlichen
Aktivität nur zu einem sehr geringen Teil von gut einem Prozent zu erklären. Studierende sind
also unabhängig von Geschlecht, Beschäftigungsgrad, Alter und familiärer Situation über-
durchschnittlich sportlich.
Relativ deutliche Unterschiede bei den sportlichen Aktivitäten lassen sich in Bezug auf den
Body Mass Index (BMI) ausmachen: Während bei den unter- und normalgewichtigen Studie-
renden mehr als die Hälfte (51%) mehrmals pro Woche mindestens 3 Stunden körperlich
aktiv ist und nur 7 Prozent als „inaktiv“ einzustufen sind, sind bei den übergewichtigen
Studierenden 44 Prozent „sehr Aktive“, aber 12 Prozent „Inaktive“ zu finden.

6
    Im Gegensatz dazu finden wir in der gesamten Altersgruppe der 20 bis 34-Jährigen ausgeprägte
    Geschlechterunterschiede. 49 Prozent aller 20 bis 34-jährigen Männer sind mehrmals wöchentlich
    mindestens 3 Stunden aktiv, 19 Prozent sind inaktiv. Unter allen 20 bis 34-jährigen Frauen sind nur 39
    Prozent sehr aktiv, während 29 Prozent inaktiv sind.

                                                                                                       12
Abbildung 2.6:      Sportaktivität der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, nach
                    Geschlecht und Stellung an der Hochschule, in %
       100%
                       8            8                                 8                 7              9

                    16              14                               15              17                16
        80%
                                    4
                       8                                              6                 7              6
                                    19
        60%                                                          21                                22
                    23                                                               24

        40%

                                    55
                                                                     50                                48
                    45                                                               43
        20%

         0%
                  Frauen          Männer                         Studierende    Assistierende   Doktorierende

                                         nie
                                         seltener
                                         mind. wöchentlich weniger als 2 Std.
                                         mind. wöchentlich 2 Std. und mehr
                                         mehrmals pro Woche mind. 3 Std.

Fallzahlen: Frauen= 9408; Männer= 7381; Studierende= 14700; Assistierende= 283; Doktorierende: 1843.

Abbildung 2.7:      Sportaktivität der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, nach
                    Beschäftigungsgrad, in %
       100%                   6              6
                   9                                    7            9
                             14             14
                   15                                  16
                                                                    17
        80%                   6              6
                   7                                    7
                                                                     7
                                                                                  nie
                             20             22
        60%        21                                  21
                                                                    22            seltener

                                                                                  mind. wöchentlich
        40%
                                                                                  weniger als 2 Std.
                                                                                  mind. wöchentlich 2 Std.
                             55             52                                    und mehr
                   48                                  50
                                                                    45
        20%                                                                       mehrmals pro Woche
                                                                                  mind. 3 Std.

         0%
                  keine     < 10%        11% - ca. 31% bis ca.    > 50%
              Beschäftigung                30%        50%

Fallzahlen: keine Beschäftigung= 6322; weniger als 10%= 2643; 11% bis ca. 30%= 3507; 31% bis ca. 50%=
1631; mehr als 50%= 1551. Hinweis: Die Frage nach dem Beschäftigungsgrad bezog sich für Studierende und
Doktorierende auf die Arbeit neben dem Studium, für die Assistierenden auf den Anstellungsgrad an der
Hochschule.

                                                                                                                13
Abbildung 2.8: Sportaktivität der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, nach
               Studiendauer, in %

          100

            80

            60

                                              51         53         52
                                   50                                          50          48
                        47
            40

            20

                        8          9          7          7                     7           9
                                                                    6
             0

                     1-2        3-4        5-6        7-8        9-10      11-12        13+
                   Semester   Semester   Semester   Semester   Semester   Semester    Semester

                              mehrmals pro Woche mind. 3 Std.                        nie
Fallzahl: 16316.

Nicht an allen Hochschulen sind die Studierenden gleich aktiv. Wie bei den allgemeinen
Bewegungsaktivitäten erweisen sich die Studierenden der ETH Zürich und der Universitäten
St. Gallen, Bern und Basel als überdurchschnittlich aktiv (>50% sehr Aktive), während die
Studierenden der Universitäten Lugano und Genf sowie der ETH Lausanne und der
Hochschule Luzern einen unterdurchschnittlichen Anteil an sehr Aktiven (
Abbildung 2.9:          Sportaktivität der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, nach
                        Hochschule, in %

                       Alle                       50                             21                     6             15             8

               Uni Basel                          51                                 22                     6            13          8

                   Uni Bern                           55                                  18                6            14          7

                   PH Bern                       48                                  26                     5             14         6

   Fachhochschule Bern                           48                              23                     6                15          7

            Uni Freiburg                         49                              24                     6                15          7

                   Uni Genf                 40                        21                   8                18                  13

           Uni Lausanne                          47                         21                  6                   17           10

          ETH Lausanne                       44                            24                   7                   16           10

             Uni Lugano                    39                              30                       6                    20              4

              Uni Luzern                         47                             22                  5               15          10

     Hochschule Luzern                       43                            23                   8                    19              7

         Uni Neuenburg                           49                             18              7                   15          10

           Uni St. Gallen                             55                                  20                    5          15            4

              Uni Zürich                          50                                 22                     7            13          7

              ETH Zürich                               58                                  17                   6          13        6

                              0%           20%              40%                 60%                             80%                  100%
                    mehrmals pro Woche mind. 3 Std.               mind. wöchentlich 2 Std. und mehr
                    mind. wöchentlich weniger als 2 Std.          seltener
                    nie

Fallzahl: 16826.

