Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen

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Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
NORIKA GmbH
                                                                                                        Parkweg 4
                                                                                                        18190 Sanitz /
                                                                                                        OT Groß Lüsewitz
                                                                                                        Tel.: 03 82 09 / 47 600
                                                                                                        Fax: 03 82 09 / 47 666
                                                                                                        info@norika.de
                                                          Ausgabe I/2021
                                                                                                        www.norika.de

Stolbur – mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
                                           gen der Blattränder an den Triebspit-      Termine 2021
                                           zen, die sich später nach innen löffel-    Infolge der Corona-Pandemie können der-
                                           artig einrollen. Betroffene Pflanzen       zeit keine Termine ausgewiesen werden.
                                           können Kümmerwuchs oder Starr-             Wir bitten Sie daher, sich über aktuelle
                                           tracht aufweisen. Seltener entstehen       Ankündigen auf unserer Homepage:
                                                                                      www.NORIKA.biz zu informieren
                                           buschige Hexenbesen mit vergrö-
                                                                                     misch bedeutsam. Das Phytoplasma
                                                                                     beeinträchtigt den Wasserhaushalt
                                                                                     (Turgeszenz) und den Stoffwechsel
                                                                                     durch Erhöhung des Saccharosean-
Die vergangenen Jahre haben jedem
                                                                                     teils infolge einer unvollständigen
deutlich werden lassen, dass das
                                                                                     Stärkesynthese. Es entstehen die
Klima wärmer und unberechenbarer
                                                                                     problematischen Gummiknollen, die
geworden ist. Mit steigenden Tempe-
                                                                                     sich in Konsumpartien äußerst schwer
raturen geraten die Lebensbedingun-
                                                                                     verlesen lassen. Saccharose spaltet
gen für Schaderreger ins Optimum,
                                            Typisch: schrumpelige, gummiartige       beim Backen in reduzierende Zucker
die wir bislang nur als Exoten kann-
                                            Knollen mit Fadenkeimen                  auf, was u. U. zu unbrauchbarer Ver-
ten. Plötzlich werden Stolbur, Zeb-
                                           ßerten Nebenblättchen. An den Blatt-      arbeitungsware führt. Beobachtet
rachips und wärmeliebende Schnell-
                                           achseln kommt es oft zur Ausbildung       wurden ferner ein fettiger Glanz der
käfer mit kurzen Entwicklungszyklen
                                           von Luftknollen. Problematisch ist,       Schale und große lockere Markstrah-
wichtige Gegenspieler des deutschen
                                           dass Stolbur-Symptome sehr variabel       len im Fleisch. Stark befallene Knollen
Kartoffelanbaus.

Phytoplasmen – verborgene Mani-
pulatoren der Pflanzenzelle
Hexenbesen, Triebsucht, Blütenver-
grünungen, Welken und der plötzliche
Verfall vitaler Pflanzen sind Zeichen
für eine Umprogrammierung von
Pflanzenzellen durch Phytoplasmen.
Diese Schaderreger sind reduzierte
Bakterien ohne Zellwand, die aus-
schließlich in lebenden Organismen
existieren. Ähnlich wie viele Pflanzen-
viren nutzen sie Insekten für die Über-
tragung.
Seit dem Erstauftreten 2006 in Hes-
sen wird das Phytoplasma Kartof-
felstolbur jährlich in Deutschland mit
steigender Tendenz nachgewiesen.
Inzwischen soll der Erreger bereits
Brandenburg erreicht haben.

