Bleiben Sie informiert! - Dr. Rainer Wild-Stiftung

 
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Bleiben Sie informiert! - Dr. Rainer Wild-Stiftung
01.06.2021
                                     MEDIENSPIEGEL                                                  KW 21 & 22/2021
                                             Bleiben Sie informiert!

Die Macht der Bilder – Wissenschaftler unter-                   Gesunde. Die Konfrontation mit diesen Reizen
suchen ihren Einfluss bei der Magersucht                        (Triggern) könnte somit als bedeutsam für die
21.05.2021, LWL-Universitätsklinikum Bochum der Ruhr-           Entstehung und Aufrechterhaltung der Anorexie
Universität Bochum                                              erachtet werden. „Die Resultate unserer Studie sind

B
                                                                aussagekräftig und eignen sich für Folgestudien“, so
        ochum - Bilder vermitteln Botschaften und               Prof. Diers abschließend.
        haben gerade in Zeiten von Social Media großen
        Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Stim-                Zur Original-Publikation:
mungen – im positiven wie auch negativen Sinne. Im              https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/eat.23526
Zusammenhang mit der Anorexia nervosa lässt eine an
der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität                 Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-
Bochum abgeschlossene Doktorarbeit von Ann-Kathrin              Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem
Kogel neue Aufschlüsse hinsichtlich der Präferenzen             Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden
von betrachteten Bildern zu, die im Verlauf der                 unter https://idw-online.de/de/news769310
gefährlichen Essstörung eine Bedeutung haben.
                                                                Gleiche Nervenzelle - unterschiedlicher Einfluss
Bei der Magersucht ist die Wahrnehmung des eigenen              auf die Nahrungsaufnahme
Körperbilds bzw. das Körperbewusstsein gestört.                 17.05.2021, Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung

                                                                K
Betroffene erachten sich als zu dick, obwohl sie in
krankhaftem Ausmaß bis hin zu einem lebensbedroh-                       öln - Forschende des Max-Planck-Instituts für
lichen Untergewicht abnehmen. Inwiefern störungs-                       Stoffwechselforschung und des Exzellenz-
spezifisch belohnende Reize auf Bildern eine Bedeu-                     clusters für Alternsforschung CECAD der
tung für diese Essstörung haben, liefert die Studie unter       Universität zu Köln haben einen Ansatz entwickelt, mit
Leitung von Prof. Dr. Martin Diers, zuständig für               dem sie zeigen können, dass vermeintlich gleiche
Klinische und Experimentelle Verhaltensmedizin der              Neuronen in Wirklichkeit sehr unterschiedlich sind: Sie
LWL-Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin             nehmen nicht nur unterschiedliche Hormone für den
und Psychotherapie, einen neuen Ansatz. „Im Vorder-             Energiezustand des Körpers wahr, sondern haben auch
grund der Untersuchung steht die Belohnung und damit            einen unterschiedlichen Einfluss auf die Nahrungs-
verbunden die Frage: Welche Stimuli sorgen                      aufnahme. Das kann sich direkt auf unseren Stoff-
möglicherweise am besten für die Motivation, immer              wechsel auswirken, indem sie zum Beispiel unseren
mehr abzunehmen?“, erklärt der Grundlagenforscher               Appetit unterschiedlich stark zügeln.
und Psychologe den Hintergrund der Studie.
                                                                Das Gehirn verarbeitet unsere Sinneswahrnehmungen,
Die Bedeutung des Belohnungssystems für die                     steuert unser Verhalten und speichert unsere Erinner-
Entstehung und Aufrechterhaltung der Anorexia                   ungen. Aufgrund dieser vielen Funktionen gibt es in
nervosa wurde bereits in mehreren Studien mit funktio-          verschiedenen Regionen unseres Gehirns unterschied-
neller Bildgebung untersucht. So wurde bisher oft von           liche Typen von Nervenzellen mit spezifischen Aufga-
der Annahme ausgegangen, dass vor allem die Betrach-            ben. Ein solcher Typ von Nervenzellen sind die soge-
tung von Bildern mit untergewichtigen Körpern einen             nannten POMC-Neuronen, die eine wichtige Rolle im
bedeutenden Impuls liefert. Aufgrund der unzureichen-           Stoffwechsel unseres Körpers spielen.
den Datenlage wurden in der aktuellen Studie weitere
Stimuli ermittelt, die spezifisch für Patientinnen mit          "POMC-Neuronen sind entscheidend an der Kontrolle
Anorexie als belohnend analysiert worden waren. Die             von Appetit, Energieverbrauch und Stoffwechsel betei-
Wissenschaftler identifizierten die sechs Unterkate-            ligt", erklärt Nasim Biglari, frischgebackene Doktor-
gorien Gesundes Essen, Anerkennung durch andere,                andin und Erstautorin der Studie. "In den letzten Jahren
Disziplin, Dünne Körper, Gewichtsverlust und Sport.             hat sich zunehmend bestätigt, dass die POMC-Neuro-
Den Kategorien wurde entsprechendes Bildmaterial                nen vielfältiger sind als bisher angenommen." Solche
zugeordnet. Patientinnen mit Anorexie sowie Gesunde             Unterschiede resultieren zum Beispiel aus einer unter-
bewerteten diese Bilder ebenso wie neutrale Bilder (z.B.        schiedlichen Reaktion auf vom Körper ausgeschüttete
Eimer, Locher, Stuhl). Ein Ergebnis bestand unter               Hormone und fallen erst auf, wenn einzelne POMC-
anderem darin, dass die Patientinnen mit Anorexie die           Neuronen miteinander verglichen werden.
störungsspezifischen Reize höher bewerteten als

