"Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit schicker Frisur!" - Podiumsdiskussion zur Frauenwoche bei AfricanTide

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"Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit schicker Frisur!" - Podiumsdiskussion zur Frauenwoche bei AfricanTide
„Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit
schicker Frisur!“ – Podiumsdiskussion zur Frauenwoche
bei AfricanTide
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frauenwoche-bei-africantide/
Von Carmen Körner                                                                                         March 14, 2018

     V. l. n. r.: Bettina Houben (FDP); Ingrid Jost (Die Linke); Andrea Tarilayu Weber (Moderatorin); Maresa Feldmann
     (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund); Anja Butschkau (SDP-MdL); Justine Großmann (CDU); Farina
    Görmar (Generalsekretärin AfricanTide Union e.V.), Bridget Fonkeu (Initiatorin der Silent University). Fotos: Carmen
                                                             Körner.

Workshops, Seminare und mehr – rund um Themen, die alle betreffen, aber vor allem
Frauen. Um ihnen die Teilnahme an den Angeboten im AfricanCompetenceCenter
anlässlich der Internationalen Frauenwoche zu ermöglichen, hatte AfricanTide Union e.V.
eine kostenlose Kinderbetreuung für die TeilnehmerInnen organisiert. Zum Abschluss fand
eine gemeinsame Podiumsdiskussion mit Politikerinnen und Aktiven des Vereins statt.
Moderiert wurde der Nachmittag von Andrea Tarilayu Weber. Vertreten waren SPD, CDU,
Bündnis 90/Die Grüne, FDP und Die Linke.

AfricanTide Union will MigrantInnen mit und ohne Migrationshintergrund
zusammenbringen

Im Jahr 2010 als Verein gegründet, kümmert sich AfricanTide Union e.V. um die Integration
von MigrantInnen, insbesondere aus dem afrikanischen Raum. Ziel des
Zusammenschlusses ist es, einen aktiven Austausch von MigrantInnen und Menschen
ohne Migrationshintergrund zu ermöglichen.

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"Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit schicker Frisur!" - Podiumsdiskussion zur Frauenwoche bei AfricanTide
Zur internationalen Frauenwoche mit eigens organisierter Kinderbetreuung für die
teilnehmenden Frauen
unterschiedlicher Altersstufen und
verschiedener ethnischer wie
religiöser Herkunft gab es ein dichtes
Programmangebot:
Alphabetisierungskurse,
Empowerment-Workshops,
Deutschkurse, Arbeitsmarktintegration,
ein Kochduell, ein Medienkurs und
                                          Farina Görmar, Generalsekretärin von AfricanTide Union e.V.
vieles mehr.

Die Frauenrechte wurden viele Jahre hart erkämpft und werden es häufig immer noch.
Daher bedarf es mehr als nur einen Tag, um die Frauen zu zelebrieren. Aus diesem Grund
habe der Verein AfricanTide Union e.V. nicht nur den Frauentag gefeiert, sondern gleich
eine ganze Woche den Frauen gewidmet, erklärt Farina Görmar, Generalsekretärin von
AfricanTide Union e.V. Und fasst einen gewichtigen Aspekt der heutigen Problemlage in
dem plakativen Satz zusammen: „Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit
schicker Frisur!“

Verlust von Frauenrechten bei den Nazis und formale Gleichstellung der Frau im
Grundgesetz

Am letzten Tag der Woche fand eine
Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen
von SPD, CDU, Bündnis 90/Die
Grünen, FDP und Die Linke statt.
Außerdem waren Mitglieder von
AfricanTide Union e.V. und
Teilnehmerinnen der Frauenwoche
dabei.

Moderatorin Andrea Tarilayu Weber
erinnert in einen kurzen
                                            Andrea Tarilayu Weber, Moderatorin der Podiumsdiskussion
geschichtlichen Exkurs daran, dass            und Public Relations Officer von AfricanTide Union e.V.
nun seit 100 Jahren das
Frauenwahlrecht besteht.
Zwischendurch gab es allerdings immer wieder Rückschläge, beispielsweise bei der
Machtergreifung der Nazis 1933. Dadurch haben Frauen wieder ihr Wahlrecht verloren. Es
wurde ihnen geraubt, als sei es nie da gewesen.