Komplexe Symptomatik an                    sind und sich z. T. relativ spät in der   welken im Lager weiter, werden
Kartoffeln                                 Vegetation zeigen und u. U. über-         schwarz und mumifizieren. Gleichzei-
Mit Stolbur infizierte Kartoffelpflanzen   wachsen werden. Neben Ertragsein-         tig gibt es jedoch auch verdeckte
finden sich häufig am Rand der Be-         bußen sind Knollenschäden ökono-          Stolbur-Infektionen. Nach Auspflan-
stände und zeigen rötliche Verfärbun-                                                zung dieser, latent befallenen Knollen
Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
bilden sich Fadenkeime oder die Kei-     Wurzeln ihrer Hauptwirte und laden       her konzentrieren sich Maßnahmen
mung unterbleibt ganz.                   sich dort mit dem Erreger auf. Im        auf die indirekte Beeinflussung durch:
Insgesamt kann die Krankheit Er-         Frühling erscheinen geflügelte Imagi-        Vermeidung des Anbaus direkt
tragsverluste von über 30% verursa-      nes, die in benachbarte Pflanzenbe-           an Weinbergen oder Dauerbra-
chen. Als sogenannte EU-Regulated        stände einfliegen. Dies geschieht             chen mit Wirtspflanzen
Non-Quarantine Pest gilt für Stolbur     insbesondere nach Absterben der              Bekämpfung von Winterwirten –
im Pflanzgut eine 0% Toleranz.           Randstauden im Sommer bei Tro-                Brennnessel, Ackerwinden etc.
                                         ckenheit, oder deren Mahd, daher             Keine Mahd von Saumflächen
Komplizierte Beziehung zwischen          zeigen sich Symptome zuerst an                von Juni – August, um das Ein-
Erreger, Vektor und Wirt                 Feldrändern. Die aufgezeigte Wirts-           fliegen von Zikaden zu vermei-
Inzwischen weiß man, dass Kartoffeln     Vektorbeziehung ist für das offenbar          den
einen Dead-End-Host für das Phyto-       in Deutschland vorherrschende Stol-          Begrünung mit konkurrierenden
plasma darstellen. D. h. sie bilden      bur-Phytoplasma 16SrXII-A typisch.            Pflanzen
eine Sackgasse mit der die Vermeh-       Aus Russland wissen wir, dass auch           Frühes Pflanzen und frühreife
rung des Parasiten endet. Entschei-      das Klee-Blütenvergrünungs-Phyto-             Kartoffelsorten einsetzen
dend sind Wirte an denen Erreger und     plasma 16 SrIII-B in Kartoffeln mit      Eine Zikadenbekämpfung mit Insekti-
Vektoren überwintern können. Diese       Stolbur-Symptomen gefunden wurde,        ziden ist bzgl. Wirkung und Terminie-
finden sich in Beikräutern, wie Brenn-   welches andere Zikaden-Arten für die     rung derzeit als unbefriedigend einzu-
                                                                                  schätzen.

                                                                                  Kann die Pflanzenzüchtung
                                                                                  Lösungen bieten?
                                                                                  Feldversuche des JKI haben gezeigt,
                                                                                  dass innerhalb des bestehenden Kar-
                                                                                  toffelsortiments durchaus Unterschie-
                                                                                  de bzgl. der Widerstandsfähigkeit

                                                                                                                                    [1]

                                                                                  gegen Stolbur bestehen. Unter ande-
                                                                                  rem zeigte hierbei die Sorte Salome
                                                                                  zwei Jahre hintereinander eine Ro-
                                                                                  bustheit gegenüber Knollensympto-
                                                                                  men. In den kommenden Jahren wer-
                                                                                  den sich Forschung und Sortenent-
                                                                                  wicklung dieses Themas verstärkt
nesseln und Winden-Arten, aber auch      Verbreitung nutzt. 16SrXII-A und         annehmen.
in Weinreben. In letzteren verursacht    16SrIII-B gehören unterschiedlichen      Quellen:
                                                                                  Grisova, N. V. (2016). Diverse phytoplasmas associated with potato
der Erreger die Schwarzholzkrankheit     Subgruppen an, die anhand genomi-        stolbur. In: European Journal of Plant Pathology volume 145, pages139–
                                                                                  153
Bois Noir. Erst durch Untersuchungen     scher Unterschiede abgetrennt wer-       Lindner, K. et. al. Kartoffelstolbur: Biologie des Erregers, Krankheitsre-
                                                                                  sistenz der Sorten und Auswirkungen auf die Qualität. JKI Vortrag 31.
von Lindner et al. kennen wir die enge   den. Weitere Phytoplasmen-Nach-          Kartoffel – Tagung, Detmold
                                                                                  Preiss, U. (2019). Stobur-Phytoplasma an Kartoffel. In: Pflanzenschutzin-
Verbindung zur Weinrebe.                 weise in Kartoffeln, deuten daraufhin    formation 1/19. Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen
                                                                                  Nahe Hunsrück
Viele Phytoplasmen werden durch          dass der Wirts-Vektor-Kreis wesent-      [1] Lindner, K. et. al. (2009) Kartoffelstolbur: Biologie des Erregers,
Zikaden übertragen. Neben weiteren       lich größer gezogen werden muss.         Krankheitsresistenz der Sorten und Auswirkungen auf die Qualität. JKI
                                                                                  Vortrag 31. Kartoffel – Tagung, Detmold
Arten, sind Winden- und Rosenglas-
flügelzikaden effektive Vektoren für     Gibt es Möglichkeiten eines Mana-           Besuchen Sie unseren neuen
Stolbur. Infolge der Klimaerwärmung      gements der Erkrankung?
dehnen diese Arten ihre Verbrei-
                                                                                        Internetauftritt unter
                                         Obwohl die Erreger für Antibiotika
tungsgrenzen immer weiter nach Nor-
den aus. Frühe, ungeflügelte Larven-
                                         empfindlich sind, ist eine direkte Be-          www.NORIKA.biz
                                         kämpfung derzeit nicht möglich. Da-             ● alle Sorten ● Aktuelles ●Kontakte
stadien überwintern verborgen an den
                                                            -2-
Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
Neuzulassungen 2020/2021
                    Ayla NN                                               Primus N                                                 Boss Np
   mittelspäte, mehlig kochende Speisekartoffel           frühe Verarbeitungskartoffel für Pommes frites                     mittelspäte Stärkekartoffel

