Tagungsdokumentation - Rhein-Erft-Kreis

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Tagungsdokumentation - Rhein-Erft-Kreis
Tagungsdokumentation
                    „Entlastung für pflegende Angehörige“
  Fachtag innerhalb der 6. Demenzwoche im Rhein-Erft-Kreis am 02.05.2022

Beginn:      13.30 Uhr
Ende:        17.00 Uhr

Moderation: Frau Dr. Schreckling und Frau Baars

                                             Zu Beginn konnten die Gäste der an-
                                             genehmen    und    erinnerungsvollen
                                             Drehorgelmusik von Herrn Wirtz lau-
                                             schen.

                                             Frau Baars begrüßte die Anwesenden
                                             und gab einige Hinweise zu der Mas-
                                             kenpflicht, den Getränken im Saal so-
                                             wie dem Infotisch im Foyer.
                                             Sie gab das Wort weiter an Frau Groß.

                                          Marion Groß, Dezernentin des Rhein-
                                          Erft-Kreises, begrüßte ebenfalls die
                                          Anwesenden in Vertretung des Land-
                                          rats, da dieser kurzfristig absagen
                                          musste. Sie betonte die Wichtigkeit
                                          des Themas heute: „Entlastung für
                                          pflegende Angehörige“. Denn auch
                                          pflegende Angehörige brauchen mal
                                          eine Auszeit durch die ganze Belas-
                                          tung, die die Pflege mit sich bringt.
                                          Frau Groß begrüßte anschließend auch
                                          die Referenten: Herr Prof. Dr. Frank
                                          Jessen der Uniklinik Köln, Herr Prof.
Dr. Gregor Hohenberg, Vorsitzender des Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe in der Alz-
heimer Gesellschaft Hamm e.V. und Herrn Dr. Georg Schick, Diplomsportlehrer für
Rehabilitation und Behindertensport.

Frau Dr. Schreckling, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis e. V.,
hieß auch in ihrem Namen alle herzlich willkommen. Sie gab einen kurzen Ausblick
auf das Programm. Über die Fachvorträge hinaus gab es Gesang der Gruppe Stumm
sowie Bewegungsübungen mit der Gruppe Füreinander.
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In dem Fachvortrag von Herrn Prof. Dr. Jessen zum Thema „Neue Aspekte in der
Diagnostik und Behandlung von Demenzerkrankungen“ ging es um die Diagnose und
neue spezielle Untersuchungen zum Thema Demenz.
Eine neue Errungenschaft in der Medizin ist die Vorhersage einer Alzheimererkran-
kung anhand von blutbasierten Biomarkern bei Gesunden. Laut einer Umfrage wür-
den jedoch nur knapp 50% aller Befragten diesen Test machen, um zu erfahren, wie
wahrscheinlich eine Demenzerkrankung ist. Allerdings gibt es zurzeit keine neuen
zugelassenen Medikamente zur Behandlung von Demenz.
Der Zusammenhang zwischen Fußballprofis und Demenz wurde ebenfalls erläutert.
Am Ende erwähnte Prof. Dr. Jessen, dass durch einen gesunden und präventiven
Lebensstil das Risiko an Demenz zu erkranken positiv beeinflussbar ist.

Der Vortrag ist dieser Dokumentation angehangen.

Eine kurze Pause mit Gesang bot die Gruppe Stumm.

Der nächste Vortrag von Herrn Prof. Dr. Hohenberg befasste sich mit dem Thema
„Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe“.
Wichtig hierbei war das Internet. „Das Internet ist das Verbindungsmedium zwi-
schen den Generationen“, so Prof. Dr. Hohenberg.
Er verwies darüber hinaus auf den (achten) Altersbericht und nennt die Nachbar-
schaftshilfe, die besonders in Zeiten von Corona ein wichtiger Teil war.
Darüber hinaus wurde das H3-Training erläutert. Hier geht es um das Hirnleistungs-
training mithilfe der modernen Technik (z.B. Tablets). Durch die Leistungsdaten
kann ein individueller Plan gestaltet werden. Dies wird durch die Telemedizin er-
möglicht.
Wichtig zu wissen ist, dass Hörleistungsstörung ein Demenzrisiko darstellt.

Der Vortrag ist dieser Dokumentation angehangen.
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Durch die Gruppe Füreinander wurden die Gäste mit Bewegungsaktivitäten etwas
aufgelockert.

Der letzte Vortrag von Herrn Dr. Schick basierte auf dem Thema „Körperliche Aktivität,
Demenz und psychosoziale Gesundheit ― Wert und Effekte“.
Die Effekte bei körperlicher Aktivität bei Demenz sind vor allem physisch (Kraft, Ausdauer,
Gleichgewicht, ...), kognitiv (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, ...) und psychosozial
(Wohlbefinden, Schlafqualität, Motivation, ...). Wichtig ist in der Gruppe gemeinsam zu
spielen oder zu üben. Spazieren oder Tanzen verbessert nicht nur die Ausdauer, sondern
durch Gespräche fördert es auch die Kommunikationsfähigkeit. Zudem wird auch die eige-
ne Körperwahrnehmung dadurch verbessert.

Der Vortrag ist dieser Dokumentation angehangen.