Ende des 2. Weltkriegs verlangten sie ihre Rechte zurück und es wurde 1949 im
Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 2, schließlich verankert, dass Männer und Frauen gleich
sind und Gleichberechtigung erfahren sollen. Niemand darf benachteiligt oder bevorzugt
werden. Es sei wichtig, sich mit starken Frauen zu umgeben, um gemeinsam Hand in Hand
die Ziele zu erreichen, so Weber.

Verschiedene Aktionen zum EqualPayDay am Wochenende in Dortmund
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"Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit schicker Frisur!" - Podiumsdiskussion zur Frauenwoche bei AfricanTide
Vor der Podiumsdiskussion gab es ein
Grußwort von Maresa Feldmann,
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt
Dortmund. Sie betonte, dass
AfricanTide Union e.V. nicht mehr
wegzudenken und essentiell für die
Integration von MigrantInnen sei.
Darüber hinaus ging sie auf den
Unterschied von Gehältern zwischen
Männern und Frauen ein. Frauen
verdienen durchschnittlich 21%                Maresa Feldmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt
weniger als Männer.                                               Dortmund

Daher gibt es am Freitag, 18. März,
den EqualPayDay, der in Form eines Marsches durch die Stadt demonstrieren soll, wie
unfair dieses Unterfangen ist. Anschließend wird es eine Kurzfilmvorführung im Rathaus
und ein RedDinner geben mit verschiedenem Finger-Food.

Feldmann betonte auch, dass Altersarmut Frauenarmut sei, denn in jungen Jahren arbeiten
Frauen häufiger als geringfügige Arbeitskräfte oder in Teilzeit, um sich um die Kinder oder
Familienangehörige zu kümmern. Noch immer sind wenig Frauen in
Topführungspositionen, es gab noch keine Bundespräsidentin und Frauen sind öfter Opfer
von Gewalt und sexuellem Missbrauch. Dies würde auch deutlich gemacht in der #MeToo-
Frauenbewegung, so Feldmann.

Bridget Fonkeu, Initiatorin der Silent University, zu Besuch bei der
Podiumsdiskussion

Als Special Guest war auch Bridget
Fonkeu geladen. Sie ist
Wissenschaftlerin an der Technischen
Universität Dortmund und Initiatorin
der Silent University – ein Netzwerk
für geflüchtete AkademikerInnen,
deren Abschlüsse in Deutschland
keine formalen Qualifikationen
darstellen. Zusammen arbeiten sie
daran, dass zunächst alle Abschlüsse
der Akademiker anerkannt werden,                Bridget Fonkeu, Initiatorin der Silent University und
damit sie zukünftig ihre Berufe             Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Dortmund.

ausüben dürfen.

In der Diskussion gingen die Teilnehmerinnen vor allem auf die Gender Pay Gap (der
geschlechtsspezifische Lohnunterschied zwischen Mann und Frau) und auf die Gender
Pension Gap (der Unterschied im Alterssicherungseinkommen) beziehungsweise
Frauenarmut im Alter ein. Die Gleichstellungsbeauftragte Feldmann äußerte dazu, es

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müsse eine neue Wertigkeit geben, und dass wichtige Berufe im Allgemeinen nicht
schlecht bezahlt werden dürfen. Tagesaktuelles Beispiel: die Situation der
KrankenpflegerInnen in der Bundesrepublik.

Ingrid Jost: „Wichtigen Dingen darf nicht nur ein Tag im Jahr gewidmet werden“

Die Sprecherin von Bündnis 90/Die
Grünen, Katja Möllner, äußerte dazu,
dass das Wertebild geändert werden
müsse. „Wenn Frauen arbeiten,
machen sie Karriere, wenn Männer
arbeiten gelten sie als Ernährer der
Familie“, so Möllner. Die
geschlechtertypischen Berufe sollten
viel mehr von beiden Geschlechtern
ausgeübt werden. Darüber hinaus
solle der Arbeitgeber auch damit           Während der Podiumsdiskussion zur Frauenwoche vom
rechnen, dass nicht nur die Frau                         AfricanTide Union e.V.

ausscheidet, wenn sie eine Familie
gründet, sondern, dass auch Männer Erziehungsjahre nehmen können.