 Sehr hohes Ertragspotential bei schöner Optik.         Sehr hohe Leistungsfähigkeit und geringe Gehalte        Hohes Ertragspotential und Stärkegehalt um
 Mittlerer bis hoher Ansatz und homogene Sortie-        reduzierender Zucker bei Stärkegehalt von 15 bis        21%. Durch breite Pallida-Resistenz für den
 rung für hohen Anteil an Marktware. Geringe            16%. Geringe Rohverfärbung und niedriger                Anbau auf Problemstandorten geeignet. Gleich-
 Anfälligkeit für Innenmängel. Guter Speisewert         Schwarzfleckigkeitsindex gewährleisten sehr gute        mäßiger Aufgang, zügige Jugendentwicklung
 bei geringer Koch- und Rohverfärbung.                  Verarbeitungsqualität.                                  und robustes Erscheinungsbild.
 Knolleneigenschaften:                                  Knolleneigenschaften:                                   Knolleneigenschaften:
 Form:                     oval - langoval              Form:                     oval - langoval               Form:                   rundoval
 Größe:                    mittel - groß                Größe:                    sehr groß                     Größe:                  mittel - groß
 Ansatz:                   mittel - hoch                Ansatz:                   gering                        Ansatz:                 mittel
 Ertrag:                   sehr hoch                    Ertrag:                   hoch                          Ertrag:                 hoch - sehr hoch
 Augen:                    flach                        Augen:                    flach                         Augen:                  mittel
 Schale:                   glatt                        Schale:                   glatt-genetzt                 Schale:                 genetzt
 Fleisch:                  gelb                         Fleisch:                  hellgelb                      Fleisch:                gelb
 Sortierung:               ausgeglichen                 Sortierung:               ausgeglichen                  Sortierung:             ausgeglichen
 Lagert:                   gut, mittl.-lange Keimruhe   Lagert:                   gut, mittlere Keimruhe        Lagert:                 gut, mittlere Keimruhe
 Resistenzen gegen:                                     Resistenzen gegen:                                      Resistenzen gegen:
 Nematoden:                 Ro1,2/3,5                   Nematoden:                   Ro1                        Nematoden:                 Ro1, Pa 2,3
 Schw.bein:                 hoch                        Schw.bein:                   hoch                       Schw.bein:                 hoch
 Kr./Kn.fäule:              mittel/hoch                 Kr./Kn.fäule:                mittel/hoch                Kr./Kn.fäule:              mittel - hoch/hoch
 PVY:                       mittel                      PVY:                         mittel                     PVY:                       sehr hoch
 PLRV:                      mittel                      PLRV:                        hoch                       PLRV:                      mittel - hoch
 Krebs:                     Pathotyp 1                  Krebs:                       in Prüfung                 Krebs:                     in Prüfung
 Eisen:                     sehr hoch                   Eisen:                       sehr hoch                  Eisen:                     mittel
 Schorf:                    hoch                        Schorf:                      hoch                       Schorf:                    hoch
 Rhizoc.:                   hoch                        Rhizoc.:                     hoch                       Rhizoc.:                   hoch