Daher kann als Fazit des Fachtages gesagt werden, dass Sport oder Bewegung, gesunde
Ernährung und soziale Kontakte eine gute Prävention sind und das Risiko einer Demenz
senken.
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Neue Aspekte in der Diagnostik und
Behandlung von Demenzerkrankungen
Frank Jessen
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Uniklinik Köln
Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen
(DZNE)
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Demenz-Definition (NIA-AA 2018)

    •   Fortschreitende kognitive Beeinträchtigung, die mehrere Bereiche der
        geistigen Leistungsfähigkeit betrifft.

    •   Die kognitive Beeinträchtigung führt zu einer deutlichen funktionellen
        Beeinträchtigung des täglichen Lebens. Die Betroffenen sind nicht
        mehr unabhängig und benötigen Hilfe im Alltag.

    •   Kann in leicht, mittelschwer und schwer eingeteilt werden.

2                                                        Jack et al., Alz & Dem, 2018
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Ursachen von Demenzen

                            Jellinger, JAD, 2006

3
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Pathologie der Alzheimer Krankheit

4
                 Alzheimer Association, 2022; Blennow et al., Lancet, 2006
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1                                   Hinweise für:
                                                                 kognitive Leistungsbeeinträchtigung u/o
                                                                     Alltagsbeeinträchtigungen u/o
                                                                     Persönlichkeitsveränderungen

Diagnostik von Demenzen                                                     Eigenanamnese
                                                                            Fremdanamnese                                                            Spezifische
                                                                                                                    Depression
                                                                     Psychopathologischer Befund                                                    Diagnostik und
                                                                                                                      Delir,
                                                                        Körperl. Untersuchung                                                          Therapie
                                                                                                                       etc.
S3-Leitlinie Demenzen                                               Kognitiver Kurztest (z.B. MMST)

DGPPN, DGN, 2016                                                         Demenzdiagnose, inkl.
                                                                            Schweregrad

                                           2                    Blutlabordiagnostik Standard + ggf. spez.
                                                                         Zusatzuntersuchungen
                                                                                                                  Spezifische Befunde
                                                                                                            (z.B. Hypothyreose, subdurales
                                                                                                                                                     Spezifische
                                                                                                                                                    Diagnostik und
                                                                          Zerebrale Bildgebung                        Hämatom)                         Therapie
1.   Syndromdiagnose mit Schweregrad

2.   Diagnostik potentiell reversibler     3                          Ätiologische Differenzierung
                                                                   (AD, VD, FTD, PDD, LKD, andere)
     Ursachen

3.   Ätiologische Differentialdiagnostik       Erweiterte
                                               Diagnostik
     primärer Demenzerkrankungen               erforderlich

                                                                 Erweiterte
                                                              Neuropsychologie

                                                              Liquordiagnostik

                                                                PET/SPECT

                                                                   EEG

                                                              Doppler-/Duplex

                                                                                                                Verdacht auf
                                                                 Syndromale und ätiologische Diagnose       autosomal-dominante              Humangenetik
                                                                                                                 Erkrankung

5                                                             Aufklärung und Beratung des Erkrankten und
                                                                           der Angehörigen
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Kognitiver Kurztest:
    MOCA

    Alternativen:
    • Mini-Mental-Status-Test
    • Demtect

6
                                www.slideshare.net
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Kognitive Domänen (DSM 5)
         Neuropsychologische Domänen
                           Visiokonstruktiv-                                         Sprache
                         perzeptuelle Fähigkeit                            Expressive Sprache (inkl. Benennen,
                              Zeichnen, visuelle Perzeption                 Fluenz, Syntax), rezeptive Sprache

                                                                                                                                      Nicht ko
                                                                                                                                          Affe
               Exekutive                                                                             Lernen und
                                                                Neuro-                                                                    Ver
              Funktionen                                                                             Gedächtnis
           Planen, Entscheiden,                                kognitive                        Immediatgedächtnis, Kurz-/                Per
    Arbeitsgedächtnis, Fehlerkontrolle,                                                     Langzeitgedächtnis (inkl. freier Abruf,
         mentale Flexibilität, etc.                             Störung                         Hinweise, Wiedererkennen)
                                                                                                                                      Alltagsa

                                Komplexe                                     Soziale Kognition
                             Aufmerksamkeit                                     Emotionen erkennen,
                           Vigilanz, selektive A., geteilte A.,                TOM = „theory of mind“,
                            Verarbeitungsgeschwindigkeit                         Verhaltenskontrolle

        American Psychiatric Association. DSM 5 2013.

    5    29.06.2021   Weiterbildung Psychiatrie | Dr. A. Schild| ZfG

7
Biomarker für die Alzheimer Krankheit

    Amyloid-PET                       Tau -PET

                                                                                         MRT

     Aß 1-42 im Liquor ê, Tau / pTau im Liquor é                            Glukose-PET (FDG)

8
                        Klunk et al., 2004, Maruyama et al. 2013, Mosoni et al. 2007, Uniklinik Bonn, www.onmeda.de
Chronologie der Biomarker-Veränderungen und der
     klinischen Symptome bei der Alzheimer Krankheit

9
                                    Jack et al., Lancet Neurology, 2010
Prädiktion einer Demenz bei fehlender kausaler
                         Therapie
      - Warum - ?
     Ø Zunehmend viele Menschen mit Gedächtnisstörungen setzen sich mit der Alzheimer
         Krankheit auseinander und wünschen eine möglichst frühe Krankheitserkennung.