„Wir Frauen sollten uns darauf besinnen, dass wir alle Schwestern sind, die Frauenkräfte
müssen sich bündeln“, so Ingrid Jost von Die Linke. Die Existenzsicherung muss zum
Leben reichen, damit jede/r in Würde alt werden könne. „Wichtigen Dingen darf nicht nur
ein Tag im Jahr gewidmet werden“, betont Jost.

Ein weiteres zentrales Thema der Podiumsdiskussion war die Kinderbetreuung und damit
einhergehend die Möglichkeit für viele Frauen, wieder arbeiten zu gehen. SPD-
Landtagsmitglied und Frauenpolitische Sprecherin Anja Butschkau ist der Meinung, dass
der Arbeitgeber die Arbeitszeiten so anpassen muss, dass die Kita-Mitarbeiter entlastet
werden und Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Sie erzählte außerdem
von dem Projekt „Sonne, Mond und Sterne – ergänzende Kinderbetreuung“. Hierbei gehen
„Kinderfeen“ in die Familien von Eltern, die vor den Öffnungszeiten der Kita arbeiten gehen
müssen, und kümmern sich darum, dass die Kinder frühstücken und in die Kita gebracht
werden.

FDP-Mitglied und Allgemeinmedizinerin Bettina Houben findet es besonders wichtig in ihrer
Praxis bei Zweifeln von jungen Frauen, diese zu ermutigen ihren Abschluss zu
machen. Justine Grollmann, Ratsmitglied der CDU-Fraktion in Dortmund und Vorsitzende
der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Frauenverbände, hat schon damals mit Alice
Schwarzer für die Emanzipation gekämpft. Ihr ist besonders wichtig, dass die Frauen sich
untereinander vernetzen, um sich gegenseitig helfen zu können.

Weitere Informationen:

      EqualPayDay Demonstration am Freitag, 16.03.2018 um 15.30 Uhr am Friedensplatz
      Dortmund
      RedDinner am Freitag, 16.03.2018 um 17.00 Uhr im Rathaus Dortmund

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Katja Möller von Bündnis 90 / Die Grünen
während der Podiumsdiskussion.
Banner vom AfricanTide Union e.V.
FDP-Mitglied und Allgemein-Medizinerin
Bettina Houben
Während der Podiumsdiskussion zur
Frauenwoche vom AfricanTide Union e.V.
Anja Butschkau, SPD-Landtagsmitglied und
Frauenpolitische Sprecherin

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Farina Görmar, Generalsekretärin von AfricanTide Union e.V.
Mitgliederinnen vom AfricanTide Union e.V.
Von links nach rechts: Bettina Houben (FDP); Ingrid
Jost (Die Linke); Andrea Tarilayu Weber
(Moderatorin); Maresa Feldmann
(Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund);
Anja Butschkau (SDP); Justine Großmann (CDU);
Farina Görmar (Generalsekretärin AfricanTide Union
e.V.), Bridget Fonkeu (Initiatorin der Silent University)
Maresa Feldmann, Gleichstellungsbeauftragte der
Stadt Dortmund
Bridget Fonkeu, Initiatorin der Silent University und
Wissenschaftlerin an der Technischen Universität
Dortmund
Junge Mutter bei der Podiumsdiskussion im
AfricanTide Union e.V.

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"Frauen schaffen doppelt so viel auf High-Heels mit schicker Frisur!" - Podiumsdiskussion zur Frauenwoche bei AfricanTide
Andrea Tarilayu Weber, Moderatorin der Podiumsdiskussion und Public Relations Officer
von AfricanTide Union e.V.
Justine Grollmann, Ratsmitglied der CDU-Fraktion,
sowie Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder
Frauenverbände

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