                                                                                                                                             15
2.3 Sportmotive und Hinderungsgründe

Fragt man die Studierenden nach den Gründen, weshalb sie Sport treiben, so zeigt sich das in
Abbildung 2.10 dargestellte Bild. An erster Stelle steht das Gesundheitsmotiv, das fast von
allen Sportteibenden als wichtig oder sehr wichtig eingeschätzt wird. Es folgen „Fitness“,
„Ausgleich zum Studium“ und „Spass“, die von der Hälfte als „sehr wichtig“ und von rund
einem Drittel als „wichtig“ eingeschätzt werden. „Stärkung der Leistungsfähigkeit“, „Natur-
genuss“ und „etwas für die Figur tun“ sind weitere wichtige Sportmotive der Studierenden,
die noch vor den Geselligkeitsmotiven und den Leistungs- und Wettkampfmotiven figurieren.
Diese Einschätzung der Wichtigkeit verschiedener Sportmotive entspricht weitgehend dem,
was sich auch in der Gesamtbevölkerung und bei den sporttreibenden Altersgenossen zeigt.
Einzig beim Geselligkeitsmotiv, das von den Studierenden als deutlich weniger wichtig
eingeschätzt wird, ergibt sich eine grössere Differenz.
Männer und Frauen unterscheiden sich nicht grundsätzlich in der Beurteilung der
Sportmotive. Einige Geschlechterunterschiede sind gleichwohl signifikant und zeigen, dass
Studentinnen das Gesundheitsmotiv und „etwas für meine Figur tun“ leicht höher gewichten,
während für Studenten „in bestimmten Sportarten etwas können und erreichen“ sowie die
Herausforderungen des sportlichen Wettkampfs etwas wichtiger sind.
Gegenüber 2000 und 2005 hat vor allem das Motiv „Ausgleich zum Studium“ an Bedeutung
gewonnen, während das Outdoor-Motiv etwas an Bedeutung verloren hat (vgl. Tabelle 2.1).
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Hochschulen halten sich in Grenzen. Auffällig
ist einzig, dass das Motiv „Stärkung der Leistungsfähigkeit“ an den Deutschschweizer Hoch-
schulen häufiger genannt wird, als an den Hochschulen in der französisch- und italienisch-
sprachigen Schweiz. Ansonsten zeigt sich kein klar unterschiedliches Muster.
Der Wunsch nach vermehrter Sportaktivität ist unter den Studierenden sehr hoch. 82% der
sporttreibenden Studierenden geben an, gerne mehr Sport treiben zu wollen. Der Wunsch
nach vermehrter Sportaktivität ist bei den Frauen (84%) noch etwas höher als bei den
Männern (78%). Erwartungsgemäss nimmt der Wunsch mit zunehmender sportlicher Aktivi-
tät ab, aber auch unter denjenigen, die bereits mehrmals pro Woche mindestens 3 Stunden
Sport treiben, möchten drei Viertel gerne mehr Sport treiben. Unter denjenigen, die nur selten
Sport treiben, sind es sogar 90 Prozent. Mit zunehmender Studiendauer geht der Wunsch nach
vermehrter Sportaktivität etwas (von 83% im 1. und 2. Semester auf 78% im 12. Semester)
zurück.

                                                                                           16
Abbildung 2.10: Sportmotive der Studierenden, in % aller Sporttreibenden
                („Ich treibe Sport, weil ...“)
    ich etwas für meine Gesundheit / für mein Wohlbefinden
                           tun will. (1)
                                                                                             57                                   35                  16 1

                       ich etwas für meine Fitness tun will. (2)                          48                                39                   39        1

 ich im Sport einen entspannenden Ausgleich zum Studium /
                       zur Arbeit finde. (3)
                                                                                          50                                35               4 10          2

                          ich am Sport einfach Spass habe. (4)                            50                                32              3 13           1

            ich dadurch gestärkt und leistungsfähiger bin. (5)                      35                            40                   6     16            3

  ich es geniesse, in der Natur / an der frischen Luft zu sein.
                                  (6)
                                                                                     39                           31              8         19            3

                          ich etwas für meine Figur tun will. (7)                  30                        36              10            20          5

           ich es geniesse, gemeinsam mit anderen etwas zu
                            unternehmen. (8)
                                                                               20                  35                  13              25             7

               ich im Sport den sozialen Kontakt schätze. (9)                 18                  32                16                26              8

  ich in bestimmten Sportarten etwas können und erreichen
                            will. (10)
                                                                              15             26               21                 23              16

      ich die Herausforderungen des sportlichen Wettkampfs
                            schätze. (11)
                                                                           12           18              22             20                   28

             ich eine neue Sportart (kennen) lernen will. (12)            5        19              29                       31                   17

                                                                       0%           20%            40%              60%               80%         100%

               sehr wichtig             eher wichtig                teils-teils           eher unwichtig                         völlig unwichtig

Fallzahlen: zwischen 15305 und 15461; alle Sporttreibenden= 15496.