     Ø In der Frühphase der Alzheimer Krankheit können viele Dinge geplant, geregelt und noch
         erlebt werden.

     Ø Durch aktive Präventionsmaßnahmen ist wahrscheinlich eine Verzögerung des kognitiven
         Abbaus möglich (u.a. FINGER-Studie, MAPT).

     Ø Zukünftige Medikamente zur Behandlung der Alzheimer Krankheit werden den
         Krankheitsverlauf verzögern, aber keine verlorenen Funktionen wieder herstellen; daraus
         folgt: Je früher die Behandlung eingeleitet wird desto mehr Funktionen bleiben erhalten.

10
Chronologie der Biomarker-Veränderungen und der
      klinischen Symptome bei der Alzheimer Krankheit

11
                                     Jack et al., Lancet Neurology, 2010
Leichte kognitive Störung (mild cognitive impairment, MCI)

     •   Kognitive Leistungen unter dem für die Person erwarteten Bereich
         nachweisbar.

     •   Von der betroffenen Person oder einem Beobachter berichtete
         Veränderungen im Vergleich zu einem vorherigen Zustand.

     •   Aktivitäten des täglichen Lebens sind selbstständig möglich, aber leichte
         funktionelle Auswirkungen auf die komplexeren Aktivitäten des täglichen
         Lebens können vorkommen.

12                                                              Jack et al., Alz & Dem, 2018
Vorhersage der Demenz bei MCI durch
                       Alzheimer-Biomarker

     Metaanalyse, n=1607

     Eine differenzierte
     Risikoschätzung für die
     Alzheimer Demenz ist
     durch Biomarker möglich.

      Blau      = Aß-/N-
      Rot       = Aß+/N+

13
                                             Vos et al., Brain, 2015
Diagnostische Genauigkeit von Blut-Biomarkern für die Vorhersage
                       von Amyloid bei Patienten

14
                                                Janelidze et al., Alz & Dem, 2021
A                  2.00 [1.39, 2.89]                                                                                         0.77 [0.70, 0.86]                      0.0003                 −11
                         (P = 0.0002)
      T                                                       3.54 [1.98, 6.31]                                                    0.77 [0.68, 0.86]
16   Abbvie-Umfrage in Deutschland, 2018
17   Abbvie-Umfrage in Deutschland, 2018
Alzheimer – Medikamente in Entwicklung

18
                              Cummings et al., Alz & Dem, 2021
Glucagon-like-petide-1 und Neurodegeneration

     Phase 3 Programm bei Alzheimer Krankheit + Alzheimer Krankheit mit vaskuläre Pathologie (EVOKE, EVOKE+):
     Semaglutide (Rybelsus® oral, Ozempic s.c. ®), Novo Nordisk
     Erstes orales GLP-1 Analogon (Zulassung: Diabetes Mellitus Typ 2, FDA-Zulassung auch für Adipositas)

19
                                                                                         Batista et al., CNS drugs . 2018
Plasmapherese (Blutwäsche) bei der Alzheimer
     Krankheit (AMBAR)

20                                                  Boada et al., Alz & Dem, 2020
World Health Organization (2019).
21
     Risk reduction of cognitive decline and dementia: WHO guidelines
Modifizierbare Risikofaktoren
     für Demenz
     12 Faktoren:

     §     Niedrige Bildung
     §     Schwerhörigkeit
     §     Kopfverletzung
     §     Bluthochdruck
     §     >21 Einheiten Alkohol pro Woche
     §     Adipositas
     §     Diabetes Mellitus
     §     Rauchen
     §     Depression
     §     Sozial Isolation
     §     Körperliche Inaktivität
     §     Luftverschmutzung

     Gesamtrisiko: 40% !

22       Livingston et al., Lancet, 2020
Schlafstörungen als Risikofaktor für Demenz

                                        Effekte von Schlafstörungen:
                                        • Amyloid clearence ê
                                        • Amyloid Produktioné
                                        • Proinflammatorische Effekte

            Das glymphatische System

23
                                       Rasmussen et al., Lancet Neurol., 2018
Fußball und Sterberisiko

24                              Mackay et al., NEJM, 2019
Fußball und Todesursachen

25                               Mackay et al., NEJM, 2019
Zusammenfassung

     • Die Alzheimer Krankheit kann heute mit Biomarkern auch schon
       vor dem Auftreten einer Demenz erkannt werden.

     • Diagnostische Blutmarker sind in Entwicklung.

     • Bisher stehen keine neuen zugelassenen Medikamente zur
       Behandlung von Demenzen zur Verfügung, trotz intensiver
       Forschung.

     • Es ist möglich das Risiko für eine Demenz durch einen gesunden
       und präventiven Lebensstil positiv zu beeinflussen.

26
Vielen Dank !
27
SONDERVERANSTALTUNG

                                                              GALA
                                                      ZUM THEMA ALZHEIMER /
         22. Mai 2022 › 11:00 Uhr, StaatenHaus             DEMENZ UND

        GALA
                                                      PSYCHISCHE GESUNDHEIT
                                                       Eine Kooperation zwischen dem Kölner Verein für
                                                        seelische Gesundheit (KVsG) zur Förderung des
                                                       Kölner Alzheimer Präventionszentrums (KAP) der
                                                                 Uniklinik sowie der Oper Köln.