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"Es ist uns nun gelungen, verschiedene Subtypen von             die Forschungsergebnisse der erfolgreichen, vergang-
Nervenzellen in Mäusen auf genetischer Ebene sichtbar           enen acht Jahre die Grundlage, um die neuen Erken-
zu machen und damit genauer zu untersuchen", sagt               ntnisse in der letzten Förderperiode in der Praxis zu
Nasim Biglari. "Mit diesem neuen, genetischen Ansatz            etablieren. So haben die Wissenschaftler:innen zum
konnten wir erstmals zwei verschiedene Subtypen von             Beispiel einen zentralen Neuropeptid-Rezeptor nachge-
POMC-Neuronen im Detail beschreiben. Unsere                     wiesen, der nun gezielt als Therapiestrategie zur
Ergebnisse zeigen zum Beispiel eine unterschiedliche            Modulation der Nahrungsaufnahme untersucht werden
Verteilung der beiden Subtypen innerhalb der gleichen           soll. Ein weiterer Erfolg aus den letzten Forschungs-
spezifischen Hirnregion. Außerdem nehmen sie unter-             jahren ist die Entdeckung, dass Bakterien bei über-
schiedliche Hormone für den Energiezustand des                  gewichtigen Menschen einen Einfluss auf die Entzün-
Körpers wahr. Die beiden Subtypen wirken sogar unter-           dung in Fettgewebszellen besitzen.
schiedlich auf die Nahrungsaufnahme, wobei ein Teil
der POMC-Neuronen den Appetit stärker unterdrückt               Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-
als der andere." Wegen des Einflusses der POMC-                 Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem
Neuronen auf den Stoffwechsel und die Nahrungs-                 Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden
aufnahme könnten diese Beobachtungen auch für                   unter https://idw-online.de/de/news769334
Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes relevant
sein.                                                           Die vielfache Bedeutung von Hirse, Reis und
                                                                Weizen
Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-          28.05.2021, Goethe-Universität Frankfurt am Main

                                                                F
Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem
Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden
                                                                       rankfurt - Reis, Weizen und Hirse stehen im
unter https://idw-online.de/de/news768850
                                                                       Zentrum zweier neuer DFG-geförderter For-
                                                                       schungsprojekte am Frobenius-Institut für kultur-
Schwergewicht der Uni Leipzig: 13 Millionen                     anthropologische Forschung an der Goethe-Universität.
Euro für die Adipositas-Forschung                               Unter dem Dach des Sonderforschungsbereichs (SFB)
25.05.2021, Universität Leipzig                                 „RessourcenKulturen“ an der Universität Tübingen