Tabelle 2.1:              Sportmotive der Studierenden, nach Hochschule und im Zeitvergleich,
                          arithmetisches Mittel
                           (1)        (2)       (3)        (4)          (5)         (6)           (7)         (8)           (9)            (10)           (11)   (12)
2010                       4.5        4.3       4.3        4.3           4          3.9           3.7         3.5           3.4             3.0            2.7    2.7
2005                       4.5        4.2       3.9        4.3           *          4.4           3.5         3.5           3.3             3.0            2.6     *
2000                       4.5        3.9       4.0        4.3           *          4.2            *          3.5            *              2.9            2.4     *

Uni Basel                  4.5       4.4        4.3        4.2         4.1          3.9           3.8         3.5           3.3            3.0             2.6   2.7
Uni Bern                   4.5       4.3        4.3        4.3         4.1          4.0           3.8         3.5           3.4            3.0             2.6   2.6
PH Bern                    4.5       4.3        4.3        4.3         4.1          4.0           3.8         3.5           3.4            3.0             2.6   2.6
FH Bern                    4.5       4.3        4.3        4.3         4.1          4.1           3.7         3.6           3.4            2.9             2.6   2.5
Uni Freiburg               4.5       4.3        4.3        4.3         3.9          4.0           3.8         3.5           3.4            3.0             2.5   2.8
Uni Genf                   4.5       4.3        4.3        4.3         3.7          3.9           3.7         3.4           3.4            3.1             2.6   2.9
Uni Lausanne               4.4       4.2        4.2        4.3         3.6          4.0           3.6         3.4           3.5            3.2             2.7   2.8
ETH Lausanne               4.3       4.1        4.3        4.4         3.8          4.0           3.3         3.5           3.5            3.4             2.9   2.9
Uni Lugano                 4.5       4.0        4.3        4.0         4.1          4.0           4.0         3.5           3.4            2.9             2.9   3.1
Uni Luzern                 4.6       4.4        4.3        4.2         4.2          3.9           4.0         3.4           3.2            2.8             2.5   2.6
HS Luzern                  4.5       4.3        4.2        4.2         4.1          4.0           3.8         3.5           3.3            2.8             2.6   2.5
Uni Neuenburg              4.4       4.2        4.3        4.4         3.6          3.9           3.6         3.5           3.5            3.2             2.6   3.0
Uni St. Gallen             4.4       4.4        4.3        4.3         4.2          3.8           3.9         3.5           3.4            3.1             2.9   2.4
Uni Zürich                 4.6       4.4        4.3        4.2         4.2          3.8           3.9         3.4           3.2            2.9             2.5   2.5
ETH Zürich                 4.4       4.3        4.3        4.3         4.2          3.9           3.7         3.5           3.4            3.1             2.8   2.6
Anmerkung: Arithmetisches Mittel der Skala von 1 (völlig unwichtig) bis 5 (sehr wichtig). * nicht erhoben.
Fallzahlen: 2010= zwischen 15305 und 15461; 2005= zwischen 4114 und 4772; 2000= zwischen 1099 und
1107.

                                                                                                                                                                        17
Fragt man, was die Studierenden daran hindert, mehr Sport zu treiben, so bekommt man die
in Abbildung 2.11. dargestellten Antworten. Die weitaus wichtigsten Hinderungsgründe sind
die fehlende Zeit und eine zu hohe Arbeitsbelastung. Von rund 40 Prozent der Studierenden
werden zudem die fehlende Energie (die häufig eine direkte Folge der hohen Arbeitsbelastung
ist) und das Fehlen eines passenden Angebotes in der Nähe ins Feld geführt. Ein knappes
Drittel wünscht sich, dass die Sportbegeisterung von jemandem aus dem eigenen Bekannten-
oder Familienkreis geteilt würde. Negative Sporterlebnisse und gesundheitliche Gründe
spielen als Hinderungsgründe dagegen eine untergeordnete Rolle
Sämtliche Hinderungsgründe erhalten 2010 eine etwas höhere Zustimmung als 2005. Der
Zeitmangel und die Arbeitsbelastungen scheinen in den letzten fünf Jahren zugenommen zu
haben. Zwischen den Hochschulen stechen einige bemerkenswerte Unterschiede ins Auge:
Die Arbeitsbelastung wird an der ETH Lausanne sowie generell an den Hochschulen in der
lateinischen Schweiz vermehrt als Hinderungsgrund aufgeführt. Auch die „schlechten
Erfahrungen“ werden in der Romandie und im Tessin etwas stärker betont. Das Fehlen eines
passenden Angebotes in der Nähe wird an den Universitäten Genf und Lugano etwas
häufiger, an der ETH Zürich dagegen etwas weniger häufig genannt.
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind gering. Die fehlende Energie wird von
den Frauen allerdings häufiger als Hinderungsgrund genannt als von den Männern. Je höher
der Beschäftigungsgrad neben dem Studium ist, desto häufiger werden die Alltagsbelastungen
und die fehlende Zeit als Hinderungsgrund für mehr Sport erwähnt. Dafür wird es mit
zunehmender Beschäftigung immer weniger wichtig, dass jemand aus dem Bekanntenkreis
oder der Familie mitmacht. Schliesslich zeigt sich, dass Studierende mit Kindern den beiden
Aussagen „Ich würde mehr Sport treiben, wenn meine Alltagsbelastungen weniger gross
wären“ und „Ich würde mehr Sport treiben, wenn ich mehr Zeit hätte“ deutlicher zustimmen
als diejenigen ohne Kinder.