     ZUM THEMA ALZHEIMER /                            Mit der ersten Gala zu den Themen Alzheimer / Demenz und seelische
                                                      Gesundheit möchte die Oper Köln den Kölner Verein für seelische

          DEMENZ UND                                  Gesundheit und das hierüber deutschlandweit erste Alzheimer
                                                      Präventionszentrum mit Sitz an der Uniklinik Köln unterstützen.

     PSYCHISCHE GESUNDHEIT                            Die Oper vermag mit ihrem Gesang und den mit Musik erzählten
                                                      Geschichten nicht nur Gesunde, sondern auch Menschen mit
                                                      Demenz zu erreichen und zu beleben. Diese Erfahrung machen wir
                                                      seit Jahren mit unserem Projekt »Oper für Jung und Alt«.

                                                      Mitglieder des Ensembles der Oper präsentieren Arien aus Oper,
                                                      Operette und Musical.

                                                      Die Erlöse gehen zu % an den Kölner Verein für seelische
                                                      Gesundheit. Ziel des Fördervereins ist es, das Gehirn zu schützen,
                                                      bevor es erkrankt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt hierbei in
              Eine Kooperation zwischen dem
                                                      der Unterstützung von Forschung und spezifischen Maßnahmen
      Kölner Verein für seelische Gesundheit (KVsG)   zur Prävention der Alzheimer Krankheit. Der KVsG wird seine
                      zur Förderung                   Arbeit im Laufe des Vormittags eindrücklich vorstellen.
     des Kölner Alzheimer Präventionszentrums (KAP)
            der Uniklinik sowie der Oper Köln.
                                                      MIT
                                                      ENSEMBLE DER OPER KÖLN, GAST: KRISTIANE KAISER
                                                      GÜRZENICH-ORCHESTER KÖLN
28                                                    VORSTELLUNG 22. MAI 2022 › 11:00 UHR
                                                      ORT STAATENHAUS SAAL 1
Prof. Dr. Gregor Hohenberg
Leitung - Stabsstelle für Digitalisierung und Wissensmanagement der Hochschule Hamm-Lippstadt

Programmverantwortlicher für das gemeinnützige Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe und
1. Vorsitzender der Initiative Internet und Bildung und der Alzheimer Gesellschaft Hamm Selbsthilfe Demenz e.V.
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe

Agenda:

I) Wer sind wir ?

II) Was ist unser Ziel ?

III) Wie erreichen wir dieses Ziel ?
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe

Agenda:

I) Wer sind wir ?
Ein offenes Netzwerk von natürlichen und juristischen Personen
(öffentliche Träger, Hochschulen, Organisationen, Vereine, etc.),
das sich in einem gemeinnützigen, eingetragenen Verein
organisiert.

Träger des Netzwerkes ist die Initiative Internet und Bildung e.V.
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe

Agenda:

Was ist unser Ziel ?
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe

Agenda:

Wie erreichen wir dieses Ziel ?
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe

4 Punkte-Plan:

1) Ein Schulungsprogramm für die Patienten und Angehörige

2) Ein verbessertes Ausbildungsprogramm für die Ehrenamtler/innen

3) Eine Einbindungsstrategie, um die Generation Z mit der Seniorenarbeit zu koppeln

4) Eine unabhängige Technologieberatung und ein spezifisches Schulungsprogramm für
   die medizinischen Leistungserbringer
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
das Internet als Verbindungsmedium zwischen den Generationen
- Teilhabe ermöglichen
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
www.netzwerk-telemedizin-selbsthilfe.de
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Online-Videosprechstunde

und die Corona-Pandemie
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe

Datenschutz und Datensicherheit sind unabdingbar!

Dafür steht das Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe mit dem
Telemedizinzentrum Hamm als unabhängige Vertretung für die
Patienten und die pflegenden Angehörigen!

Patientenschutz ist in der digitalen Welt immer auch eine Frage des
Datenschutzes und der IT-Sicherheit!
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Die Nachbarschaftshilfe in Zeiten der Digitalisierung
Die Wirkungskette beantwortet alle Fragen zum Thema Telemedizin, digitale Gesundheits-
anwendungen, Datenschutz und Datensicherheit

           Patientenbetreuung und Nachbarschaftshilfe vor Ort

            Hotline und Helpdesk im Telemedizinzentrum Hamm

                               Expertenkreis
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Die Möglichkeiten der Digitalisierung für einen Austausch
zwischen den Generationen fördern

Die Sachverständigenkommission empfiehlt der Bundes-
regierung, den Ländern und den Kommunen, alles dafür zu tun,
dass Digitalisierung nicht als Generationen spaltend
angesehen wird, sondern vielmehr als eine Entwicklung, die
den Austausch zwischen den Generationen substanziell fördern
kann.

Insbesondere die Kommunen haben aus der Sicht der
Kommission die Aufgabe, einen solchen Austausch zwischen
den Generationen mit geeigneten Angeboten anzustoßen.

Quelle: Achter Altersbericht (2020)
16
     H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

     H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                     der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend
       Definition H3-Training

           1) Das H3-Training basiert auf der kognitiven
          Stimulationstherapie (S3-Leitlinie – Demenzen)

           Das H3-Training ist eine Erweiterung der kognitiven
           Stimulationstherapie, da mithilfe von Tablets
           computerbasierte Hirnleistungstrainings eingesetzt
           werden. Dadurch ist auch eine telemedizinische
           Betreuung möglich.