L
                                                                erforscht Institutsdirektor Prof. Dr. Roland Hardenberg
       eipzig - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft             die religiösen und (agrar-)ökonomischen Dimensionen
       (DFG) fördert den Sonderforschungsbereich                von Getreide.
       (SFB) 1052 „Mechanismen der Adipositas“ an
der Universität Leipzig für weitere dreieinhalb Jahre.          Drei Fallstudien sollen die empirische Basis liefern:
Ab Juli 2021 fließen 13 Millionen Euro in das Prestige-         Eine widmet sich dem Umgang mit Reis in West-
projekt der Medizinischen Fakultät.                             Odisha in Indien, wo die Göttin Lakshmi mit Reis
                                                                identifiziert wird. Eine zweite Fallstudie blickt auf das
Der interdisziplinäre Forschungsverbund untersucht die          Hochland von Odisha, wo eben diese Sorten noch
komplexen Mechanismen der Entstehung und Aus-                   kultiviert werden. Und die dritte Fallstudie wiederum
wirkung von Adipositas anhand von drei zentralen                befasst sich mit dem Weizenanbau in Kasachstan, wo es
Forschungsfragen: Welche Rolle spielt das zentrale              einen spirituellen Patron, Baba Deyqan für das Getreide
Nervensystem bei der Entstehung von Adipositas?                 gibt. Wie hat die industrielle Landwirtschaft dieses
Welche Veränderungen im Fettgewebe tragen zu Folge-             religiöse Erbe beeinflusst? Und wie kann es im Sinne
krankheiten der Adipositas bei? Welche Signale aus              von Nachhaltigkeit reaktiviert werden? Alle drei
dem Fettgewebe führen zu Typ 2 Diabetes und anderen             Fallstudien sollen Aufschluss darüber geben, wie
kardiometabolischen Erkrankungen? Die Verbreitung               Getreide als religiöses Medium Akteure, Idee und
von Adipositas, also starkem Übergewicht, hat in den            Praktiken zusammenbringen und Dynamiken in Gang
vergangenen Jahren weltweit extrem zugenommen. In               setzen kann.
Deutschland liegt der Anteil bei etwa 24 Prozent der
Erwachsenen und stellt eine große Herausforderung für           Getreidesorten und ihre kulturanthropologische
das Gesundheitswesen und die Gesellschaft dar.                  Bedeutung sind einer der Forschungsschwerpunkte von
                                                                Roland Hardenberg, der früher Stellvertretender
Ziel des SFB 1052 ist es, ursächliche Mechanismen von           Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Ressourcen-
Adipositas sowie Folgeerkrankungen weiter zu erfor-             kulturen“ in Tübingen war. Seit mehreren Jahren bereits
schen und neue Therapien zu entwickeln. Dabei bilden