                                                                                        18
Abbildung 2.11: Gründe, die einen daran hindern mehr Sport zu treiben, in % aller
                Sporttreibenden („Ich würde (mehr) Sport treiben, wenn ...“)

                           ich mehr Zeit hätte. (1)                           63                             24          8 32

         meine Alltagsbelastungen weniger gross
                                                                    40                        34                  15         8 4
                        wären. (2)

         ich etwas mehr Energie dazu aufbringen
                                                              14         27                  24              18          18
                        würde. (3)

       ich ein passendes Angebot in meiner Nähe
                                                              14         23             20              18              25
                        hätte. (4)

        jemand aus meinem Bekanntenkreis oder
                                                            9       23             19              19               31
          meiner Familie mitmachen würde. (5)

  ich als Jugendliche/r positivere Bewegungs - /
                                                            6 10    12         17                            55
          Sporterlebnisse gehabt hätte. (6)

  es mir gesundheitlich besser gehen würde. (7)             4 7 11         18                            60

                                                       0%          20%             40%            60%             80%         100%

          trifft voll zu    trifft etwas zu     teils-teils        trifft weniger zu                trifft gar nicht zu

Fallzahlen: zwischen 12514 und 12604; alle Sporttreibenden= 15496.

Tabelle 2.2:         Hinderungsgründe, nach Hochschule und im Zeitvergleich, arith. Mittel
                           (1)           (2)          (3)                (4)                 (5)                  (6)                (7)
2010                       4.4           4.0          3.0                2.8                 2.6                  1.9                1.8
2005                       4.0           3.8          2.8                2.3                 2.5                  1.7                 *

Uni Basel                  4.4           3.9          3.1                2.8                 2.6                  1.9                1.8
Uni Bern                   4.4           3.8          3.1                2.8                 2.5                  1.9                1.8
PH Bern                    4.4           4.0          3.2                2.8                 2.6                  1.9                1.8
FH Bern                    4.5           3.9          3.0                2.7                 2.5                  1.8                1.8
Uni Freiburg               4.3           3.9          3.1                2.9                 2.7                  2.1                1.8
Uni Genf                   4.5           4.2          2.9                3.2                 2.8                  2.2                2.0
Uni Lausanne               4.5           4.1          2.9                2.9                 2.8                  2.1                1.8
ETH Lausanne               4.6           4.4          2.8                2.9                 2.7                  2.1                1.7
Uni Lugano                 4.4           4.1          3.0                3.2                 2.8                  2.1                1.6
Uni Luzern                 4.3           3.8          3.1                2.9                 2.6                  1.8                1.8
HS Luzern                  4.5           3.8          2.9                2.7                 2.4                  1.8                1.7
Uni Neuenburg              4.3           4.0          3.0                3.0                 2.9                  2.3                1.9
Uni St. Gallen             4.3           3.8          3.0                3.1                 2.4                  1.8                1.6
Uni Zürich                 4.4           3.9          3.2                2.7                 2.6                  1.9                1.8
ETH Zürich                 4.6           4.0          2.8                2.6                 2.4                  1.7                1.7
Anmerkung: Arithmetisches Mittel der Skala von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). * nicht erhoben.
Fallzahlen: 2010= zwischen 12514 und 12604; 2005= zwischen 4687 und 4734.

                                                                                                                                           19
2.4 Die Inaktiven

8 Prozent aller Studierenden sagen, dass sie keinen Sport betreiben würden. Im Vergleich zur
Gesamtbevölkerung ist der Anteil an so genannten Nichtsportlern unter den Studierenden
ausgesprochen klein, beträgt er doch in der Gesamtbevölkerung 27 Prozent und in der
Altersgruppe aller 20 bis 34-Jährigen 24 Prozent (vgl. Abschnitt 2.2). Der Anteil an
Nichtsportlern kann je nach Hochschule zwischen 4 Prozent (St. Gallen, Lugano) und 13
Prozent (Genf) schwanken. Ansonsten lässt sich kein klares Profil erkennen: Unter den
Frauen finden wir genau gleich viele Inaktive wie unter den Männern. Die Wahrscheinlich-
keit, keinen Sport zu treiben, ist am Anfang und am Ende des Studiums leicht erhöht sowie
wenn man entweder keiner Beschäftigung oder einer Beschäftigung im Umfang von über 50
Prozent nachgeht (vgl. Abschnitt 2.2).
Sportliche Inaktivität geht in der Regel mit einem generellen Bewegungsmangel einher. Wie
Abbildung 2.12 verdeutlicht, kommt nur ein kleiner Anteil der Nichtsportler auf ein aus
gesundheitlicher Sicht genügendes Mass an körperlicher Bewegung, während fast die Hälfte
aller Nichtsportler auch sonst völlig inaktiv ist.

Abbildung 2.12: Bewegungsverhalten der sportlich inaktiven Studierenden an den Schweizer
                Hochschulen; Anzahl Tage pro Woche, an denen man durch körperliche
                Aktivitäten ins Schwitzen gerät, in %
              100%

               80%
                            46                                 46                   46

               60%

                            17                                 17                   17
               40%

                            15                                 14                   16
               20%

                            22                                 23                   21

                 0%
                       Alle sportlich                  sportlich inaktive   sportlich inaktive
                         Inaktiven                           Frauen               Männer

                                        nie
                                        an 1 Tag pro Woche
                                        an 2 Tagen pro Woche
                                        an 3 und mehr Tagen pro Woche

Fallzahlen: sportlich inaktive Studierende der Schweizer Hochschulen= 1329; sportlich inaktive Frauen der
Schweizer Hochschulen= 730; sportlich inaktive Männer der Schweizer Hochschulen= 598.