                   Zusätzlich wurde ein Modul zur Audiotherapie
                   integriert, da eine Hörleistungsstörung ein
                   Demenzrisiko darstellt.
17
     H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

     H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                   der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend
       Definition H3-Training

       1) Zur Umsetzung müssen digitale kognitive Therapiesysteme eingesetzt
       werden, damit eine Auswertung der Trainings- und Leistungsdaten
       (digitale Biomarker) möglich ist und eine individuelle Therapieplanung
       erfolgen kann.

       2) Das H3-Training kann sowohl im häuslichen Umfeld bzw. in stationären
         Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden.

       3) Das Training wird mit ausgebildeten H3-Trainer/innen durchgeführt,
         damit sichergestellt ist, dass die Therapiepläne ordnungsgemäß
         umgesetzt werden. Die Therapiepläne werden im TMZ Hamm erstellt.
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03.05.2022
             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                       der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend

              Motto:
              Soziale Teilhabe und
              Spaß in der Gruppe fördern
H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

  Dopamin ist Dünger für das Gehirn und fördert die Neuroplastizität

  Wenn Lernen glücklich macht, dann ist das Gehirn besonders lernfähig.

  Dazu hat sich die Natur einige Strategien überlegt:

  Beispiel: Spielen als Lernmethode
20
     H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

      Spiele als neuropsychologische Trainings
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03.05.2022
             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                      der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend

                Motto: Soziale Teilhabe und Spaß in der Gruppe fördern

                Warum müssen das eigentlich digitale Spiele sein?

                - Weil bei digitalen Trainings der Schwierigkeitsgrad skalierbar ist und
                digitale Gesundheitsdaten objektiv ausgewertet werden können.

                - Weil mit digitalen Trainings eine evidenzbasierte Medizin betrieben werden kann.
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03.05.2022
             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                             der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend

                Beispiel: auditive Wahrnehmung

                5,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Hörminderung

                Nur ein Drittel der betroffenen Personen unternimmt etwas dagegen

                Die Weltgesundheitsorganisation hat die Schwerhörigkeit im Jahr 2019 als Risikofaktor
                für eine Demenz eingestuft

                Das Gehirn verlernt allerdings das Hören (Hörentwöhnung), daher muss
                das Tragen von Hörgeräte trainiert werden.

                Dazu wurden spezielle digitale kognitive Therapiesysteme entwickelt, damit das
                Hörtraining unterstützt wird.

                Dadurch kann das Demenzrisiko gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden.
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03.05.2022
             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                              der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend
               Beispiel: Hörtraining

                           Quelle: https://www.hoerobic.de/
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03.05.2022
             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                  der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend
               Definition H3-Training

               1) Das H3-Training ist ein Hirnleistungstraining und eine neuropsychologisch
               orientierte Behandlung, die im Rahmen der sozialen Betreuung erfolgt. Sie dient der
               gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der neuropsychologischen
               Hirnfunktionen, insbesondere der kognitiven Störungen und der daraus
               resultierenden Fähigkeitsstörungen. Sie umfasst insbesondere Maßnahmen zur
               Verbesserung und zum Erhalt kognitiver Funktionen wie Konzentration, Merkfähigkeit,
               Aufmerksamkeit, Orientierung, Gedächtnis, Handlungsplanung und Problemlösung.

               2) Zur Umsetzung müssen digitale kognitive Therapiesysteme eingesetzt werden,
               damit eine Auswertung der Trainings- und Leistungsdaten möglich ist und eine
               individuelle Therapieplanung erfolgen kann.

               3) Das H3-Training kann sowohl im häuslichen Umfeld bzw. in stationären
               Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden.
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             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                              der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend
               Definition H3-Training

               4) Das Training wird mit ausgebildeten H3-Trainer/innen durchgeführt, damit
               sichergestellt ist, dass die Therapiepläne ordnungsgemäß umgesetzt werden.

               5) Die H3-Trainerausbildung ist für jede Statusgruppe offen (Schüler, Studierende,
               pflegende Angehörige, Betreuungskraft gemäß §§ 43b, 53c SGB XI, Pflegekräfte).

               Wenn keine einschlägige Berufsausbildung vorliegt, ist die Basisqualifikation
               Demenzbegleitung oder die Bearbeitung des Onlinekurses Edumentia Voraussetzung,
               um an der H3-Trainerausbildung teilnehmen zu können.

               Der 1. Kurs für die H3-Trainerausbildung ist in Planung
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03.05.2022
             H3-TRAINING – KOGNITIVE THERAPIESYSTEME

             H3-Training: Herz, Hand und Hirn =
                                                             der Kontakt zu den Menschen ist entscheidend
               Definition H3-Training

               6) Die H3-Trainer/innen werden telemedizinisch durch neuropsychologisch
               ausgebildete Fachkräfte betreut, damit eine Qualitätssicherung erfolgt. Die mobilen
               Endgeräte werden also auch genutzt, um für die telemedizinische Anbindung zu
               sorgen, damit eine sektorübergreifende Gesundheitsversorgung erfolgen kann.
               Diese Aufgabe übernimmt das Telemedizinzentrum Hamm.