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hat er auch Hirsekulturen in Indien im Blick.                   von Wildfischen gedeckt werden.“ Nachhaltiger wäre
Gemeinsam mit der Universität Groningen in den                  es, wenn die kleinen Fische wie Sardinen oder Anchovis
Niederlanden hat er das „Groningen-Frankfurt Millets            häufiger bei uns selbst auf dem Speiseplan stünden.
Network“ gegründet – Millets ist englisch für Hirse.            Oder eben alternative eiweißreiche Meeresfrüchte wie
Nach dem Stand der Forschung ist Hirse eine bislang             Quallen, die weniger anspruchsvolle Nahrung benö-
stark unterbewertete Nahrungsquelle. Da sie in Asien            tigen.
und Afrika vor allem von ärmeren Bevölkerungs-
schichten angebaut und verzehrt wird, gilt sie dort meist       In dem Kooperationsprojekt der Leibniz-Gemeinschaft
als eher „primitives“ Essen. Dabei handelt es sich in           „Food for the Future“, das die Möglichkeiten neuer
Wahrheit um eine Art Wundernahrung, die viele Ernäh-            Nahrungsmittelressourcen auslotet, widmet sich
rungsprobleme lösen könnte: Hirse ist nahrhaft, enthält         Kühnhold diesen noch weitgehend ungenutzten aber
viele Vitamine und Mineralien, ist glutenfrei. Beim             reichlich vorhandenen Nesseltieren, die im Gegensatz
Anbau braucht Hirse wenig Wasser, der Einsatz von               zu anderen Meeresbewohnern von menschlichen Ein-
Düngemitteln und Pestiziden ist nur begrenzt not-               griffen in das Ökosystem Meer zu profitieren scheinen.
wendig. Sie wächst schnell und hat einen hohen Ertrag.          „Lediglich in der asiatischen Küche findet man öfter
In der Zusammenschau sollen die drei Fallstudien ein            mal Quallen in Suppen und Salaten“, berichtet
Bild ergeben davon, wie Menschen den Status von                 Kühnhold. „Dabei ist hinsichtlich ihrer großen
Hirse definieren, welches Wissen sie darüber haben,             Artenvielfalt davon auszugehen, dass ihr Potenzial für
wie sie mit den Pflanzen und ihren Produkten umgehen,           unsere Ernährung bei weitem noch nicht ausgeschöpft
welche Technologien sie verwenden und welche                    ist. Für Europäer könnten sie als kalorienarmes
Verbindungen zwischen Hirsesorten und sozialen                  Superfood in Form von Chips oder Proteinpulver
Identitäten bestehen. Dabei kooperiert das Frobenius-           attraktiv werden.“
Institut mit der Archäobotanik an der Goethe-
Universität und an der Universität Groningen.                   Das ZMT untersucht auch andere potentielle Eiweiß-
                                                                spender aus dem Meer auf ihren Nutzen für die Ernäh-
Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-          rung und die Möglichkeit, sie in Aquakultur zu züchten.
Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem       Dabei rücken Seegurken, von denen es rund 1700 Arten
Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden       gibt, in den Blick der Forscher:innen. Die walzen-
unter https://idw-online.de/de/news769633                       förmigen Stachelhäuter können über drei Meter lang
                                                                werden und kommen in allen Meeren von der Arktis bis
Zukunftsnahrung aus dem Meer: Quallenchips,                     in die Tropen vor.
Seegurkensuppe und grüner Kaviar
25.05.2021, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung          In Südostasien sind sie zum Beispiel als Einlage in
(ZMT)                                                           Suppen und Eintöpfen so beliebt, dass manche Arten

B
                                                                bereits überfischt sind. Dort werden sie als „Ginseng der
       remen - Die Weltbevölkerung nimmt rasant zu,             Meere“ bezeichnet: reich an Proteinen, Spuren-
       fruchtbares Land, Süßwasser und Dünger                   elementen und Stoffen, denen heilende Wirkung zuge-
       werden knapp. Am Leibniz-Zentrum für Marine              sprochen wird. So enthalten sie unter anderem
Tropenforschung (ZMT) gehen Wissenschaftler:innen               Chondroitinsulfat, das gegen Arthrose wirken soll.
daher der Frage nach, inwieweit das Meer Nahrungs-              Auch der europäischen Küche sind sie nicht ganz fremd.
ressourcen birgt, die bisher noch kaum genutzt wurden,          In Katalonien werden sie Espardenyes genannt und als
und wie diese nachhaltig verwertet werden können.               kostspielige Delikatesse von Sterneköchen auf viel-
                                                                fältige Weise zubereitet.
Der Mensch muss seinen Körper mit reichlich
Nahrungseiweiß versorgen, das er unter anderem für              Die integrierte Aquakultur (IMTA) kombiniert ganz
den Aufbau von Muskeln, Organen, Knochen und Haut               unterschiedliche Zuchttiere und -pflanzen miteinander,
benötigt. In Hinblick auf Meeresressourcen decken wir           die einen natürlichen Kreislauf bilden. Die Futterreste
unseren Proteinbedarf häufig durch den Verzehr von              und Ausscheidungen beispielsweise von Fischen oder
großen Raubfischen, wie Lachs oder Thunfisch. „Leider           Garnelen werden von anderen Zuchtorganismen
ist das überhaupt nicht nachhaltig“, so Kühnhold,               verwertet, wie Algen, Muscheln oder Seegurken. Somit
„Diese Fische benötigen zum Wachsen ein Vielfaches              gelangen weniger Abfallstoffe in die Umwelt, und das
ihres Eigengewichts an kleinen Fischen. Auch in                 zugegebene Futter wird sehr effizient genutzt.
Aquakultur muß dieser Bedarf mit Fischmehl und -öl