Die Gründe, weshalb man keinen Sport betreibt, lassen sich Abbildung 2.13 entnehmen. Die
zentralen Gründe liegen einerseits in der mangelnden Zeit („zu wenig Zeit“, „zu hohe
Belastungen durch Studium/Arbeit“, „ungünstige, lange Arbeitszeiten“), andererseits am

                                                                                                      20
mangelnden Interesse oder Spass am Sport („andere Interessen“, „keine Lust“, „Sport liegt
mir nicht“). Daneben werden teilweise fehlende Angebote, finanzielle oder gesundheitliche
Gründe, die Angst, bloss gestellt zu werden, und schlechte Erfahrungen angeführt.
Die Gründe der inaktiven Studentinnen unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den
Gründen der inaktiven Studenten. Abbildung 2.14 zeigt, dass es trotzdem einige bemerkens-
werte und signifikante Geschlechterunterschiede gibt. Die Frauen betonen etwas stärker die
fehlende Zeit, die Männer etwas mehr die fehlende Lust und andere Interessen. Zudem
werden von den Studentinnen auch das fehlende Angebot, finanzielle Gründe und die Angst,
bloss gestellt zu werden, etwas häufiger als Grund für die Inaktivität genannt.
Studierende, die an Übergewicht leiden, sind etwas häufiger inaktiv als unter- und
normalgewichtige Studierende (12% vs. 7%). Trotzdem ist Übergewicht kein Grund, weniger
oder keinen Sport zu betreiben. Auch von den Übergewichtigen sind 48 Prozent an
mindestens 3 Tagen pro Woche körperlich aktiv, von den stark Übergewichtigen immerhin
noch 38 Prozent. Der Anteil der Inaktiven liegt bei den Übergewichtigen mit 15 Prozent sogar
tiefer als bei den Untergewichtigen (19%), bei den stark Übergewichtigen sind es hingegen 25
Prozent, die angeben, sich nie sportlich zu betätigen. Beim Blick auf die Gründe für die
Inaktivität sticht ein Befund ins Auge (vgl. Abbildung 2.15): Von den übergewichtigen
Personen werden die Angst, beim Sporttreiben bloss gestellt zu werden, und die schlechten
Erinnerungen deutlich häufiger als Gründe für die Inaktivität genannt.

Abbildung 2.13: Gründe, weshalb man keinen Sport treibt, in % aller Inaktiven

                                                   Zu wenig Zeit                                                       53
                                             Andere Interessen                                               38
 Zu hohe Belastung durch das Studium/Arbeit, fühle mich zu
                       müde für Sport
                                                                                                             38
                   Keine Lust, Sport macht mir keinen Spass                                             34
                                           Sport liegt mir nicht                                        34
                  Ungünstige, lange Arbeits - /Studienzeiten                                           31
                     Genug Bewegung, brauche keinen Sport                               13
   Unpassende Öffnungszeiten, schlechte Erreichbarkeit der
                       Sportanlagen
                                                                                       13
                                      Kein passendes Angebot                           12
                    Finanzielle Gründe, Sport ist mir zu teuer                         12
                           Möchte nicht blossgestellt werden                           11
              Schlechte Erinnerungen/schlechte Erfahrungen                         9
                                       Gesundheitliche Gründe                  8
                                                 Andere Gründe                 7
     Aggressives/dominantes Verhalten anderer Teilnehmer                   4
                                                     Verletzung            3
                                            Kulturelle Barrieren       1

                                                                   0           10            20   30         40   50        60

Fallzahl: nur Nichtsportler= 1330. Mehrfachantworten möglich.

                                                                                                                                 21
Abbildung 2.14:              Gründe, weshalb man keinen Sport treibt, nach Geschlecht, in % aller
                             Inaktiven
                                                                                     0                        10                  20         30                  40                  50             60

                                                                 Zu wenig Zeit                                                                                                                 55
                                                                                                                                                                                          52
   Zu hohe Belastung durch das Studium/Arbeit, fühle mich zu müde für                                                                                                 41
                                    Sport                                                                                                              34
                                                           Andere Interessen                                                                           34
                                                                                                                                                                           43
                                                         Sport liegt mir nicht                                                                      34
                                                                                                                                                   33
                                 Keine Lust, Sport macht mir keinen Spass                                                                          33
                                                                                                                                                     35
                               Ungünstige, lange Arbeits - /Studienzeiten                                                                          33
                                                                                                                                         27
                                   Genug Bewegung, brauche keinen Sport                                               11
                                                                                                                                 16
  Unpassende Öffnungszeiten, schlechte Erreichbarkeit der Sportanlagen                                                      14
                                                                                                                       11
                                                    Kein passendes Angebot                                                  14
                                                                                                                      10
                                  Finanzielle Gründe, Sport ist mir zu teuer                                               13
                                                                                                                      10
                                         Möchte nicht blossgestellt werden                                                 13
                                                                                                                   10
                           Schlechte Erinnerungen/schlechte Erfahrungen                                            10                  Frauen                    Männer
                                                                                                               9
                                                     Gesundheitliche Gründe                                       9
                                                                                                          6
                                                               Andere Gründe                              6
                                                                                                              8
                  Aggressives/dominantes Verhalten anderer Teilnehmer                         4
                                                                                                      5
                                                                    Verletzung                3
                                                                                              3
                                                          Kulturelle Barrieren           1
                                                                                          2

Fallzahlen: Nichtsportler Frauen= 731; Nichtsportler Männer= 598. Mehrfachantworten möglich.