                                                       www.tmz-hamm.de
Netzwerk Telemedizin in der Selbsthilfe
Ansprechpartner:

Prof. Dr. Gregor Hohenberg,                                   Erol Öztürk, M.Sc.
Programmverantwortlicher                                      Wissenschaftliche Leitung
1. Vorsitzender der Initiative Internet und Bildung e.V.      Telemedizinzentrum Hamm
und der Alzheimer Gesellschaft Hamm Selbsthilfe Demenz e.V.   E-Mail: erol.oeztuerk@tmz-hamm.de
E-Mail: gregor.hohenberg@tmz-hamm.de                          Telefon: 02387 6810245
Telefon: 02387 6810245                                        Mobil: 0178-7861755
Gründer- und Technologiezentrum Hamtec                        Gründer- und Technologiezentrum Hamtec
Münster Str. 5                                                Münster Str. 5
59065 Hamm                                                    59065 Hamm
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Gemeinsam in die Zukunft
Körperliche Aktivität, Demenz und psychosoziale Gesundheit                                                                                                                      2022-05-02
– Wert und Effekte

                                            Körperliche Aktivität,                                          KÖRPERLICHE AKTIVITÄT, DEMENZ
                                                Demenz und                                                  UND PSYCHOSOZIALE GESUNDHEIT
                                                                                                            Wert und Effekte
                                          psychosoziale Gesundheit                                           Welche Wirkung
                                                                                                             hat körperliche Aktivität
                                                     ―                                                       auf Menschen mit Demenz?

                                              Wert und Effekte                                               Was ist besonders wirksam?

                                                                                                             Worauf kommt es an,
                                                                                                             damit Gesundheit und Lebensqualität
                                                                                                             gefördert werden?
                                                              Dr. Georg Schick | 2022

              EFFEKTE KÖRPERLICHER AKTIVITÄT BEI DEMENZ
                                         physisch                     kognitiv            psychosozial      PSYCHOSOZIALE EFFEKTE
                                      bessere körperliche          bessere geistige                         Erleben und Verhalten mit Demenz
                                      Leistungsfähigkeit           Leistungsfähigkeit     Emotion
                                                                                                             Körperliche Aktivität stärkt die psychosoziale Gesundheit.
                                        Kraft                        Gedächtnis                Motivation         Besonders Aggression, Agitation und Schlafstörungen bessern sich.
                                        Ausdauer                     Aufmerksamkeit
                                                                                           Verhalten                                       Depression
                                        Gleichgewicht                Steuerung
                                                                                                                                           Aggression

                                                                                           ?
                                                                     (Exekutivfunktion)
                                        Gehfähigkeit                                                                                       Agitation
                                        weniger Stürze,
                                                                     Mehrfachtätigkeit                                                     Wandering
                                                                     (Dual Tasking)
                                        mehr Mobilität
                                        und Selbständigkeit          Sprache/Sprechen                                            Schlafqualität
                                        im Alltag
                                                                     räumliche
                                                                                                                                     Stimmung
                                        (ADL-Funktion)
                                                                     Wahrnehmung
                                                                                                                                   Motivation
                                                                                                                                 Aktivitätsgrad                      SCHICK (2022a)

                                       PSYCHOSOZIALE EFFEKTE                                                INTENSITÄT
                                       Was verstärkt sie?                                                   der Belastung
                                         soziale Kontakte                                                     hat offenbar kaum/
                                         Ablenkung                                                            keinen Einfluss
                                         Reminiszenzen                                                        auf psychosoziale
                                         = positive Erinnerungen
                                                                                                              Effekte bei Demenz.
                                         Arousal
       foto: lsb nrw | bowinkelmann

                                         = Stimulierung/Anregung/Aktivierung                                  Vielmehr kommt
                                         kognitive und körperliche Effekte                                    es darauf an:
                                         regulierte Risikofaktoren                                               regelmäßig!
                                         Blutdruck/Blutzucker/Gewicht/Stürze                                     dauerhaft!
                                           weniger Hypertonie/Diabetes/Adipositas/Kopfverletzungen
                                           = Prävention von kognitivem Abbau und fortschreitender Demenz                                          zusammenfassend SCHICK (2022a)

Dr. Georg Schick                                                                                                                                                                        1
Körperliche Aktivität, Demenz und psychosoziale Gesundheit                                                                                2022-05-02
– Wert und Effekte

         INTENSITÄT
         der Belastung

         Von inaktiv zu ...

                                          ... gelegentlich aktiv!

                                                                                                                                            foto: lsb nrw | bowinkelmann
                                          pro Woche
                                            2 bis 4 Stunden
                                            leichte körperliche Aktivität
                                            oder mehr als 90 Minuten                         Kontrolliertes Einzeltraining
                                            regelmäßige körperl. Aktivität                   kann wirksam sein.

                                                                             GRUPPE
                                                                             gemeinsames Üben

                         ☺              Buntes Bewegungsprogramm
                                        in der Gruppe kann mehr!

                       Kontrolliertes Einzeltraining
                       kann wirksam sein.