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Das ZMT erforscht, welche Tiere und Pflanzen                    Barbara Caspers (Verhaltensökologie) und Dr. Caroline
interessante Kandidaten für eine solche „Wohngemein-            Müller (Chemische Ökologie) von der Universität
schaft“ wären, um die besten Synergieeffekte zu                 Bielefeld und die Professor*innen Dr. Joachim Kurtz
erzielen. Auch Algen könnten sich als gute                      (Evolutionsbiologie), Dr. Helene Richter (Verhaltens-
Abfallverwerter für die integrierte Aquakultur eignen.          biologie und Tierschutz) und Dr. Jürgen Gadau
Anders als Seegurken nutzen sie aber gelöste Nähstoffe.         (Evolutionsbiologie) von der WWU Münster. Das neue
                                                                Institut soll die Forschung zur Individualisierung unter
Algen weisen ein sehr breites Spektrum an nützlichen            wechselnden Bedingungen stärken: zum Beispiel mit
Inhaltsstoffen auf. In Asien sind sie fester Bestandteil        gemeinsamen Konferenzen und Seminaren und durch
der Ernährung. Am ZMT wird an einer Algenart                    Stipendien für Nachwuchswissenschaftler*innen, die
geforscht, die umgangssprachlich „Meerestraube“ oder            sich auf die Forschung zu Individualisierung speziali-
auch „Grüner Kaviar“ genannt wird. Die kleinen,                 sieren. Auch soll das JICE genutzt werden, um gemein-
runden Kugeln, die an einer Rispe hängen, schmecken             same Verbundprojekte zu initiieren.
leicht salzig und zerplatzen im Mund wie Kaviar. Sie
stecken voller Proteine, Mineralstoffe, Antioxidantien          Individualisierung zieht sich durch alle gesellschaft-
und mehrfach ungesättigter Fettsäuren.                          lichen Ebenen. Wie grundlegend das Thema ist, zeigt
                                                                sich auch darin, dass es schon lange in vielen wissen-
Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-          schaftlichen Forschungsfeldern verankert ist. So ist in
Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem       der Psychologie die Erforschung der Individualität und
Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden       Persönlichkeit ein Kernthema. Die Verhaltens-
unter https://idw-online.de/de/news769429                       ökonomik fokussiert ebenfalls auf das Individuum – sie
                                                                untersucht, warum sich Individuen nicht entsprechend
Individualisierung und Wandel: Universitäten                    der ökonomischen Modelle verhalten. Die Forschung
Bielefeld und Münster bauen neues Institut auf                  zur Präzisionsmedizin und personalisierten Medizin
20.05.2021, Universität Bielefeld                               zielt darauf, individuelle Behandlungsstrategien zu

B
                                                                entwickeln.
        ielefeld - Welche Rolle die Individualisierung
        unter wechselnden Bedingungen spielt – das              Wie weit sich Menschen, Tiere oder auch Pflanzen
        untersucht das neue Joint Institute for Indivi-         individualisieren können, hängt immer von den
dualisation in a Changing Environment (gemeinsames              Gemeinschaften ab, in denen sie leben. „Jedes Individu-
Institut für Individualisierung in sich wandelnden              um existiert zwar unabhängig von den anderen Indivi-
Umwelten, kurz: JICE), gegründet von der Universität            duen in seinem Umfeld“, sagt Professor Dr. Joachim
Bielefeld und der Westfälischen Wilhelms-Universität            Kurtz von der WWU Münster. „Doch kein Individuum
Münster. Wissenschaftler*innen aus acht Disziplinen             lebt isoliert, sondern es interagiert mit anderen
erforschen, welche Ursachen und Konsequenzen mit                Individuen in einem übergeordneten System. Das be-
Individualisierung verbunden sind. Bereits seit 2018            deutet, dass ein Individuum sich immer mit der Gemein-
kooperieren die Universitäten Bielefeld und Münster,            schaft arrangieren muss, wenn es sich verändert.
um Individualisierung zu erforschen – sowohl für                Individualisierung läuft immer in Wechselwirkung mit
Menschen als auch für Tiere.                                    der Umwelt eines Lebewesens ab.“