Abbildung 2.15:              Gründe, weshalb man keinen Sport treibt, nach BMI, in % aller Inaktiven
                                                                                 0                        10                     20     30                  40                  50             60

                                                               Zu wenig Zeit                                                                                                              53
                                                                                                                                                                                     51
   Zu hohe Belastung durch das Studium/Arbeit, fühle mich zu müde für                                                                                    38
                                    Sport                                                                                                               38
                                                          Andere Interessen                                                                             38
                                                                                                                                                         38
                                                        Sport liegt mir nicht                                                                     33
                                                                                                                                                   35
                                Keine Lust, Sport macht mir keinen Spass                                                                          33
                                                                                                                                                  33
                               Ungünstige, lange Arbeits - /Studienzeiten                                                                    31
                                                                                                                                        29
                                  Genug Bewegung, brauche keinen Sport                                                     15
                                                                                                          8
  Unpassende Öffnungszeiten, schlechte Erreichbarkeit der Sportanlagen                                             12
                                                                                                                            16
                                                   Kein passendes Angebot                                             12
                                                                                                                           15
                                 Finanzielle Gründe, Sport ist mir zu teuer                                        12
                                                                                                                   12
                                        Möchte nicht blossgestellt werden                                     10
                                                                                                                                 18    Unter-, Normalgewichtige
                          Schlechte Erinnerungen/schlechte Erfahrungen                                    8
                                                                                                                      13
                                                    Gesundheitliche Gründe                            7
                                                                                                              9                        (stark) Übergewichtige
                                                              Andere Gründe                           7
                                                                                                       8
                  Aggressives/dominantes Verhalten anderer Teilnehmer                         4
                                                                                              4
                                                                  Verletzung             3
                                                                                                  5
                                                         Kulturelle Barrieren        1
                                                                                      2

Anmerkung: Unter-/ Normalgewicht: BMI < 25; (starkes) Übergewicht= BMI  25.
Fallzahlen: Nichtsportler mit Unter- oder Normalgewicht= 1046; Nichtsportler mit Übergewicht= 237.
Mehrfachantworten möglich.

                                                                                                                                                                                               22
Wenn wir die Nichtsportler, welche „schlechte Erfahrungen“ als Grund für ihre Inaktivität
anführen, danach fragen, wo sie die schlechten Erfahrungen im Sport gemacht hätten, so
verweisen fast alle auf die Schule (vgl. Abbildung 2.16). Über 90 Prozent hatten in der Schule
unerfreuliche Sporterlebnisse, während ein Fünftel den Sportverein, ein Zehntel die Familie
und ein Zwanzigstel den Hochschulsport oder das Fitnesscenter als Ort nennen.

Abbildung 2.16: Orte, an denen die Inaktiven schlechte Erfahrungen beim Sport gemacht
                haben, in % aller Inaktiven, die schlechte Erfahrungen gemacht haben

          In der Schule                                                                     93

             Im Verein                          21

         In der Familie               10

     Beim freien Sport                8

 Beim Hochschulsport              5

      Im Fitnesscenter            4

               Anderes        1

                          0                20        40            60            80              100

Fallzahl: alle Nichtsportler mit schlechten Erfahrungen beim Sport= 121. Mehrfachantworten möglich.

In diesem Zusammenhang muss jedoch nochmals darauf verwiesen werden, dass weniger als
10 Prozent der Inaktiven „schlechte Erfahrungen“ als Grund für die Inaktivität angeben,
während für die grosse Mehrheit die mangelnde Zeit entscheidend ist. Vor diesem Hinter-
grund erstaunt es auch nicht, dass 68 Prozent der inaktiven Studierenden gerne mit
Sporttreiben beginnen möchten. Mit 73 Prozent ist der Sportwunsch unter den inaktiven
Studentinnen noch etwas verbreiteter als unter den inaktiven Studenten (62 Prozent).
Besonders stark ist der Wunsch nach einer Sportaktivität zudem bei den übergewichtigen
Nichtsportlern, bei denen 75 Prozent mit Sporttreiben beginnen möchten. Bei den Unter- und
Normalgewichtigen ist dies bei 67 Prozent der Fall.
Die Liste der Wunschsportarten der Inaktiven findet sich in Abbildung 2.17. Am häufigsten
würden die Nichtsportler gerne mit Schwimmen beginnen, aber auch Tanzen, die verschie-
denen Formen von Fitnesstraining sowie Yoga, Badminton, Kampfsport und Jogging stehen
weit oben auf der Wunschliste. Wie Tabelle 2.3 zeigt, gibt es dabei grosse geschlechts-
spezifische Unterschiede: Tanzen, Yoga, Aqua-Fitness und Pilates werden überwiegend von
den inaktiven Studentinnen gewählt, während bei den inaktiven Männern, Krafttraining/Bo-
dybuilding besonders hoch im Kurs steht.

                                                                                                       23
Abbildung 2.17: Die 15 meist genannten Wunschsportarten der Nichtsportler, in % aller
                Inaktiven, die gerne mit Sporttreiben beginnen möchten

                               Schwimmen                                                         35
                                    Tanzen                                                 30
         Fitnesstraining, Aerobics, Kondi                                                  30
                                       Yoga                                          26
                                Badminton                                           24
          Kampfsport, Selbstverteidigung                                        23
                          Jogging, Laufen                                      22
                                     Tennis                               19
                            Aqua - Fitness                           17
                   Wandern, Bergwandern                              17
                                 Radfahren                           16
               Volleyball, Beachvolleyball                          16
                                     Pilates                    15
                    Klettern, Bergsteigen                      14
               Krafttraining, Bodybuilding                     13

                                               0   5    10     15         20    25        30    35       40

Fallzahl: Nichtsportler, die mit Sporttreiben beginnen möchten= 908. Mehrfachantworten möglich.