    Kandidat 2021: Moa NNp                     Kandidat 2021: Mogli       N              Kandidat 2021: Polly N                  Kandidat 2021: Vitus N
     frühe Verarbeitungskartoffel                 späte Stärkekartoffel                  mittelfrühe, mehlig kochende          Sehr frühe Verarbeitungskartoffel
            Chips/TroKa                                                                          Speisekartoffel                       für Pommes frites

 Pallida-resistente, frühe Verarbei-      Späte Stärkekartoffel mit sehr ho-         Formschön, großfallend, glattschalig     Sehr frühe Verarbeitungskartoffel
 tungssorte, hervorragend für Kartof-     hem Ertragspotential. Rundovale,           mit gelber Fleischfarbe bei hervorra-    für Pommes frites. Großfallende
 felchips. Großfallende, gut sortierte,   mittelgroße Knolle bei sehr gleich-        gender Speisequalität. Geringe Nei-      langovale Knollen mit ausgespro-
 rundovale Knollen. Typisch sind          mäßiger Sortierung, Stärkegehalt           gung zur Rohbreiverfärbung. Im An-       chen gleichmäßiger Sortierung.
 frühe Stärkeeinlagerung und äu-          ca.21 %. Robust während der Ve-            bau ausgesprochen robust, durch          Schnelle Stärkeeinlagerung bei
 ßerst geringe reduzierende Zucker.       getation bei schneller Jugendent-          hohe Nährstoffeffizienz problemlos       geringen reduzierenden Zuckern.
 Prädestiniert zum Kampagnenstart.        wicklung und hoher Virusresistenz.         auch unter trockenen Bedingungen.
 Knolleneigenschaften:                    Knolleneigenschaften:                      Knolleneigenschaften:                    Knolleneigenschaften:
 Form:          rundoval                  Form:         rund                         Form:         oval                       Form:         langoval
 Größe:         groß                      Größe:        mittel                       Größe:        mittel - groß              Größe:        groß
 Ansatz:        mittel                    Ansatz:       mittel                       Ansatz:       mittel                     Ansatz:       gering
 Ertrag:        hoch                      Ertrag:       sehr hoch                    Ertrag:       sehr hoch                  Ertrag:       hoch
 Augen:         mittel - tief             Augen:        flach                        Augen:        flach                      Augen:        flach
 Schale:        genetzt                   Schale:       glatt                        Schale:       glatt                      Schale:       genetzt
 Fleisch:       hellgelb                  Fleisch:      gelb                         Fleisch:      gelb                       Fleisch:      creme - weiß
 Sortiert:      gleichmäßig               Sortiert:     gleichmäßig                  Sortiert:     gleichmäßig                Sortiert:     sehr gleichmäßig
 Lagert:        gut, keimfreudig          Lagert:       gut, keimruhig               Lagert:       gut, keimruhig             Lagert:       gut, mittel keimruhig
 Resistenzen gegen:                       Resistenzen gegen:                         Resistenzen gegen:                       Resistenzen gegen:
 Nematoden: Ro 1,2/3,5 Pa 2,3             Nematoden: Ro1                             Nematoden: Ro1                           Nematoden: Ro1
 Schw.bein: hoch                          Schw.bein:    hoch                         Schw.bein: hoch                          Schw.bein: hoch
 Kr./Kn.fäule: mittel/hoch                Kr./Kn.fäule: hoch/hoch                    Kr./Kn.fäule: mittel/hoch                Kr./Kn.fäule: mittel/hoch
 PVY:           hoch                      PVY:          sehr hoch                    PVY:          sehr hoch                  PVY:          gering - mittel
 PLRV:          sehr hoch                 PLRV:         sehr hoch                    PLRV:         sehr hoch                  PLRV:         hoch
 Krebs:         Pathotyp 1*               Krebs:        Pathotyp 1                   Krebs:        Pathotyp1*                 Krebs:        Pathotyp1
 Eisen:         hoch                      Eisen:        gering                       Eisen:        hoch                       Eisen:        hoch
 Schorf:        hoch                      Schorf:       hoch                         Schorf:       mittel                     Schorf:       hoch
 Rhizoc.:       hoch                      Rhizoc.:      hoch                         Rhizoc.:      hoch                       Rhizoc.:      hoch
* in Prüfung                                                                   -3-
Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
rung, welches impliziert, dass die         „Vorsichtige“ Eltern sind jedoch Kern-
Verliert die Speise-                       Kartoffeln geschmeckt haben und            kunden für das Produkt Bio-Kartoffeln.
kartoffel den Kampf                        deshalb wieder gekauft werden ran-
                                           giert auf Rang 4. In Wirklichkeit kann      Marketingkommunikation und
um den Kunden?                                                                 [3]
                                                                                       Warenkunde
                                                                                      Tue Gutes und rede darüber – Marke-
                                                                                      tingkommunikation gegenüber dem,
Speisekartoffeln sind Alleskönner in
                                                                                      der Kartoffeln eigentlich liebt, dem
der Küche. Anders als Trockenpro-
                                                                                      Endkunden, ist Teil des Erfolgs. Wol-
dukte liefern sie frische Vitamine und
                                                                                      len wir, die wir in der Warenkunde um
Antioxidantien, wertvolle Mineralstof-
                                                                                      die Knolle bewandert sind, dieses
fe, Energie und bestverträgliches Ei-
                                                                                      Feld wirklich Dritten überlassen? Eine
weiß. Dennoch nimmt der Verbrauch
                                                                                      hierzu gern zitierte Stilblüte der Fehl-
an Frischkartoffeln ständig weiter ab.
                                                                                      information lautet: „Die Knollen sind