„Individualisierung wird zwar schon jetzt in den Natur-         Biologische und gesellschaftliche Systeme sind immer
, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften intensiv             von ihren Umweltbedingungen abhängig. „So wirkt
erforscht – allerdings kaum ohne Austausch zwischen             sich die Erderwärmung auf die Lebenswelten von
den einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen“, sagt             Menschen, Tieren und Pflanzen aus. Menschen sind seit
Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Uni-             Jahrzehnten Veränderungen durch Globalisierung und
versität Bielefeld. In dem neuen Institut kooperieren           Digitalisierung ausgesetzt und werden in ihrem jewei-
Wissenschaftler*innen aus Biologie, Psychologie,                ligen Lebensstil davon beeinflusst.“
Soziologie, Gesundheitswissenschaften, Medizin,
Philosophie, Ökonomie und Geowissenschaften.                    Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-
                                                                Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem
Das JICE wird von beiden Universitäten gemeinsam                Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden
getragen. Zum Leitungsteam gehören die Professor*-              unter https://idw-online.de/de/news769226
innen Dr. Oliver Krüger (Verhaltensforschung), Dr.

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01.06.2021
                                     MEDIENSPIEGEL                                                 KW 21 & 22/2021
                                             Bleiben Sie informiert!

IAMO Forum 2021 betrachtet Agrar- und                           Podcast: »Aufn Käffken zur …« thematisiert
Ernährungssysteme im Übergang zu einer Bio-                     das Agrarsystem der Zukunft
ökonomie                                                        21.05.2021, Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits-
28.05.2021, Leibniz-Institut für Agrarentwicklung      in       und Energietechnik UMSICHT

                                                                O
Transformationsökonomien (IAMO)

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                                                                        berhausen - Expertinnen und Experten sind
         alle (Saale) - Unter dem Titel "Agrifood                       einer Meinung: Die Agrarwirtschaft muss
         systems in the bioeconomy" thematisiert das                    effizienter und nachhaltiger gestaltet werden.
         IAMO Forum 2021 vom 7.-9. Juni 2021 den                Neben der Ertragsteigerung haben aktuelle Forschungs-
Wandel von Ernährungs- und Agrarsystemen im Über-               projekte daher vermehrt den hohen Energieaufwand bei
gang zur Bioökonomie. Gemeinsam mit der Inter-                  der Düngemittelproduktion sowie die Verschmutzung
national Bioeconomy Conference (9.-10. Juni 2021)               von Gewässern und Böden durch Phosphor und
bildet das IAMO Forum die Bioeconomy Week Halle                 Stickstoff im Blick. Insbesondere für Städte und
(Saale). Die Veranstaltungen finden online statt.               Metropolregionen wie das Ruhrgebiet bedarf es neuer
                                                                innovativer Konzepte und Verfahren, um diese großen
Mit dem Übergang zu einer Bioökonomie sind große                agrarwirtschaftlichen Aufgaben zu lösen.
Auswirkungen auf die Nahrungsmittel- und Ernäh-
rungssicherheit verbunden, ebenso wie auf die Art und           Das BMBF-Verbundprojekt SUSKULT vereint Partner
Weise, wie Agrar- und Ernährungssysteme zukünftig               mit unterschiedlichen Schwerpunkten und der gemein-
gestaltet und betrieben werden. Mit bahnbrechenden              samen Vision eines zukunftsfähigen Agrarsystems.
Entwicklungen in der Biotechnologie und der Ver-                Dabei setzt das Projektkonsortium auf bereits
lagerung von fossilen zu erneuerbaren Ressourcen hat            bestehende Strukturen und entwickelt Kläranlagen als
die Bioökonomie das Potenzial, einen Beitrag zur nach-          Ressourcenlieferant zu sogenannten NEWtrient®-
haltigen Entwicklung der Landwirtschaft und der                 Centern weiter. »Für Pflanzenkultivierung sind im
ländlichen Räume zu leisten. Gleichzeitig werfen solche         Wesentlichen die Komponenten Nährstoffe (Dünger),
marktverändernden Technologien und Trends auch                  CO2, Wärme und Wasser notwendig. All diese
Fragen auf: Welche neuen Märkte und Wertschöp-                  Ressourcen sind auf Kläranlagen zu finden«, erklärt
fungsketten lassen sich erschließen? Welche ökolo-              Volkmar Keuter, Leiter der Abteilung Umwelt und
gischen Auswirkungen gehen mit den Entwicklungen                Ressourcennutzung am Fraunhofer UMSICHT und
einher? Gibt es Effekte mit Blick auf soziale Teilhabe          Koordinator von SUSKULT. »So nutzen wir nachhaltig
oder Ausgrenzung?                                               Ressourcen im Sinne der Kreislaufführung. Und da
                                                                zudem direkt vor Ort produziert wird, entfallen lange
Das IAMO Forum 2021 lädt ein, sich mit diesen Fragen            Transportwege.«
kritisch auseinanderzusetzen. Die dreitägige Konferenz
bietet Einblicke in die aktuelle Forschung und einen            Neben der Weiterentwicklung der Kläranlagen zu
intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und                  NEWtrient®-Centern und den entsprechenden Aufbe-
Praxis. Zahlreiche anerkannte Referentinnen und Ref-            reitungstechniken arbeitet das SUSKULT-Team paral-
erenten aus Forschung, Wirtschaft und internationalen           lel an einer angepassten Nahrungsmittelproduktion in
Institutionen beteiligen sich an der virtuellen                 geschlossenen hydroponischen Kultursystemen. Eine
Konferenz. Das Konferenzprogramm ist hier online                intelligente Prozesssteuerung soll dafür sorgen, dass die
verfügbar: www.iamo.de/forum/2021/program                       Produktion an Schwankungen in Menge und Konzen-
                                                                tration im Abwassersystem angepasst wird. Aber nicht
Die Anmeldung zum IAMO Forum 2021 ist bis zum 3.                nur die technischen Ziele stehen im Fokus.
Juni 2021 möglich.
                                                                Bereits jetzt werden die normativen Grundlagen
Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-          erarbeitet und möglichst viele Stakeholder in den
Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem       Entwicklungsprozess eingebunden. Steht die Basis für
Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden       das neue Agrarsystem, wird in einem nächsten Schritt
unter https://idw-online.de/de/news769662                       eine Demonstrationsanlage auf dem Gelände des
                                                                Klärwerks Emschermündung in Betrieb genommen.
                                                                Die Anlage soll die Voraussetzungen für eine