Tabelle 2.3.     Die 15 meist genannten Wunschsportarten der Nichtsportler nach Geschlecht,
                 in % aller Inaktiven, die gerne mit Sporttreiben beginnen möchten

                                   in Prozent aller                                                   in Prozent aller
 inaktive Studentinnen                                 inaktive Studenten
                                  inaktiven Frauen                                                   inaktiven Männer
 Tanzen                                  45            Schwimmen                                            31
 Yoga                                    38            Krafttraining, Bodybuilding                          26
 Schwimmen                               38            Jogging, Laufen                                      24
 Fitnesstraining, Aerobics, Kondi        35            Badminton                                            24
 Aqua-Fitness                            26            Kampfsport, Selbstverteidigung                       23
 Badminton                               25            Fitnesstraining, Aerobics, Kondi                     22
 Pilates                                 24            Tennis                                               20
 Kampfsport, Selbstverteidigung          23            Radfahren                                            18
 Jogging, Laufen                         21            Wandern, Bergwandern                                 18
 Tennis                                  18            Fussball                                             17
 Volleyball, Beachvolleyball             18            Schiessen, Bogenschiessen                            15
 Wandern, Bergwandern                    16            Skifahren                                            14
 Radfahren                               15            Klettern, Bergsteigen                                14
 Reiten, Pferdesport                     15            Basketball                                           13
 Klettern, Bergsteigen                   14            Volleyball, Beachvolleyball                          13

Fallzahlen: Frauen= 534; Männer=373. Mehrfachantworten möglich.

                                                                                                                   24
Da die genannten Wunschsportarten weder besonders ausgefallen, noch besonders exklusiv
oder teuer sind, kann man sich fragen, weshalb die Inaktiven nicht einfach damit beginnen.
Die Gründe, die einem beim Start in ein sportlicheres Studentenleben im Wege stehen, lassen
sich Abbildung 2.18 entnehmen. Wenig erstaunlich wird wiederum die fehlende Zeit am
häufigsten genannt. Viele Nichtsportler, die gerne mit Sporttreiben beginnen möchten, sind
allerdings auch auf der Suche nach einer Einstiegshilfe („müsste durch eine andere Person
motiviert oder mitgenommen werden“) und einem passenden Angebot, das in der Nähe liegt,
das den eigenen Fähigkeiten entspricht und in dem man sich sozial aufgehoben fühlt.
Letzteres scheint insbesondere für übergewichtige Personen besonders wichtig zu sein.

Abbildung 2.18: Bedingungen dafür, dass man mit den genannten Wunschsportarten an-
                fangen würde, in % aller Inaktiven, die gerne mit Sporttreiben beginnen
                möchten

                             Müsste mehr Zeit haben                                                      61

 Müsste durch andere Personen (Kollegen/Freunde)
                                                                                               51
          motiviert, mitgenommen werden

        Belastungen durch Studium/Arbeit müssten
                                                                                         44
                       geringer sein

     Es müsste ein passendes Angebot in der Nähe
                                                                                    36
                         geben

       Ich müsste es mir leisten können (finanzielle
                                                                               27
                           Gründe)

       Es müsste ein Angebot geben, dass meinem
                                                                               27
        Können, meinen Fähigkeiten angepasst ist

         Ich müsste mich in der Sportgruppe sozial
                                                                          21
                     aufgehoben fühlen

              Es müsste ein passendes Angebot im
                                                                     15
                     Hochschulsport geben

 Müsste ein klares Ziel vor Augen haben (Teilnahme
                                                                8
              an einem Sportevent etc.)

       Es müsste mir gesundheitlich besser gehen /
                                                                8
                  Verletzung ausgeheilt

                                              Anderes       5

                                                        0       10   20        30   40    50        60        70

Fallzahl: alle Nichtsportler, die gerne mit Sporttreiben beginnen würden= 908. Mehrfachantworten möglich.

                                                                                                                   25
3. Teilnahme am Hochschulsport

3.1 Teilnahme in den letzten 12 Monaten

94 Prozent der Studierenden sagen, dass sie die Hochschulsportorganisation ihrer Hochschule
kennen würden. 91 Prozent geben zudem an, auch das entsprechende Angebot zu kennen, und
schliesslich bestätigen zwei Drittel, schon daran teilgenommen zu haben. Tabelle 3.1 zeigt,
dass Bekanntheit und Teilnahme nicht überall gleich hoch sind. Die höchsten Werte erzielen
die Universitäten Basel, Bern, Freiburg und Lugano sowie die Universität und ETH Zürich,
wo rund 95 Prozent der Studierenden das Angebot kennen und mindestens 70 Prozent schon
daran teilgenommen haben.

Tabelle 3.1:      Kenntnis vom und Teilnahme am Hochschulsportangebot, nach Hochschule,
                  in %
                          Kenntnis der           Kenntnis des Angebots des   Teilnahme am Angebot des
                    Hochschulsportorganisation       Hochschulsports              Hochschulsports
Total                          94                           91                          65

Uni Basel                       99                          98                         70
Uni Bern                        97                          96                         72
PH Bern                         96                          88                         57
FH Bern                         84                          72                         38
Uni Freiburg                    96                          94                         73
Uni Genf                        88                          81                         51
Uni Lausanne                    90                          87                         61
ETH Lausanne                    88                          85                         60
Uni Lugano                      96                          96                         87
Uni Luzern                      98                          91                         54
HS Luzern                       91                          83                         36
Uni Neuenburg                   94                          94                         65
Uni St. Gallen                  98                          96                         68
Uni Zürich                      97                          96                         76
ETH Zürich                      98                          96                         76
Fallzahlen: zwischen 16823 und 16856.