         GRUPPE                                                              Zu empfehlen!
         soziales Lernen                                                     Gemeinsame Bewegungsaktivitäten,
                                                                              die Spaß machen,
                                                                                  Abwechslung bringen,                        Antide-
                                                                                      anregen und entspannen.                pressivum
                                                                                                                             Gehen hebt
                                                                                                                             Stimmung!
                                                                                        Mo Spaziergang + Gehirnjogging
                                                                                        Di Spaziergang + Gehirnjogging
                                                                                        Mi Gymnastikgruppe
                                                                                        Do Spaziergang + Gehirnjogging
                                                                                        Fr Spaziergang + Gehirnjogging
                                                                                        Sa Tanztee
                                                                                        So Spaziergang + Gehirnjogging

Dr. Georg Schick                                                                                                                                                           2
Körperliche Aktivität, Demenz und psychosoziale Gesundheit                                                                                                                                                          2022-05-02
– Wert und Effekte

                                                                           Hält
                                                                          mich fit.
                                      AUSDAUER                                                                                                 EMOTION/MOTIVATION

                                                                                                                foto: lsb nrw | bowinkelmann
                                                                                 Freudvoll.
                                      Spaziergang/Walking                                                                                      Musik und Tanz
                                                                                         Löst Span-
                                       regelmäßig 20-30 Minuten, fünfmal pro Woche        nungen.                                               fördern soziale und emotionale Beteiligung besonders gut,
                                       am besten täglich mindestens 30 Minuten ausdauernd gehen                                                 begünstigen sozialen Kontakt, Kommunikation, Interaktion,
                                       Unterhaltung beim Spaziergang verbessert Kommunikationsfähigkeit.                                        rufen soziale Muster
                                                                                                                                                und Gewohnheiten wach,
                                                                                                                                                lösen positive Gefühle

                                                                                                                                                                                                                           foto: lsb nrw | bowinkelmann
                                                                                                                                                und Verhaltensweisen aus,                     Depression
                                                                                                                                                                                              Angst
                                                                                                                                                erzeugen Arousal.
                                                                                                                                                  Effekte auf                        Kommunikation
                                                                                                                                                  • Kognition                         soz. Interaktion
                                                                                                                                                  • Selbstpflege                    kogn. Kompetenz
                                                                                                                                                  • soziale Kompetenz
                                                                                                                                                                                    LEBENSQUALITÄT

                                      EMOTION/MOTIVATION                                                                                       PFLEGEBEZIEHUNG
                                      Musik und Tanz                                                                                           Stressmanagement
                                      Tanzbewegungstherapie vs. einfaches Übungsprogramm                                                                            Gemeinsame körperliche Aktivität
                                                                                                                                                                    kann Belastung Pflegender reduzieren.
                                                                       Gruppe 1: Aufwärmen/Stretching/
                                                                                                                                                                    Besonders körperliche Aktivität mit Musik und Tanz
                                                                       Bewegungsübungen
                                                                                                                                                                    bringt Betroffenen, pflegenden Angehörigen und
                                                                       Gruppe 2: Gruppentanz/Bewegungs-                                                             Pflegekräften gleichermaßen Nutzen.
                                                                       spiele/Tanzimprovisation
                                                                                                                foto: lsb nrw | bowinkelmann

                                                                                                                                                                                                                           foto: lsb nrw | bowinkelmann
                                                                         weniger Depression, Einsamkeit,                                                         Perspektive der Pflegenden
                                                                         negative Stimmung                                                                          Bei bewegungsinaktiven Menschen mit Demenz
                                                                         bessere ADL-Funktion und besseres                                                          nehmen Enthemmung, Apathie und Pflegestress zu.
                                                                         Cortisol-Profil (Tagesrhythmik),                                                           Regelmäßige Bewegungsaktivität hingegen
                                                                         auch nach einem Jahr                                                                       stabilisiert Psyche und Verhalten.
                                                                                             HO et al. (2020)                                                                                      SAMPAIO et al. (2021)

                                      STABILISIERUNG                                                                                           STABILISIERUNG
                                      Körperwahrnehmung                                                                                        Körperwahrnehmung
       foto: lsb nrw | bowinkelmann

                                      Verlust der Orientierung bei Demenz                                                                                      Sensibilität der Sinne fördern
                                                                                                                                                Ziele          Entspannungsfähigkeit entwickeln
                                       im Raum Wo?
                                       in der Zeit Wann?
                                       im Körper Wer/Wie/Was?                                                                                                  Singen, Musik und Tanz
                                                                                                                                                               Spaziergänge und ausdauerbetonte Bewegung
                                         eingeschränkte Körperwahrnehmung und Kommunikation
                                                                                                                                                               Bewegungsspiele
                                                                                                                                                               Körperarbeit: Feldenkrais, QiGong ...
                                                       Bewusste Körperwahrnehmung fördern!                                                      Wege           Sinnesspiele
                                                          bessere Orientierung                                                                                 Achtsamkeitsübungen
                                                          und Kommunikationsfähigkeit                                                                          Entspannungsübungen
                                                          Beruhigung und weniger Agitation                                                                     basale Stimulation

Dr. Georg Schick                                                                                                                                                                                                                                          3
Körperliche Aktivität, Demenz und psychosoziale Gesundheit                                                                                                                                                             2022-05-02
– Wert und Effekte

              EFFEKTE KÖRPERLICHER AKTIVITÄT BEI DEMENZ                                                                           EFFEKTE KÖRPERLICHER AKTIVITÄT BEI DEMENZ
                                          physisch                      kognitiv               psychosozial                                                   physisch              kognitiv            psychosozial
                                       bessere körperliche          bessere geistige           gewisse psychische                                          bessere körperliche   bessere geistige       gewisse psychische
                                       Leistungsfähigkeit           Leistungsfähigkeit         Normalisierung                                              Leistungsfähigkeit    Leistungsfähigkeit     Normalisierung
                                         ...                          ...                         Depression,
                                                                                                  Aggression,
                                                                                                  Agitation,
                                                                                                  Wandering
                                                                                                                                                                 Lebensqualität
                                                                                                  werden gemildert.
                                                                                                  Schlaf wird reguliert.