Stecken Kartoffeln in der Falle inferio-
                                                                                      erst grün, dann reifen sie und werden
rer Güter? Der Definition zufolge wer-     der Käufer den Effekt eines erfolgrei-
                                                                                      gelb und zum Schluss sind sie rot“
den sie mit steigendem Einkommen in        chen Einkaufs kaum wiederholen.
                                                                                      Fazit: die richtige Warenkunde muss
geringerem Umfang nachgefragt, weil        Insbesondere die Marke, die nicht
                                                                                      wieder beim Konsumenten verankert
sie durch als höherwertig empfundene       einer Sortenwahl gleichzusetzen ist,
                                                                                      werden. Er muss schließlich wissen,
                                   [2]     findet sich an 8. Stelle, d. h. wir wis-
                                                                                      dass grün gewordene Kartoffeln ver-
                                           sen nicht ob und können nur sehr
                                                                                      dorben sind und diese nicht kaufen
                                           eingeschränkt steuern, dass sich die
                                                                                      und vor allem nicht Halbweisheiten
                                           Kundenwünsche tatsächlich erfüllen.
                                                                                      darüber im Internet lesen: „Die gefähr-
                                           In der Folge lenkt sich der Fokus
                                                                                      lichsten Lebensmittel sind…“. Der
                                           züchterischer Bemühungen auf eine
                                                                                      Kunde sollte mit den Knollen jederzeit
                                           optische Verbesserung des Produkts
                                                                                      assoziieren: Kartoffeln sind gesund,
                                           zulasten der Schutzfunktion der Scha-
                                                                                      vitaminreich, nahrhaft, überaus gut
                                           le. Dies aber insbesondere ohne
                                                                                      verträglich – und schmecken gut oder
                                           Feedback über die tatsächliche Ak-
                                                                                      besser ausgezeichnet, wenn er das
                                           zeptanz des Produkts in der Küche.
= superiore Produkte ersetzt werden.                                                  Produkt hinreichend kennt und die
                                           Gibt es unter den Kunden relevante
Aber ist die Kartoffel wirklich solch                                                 richtigen    Sorten     wählen     kann.
                                           Anteile an Sortenkäufern, die das
eine gesichtslose austauschbare Sät-       Kleingedruckte auf den Gebinden
tigungsbeilage auf dem Teller?             lesen? Wir wissen es nicht. Wir mes-
                                           sen den Verbrauchsrückgang, der zu
 Im Supermarkt: Verhalten des
                                           einem Teil aus verändertem Konsum-
 Konsumenten
                                           verhalten resultiert. Die darin eben-
Was passiert am Point of Sale? Durch
                                           falls enthaltene Abwanderung infolge
eine Testmarktbefragung von S. Jörg
                                           gesunkener Wertschätzung = negati-
wissen wir, dass nur ca. 5-10 % der
                                           ver Erfahrung, können wir nicht grei-
Kunden reine Impulskäufer sind, die
                                           fen = Point of Use.
ohne vorherige Überlegungen Kartof-
                                                                                      Und wenn sie ihm tatsächlich besser
feln erwerben. Die überwiegende             Weiße Flecken – unbesetzte                schmecken, als die „grauen“ Trocken-
Mehrheit beschäftigt sich mehr oder         Segmente                                  Sättigungsbeilagen, woran kein Zwei-
weniger vor dem Kauf mit dem Pro-          Weiße Flecken im Angebot sind uner-        fel besteht, wird er sich wieder häufi-
dukt. Bei der Betrachtung der genann-      füllte Kundenwünsche: Für den Su-          ger für die Kartoffel entscheiden.
ten Kaufkriterien wird das Dilemma         permarktkäufer von Bio-Kartoffeln ist      Kommunikation ist hierbei keine Ein-
des Kunden sehr deutlich: Er kann          es weitgehend unmöglich, eine so-          bahnstraße, wichtig bleibt „zuzuhören“
den inneren Wert des Produkts nicht        ßenaufnehmende Salzkartoffel oder          = Verbraucherforschung: Was möchte
beurteilen und ist damit auf den äuße-     eine mehlige Kartoffel für ein Püree       der Konsument, ist er mit dem Pro-
ren Eindruck zurückgeworfen. Mit           zu bekommen. Die Produkte hierfür          dukt zufrieden?
Nennungen von 94-97% ist die äuße-         existieren nicht, da „Bio“ festkochend     Quellen:
re Qualität bedeutsamstes Merkmal.         ist. Haben Sie schon einmal versucht
                                                                                      [2] AMI. (2019). Marktbilanz Kartoffeln 2019/20
                                                                                      [3] Jörg S. (2007). Optimierung der Warenpräsentation im Handel -
Für die Meisten endet der Entschei-        für Ihr Kleinkind aus einer Salatkartof-
                                                                                      Ergebnisse eines Testmarktprojektes – Vortrag Woche der bayerischen
                                                                                      Erzeugergemeinschaften und -organisationen, Herrsching
dungsprozess schließlich beim Koch-        fel Püree zuzubereiten oder Soße und
typ. Das wichtigste Kriterium für die      Kartoffeln auf dem Teller zu mischen?
Wertschätzung aber = Gute Erfah-