Fragt man etwas verbindlicher, wie oft man in den letzten 12 Monaten am Angebot des
Hochschulsports teilgenommen habe, so zeigt sich das in Abbildung 3.1 dargestellte Bild.
Insgesamt haben 54 Prozent der Studierenden in den letzten 12 Monaten beim Hochschul-
sport mitgemacht, wobei 11 Prozent dies mehrmals in der Woche, 18 Prozent mindestens
wöchentlich und 25 Prozent unregelmässiger tun. Die Unterschiede zwischen den Hoch-
schulen sind beträchtlich. Überdurchschnittlich viele Hochschulsport-Nutzer (>54%) zählen
wir an den Universitäten Basel, St. Gallen, Bern, Freiburg, Zürich und Lugano sowie an der
ETH Zürich. Mehr als ein Drittel regelmässiger Nutzer (mindestens wöchentlich) finden wir
an den Universitäten Zürich und Freiburg sowie an der ETH Zürich.

                                                                                                   26
Abbildung 3.1:        Teilnahme am Hochschulsport in den letzten 12 Monaten, nach Hochschule,
                      in % aller Studierenden

                              Alle        11             18                25                              46

                        Uni Basel         12              20                   24                              44

                         Uni Bern         12              20                    26                             41

                         PH Bern      6             16               22                               56

      Berner Fachhochschule           3 9                17                                     71

                      Uni Freibrg             15               22                   23                          40

                         Uni Genf     6            13           21                                   61

                    Uni Lausanne      7             16                25                                  53

                   ETH Lausanne       7             18                    27                              49

                      Uni Luzern          8         13              23                                56

           Hochschule Luzern          4        10         16                                    70

                      Uni Lugano          13              18                         41                                  28

                   Uni Neuenburg          12              19                   23                          46

                    Uni St. Gallen            14          17                    27                             42

                       Uni Zürich             17               19                    29                             35

                      ETH Zürich               19               19                       32                          30

                                     0%                  20%              40%                 60%              80%            100%

                    mehrmals pro Woche                          mind. wöchentlich                          selten              nie

Fallzahl: 16856.

Frauen nehmen häufiger am Hochschulsport teil als Männer (vgl. Abbildung 3.2). Jede dritte
Studentin aber nicht einmal jeder vierte Student sind mindestens einmal wöchentlich im
Rahmen des Hochschulsports aktiv. Dieser Unterschied ist umso erstaunlicher als die Männer
– wie wir weiter oben gesehen haben (vgl. Abbildung 2.6) – normalerweise klar aktiver sind
als die Frauen. Wie wir weiter hinten sehen werden, erklärt sich der grosse Geschlechter-
unterschiede vor allem dadurch, dass sich Männer deutlich häufiger im Vereinssport enga-
gieren als Frauen. Die Studierenden nehmen leicht häufiger am Hochschulsport teil als die
Assistierenden und die Doktorierenden. Wie bei der allgemeinen Sportaktivität weisen die
Studierenden, die einer kleinen Nebenbeschäftigung nachgehen, die höchste Aktivität im
Hochschulsport auf. Die Teilnahme am Hochschulsport ist am Anfang und ganz am Ende des
Studiums etwas tiefer und bleibt zwischen dem 3. und 12. Semester relativ konstant (vgl.
Abbildung 3.4).

                                                                                                                                     27
Abbildung 3.2:        Teilnahme am Hochschulsport in den letzten 12 Monaten, nach Geschlecht
                      und Position an der Hochschule, in % aller Studierenden
   100%

     80%         41                                           46              49                 48
                                  52

     60%

                 25
     40%                                                      25                                 25
                                                                              25
                                  24

                 21
     20%                                                      18                                 15
                                  14                                          19

                 13               9                           11               8                 12
      0%
                Frauen       Männer                       Studierende    Assistierende      Doktorierende

                   mehrmals pro Woche           mind. wöchentlich            selten             nie

Fallzahlen: Frauen= 9424; Männer= 7395; Studierende= 14723; Assistierende= 284; Doktorierende= 1849.

Abbildung 3.3:        Teilnahme am Hochschulsport in den letzten 12 Monaten, nach Beschäf-
                      tigungsgrad, in % aller Studierenden
     100%

      80%                    37           42
                 46                                  51
                                                                                      nie
                                                                    66
      60%
                                                                                      selten
                             29
                                          26                                          mind. wöchentlich
      40%        25
                                                     24
                                                                                      mehrmals pro Woche
                             22                                     16
      20%        18                       19
                                                     14
                                                                    10
                 11          13           13         11              7
       0%

                keine     < 10%        11% - ca. 31% bis ca.       > 50%
            Beschäftigung                30%        50%

Fallzahlen: keine Beschäftigung= 6331; weniger als 10%= 2646; 11% bis ca. 30%= 3516; 31% bis ca. 50%=
1632; mehr als 50%= 1555. Hinweis: Die Frage nach dem Beschäftigungsgrad bezog sich für Studierende und
Doktorierende auf die Arbeit neben dem Studium, für die Assistierenden auf den Anstellungsgrad an der
Hochschule.

                                                                                                            28
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