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01.06.2021
                                     MEDIENSPIEGEL                                                 KW 21 & 22/2021
                                             Bleiben Sie informiert!

nachhaltige Transformation im Ruhrgebiet schaffen und           HERAUSGEBER
als Modell für weitere Vorhaben dienen.

Wie das Konzept im Detail umgesetzt wird und was das
Ganze für Auswirkungen auf die zukünftige Versor-
gungssituation hat, darüber sprechen die Köpfe hinter
SUSKULT im neuen Podcast »Aufn Käffken zur …«.
»Wir nutzen das Format, um die interessierte Öffent-
lichkeit über das Projekt und die vielen Teil-aspekte der       Dr. Rainer Wild-Stiftung
SUSKULT-Vision zu informieren und um aufzuzeigen,               Mittelgewannweg 10
wie daraus ein nachhaltiges Agrarsystem erwächst«, so           69123 Heidelberg
Volkmar Keuter. Los geht es am 21. Mai mit einem                Tel: 06221 7511 -200
allgemeinen Überblick, bevor eine Woche später, am              E-Mail: info@gesunde-ernaehrung.org
28. Mai, Stefan Kwetkat von der PACELUM GmbH als
                                                                Web: www.gesunde-ernaehrung.org
erster Gesprächspartner auf das Thema Licht als
Rohstoffquelle für Pflanzen eingeht. Der Podcast
erscheint von da an 14-tägig.                                   INFORMATIONSQUELLE

Hinweis: Dieser Artikel wurde von der Dr. Rainer Wild-
Stiftung gekürzt und enthält unveränderte Auszüge aus dem
Originalbeitrag. Der Originalbeitrag/Quelle ist zu finden
unter https://idw-online.de/de/news769236

                                                                idw – Informationsdienst Wissenschaft
                                                                Web: https://idw-online.de/de/

                                                                © Dr. Rainer Wild-Stiftung, 2021

SAVE THE DATE
25. Heidelberger Ernährungsforum I 24. – 25. September 2021

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