                                                              -4-
Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
Guter Geschmack lohnt sich

                                                                im Rahmen der
                                                       Koch- und Speisewertprüfung

                        Wega: 1. Platz im
                       Wettbewerb, für die
                       bestschmeckendste
                         Kartoffelsorte

                                                   Goldmarie 2020
                                                   kulinarischer Ritterschlag
                                                         in Frankreich:

                                             -5-
Stolbur - mit der Wärme kommen neue Herausforderungen
für Sie im Einsatz!

Region Nordwest
             Christian Striepe                                Matthias Rathjens
             Regionalleitung                                  Niedersachsen Ost,
             Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nord-         Sachsen Anhalt West
             rhein-Westfalen                                  01 60 / 98 93 42 99
             01 70 / 85 52 102
             Harm Abeling                                     Franz Josef Frangen
             Schleswig-Holstein West,                         Niedersachsen West, Emsland
             Niedersachsen Mitte & West,                      Nordrhein- Westfalen
             Ostwestfalen                                     01 70 / 31 39 837
             0151 /117 45 661
             Gert Tiedemann                                   Torsten Stephan
             Schleswig-Holstein Ost,                          Niedersachsen Ost
             Südhannover                                      01 51 / 61 26 61 69
             01 60 / 90 68 82 38

Region Nordost
             Bennek Thees                                     Jens Lockenvitz
             Regionalleitung,                                 Mecklenburg-Vorpommern
             Brandenburg, Sachsen                             01 70 / 85 52 111
             01 70 / 85 52 143

             Reinhard Lachmann                                Stefan Finsterbusch
             Sachsen-Anhalt, Thüringen                        Sachsen
             01 70 / 85 52 145                                01 51 / 41 92 28 11

Region Süd
             Peter Neher                                      Wolfgang Irlbacher
             Regionalleitung,                                 Franken, Oberpfalz, Niederbayern
             Oberbayern, Schwaben,                            Österreich
             Baden-Württemberg                                01 70 / 855 21 14
             01 70 / 76 71 300
             Volker de Ginder                                 Christian Zeininger
             Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen,               Oberbayern, Niederbayern
             Baden-Württemberg                                01 60 / 95 70 64 53
             01 71 / 65 43 275

Spezialberatung / Versuchswesen
             Florian Müller
             bundesweit
             01 70 / 23 81 004

                                                        -6-
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