                                                                                                                           foto: lsb nrw | bowinkelmann
                                                                                                  Wohlbefinden,
                                                                                                  Stimmung,
                                                                                                  Motivation,
                                                                                                  Aktivitätsgrad
                                                                                                  werden angehoben.
                                                                                                  Pflegestress
                                                                                                  wird reduziert.

                                                                                                                                                                                                        Materialien mit
                                                                                                                                                                                                Aufforderungscharakter
                                        LEBENSQUALITÄT
                                        Das Leben mit Demenz leichter machen!
                                           Spaß, Bewegungsfreude, sinnliche Erfahrung und Erlebniswert
                                               bedürfnisorientiert
                                                 ausdauerbetontes Gehen, emotional anregendes Tanzen,
                                                 beruhigende Körperwahrnehmung und Entspannung ...
                                                 Rituale und Rhythmus: Musik/Klatschen/Stampfen/Singen
                                                                                                                           fotos: lsb nrw | bowinkelmann

                                               sinnstiftend
                                                 Alltags- und Biographiebezug, Materialien mit persönl. Bedeutung
                                                 Nutzen für Selbstpflege/Pflegealltag/Pflegebeziehung
                                               flexibel und empathisch
                                                 Stimmung/Impulse/Vorlieben/Interessen aufgreifen
                                                 induktives, kleinschrittiges Vorgehen "mit gutem Ende!"

                                        Material mit
                                        persönlicher Bedeutung

                                                                                                                                                           VIELEN DANK
                                                                                                                                                                  FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!
       fotos: lsb nrw | bowinkelmann

                                                                                                                                                                                         Bildnachweis für Fotos
                                                                                                                                                                                         LSB NRW | Andrea Bowinkelmann
                                                                                                                                                                                         Skitterphoto | Peter Heeling
                                                                                 Teddy will an die frische Luft ...                                                                      rawpixel.com

Dr. Georg Schick                                                                                                                                                                                                               4
Körperliche Aktivität, Demenz und psychosoziale Gesundheit                                                                                                               2022-05-02
– Wert und Effekte

         LITERATUR                                                                            LITERATUR
           DGPPN Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,                     SAMPAIO, A., MARQUES-ALEIXO, I., SEABRA, A., MOTA, J. & CARVALHO, J. (2021).
           Psychosomatik und Nervenheilkunde & DGN Deutsche Gesellschaft für                   Physical exercise for individuals with dementia: potential benefits
           Neurologie (Hrsg.). S3-Leitlinie Demenzen (Langversion – Januar 2016).              perceived by formal caregivers. BMC Geriatrics, 21.
           https://dgn.org/leitlinien/leitlinie-diagnose-und-therapie-von-                     https://doi.org/10.1186/s12877-020-01938-5
           demenzen-2016                                                                       SCHICK, G. (2015). Rehabilitationssport für Menschen mit Demenz.
           HO, R.T.H., FONG, T.C.T., CHAN, W.C., KWAN, J.S.K., CHIU, P.K.C., YAU, J.C.Y. et    Bewegungstherapie und Gesundheitssport, 31, 168-173.
           al. (2020). Psychophysiological effects of dance movement therapy and               SCHICK, G. (2022a in Druck). Demenz – Bewegungstherapie und
           physical exercise on older adults with mild dementia: a randomized                  psychosoziale Gesundheit. In C. CHERMETTE, T. THIMME & H. DEIMEL (Hrsg.),
           controlled trial. Journals of Gerontology: Psychological Sciences, 75, 560-         Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen über die
           570. https://doi.org/10.1093/geronb/gby145                                          Lebensspanne (Brennpunkte der Sportwissenschaft, Bd. 37). Sankt
           LIVINGSTON, G., HUNTLEY, J., SOMMERLAD, A., AMES, D., BALLARD, C., BANERJEE,        Augustin: Academia.
           S. et al. (2020). Dementia prevention, intervention, and care: 2020 report          SCHICK, G. (2022b in Druck). Rehabilitationssport im Alter. In H. WILL
           of the Lancet Commission. Lancet, 396, 413-446.                                     (Hrsg.), Handbuch Rehabilitationssport (6. Auflage). Hannover: Neuer
           https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30367-6                                       Start Verlag.

         Dr. Georg Schick
         Diplomsportlehrer
         Rehabilitation und Behindertensport
         Sportwissenschaftler                  Autor         Referent           Dozent

                                    Telefon 0228 1802372
                                    E-Mail drgs4u2@gmx.de
                                    Internet https://drgs.page
                                    Pariser Straße 47 | 53117 Bonn

Dr. Georg Schick                                                                                                                                                                 5
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